Ausgabe 
10.12.1936
 
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186. Jahrgang

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Itr. 289 Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag, 10. Dezember <956

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WZM Seneral-Anzeiger für Gberhessen MZ

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zronksurt am Main N686 vruck unö Verlag: vrühl'sche Universttäts Buch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Mengenabschlüsse Staffel 8

Englisch-französische Vorschläge zur Beilegung des Spanien-Konflikts.

Für eine wirksame Kontrolle der Nichteinmischung und ein Vermittlungsangebot zur Herbeiführung des Friedens.

reu. Lr habe Guftloff nicht gekannt, nie gesehen unb auch nicht schriftlich mit ihm verkehrt. Den Wohnsitz habe er aus Zeitungs­notizen. die Adresse dem Telephonbuch ent­nommen. Den endgültigen Entschluß zur Er­mordung Gustloffs habe er erst 14 Tage oder drei Wochen vor der Tat gefaßt. Erst habe er Selbstmord verüben wollen, nachher habe er daran gedacht, sich in diesem Zusammenhang durch die Erschießung eines Nationalsozialisten am ganzen System zu rächen.

2.

3.

SaffeiOllstand und Vollsabstummmg

<1

pariser Erläuterungen zur französisch-britischen Friedensaktion.

iSZahreZuchtzaus gegen den Mörder beantragt

©

in irgendeiner Form darauf berechnet sein könnte, fremde Einmischung in diesen Konflikt zu bringen, und als Folge davon ihren Vertretern in dem Londoner Vichteinmischungsausschuh ge­eignete Anweisungen zu geben mit dem Ziel, eine völlig wirksame Kontrolle zu schaffen. Durch den gleichen Kanal haben beide Regierungen weiter die vier oben genannten Regierungen er­sucht, mit ihnen zusammen im Geiste der Mensch­lichkeit sich zu bemühen, dem bewaffneten Konflikt in Spanien durch ein Vermittlungsange­bot ein Ende zu sehen, durch das Spanien die Möglichkeit gegeben würde, feinem nationalen Wollen Ausdruck zu gebend

Augenblick darauf ertönten vier Schüsse. Als Frau Gustloff hinzueilte, verschwand Frankfurter mit der Waffe in der Hand durch ein anderes Zimmer aus der Wohnung. Gustloff lag in seinem Blute am Boden. Frau Gustloff rief telephonisch den Arzt und die Polizei herbei. Die Schüsse waren von Mit­bewohnern des Hauses gehört worden, die hmzu- eilten und Gustloff bereits sterbend vorfanden. Auf der Polizeistube im Rathaus rief 2015 Uhr jemand an und teilte mit, daß im Parkhaus 3 etwas vorgefallen fei. Wenig später erschien Frank­furter auf der Wachstube und erklärte: Sie werden wohl gehört haben, was im Parkhaus vorgefallen ist. Ich bin selbst der Täter. Eine Zigarette rau­chend, gab er dann seine Personalien an und hän­digte die Schußwaffe aus.

Er erklärte, sich seiner Tat, die er auf keinen Fall bereue, vollkommen bewußt zu sein. Lr sei nicht politisch orientiert, aber er sei ein Hasser des deutschen Systems. Voch am gleichen Abend übernahm das kantonale Verhörsaml die weitere Untersuchung. Dabei erklärte Frank­furter, er sei am Freitag, dem 3. Januar, von

Sowjetrußland sei weiterhin bereit, sich den Ver­mittlungsversuchen zwischen beiden im Kampf be­findlichen Parteien anzuschließen und in Ueberein- stimmung mit den anderen Mächten die einzelnen Bestimmungen dieser Vermittlungsaktion zu be­raten.

Der Versuch, in Spanien den Frieden zu stiften, werde drei Schritte umfassen:

1. ein Uebereinkommen der Mächte im Hinblick

Bürgerkrieges zu verhindern, so seien sie eben­falls dahin einig, die Ursachen zu beheben. Deshalb seien sie der Meinung, daß, wenn erst einmal eine Uebereinstimmung über den ersten Punkt erreicht worden sei, die interessierten Mächte sich bemühen mühten, dem Bürger- krieg überhaupt ein Ende zu ma­chen. Zu diesem Zweck werde eine Ver­mittlung dieser interessierten Mächte burch- gefiihrt werben, bie, wie es scheine, auch bie Unterstützung ber Vereinigten Staaten von Nordamerika wie auch ber spanisch- amerikanischen Länber finben werbe.

Die Sowjetregierung habe wissen lassen, daß sie bereit sei, sich jeder mittelbaren oder un- mittelbvren Einmischungshandlung in die spanischen Angelegenheiten zu enthalten (!), allerdings unter der Bedingung, daß eine tatsächliche Ueberwachung die Fernhaltung der anderen Länder gewährleiste.-

Von der Pariser Frühpresse wird die fran­zösisch-englische Initiative zur Beilegung des Krie­ges in Spaniern begrüßt. Es finden sich aber skep­tische Beurteilungen, jo vor allem desFigaro", der bei aller Anerkennung der Großherzigkeit dieses Schrittes ihn doch zuabstrakt" nennt. Das Oeuvre" sieht die Aussichten für einen Waffenstill­stand der spanischen kriegführenden Parteien als recht günstig an. Sodann würden Neuwahlen möglich sein, die unmittelbar unter der Auf­sicht des Völkerbundes stattfinden müßten. Die französische Regierung setze trotz aller Schwie­rigkeiten großes Vertrauen in den Erfolg, wogegen im englischen Außenministerium am Mittwochabend noch ein vollständiger Pessimismus geherrscht habe. Petit Parisien" berichtet, daß Außenminister Del- bos den Vorsitzenden des Dölkerbundsrats, den chi­lenischen Botschafter in London, Eduards, von dem Vermittlungsoorschlag in Kenntnis gesetzt habe, damit; ber Völkerbund seine Arbeiten in diesem Sinne abstellen könne.

Juni 1933 wiederholen, ging aber nach Bern und setzte dort seine Studien fort. Seinen Eltern hat er mehrfach in bewußter Täuschung geschrieben, daß er das erste und auch die Zwischenexamina bestan­den habe.

In jüngster Zett Hal er fein Studium vollkom- men vernachlässigt. Dafür sah er schon morgens im Eafehaus, besuchte Sportkreise unb ver­brachte einen Teil feiner Abenbe in Kinos, nachdem er am Tage 30 bis 40 Zigaretten ge­raucht hatte. Ende 1935 erklärte Frankfurter feinen Bekannten, daß er im Februar fein Examen ablegen wolle. Vach ber Anklage fei er von biefem Zeitpunkt an immer sehr nieber- geschlagen gewesen unb habe bie Idee eines Selbskmorbes stark mit sich herumgekragen. Frankfurter habe von ber Existenz Gust­loffs erst aus ben Zeitungen ersah-

auf bie Vermittlungsaktion.

Waffen st ill staub zwischen beiben im Kampf befindlichen Parteien.

Eine allgemeine Volksabstimmung

in Spanien (deren genaue Form noch näher zu

bestimmen bleibe). Dieser Schrill fei um fo

günstiger, als er am Vorabend des Völ­

kerbundsrats - Zusammentritts in

Genf erfolgt, der eigens auf Antrag Valen­

cias zufammentrete. Es könne kein Zweifel dar­

über bestehen, daß ber Völkerbundsrat die von

London und Paris gemeinsam eingeleitele Ak­

tion zur Beilegung des Konfliktes, ber eine be- siänbige Bebrohung bes europäischen Friebens barsielle, billigen werbe.

Paris, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) In diplo­matischen Kreisen wird geltend gemacht, daß die :eue Kundgebung der französisch-englischen Zu- iimmenarbeit an dem Werk der Organisierung des kuropäischen Friedens auf eine französ i s ch e Anregung zurückzuführen sei. Dieser französisch- knglische Schritt betone den unbedingten Willen Frankreichs und Englands, den Spanien-Konflikt r.nzudämmen und zu verhindern, dah er Ne iberischen Grenzen überschreite.

Die Initiative Frankreichs unb Englands ziele in erster Linie barauf ab, baß bie Vichtein- rnifchung in Spanien burch bie Einführung einer scharfen Kontrolle verwirklicht wer­ben foll, bie bie Entf enbung von Waf­fen vollständig verhinbern unb bie Ab­reise von Freiwilligen für Spanien verbieten werde. Wie die beiden Regierun­gen darüber einig feien, die Ausdehnung des

Bern nach Davos mit der Absicht gereist, Gust­loff zu ermorden, weil dieser einVaziagenl" sei. Persönliche Gründe habe er nicht gehabt. Die Anklage erklärt, daß sich aus der engeren Vorgeschichte aklenmäßig ergebe, das Frank­furter bereits vier bis fünf Wochen vor dem Mord den Entschluß zur Tat gefaßt habe. Gegen Ende Dezember erwarb er die automatische Pistole, mit der er auf einem Schießplatz Schießübungen an- slellte. Ursprünglich habe Frankfurter die Tat nach feinem Eintreffen in Davos ausführen wollen, habe sie aber verschoben, weil ihm bewußt geworden fei, daß ber Sabbath schon begonnen habe. Den Sonntag habe er zu einem Ausflug zur Schahalp benutzt, am Montag ein Kino besucht. Heber ben Hergang bes Attentats sagt der Angeklagte, daß er den Dienstag für feine T a t gewählt habe, weil dieser nach jüdischer Auffassung ein besonderer Glückstag fei.

Die Vorschläge der englischen und ber franzö­sischen Regierung werben zur Zeit in Berlin von ben juftänbigen Stellen geprüft.

London, 9. Dez. (DVB.). Das englische lluhenaml gab Mittwochabend folgenbe amt­liche Erklärung aus:Die französische unb tde englische Regierung finb in ber vergangenen Doche in einen Meinungsaustausch über die Lage eingetreten, wie sie aus ber Verlänge­rung bes Bürgerkrieges in Spanien mtftanben ist, unb über bie Gefahren für den europäif chen Frieben, bie barin liegen. Vachbem sie zu einer Ueberein ff im­mun g ihrer Ansichten in biefer Richtung gelangt waren, haben sie bie bentsche, bie Italienische, portugiesische unb sow- etrussische Regierung in ber letzten Woche durch ihre biplomatischen Vertreter bei biesen Re­gierungen aufgeforberf, mit ihnen zusammen ihre völlige Entschiedenheit z u betonen, >öllig auf jebe mittelbare ober un­mittelbare Handlung zu verzichten, bie

Oer Mörder Gustloffs vor den Richtern

Beginn des Mordprozesses David Frankfurter in Chur.

Die bewußten Morbpläne Frankfurters gehen nach der Anklage aus einer schriftlichen Fest­legung hervor, die Frankfurter auf dem Kartonstück einer Zigarettenschachtel am Tage vor der Tat nie­dergeschrieben hat. Nach der Tat habe ihm der Mut für den Selbstmord gefehlt. Die Gerechtigkeit der zu erwartenden Sühne habe er ohne weiteres emp­funden und anerkannt.

Abschließend befaßt sich die Anklageschrift mit der Persönlichkeit Wilhelm Gustloffs, des Opfers des Mordanschlages. In den Ausführuizgen heißt es, daß bisher noch nie der Beweis für Handlungen Gustloffs erbracht worden fei, die die Sicherheit des Landes ge­fährdet oder sonstwie mit den schweizerischen Gesetzen in Widerspruch gestanden hätten. Nach den Akten wird von Gustloff gesagt, daß es sich um eine idealistisch veranlagte Persönlicbkeit han­dele, die bestrebt sei, die Schweizer Gesetze zu respektieren und sich den Weisungen der zuständigen Behörden zu unterziehen.

Die Anklage schließt mit der Feststellung des psychiatrischen Gutachters, wonach irgendwelche An- Haltspunkte für das Bestehen einer geistigen Er- krankung Frankfurters im Sinne einer Geistes­krankheit oder Psychose nicht gegeben sind. Der Täter Frankfurter sei kein geisteskranker Mensch, und seine Tat könne nicht mit krank­haften Zeichen der Psyche, die eine Verantwortungs­losigkeit des Täters bedinge, in Zusammenhang ge­bracht werden.

Der SimsMlrag.

Am Schluß ber Anklagerede kommt ber Ankläger mm Strafantrag, nach dem Daoib Frankfurter bes Mordes, begangen an Wilhelm Gustloff, schuldig zu erklären fei. Er fei dafür mit 18 Iahren Zuchthaus unter Verlust ber bürgerlichen Ehren­rechte unb lebenslanger Lanbesverwei- fung zu bestrafen, ferner grunbfätzlich verpflichtet, ben durch ben begangenen Morb entstandenen Schaden zu ersehen. Die Waffe fei zu beschlag­nahmen. Frankfurter habe sämtliche Untersuchungs-, Gerichts- und Strafvollzugskosten zu tragen.

Die Vernehmung des Mörders.

Nach den Ausführungen des Anklägers Dr. Brügaer schreitet der Präsident zur Vernehmung des Angeklagten. Die Vernehmung verlauft ganz undramatisch. Der Vorsitzende läßt sich Fragen aus dem Akteninhalt bestätigen, die Frankfurter meist mit einem kurzenJa" oder einsilbigen Sätzen gibt. Frankfurter erklärt, daß er während seiner Studienzeit in Leipzig und auch in Frankfurt kei­ner politischen Organisation, sondern nur einem jüdischen Verein mit religiösen Bestrebungen an­gehört habe.

Präsident: Sind Sie in Leipzig oder Frankfurt durch die antisemitische Bewegung belästigt worden?

Angeklagter: In Leipzig nickt, aber in Frankfurt.

Vorsitzender: Sie haben auf wiederholte Fragen erklärt, weder Sie noch ihre Verwandten seien in Deutschland belästigt worden.

Angeklagter: Nicht belästigt, aber bedroht.

Die Frage des Präsidenten, ob der Angeklagte sich mit Politik befaßt 'habe, verneint dieser: von Zeitungen habe er hauptsächlich den BernerBund", Baseler und Züricher Zeitungen gelesen.

Der Vorsitzende hält dem Angeklagten dann vor, daß er m e i st bis Mittags im Bett ge­legen habe, nicht in die Kollegs gegangen, viele Kinos und Cafäs besucht und 30 bis 40 Zigaretten täglich geraucht habe, was der Angeklagte zuqeben muß. Er muß auch bestätigen, daß ihm seine Wirtin Vorhaltungen darüber gemacht habe, daß er das Geld seines Vaters so nutzlos vergeude. Auf wei­teren Vorhalt, daß er in Bern Umgang mit wenig gut beleumdeten Leuten gehabt habe, erklärt Frank-- furter, daß er von den ihm vorgehaltenen Namen nie etwas gehört habe. Der Angeklagte hat be­hauptet, in Deutschland habe er kein Examen abgelegt, weil er eine Animosität befürchtete, aber auch in Bern habe er keinerlei Examen hinter sich , gebracht. Auf die Frage nach den Gründen hierfür . erklärte Frankfurter: Ich habe nicht die seelische j Konzentration gehabt.

- Vorsitzender: Sie hatten es Ihrer Familie aber versprochen und Sie haben ihr auch geschrieben, daß Sie Examen abgelegt hätten.

Angeklagter: Ich dachte mich so weit zusammen- nehmen zu können, meine Fehler zu verbessern und dann ...

Vositzender: Aber Sie haben doch kein Examen gemacht. Ihre Familie hätte Ihnen doch gewiß weitergeholfen.

Angeklagter (verlegen): Ja, das hätte sie, daran habe "ich gar nie gezweifelt.

Vorsitzender:Dann war Ihre Lage fa gar nickt so verzweifelt, daß Sie verzweifelte Entschlüsse hätten fassen müssen."

Der Angeklaate schwankt auf diesen Vorhalt ver­legen und sichtlich peinlich berührt. Auf die Frage des Vorsitzenden nach den wttklichen Grün«

Im Arbeitszimmer, in das er von Frau Gust­loff geführt worden sei, habe er den Revolver, den er in der rechten Manteltasche trug, entwert. Als Gustloff in das Zimmer trat, habe er, Frankfurter, x; p Waffe a u f ihn gerichtet und abgedrückt, die aber zunächst versagte. Gustloff habe ein verständnisloses Gesicht gemacht und sei auf ihn zugekommen. Er, Frankfurter, sei rechts um den Tisch herumgegangen und habe dann drei oder vier Schüsse abgegeben. Gustloff sei ohne em Wort oder einen Schrei zusammengesunken

Die Anklage befaßte sich dann mit...der Person des Angeklagten, er entstamme einer indischen Fa­milie die ursprünglich in Deutschland lebte, spater aber nach Wien, Bosnien und Kroatten über­siedelte. Frankfurter habe sich als Zwan^igiahnger in Leipzig entgegen dem-Willen seiner Eltern dem medizinischen Studium zugewandt 1931siedelte er nach Frankfurt über und fiel hier im Herbst 1932 in der Prüfung durch. Er sollte bie Prüfung im

Chur, 9. Dez. (DNB.) Vor bem höchsten Straf­gericht bes Kanton Graubünden begann heute um 10 Uhr unter ungeheuerem Andrang der Prozetz icaen den in Jugoslawien geborenen Juden D a - lid Frankfurter, der am 4. Februar d. I. in Davos den Landesgruppenleiter Schwerz ber WDAP., Wilhelm Gustloff. heimtückisch er- iiorbete.

Dor bem Staatsgebäude haben sich eine Stunde ivr Beginn ber Verhandlung die ersten Neugierigen üngefunden. Stadtpolizei hält die Zugänge frei, -ie Kontrollen sind sehr scharf unb es ist unmog- lch ohne Einlaßkarte in das Gebäude zu gelangen, die Tribünen sind stark besetzt. Kurz vor 10 Uhr tritt ber beutsche Geschäftsträger in Bern, F r e t - lerr v. Bibra, ein. Dann erscheint ber Amts- Kläger ®r. Brügger, der zur Linken der An- lggebank seinen Platz hat. Neben ihm sitzen auf der Inken Seite die Prozeßvertreter der als Privat- fiägerin zugelassenen Frau Gustloff.

Punkt 10 Uhr erscheint d a s G e r ich t, an der Spitze der greise Kanton-Gerichtsprastdent Dr. Ru- lolf Anton'Oanjont aus Chur. Nach tprien cr- sheint der 71jährige V - r t - l d , g ° r des Angeklag- L;iM wenigen Minuten bringen zwei Beamte der h-mtonspolizei d - n Ang - k 1 agt - n der em n trauen Anzug trägt. Er wirst einen scheuen Bück in den Saal und nimmt auf der Anklagebank Platz, rranksurter ist mittelgroß, macht -'nen etwas auf- Ddunsenen Eindruck, sein Gesicht ist blaß, die Augen lotumrandert. Wahrend der Erofsnung undi de Lerlesung der Anklage sitzt er mit herabhangenden Mundwinkeln auf der Bank, steht zu Boden, mu- fiert das Gericht und bie Tribüne.

Die Anklage.

Nach ber Verlesung bes Gerichtsbeschlusses gibt r-r Präsident bem Ankläger Ar. Friedrich Brügger aus Chur bas Wort zur Anklage Nach !-r Schilderung bes Tatbestandes befaßt sich die An kiage zunächst mit ben näheren Tatumstanden, aus Jenen hervorgeht, baß Frankfurter am A 4 Februar an ber Wohnung Gustloffs gelautet ha mb von Frau Gustloff in bas Arbeitszimmer ge -hrt wurde, da Wilhelm Gustloff tm Flur em Te- pbongespräch führte. Nach g.

vrächs begab er sich in das Arbeitszimmer. Emen