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und dafür das volle Verständnis ihrer Anhänger gefunden. Ader was schwerer wiegt, auch die eng­lischen Gewerkschaften haben sich auf ihrer Tagung in Plymouth zu einer starken Aufrüstung bekannt und die L a b o u r p a r t e i, die augenblick­lich in Edinburg tagt, wird sich diesem Beschluß an- chließen. Das englische Volk ist also darin einig, eine Sicherheit in der eigenen Starke zu suchen. Die Begründungen sind zwar verschieden. Während dir Konservativen die Bedürfnisse des Weltreichs in den Vordergrund rücken, legt die Arbeiteroppo­sition die Betonung aus die Bölkerbundsverpflich- tungen Englands. Aber Wille und Ziel sind die gleichen, England so stark zu machen, daß die im Abessinienkonflikt gemachten Erfahrungen sich nicht zu wiederholen brauchen. In diese für die weitgrei­fenden Pläne der Regierung günstige Stimmung platzte nun die Intervention Moskaus in der'Nichteinmischungsfrage. Das britische Kabinett muß sie als erhebliche Störung empfinden, wenn sie auch freilich nicht ganz unvermittelt kommt, denn der spanische Bürgerkrieg stand natürlich auf dem Programm der Labour-Parteitagung und zudem sind auch noch zwei Abgesandte der Madrider Volks­frontregierung in Edinburg erschienen, um in be­weglichen Klagen die Hilfe der englischen Genossen zu erbitten. Innerhalb der Labourpartei machen sich in der spanischen Frage die verschiedensten Strö­mungen deltend. Wenn auch die Parteileitung eben­so wie für ihre Ablehnung einer englischen Volks­front auch für ihre Politik der Nichteinmischung sich eine Mehrheit zu sichern wußte, so mußte sie doch nach dem Auftreten der spanischen Abgesandten dem Drängen der Radikalen nachgeben und eine Deputa­tion nach London senden, um den Schatzkanzler Ne­ville Chamberlain, der den Premierminister vertritt, auf Grund des dem Parteitag vorliegenden angeblich neuen Materials über Neutralitätsver­letzungenfaschistischer" Mächte zu interpellieren. Es ist zwar kaum anzunehmen, daß sich an der Haltung der Arbeiterpartei etwas ändern wird, aber für das Kabinett ist dieser Zwischenfall höchst unbequem in einem Augenblick, wo es auf größte Geschlossenheit von Volk und Parlament besonderen Wert legen muß. England muß aber auch im wohl­verstandenen Interesse seiner Stellung im Mittel­meer alles daran gelegen sein, daß aus der Inter­vention Moskaus sich keine Verwicklungen ergeben, die zu einem europäischen Konflikt führen können. Er kann nur durch nüchterne Beurteilung der poli­tischen Realitäten vermieden werden.

F. W. L.

Edens pariser Besuch

Gemeinsamer Wunsch nach Bewahrung der Neutralität.

Paris, 9. Oft. (DNB.) Der britische Außen- mimster Eden ist am Freitag moraen von der Riviera kommend in Paris eingetroffen und hatte gleich nach seiner Ankunft eine Besprechung mitMinisterpräsidentBlum. Das Schwei­gen der amtlichen Kreise über die Unterrdung, wird von einigen Blättern damit erklärt, daß die Kürze der Zeit keine eingehende Prüfung der schwebenden Fragen erlaubt habe. So meint der Petit Parisien", daß die durch die sowjetrussische Note aufgeworfene Frage nicht nach allen Seiten hätte untersucht werden können. Eine genauere Stel­lungnahme sei späteren Besprechungen vorbehalten worden. Selbstredend habe man auch über die Vorbereitung der Fünfer-Kon­ferenz unter Berücksichtigung der seit Genf einge­tretenen Ereignisse gesprochen.

Oeuvre" undEcho de Paris" berichten, daß der sowjetrussische Schritt sowohl französischer- wie englischerseits bedauert worden sei. Blum, Del- dos und Eden wünschten um jeden Preis die Neutralität beizubehalten.Le Jour" spricht von Meinungsverschiedenheiten. Eden habe seinen Gastgebern die Nichteinmischung als feststehende Regel der englischen Politik hingestellt und betont, daß einzig und allein der Londoner Ausschuß für etwaige Verstöße zuständig sei; er habe nicht verschwiegen, daß man in England den Ton der Sowjetnote und das Aufsehen er­regende Verhalten Moskaus scharf verurteile. Blum sei von der Unterredung um so mehr ent­täuscht gewesen, als er der Sowjetregierung wenig­stens eine formale Genugtuung zu ver­schaffen gehofft habe, beispielsweise durch eine öffentliche Unterstützung des Antrages auf Ein­leitung einer Untersuchung. Eine wenn auch be­schränkte Zustimmung zum sowjetrussischen Schritt hätte eine gewisse Bürgschaft für d i e fran­zösischen Kommuni st en dargestellt.

Konflikt zwischen Volksfront und Kommunisten.

Die Sonntagsdemonstrationen in Elsaß-Lothringen.

Paris, 10. Oft. (DNB. Funkspruch.) Zwischen der Volksfront-Regierung und der kommunistischen Partei ist zum ersten Mal seit Bildung der Volks­front ein offener Konflikt ausgebrochen, nachdem die Regierung alle von den Komuniften in Elsaß-Lothringen geplanten Ver­sammlungen bis auf 10 verboten hat. Die Präfekten der Städte, in denen Versammlun­gen erlaubt wurden, sind mit Anweisungen für d i e Sicherung der Ruhe und Ord­nung versehen worden. Außerdem hat die Regie­rung größere Abteilungen Mobilegarde bereitgestellt, die nötigenfalls eingreifen werden.

Die Kommunisten werfen in ihrem Parteiblatt Humanite" der Regierung Schlappheit vor und schwören Stein und Bein, daß sie in den Grenz- landen einzig und allein die Bevölkerung von den Wohltaten der republikanischen Freiheit" über­zeugen wollten. Das RegierungsblattLe Popu- laire" beschwört die kommunistischen Verbündeten, doch die Haltung der Volksfront-Regierung recht zu verstehen. Die übrige Presse übt an dem Verhal­ten der Regierung weiterhin schärfste Krittk, weil sie nicht folgerichtig sämtliche Veranstaltungen verboten habe. Die Stimmen aus den Grenzlanden lassen auch an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, und strafen die gewundene Erklärung des Innen­ministers Lützen, daß in den für die kommunistische Werbung freigegebenen Städten immerhin ein star­ker kommunistischer Anhang zu verzeichnen sei. Das in Metz erscheinende national-französische Blatt M e f f i n" schreibt u. a.: Der Ekel über­mannt uns. Dicht neben uns sehen wir e i n Deutschland, dessen Ordnung als Bei­spiel genommen zu werden verdient. Wir wollen Franzosen bleiben und in einem Frank­reich leben, wie wir es erträumten, einem n a - t i o n a l e n einigen Frankreich, aber kläg­lich dahmveaitieren in einem umstürzlerischen, bolschewisierten Frankreich? Niemals!

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eiter günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes.

Oie Zahl der Arbeitslosen auf fast eine Million herabgedrückt.

Berlin, 9. Oft. (DNB.) Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits­losenversicherung ist die Arbeitslosigkeit im Laufe des September in Deutschland weiter zurück- gegangen. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen nahm um rund 6 3 0 0 0 a b und erreichte damit Ende des Monats f a ft d i e Millionengrenze (rund 1 035 000 Ar­beitslose). Gleichzeitig konnte die Zahl der N o t - tandsorbeiter planmäßig um rund 2500 auf rund 78 600 gesenkt werden.

In Anbetracht der vorgeschrittenen Jahreszeit ist diese Entwicklung besonders bemerkenswert. Sie wurde herbeigeführt einerseits durch die gleich­bleibend günstige Beschäftigung in den Außenberufen, andererseits durch die noch weiter gestiegenen Einsatzmöglich­keiten in den konjunkturabhängigen Berufen. Die Abnahme der Zahl der Arbeitslosen im September 1936 verteilte sich mit rund 20 000 oder 31,7 v. H. auf die Außenberufe und mit rund 43 000 oder 68,3 v. H. auf die übrigen Berufe. In den Außenberufen trugen vor allem die Landwirtschaft durch die Kartoffelernte sowie das Baugewerbe auf Grund der weiterhin sehr lebhaften Bautätigkeit und hiermit in Zusammenhang auch die Indu­strie der Steine und Erden (Baustoffindu­strien) dazu bei, daß die Zahl der Beschäftigten nicht nur gehalten, sondern noch vermehrt werden konnte.

Unter den konjunkturabhängigen Berufen stiegen die Einsatzmöglichkeiten vor allem noch in den mei­sten Zweigen des Eisen- und Metallgewerbes sowie im Bekleidungsgewerbe.

An der Entlastung hatten mit Ausnahme von Bayern, wo sich eine leichte Erhöhung der Arbeits« losenzahl um rund 1800 ergab, alle Landes- arbeitsamtsbezirke teil. Besonders groß war die Abnahme in Schlesien (minus rund 18 000), in Brandenburg und Rheinland (je rund 12 000) sowie in Sachsen (minus rund 94 000). Erfreuliche Rück­gänge der Arbeitslosenzahlen ergaben sich vor allem auch noch in verschiedenen Großstädten, so u. a. in Hamburg (minus rund 2600) und Ber­lin (minus rund 5700).

Bei den Unterstützungseinrichtungen nahm die Zahl der Hauptunterstützungsempfän­ger in der Arbeitslosenversicherung im September um rund 9000 auf rund 122 000 ab. An Hauptunterstützungsempfängern in der K r i - fenfürforge wurden Ende September rund 454 000, das find rund 33 000 weniger als Ende August, gezählt. Die Zahl der von der Reichsanstalt unterstützten Arbeitslosen betrug somit 576 000. Die Zahl der arbeitslosen anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen verringerte sich in der gleichen Zeit um rund 17 000 auf rund 152 000.

Madrid in Erwartung des naiionalistischen Angriffs.

Wachsende Unruhe unter der Bevölkerung der Hauptstadt.

Sevilla, 9. Oft. (DNB.) Alle Meldungen, die über Madrid einlaufen, sprechen von der zuneh­menden Mut- und Ratlosigkeit der roten Anführer. Insbesondere sei man über das Fehlen ausreichender Munition für die Verteidigung der Stadt sehr niedergedrückt. Das rote Komitee habe dringend Kriegsmaterial, vor allem Artilleriemunition aus Barcelona und Valencia angefordert. Die Unzufriedenheit in der Stadt nimmt zu. Jetzt fanden sogar Protest- funbgebungen der Landarbeiter statt, die ihre seit langem fälligen Löhne zu erhalten wünschen. Die rote Regierung löste die Kundgebun­gen durch bewaffnete Milizstreifen auf. Die Kenntnis über den hoffnungslosen Zustand an den roten Kampffronten und die Disziplinlosigkeit in den Reihen der roten Milizen verbreitet sich mehr und mehr. Je trostloser die Lage für die roten Horden wird, um so eifriger schlagt die rote Presse die Trommel und versucht die Massen zum Widerstand gegen dieRebellen" aufzuputschen. In der Stadt macht sich der Wassermangel immer bemerk­barer. Die wenigen Stunden, in denen die Wasser- ration verabfolgt wird, reichen bei weitem nicht aus, um alle Wartenden abzufertigen. Stundenlang stehen die Frauen mit ihren Gefäßen. In einer Rundfunkansprache warnte der Madrider Bürger­meister vor Lebensrnittel ha m ft e r n und be­tonte die Schwierigkeit, die in der Versorgung mit Lebensrnitteln noch bevorstehe. Es ist jetzt kaum noch möglich, Madrid zu verlassen. Die Verfügun­gen, die die Ausreise gestatten, werden sehr streng eingehalten. Zehn Sondergerichte sind für die Ab­urteilung vonDeserteuren" eingesetzt.

Der Ausbau des neuen Spaniens.

Sevilla, 9. Okt. (DNB.) Maurico Karls, der geistige Führer der spanischen Nationalsyndikalisti- schen Bewegung, erklärte über die künftige Politik eines autoritär geführten Spaniens: Der neu zu formende Staat werde frei und unabhäntzig fein. Das fei nur zu erreichen durch die Beseiti­gung aller vom Ausland geleiteten Hetze, die insbesondere vom Marxismus, vom Anarchismus und von der Freimaurerei betrieben werde. Ferner müsse der ungesunde Kapita­

lismus niedergezwungen werden. Im neuen Spa­nien werde das Kapital als Instrument in der Hand der Regierung einer strikten Gesetzgebung un­terworfen. Die Losung der Arbeiterfrage werde mit der Beteiligung des Klassenkampfes ein» geleitet. Die Arbeitslosigkeit sei für Spanien kein so schwieriges Problem wie für andere Länder, da' deren Ursache zu 90 v. H. in der Tatsache zu suchen sei, daß die feit Errichtung der Republik im Jahre 1931 von antinationalen Elementen organisierten Streikbewegungen der spanischen Wirtschaft viele Milliarden entzogen und die Arbeiterschaft um Lohngelder in gleicher Höhe beraubt hätten. Die Arbeitslosigkeit in Spanien sei künstlich her­vorgerufen worden, weil es für die revolutio­nären Ziele Moskaus unentbehrlich gewesen sei, die Arbeitermassen dem Hunger und dem Elend zuzu- treiben, um sie revolutionsreif zu machen.

Die spanischen Nationalsyndikalisten verlangten die Trennung von Kirche und Politik. Sie verstünden unter dem Dogma der katholischen Kirche keinen Anspruch auf politische Oberherrschaft. Es sei scharf zu unterscheiden zwischen kirchlichen Pflichten der Geistlichkeit und deren politischen Bestrebungen, die unter allen Umständen zu be­kämpfen seien. Der Einfluß des Führers der Katho- lichen Dolksaktion, Gil Nobles, der durch feine Paktiererei mit dem Liberalismus und Marxis­mus Spanien in den Abgrund gestürzt habe, werde künftig beseitigt.

Die Judenfrage müsse in Spanien eine be­sondere Behandlung erfahren, weil sie sich , hier nicht ausschließlich nach rassetheoretischen Gesichts­punkten lösen lasse. Abgesehen von der selbstver­ständlichen Unterbindung jeder weiteren jüdischen Einwanderung habe der Kampf gegen das Juden­tum in erster Linie bei dessen politischer Betätigung einzusetzen. Vor allem die Frei­maurerei müsse rücksichtslos ausgerottet wer­den. Eine erstaunlich große Anzahl bekannter spanischer Linkspolitiker nähme in der Freimaure­rei hohe Grade ein und sei jüdischer Abstammung. Jede Nation habe die Pflicht, in einem Entschei dungskampf gegen den asiatischen Bolschewismus Stellung zu nehmen. Das nationale Spanien werde sich der Gemeinschaft der autoritär regierten Staaten einreihen.

Geraubtes Gold.

Wir glauben uns mit der Behauptung nicht zu täuschen, daß noch in keinem Bürgerkrieg der Goldbestand eines Landes einfach geraubt und nach dem Auslande gebracht wurde. Wir veröffentlichten schon die Meldung desFi­garo", daß bereits feit dem 28. Juli (!) die Ma­drider Regierung systematisch den stattlichen Gold- oorrat der Bank von Spanien nach Frankreich teils im Flugzeug, teils auf dem Seewegever­bracht" hat. Täglich werde allein auf dem Luft­wege Gold in neunzehn Kisten zu 152 000 Gold­pfund nach dem Pariser Flughafen von Le Bour- get gesandt. Die Seetransporte werden in der Nie­derlassung der Bank von Frankreich in Toulouse deponiert. Das Pariser Blatt schreibt:Eine der­artige Besitzverlegung ist ein außerordentlich schwe­rer Akt. Sie entblößt das Land, welches Re­gierungssystem dem jetzigen Zustand der Anarchie auch folgen könne, jeglicher ßebensquelle. Die Tatsache aber, daß sich ein fremdes Land (gemeint ist Frankreich!) einem anderen im Bür­gerkrieg befindlichen Staate im Namen derjenigen Parteien, die sich gerade des Goldes bemächtigen können, für dessen Aufbewahrung zur Verfügung st e l l t, ist eine unzulässige Hilfe, die weder mit dem Geiste noch mit dem Buchstaben des Nichteinmischungsabkommens in Einklang steht.

Die juristische Feststellung dieser groben franzö­sischen Verletzung gegen den Nichteinmischungspakt durch eine französische Zeitung ist aus begreiflichen Gründen überaus sachlich und zurückhaltend ge­sagt. Der ganze Tatbestand wird durch die Be­merkungen desFigaro" bei weitem nicht erfaßt. Der französische Ministerpräsident LLon Blum hat in seiner Volksversammlungsrede vom 7. Septem­ber selbst seine Zuhörer darauf aufmerksam gemacht und davor gewarnt, daß über die Anerkennung der rechtmäßigen spanischen Regierung Völker- rechtliche Zweifel bestehen können. Der Temps" hat in jenen Tagen diesen Gedankengang wesentlich klarer dahin ausgeweitet, daß es in Spa­nien eine Regierung nicht gebe, die das Ver­trauen des Landes aber auch nur der Cortes (Land- ftänbe) für sich in Anspruch nehmen könne eine kritische Bemerkung, die sich sinngemäß einzig und

allein gegen die Madrider Regierung richtet, denn derTemps" bemerkt in diesem Zusammenhänge, daß das seinerzeitige Kabinett Quiroga, das sich noch auf ein Vertrauensvotum der Cortes stützen konnte, nicht mehr bestehe. Diesem Kabinett Qui­roga folgte bas Kabinett Barrio und bann bas Ministerium Giral, bem jetzt bie Regierung C a - b a 11 e r o gefolgt ist. Die Scheinsitzung ber Cortes vom 1. Oktober, an ber von 470 Abgeordneten nur knappe 100 teilnahmen, kann auf Allgemeingültig­keit keinen Anspruch erheben. Von diesen Er­wägungen wissen sich natürlich Stalin und Litwi- now-Finkelstein völlig frei. Stalin hat während der russischen Revolution im Jahre 1905 einen Gold- transport ber russischen Staatsbank überfallen und geraubt, Litwinow-Finkelstein hat sich damals um bieVerscherfung" ber Beute in London und Paris bemüht.

Die SPD. in Danzig.

DerDanziger Vorposten" fordert scharfe Maßnahmen.

Danzig, 9. Okt. (DNB.) Im Zusammenhang mit ber Verurteilung führender Männer ber Dan­ziger Sozialdemokratischen Partei unb ber Enthül­lungen über geheime Waffenlager auf Danziger Boben forbert ber nationalsozialistische Danziger Vorposten" bie Regierung ber Freien Stabt nachbrücklich auf, Schritte zu unternehmen, um bem Treiben biefer Staatsfeinbe ein Enbe z u setzen. Nicht nur die ihnen be­wiesenen kriminellen Vergehen, so schreibt bas Blatt, rechtfertigen auch bie härtesten Maßnahmen, son- bern bie Flucht ber marxistischen Füh­rer sage beutlich genug, baß sie ein schlechtes Gewissen hätten. Die Gesamtheit ber Danziger wünsche eine normale Entwickelung des Schicksals der Freien Stadt und baue auf auf die gesunde Kraft der NSDAP., die Ruhe und Frieden in Danzig hergestellt habe. Diese Gesamtheit der Dan­ziger stehe einer kleinen Schar staatsfeind­licher Elemente gegenüber, die gewissenlos nur von einem Gedanken besessen sei, mit allen Mitteln

Schlacht gegen Hunger und Kälte.

Auch die diesjährige Winterkampagne des deut­schen Volkes ist friedlicher Natur. Während in an­deren Staaten die Kriegstrompete geblasen wird, während andere Völker von einer amtlich noch ge­förderten Angstpsychose ergriffen sind ober sich be­reits in einem fortgeschrittenen Stabium der in­neren Zersetzung, ber inneren Auflösung befinden, während andere Staatsmänner Klagelieder über drohende Angriffe und bie Schutzlosigkeit ihres eige­nen ßanbes anstimmen, obgleich sie boch selber am meisten schulb sinb an biefen unsicheren Verhält­nissen, ruft Deutschlanbs Führer seine Na­tion auf, s i ch selber zu helfen. Wie es im persönlichen ßeben ist, so geht es auch im Leben eines Volkes zu. Selbsthilfe macht stark, Selbsthilfe bebeutet Frieben, im Innern unb nach außen. Ist es also schon ein Gebot ber Vernunft, diese Schlacht gegen Hunger unb Kälte in ben fommenben Win- termonaten zu schlagen, so ist es noch mehr ein tiefgefühlter Auftrag unserer Herzen, den Kampf gegen die Not mit wirklicher Hingabe, mit dem Einsatz unserer letzten Mittel zu führen unb bamit bem Geist uneigennütziger Hilfsbereit­schaft, bem Geist wahrer Nächstenliebe zu einem echten Triumph zu verhelfen. Wir bürfen nicht stehen bleiben bei ben imposanten Zahlen ber brei vorher- gehenben Rechenschaftsberichte bes WHW., wir bürfen uns nicht bamit beruhigen, baß burch bie Arbeitsbeschaffung die gröbste Not bereits beseitigt ist. Es handelt sich vielmehr, wie Adolf Hitler in der Deutschlandhalle ausrief, nicht allein darum, bie primitivsten Bedürfnisse unserer minderbemittel­ten Volksgenossen an Ernährung, Wohnung und Kleidung zu befriebigen, sonbern i n s g * i * m t un­ser Volk auf eine Höhere, menschenwürbige Daseins­stufe zu heben. Erst dann zieht wahre Lebensfreude auch in die Stuben unserer bedürftigsten Volksge­nossen ein, wenn sie ihr Leben auch mit jenen ein­fachen Annehmlichkeiten verschönern können, die den Bessergestellten eine selbstverständliche Gewohn­heit geworben sinb, wenn sie nicht immer nur an bas Morgen zu denken brauchen, sondern frei hin­aussehen können in eine gesicherte und bessere Zu­kunft. Weil aber sonst auf ber ganzen Erde niemand ein Interesse daran hat, bas Los biefer Angehöri­gen unseres Volkes zu verbessern, barum müssen mir uns selber helfen, genau so, wie wir in ben Angelegenheit ber großen Politik und ber Wirtschaft auf uns selber, auf unsere eigene Kraft, auf unseren Willen und unsere Energie angewiesen sind. Das Winterhilfswerk steht in einer Reihe mit ber großen Rohstoffschlacht, mit bem Kampf um bie Unabhängigkeit unserer Ernährung und die Festigkeit unserer Währung.

bie Staatssicherheit und die werbende innere Ge­schlossenheit zu behindern oder gar zu zerstören. Das dürfe eine ordnungsliebende Staatsführung s i ch nicht gefallen lassen. DerDanziger Vorposten" erklärt, daß die in der Gerichtsverhand­lung zur Sprache gekommenen Waffenfunbe nur ein kleiner Ausschnitt jener Waffen- und Sprengstoffansammlungen seien, bie vor allem im Lauf bes letzten Jahres aus dem Auslands nach Danzig hineingeschleppt worden seien, um eines Tages ein Feuer zu entzün­den. Die Danziger Stellen hätten dieser Vorberei­tung blutiger Auseinandersetzungen lange genug zu­gesehen.

Auslösung aller Wehr­verbände in Oesterreich.

Dien. 10. Oft. (DNB. Funkspr.) Der Minister- rat. der am Freitag um 17 Uhr zusammengetreten war. um die durch die Spaltungsbewegung im heimatfchuh geschaffene Lage zu prüfen, hat am Samstag früh im Beisein des Bundespräsi­denten Diklas beschlossen, alte Wehrver- bändeaufzulöfen. Damit hat d e r h e i m a t- schuh aufgehört zu bestehen. Dem Dini- sterrat tag die Forderung Starhernbergs vor, die im Dai geschaffene F r o n t m i l i z als einzigen freiwilligen Waffenträger auf ihn zu vereidigen. Nach zahlreichen dramatischen Wen­dungen hat die Regierung beschlossen, alle Wehr- verbände aufzulösen, nachdem die Versuche, mit Starhemberg zu einer Einigung zu gelangen, ge­scheitert waren.

Der Dinisterrat beschloß, den Wehrverbänden für ihre opferreichen und verdienstvollen Leistungen beim Aufbau des neuen Staates den Dank der Bundesregierung auszusprechen. Er gab sogleich der Erwartung Ausdruck, daß die wehrhaften Ditglie- der der Wehrverbände ihre bewährten Kräfte in den Reihen der Front-Diliz auch weiter­hin dem Vaterlande zur Verfügung stellen.

P e r s o n a l v e r ä n d e r u n g e n im Kabinett wurden nicht vorgenommen. Der Unterrichts­minister Dr. Pernker, Finanzminister Dr. Dragier, der Vizekanzler Baar-Varenfets haben revoziert und wurden vom Bundespräsiden­ten wiederum mit ihren Aemtern be­traut. Ls wird ausdrücklich festgestellt, daß sie nunmehr keinerlei Bindungen zu irgend­welchen Verbänden mehr haben. Ferner hat der Dinisterrat eine Neuformulierung des Frontmiliz - Gesetzes beschlossen. Bundes­kanzler Dr. Schuschnigg hat sich im Flugzeug zu der Trauerfeier für den ungarischen Minister- Präsidenten nach Budapest begeben.

Der tschechisch-polnische Konflikt.

Polnische Minderheitsangehörige in Mähren verurteilt.

Warschau, 10. Okt. (DNB. Funkspruch.) In Mährisch-Ostrau wurde bas Urteil in bem sog. Prozeß Bock gefällt. Der Prozeß, ber g e g e n Mitglieber ber polnischen Minber - beit aufgezogen worden war, hat in Warschau befonbere Erregung hervorgerufen, da die Anklage sich bemühte, bas polnische Konsulat in Mährisch-Ostrau unb bie polnische Regierung für bie angeblichen Sabotageakte ber Angeklagten verantwortlich zu machen. Nachbem der Staatsan­walt schließlich die Anklage wegen Staatsverrat fal­len lassen mußte, lautete das Urteil gegen die Hauptangeklagten auf 10 bis 11 Monate Ge» f ä n g n i s.

Die halbamtliche Agentur Iskra schreibt, der Pro­zeß habe diejenigen tschechischen Ele­mente kompromittiert, die aus ihm eht