Zimmer, bne. war |o sein Schlafzimmer, und er saß in seinem Bett. Und das Wasserglas, das er morgens zum Zähneputzen benutzte, und das immer aus seinem Nachttisch stand, lag zerbrochen auf dem Boden. Am nächsten Morgen konnte es Karlemann Dar nicht erwarten, in das Spielzimmer zu kommen. Sollte er dann das alles nur geträumt haben? Aber da lag die Uhr wie immer. Äa stand Schwester Annelies Puppenwagen mit der Puppe darin an ihrem gewohnten Platz. Nichts erinnerte mehr an die fröhlichen Stunden der Nacht. Nur das große Schaukelpferd scheint ihm listig und verstohlen zuzunicken: „Wir beide wissen Bescheid, aber nichts weitersagen". Karlemann blieb auch verschwiegen, auch seinem Schwesterlein erzählte er nichts von seinem nächtlichen Erlebnis, er wußte, das war nur für ihn bestimmt gewesen. Und doch sah Karlemann die Spielsachen jetzt mit ganz anderen Augen an und ging behutsamer mit ihnen um.
Heinz Häuser, Gießen.
Streit zwischen Auto, Zeppelin und Segelflugzeug.
Am Weihnschtsbaume hingen ein Zeppelin und ein Segelflugzeug, darunter stand ein Auto. Ein kleines Mädchen nahm das Auto in die Hand und wollte mit ihm spielen, die beiden anderen sah es ängstlich an. „Gräßlich, so in der Luft herumzufliegen, man kann ja runterfallen!" dachte es. „Hahaha, da hört ihr's", rief das Auto schadenfroh. Es hatte die Gedanken des kleinen Mädchens gehört, denn Spielsachen haben feinere Ohren als Menschenkinder. „Du bist doch bloß neidisch auf unser Fliegen, du kleine Mißgestalt, und das
Mädchen ist ein Angsthase", zischte das Segelflugzeug. „Ja, du hast recht", meinte der Zeppelin, „ach, wenn ich daran denke, daß ich fliegen kann, wird es mir ganz feierlich zu Mute." „Pah, du dickes Blechungetüm, du kannst doch gegen mich nichts sagen. Die Menschen, die mächtigsten Geschöpfe auf der Erde, sind meine Freunde, mich lieben sie, ich werde immer mehr verbessert, ich ..." „Nun ist's aber genug, du hältst dich für einen Menschenfreund? Du? Man hört doch täglich davon, daß welche von deiner Sippe Menschen überfahren und morden und sich gegenseitig kaputtfahren!" „Und dann macht ihr eine Luft mit euren Motoren, mich wunderts, daß ihr überhaupt noch benutzt werdet. Wir beide, das Segelflugzeug und ich, sehen auch viel schöner aus, beinahe wie Silber!" „Ach, ihr grauen Unholde, die schönste Gestalt habe ich doch, seht doch meine glänzende Haut an, die großen Augen und die wunderbaren Polster in mir, und überhaupt ist alles blitzend an mir und..." „Ruhe, Herrschaften, ereifert euch nicht, der Beste bin doch ich, der Zeppelin, ich fasse die meisten Menschen, ich fahre fogar über das Meer und habe schöne Räume in mir, ich habe viele Motoren." „Halt!" rief das Auto da, „du, Zeppelin, wir sind ja verwandt, hast du das denn ganz vergessen? Ich habe doch auch einen Motor, da dürfen wir uns doch nicht zanken!" „Na, so weit ist das mit der Verwandtschaft doch nicht, aber ich sehe es ein." Da rief das Segelflugzeug empört dazwischen: „Da seid ihr aber auf dem Holzwege, und du, Zeppelin, vergißt du denn ganz, daß wir durch das Fliegen hoch über diesem Erdenwurm stehen?" „Du mit deinem Gummischnurmotor hast gar nicht mitzureden!" rief das Auto. Plötzlich kam ein Junge ins Zimmer, löste das Flugzeug vom Baum und ließ es durch das Zimmer fliegen.
„Solche Unverschämtheit, solcher Grünschnabel wird mir vorgezogen", keifte das Auto hinterher, dann wurde es von dem Mädchen gepackt und aufgezogen. „Endlich wird mir die Achtung erwiesen, die mir gebührt!" rief es noch befriedigt, ehe es losraffelte. „Und ich bin trotzdem der Beste, ich schmücke den Christbaum", brummte der Zeppelin beleidigt und zog sich würdevoll in die Zweige zurück.
Ilse W a r l i ch , Gießen.
Inges Traum.
„Uh", gähnte Fips, der eine S k i und puffte dabei feinen Gefährten Faps in die Seite. Diefer blinzelte verschlafen zu ihm herüber und murmelte: „Sieh nur, was für schlechtes Wetter draußen. Immer noch kein Schnee, es ist doch zum verrückt werden." „Doch, ich sehe kleine, weiße Flöckchen, sagt Fips, sie werden immer größer." „Hurra", brüllt Faps, „es schneit." Ihre Freude über den Schnee ist so groß, daß sie sich anfassen und ganz toll in der Bodenkammer herumtanzen. Da wird mit einem Ruck die Bodenkammertür geöffnet, und die P u p p e Irma tritt ein. Fips und Faps aber halten erschrocken im Tanzen inne und trippeln auf ihren Platz zurück. Irma reißt die Augen auf, wie sie diesen Spuk sieht und spricht: „Nanu, daß ihr auch tanzen und laufen könnt, hätte ich nicht gedacht." Schweigend nimmt sie ihre Bretter auf den Rücken und geht die Treppe hinunter. Vor der Haustüre angekommen, schnallt sie flink ihre Lieblinge an und saust den Berg hinunter. „Paß acht, ich falle", ruft Fips ihr zu. Doch sie versteht die Skisprache nicht. Emen Schrei — und sie liegt im Schnee, zappelt mit den Beinen. „Doch was ist", knirscht Irma zwischen den Zähnen. Faps hat sich von ihrem Fuße los
gemacht und liegt zu ihrem Schrecken in dem nicht zugefrorenen Bach. „Faps, du böser Schlingel", ruft Irma wütend, „jetzt kann ich nicht mehr fahren, ich habe mich doch so darauf gefreut." Daheim angenommen, schmeißt die Böse Fips und Faps in die Ecke, nimmt den Schlitten zur Hand und geht rodeln. Fips und Faps aber heulen jeder zahl- reiche Harztränen.
Doch Schlitten fährt Jrmchen auch nicht lange, es beginnt sie zu langweilen. Sie rennt heim, nimmt
kein deutscher Jungarbeiter, keine deutsche Jungarbeiterin fehlt beim Reichsberufswettkampf vom 2. bis 15. Februar. Anmeldungen werden noch bis 15. Januar bei den kreis- und Ortswattungen der DAF. entgegengenommen. 3n größeren Betrieben kann die Anmeldung bei dem Betriebsjugendwalter bzw. dem Vertrauensmädel erfolgen.
ihre Skier zur Hand und läuft zum Bahnhof. Sie holt sich eine Fahrkarte und begibt sich dann auf den Bahnsteig. „Uh, wie ich mich fürchte", ruft Faps, wie er den heranbrausenden Zug sieht. Er hat nicht achtgegeben, gleitet von Irmas Arm herunter und fällt unter den fortfahrenden Zug. „Mein Ski", schreit Irma entsetzt. Jetzt kann ich nicht mitfahren und muß daheim bleiben."
In diesem Augenblick erwacht Inge und ist froh, daß es nur ein Traum war.
Helga Allmendinger, Grünberg.
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