Vorkämpfer einer wahren deutschen Revolution durch die Straßen Münchens, damit das Sterben von 2 Millionen deutscher Männer wieder einen Sinn gewinnen sollte. In diesem gläubigen Idealismus brachen ihnen die Augen, als die Kugeln der Reaktion in ihre Reihen schlugen.
Denn der Zweck ihres Marsches auch nicht erreicht wurde, so haben sie dennoch mit ihrem Opfer Deutschlands Ehre und Freiheit erkauft. Aus ihren Gräbern ging ihr Glaube hinaus über Deutschland. Vor dem Volksgerichtshof wurden der Führer und feine Getreuen in den Augen des Volkes aus Angeklagten zu Anklägern. Millionen horchten auf und begannen zu ahnen, daß hier eine Bewegung im Entstehen begriffen war, die einst dazu berufen sein sollte, die Kräfte des Verrats und des Niedergangs zu vernichten, Deutschland wieder groß und frei zu machen und ihm die verlorene Ehre zurückzugewinnen. Eine Bewegung, die sich nicht in schönen Programmen erschöpfte, die die befreiende und rettende Tat nicht scheute, sondern als wirkliche Kampfgemeinschaft von ihren Anhängern das höchste forderte, dafür aber auch am ehesten berufen war, den Sieg-zu erringen.
Als der Führer im Jahre 1925 aus der haft entlassen wurde und mit dem Neuaufbau der Bewegung begann, strömten nicht nur seine alten Kampfgefährten in die Reihen der Partei zurück. Vielmehr begann die Bewegung auch überall dort Fuß zu fassen, wo sie seither noch unbekannt war. War die Partei im Jahre 1923 und in den vorhergehenden Jahren hauptsächlich nur auf Bayern und Süddeutschland beschränkt, so breitete sie sich nun zusehends über ganz Deutschland aus, so daß sie bald ihre alte Stärke weit übertraf. Machtvoller und geschlossener als je, geläutert durch das Blutopfer der 16, konnte sie ihren Vormarsch fortsetzen. Je härter sie von den herrschenden Gewalten bekämpft wurde, je mehr man versuchte, sie mit Terror und Gewalt niederzuhalten, desto stärker und trotziger wurde nur der Glaube an den endgültigen Sieg.
Der Opfertod der 16 Ermordeten vom 9. November 1923 war zu einem Fanal für ganz Deutschland geworden. Wenn auch im Laufe der Iahre noch Hunderte ihr Leben hingeben muhten und Tausende schwere Verwundungen, Gefängnisstrafen und schwerste wirtschaftliche Schäden zu erdulden hatten, für jeden, der aus den Reihen gerissen wurde, sprangen tausend neue Kämpfer der Bewegung in die Bresche. Wir lächeln heute, wenn wir daran denken, daß man uns einmal mit anderen Parteien verglichen hat. Die Partei war für uns nur immer Mittel zum Zweck, sie war nur das Instrument und die äußere Form, die wir uns schaffen mußten, damit wir unsere Weltanschauung Vorwärtstreiben konnten. Wir waren nur Kämpfer für eine Idee, für unsere nationalsozialistische Weltanschauung, die einzig und allein dem deutschen Volke wieder die Kraft geben konnte, den Weg nach aufwärts zu sinden.
Dieser Idealismus allein befähigte die Bewegung, sich durchzusetzen^ und dies allein übte die gewaltige Anziehungskraft auf die deutschen Menschen aus, die die nationalsozialistische Bewegung während der ganzen Zeit ihres Ringens ausgeübt hat. Alle Volksgenossen, die nicht nur im wirtschaftlichen Denken oder in alten Vorstellungen wurzelten, die Aktivisten in allen Lagern ahnten, daß es etwas Gewaltiges um diese Bewegung und ihre Idee sein müsse, für die Hunderte freudig ihr Leben Hingaben und Tausende jederzeit bereit waren, das gleiche Opfer zu bringen.
So wurde jeder Blutzeuge der Bewegung zum Ansporn für Tausende anderer Volksgenossen, in der Opferbereitschaft nicht zurückzustehen. Dieser gläubige Idealismus schenkte uns den Sieg, lieh die Bewegung zum einzig und allein bestimmenden politischen Faktor in Deutschland werden, das nun für alle Zeiten nationalsozialistisch sein wird.
Im vorigen Jahre wurden sie zur letzten Ruhe gebettet, die 16 ersten Toten der Bewegung. An Königlichen Platz in München halten sie nun ewige Wache. Wenn sie ganz besonders geehrt wurden, wenn ihrer und all der anderen ermordeten Kämpfer der Bewegung nun alljährlich an diesem Tage besonders gedacht wird, so liegt der Sinn dieser Ehrung nicht darin, dah ihr Sterben etwa schwerer gewesen wäre, als das der zwei Millionen deutscher Männer, die im Weltkrieg ihr Leben für Deutschland Hingaben.
Die Toten der Bewegung zeugen von der Wucht und Gröhe unserer Idee. Sie folgten keinem Befehl, sie wurden bei ihrem Opfergang nicht gestärkt und getragen von der Begeisterung des ganzen Volkes. Einzig und allein ihr Glaube an die Ehre und Gröhe des kommenden Reiches, an die Sendung der Bewegung für Deutschland, das sie in dem Führer verkörpert sahen, führte sie ihren Weg. Verlacht und verhöhnt wurden sie vom haß der eigenen Volksgenossen gefällt. Ihr Tod hat den Sieg der nationalsozialistischen Idee und damit Deutschlands Wiederaufstieg erkauft.
Ihr Opfer soll uns ewige Mahnung und Verpflichtung sein. So wie sie uns die Treue gehalten haben, wollen wir ihnen die Treue halten. Wir wollen nicht um sie trauern, sondern am heutigen Tage bekennen, daß sie in uns und unserem Werk ewig fortleben sollen. Gleich ihnen wollen wir alle Zeit selbstlos für unsere Idee und damit für das nationalsozialistische Deutschland Adolf Hitlers kämpfen!
Kreispropagandaleiler Schmelz sagte in seinem Schlußwort: Wir haben der Toten gedacht, deren Opfer in uns allen weiterlebt. Und weil dieses Opfer in uns lebt, deshalb lebtdas deutsche Volk. Run ruft uns wieder das Leben, ruft uns täglich wieder die Pflicht, immer an unser Vaterland zu denken, ruft uns täglich wieder der Führer. Deshalb wollen wir auch diese Feierstunde beschließen, indem wir den Führer grüßen, in dem wir all unser Kämpfen und Ringen und all unser Hoffen verkörpert sehen. Wir grüßen den Führer mit unserem alten Rus Sieg-Heil!
Gewaltig brausten die dreimaligen Rufe des Grußes und des Gelöbnisses der Tausende durch den weiten Raum der Volkshalle. Anschließend wurden die ersten Verse der beiden Nationalhymnen gesungen.
Hierauf wurden unter den Klängen des Baden-
Aus der Provinzialhauptstadt
heute
Eine früher weit verbreitete und auch
«tigfeil«1,
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Ä
DieZagd im November
in
Uhlands Volksliedern also heißt:
Und
Die am der
Deutsches Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft — Hauswirtschaft, 20.15 Uhr Zusammenkunft in der
Rhein gibt es unzählige; fein Todestag ist es, feit Jahrhunderten festlich begangen wurde.
„Herbei, herbei zur Mertensgans, Herr Burkhart mit den Bretzeln! jubilemus! Bruder Urban mit der Flaschen! cantamus! Set. Bartel mit den Würsten! gaudeamns! Sind alles ftarfe Patronen Zur felften Mertensgans".
ein anderes Martinslied lautet:
„wol zu dem trüben neroen wein, den beschert got und sant Mertein, ist die ganz darzugeben, demselben ißt man uns zu er got im ewigen leben".
mitgibt.
Mütter, denkt daran: Am 14. November kommen die Jungmädel und bitten Euch um Kinderwäsche und Kinderkleidung. Dann müßt Ihr schon ein großes Bündel warmer Sachen bereitfiegen Huben!
Brauch, da schon Fischart singt: „O Marten, Martein, der korb muß oerbrent sein, das gelt auß der täschen, den Wein in die fläschen".
LPD. Die Markierungen der Wanderwege im Gebiet der Landesfremdenverkehrsverbände, die unter erheblichen Kosten der Allgemeinheit herge- stellt und unterhalten werden, werden sehr oft durch Bubenhände beschädigt, unbrauchbar gemacht ober entfernt. Kürzlich hat der Landesfremdenverkehrs- verband Rhein-Main den „Rheinhöhenweg" in einer Länge von 150 Kilometer von Wiesbaden bis Nieder- und Oberlahnstein unter Aufwendung erheblicher Geldmittel in vorbildlicher Weise Herstellen lassen. Obwohl diese Markierung erst seit dem Sommer dieses Jahres fertiggestellt ist, zeigt die
di-
sie Weihnachten im Kote gehn".
Bornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
NSV.-Küche im Einhorn (Kirchenplatz). — Stadt, theater: 20 bis 22.45 Uhr „Der Zarewitsch". Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Hochzeitstraum-, — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wo die Lerche singt". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera.
Stadttheater Gießen.
Heute abend findet die erste Wiederholung von „Der Zarewitsch" Operette von Franz Lehar statt. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spiel, leitung: Paul Wrede. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Dienstag-Miete 8. Vorstellung.
Wegen Terminschwierigkeiten fällt das Gastspiel des „Ballett Raimonda", am 12. November aus und wird auf einen späteren Termin verschoben.
Kampf den Motten.
In der Eifel rollt man ein brennendes Rad zu Tal, in Echternach ein loderndes Teerfaß, dem die Burschen mit brennenden Fackeln nacheilen. Sehr reizvoll ist ein in Heiligenstadt beheimateter Brauch: Dort wimmelt am 11. November das Wasser der
NSG. Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst räumt die Hausfrau die Sommersachen in den Schrank, schön mit Mottenpulver bestreut, oder verpackt sorgsam die warmen Wollsachen mit dem duftenden Pulver, damit sich keine Motte heranwagt und ihr Zerstörungswerk beginnt. Zu aller- unterst aber in den Schränken liegt meist Jahr für
Denn der Martinstag ist auch für viele Gegenden der Tag der ersten Weinprobe. In den meisten Martinslieoern wird Sankt Martin als Spender des Weins gepriesen. Je mehr man beim Martinsschmaus trinkt, desto mehr Stärke und Schönheit trinkt man sich an.
Durchaus aus der Luft gegriffen ist die immer wiederkehrende Behauptung, die Martinsgans fei ihrem Ursprung nach ein germanisches Opfertter. Keine alte Quelle bezeugt die Gans als solches.
In manchen Gegenden werden statt der Gänse Schweine geschlachtet oder es wird zum mindesten sonst reichlicher und besser gegessen als gewöhnlich. Im Kreis Mayen bäckt man den „Deppekooche" (Topfkuchen), der im Volksmund „Märtesbrode" heißt. Auch anderwärts wird am Martinstag be- sonderes Backwerk hergeftellt, fo in Hindelang die „Martinsgiga" (Marttnsgeigen), lange, „kipf"artige Brote, in Martinszell die „Martinslaible", ganz kleine Semmelbrötchen, im Sudetenland „Mertas- hornla" mit Nuß- und Mohnfülle, in Leipzia „Märtenshörnchen", in Schlesien das „Mertenhorn", anderorts „Martinskrapfen" und „-wecken". Vielfach ist es üblich, das Marttnsbackwerk weihen zu lassen und davon an die Annen zu verteilen.
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Geislebe von Lichtlein, die in Nußschalenschifflein dahinschwimmen.
Ein lustiger Martins-brauch herrscht in den Ardennen: Dort gehen die heiratsfähigen Mädchen mit ihren Burschen zu bestimmten Quellen, in die sie wie Angelhaken gebogene Stecknadeln werfen, um einen Mann zu fischen.
Sehr wichtig ist das am 11. November herrschende Wetter, denn es ist maßgebend für den ganzen Winter. Geht die Sonne klar unter, fo gibts einen harten Winter, dagegen: „Wenn um Martini Nebel sind, so wird der Winter ganz gelind", und ein ostfriesisches Sprichwort sagt: „Wenn
Wenn die Buchenjugend im Scheine der Mittagssonne zu brennen scheint, wenn sich Büchsenknall und Hundegeläut mit dem Ruf des Jagdhorns zu einer der schönsten Melodien für das Waidmannsohr vereinen, bann hat das Jagdjahr feinen Höhepunkt erreicht. Dann kommt die Zeit, die der Jäger festhalten möchte und von der ein Dichter singt: „O könnt es Herbst im ganzen Jahre bleiben, bas wär es, was mein Herz begehrt!"
Im Rotwildrevier rücken die Wildjagden in den Vordergrund. Neben dem Abschuß von Kahlwild gilt die Jagd dem schlecht veranlagten Hirsch. Beide Jagden sind gleich wichtig, denn Herabsetzung der Kahlwildbestände und Hebung der Güte des männlichen Wildes muß das nächste Ziel sein. Daß wir dabei auf dem richtigen Wege find und baß größte Enthaltsamkeit am raschesten zum Ziele führte, wurde den Vertretern der deutschen Jägerschaft anläßlich der Reichshubertusfeier in Braunschweig sinnfällig vor Augen geführt. Nach den Worten des Oberstjägermeisters war der Jagdgau Braunschweig hinsichtlich der Güte seines Rot- und Rehwildes der schlechteste, den die deutsche Jägerschaft übernahm. Gänzlich verfehlter Abschuß neben einer Zerstückelung des Landes in viele kleine Teile waren die Ursachen. Radikale Schonung der wenigen noch vorhandenen guten Hirsche, zusammen mit einem ausgiebigen Hegeabschuß haben dazu geführt, daß heute nach den Bestandsaufnahmen schon wieder an 350 Kronenhirsche vom Zehner bis zum Achtzehnender in oen braunsä-Meigischen Forsten ihre Fährte ziehen, während gleichzeitig durch Erhöhung der früheren Abschußzahl ber Gesamtbestanb bes Rotwilbes herabgesetzt worben ist. Dieses mit eiserner Energie burchgesührte Vorgehen sollte beispielhaft fein für alle Rotwilbreviere, in denen ähnlich ungünstige Verhältnisse vorliegen (Taunus zum Beispiel).
Auch die Jagd auf bas Damwild, dessen Brunft zu Ende ging, ist nach gleichen Grundsätzen burchzuführen.
Das Schwarzwilb ist feist, ba es überall reichlich Mast fand, unb steht vor ber Rauschzeit. Wir Jäger müssen uns wünschen, baß wir wieder einmal einen Winter bekommen, ber biesen Namen auch verdient. Ist er an sich schon für die Erhaltung eines gesunden Wildstandes erwünscht, weil er manches ausmerzt, was nicht lebensfähig ist, so brauchen wir Spurschnee dringend, um mit durchschlagendem Erfolg die Sauen besagen zu können. Die Zunahme des Schwarzwildes hat die Tatsache der letzten febneearmen Winter zur Ursache. Um so mehr ist es die Pflicht jedes Sägers, der Schwarzwild in seinem Revier hat, dafür zu sorgen, baß ber Schneefall regelmäßig gekreist und gejagt wirb.
Zn unseren rehreichen oberhessischen Waldrevieren sprelt ber Rickenabschuß zur Zeit eine be- saubere Rolle. Nachbem sich ber Blattfall in biefem Jahre verhältnismäßig rasch vollzogen hat, ist er wesentlich erleichtert worben. Es kommt nun daraus an, daß er möglichst bald durchgeführt wird und auch hier unter Ausmerzung des Geringen und Schonung des Starken. Dabei muß ebensosehr aus jagdlichen wie aus volkswirtschaftlichen Gründen bie völlige Erfüllung des Abschußplanes erwartet werden.
Im Mittelpunkt ber Jagb steht allerdings jetzt ber H a s e, besten Abschuß nun zunächst im Walde unb spater im Felde ausgenommen wirb. Zu wünschen wäre, daß bafür halb anberes, kälteres Wetter käme. Das warme, nasse Wetter beeinträchtigt die Strecke unb erschwert auch ben Hanbel. Deswegen muß von dem Jäger verlangt werden, daß er für einwandfreie Behandlung der frisch geschossenen Hasen sorgt. Es darf nicht vorkommen, daß durch Nachlässigkeit oder Unverstand Hasen „grün" zur Abgabe kommen.
Was ist eine Waldstrecke ohne Fuchs? Er gibt ihr erst das richtige bunte Bild, das für die Wald- jagben kennzeichnend ist. Sein Balg ist nun gut, und fein Abschuß macht daburch befonbere Freube'. Unserem Rotfuchs wirb auf bem Rauchwerkmarkt wieber eine größere Bedeutung zukommen. Denn
keineswegs ganz geschwundene Sitte ist die der „Martinsseuer", über die man sprang oder hin- durchschritt, um die man ben Reigen schlang. Im Kreis Prüm werben alle unbrauchbaren Körbe gesammelt unb verbrannt, offenbar ein sehr alter
Hitler-Jugend Sann 116 Gießen.
Betr. Dichterabend des Goethebundes am 25. November.
Der bekannte Dichter Ebwin Erich D w i n g e r lieft am 25. November in ber Neuen Aula ber Universität aus eigenen Werken. Zu biefem SIbenb, ber für Gießen sicher ein großes Erlebnis werben wirb, stehen uns- eine beschränkte Zahl von Karten zum Preis von 20 Pf. zur Verfügung. Die Gefolgschaftsführer und Führer ber Sonbereinheiten melben bis spätestens 14. November dje Anzahl ber benötigten Karten. Vielleicht werben auch einige Jugenbgenosten ber auswärtigen Gefolgschaften von biefer Gelegenheit Gebrauch machen.
Daß auch in protestantischen ßänbern ber Martinstag seine Geltung behielt, rührt daher, daß er hier auf den Ta^ Martin Luthers umgedeutet wurde.
Der Martinstag gilt beim Volk als der eigentliche Wintersanfang und ist gleichzeittg der Beginn des neuen Wirtschaftsjahres. Er ist der Termin für allerlei Abgaben, der Zahltag für die Handwerker, vielfach die Zeit des Dienstbotenwechsels. Von jetzt an wirb bei Licht gearbeitet, die Rockenstuben nehmen ihren Anfang. Die Weidezeit für bas Vieh ist zu Ende.
Am Martinstag fanden — und finden vielfach auch heute noch — im Rheinland, Oldenburg, Hannover, Mecklenburg und anderswo Kinderumzüge statt, bei denen die Kinder singend Aepfel, Nüsse, Zuckerwerk, Geld oder auch Materiell zum Martins- feuer erbitten. Manchmal wird eine Strohfigur als Verkörperung des Heiligen mitgeführt. Oft tragen die Kinder Laternen, während von ben Jungens häufig noch „Rummelpötte" mitgeführt roetben, womit sie einen heillosen Lärm erzeugen. Ein mächtiger Spektakel ist überhaupt bei den Mar- tinsumzügen ungemein beliebt. In Tirol wirb mit Kuhschellen unb Geißglöcklein gelärmt, im Unter- inntal toben greuliche, rußgeschwärzte Gestellten mit langen Hälsen und Hörnern, schellenbehängt, durch den Ort, jeden, dessen sie habhaft werden, mit Ruß beschmierend. Weit verbreitet ist auch bas Peitschenknallen in ber DiFrtinsnacht, z. V. im unteren Böhmer Wald, in der Steiermark usw. Ursprünglich hatte das Peitschenknallen wohl den Zweck, böse Geister zu vertreiben, ebenso wie bas Glockenläuten, bas auch heute noch in vielen Gegenden geübt wird (in Erfurt „Gansläuten" genannt).
Von kirchlichen Dingen ist im allgemeinen am Martinstag nicht viel mehr zu spüren — in der Kirche von Hassel allerdings werden noch Salz, Brot und Hafer geweiht, in der Oberpfalz, in Jnnergschwend, Legenfeld und andernorts findet ein dreimaliger Umritt um bie Martinskapelle statt, worauf die Pferde vom Priester gesegnet werben — er ist ein Tag der weltlichen Festfreude geworden, fast ber Kirchweih ähnelnd — heißt er im Rheinland doch „Martinikerb" — in Hauerz findet sogar wirklich die Kirchweih an diesem Tag statt, bei ber man früher sogar den heiligen Marttn aus der Kirche ins Wirtshaus holte, damit er Teil haben könne an der Lustbarkeit, die — namentlich früher — in der Hauptsache in gewaltigem Schmausen unb Zechen bestand, sagt doch schon Fischart in seinem „Gargantua": „ba sauf unb friß, wer sich voll saufen kan, ist ein rechter märtinsman", unb Hans Sachs erzählt in feinen Fastnachtsspielen: „wir asn und drunken, fasen zamen und lobten fant werten alwegen auf Hochzeiten unb kirchtegen".
Der Schriftsteller Sebasttan Frank beschreibt ben Martinstag bes 16. Jahrhunderts also: „Erstlich loben sie S. Martin mit guoten wein, gänfen, biß sie voll werden, unselig ist das Haus, das nit auf diese nacht ein ganß zu essen hat. ba zäpfen sie ihre neueroe wein an, bie sie bisher behalten haben, da gibt man zuo Würtzburg unb anderswo auf biefen Tag den armen eine guote notturft."
Das beliebteste Essen am Martinstag war — und ist eben nicht selten heute noch — die Martinsgans, die schon in kölnischen Akten bes 15. Jahrhunderts häufig Erwähnung findet und noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, lecker mit Rosinen, Aepfeln und Kastanien gefüllt, in keinem Kölner Hause fehlen durste. Ein erstmals 1540 gedrucktes Volkslied singt: „Der beste Vogel, ben ich weiß, bas ist die fette ©ans", während es
weiter Marsches die Fahnen aus der Volkshalle getragen unb verließen Kreisleiter Dr. H i l b e * 6 r a n b t, Brigabeführer Schmibt unb Generalleutnant Oßwalb als Vertreter ber Partei und ber Wehrmacht unter bem Gruß ber Tausenben gemeinsam ben Versammlungsraum. Damit hatte die Kundgebung ihren Abschluß gefunden.
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Die SA. -Standarte 116 hatte im Laufe bes gestrigen Vormittags als äußeres Zeichen bes Grußes an bie Toten ber Bewegung Kränze an ben Ehrenmälern unserer Stabt nieber« gelegt, unb zwar an bem Denkmal auf dem Marktplatz durch bie Reservestanbarte 116, an dem Denkmal auf bem Landgraf-Philipp-Platz burch die aktive Standarte 116.
bie Gänse um Martini auf bem Eise stehn, müssen
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er wird in besonderem Maße helfen müssen, ben Vebarf an Pelzwerk zu beeten und die Einfuhr einzuschränken. Deswegen sei auch in diesem Zusammenhang auf die Pflicht zu guter Behandlung ber Bälge hingewiefen. Es muß aber auch auf aus- reichenbe Vejagung Wert gelegt werben, um Schä- bigungen ber Geflügelzucht zu vermeiden, wenngleich die große Rolle nicht verkannt werden sollte, die der Fuchs gerade in der Mäusebekämpfung spielt. Die Jagd auf ben roten Freibeuter aber ist so interessant und vielseitig, daß jeher wahre Waidmann seine Freude daran haben müßte.
Im vergangenen Sommer wurde in vielen Revieren über die Zunahme der D ä ch s e unb ihre Gefahr für bie Nieberjagd geklagt, während gleichzeitig vereinzelt Schäden im Feldbau auftraten; dies hat verschiedentlich Abschußerlaubnis in ber Schonzeit zur Folge gehabt. Um fo mehr erscheint es notwendig, daß jetzt, wenn Grimbart feist ist, mit Spaten und.Erdhund ihm mehr als seither nach- gestellt wird.
Das Rebhuhn hat zwar noch Schußzeit, doch wird ber Jäger mehr auf Anlage von Fütterungen für es, als auf Jagb, jetzt bedacht fein.
Anders steht es mit bem Fasan. Die Hähm haben nun alle geschilbert unb erfreuen bas Jägerauge mit ihren bunten Farben. Sie wollen wir mit Maß und Ziel besagen, ober auf die Henne ben Finger noch gerabe lassen. Der Bestand hat sich überall gehoben, neue Reviere finb besiebelt worben. Färbern wir bies gemeinsam burch vernünftige Bejagung und sachgemäße Fütterung, dann werden wir unsere ja gerade nicht sehr abwechslungsreich besetzten oberhessischen Jagden wesentlich bereichern!
Schnepfe unb Sumpsfchnepfen finb auf bem Zuge nach ©üben, mafttragenbe Bäume halten bie Ringeltauben fest, Enten unb Gänse vervollständigen bas Bild der herbstlichen Jagd auf Federwild.
Raubvögel der verschiedensten Art kommen uns setzt zu Gesicht, ba auch sie auf bem Zuge sind. Habicht unb Sperber als gefährlichste Feinde der Niederjagd bzw. der Singvogelwelt sind dem Jäger stets zum Abschuß freigegeben. Ebenso hat jetzt der Mäusebussard Schußzeit. Es ist nicht zu leugnen, daß seine Zahl ganz erheblich angewachsen ist. Der Jäger wird nicht verkennen, daß auch ihm, wie dem Fuchs eine erhebliche Bedeutung in ber Mäusebekämpfung zukommt, unb bes- wegen barauf Rücksicht nehmen. Andererseits ist bekannt, daß sich unter den Bussarden mitunter eine ganz gefährliche Sorte von „Spezialisten" entwickelt, bie sich für Hühnerhöfe, Fasanen- und Hühnerfütterungen, ober auch Hasen besonbcrs interessiert. An sie hat ber Gesetzgeber gebucht, als er eine Schußzeit für ben Bussarb einräumte. Alle anberen Raubvögel finb ganzjährig geschützt, ihr Abschuß wird empfindlich bestraft. Es wäre zu wünschen, baß feder Jäger einmal einen Wanderfalken ober sonst einen als Beivogel abgetragenen Raubvogel bei seiner Jagb sehen könnte. Er würde babei Einbrücke von solcher Schönheit in sich auf- nehmen, baß es ihm überhaupt schwer würbe, ben Gebauten an ben Abschuß eines solchen Ebelings ber Lüfte zu fassen.
Wie im Vorjahre hat auch in diesem Jahre ber Reichsjägermeister roieber seine Jäger zum W i n« terhilfswerk aufgerufen unb in Braunschweig selbst eine große Strecke am Hubertustag über« Beben. Wir beutschen Jäger jagen z. Zt. unter einem agbrecht, um bas uns alle ausländischen Jäger, bie am Hubertustag unter uns weilten, unverhohlen beneibeten. Wir finb roieber hineingestellt worben mitten in bas Leben unseres Volkes unb mit ganz bestimmten Aufgaben betraut worben. Zeige» wir uns bafür bankbar! Wer sich hier ausföyließt, stellt sich selbst damit außerhalb ber großen Gemeinschaft, bie wir beutschen Jäger bilden wolle» Drum tue jeder seine Pflicht, daß wir genau so stolz auf das Geleistete fein können, wie im Vo^' .hre. Hubertus.
Jahr fein säuberlich verwahrt noch manches Stück Wäsche unb manches Jäckchen ober Mäntelchen, B das einmal vor langen Jahren ber Bub ober bas Mäbel aetragen hat. Schön mit Mottenpulver bestreut, liegen bie Sachen bort, unb babei würden sie viel lieber mit einem Buben durch die Straßen rennen, ober ein Mäbel auf ber Schulbank ober im Kinbergarten wärmen. Ganz grünblich müssen einmal biese verborgenen und halbvergessenen Schrankschubladen nachgesehen werden, ob da nicht manches Stück liegt, das man besser ben Jung- mäbeln am 14. November für bas Winterhilfswerk
ff
Erhaltet die Wegmark,erungen! wDüngen, M 31
- - - ■ Snri.it unh »em
Mchaus WM n Manier;
Ultimi jr., Eella), Upielte Einlage tun hobusch). Ei Ke prächtigen U Harburg unter De iBBas auf ber Han Mlsiklehrer Mtsc mü sich zu W
Martinstag.
(Zum 11. November.)
Das alte Volksfest des Marttnstags geht moa- licherweise schon auf germanische Zeiten zurück, als Herbst- unb Erntefeier, bie vielleicht zu Ehren einer bestimmten Gottheit begangen würbe. An bereu Stelle trat bann ber im Jahr 397 am 11. Novem-
irfjrtt Hermann ttn Wrs „Da Mlh. Heuser M< Über 18er Husar« Warburg), 10 nnr. Mit einem Nurtsch vor unb
Kurz vor Schl tzprach ein Vater Eltern bafür aus »en angenommen niel zur hausmi iibrt. lieber dieser £ den Kindern lei een Instrumenten wben können, dr Jlcmütsfräfte geför
GiesMt
markt kv'Mn-. D ^.MolkereiMn' ^5 bis 1,60 M latüd 4 bis 10 M kg 4,50 bis [ KO kg 3 bis 3,5 >50 kg 5,50 bis HO Pf., rote Rü 86 bis 8, Unterfi Mosenkohl 25 bi ’7 bis 8, Meerre i‘el3 30, Kürbis
40 Pf., 50 y bis 25 Pf., g kg 25 bis 35 » kg 10 bis 20 l Wer 80 bis c Uumenlolil, das ividivien 5 bis 1 - kllerie 10 bis 3(
ber gestorbene heilige Martin, Bischof von Tours, ber Patron zahlreicher Länder unb Volksstämme, ihm geweihten Kirchen find Legion, besonders
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