Nr. AZ Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Aeitag, ll. September 1956
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Der Vorbeimarsch des Arbeitsdienstes vor dem Führer. — (Scherl-Vilderdienst-M.)
Die Fanfare eines neuen Deutschland
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Unser Bild zeigt das Zeppelinfeld und die aufmarschierten Kolonnen. In der Mitte das Ehrenmal des Arbeitsdienstes, an dem die Kränze niedergelegt wurden. Im Vordergrund der Führer während seiner Rede. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
gelöscht und Auch für uns kommt die Zeit, Jeden Tag sind wir marschbereit! Unsere stolzen Fahnen aber ragen
Ewigkeit!"
Run geloben die 43 000 im Namen
Wochen wieder Abschied nehmen werden von ihren Arbeitslagern, die ihnen ein halbes Jahr Heimat waren, dann werden sie aus ihrer Dienstzeit für ihr ganzes Leben mitnehmen diehoheAuffasfungvonder Arbeit als sittlicher Pflicht und die Erkenntnis der Ehre und Würde einer so geleisteten Arbeit.
Diese Männer haben in der engen Lagergemeinschaft den Bruder aus dem Volke, der ihrem Lebenskreis bis dahin fernstand, als Arbeitskameraden kennen und achten gelernt. Sie haben den wahren Sozialismus erlebt: die durch Pflicht, Zucht und Kameradschaft zusammengeschweißte Gemein
schaft! Sie werden bei ihrem Scheiden die im Arbeitsdienst eingelebte Einsatzbereitschaft zum Dienst am Volk mitnehmen. Ueber ihrem künftigen Lebe» wird das Gelöbnis stehen, das ihre Kameraden hie* auf diesem Felde für sie alle abgelegt haben, das Gelöbnis: „Unser ganzes Leben soll ei« großer Arbeitsdienst für Deutschland sein!"
Es ist wohl kein Zufall, daß die Besucher aus dem Auslande gerade im Arbeitsdienst eines bet wesentlichsten Merkmale des von Ihnen geschaffen nen neuen Deutschlands der Arbeit, Zucht und Volksgemeinschaft erblicken. Und wenn alle, die auf diesem weiten Platz diese Stunde erleben, längst nicht mehr auf Erden weilen, dann wird, das glauben wir, noch das große Gesetz fortbe * stehen, das Sie dem deutschen Volke geschenkt haben. Wo immer Arbeitsmänner oder Arbeitsmaiden singend zur Arbeit ziehen, und wo sie sich nach getaner Arbeit zur Feierstunde versammeln, Ihr Name und Ihr Gei st, mein Führer, ist es, der sie dabei leitet. So ist es, und so soll es bleiben für alle Zukunft!
ergibt, und was uns die Herzen so werden läßt: das ist die Fanfare
„ ___________ aller ihrer
Kameraden in Bruch und Moor, an der Küste, in den Bergen, im Oedland und in der Heide, überall im deutschen Lande, wo sich ihre schaffenden Hände am deutschen Boden regen, daß ihr ganzes Leben nichts als ein großer Arbeitsdienst für Deutschland sein will. Wuchtig brandet ihr feierliches Gelöbnis dem Führer entgegen.
Das Feierlied der Arbeit klingt in den Herzen aller Menschen mit, die Zeugen dieser unvergeßlichen und erhebenden Stunde sind.
„Gott, segne die Arbeit und unser Beginnen! Gott, segne den Führer und diese Zeit!
Werk unserer Hände, laß es gelingen;
denn jeder Spatenstich, den wir vollbringen, soll ein Gebet für Deutschland sein!"
Der Reilhsarbeiissijhrer Konstantin Hier'
tritt vor den Führer.
Mein Führer!
Als wir im vorigen Jahre auf diesem Platze zum Reichsappell vor Ihnen aufmarschierten, war das Gesetz zur Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht noch nicht zur Auswirkung gelangt, heute sind zum ersten Male als Abordnungen aus allen deutschen Arbeitsgauen Männer angetreten, die das Gesetz zum Dienst mit dem Spaten berufen hat.
Wein Führer! Sie haben das Bekenntnis und Gelöbnis dieser Wänner vernommen. Sie haben dem Vorbeimarsch in ihren Augen gelesen. Sie wissen, mein Führer, Ihre Arbeitsmänner sind keine bedrückten, mißmutigen Zwangsarbeiter, sondern frische, frohe, selb st bewußte Soldaten der Arbeit, die stolz und freudig dem Rufe der Pflicht gefolgt sind, um ihrem Volke Dienst zu leisten mit ihrer Arbeit am deutschen Boden und ihrer Arbeit an sich selbst. Und wenn diese Wänner nach wenigen
Der Führer
wendet sich nun mit folgenden Worten an die jungen Arbeitsmänner vor ihm und im ganzen Deutschen Reich.
„Meine Arbeitsmänner!
Als wir in Deutschland das Gesetz des Nationalsozialismus verkündeten, war uns klar, daß man nicht auf dem Wege papierener Proklamationen oder Anordnungen einen gegebenen Zustand würde beseitigen und einen neuen würde schassen können. Wir wußten, daß ein wahrhafter Sozialismus nicht entstehen kann auf dem Wege einer Aenderung des staatlichen Firmenschildes, einer Namensänderung der Staatsform ober Gesellschaftsordnung, fonbern baß der Mensch es ist, ber biesen Formen den inneren Gehalt gibt unb bamit ihr Wesen wirklich bestimmt. Wir wollten nicht eine Klasse überwinben, um eine anbere an ihre Stelle zu setzen, sondern wir wollten als Nationalsozialisten unser Volk zu einer neuen Gemeinschaftsauffassung erziehen. Dieser Arbeit dienen alle die Maßnahmen, die wir seitdem getroffen haben und die — wer will das bestreiten? — nicht das äußere Antlitz, sondern das innere Wesen unseres Volkes zu ändern im Begriffe find.
Das, was sich hier in einem kleinen Ausschnitt
Der Vorbeimarsch.
Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Der dritte Tag des „Parteitages der Ehre" stand im Zeichen des Arbeitsdienstes. 43 000 Arbeitsmänner in ihren erdbraunen Uniformen marschierten auf ber neugestalteten Zeppelinwiese vor bem Führer vorüber unb hielten im Rahmen ihres Appells eine stimmungsvolle Feierstunbe ab, beren Inhalt ein Treuegelöbnis zum Führer bas hohe Lieb ber Arbeit unb bie Ehrung ber Toten waren.
Die Zeppelinwiese bietet in ihrer neuen Gestaltung ein überwältigenbes Bilb. Die Ehrentribüne ist ganz aus massivem Jurakalkstein errichtet, beren Mittelteil eine Höhe von 32 Meter hat. Zu beiben Seiten ber eigentlichen Führertribüne schließen sich große Säulenhallen an, von beren Hintergrunb sich die Freiheitsfahnen prachtvoll abheben. Auch die das Feld umragenden Tribünen sind aus Jurakalkstein errichtet. In regelmäßigen Abständen sind massive Fahnenblvcks aufgebaut, die je sechs Nationalflaggen tragen. Die schlanken Fahnenmasten krönen lorbeerumkränzte goldene Hkenkreuze. Auf der gegenüberliegenden Tribüne ist ein weiter Ausschnitt für die von hohen Tannen umstandene Aufmarschstraße freigegeben, die den Blick auf das zukünftige Märzfeld und den dunklen Wall des Reichswaldes erlaubt. Unmittelbar vor der Ehrentribüne ist ein gewaltiger Block mit dem Symbol des Arbeitsdienstes, dem Spaten mit den gekreuzten Aehren unb bem germanischen Sonnenzeichen, aufgebaut, bas Denkmal ber Arbeit, vor bem Arbeitsmänner mit Fanfaren unb Landknechtstrommeln angetreten sind.
Aus ber Ehrentribüne sieht man bas Führerkorps der Bewegung, bie auslünbifchen Diplomaten, bie Generalität unb weitere Ehrengäste. Die Arbeitsgauführer unb die Amtschefs der Reichsleitung des Arbeitsdienstes erwarten unmittelbar vor der Ehrentribüne den Vorbeimarsch. Kurz nach 10 Uhr dröhnen die Landsknechttrommeln, schmettern die Fanfaren. Zu gleicher Zeit klingt von der Aus- fahrtsstraße her der Jubel auf das gewaltige Feld, der den Führer begleitet. Mit dem nun schon so oft erlebten Begeisterungssturm fährt ber Führer bis zur Mitte der Straße, wo ihm ber Reichsarbeitsführer Melbung erstattet. Dann begrüßt er bie Arbeitsgauführer unb bie Amtschefs ber Reichsleitung. Unb schon naht ber erste Spielmanns- unb Gaumusikzug zum Vorbeimarsch, ben ber Führer, in seinem Wagen stehenb, erwartet. Neben bem Wagen stehen ber Stellvertreter bes Führers unb Reichsinnenminister Dr. Frick. Der Musikzug schwenkt vor ber Ehrentribüne ein.
Der Reichsarbeitsführer hat sich an bie Spitze der erdbraunen Marschsäulen gesetzt, die, in Zugkolonnen zu zwei Zügen prachtvoll ausgerichtet, mit geschultertem blitzendem Spaten strammen Schrittes an ihrem Führer vorbeimarschieren, ein Bild, das'von den Zuschauern mit brausendem Beifall ausgenommen wirb. So zieht Gau um Gau, Gruppe um Gruppe und Abteilung um Abteilung in 18er-Reihen, angeführt von ben Gauarbeitsführern, hinter ben Fahnengruppen vorüber, um am Osttor bie Zeppelinwiese zu verlassen unb burch bie eigentliche Aufmarschstraße in gewaltigen Marschblocks roieber einzumarschieren. Wie eine silberne Welle blitzen bie Spaten bei ben exakten Schwenkungen ber Kabres, die diesmal ohne Fahnengruppen auf dem prächtigen grünen Rasen zu ihrer Feierstunde antreten.
Feierstunde der Arbeit.
Nachdem der letzte Gau vor Adolf Hitler vorübermarschiert war, begab sich der Führer mit seiner Begleitung auf b i e Ehrentribüne, stürmisch begrüßt von ben Zehntausenben, bie bie Tribünen der Zeppelinwiese füllten. Nach Fanfarenklängen setzte sich die breite, mächtige Front ber vor bem Tor stehenben Kolonnen in Bewegung. Singenb zogen sie in bas weite Felb ein. Hell unb mächtig klangen bie Stimmen dieser Männer, während. ringsum auf den Tribünen feierliche Stille herrschte. Scharf klingen die Kommandorufe über das Feld, I
Oer Spaten ist Symbol einer neuen Gemeinschaft
Tag des Reichsarbeitsdienstes in Nürnberg.
neuen Deutschlands, das sich hier ankündigt! Ein neues Volk wird geboren!
Als wir die Macht in Deutschland übernommen hatten, und zum ersten Male unsere Absicht bekundeten, einen Reichsarbeitsdienst zu gründen, da glaubten viele der oberflächlichen Beurteiler unserer Bewegung, daß wir damit nur das Ziel verfolgten, unsere damals arbeitslosen Volksgenossen unb unsere ohne Arbeit heranwachsenbe Jugenb von ben Lanbstraßen wegzunehmen, um sie in „Zwangslager" zu stecken. Wir wissen, baß es sicher besser ist, wenn bie beutsche Jugenb statt sinn- unb zwecklos herumzustreunen, für bie Gemeinschaft eine ersprißliche Arbeit leistet. Allein nicht in bem Sinne einer bloßen Beschäftigung von Erwerbslosen. Wir wollten eine neue Hochschule nationalsozialistischer Erzie- hung grünben!
Wir wissen, daß eine wahre Volksgemeinschaft nicht entstehen kann, wenn nicht gewisse Vorurteile allmählich aber sicher aus unserem Volk entfernt werben. Ohne daß wir uns dieses Wandels von heute auf morgen schon bewußt zu werden vermögen, ist dieser Wandel doch gekommen! Was unzähligen unserer sogenannten gebildeten Schichten früher als etwas Zweitwertiges erschien, ist heute aufgewertet worden. D^e r S p a - t e n wurde zum Symbol einer neuen 6 e ■ meinschaft! (Stürmische Zustimmung.)
Indem Generation um Generation gezwungen ist, diesen Spaten zu tragen, indem jeder Deutsche verpflichtet ist, ihn ohne Ansehen seiner Person oder seiner Herkunft auf seine Schulter zu nehmen, werden sich allmählich diese Generationen vor dem Spaten verbeugen. Sie werden den großen Wert ermessen, der in dieser Gemeinschaftserziehung durch Gemeinschaftsarbeit liegt, und alle werden sie mit einer inneren Bewegung an die Zeit zurückdenken, in der sie als junge Wänner unseres Volkes gemeinsam denselben Dienst taten, ein kleid trugen, eine Arbeilswaffe ihr eigen nannten. Sie werden sich zurückbesinnen aber auch an die große Kameradschaft, die daraus erwächst. Es wird ihnen das kleine, Nebensächliche und auch das Schwere aus dem Gedächtnis entschwinden — aber bleiben wird die Rückerinnerung an die große Zeit einer stolzen gemeinsamen Leistung für unsere Volksgemeinschaft.
Wenn ich euch so sehe, bann wird es mir schwer zu sprechen. Uns allen geht bas Herz über vor Freube über euch. Ihr wißt gar nicht, wie bas beutsche Volk euch liebgewonnen hat! (Stürmischer Jubel.) Ihr feib in wenigen Jahren z u einem Teil unseres nationalen Lebens g e - worben, ben wir uns gar nicht mehr roegbenfen können, lieber unsere Jugenb, über bie Arbeit ber Parteiorganisation, über bie SA., SS. usw. hinaus seib ihr ein weiterer Bestanbteil in ber großen Er- ziehungsarbeit unseres Volkes unb feib 'bie Brücke ßum Abschluß dieser Ausbildung des jungen Mannes im Heer. Ihr werdet es selbst empfinden, daß das, was wir in Deutschland geschaffen haben, schöner ist als das, was in den Ländern derer, die uns immer uoch kritisieren, heute vorgeht. (Stürmischer Beifall.)
hier bei uns ist Aufbau! hier ist Kameradschaft! Und hier ist vor allem der Glaube an ei ne bessere Wenschheit und damit an eine bessere Zukunft! Welcher Unterschied zu einem anderen Land, i» dem der Warxismus die Wacht zu erringen versucht! Da brennen die Städte, da sinken die Dörfer in Schutt und Trümmer zusammen, da
und ein Marschblock nach bem anderen erstarrt I und setzt mit einem Ruck die Spaten ab. Angehörige von vier Fegdrneisterschulen und fünf Truppführerschulen des Arbeitsdienstes ziehen ein. In ihren Reihen werden die Kränze für die Totenehrung getragen. Drei Fahnenkolonnen marschieren jetzt über das Feld. Wieder klingt der Gesang ber Männer auf. In einer breit gestaffelten Front nehmen bie Angehörigen ber Schulformationen mit entblößtem Oberkörper vor bem Führer unb ber großen Ehrentribüne Aufstellung, hinter ihnen unb links unb rechts in ber ganzen Breite bes großen Aufmarfchfelbes stehen bie Träger ber leuchtenben Fahnen.
Fanfaren- unb Fahnenschwingen leiten nun bie Feierstunbe ein. Die schönen Lieber bes Arbeitsdienstes umrahmen die Worte der einzelnen Sprecher und die wuchtigen Sprechchöre der 43 000. Wie ein unendlich über die Weite des ganzen deutschen Landes wogender Rhythmus klingen zum Bekenntnis der Sprecher zu Volk und Vaterland immer wieder die feierlichen Worte: „Deutschland! Vaterland!" Nach dem Bekenntnis der Treue und.Hingabe für den Führer unb bem Gelöbnis: „Wir folgen ihm, wohin er führt!" ertönen bumpf bie Trommeln. Die Fahnen senken sich zur Erbe, gemessenen Schrittes nähern sich junge Kameraben bem Arbeitsmal unb hängen an ben vier Seiten Kränze für bie Helben bes Krieges, bie Toten ber Bewegung, bie Opfer ber Arbeit unb bie toten Arbeitsbienstkameraben auf. Ergreifenb singt bie Mannschaft biefe Worte:
„Hebt bie Kränze mit ben bunten Bänbern in bas Morgenrot, Niemals finb ber Kameraben Namen aus-


