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Nr. 35 Erstes Blatt

186. Zahrgang

Dienstag, 11. Zebruar 1936

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Eichener Anzeiger

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Festlicher Olympiaempfang in München.

Als Gäste der Heichsregierung im Deutschen Museum.

Entente cordiale

Lon Or. Hans von Malottki.

Als letzter in der Reihe der südosteuropäischen Staatsmänner hat der tschechoslowakische Ministerprä­sident Hvdza in Paris vorgesprochen, und am Quai d'Orsay ist es nach der beispiellosen Betrieb­samkeit der vergangenen Woche wieder ruhiger ge­worden. Für die Welt aber, nicht zuletzt für uns, ist ein ganzes Bündel von Fragen aufgeworfen worden, wobei es wenig zur Sache tut, daß die Pariser Gespräche bisher mit konkreten Ergebnissen nicht gerade gesegnet gewesen sind. Sie waren nach Lage der Dinge schwerlich sofort zu erwarten, und es wäre deshalb auch falsch, von einem glatten Fehlschlag zu sprechen. Das diplomatische Stell­dichein in Paris war nur erst der Anfang einer neuen Bemühung, die europäische Politik in ganz bestimmte Bahnen zu lenken. Nicht das Maß ihrer äußerlich sichtbaren Ergebnisse und Verein­barungen also entscheidet in diesem Augenblick über ihre Bedeutung und Tragweite, sondern die Ener­gie, die diese neue Anstrengung trägt und vor­wärts treibt.

Es erweist sich immer deutlicher, daß diese Ener­gie sehr beträchtlich ist, denn sie wird immerhin ge­speist aus einer sehr entschiedenen französisch- englischen Kooperation. Als Gleichklang der Interessen in einer bestimmten Situation ist diese enge Solidarität der beiden Westmächte sicher­lich zeitbedingt. Was für Paris die endliche Erfüllung eines langgehegten Traumes fein mag, der Inbegriff dessen, wonach alle französischen Nach- friegsfabinette ebenso zäh wie vergeblich strebten, das stellt sich für die englische Politik in anderem Lichte dar. Sie wird sich" im gegebenen Augenblick von dem Partner jenseits des Kanals wieder lösen, weil sie im Grunde doch andere Interessen hat als Paris. Sie wird freilich bemüht fein, die auf die Dauer doch nicht zu entbehrende Urteils- und Hand­lungsfreiheit um einen Preis zurückzukaufen, der dann von anderer Seite bestritten werden muß. Und es ändert sich auch nichts an der Tatsache, daß Europa vorerst dem vollen Gewicht der französisch­englischen Koalition ausgesetzt wird. Daß dies nicht ohne Folgen abgehen wird, die nicht segensreich sein können, ist ebenfalls gewiß.

Herr F l a n d i n wärmt sich inzwischen in der Sonne des Ruhmes, den Faden nach London wie­der gesponnen zu haben. Lavals Außenpolitik sinkt, je langer er aus dem Amt geschieden ist, desto mehr im Kurse. Es ist freilich viel innerpolitische Stimmungs- und Wahlmache dabei, und die Les­art von der angeblichen Schwenkung der französi­schen Politik ist mit großer Borsicht aufzunehmen. Se>t Versailles bewegt sich die Außenpolitik aller französischen Kabinette in dem Kreis, der durch die Friedensdiktate fest Umrissen ist. Wie der wirkliche Ausgleich mit Deutschland darin keinen Platz hat, so gibt es auch nur Gewichtsverlagerungen inner­halb dieses Kreises, aber feine schöpferische Idee, die diese Welt der Diktate sprengen und den Weg zu ehrlicher Zusammenarbeit freimachen könnte. Das Ziel, die Hegemonie auf dem europä­ischen Festland, bleibt unverrückt; es wandeln sich nur die Methoden. Laval wollte diesem Ziel die­nen, indem er auf dem Pariser Friedensplan d i e Front von Stresa wieder zu errichten ge­dachte, und es ist interessant, daß das Sprachrohr des Quai d'Orsay, der PariserTemps", noch bei Beginn der Pariser Gespräche die gleiche Parole ausgab.

ZweiTage später freilich hieß es schon etwas anders. Nicht mehr Stresa,das wiederherzustellen sehr schwierig sein würde", sondern der englisch- französische Akkord vom 3. Februar 1935 figurierte als Leitmotiv. Hier war die Hand F l an - d i n s zu spüren.Allen Enttäuschungen gegen­über", so ließ sich nun derTemps" vernehmen, ist die französisch-englische Vereinbarung bestehen geblieben, und sie ermöglicht heute einen großen Fortschritt, um so mehr, als England sich voll und ganz zum Prinzip der kollektiven Sicherheit be­kennt, mit allen Verpflichtungen, die sich daraus ergeben. Diese Tatsachen hat neue Möglichkeiten für eine wahrhafte Organisation des Friedens ge­schaffen." Wird die Idee von Stresa zurückgestellt, um den englisch-französischen Akkord vom 3. Febr. zu retten? Soll mit dem Aufwind der englischen Völkerbundsbegeisterung die französische Europa­politik neu gefestigt und gestärkt werden?

Wieder einmal scheinen sich unter der schützen­den Hülle der Kollektivität verschiedene Interessen zu finden und ineinander zu verschlingen. Das Ruhebedürfnis der englischen Politik ist be­kannt. Ihr Wunsch, der Sorgen und Befürchtungen gegenüber dem europäischen Festland enthoben zu sein, hat in dem Maße zugenommen, wie die fernöstlichen Spannungen. Je angespann­ter der Blick nach Tokio wird, desto stärker wird die Tendenz, ein beruhigtes Europa zu sehen. Eng­land weiß auch, daß es heute politisch und mili­tärisch keine Insel mehr darstellt, daß die Möglich­keit der splendid Isolation gegenüber der euro­päischen Unrast nicht mehr gegeben ist. Daher die aktive Anteilnahme am europäischen Schicksal. Aber diese Einschaltung in den europäischen Kreis geht auf seltsame Art vor sich. Sie widerspricht der eng­lischen Tradition, der Politik des Ausgleichs und des Gleichgewichts, und es hat heute fast den An­schein, als falle das ganze Gewicht englischer Macht und englischen Einflusses bedenkenlos in die Waag­schale der französischen status-quo-Politik. Die Frage erhebt sich, warum das geschieht. Aus lieber« Zeugung? Das hieße, all die Erkenntnisse verleug­nen, denen englische Staatsmänner in der letzten Zeit mehr und mehr Raum geben mußten. Ein Baldwin, ein Hoare, selbst ein Eden, alle haben sie das Problem so gestellt, daß die Wunden aus

München, 11. Februar. (DNB.) Inmitten der Olympischen Winterspiele aab am Montagabend d i e Reichsregierung zusammen mit der bayrischen Landesregierung einen großen Empfang, um den weiten Kreis derer, die in Vorbereitung, Organisation und Ausführung den olympischen Ge­danken verkörpern, mit den führenden Repräsentan­ten des Reiches und Landes sowie der Bewegung zu einer festlichen Gemeinde zu vereinen. Das Deut« ch e Museum und sein Kongreßsaal war Stätte des Olympia-Empfangs. Don der Höhe des Saal­baues flatterten zwischen Bannern des Reiches zwei olympische Fahnen. Der Portalaufbau trug auf dunkelrotem Tuch die olympischen Ringe. Im Trep­penaufgang zum Kongreßsaal bot sich das erste packende Bild: Die Rückwand, mit mattbraunem Tuch verhüllt, trug in der Mitte einen wunderbaren mäch­tigen Gobelin mit mystischer Darstellung. Vor ihm erhob sich zwischen Lorbeer dieBüstedesFüh- rers. Zu beiden Seiten des Aufganges brachte ein Spalier Münchener Herolde den Gästen den Will­komm.

Im Festsaal selbst leuchtete von der Bühnenwand ein riesiges Hoheitszeichen auf dunkelbraunem Tuch. Auf der Galerie gaben vor den in regelmäßigen Abständen wiederkehrenden Ringen die Banner des gastgebenden Reiches und die olympische Fahne so­wie anschließend die Flaggen aller Nationen, die ihre Meister zu den Spielen geschickt haben, dem Raum die beherrschende Note. Die hohen Lüster tauchten zusammen mit den unzähligen flackernden Kerzen auf den Tischen den Saal in ein weihevolles Licht. Den erlesenen Tafelschmuck bildeten Kerzen­halter und Vasen in Nymphenburger Porzellan mit farbenfrohen Blumen, verbunden durch eine fest­liche Kette von Silbergirlanden.

Die Gaffe.

So war die Stätte, in der sich nach dem begrü- ienben Empfang in den Wandelhallen nun als chönster Glanz das Leben selbst entfalten konnte: Die große Gemeinschaft der Tausend, die als- Gäste des Reiches im Gesellschaftskleid, in den Uniformen ausländischer Offiziere und der Wehrmacht und der Bewegung sich hier versammelten. Unter den ausländischen G ä st e n sah man den Erb­prinzen und die Erbprinzessin Gustaf Adolf von Schweden, den türkischen und den italienischen Botschafter mit Frau, die Gesand­ten Oesterreichs, Lettlands, Ungarns, den japani­schen Geschäftsträger und Frau, den italienischen Unterstaatssekretär Ricci, den ehemaligen briti­schen Luftfahrtminister Marques Londonderry und Gattin, zahlreiche Militärattaches und das Münchener Konsularkorps.

An der Spitze der Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees war Graf de Baillet- Latour erschienen, auch das Deutsche Olympische Komitee war mit seinem Präsidenten Staatssekre­tär a. D. Lewald zahlreich der Einladung ge­folgt, desgleichen waren das Organisationskomitee der IV. Olympischen Winterspiele mit feinem Prä­sidenten Dr. Ritter von Halt und verschiedene Mitglieder ausländischer Olympiakomitees zugegen.

Mit Reichsminister Dr. Goebbels, dem baye­rischen Reichsstatthalter General Ritter von Epp und dem Ministerpräsidenten Siebert waren von den Mitgliedern der Reichsregierung u. a. er­schienen die Reichsmini st er Freiherr von Neurath, von Blomberg, Dr. Frick, Graf von Schwerin-Krosigk, Seldte, Darre und Frank, ferner Botschafter von Ribbentrop, zahlreiche Staatssekretäre, Reichs- fpvrtführer von Tschammer und Osten, Generalinspektor Dr. Todt, den Generalleutnant der Landespolizei 2) alue ge, den Kommandie­

der Zeit ber Diktate geheilt, die Spannungen gemil­dert, nicht aber stur und starr die Macht- und Be­sitzanlage von 1919 gegen alle Vernunft und Er­fahrung verteidigt werden müsse. Der Frieden, die Sicherheit das galt als Aufgabe, nicht als schon vorhandene Tatsache, und es wirkte ermu­tigend, daß man Lösungen in eine Richtung auf­zeigte, die fortführten aus dem unheilvollen Ver­sailler Kreis.

Und jetzt ist England, das all diesen Einsichten abschwört, das sich geradezu zur Idee des Genfer Protokolls bekennt, das so tut, als ob alles Heil aus der Abschreckung eines etwaigen Angreifers erwachse. Wir können noch nicht glauben, daß die­ser Rückfall, der selbst der französischen Politik zu­nächst den Atem verschlug, ehe sie sich an die Aus­nutzung dieses Göttergeschenks machte,- wir kön­nen noch nicht glauben, daß die Urteilsbildung der englischen Politik so tief gesunken sein soll. Es scheint eher so zu sein, daß man in London andere, überkontinentale Sorgen verspürt, daß Weltreichsinteressen alle Aufmerksamkeit beanspru­chen und daß man mit dem Mittel der französischen Sicherheitspolitik der europäischen Fragen so lange auf Eis legen will, bis die Zeit der Bereinigung und Klärunggekommen" ist.

Das Verhängnis ist, daß die Kvllektivitätspolitik die Vermischung und Verbindung so verschiede­ner Zielrichtungen, wie sie die englische und die französische Europapvlitik enthalten, gestattet und erleichtert. Das ganze erscheint dann nach außen als eine einheitlicheFriedenspolitik", wobei jeder der beiden Partner von anderen Wertungen

renben General im Wehrkreis VII Generalleutnant von Reichenau, die Reichsleiter Amann, Bouhler, Buch, Dr. Dietrich, Fiehler, Grimm, Dr. Ley, Rosenberg, von Schirach und Schwarz, der Stabschef der SA. Lutze, der Reichsführer-SS.

Aeichsniinister Dr. Goebbels

begrüßte mit einer kurzen, alsbald ins Französische und Englische übersetzten Ansprache die Gäste und führte u. a. aus: Es ist mir ein besonderes Be­dürfnis, Ihnen allen, die Sie aus fast allen Län­dern der Welt und aus fast allen Weltteilen ge­kommen sind, ein herzliches Willkommen entgegen« zurufen, nicht nur im Namen des Führers und der deutschen Regierung, sondern ich darf wohl ohne Uebertreibung sagen, im Namen des ganzen deutschen Volkes. Das deutsche Volk begrüßte es aus tiefstem Herzen, daß soviele angesehene Männer und Frauen des Auslandes in diesen Ta­gen bei Gelegenheit der Olympischen Winterspiele bei uns zu Gaste sind. Zwar tragen die Olympi­schen Spiele ihrem Geiste und ihrem Sinn nach keinen politischen Charakter. Aber dieses Zusam­mensein von Männern und Frauen aus allen Län­dern der Erde trägt eine politische Note in einem höheren Sinne, und zwar insofern, als hier die Gelegenheit gegeben ist, über politische Unterschiede und Differenzen hinweg sich von Mensch zu Mensch und damit von Volk zu Volk kennenzulernen.

Denn das ist der vielleicht wichtigste Grund all* der schweren Sorgen und Krisen, die die

Der Präsident des

Internat onalen Olympischen Komitees Graf Baillet-Latour

führte in seiner Erwiderung auf die Worte des Reichspropagandaministers u. a. aus: Das Deutsche Reich hat mit seiner Unterstützung der Olym­pischen Spiele bewiesen, daß der Sport nicht nur als körperliche Ertüchtigung empfunden wird, son­dern daß er das Ideal der besten Schule verkör­pert, die zur Verständigung aller Län­der beiträgt und damit zugleich dem eigenen Volke dient. Durch die Zusammenarbeit des Internationalen Olympischen Komitees mit der Reichsregierung ist es gelungen, eine allseits bewunderte und anerkannte Organi­sation der IV. Olympischen Winterspiele auf die Beine zu stellen. Alle diejenigen, die an diesen Spie­len teilnehmen, werden in ihre Heimat zurück­kehren und verkünden, in welch ausgezeichnetem Geist die Wettkämpfe hier durchgeführt worden sind und wie das sportliche Deutschland die olym­pische Idee verwirklicht hat.

Indem er dem Reichsminister Dr. Goebbels den Dank seiner Kollegen aussprach, erhob Gras Baillet-Latour sein Glas auf das Wohl aller derer, die an der Vorbereitung und Durchführung der

und Vorstellungen ausgeht und jeder im Stillen hofft, die Dinge schließlich doch in seinem Sinne einmal meistern zu können. Aber schon stellen sich für die Anderen die Folgen ein. Mehr und mehr ist die englische Politik gezwungen, die europäischen Fragen in der französischen Perspektive zu sehen. Das zeigt sich vor allem in der Art, wie das neue englische Rüstungsprogramm begründet und gerecht­fertigt werden soll, zeigt sich schließlich in der Be­reitwilligkeit Londons, den Sanktionsartikel des Völkerbundes zur Achse der europäischen Politik zu machen. Alles Geist vom französischen Geist. Wie will man die Kräfte wieder bändigen, die man jetzt wuchern läßt?

Obendrein verwickelt man sich in groteske Wider­spräche. Man redet derErweiterung" des Artikels 16 das Wort in einem Augenblick, wo man gegenüber Italien seine weniger starre An­wendung als einen Akt weiser Mäßigung preist. An sich wäre es gewiß mit dem Genfer Gesetz zu vereinbaren, wenn zunächst mit weniger gefähr­lichen Maßnahmen gegen den Paktbrecher vorge­gangen wird. Aber gerade dieses Genfer Gesetz ver­langt das militärische Vorgehen als Ultima ratio des Sanktionsverfahrens. Die Erklärung, daß man es unter keinen Umständen dahin kommen lassen werde, mußte dem Sanktionsfeldzug dagegen schon von vornherein jede ernsthafte Wirkung nehmen. Zur Groteske aber wird das alles, wenn man nun noch vorher in Rom anfragen läßt, ob Italien zwar nicht eine Oelsperre davon ist kaum die Rede, sondern etwa auch eineOelkontingentie- rung" auf den Friedensoerbrauch als feindliche

Himmler, der Korpsführer des NSKK. Hühn­lein, Reichsstatthalter und Gauleiter Spren­ger. Auch aus dem Kunstleben und der Wirtschaft nahmen zahlreiche Persönlichkeiten an dem fest­lichen Abend teil.

Wett belasten, daß die Völker sich zu wenig kennen, und daß sie deshalb, weil sie sich zu wenig kennen, sich gegenseitig nicht das 2Naß von Achtung ent­gegenbringen. das im Sinne einer Wohlfahrt der ganzen Erde und eines Frie­dens, der für alle Völker einmal kommen muß, gelegen ist.

Möge nicht nur aus den Olympischen Spielen in sportlicher Hinsicht eine internationale Verständi­gung angebahnt werden, sondern möge auch aus diesem Zusammensein und aus diesem Sichkennen- lernen sovieler angesehener Menschen der ganzen Erde jenes Verständnis erwachsen, das notwendig ist, um einen dauerhaften Frieden und einer echten Wohlfahrt aller Völker der Erde Bahn zu brechen. In diesem Sinne, Eure Exzellenzen, meine Damen und Herren, bitte ich Sie, mit mir das Glas zu erheben: Auf einen dauerhaften Frie- n in der WlednudflhWohteiraumlhweniatxrdgoed den in der Welt und die Wohlfahrt der Völker!

Die Worte des Reichsminifters wurden von der festlichen Versammlung mit stürmischem Hände­klatschen ausgenommen.

IV. Olympischen Winterspiele mitgearbeitet haben, mit dem Ruf:A u f Wiedersehen in Ber» l i n!"

Der Ruf des Redners, dessen Worte anschließend ins Deutsche und Englische übertragen wurden, fand lebhaften Widerhall. Die großen Eindrücke dieses Abends ließen spontan Thomas F e a r n l e y- Oslo (Norwegen) das Wort ergreifen. Die olympi­schen Spiele hätten einen günstigen Verlauf ge­nommen. Dieser Abend verbürge, daß auch die Schlußzeremonie in dem gleichen würdigen Rahmen gehalten fein »würden. Sie würden sich freuen, wenn die ganze Welt an dem olympischen Geschehen in Garmisch-Partenkirchen Anteil nehmen würde.

Den Reigen der Kunst eröffnete unter Staatska- pellmeister Tuteins Leitung das Orchester des Staatstheaters München mit dem Huldigungs­marsch von Grieg. Dann erfreuten Kammersänger Rudolf Bockelmann von der Staatsoper Berlin und Kammersänger Julius P a tz a k von der Mün­chener Staatsoper durch Gesangsvorträge. Der zweite Teil des Abends brachte Vorführungen des Staatstheater-Balletts und von Solotängerinnen des Deutschen Opernhauses Berlin. Den Abschluß bildete der PhantasietanzOlympische Ringe", der die Symbolik dieser denkwürdigen Tage noch einmal zu veredelter und beschwingt hinreißender Geltung brachte.

Haltung ansehen würde. Im Endeffekt läuft darauf hinaus, daß Italien sich Sanktionen ge­fallen läßt, solange sie unwirksam sind und daß der von England geführte Völkerbund bereit ist, sich diese Beschränkung auferlegen zu lassen. Die Erklärung aber gibt der Herrn Eden sehr nahe­stehende diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph":Man denke in London an die Mög­lichkeit, daß Italien unter dem Druck einer .afrika­nischen Pleite* zu einer Verständigung mit Deutsch­land kommen könnte".

Don hier fällt einiges Licht auf die noch sehr un­durchsichtige italienische Position in dem eng­lisch-französischen Spiel. Es fällt aber auch Licht in die Rolle, die uns im Rahmen der neuen Pariser und LondonerFriedenspolitik" zugedacht ist. Weil die natürliche Entwicklung fortschreitet, muß eine Politik, die sich ihr immer noch widersetzen will, zwangsläufig immer aktivistischer und in der Wir­kung aggressiv werden. England muß heute enorme Rüstungslasten in Kauf nehmen, nicht weil Deutsch­land den Frieden bedroht, sondern weil immer mehr Kraft und Gewalt erforderlich sind, um sich der gesunden Entwicklung des Völkerlebens ent- gegenzustemmen. Im Unterhaus stellte La ns» irury die geschichtliche Frage:Wenn die Regie­rung in der Lage gewesen ist, die Sanktionen zu organisieren, würde es bann nicht viel leichter sein, den menschlicheren Vorschlag anzuwenden, d i e Reichtümer der Welt zu teilen, um Blutvergießen zu verhindern?" Der Regierungs­oertreter war anderer Meinung ...

Der Olympiagedanke

Wegweiser für eine Verständigung der Völker.

Der Dank des Komitees

für die glänzende Organisation der Winkerspiele.