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Donnerstag, !2.Mrz (YZ6
M. 61 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
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Ich erinnere mich eines blauen, apfelgroßen Balles, der in ein tiefes Kanalloch fiel und nicht mehr zum Vorschein kam. Stundenlang bohrten wir mit umgebogenen Drähten und gegabelten Haselnußstecken in der trüben Brühe herum. Alles war vergebens. Schließlich vertrieb uns von der öffentlichen Einrichtung der dicke Ortspolizist. Mir aber wurde die ganze Nacht von Trauer und Schmerz beunruhigt.
Herrlicher Prunkball, der mir von einer sagenhaften und nie gesehenen Tante aus Amerika geschickt wurde und mit Indianern in Kriegsschmuck und vermummten Pelzjägern bemalt war. Jeder Knabe wollte ihn sehen, jeder wollte ihn in die Hand nehmen und aufspringen lassen, weil er so bunt und abenteuerlich aussah und den Glanz fremder Dinge und wilder Menschen an sich hatte. Unglücksball, der in das Fenster der Näherin Maria Kleinschnitz flog und meinen Vater Geld und gute Worte kostete, mir aber ein geschwollenes Gesäß und Hausarrest eintrug.
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nung und ckfall über >en bereit« dieses @e« ir sehr be» 1. Es wur« on gestern 5 gemessen, leiben vor« I arktischen chläge, me« leinlid). In, Nordalpen, Ähnee) ge>
Märzwind blies Staub in die Augen, aber es störte uns nicht. Der Ball rollte unter die Hufe vorbeistampfender Pferde, wir sprangen ihm nach, als rollten mit ihm die ewige Seligkeit und das große Glück. Für den Fluch oder Peitschenknall der Fuhrleute hatten wir nur ein Lächeln oder eine lange Nase übrig. Uns war es nur darum zu tun, den Ball heil und ganz aus dem Gewirr der Räder hervorzuholen. Manchmal wurde der Ball auf ein Dach geworfen und blieb in einer vermoosten Rinne liegen, aber wir kletterten kerzengerade von Stein zu Stein und von Sims zu Sims, bis wir das Spielzeug wieder in den zerschundenen Fingern hatten. Die alte Oberstenwitwe, belästigt durch das hemmungslose Geschrei, öffnete manchmal, wenn der Ball an die Scheibe knallte, das Fenster und drohte mit einer Anzeige beim Lehrer. Uns, die wir von der Leidenschaft zum Ballspiel ergriffen waren, störte der drohende Finger kaum, er machte uns höchstens für einen Augenblick verlegen, aber sobald der erzürnte Frauenkopf hinter den Gardinen verschwunden war, ging das Schreien, Werfen, Toben von neuem los
Den schönsten Ball hatte man mir von der Kiliani- rnesse in Würzburg mitgebracht, ich liebte ihn sehr, er war zwei Knabenfäuste groß und auffallend rot. Nach dem Spiel putzte ich ihn säuberlich und behutsam mit dem Taschentuche oder mit dem Rock-
UmjubeÜ von der Bevölkerung, die vor einem knappen halben Jahre noch ebenso dem gestürzten Präsidenten Ayala und dem hinter Kerkermauern sitzenden General Estigarribia zugejubelt hatte, übernahm Franco die Regierung als provisorischer Präsident und berief ein Kabinett aus Männern seines Vertrauens.
Und was wird nun? Das ist eine ernste Frage. Dr. Gomez Freire E st e v e z , der neue Innenminister, wird außer den Anhängern der alten Regierung, also in der Hauptsache der Liberalen Partei, vor allem auch den Kommuni st en, die sich neuerdings auch in Paraguay merklich und spürbar regen, fein besonderes Augenmerk zuwenden müssen. Grundlegender Neubau des Staatswesens auf der Basis einer modernen, auf die ureigensten Verhältnisse Paraguays zugeschnittenen Verfassung, durchgreifende Reform der sozialen Struktur des Landes, Bekämpfung der starken kommunistischen Strömungen, das find die nächsten und vordringlichsten Aufgaben des neuen Innenministers. Leicht find sie nicht, und ein bißchen viel auf einmal ist es auch. Kein Wunder, daß die kritisch eingestellte Umwelt etwas besorgt der Tätigkeit des neuen Ministers entgegensieht.
Für den neuen Außenminister Dr. Juan S t e -- f a n i ch ist die Position fast noch schwieriger und subtiler. Denn feine nächstliegende Aufgabe ist die Durchführung der Bedingungen des Friedensschlusses. Gerade weil dieser Friedensschluß mit Bolivien das eigentliche Motiv zu der allgemeinen Mißstimmung bildete, die in dem Staatsstreich vom 17. Februar ihre Entladung fand, wird natürlich die neue Regierung und ihr Außenminister von dem Nachbarlande Bolivien sowohl als auch von den Vermittlermächten mit verständlichem Mißtrauen betrachtet. Wird die Regierung Franco das Friedenswerk von Buenos Aires wieder zerschlagen? Diese Frage wird in Südamerika gegenwärtig stark ventiliert. Nach den bisher vorliegenden Aeuße- rungen hat es den Anschein, daß die neue Regierung die Politik ihrer Vorgängerin fortzuse»
„Ah", das ebenso gut heißen konnte „mit dir möchte ich einmal spielen" oder „schenk' mir den Ball'"
Da ich großartig erscheinen und ihr außerdem zeigen wollte, daß ich ihr gut sei, antwortete ich mit gespielter Gleichgültigkeit auf den begehrlichen Blick: „Du kannst ihn haben, wenn du ihn willst!" Dabei brannte mir vor Wehmut das Herz: denn die Liebe schwankte gleichmäßig stark zwischen meinem Ball und Ida.
Aber Ida riß mir meinen Liebling fast aus den Händen und lief wie ein Wiesel davon, als könnte es mich wieder reuen, den Ball ihr geschenkt zu haben. Ich sah sie dann später mit anderen Mädchen spielen und als ich vorbeiging, dachte ich: Jetzt wird sie dich rufen. Aber sie würdigte mich keines Blickes. Eine Träne schoß mir ins Äuge, so daß ich aus Scham und Reue schnell in den Flur unseres Hauses sprang. Ich fühlte damals zum erftenmale, daß dis Liebe mit Geschenken nichts zu tun bat und sich auch nicht von Geschenken beeinflussen läßt.
Wohin ist das alles? Zu den anderen Knaben, zu den jetzigen Beherrschern der Gassen, Gossen, Winkel, Treppen und Hausmauern. Mit dem Ball rollten das selbstlose Glück und die fröhliche Un^än- digkeit davon. Ach, ich möchte, das Herz voll Neid und Sehnsucht, die Treppe in drei, vier Sprünaen hinunterstürmen, wie ich es einst getan habe, mitten in die lärmende Schar an der Hauswand möchte ich fegen und den Ball in die Hand nehmen und emporwerfen, wie ich es vor Jahren mit den herrlichen Knaben der Jugendzeit getan habe, die den Ball bis an die Wolken und bis in das Gesicht des blassen, milchigen Frühjahrsmondes werfen wollten.
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Auch ich spielte einmal Ball. Ich spielte mit ihm in einer Gasse, die Häfnersgasse hieß, weil darin die meisten Häfner wohnten und die braungebrannten fränkischen Mostkrüge auf die ausgetretenen Sandsteinstufen zum Verkauf gestellt wurden. Wir spielten hier, wenn die Schule aus war, der klappernde Schulranzen wurde vom Rücken genommen, an die Hauswand gestellt, aber der geliebte Ball kam aus dex Hossntajcho»
In unverdrossener Zähigkeit hat der Führer seit der Machtübernahme neue Arbeitsmöglichte i t e n geschaffen. Der Vater verdient wieder und sucht seine Erholung am Abend im Kreise feiner zufriedenen und sichergestellten Familie. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Im Lange.
die Bilder: Feuilleton: Teil: Ernst Verantwort- ior Kümmel. : Brühl'sche ’ange.W-»
id) 25 U. Pf. mehr, gs 15 Ui r.
1935 gültig.
oaraguayschen Soldaten unter ihrem genialen Ober- ' " ' ' v "-------r K rL '• - a r r i b i a , vor-
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Lor allem scheint die Unterbringung der Kriegsteilnehmer auf geeigneten Arbeitsplätzen nicht recht geglückt zu fein, da viele Unternehmer sich anscheinend nicht entschließen konnten, auch ihrerseits den Soldaten den Dank des Vaterlandes durch Einstellung in den Betrieben abzustatten. Auch die A n s i e d l u n g von Kriegsteilnehmern als Kolonisten auf dem Lande, die man ins Auge gefaßt hatte, scheint ein Fiasko geworden zu fein, weil sie in keiner Weife genügend vorbereitet war. Schließlich fehlte es auch an Geld, um die zur Entlassung kommenden Soldaten auszu- löhnen. denn die Regierung hatte aus Mangel an Mitteln den Soldaten an der Front den Sold lange schuldig bleiben müssen, und jetzt bei der Demobilmachung waren ebenso wenig Mittel dafür vorhanden. Es gab schon manchen Grund zur Unzufriedenheit. Die dauernd wachsende Mißstimmung richtete sich vornehmlich gegen den Präsidenten Dr. Eusedio A y a l a und gegen den Oberbefehlshaber General Jstigarribia, denen man die Schuld an dem „faulen Frieden" von Buenos Aires urtb an den anderen Mißständen beimaß.
Die Gerechtigkeit gebietet, zu sagen, daß es weniger die beiden kriegführenden Mächte als Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Uruguay, die sich mit Einschluß der Vereinigten Staaten von Nordamerika zu einer V e r m i 11 l e r gru p p e zu- sammengeschlosfen hatten, waren, die auf den Friedensschluß hingedrängt hatten. Denn allmählich war diesen Staaten der Krieg, der sich an ihren Grenzen abspielte, recht unbequem geworden. Die beiden kriegführenden Mächte hatten dem dauernd sich verstärkenden Druck der Vermittlermächte schließlich um so bereitwilliger und lieber nachgegeben, als Bolivien ziemlich erschöpft, Paraguay aber trotz aller feiner heldenhaften Siege faktisch am Ende feiner Kräfte angelangt war. Es ist in Südamerika kein Geheimnis, daß Paraguay einfach nicht mehr weiter konnte und daß ein ehrenvoller Frieden die einzige
Zur Lösung des Arbeitslosenproblems wußten die früheren Regierungen nichts anderes zu tun, als — 6 ka11ifche in den Anlagen zu errichten, damit den hungernden und verzweifelten Erwerbslosen die Zeit nicht lang wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Zer Staatsstreich in paraguay
Bon unserem —er.-Äerichterstatter
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Asuncion, Februar 1936 (Durch Luftpost.)
Drei Jahre lang hatte das kleine Land Paraguay einen blutigen Krieg gegen das weitaus stärkere Bolivien um den Besitz des Chacos geführt. Anfänglich mit wechselndem Erfolge kämp- lend, dann aber unaufhaltsam siegreich waren die
Rettung war, sollte der Krieg nicht eine ganz andere Wendung nehmen
Bereits bei Beginn des Jahres zeigte sich allenthalben im Lande, besonders aber in der Hauptstadt Asuncion, eine wachsende Unruhe. Unkontrollierbare Gerüchte von einem nahe bevorstehenden Militärputsch erzeugten Nervosität und Unsicherheit. Die Regierung war unterrichtet und beobachtete wachsamen Auges die Entwicklung, und als sie die konkreten Beweise für einen geplanten Putsch in der Hand hatte, da griff sie energisch durch, verhaftete die Rädelsführer und schickte sie in die Verbannung.
Merkwürdigerweise scheint nun die Regierung Ayala in dem Glauben gelebt zu haben, daß diese Maßnahmen ausreichend gewesen seien, um die Ruhe und Ordnung nun wiederherzustellen. Denn anders lassen sich die Vorgänge am 17. Februar, die die Regierung völlig überrascht haben, einfach nicht erklären. General Estigarribia, der zweifellos befähigt und in der Lage gewesen wäre, den Ausstand mit ihm ergebenen Truppen niederzuschlagen, befand sich auf einer Inspektionsreise in Concepcion, im Norden des Landes. Seine Abwesenheit von der Hauptstadt wurde von den Revolutionären unter der Führung der Obersten Smith und Recald? trefflich ausgenutzt. Am 17. Februar um 7 Uhr besetzten einige Regimenter den Regierungspalast und die öffentlichen Gebäude, die Banken und die Redaktionen der Zeitungen. Sämtliche Telephon- und Telegraphenlinien rund um Asuncion herum wurden durchgeschnitten. Die Nacht vom 17. zum 18. Februar sah die Revolutionäre bereits als Sieger auf der ganzen Linie.
Die Regierung war gestürzt, der Präsident hatte auch formell bereits abgedankt. Das platte Land, das vollkommen überrascht war, nahm die Ereignisse als eine gegebene Fügung hin. In der Hauptstadt herrschte am Morgen des 18. Februar wieder völlige Ruhe. Die Revolution war zu Ende. Oberst Rafael Franco kam auf dringendes Ersuchen der ' Revolutionäre mit Flugzeug aus Buenos Aires.
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nölten Friedensschluß, den die Diplomaten in Buenos Aires mit viel Mühe und Federgewandt- >eit zustande gebracht hatten, unter endlosem Jubel • er Bevölkerung heimgekehrt. Jetzt sollte Friede Kerrschen im Lande. Wiederaufbauen wollte man in 'riedlicher Arbeit, was der Krieg zerstört hatte, der Bring sollte an die Stelle des Schwertes treten.
Aber es lag etwas in der Luft feit den Tagen >es Juni 1935, als man in Buenos Aires den Frieden geschloffen hatte; eine schwüle G e - raitterftimmung verbreitete sich über ganz Baraguay. Eine tiefe Unzufriedenheit und Miß- timmung waren unverkennbar, und die Träger iefer Unzufriedenheit waren d i e heimgekehr- e n Offiziere und S o 1 daten , bei denen ich ganz offensichtlich eine große Enttäuschung emerfbar machte. Nach all den siegreichen Schlach- en und Gefechten hatte man sich das Ende des Krieges doch wohl etwas anders vorgestellt, denn er Friedensschluß von Buenos Aires sah für sie : arf nach einem Remis aus. Die Frage: Sollten ille blutigen Opfer umsonst gewesen fein? begann die Gemüter der Soldaten heftig zu beun- uhigen, zumal die Demobilmachung auf mancher- ü Schwierigkeiten stieß.
Der Ball gehört zum erwachenden Frühling. Zur gleichen Zeit wandert der sehnsüchtige Abendgesang der Amsel von Garten zu (Barten, zur gleichen Zeit leuchtet der Krokuskelch aus dem feuchten Rasengrün, zur gleichen Zeit ist die Luft gewürzt von umgegrabener Erde.
Ich sehe Kinder an der Hausecke spielen, Mädchen und Knaben durcheinander, nach der Größe an der I Hauswand aufgereiht, der Kleinste ist ein Knirps, der statt der Hände die Schürze zum Fangen des Balles hinhält. Ein einfältiges Spiel, immer fliegt der Ball hin und her, aus einer Hand in die andere. Manchmal entfällt er einer Kinderhand und rollt dahin, begleitet vom Gelächter und Geschrei des Vergnügens und des Glückes. Wie tief und schön doch ein Gegenstand beseligen und erfreuen kann!
zipfel ab. Während eines Ballspiels sprang windzerzaust und mit gebeizten Luftwangen das blonde Bäckermädchen Ida auf mich zu und betrachtete lange und mit großen Augen den Ball. Dann machte sie *21 tT. Ein erstauntes, überraschtes und beglücktes
schenkt ihm voll Dankbarkeit den Wunderhengst Rih, und es zeigt sich bald, daß Kara dieses Tier sehr nötig braucht, als er in die Heilige Stadt eindringt, dort von Abu Seif erkannt und alsbald in toller Jagd verfolgt wird. Das ist noch beileibe nicht alles, aber doch eine kleine Auswahl und Kostprobe, aus der vor allem jene, die Karl May nicht im Original kennen, entnehmen mögen, was ihnen hier geboten wird. Die Darsteller sind uns namentlich alle unbekannt. Fred Raupach spielt, übrigens recht geschickt in der Maske, die Harry- Piel-Rolle des Kara Ben Nemfi, Erich Haußmann den Abu Seif, Heinz E v e 11 den Hadschi Halef Omar, der wie ein Sancho Pansa aus „Tau- send-und-einer-Nacht" auf dem Eselchen hinter feinem ritterlichen Herrn herreitet, und Katharina
Seiffdtriften
— Gestillte Kinder — gesunde Kinder! Die Vor- teile des Stillens für die junge Mutter sind genü- genb erwiesen. Die mütterliche Milch ist für das Kind die einzig natürliche und auch unersetzliche Nahrung. Das findet die junge Mutter sehr ausführlich von berufener Feder bearünbet im Märzheft der bekannten Elternzeitschrift „M utter und K i n d". Auch vieles andere, worüber eine Mutter gern unterrichtet sein mochte, bietet die mit reizen- den Bildern geschmückte Zeitschrift. , Kind und Buch", „Der Wunsch nach Selbständigkeit", „Sollen die Kinder vor der Schule lesen lernen?", „Eine neue Form der Milchpumpe" usw. sind Beiträge, die allgemein interessieren. Das vorliegende Heft bringt auch wieder außer diesen überaus lehrreichen Beiträgen die beliebten „Winke für den Haushalt" und den „Fragedienst", lieber alle Fragen, die eine Mutter bedrücken, kann sie hier Auskunft eintzalen. (LeriagEtwin Staude, BcUm>VZ0ch
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15 erhältlich «IJ
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Berger die Senitza.
Der Film erschien gestern bet gutem Besuch im Gloria-Palast. Im Beiprogramm- eine interessante Filmwerbung für die Reichsautobahnen; je ein Vorspann zum „Ammenkonig" und zu „Viktoria" (nach Hamsuns Erzählung); dazu die Fox-Tonwoche. Auf
Bühne fand ein verblüffender Gymnastik-Akt ßittle G 0 de 11 großen Beifall — r —
Befehlshaber, dem General Estin gestoßen, hatten die Ebenen des G nunben und waren schließlich nach einem ehren-
„Durch die Wüste."
Gloria-Palast.
Viele Besucher werden sich in selige Jugendzeiten zurückversetzt gewähnt haben, als die Abenteuer des unvergleichlichen Kara Ben Nemfi, von der Tonfilm- Kamera zu neuem Leben erweckt, auf der Leinmond an ihnen vorüberzogen. Syndikat-Film hat es unternommen, als ersten der zahllosen Bände Karl Nays das Buch „Durch die Wüste" zur Vorlage Ifiir ein Drehbuch zu machen; Carl Junghans Ityrt es geschrieben, und es ist in der Tat, jedenfalls ai den Höhepunkten der Handlung, eine hochroman- tiefje und abenteuerliche Sache daraus geworden.
Wir glauben ja allerdings, daß die geschworenen Korl-May-Anhänger das Buch „Durch die Wüste" (unb alle anbern Bücher dazu) über ben Film stel- Iri werben, beim so einfach lassen sich biefe dick- l( bigen Schmöker nun boch nicht m Bilber auf- liijen, unb es kann auch kein Zweifel darüber ^stehen, daß trotz der an sich recht tüchtigen Re- gL von I. A. H ü d 1 e r - K a h l a , der von ben
i Kameraleuten Georg Muschner unb Paul Rischke wirksam unterstützt würbe, die literarische Vorlage nicht wirklich umgeformt worden ist. Der J im kann nur einen Umriß ober ein Gerüst besten £iben, was Karl Mays unerschöpfliche Phantasie sich ausbachte, unb auch gewisse Längen waren im Jilb nicht zu überbrücken. Natürlich bleibt bei ber rin stofflichen Fülle bes Buches auch für ben Film inmer noch genug, was ben Beschauer mit Stau- n n unb gruseliger Spannung erfüllt, ihn gelegentlich auch zu herzhaftem Gelächter reizt, wenn Kara Ben Nemfi einen seiner nicht wenigen Geg- 1 r mit einem so wohlgezielten wie fnallenben knrhied für längere Zeit jeber schäblichen Aktivität raubt. Er ist" überhaupt ein Teufelskerl, biefer frara, bas muß man ihm lassen, er spricht nicht viel, a»er er hanbelt, unb zwar mit Energie, Entschlossen- biit unb Treffsicherheit — soviel «ft gewiß Er ist > allen Sätteln gerecht unb mit allen Salben ge= f'Uht, ber unternehmungslustige Ungläubige aus Jrantiftan. Er reitet, er schießt, er ficht Säbel, er baut um sich, er schwimmt unter Wasser — man muß ihn bemunbern. Sein 2Ibenteuerbrang ist un- g Heuer. Er bahnt sich mit Kaltblütigkeit ben Weg burcf) den Salzsumpf und aus dem Tal des Tods heraus. Er entführt die Tochter des Scheichs Walek aus den Händen von dessen Todfeind Abu Seif, er wird von diesem zu Schiff verfolgt und g fangen, er befreit sich, entrinnt einem Schiffs- J anbe, gelangt abermals in bie Wüste, wo er !<tnt feinem getreuen Diener Habschi Halef Omar bm Dursttobe nahe ist, wird aber im letzten Augendick von Maleks Tochter Senitza gerettet. Malst।


