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Dienstag, U. August 19Z6

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

HrJ86 Drittes Blatt

XI* OLYMPISCHE SPIELE

Die Turner traten gestern in der Dietrich-Eckart-Freilichtbühne auf den Plan. Alfred Schwarzmann, unser be­ständigster Kunstturnen gewann im Einzelwettbewerb am Pferd eine Goldmedaille. Eine Silberne Medaille kam durch Krogmann (Olympia-Jolle) an Deutschland. Zwei Bronzene Medaillen errangen GiselaArendt (100-m-Frei- stil) und Mathias Volz (Pferdturnen). Dr. Bischoff erhielt nun die ihm sichere Goldmedaille in der Starbootklasse.

BERLIN 1936

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gpferd, dem emziaen Gerät, Montag die Entscheidung über

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wurde sein Landsmann L a p a b i e. Dritter Schweizer Kieoergelt An vierter Stelle eierte sich Scheller (Deutschland).

Degenfechten ohne Frankreich

Auch Cerbon ausgeschieden.

Besondere Beachtung schenken die Zuschauer den Kämpfen am Lanc r v v.....

an dem schon am <-------D, -

den Olympia-Sieger bei den Einzelkampfern fallt, da hier sämtliche Kür- und Pflichtübungen erledigt werden. In der ersten Abteilung schnitt der Finne Marttt U o s i k k i n e n mit 18,300 Punkten am besten ab. Diese Leistung übertraf der Deutsche Karl Schwarzmann mit 19,200 Punkten ganz be­

trächtlich. Bei den Pflichtübungen erhielt er 9,432 Punkte und für die Kür mit dem überragenden weiten Hecht 9,767 Punkte. Nachdem auch die Tschechoslowaken ihre Uebung am Langpferd er- ledigt hatten, war die Entscheidung über die erste Gowmedaille im Einzelkampf gefallen. Alfred Schwarzmann (Wünsdorf) errang den größ­ten Erfolg seiner Laufbahn und sicherte sich den olympischen Sieg, indem er als einziger über 19 Punkte kattl. In der Pflicht und in der Kür war er besser als jeder andere Teilnehmer. Den zwei­ten Platz und damit die silberne Medaille gewann der Schweizer Eugen Mack mit 18,967 Punkten. Brausender Beifall brach los, als mit Matthias Volz ein weiterer Deutscher den dritten Platz belegte und dafür die bronzene Medaille erhielt. Mit 18,467 Punkten konnte er den Schweizer Wal- ter Vach (18,400) auf den vierten Platz verweisen.

Nach sieben Hebungen.

Der erste Tag des Olympischen Turnens endete mit einem schönen Teilerfolg für die deutsche Mannschaft. Unsere acht Turner liegen nach sieben Hebungen mit 501,298 Punkten an der Spitze vor der Schweiz mit 500,292 Punkten, Finnland mit 283,069 und der Tschechoslowakei mit 480,198 P.

Der Montagnachmittag brachte im Tennis-Sta­dion die letzten Ergebnisse der Vorschlußrunde im Degenfechten. Die große Ueberraschung brachte das Ausscheiden sämtlicher Franzosen. Zum erstenmal in der Geschichte der Olympischen Fecht­turniere wird der Endkampf im Degenfechten ohne einen Vertreter Frankreichs* ausgetragen. Leider schied im Kampf der Gruppe II auch der Deutsche Lerdon aus.

$ot>orifenfieoe in ersten Boxkämpfen.

' In der Deutschlandhalle nahmen am Montag­nachmittag die Kämpfe der Boxer um olympische Ehren mit 16 Begegnungen ihren Anfang. Pünkt­lich wurden die Kämpfe in zwei Ringen gestartet. Die prachtvollen Kämpfe versetzten die 7000 Zu­schauer sofort in Helle Begeisterung. Fachamtsleiter Rüdiger begrüßte die Aktiven und forderte sie zu fairem Wettstreit auf. Da die Unterlegenen so­fort aus dem weiteren Wettbewerb ausscheiden, gab es verständlicherweise Kämpfe auf Biegen untr Brechen. Don den 16 Begegnungen endete nur eine durch k. o., und zwar besiegte der polnische Mei­ster Sobkowiak den Australier Cooper bereits in der zweiten Runde entscheidend. Zahlreiche Boxer überraschten durch ausgezeichnetes technisches Kön­nen. Deutsche Boxer waren noch nicht beteiligt.

Italiens Olympia - Fußballmannschaft in Kastel.

Italiens Olympia-Fußballmannschaft spielt am Dienstag, 18. August, in Kassel gegen den Gau Nordheffen. Lippert (1900) wirkt als linker Vertei­diger in der Gauvertretung mit.

Die Dietrich - Eckart - Bühne, der Schauplatz des Olympia-Turnens, bot ein zauberhaftes Bild. 14 Nationen traten im Turnen an und absolvierten die ersten Hebungen zum Zwölfkampf, der aus zehn Geräteübungen und zwei Freiübungen besteht.

Ungarn, Finnland, USA., Japan, Jugoslawien, Oesterreich und Bulgarien standen sich in der ersten Abteilung schon in den ersten Morgenstunden vor 15 000 Zuschauern in den ersten Pflichtübungen ge­genüber. Das gleichzeitige Turnen an_atten Geräten erschwerte zwar die Hebersicht, trotzdem gingen die Zuschauer bei den Kämpfen begeistert mit.

Im ersten Durchgang hinterließen die Finnen am Pferd den besten Eindruck. Auch an den Ringen offenbarte sich die unübertreffliche Körperbeherr­schung der Finnen. Schon nach diesen beiden Hebun­gen lagen die Finnen klar in Front.

Japan zeigte am Reck gute Leistungen, dürfte je­doch an den übrigen Geräten auf große Schwie­rigkeiten stoßen. Schwerer, als man angenommen hatte, mußten die Ungarn kämpfen, die bei ihren beiden ersten Hebungen nicht gerade Ueberragenbes leisteten. Die Mannschaft von USA. schien nicht in bester Form zu sein.

Die Gruppe 1 erledigte insgesamt sieben Hebungen, die Gruppe 2, in der Deutschland, Frankreich, Italien, Rumänien, die Schweiz, die Tschechoslowakei und Luxemburg stehen, absolvierte am Nachmittag des Montags die gleiche Zahl von Hebungen.

Je mehr sich die Kämpfe der Nationen der Ent­scheidung nähern, um so stärker wird die Anteil­nahme der Zuschauer. Lauter Beifall bricht immer wieder durch. Mit fast unwahrscheinlicher Ruhe steht die deutsche Manschaft im Kampf. Ihr hervorragen­des Können stellte sie bald in den Mittelpunkt. Ihre Leistungen sind an Schönheit und Sicherheit un­erreicht. Nach drei Hebungen hat Deutschland mit 217,023 Punkten den schwer errungenen Vorsprung weiter ausbauen können. An die zweite Stelle rückte die Schweiz mit 210,467 Punkten vor der Tschecho­slowakei (208,400). Die Italiener folgen mit 206,467 Punkten an vierter Stelle.

Schwär,mannS Sieg.

schönem Vorsprung in Front. Schwarzmann bisher 66,100 Punkte. Als bisher Zweiter ist Schweizer Mack auf 65,000 Punkte gekommen, Hubec - Tschechoslowakei hat als Dritter 64,833, Frey- Deutschland als Vierter 64,432 Punkte. An siebter Stelle liegt Stadel- Deutschland mit 63,566 Punkten vor Volz- Deutschland mit 63,366

Punkten.

Die Aussichten für unsere Turner, die zusammen mit den Schweizern, den Finnen und den Tschecho­slowaken am Dienstagnachmittag die Kürübungen turnen, während die übrigen Nationen diese Hebun­gen schon am Vormittag erledigen, sind also recht günstig.

Das bemerkenswerteste Ergebnis des Montag­nachmittags war wohl, daß es der deutschen Mann­schaft nicht gelang, die Punktzahl der Finnen am Reck zu egalisieren. Hnsere Turner kamennur" auf 73,666 Punkte, währen die Finnen am Vor­mittag 74,400 Punkte vorgelegt hatten. Dafür er­wiesen sich unsere Turner an zwei anderen Geräten als die ausgeglichenste und beste Mannschaft, wie aus folgender Hebersicht hervorgeht.

Die besten Nationen an den einzelnen Geräten:

Deutschland: Seitpferd mit 74,000 P.; Ringe mit 68,866 Punkten.

Schweiz: Freiübung mit 72,367 P.; Barren mit 72,967 P.; Längspferd- Plicht mit 71,034 P.; L ä n g s p f e r d - K ü r mit 75,601 Punkten.

Finnland: Reck mit 74,400 Punkten.

Nach dem am Abend feststehenden Gesamter­gebnis aller 14 Nationen werden die drei Mann­schaften mit den besten Punktzahlen herausge­nommen. Diese drei Nationen bestreiten den End­kampf erst am Dienstag-Nachmittag, während die übrigen 11 Länder bereits am Vormittag des glei­chen Tages ihre restlichen Hebungen erledigen.

Italien ausgeschieden.

Von einem bedauerlichen Mißgeschick wurde die italienische Mannschaft betroffen. Olympiasieger Neri zog sich an den Ringen einen Muskelriß am rechten Oberarm zu und mußte aufgeben. Durch diesen Verlust wurde Italiens Vertretung derart ge­schwächt, daß sie keine Aussichten mehr hat, ihre führende Rolle weiter spielen zu können.

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Deutschlands Tümer führen...

Alfred Schwarzmann erringt eine Goldene Medaille.

nicht leicht.

Die Olympia-Weltrekorde anerkannt.

Die IAAF, hat in den ersten Stunden ihrer Ta­gung am Montag sämtliche fünf Weltrekorde an­erkannt, die während der Olympischen Spiele in Berlin aufgestellt wurden. Es sind dies bisher:

1 10-Meter-Hürbenlauf 14,1 Sek., Fo­rest Towns (USA.); 1 5 0 0 - M e t e r - L a u f: 3:47,8 Min., Jack Lovelock (Neuseeland); Drei- fprung: 16,00 Meter, Naoto Tajima (Japan); 4X10 0-Meter-Staffel: 39,8 Sek., (USA.: Owens, Metcalfe, Draper, Wykoff); Zehn­kampf: 7900 Punkte, Glenn Morris (USA.).

Französischer Sieg 'mlvü-^ilometer-Sttaßenrennen

Gestern traten die Straßenfahrer in Aktion, lieber 100 Kilometer wurde der Franzose Larpentier

Sieger und Gewinner der Goldmedaille. Zweiter ~ *" der

Auch in der Einzelwertung liegt nach sen sieben Hebungen ein deutscher Turner, Wünsdorfer Karl Alfred Schwarzmann,

stadion der Sieg des Ungarn Ference Efik über die gesamte Weltklasse der Schwimmer im 100- Meter-Kraulen Japans schnelle Schwimmer können diese Niederlage einfach nicht fassen.

Das 100-Meter-Kraulen hat im Schwimmen etwa

Und nun zu den Springern selbst. Wie kommt es, daß sie in der Luft ihren Körper so sicher und schön dirigieren können? Es liegt in erster ßtnte daran, daß der Springer nach dem Ansprung genau weiß, wie er überhaupt m der Luft liegt. Er hat sich vor dem Absprung in der Umgebung des Sprungbeckens oder im Schwimmstadion einen feft- stehenden Punkt ausgesucht, den er wahrend des Sprunges im Auge behält, die Augen müssen selbst­verständlich offen sein, denn sehen muß ber Sprin­ger Durch entsprechende Verlagerung des Körpers kann der Springer seinen eigenen Sprung bin- gieren. Offensichtlich wirb biese Körperbeherrschung für ben Laien befonbers bann, wenn der Körper kurz vor dem Eintauchen ist. Wasser soll möglichst wenig spritzen und richtigplumsen" darf es uber- haupt nicht. Deshalb sieht man gerade vor dem Eintauchen oft, wie der Wasserspringer fernen Kor- per noch schnell richtet. Eine feine Sache dieses Wasserspringen, aber es gehört doch allerhand Mut dazu, überhaupt erst mal von einer bestimmten Höhe (Sprungtürme sind 10 Meter hoch!!) ms Was­ser zu springen, dabei soll der Körper aber noch s beherrscht werden' daß wirklich schöne Figuren en - stehen .

Die Sensation des Sonntags war im Schwimm-

Als Erste schlug die Holländerin Mastenbroek (Nr. 5) an ; kurz hinter ihr kam Campbell, Ar­gentinien (Nr. 6), bann die deutsche Schwimmerin

Gisela Arendt (Nr. 7) ans Ziel. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

Studien im Schwimmstadion.

Don unserem Or. G. St-Sonderberichterstatter

Berlin, 10. August.

Auf dem Brett am Sprungbecken im Schwimm­stadion steht eine schlanke Gestalt im enganliegen­den Babetrikot. Der Mensch konzentriert sich auf ben jetzt folgenben Sprung. Elegant fliegt ber Körper burch bie Luft, man hört kaum ein Aufspritzen bes Wassers. Dann pfeift ein Schiebsrichter, baß der Sprung beendet ist und sofort erscheinen auf ver­schiedenen Tafeln eine Anzahl einfache Zahlen, Ich habe die Zahlen schnell zusammengezählt, ich habe mir allen meinen mathematischen Kenntnissen ver­sucht, das herauszubekommen, was der Schieds­richter nachher immer ansagt. Es ist mir nicht ge­lungen.Vierzehn Komma sechs Null Punkte . Was heißt das eigentlich? Warum machen sich die Männer die Sache so schwer und rechnen mühsam immer etwas anderes aus, als der Laie auf den hohen Steintribünen? Ich habe mich nach dieser Wertung erkundigt und weiß jetzt Bescheid. Da sitzen zunächst sieben Punktrichter, die die Zahlen Null bis Zehn in ihrem Kästchen Haden. Sie bewerten den Sprung nach ihrem persönlichen Ermessen und zeigen bei' guten Sprüngen eine hohe Zahl, bei schlechten Sprüngen eine entsprechend tiefere Num­mer Um Hebertreibungen zu vermeiden, werden bei der Berechnung die höchste und die niedrigste Zahl fortgelasfen. Wenn bei dem Sprung das Urteil der sieben Kampfrichter lautet: 4, 5, 5, 5, 5, 6, 6, bann fallen 4 und 6 fort und der Rest wird multi­pliziert, also 5 mal 5 = 25 und dann wieder ge­teilt durch 5, macht wieder 5. Diese 5 wird mit dem betreffenden Schwierigkeitsgrad des Sprunges mul­tipliziert. Die Schwierigkeitsgrade stehen immer fest und sie gehen von 1,1 bis 2,5. Hat also ber eben angesetzte Sprung bie Schwierigkeit2 unb es mürben bie genannten Nummern gegeben, bann er­hält ber Springer bie Note 5 mal 2 = 10 Ganz einfach also, wenn man bie Wertung erst mal be-

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bie Bedeutung, wie in der Leichtathletik der 100- Meter-Lauf. Beides find dieklafsifchen Sprint- strecken" unb ein Sieg in biefen Kämpfen ist be- sonbers wertvoll. In bieser klassischen Konkurrenz also hat Japan verloren. Sie sinb zwar noch lange nach bem Rennen sehr bebrückt unb laufen mit gesenkten Köpfen herum, aber sie lassen sich nicht entmutigen. Das zweite große Rennen, die 4-mal- 100-Meter-Kraulstaffel wird einen überlegenen Sieg ber Japaner bringen. Sie schwammen im Training Weltrekorbe, baß man erschrocken auf ben Zeiger ber Stoppuhr blickte, unb sie werben im Enblauf beweisen, daß die Uhr wirklich richtig gegangen ist.

Wieder anders liegen bie Verhältnisse im Wasser­ball bei ben Japanern. Wir sahen bas Spiel geaen Deutschlanb, bas bie Söhne aus bem Lanbe der aufgehenden Sonne hoch 1,1:1 verloren haben. Auch im Training beobachteten wir bie japanische Mann­schaft. Sie ist ungeheuer schnell und regelmäßig sind die kleinen Burschen eher am Ball als der Gegner. Wenn sie bann biesen Ball in ihren brau­nen Hänben halten, schauen sie fast hilflos drein, denn sie wissen nicht, was sie mit dem runden Lederball anfangen sollen. Sie werden es aber be­stimmt noch lernen. Zu diesen Olympischen Spielen kommen die Japaner im Wasserball nicht mehr in Frage, aber sie haben bann ja vier Jahre Zeit zu härtester Arbeit in biesem schönen Spiel.

Famose Kämpfer biese Athleten aus bem kleinen Jnselreich, sie können nicht nur ganz bescheiben ge­winnen, sonbern sie können als anftänbige Sports­leute auch mit Würbe verlieren unb bas ist auch

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