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Dienstag, ft. August 1956

Hr.186 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Gießener Anzeiger

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Die Kehrseite der französischen Neutralitätspolitik

Paris. 10. Aug. (DNB.) Die Nachrichten- agenlur Fournier will wissen, bah die Regie­rung Giral in Madrid am Montagvormitlag zurückgetreten sei. Der Führer des rechten Flügels der sozialdemokralischen Parlei. P r i e t o. habe soforl ein neues Kabinett gebildet.

Francaza zusammengezogen wurden. Sie seien dort von einem Vertreter des Luftfahrtministeriums in Empfang genommen und dann von Gendarmerie bewacht worden. Die Flugzeuge seien, mit einer Ausnahme, am Samstag und Sonntag nach Bar­celona abgeflogen. Auf Anweisung des Luft- fahrtministers Pierre C o t habe ein Flugzeug der Air-France alle Flugzeugführer von Barcelona nach Toulouse zurückgebracht, nachdem diese Maschinen den Behörden der spanischen Volks­front übergeben worden waren. Auch die sechs Bomber des Typs Potez 54 seien Samstag und Sonntag in Barcelona eingetroffen. Dor dem Abflug der Flugzeuge habe sich ein Zoll- agent nach Toulouse begeben, um die Apparate dort frei zu machen. Alle Papiere seien in Ordnung gewesen-, Passierscheine des Luftfahrtminlste- riums, des Kriegsministeriums und des Außenmini­steriums hätten vorgelegen.

Französische Aechlsblätter melden weitere

Nugzeuglieserungen für Madrid und Barcelona

Bündnisvertrag zwischen Portugal und Großbritannien erinnert worden.

Oie Sowjetunion stimmt dem Nicht- einmischungsvorschlag zu.

Paris, 10. Aug. (DNB.) Wie Havas aA Mos- kau meldet, soll die sowjetrussische Regierung dem französischen Geschäftsträger am Montag mitgeteilt haben, daß sie dem französischen Vorschlag einer Nichteinmischung in die spanischen Ereignisse zu- stimme.

1. Die Notwendigkeit, daß sich auch Sowjet­rußland am Nichteinmischungspakt beteiligt.

2. Die Achtung der internationalen lan­ge r 3 o n e durch beide am Bürgerkrieg beteiligten Parteien.

3. Die Gefahren für das portugiesische Regime, alls der ungehemmte Kommunismus oder die Anarchie in Spanien sich weiter ausdehnen. Por­tugal sehe in einer derartigen Entwicklung eine Ge- ahr für seinen territorialen Bestand und wünsche für diesen Fall zu wissen, inwieweit es sich auf England und Frankreich verlassen könne. In diesem Zusammenhang sei an den alten

und dort dürfte die Entscheidung fallen, was aus der Aktion der französischen Volksfront für die spanische Volksfront werden wird. In Moskau hat man die Hoffnung, daß nach dem neuen Abkom­men, das man mit London erzielt hat und dessen Wert nach Moskauer Auffassung mehr auf politi­schem denn auf wirtschaftlichem Gebiete liegt, der demokratische englische Freund" man macht neuerdings in erhöhtem Maße in Demokratie in Moskau eher Verständnis für die Sowjetargu­mentation zeigen werde.

Und inzwischen setzt man zweierlei fort: Die Geldsendungen nach Spanien und den Der» leumdungsfeldzug gegen Deutsch­land und Italien. Es wird jedes Mittel in den Dienst dieses Feldzuges gestellt, über das Mos­kau verfügt; der Ton der hetzerischen Angriffe ins­besondere gegen Deutschland spricht von einem Ni­veau, das selbst in der Moskauer Presse nicht mehr alltäglich ist. Durch die Verleumdungen sät man Unruhe und Unfrieden, man erzielt eine Ver­hetzung, die nicht mehr zu überbieten ist, und man reibt sich im Stillen die Hände. Denn nicht nur wird dadurch die allgemeine Aufmerksamkeit von der eigenen Front abgelenkt, die man in Spanien zur Unterjochung des Volkes unter den Kommunis­mus errichtet hat, man erzeugt auch planmäßig und gewollt gerade in dem Augenblick, wo die Augen der Welt auf Berlin gerichtet sind, dessen Olympische Spiele ein übriges Mal die Fried­fertigkeit Deutschlands unter Beweis gestellt haben, den Eindruck, als befinde man sich unmittelbar an der Schwelle eines neuen Weltkrieges. Europa aber was wird Europas Antwort an den Bolsche­wismus fein?

Paris, 11. Aug. (DNB. Funkspruch.) DerFi­garo" meldet aus Toulouse, daß a ch t Dew 0 i - tine-Jagdflugzeuge und sechs große mehrsitzige zweimotorige Kampf­flugzeuge Potez 570 den Flughafen Francazal mit unbekanntem Ziel verlassen hätten. Jedes der Kampfflugzeuge sei mit vier Zwil­lingsmaschinengewehren in Gefechts­türmen am vorderen und hinteren Ende des Appa­rates ausgerüstet gewesen. Die letzten Flugzeuge hätten den Flughafen bei Dämmerung verlassen. Die Anwesenheit von mehreren spanischen Fliegern in Toulouse treffe mit der Abreise der Flugzeuge zusammen, was in Fliegerkreisen Anlaß zu Vermutungen gegeben habe, deren Rich­tung man sich denken könne, lieber das Ziel dieses Geschwaderfluges sei keine amtliche Aufklärung er­folgt.

DieAction Francaise" berichtet, daß 14 Dewoi- tine-Flugzeuge am 4., 5. und 6. August in Toulouse-

Kabinettswechsel in Madrid?

Marxistischer Präsident der Staatsbank.

Die Pressestelle des nationalen Verteidigungs­komitees in Burgos teilt mit, daß der bisherige Präsident der' Bank von Spanien, Nicolai d'Olwer, zurückgetreten fei, weit er die Verantwortung für die sinnlose lleberbeanspru- chung der Bank von Spanien durch die Marxisten nicht mehr länger auf sich nehmen wollte. 3n den letzten 14 Tagen sollen 45 Millionen Gotd- Peseten im Flugzeug nach Frankreich geschickt worden sein, die angeblich zu Clearing- Zwecken, in Wirklichkeit aber, zum großen Teil, als Bezahlung für Waffenlieferungen verwendet worden feien. Als Nachfolger des Vankpräfidenten wurde der Bankier C a r a b i a s bestimmt, der seit langem sehr enge Beziehungen,

ten gegen die verwerflichen Handlungen der deut­schen und italienischen Faschisten geäußert hat und welcher Bergmann im Dongebiet oder welcher Po- larnik auf der Insel Dickson sich mit welchem Be­trage an den Sammlungen beteiligt hat, um den lieben spanischen Genossen" von denen übri­gens diese Hilssbegeisterten im allgemeinen nur eine ganz nebelhafte Vorstellung haben zu helfen.

Nach der gegenwärtig noch gültigen Sowjetver­fassung dürfen in der Sowjetunion nur solche Ver­eine, Verbände oder sonstige Organisationen be­stehen, die den Zielen der Regierung entsprechen ober ihre Tätigkeit diesen Zielen , unterordnen. Es wird auch im Ernst keinem Menschen im Kreml einfallen, zu behaupten, daß die Gewerkschaften, der Komsomol ober bie kulturellen unb wissenschaft­lichen Vereinigungen, bie als Organisatoren der spanischen Hilfe" auftreten, nicht Stegierungs» oerbänbe finb, ebensowenig wie man etroa im Ernst alle Rückschlüsse, bie sich aus der Betei­ligung ber Polizei, ber Armee unb ber Staats­bank ergeben, für irrig bezeichnen könnte. Moskau leugnet heute nicht mehr, baß es am spanischen Bürgerkrieg aktiv Anteil nimmt, bie aus- limbischen Stimmen ber Presse, bie von ber Ent- fenbung von freiwilligen Kämpfern aus Moskau nach Spanien wissen wollen, finb keines­wegs in bas Reich ber Kombinationen zu verwei­sen. Wer regelmäßig bie französische $rcUeers folgt, wirb auch von gewissen geheimnisvollen Dampfern wissen, bie schon seit April befes Jahres unter sowjetrussischer Flagge immer roieber franzö­sische Mittelmeerhäfen mit westlicher Richtung pas­sieren unb bie eine für Spanien bestimmte, nicht näher deklarierte Last mit sich führen.

Wenn man jetzt in Europa Zeter unb Marino

t nbe mehr! Unb schließlich lebten bie beiben Ge­nerale nicht nur noch immer, fonbern nahmen auch Inglich an Anhang zu.

Ob es sich so erklären läßt, baß Moskau noch I etten will, was zu retten ist, ober ob es glaubt, | Liner an sich labilen Lage burch fein Eingreifen nen entscheibenben Stoß in einer be- immten Richtung zu geben, läßt sich im Augen- | llick schwer übersehen. Tatsache ist, daß man in HosEau am 1. August beschloß, endgültig aus ber Reserve herauszutreten unb auch nach außen hin !rn letzten Rest seiner Maske vom Gesicht zu wer- «?n. Seitbcm wirb in Moskau mit aller Plan­mäßigkeit Verwirrung gestiftet, Unruhe organisiert mb ber Keim zu einer Entwicklung gelegt, bie sich jeute vielleicht noch nicht einmal übersehen läßt.

Es begann mit einem Artikel Rabeks in ber ' Jswestija", den er am 22. Jahrestage bes Kriegs- msbruchs schrieb. Man brauchte biefe Aufsätze bes Benoffen Rabek-Sobelsohn nicht mal mehr zu er­mähnen, in benen er sich so sehr mit bem Kleide 1x5 Opferlamms zu schmücken liebt, aber bie An­griffe, bie er barin gegen Deutschlanb , I t a- hn e n und Japan richtete, zeichneten sich durch < n ganz besonderes Kaliber aus, sie waren nur ? ( ne Einleitung dazu, was am nächsten Tage ge- Hah. Auf dem Roten Platz vor bem Kreml, be- s Innntlid) feit langem bie Stätte aller großen Aus- ; när|d)e unb aller wichtigen öffentlichen Regierungs- | bmbgebungen, marschierten aus den verschieben en I Uegenben ber Stabt Arbeiterkolvnnen auf. Die I Niliz also eine staatliche Einrichtung regelte l e Absperrung unb Kapellen ber Roten Armee, " wenfalls einer staatlichen Institution spielten Märsche. Auf großen Transparenten wurben^Losun- (2n mitgetragen, bie bie Solibarität berSowjet- rierftätigen mit ben helbenhaft um ihre Freiheit Inmpfenben spanischen Genossen" befunbeten unb ii Reben vor bem Lenin-Mausoleum aus wetterten (»chwernik, ber Vorsitzende ber Gewerkschafts- isrbänbe, unb vier anbere Nebner gegenbie Nie­dertracht beutscher unb italienischer Faschisten, bie ii Spanien ihre Hanb mit im Spiele haben unb t e bie verräterischen Generale mit Waffen ver- s rgen". Der Inhalt dieser Reden befriedigte auch t e verwöhntesten kommunistischen Ansprüche. Es t aren pathologische Wutausbrüche, die sich mit den It ilbeften Verleumdungen und wüsten Deschimpsun- cen abwechselten, schließlich mündete das Ganze in < ner Aufforderung andie breitesten Massen der Werktätigen, auch praktisch an der Bekundung Isr internationalen proletarischen Solidarität mit- .' Wirken und für die spanischen Genossen zu s P e n- i en". Von Moskau griff dieser Feldzug auf bie ' Provinz über, unb es gab an ben nächsten Tagen 1-ine Stabt unb kein Dorf in der Sowjetunion, das Wfein Scherflein" für die spanischen Genossen r-izutragen hatte, und zwar geschah bas m oer fSr bie Sowjets hinlänglich bekannten tform Der .Freiwilligkeit", inbem beschlossen würbe, einen ge- t'iffen Anteil bes Derbienstes gleich an bie Sammet- Ml'e abzuführen.

Unb nun kommt etwas, was unzweifelhaft von kraßem Interesse ist: Bereits zwei Tage spater yal hi e Moskauer Staatsbank 36 Millionen Giranten an bie spanischen Marxisten überweisen k nnen. Inzwischen geht bie Aktion immer weiter. )vch am Samstag würbe burch Runbfunk bekarmt- 9 geben, welcher Kolchosnik sich mit welchen Wor-

auch finanzieller Art, zu dem Marxisienführer Prielo unterhält.

Nationalistischer Lustangriff aus Badajoz..

Blutige Stratzenkämpse in der Stadt.

Lissabon, 10. Aug. (DNB.) Die Lissaboner ZeitungSeculo" berichtet aus Elvas, baß bie 43 000 Einwohner zählenbe anbalusische Provinzial- hauptstabt B a j a b 0 3 am Montag erneut von Flugzeugen ber Nationalisten mit Bomben be­legt worben ist. Der Luftangriff verursachte unter ben Roten Milizen eine ungeheure Verwirrung. Diele Marxisten flohen über bie Grenze nach Portugal, wo sie entwaffnet würben. In Burgos erwartet man von einem Augenblick zum anberen bie Einnahme von Badajoz durch bie Na­tionalisten. Die Höhenzüge von Babajoz seien be­reits von ben Nationalisten besetzt. Nach ber Ein­nahme von Babajoz würde Madrid im Norden, Westen und Süden eingekreist und die einzige Ver­bindung zwischen der spanischen Hauptstadt und Portugal unterbrochen sein. Wie ber Sonberbe- richterstatter besTemps" melbet, seien stärkere motorisierte Abteilungen ber Nationalisten heran­gerückt.

In ber Nähe von Zafra, etwa 80 Kilometer von Babajoz sei eine bieser Abteilungen mit ben Re-

Paris, 11. Aug. (DNB. Funkspruch.) In bezug auf die spanischen Ereignisse verzeichnete man in Paris eine günstige Entwicklung ber europäischen Lage. Obwohl noch nicht alle Schwierigkeiten über­wunden zu sein scheinen, hofft man, binnen kur­zem zum Abschluß des Neutralitätsabkommens zu gelangen. Die Vorbehalte, die Italien in seiner zustimmenden Antwort am Montag gemacht haben soll, betreffen Kundgebungen und Sammlungen zugunsten einer ber ftreitenben Parteien, da nach italienischer Ansicht diese Kund- aebungen ebenso wie Waffen- unb Munitions- heferungen charakteristische Einmischungshandlun­gen darstellten. DerPetit Parisien" bemerkt dazu, daß diese Vorbehalte der inneren Sage Frankreichs nicht Rechnung trügen, denn die demokratischen Regierungen Frankreichs und Groß­britanniens seien nicht in ber Lage, berartige Kunbgebungen zu verhinbem. Manche Blätter unterstreichen sehr stark, daß die letzte Entwicklung eine fühlbare Annäherung zwischen Pa­ris und London gebracht habe.La Republi- que" schreibt, es sei ein nicht geringes Verdienst ber französischen Regierung, eine tiefgreifende und völlige Solidarität mit Großbritannien hergestellt und den Kredit Frankreichs in der britischen öffent­lichen Meinung wesentlich gehoben zu haben.

Die radikalsozialistischeEre Nouvelle" schreibt, bie Politik Frankreichs sei geftört burch bie Forde­rungen der französischen Linksparteien, der spani- chen marxistischen Regierung Kanonen und Waffen zu liefern. Man müsse diesen Heißspornen die Frage teilen, warum sie denn nicht Sowjetrußland aufforderten, Flugzeuge und Waffen zu liefern, nachdem Moskau nun doch bie Darbanellen offen ft ü n b e n. Frankreich müsse seine Kaltblü­tigkeit bewahren unb vorsichtig bleiben.

populaire" fordert tatkräftige Unterstützung der spanischen Marxisten.

Paris, 11. August. (DNB. Funkspruch.) Der ozialistischePopulaire" der seinen Leitartikel Unmoralische Neutralität überschreibt, veröffent­licht einen neuen Aufruf bes marxistischen Ge- werkschaftsverbanbesbem spanischen Volk" zu Hilfe zu kommen. Aus biefem Aufruf ergibt sich, daß u. a. bereits für 250 000 Francs Arzneien und Verbandstoffe denspanischen Kameraden" zur Verfügung gestellt worden sind. Weitere 50000 Francs sind für gleiche Zwecke einer spanischen Or­ganisation überwiesen worden. Dom Gewerkschafts- verband in Paris beauftragt, haben die Gewerk­schaftsangehörigen des Departementsuntere Pyre­näen" den Marxisten von San Sebastian Kartoffeln unb Reis geliefert. Das sei aber noch nichts gegenüber bem, was es noch zu leisten gelte, heißt es in bem Aufruf.

Portugals Neutralität.

Sicherungen gegen den Kommunismus gefordert.

London, 10. Aug. (DNB.) Die portugiesische Regierung hat bem britischen Geschäftsträger in Lissabon Mitteilung von ber grundsätzlichen Zustimmung Portugals zu dem geplanten Nichteinmischungsabkommen gegenüber ben Ereig­nissen in Spanien gemacht. Die portugiesische Re­gierung hat jeboch verlangt, baß bie folgenden Punkte von der britischen unb französischen Regie­rung erwogen werben müßten, bevor Portugal in ber Lage sei, bie Vorschläge zu unterstützen:

schreit unb wenn, wie einige englische Blätter bas erkennen lassen, bort plötzlich bie Gefahr hämmert, bie Europa burch Spanien broht, so barf man bem Westen ben Vorwurf nicht ersparen, baß er wieder einmal eine Entwicklung verschlafen hat, bie sich schon seit einem Jahre anfünbigte. Denn am 7. August 1935 ftanb ein spanischer Kommunist aus der Tribüne bes bamals tagenden Kongresses der Komintern in Moskau unb empfing von ben Mos­kauer Herrschern genaue Anweisungen, wie er sich zu verhalten habe, um bem Bolschewismus in sei­nem Lande zum Siege zu verhelfen. Planmäßig und nach einem vorbedachten Programm wurde die Pyrenäen-Halbinsel von der Kominternsturmrett gemacht. Die dort herrschenden sozialen Verhältnisse haben die Sendlinge Moskaus genau studiert, m ihre Rechnung gestellt und ausgenutzt, Millionen Goldrubel sind aus der Moskauer Kommternkasie nach Spanien gewandert und Spanier, die die bol­schewistischen Propagandaschulen mit einemgut" beendet haben, sind jetzt dort tätig, um den Haß der Bürger gegen ihre Mitbürger zu schüren. Der rote Weizen, der in Spanien blüht, er wurde systematisch gezüchtet, und es ist nicht so sehr ein Bürgerkrieg, der sich dort abspielt, als vielmehr ein Kampf der spanischen Armee gegen den Bolschewismus, dessen Ausgang über das Schicksal des Landes entscheiden wird.

Auf Die französische Note über bie Nichteinmi­schung, bie auch in Moskau überreicht würbe, hat Genosse Litwinow geontroortet: Wir finbim Prinzip" bereit; aber natürlich bezieht sich bas nicht auf die moralische und materielle Unterstützung der legalen" spanischen Regierung. Mit diesem Bescheid ist Frankreich, das dieselegale" Regie­rung eberrfo unterstützt, nach London gegangen

Moskaus spanische Front

Don unserem ^.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, 8. August 1936.

Was seit Mitte Juli auf ber Pyrenäen-Halbinsel orgeht, fanb vom ersten Tage ab das wachsamste .nteresse und die ungeteilte Aufmerksamkeit der Noskauer zuständigen Stellen, und zwar sowohl .er im Außenkommissariat, die über Frankreich sich wachsend guter Beziehungen zur spanischen Re- ublik erfreuten, als auch besonders der in der Ko­mintern, die darüber hinaus schon seit geraume,! |,Jeit ihre eigene Saat in ben spanischen Boden «rsenkt hatten unb deren Früchte liebevoll pfleg- :-n. Es war für diese Stellen von Anbeginn aus- 1 irmachte Sache, daß es sich bei denRebellen-Gene- □len" Franco und Mola um solche handelt, die ' nan zweckmäßigerweise und aus Gründen einer «orzeitigen Abstempelung in den großen Tops der -F a s ch i st e n" warf, welche Kennzeichnung für Moskau bekanntlich gleichbedeutend ist mit der Be- immung: Dem Tode geweiht! Selbstredend gin- ien auch die Moskauer Wünsche mit dieser Kenn- richnung absolut Hand in Hand, unb es liegen Beroeife bafür vor, baß auch bie spanischen Genos- nn von ihrer Moskauer Zentrale von bieser Wil- 5-nsäußerung in ber entsprechen!) kategorischen vorm unterrichtet worben finb.

Vierzehn Tage lang scheint aber Moskau über len wahren 3 u ftanb in Spanien unb bas räfteverhältnis ber fämpfenben Parteien ge­rn u f d) t worben zu sein. Es scheint vom Stanb- iiunft ber Komintern aus gesehen ein Versagen l»r Genossen in Spanien vorzuliegen, bie es nicht ixrftanben haben, ben gegnerischen Kräften bas Vesetz bes Hanbelns vorzuschreiben unb bie sich :ion benfaschistischen Rebellen" übertölpeln lie- b |»en. Gleichwohl glaubte man in Moskau noch im­mer, baß ben Gegnern ber Volksfront-Regierung laer Atem ausgehen unb daß man mit ihnen, wie ! 15 in Barcelona im Kleinen geschehen ist, so auch in ganz Spanien kurzen Prozeß machen werbe. <fm den Moskauer Blättern erschienen immer von neuem Karten und Skizzen mit Uebersichten der je­weiligen Lage, aus denen in gestrichelten und iiunttierten Linien zu ersehen war, welche Fort- lliritte die Regierungstreuen schon wieder gemacht lütten. Aber- Dieses ewigen Siegens war kein

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