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schäft" gegenübergestellt hak, von einem Dichter, der seinen Gedanken die große Form und die drama­tische Wucht zu geben weih. Unter der Spielleitung von Peter S t a n ch t n a erlebte man wahre En­semblekunst, in der als Träger der Hauptrollen ein­heimische Künstler zusammen mit Mathias Wie­mann als Gast stärkste Eindrücke zu wecken wuß­ten. Der Hingabe der Künstler stand schon vom ersten Augenblick an eine gleiche Hingabe der Hörer gegenüber, die ihrem Erleben durch begei­sterten Beifall Ausdruck gaben.

Der Führer und Reichskanzler ernannte den früheren Oberbürgermeister von Berlin, Dr. S a h m, zum Gesandten in Oslo. (Scherl-Bilderdienft-M.)

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Oer Papst gegen diekommunistifcheGefahr

Rom, 11. Mat. (DRB.) Papst Pius XL wandte sich bei einem Empfang ungarischer Pilger sehr scharf gegen die kommunistische Gefahr. Er führte u. a. aus: Es ist leider wahr, daß es einen gemeinsamen Feind gibt, der alle und alles edroht, der selbst das heiligste Familienleben nicht verschont. Der Kommunismus sucht überall einzu­dringen, lei es mit Gewalt, sei es mit Hinterlist. Diele lassen sich täuschen oder wol­len den Feind nicht sehen, viele unterstützen ihn durch Gleichgültigkeit oder durch stillschweigendes Einverständnis. Manche gehen sogar so­weit, ihn offen zu begünstigen und füh­len dabei gar nicht die Bedrohung durch diejenigen, die den Ruin der menschlichen Gesell­schaft auf ihr Programm geschrieben haben. Wenn wir in der Welt soviel Blindheit gegenüber dieser großen Gefahr sehen, müssen wir uns in der Verständigung nicht nur in der Reli­gion, sondern auch in der menschlichen Gesellschaft zusammenfinden.

Der englische Spekulationsskandal

Der Sohn des Kolonialministers belastet.

London, 11. Mai. (DRB.) Im richterlichen Ausschuß zur Untersuchung der Versiche­rungsspekulation in Verbindung mit dem vorzeitigen B e k a n n t w e r d e n der Steuer- und Zollerhöhungen teilte der Generalstaatsanwalt mit, daß drei Versiche­rungsgeschäfte auf Anweisung des Sohnes des englischen Kolonialmini st ers Thomas getätigt worden sind. Der junge Thomas ist Teilhaber der Börsenmak­lerfirma Belishar & C o. Die erste Versiche­rung wurde etwa eine Woche vor der Be­kanntgabe des neuen Haushaltspla - n e s im Unterhaus, durch Alfred B a t e s , einen Freund des Kolonialministers abgeschlossen.

Die Familien Thomas und Bates waren am Kar­freitag an der englischen Südküste zusammengetrof­fen zu einer Golfpartie. Don allen Beteiligten wird bestritten, daß bei dieser Gelegenheit der Haushalt besprochen worden sei oder daß Kolonial­minister Thomas irgendwelche Mitteilungen über den Haushalt gemacht habe. Die Geschäfte wurden bei Lloyds-Versicherung anfänglich zu einem Satz von 15 v. H. getätigt. Als sich jedoch unmittelbar vor der Verkündung des Haushalts­planes im Unterhaus die Abschlüsse zu häufen be­gann, erhöhten Lloyds die Prämie auf 15 bis 20 d H. Bemerkensw<'rt ist daß Attred Bates einige Policen nicht auf seinen Namen, son­dern auf den seiner Sekretärin hat aus­stellen lassen. Das erste Dersicherungsgeschäft wurde am 14. April von Alfred Bates nach einer Unter­redung mit Leslie Thomas, der nach seinen eige­nen Aeußerungen hiervon abgeraten hat. abgeschlos­sen. Später brachte Thomas selbst zwei Aufträge unter. Einer der Agenten von Lloyds sagte aus, daß Thomas früher keine Versicherungs­geschäfte mit Lloyds getätigt habe

(Sme notwendige Feststellung zum Fall Plein.

NSG. Don zuständiger Seite wird uns geschrieben: In letzter Zeit wurde über den sog. Fall Plein" viel geschrieben und viel geredet. Jn- zwiscken mußte sich auch das Gericht nochmals mit der Angelegenheit befassen und es hat den von seinem Amt suspendierten Präsidenten der Reichs­postdirektion Frankfurt a. M. freigesprochen.

Die Oeffentlichkeit hat daher ein Recht, den Sachverhalt klar und nüchtern noch einmal festgestellt zu sehen. Bekanntlich wurde im August des vorigen Jahres eine Bekanntmachung der NSDAP.Deutsches Volk horch a u f!", die sich gegen den politischen Katholizismus wandte, an den Plakatsäulen und in den Geoäuden der Behörden usw. angebracht. Ein solches Plakat, das für den Gau Hessen-Nassau von dem zuständi- gen Gauleiter Sprenger unterzeichnet war, wurde auch im Borraum des Postscheckamts in Frankfurt a. M. zum Aushang gebracht.

Es steht fest, daß dieses Plakat, also eine Be­kanntmachung der NSDAP., von Herrn Plein eigenhändig abgerissen, zerknüllt und in die Ecke geworfen worden ist. Es steht weiter fest, daß Herr Plein zunächst den Amtsvorsteher ersucht hat, das Plakat zu entfernen und daß ihm dieser antwortete, er werde sich hüten, dies zu tun, da er sich nicht ins Gefängnis setzen wolle. Daraufhin hat Herr Plein das Plakat selbst abgerissen und führt als Begründung dieser Handlung an, daß das Plakat, so wie es aufgehängt war, Verkehrs ft örend gewirkt habe.

Dazu ist festzustellen, baß die Bekanntmachung bereits längere Zeit an derselben Stelle

gehangen hat, ohne daß in irgend einer Weise der Verkehr oder gar die Sicherheit gestört gewesen wäre. Im Gegenteil wurde das Aufhängen des Plakates an einem besonders beachteten Ort von der Beamtenschaft außerordentlich begrüßt. Zu einer Verteidigung führte Herr Plein bei seiner Vernehmung weiterhin aus, daß er auch bei einem Rundgang krumme Nägel und Plakate wie etwa Achtung! Fußbodenalätte!" oberSpucken ver­boten!" ebenfalls entfernt habe. Dann hat Herr Plein deutlich einen Vergleich zwischen dem Plakat Spucken verboten!" und einer Bekanntmachung der NSDAP., die von dem zuständigen höchsten Ho­heitsträger, nämlich dem Gauleiter, unterschrieben war, gezogen.

Nachdem Herr Plein in oben geschilderter Weise das Plakat abgerissen und damit vernichtet hatte, orgte er in keiner Weise für ein Ersatzplakat, das er dann hätte an einem nach seiner Meinung we­niger verkehrshindernden Ort aufhängen können. Das ist der tatsächliche Sachverhalt, wie er sich zu­getragen hat, und deshalb mußte der Gauleiter

Die Ankunft.

Bon Tausenden von Auschauern empfangen

LPD. Frankfurt a. M., 11. Mai. Der neue Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main draußen an der Reichsautobahn bei Frankfurt a. M. bildete am Montagfrüh beim Morgengrauen das Ziel vieler Frankfurter. Obwohl das Flugplatzgelände elbft nicht zur Besichtigung freigegeben war, da man die Landungsmanöver bei dieser ersten Lan­dung nicht beeinträchtigen wollte, hatten sich rings um das riesige Gelände Tau lende von Zu­schauern eingefunden, die das Luftschiff bei seiner ersten Ankunft in Frankfurt sehen wollten, an ihrer Spitze Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, sowie Vertreter der Partei, der Be­hörden sowie der Wehrmacht.

Kommandos schallen über den Platz, die Halte­mannschaften erhalten die letzten Instruktionen und begeben sich auf das Gelände. Es ist kurz nach 9 Uhr, als man in der Ferne ein leises Motoren- geräusch vernimmt. Und schon taucht am grauen, dunstigen Himmel der Silberleib des Luftriesen auf. In majestätischer Fahrt überfliegt er seinen künf­tigen Heimathafen und nimmt weiter Kurs auf die Stadt, die er mit einer weiten, eleganten Schleife begrüßt. Bald erscheint er wieder über dem neuen Flugplatz. Langsam senkt sich das Riesenschiff mit der Spitze nach unten zu Boden. Die Halteseile fallen und werden von den Mannschaften erfaßt, und schon bald berührt das Luftschiff den Boden. Nun wird es, von kräftigen Fäusten gehalten, lang­sam vor die Halle gebracht und hier mit seiner Spitze am Ankermast und den beiden Laufkatzen festgemacht. Unter den Klängen einer Musikkapelle gleitetGraf Zeppelin" dann auf den Schienen in die Halle.

Der Gruß des Gauleiters.

Als Kapitän von Schiller das Luftschiff ver­läßt, wird er in herzlichen Worten von Gauleiter Sprenger begrüßt. Der Gauleiter gibt dabei dem Wunsche Ausdruck, daß der günstige Stern, der das Luftschiff auf dieser seiner ersten Fahrt nach Frank- furt begleitete, ihm auch weiterhin vorangehen möge. Mit dieser ersten Landung des Luftschiffes sei der neue Luftschiffhafen in Frank­furt a. M. in Betrieb geno mm en. Kapitän von Schiller dankte dem Gauleiter für die herzliche Aufnahme in Frankfurt a. M. Er hoffe, daß der Luftschiffhafen Frankfurt a. M. für die Besatzung dasselbe werden möge wie Friedrichshafen, nämlich nicht nur ein Hafen, sondern eine Heimat.

Gauleiter Sprenger überreichte darauf Kapitän Schiller eine silberne Schale als Ehrengabe. Dann begrüßte Bürgermeister Linder den Kapitän und reichte ihm in einem Erinnerungsbecher den Ehren­trunk der Stadt Frankfurt.

Kapitän Schiller erzählt.

Auf der Fahrt nach Frankfurt beantwortete Ka­pitän von Schiller dem Vertreter des DNB eine Reihe von Fragen. Acht Jahre verseheGraf Zeppelin", im VolksmundFerdinand" genannt, nun schon seinen Dienst. Das Luftschiff hat bis jetzt 1 550 000 Kilometer zurückgelegt. Kapitän v. Schil­ler mißt demGraf Zeppelin" noch vierJahre Lebensdauer bei. Bis 1937 werde das Luftschiff noch die Route nach Südamerika fahren, dann werde es für bestimmte Zwecke umgebaut werden.

lieber das neue LuftschiffHindenburg" könne man trotz der wenigen Fahrten schon heute sagen, daß es sich in jeder Weise bewährt habe. Nur an der Schiffsgondel würden einige un­bedeutende bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Das neue Schilf sei viel komfortabler, und doch äußerten sich alte Fahrgäste, daß sie denGraf Zeppelin" vorziehen, weil er Besatzung und Fahr- gäste auf einem engeren Raum zusammenbringe und eine innigere Verbindung zwischen ihnen her- stelle. Bei 50 Fahrgästen wie beimHindenburg" wäre das so ziemlich ausgeschlossen

Das im Bau befindliche LuftschiffLZ 130" wird in der Konstruktion keine wesentliche Veränderung aufweisen und sich mit demGraf Zeppelin" und Hindenburg" in den turnusmäßigen Verkehr nach Süd- und Nordamerika teilen.Graf Zeppelin" wird jährlich 15 Fahrten nach Südame­rika,Hindenburg" sieben Fahrten nach Südamerika und zehn Fahrten nach Nordamerika durchführen. Kapitän v. Schiller schilderte dann den starken Eindruck, den das bei­nahe minutenmäßige Einhalten des Fahr­plans besonders auf die Ausländer gemacht habe. Mit berechtigtem Stolz wies der bewährte Luft­schifführer darauf hin, daß die Fahrten der deut­schen Luftschiffe nicht wenig zur Hebung des deut­schen Ansehens im Ausland beigetragen hätten.

Die Unterhaltung mit Kapitän von Schiller wandte sich dann den Erschwernissen zu, die die Fahrten der Luftschiffe nach Südamerika durch das Verhalten der französischen Re­gierung erleiden. Sieben Jahre lang habeGraf Zeppelin' über Frankreich fahren dürfen; in die­sem Jahre sei die Genehmigung versagt worden. Man hofft aber, doch noch eine Aende- rung herbeiführen zu können. Die Fahrstrecke habe sich durch den weiteren Weg um etwa 800 Kilometer verlängert. Während derGraf Zeppe­lin" auf dem Wege über Frankreich ohne Zwischen- landung auskommen könne, fei er jetzt gezwungen,

pflichtgemäß, nicht etwa aus irgend­welchen persönlichen Gründen heraus, Strafantrag stellen. Zur Klarstellung des Falles Plein war es notwendig, daß gerade jetzt noch einmal der Sachverhalt in aller Oeffentlichkeit dargestellt wird. Jrn übrigen sei notwendigerweise ausdrücklich festgestellt, daß eine Reihe von soge­nannten kleinen Personen, die dieselben und ähn­liche Plakate abgerissen haben, ins Gefängnis ge­steckt worden sind.

Trauerfahnen über Warschau am Todestag pilsudskis.

W a r \ d) a u, 12. Mai. (DNB. Funkspruch.) Heber Warschau wehen heute, am Todestage des Mar­schalls Pilsudski, umflorte Nationalflaggen und große schwarze Trauerfahnen. In den Geschäften sind die Schaufenster mit Flor ausgeschlagen und Bilder des Marschalls Pilsudski aufgestellt. Am frühen Morgen erfolgte das große Wecken. Dumpfe Trommelwirbel hallten durch die Straßen der

in Sevilla eine Zwischenlandung vorzunehmen. Durch den Umweg verliere man 12 bis 24 Stunden Zeit. Das Endziel der Zeppelin-Luft- schiffahrt sein ein regelmäßiger wöchentlicher Ver­kehr nach Süd- und Nordamerika.

Die Verlegung des Abfahrthafens von Friedrichshafen nach Frankfurt a. M. begrüßt Kapitän von Schiller, weil Frankfurt gewisierma- ßen der Nabel von Europa fei und außer­ordentlich günstige Eisenbahn- und Flugzeugoerbin­dungen habe, während Friedrichshafen etwas ab­seits liege. Dagegen tritt er der allgemein verbrei­teten Ansicht entgegen, daß die m e t e o r o l o g i- schen Verhältnisse in Frankfurt günstiger als in Friedrichshafen lägen. Das Gegenteil fei L>er Fall. Der einzige Nachtell Friedrichshafens sei, daß dieser Ort etwa 400 Meter hoch liege, wo­durch die Tragfähigkeit des Schiffes gegenüber Frankfurt um etwa drei Tonnen, beimHinden­burg" sogar um sechs Tonnen gemindert werde.

Gin Fahttbencht.

NSG. Als wir um halb fünf Uhr geweckt wurden, um an der Fahrt nach Frankfurt a. M. zur ersten Landung auf dem Weltflughafen Rhein-Main teil­zunehmen, waren wir ein klein wenig enttäuscht. Der Regen klopfte in erheblichem Umfang an unser Fenster, und dicke Nebelschwaden lagen über dem Bodensee. Außerdem hatten wir noch immer das unsichere Gefühl, ob es nun wirk­lich Ernst mit der Fahrt würde, oder ob wir wieder mit der Eisenbahn zurückfahren müßten, da die Landung desGrafen Zeppelin" schon so oft an- gekündigt, aber bisher wegen verschiedener Dinge immer wieder verschoben wurde. Ein Omnibus brachte uns zur Zeppelinwerft, wo man uns bereits schon erwartete. Sofort konnten wir einsteigen, und schon wurde derGraf Zeppelin" ausderHalle gezogen. Fabelhaft ruhig hob sich bas Luftschiff, und in verhältnismäßig geringer Höhe ging es über Friedrichshafen in direkt nördlicher Rich­tung. Obwohl es gerade sechs Uhr ist, öffnen sich alle Fenster, und freudig winken uns die Friedrichs­hafener zu, obwohl ihnen der Abschied vonihrem" Luftschiff, das ja nun immer von Frankfurt aus starten wird, recht schwer geworden ist.

Das diesige und dunstige Wetter kann uns nichts tun. Wir fahren so tief, daß wir überall herrliche Sicht haben. Kurz nach der Abfahrt kommt der Obersteward und versorgt die Passagiere mit An­sichtskarten. Im Nu ist unser Aufenthaltsraum in eine Schreibstube verwandelt, denn jeder will ja einen Gruß aus dem Zeppelin an seine Angehörigen senden. Immer klarer wird das Wetter, so daß wir die nördliche Richtung, die parallel mit der Eisen­bahnlinie läuft, einhalten können. Schon überfliegen wir Ravensburg, bann Bieberach, und bald taucht U l m mit seinem herrlichen Münster auf. Kurz nach Ulm machen wir ein kleines Wettrennen mit einem O-Zug, der um 5.30 Uhr in Friedrichshafen abge­fahren war, und den wir schon gegen 6.50 Uhr ein­geholt hatten. Wir nähern uns der Schwäbischen Alb und gehen infolgedessen etwas höher. Unter uns werden die Städte und Wälder immer kleiner. Ab und zu überfliegen wir eine Hühnerfarm, in der die Tiere aufgeregt vor dem vermeintlichen großen Raubvogel zu fliehen versuchen.

Stadt. Die Blätter des sog. Pilsudski-Lagers sind mit Trauerrand erschienen und bringen Bilder des großen Marschalls. Ein Wunsch des Marschalls, daß sein Herz zusammen mit den Gebeinen seiner Mutter auf dem Wilnaer Heldenfriedhof ruhen solle, wird heute seine Erfüllung finden.

Die Trauerfeier des Senats begann mit einem Totenappell auf dem Lukiski-Platz. Im Lichte bren­nender Holzstöße wurden die Namen der Aufständi­schen von 1863 verlesen, die auf dem Lukiski-Platz hingerichtet worden sind, und die Namen der Sol­daten, die 1919 und 1920 bei der Einnahme und Verteidigung Wilnas gefallen sind. Zum Schluß nannte der Kommandant des Appells nach einem Trauerwirbel den letzten Namen:Der erste Mar- schall Polens, Joseph Pilsudski", und der Offizier vom Dienst antwortete laut über den schwei­genden Platz:Er starb körperlich, aber er lebt in unseren Herzen und wird ewig leben." Die Trup­pen präsentierten, aus der Ferne hörte man den Ehrensalut von 21 Schüssen.

Kapitän von Schiller zeigte dann dem Vertreter des DNB. den Führer st and. Hier konnte die­ser beobachten, ein wie herzliches Verhältnis zwi­schen dem Kapitän und der Mannschaft besteht. In Friedrichshafen ist das Bedauern über bas Scheiden der Zeppelin-Luftschiffe, die nach Friedrichshafen nur noch zu Reparaturzwecken zurückkehren werden, allgemein. Im Laufe der Jahre ist ein enges Verhältnis zwischen den Zeppe­linmannschaften und der Bevölkerung hergestellt worden. Auch wirtschaftlich hat sich dies für den Ort Friedrichshafen außerordentlich ausgewirtt. Fried­richshafen sieht Sonntags durchschnittlich 12 000 bis 18 000 Gäste in seinen Mauern, unter denen sich zum großen Teil KdF.-Fahrer befinden. Am letzten Sonntag sind z. B. auch aus der Schweiz nicht weniger als 2000 Personen nach Friedrichshafen gekommen. Die wenigen Friedrichshafener, die bis­her noch kein Zeppelin-Luftschiff besichtigt hatten, haben dies in der letzten Zeit sämtlich nachgeholt.

Plötzlich und gerade über der Schwäbischen Alb, befinden wir uns nun doch in derWasch­küche", d. h. wir fahren in dicken Nebelschwaden und Wolken. Diese Zeit benutze ich, um Kapitän von Schiller in der Führergondel seinesFerdinand" (denn so heißt derGraf Zeppelin" bei den Leuten vom Fach!) zu besuchen. In liebenswürdiger und launiger Weise stellt sich Kapitän von Schiller einem Kreuzverhör der Rhein-Mainischen Journalisten auf Verfügung. Heute machteGraf Zeppelin" seine 519. Fahrt und hat inzwischen die stattliche Anzahl von 1 560 000 Kilometer zurückgelegt. Kapitän von Schiller hat ebenfalls bald die zweite Million Luft» kilometer und die 1000. Fahrt hmter sich. Dann ver­suchte Kapitän von Schiller mir in einem sehr inter­essanten Vortrag die Maschinen und Jnstru- m e nt e sowie Die Tätigkeit feiner Mitarbeiter zu erklären. Jedoch wurde ich bei diesem Dortraa wie­der einmal schmerzlich daran erinnert, daß Mathe­matik schon auf der Schule nicht gerade meine stärkste Seite gewesen ist.

Rund um die Führergondel hängen 20 kleine Fähnchen verschiedenster Staaten, wie Italien, Is­land, Brasilien, Aegypten, Liechtenstein usw., die die Staaten verkörpern sollen, in denenGraf Zeppelin" schon einmal die Erde berührt hat. Wollte man Fähnchen von allen Staaten aufhängen, die das Luftschiff schon überflogen hat, so würde ihre Zahl gerade 40 betragen. Da wir uns noch immer in derWaschküche" befinden, folge ich gern dem leitenden Ingenieur des Luftschiffes, Herrn B e u e r I e, der mich während der Fahrt durch das ganze Luftschiff führt. Auf einem schma­len Laufsteg durchwandern wir den Zeppelin und können seststellen, daß der große Hohlraum des Rumpfes außerordentlich geschickt zu Schlafkabinen, Wasser- und Benzinbehältern, kleinen Werkstätten usw. ausgenutzt ist. Ab und zu öffnet Herr Beuerli eine Luftklappe, so daß wir Zentimeter neben uns in eine Tiefe von 600 bis 1000 Meter, Denn sa hoch fahren wir, schauen können, und trotzdem ver­läßt einen niemals das Gefühl der absoluten Sicher­heit. Auch Herr Beuerle ist schon Jahrzehnte, seit 1910 bei der Luftschiffahrt und hat schon manche Fahrt mit dem alten Grafen Zeppelin hinter sich.

Als unser Rundgang beendet ist, kommen wir ge­rade noch zurecht, um mit den anderen Passagieren

Erste Landung desGras Zeppelin" in Frankfurt a.M.

Gauleiter Sprenger begrüßt das Lustschiff im neuen Heimathafen.

M demGras Zeppelin" zur ersten Landung nach Frankfurt a. Main.