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Von den besten Schwimmvölkern aller Zeilen.
Oer braune Herzog.
Bei den Olympischen Spielen in Stockholm 1912 erschien ein brauner Schwimmer, der alle bis dahin erzielten Weltrekorde unterbot und auf den kurzen Strecken Geschwindigkeiten erzielte, die man für fast unmöglich gehalten hatte. Das Sonderbarste war freilich, daß dieser Polynesier Kohana- m o k u, mit dem Spitznamen „Duke" — was „Herzog" bedeutet, nicht daran dachte, nach europäi» scher Methode froschartig zu schwimmen, das heißt im Wasser liegend und Arme und Beine in gezähltem Tempo von sich stoßend, sondern sozusagen flach, ein wenig zur Seite, indes die Beine das Wasser peitschten und die Arme wie Flügel einer Schraube durchgezogen wurden. Dieses „Crawlen" (Kraulen) erregte Staunen und Bewunderung, inzwischen ist es zur Schwimm-Methode aller Völker geworden.
Wer hat das „Kraulen" erfunden?
Man behauptete, die Polynesier hätten diesen eigenartigen Stil erfunden, sie, die ja rundum von Wasser umgeben wohnten und täglich Schwimmkünste ausprobieren konnten. Daran war nun aber nur soviel richtig, daß diese braunen, schöngewachsenen Menschen wirklich ausgezeichnete Schwimmer waren und ihr Häuptlingssohn Kahanamoku ihr bester (sein Bruder zeichnete sich ebenfalls aus), daß aber dieses Kraulen keineswegs eine Kunst der Süd-Insulaner war. Alle Naturvölker hatten einst so geschwommen, man hatte das nur übersehen: Alte babylonische, assyrische, griechische Zeichnungen von Schwimmern verstand man jetzt erst richtig anzusehen, überall erkannte man „kraulende" Sportler, die mit zügigen Armbewegungen durch das Wasser eilten.
Schwimmen war im Altertum eine der ersten Kriegskünste, die Soldaten mußten einen Fluß durchqueren können, doch gab man ihnen schon vor vielen tausend Jahren Hilfsmittel mit wie luftge- süllte Beutel und dergleichen. Die Griechen pflegten das Schwimmen nicht als Sport, wenigstens wissen wir nichts davon, doch galt bei ihnen das Wort: „Er kann weder schwimmen noch buchstabieren!" und das bezeichnete den allergrößten Dummkopf. Sie übernahmen von anderen Völkern die schöne Sage vom Königssohn Leander, der über den Hellespont zu seiner Geliebten schwimmen will, die zu feiner Orientierung Lichter aufgestellt hat. Später griffen die Deutschen diese Sage auf und schufen das ergreifende Lied von den „zwei Königskindern", die einander so lieb hatten".
Oie „Schwimmrekorde" der nordischen Seekönige.
Die Germanen waren ein Schwimmervolk: „Sie baden in Flüssen!" schrieben von ihnen bewundernd die Römer, die ihre nordischen Sitten längst vergessen hatten und das heiße Bad orientalischen Ursprungs liebten. In voller Rüstung konnten die Germanen die Flüsse durchqueren, viele ihrer Sagen berichten von erbitterten Kämpfen, die vom Festland weg ins Meer hinausgetragen wurden, wo man sich stundenlang weiter bekriegte. Halbe Tage lang sollen sich nordische Seekönige im Wasser getummelt haben, ganz zweifellos schwammen sie dabei nicht wie die Frösche „Brustschwimmen", sondern sie kraulten.
Auch zu tauchen verstanden sie, ist doch der angelsächsische Held Beowulf auf den Meeresgrund
gestiegen, um dort gegen Wasserriesen zu kämpfen. Als im Jahre 15 n. Ehr. der Römer Germanicus in Hessen eine Brücke über die Eder schlagen wollte, schwamm zu der Römer Erstaunen die gesamte Jungmannschaft der Germanen über den Fluß und verhinderte den Brückenschlag; auch späterhin gelang es Germanen mehr als einmal, die nichtsahnenden Römer durch nächtliches Durchschwimmen von Flüssen, woran keiner der Gegner dachte, zu überraschen und zu besiegen.
Wasserscheue Jahrhunderte.
Unter den berühmten Schwimmtaten des deutschen Mittelalters finden wir auch die Leistung eines deutschen Kaisers, Otto II., der nach einer Schlacht in Süditalien (982 n. Ehr.) in voller Waf- fenrüftung von einem Schiff ins Meer sprang und sich an das Ufer rettete. Merkwürdigerweise scheint sich dann das Schwimmen, zumindest das Tauchen, in Italien bei den unteren Volksschichten allmählich größerer Beliebtheit erfreut zu haben als bald im Norden, wir hören aus Sizilien die Sage von einem Froschmenschen, der 50 Meilen weit ins Meer hinaus schwimmen konnte, und sei es bei vollem Sturm. In Deutschland vergaß man die alte Kunst langsam; zwar sang noch der Froschmeuseler, ein brandenburgischer Dichter, Ausgang des Mittelalters:
„Wie auf den Schulen die Studenten baden und tauchen gleich den Enten Schwimmen künstlich wie Fisch und Schwanen ..." aber daraus geht doch auch schon hervor, daß nur die Studenten noch die alte Kunst (ähnlich wie das Fechten) besonders liebten.
Nach dem Dreißigjährigen Kriege wurde man überhaupt wasserscheu, und es erregte Aufsehen, als Goethe auf einer Reise nach der Schweiz in Darmstadt mit den Brüdern Stollberg in einem Darmstädter Weiher badete: das war etwas Unerhörtes!
Byron, Dichter und Schwimmer.
Erft gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann man sich langsam wieder an einigen wenigen Schulen auf die Leibesübungen zu entsinnen, in England hatte man sie nie vergessen, und der Griechenschwärmer Lord Byron, der die Tat des Leander bewunderte und als Krüppel — er hinkte — einen starken Geltungstrieb hatte, setzte sich in den Kopf, die für unmöglich geltende Heldentat zu wiederholen, was ihm auch gelang. Inzwischen haben wir ganz andere Leistungen bewundern gelernt, die mehrmalige Bezwingung des Aermelkanals mit feinem kühleren Wasser und seiner größeren Breite durch Männer und Frauen bildete ja noch vor wenigen Jahren das Tagesgespräch.
Der Verfall der alten Sitten hatte es mit sich gebracht, daß man die natürliche Art des Schwimmens vergaß; als man wieder anfing, ahmte man den Frosch nach. Die Polynesier hatten die Naturkunst nie verlernt, bei ihnen mußten Europäer und Amerikaner wieder in die Schule gehen. Eine ganz moderne Abart dieses Kraulschwimmens ist der „Schmetterlings-Stil", mit ihm werden zur Zeit die Rekorde erzielt, ihn werden wir auf dem Olympia bewundern können.
Japan — Großmacht im Schwimmen.
Die moderne Großmacht im Schwimmen ist I a - p a n, 1924 noch auf den Olympischen Spielen fast
unbekannt, 1932 bereits die Vormacht im Schwimmen. Inzwischen haben wir erfahren, daß die Japaner, wie bei der Jnsellage ihres Landes natürlich, feit Jahrhunderten ebenso vorzügliche Schwimmer sind wie die Ozeanier, und daß sie schon vor Jahrzehnten Leistungen vollbrachten, die uns unglaublich erscheinen. Es überrascht uns nach dem Gesagten kaum zu hören, daß die japanischen Schwimmwunder sehr oft Jungens von 14 Jahren sind, übrigens sind auch die besten Schwimmerinnen der Welt, wo sie auch herstammen, kaum viel älter. Die olympischen Schwimmsieger werden immer jünger, wer weiß, was wir noch alles erleben werden.
Büchertisch.
— Karl von Baumbach: Das hessische Bauernhaus und sein Schmuck. 6 Seiten mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. Friedr. Lo- metsch, Verlag, Kassel. — (155.) — In der hübschen Buchreihe „Hessen und Waldeck in schönen Bildern", von der wir einige Bändchen früher bereits an dieser Stelle besprochen haben, erschien als Band VII die kleine Schrift über das hessische Bauernhaus und dessen Schmuck von Karl von Baumbach, Fronhausen, der den Lesern unserer „Heimat im Bild" als Mitarbeiter (mit Beiträgen aus dem gleichen Stoffkreise) gut bekannt ist. Baumbach legt seiner Darstellung im wesentlichen Beispiele aus der Marburger Gegend und dem Hinterland zugrunde, doch finden sich auch oberhessische Anlagen, zum Beispiel aus Steinbach, Climbach, Lang-Göns, Pohl-Göns und Langenhain bei Butzbach. Das Thema ist bau- und kulturgeschichtlich, volkstümlich und vom Standpunkt der Denkmal- und Heimatpflege gleichermaßen interessant und besonders in unserer Zeit wichtig, die auf die Pflege und Erhaltung bodenständiger Kunst und bodenständigen Handwerks wieder den größten Wert legt. In der Darstellung Baumbachs wird nach einer allgemeinen Einleitung zunächst die Gesamtanlage behandelt, anschließend für unsere Landschaft charakteristische Einzelheiten der Bauform, wie sie sich am hessischen Bauernhause ausgeprägt finden; beispielsweise die typische Figur des „Wilden Mannes" in der Gebälkanordnung, dessen häufig mit Schnitzwerk gezierte Eck- und Mittelpfosten Hauptträger des Hausschmucks sind. Ferner bieten vielfältige Beispiele Türen, Türumrahmungen, Hoftore (besonders im Hüttenberg und in der Wetterau) und Oberlichte. In den gebräuchlichsten Schmuckformen finden sich, was volkskundlich besonders bemerkenswert erscheint, häufig sehr alte, in germanische Zeit zurückgehende Heilszeichen, wie die Spirale, der sechszackige Stern, das Radkreuz und das Hakenkreuz. Reichhaltiges Material liefern weiterhin die Hausinschriften und, vor allem in der Marburger und der Hinterländer Gegend, der sogenannte Kratzputz. Hier lassen sich ganze Meisterschulen nachweisen, und die Fülle und Schönheit der Motive ist nahezu unerschöpflich. — So darf die kleine Schrift, die sich durch gediegene und gefällige Ausstattung wie durch ihr vorzüglich zusammengestelltes und reproduziertes Bildmaterial auszeichnet, als ein schätzenswerter und anregender Beitrag zur hessischen Kulturgeschichte angelegentlich empfohlen werden. —y—
— Die L. C. Wittichsche Hofbuchdruckerei 1 7 6 4 —1 9 3 4. Von Dr. Hermann Bräunt n g. 272 Seiten und 60 Tafeln. L. C. Wittich Verlag, Darmstadt, 1936. — (1-37.) — Das vorliegende stattliche Werk ist der zweite Band einer Gesamtdarstellung „Der Buchdruck in Darmstadt" (der erste wurde früher bereits an dieser Stelle,
besprochen) und umfaßt die Geschichte der L. & Wittichschen Hofbuchdruckerei. „Vom Jahr 1764 an, als Johann Georg Wittich durch Heirat in ihren Besitz kam, bis zum Jahr 1862, dem Todesjahr R. L. Senators. Daran schließt sich ein Ueberblid über die Entwicklung der Firma bis zur Gegenwart und ein Bericht über die Feier des 250jähri- gen Jubiläums 1934..." Obwohl es sich also zu- nächst um die Geschichte eines hessischen Hauses handelt, ist doch die Darstellung im ganzen, wie schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis und auf die großzügig und reichhaltig beigegebenen Tafeln, auch bereits ein flüchtiges Blättert in dem stattlichen, technisch in jeder Weise untadelig behandelten Bande erweist, weit mehr als nur ein Stück Familien- oder Firmengeschichte: dem genauer Gin» dringenden wird zum mindestens nicht verborgen bleiben, wie sich hier in der Darstellung einer Einzelentwicklung zugleich das größere Ganze spiegelt, und wie in die Geschichte des Darmstädter Buchdrucks zugleich ein Stück Darmstädter und überhaupt hessischer Familien-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte eingegangen ist; man braucht nur etwa auf die Abschnitte zu verweisen, die vom Ge- sangbuch für die Hofgemeinde handeln, von den hessischen Jntelligenzblättern, von der Einrichtung der Druckerei und den Druckern, oder vom ersten hessischen Papiergeld, um einiges aus dem reichen Inhalt herauszugreifen. Eine Fülle interessanten Bildmaterials findet man auf den vorzüglich gedruckten Tafelbeigaben. Auch das ausführliche Personen-, Orts- und Sachverzeichnis zeugt für die gediegene und genaue Arbeit des Verfassers. —
— ©ebaftian Pfeifer: Die Vögel unserer Heimat. 259 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Herausgegeben von der Sencken- bergischen Naturforschenden Gesellschaft. Verlag von W. Kramer & Co., Frankfurt a. M., 1936. — (153.) — Der Verfasser ist als staatlicher Kommissar für Naturschutz im Landkreis Hanau und als Leiter der Zweigberingungsstelle „Untermain" der staatlichen Vogelwarte Helgoland bekannt. Das Buch will nicht das wissenschaftliche Schrifttum vermehren, sondern dem praktischen Zweck dienen, Naturfreunde kurz und gut zu unterrichten. Obwohl hier nur die Vögel des Maingaues behandelt sind, kann das Merkchen doch auch zu fast allen andern deutschen Gauen der Einführung in die Vogelkunde dienen. Im systematischen Hauptteil werden die vorkommenden Gruppen klar, knapp und übersichtlich gekennzeichnet: Merkmale, Vorkommen, Nistplatz, Nest, Gelege, Nahrung und Stimme werden beschrieben; der Text wird durch zahlreiche, meist farbige Abbildungen vorzüglich unterstützt und belebt. Dazu kommen als schätzenswertes Anschauungsmaterial Naturaufnahmen, Flugbilder und mehrere schöne, farbige Tafeln mit den Abbildungen der Eier. Ein sorgfältig geführ- tes Register und eine kurze Uebersicht über das einschlägige Schrifttum, werden dem Benutzer des handlichen Bändchens willkommen sein.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. 23. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. 23. Hans Thein. D. 21. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstag 15 Ps., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
gestern durch einen sanften Tod erlöst worden.
4987 D
In tiefer Trauer:
Philipp Brehm und Frau Helene, geb. Stelling Liesel Bötticher, geb. Brehm Prof. Dr. Eduard Bötticher.
Gießen und Heidelberg, den 10. August 1936.
Die Beisetzung findet in der Stille statt.
Nach schwerem, tapfer getragenem Leiden ist unsere innigstgeliebte Tochter und Schwester
Leni Brehm
Lehrerin an der Schillerschule zu Gießen
im 69. Lebensjahr von seinem schweren Leiden erlöst.
Gießen (Eichweg 2), Hamburg, den 11. August 1936.
Die Trauerfeier findet in der Stille statt.
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lM.-DFog.W.KilbingerM,Selleiw.69|
03637
Stiftung zur Unterstützung Reisender Kaufleute Deutschlands,Ortsgr.Gießen
E Klemmiath, geb. Schäfer
Willy und Liesel Stengel, geb. Klemmrath und zwei Enkelkinder.
Halte wieder Sprechstunde Zahnarzt Dr. Gonter.
Unser lieber Kollege
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Mitgriinder und Ehrenmitglied der hiesigen Ortsgruppe, ist von uns gegangen. In früheren Jahren ehrenamtlich für die Ortsgruppe tätig, hat er uns bis zuletzt die Treue gehalten. Wir werden ihm ein gutes Andenken bewahren.
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