Nr. 2,2 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Donnerstag, ,0. September,936
Der Luftschutz wirbt! Folge ihm!
rigkeiten voll bewußt.
der
Ge-
das
Zeitschnsten.
am eine
Frankfurter Theater.
Die neue Spielzeit hat begonnen.
Trotzdem brachte er's nicht übers Herz, diese zahmen Freunde, die Most und Hutzeln brachten, auszuhauen und ihre Wurzelstöcke in den Kachelofen zu schieben. Er duldete sie mit bekümmerter Liebe und düngte und säte um so sorgfältiger zum Ausgleich.
Heute noch erinnere ich mich, und je länger je tiefer, seiner Art und Seele; es ist als fülle sein Wesen noch lange nach seinem Tode mein Gemüt mit Ruhe und Sicherheit, dienender Kraft und Verachtung der gemeinen Unrast.
Er war wie die Erde stumm und stark; nur wenn der Himmel eingriff mit Unwetter und Sonne, Fluch und Segen, tat er sich auf und sog ein und nahm auf sich, um fruchtbar zu werden und reif. Seine größte Stunde war, als er die Nachricht vom Soldatentod seines einzigen Sohnes erhielt, der im Wytschaetebogen bei einer Sprengung in Stücke gerissen .wurde.
Eine Weile saß er damals wie versteinert am Tisch, sein Gesicht war leer und grau, seine Faust lag wie ein Erdbrocken auf der Eichenplatte. Dann erhob er sich wortlos, müde, langte den blauen Bauernkittel vom Nag<l, ging in den Stall, das Vieh zu tränken; man hörte das blecherne Klappern des Eimers in die lastende Schwere des Hauses.
Nach einiger Zeit führte er zwei blondgefleckte Kühe an den Wagen, spannte an und fuhr ins Kleefeld, um das Futter für den Abend zu holen. Ich setzte mich voll knabenhafter Unruhe und heimlichem Grauen zu ihm auf den Leiterwagen. Er fuhr nun langsam die Dorsstraße, am Bildstocke vorbei, wo die frommen Blumensträuße in Glasscherben welkten, und ohne auf die Nachbarn zu achten, die ihm begegneten, in das freie, silberne Feld. Die Hummeln und Bienen summten nachmittägig, und die Ameisenhaufen am Raine wimmelten.
Da nahm er die Sense unterm blauen stählernen Himmel, stemmte sie vor sich hin, den Griff nach unten, zog den Wetzstein aus dem Kumpen und schärfte ihre Schneide. Kalt und fern klang das Geräusch des Metalles. Endlich tat er einen weiten Schritt und schlug die tödliche Gasse ohne Zögern; nach etlichem Stoßen und Abirren fuhr seine Sense glatt und singend durch den Klee. Er schritt immer tiefer in den Saft; sein Schatten kroch vor ihm her; beinahe wäre er darüber gestolpert. Er glich jenem Schnitter, der seinen Sohn und Erben hingerafft hatte; sein Mund war schmal, und ein bitterer Zug in seinem Gesicht. Als er mit der Arbeit fertig war,
Ich half ihm beim Ausladen des Futters, und wir kamen zu Sonnenuntergang in den Hof zurück.
In der Nacht stöhnte er in seiner Kammer; doch am Morgen war er fest und ergeben in den Willen Gottes. So blieb er durch die Jahre bis zu seinem Absterben.
Ich habe mir seitdem oft Gedanken gemacht, woher diese Wandlung in ihm gekommen war von einsamer Hinnahme des Schicksals zu innerer Heiterkeit.
Vielleicht, weil er damals selber das Gesetz des Schnitters Tod gleichnishaft vollzogen hatte, auf dem eigenen Acker, als einer, der ernten mußte, was er gesät, und weil er den Sinn entdeckt hatte, der solchem Tun und Opfern innewohnt.
langen zu lassen. Der Besuch war jedoch durchaus befriedigend, es konnte errechnet werden, daß bis heute über 300 000 Menschen das Erlebnis der Römerberg-Festfpiele vermittelt wurde.
Für die neue Spielzeit verspricht das Opernhaus außer der Uraufführung einer noch nicht genannten Oper nicht weniger als dreizehn Neuinszenierungen, darunter eine Erstaufführung „Die vier Grobiane" von Wolf-Ferrari. Herausgekommen ist bereits „Die Zauberflöte", die viel Beifall findet. An seltener gehörten Werken stehen Richard Strauß' „Ariadne auf Naxos" und Ottmar G e r st e r s „Madame Liselotte" auf dem Arbeitsplan. Als Gäste werden u. a. Clemens Krauß und Franz Völker erwartet.
Drei Uraufführungen sind im Schauspiel geplant: Felix K ü g e l e „Rembrandt und Titus", P i r a n d e l l o , „Trovarsi", und Josef M ü h l b e r- g e r, „Schelm im Weinberg", außerdem zwölf Erst- auffübrungen, darunter „Petra und Alla" des Frankfurter Autors Max Geysenheiner, „Spiel des Lebens" von Knut Hamsun, und „Die Heimkehr des Matthias Bruck" vpn Sigmund Graff. A
Wir erlebten darüber hinaus bereits zwei Neuheiten im „Kleinen Haus": „Der Nachbar zur Linken" von Heinz S t e g u w e i t und „Donna Diana" von Agostin M o r e t o. Steguweit greift mit seinem Stück in das Geschehen der jüngsten Zeit. Zwei Soldaten, Offiziere, ein Deutscher und ein Franzose, die sich im Krieg als ritterliche Gegner kennengelernt haben, treffen nach zwanzig Jahren wieder zusammen und haben sich mit dem, was zwischen ihren Völkern und damit auch zwischen ihnen selbst steht, auseinanderzusetzen, lieber die Probleme der Tagespolitik hinaus werden hier — das scheint uns mit das Wertvollste an dem Werk zu sein — Fragen angeschnitten, die das Verhältnis von Mensch zu Mensch in seinen tieferen Grund-
Soforlmaßnahmen.
Es fragt sich nur, auf welchem Verkehrsgebiet und mtt welchen Mitteln Leben und Gesundheit am besten geschützt werden können. Seit einigen Wochen appellieren wiederum führende und einsichtige Männer an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer. Daneben fehlt es jedoch nicht an Stimmen, welche die Ursachen der steigenden Verkehrsunfälle recht einseitig sehen, je nachdem, welchem Verkehrsmittel sie sich verschworen haben. Ohne den Radfahrer ob seines oftmals leichtsinnigen Verhal-
Fahrt auf den Acker.
Don Friedrich Demi.
Der Steigerwald hebt sich aus der milden Ebene des Maintales wie eine blaue Wand. Nach Osten zu, zur Regnitz hin, wo das kaiserliche Bamberg thront, auf sieben Hügeln, fällt er in weichen Wellen und Wiesen ab, durchzogen von sauberen Bächen und raschelnden Haselhecken.
Mitten im lauten Lande liegt er als eine Burg des Friedens; die lichten Hallen seiner Buchenwälder tropfen von Sonne.
Die Leute dort in den fachwerkbraunen Dörfern leben ein legendenhaft-stilles Dasein. Die ausgelassene Fröhlichkeit des weingesegneten unteren Franken ist ihnen fremd; die langen Winter und späten Frühlinge atmen kühl ins Blut, machen die Menschen verhaltener und holzgeschnitzter als anderswo im Lande ringsum.
poiizeibencht.
Verhaftung zweier Sittlichkeitsverbrecher.
Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt uns mit: Wegen Sittlichkeitsverbrechcn, begangen an schulpflichtigen Mädchen, wurde der 32jährige Georg Hergert aus Höchst a. d. Nidder von der Kriminalpolizeistelle Gießen festgenommen und dem Amtsgericht Altenstadt Zugeführt und unter Haftbefehl gestellt. Hergert leugnet wohl die Tat, dürfte aber nach den glaubhaften Angaben der Kinder als überführt zu betrachten sein. Im Laufe der umfangreichen Vernehmungen fast der gesamten Schülerinnen der letzten Schulklassen von Höchst a. d. Nidder konnte weiter festgestellt werden, daß auch der 60jährige Wilhelm D ort aus Höchst a. d. Niddder
Das Septemberheft von Westermanns Monatsheften bringt einen neuen Roman von Florian Seidl. Einen wertvollen novellistischen Beitrag gibt der Isländer Gunnar Gun- narsson mit dem „Jüngsten Gericht", lieber das Schaffen des Bildhauers Hans Schwegerle berichtet in einem Aufsatz mit vielen Bildern Jos. Magnus Wehner. Neun farbige Wiedergaben nach Aquarellen von Klaus Hansmann umrahmen den Beitrag von Dora Hansmann über das Wesen der Bauernkunst im Gegensatz zum Kunstschaffen in der Stadt. 3roei wettere Beiträge sind schon der vräckttigen
vor einiger Zeit an einem zwölfjährigen Mädchen unsittliche Handlungen vorgenommen hat. Dort wurde ebenfalls festgenommen und dem Amtsgericht Altenstadt zugeführt. Auch er wurde unter Haftbefehl gestellt.
Berkehrskameradschast.
Die Reichsgemeinschaft für Radwegebau will durch ihre Veröffentlichungen mit zur Lösung des Verkehrsproblems und zur Minderung der durch die Verkehrsstatistik nachgewiesenen erschütternden Zahl von Todesopfern beitragen, nicht zuletzt durch den überzeugenden Hinweis auf die
unerläßliche Notwendigkeit des Baues von Radwegen.
Aus der provinzialhauptstadt.
Tage der Reife.
Still und gütig kommt der Herbst zu uns. Nachts zeigt er schon seine Macht. Und doch ist es jetzt noch, wenn wir uns tagsüber am Sonnenschein erfreuen können, wie ein zartes Jneinanderfließen, wie ein Zusammenklingen von Sommersonnenschein und bunter Herbstespracht.
Die Dienstgebühren für amtstierärztliche Verrichtungen an Sonntagen.
Wie im Hessischen Regierungsblatt Nr. 13 vom 8. September 1936 mitgeteilt wird, werden mit sofortiger Wirkung die in Abschnitt I bis VI der Bekanntmachung über die zur Staatskasse fließenden Gebühren für amtstierärztliche Dienstverrichtungen am 3. April 1932 festgesetzten Gebühren auf das Doppelte erhöht, wenn die amtstierärztlichen Untersuchungen an Sonn- oder gesetzlich anerkannten Feiertagen verlangt werden.
Schulen und HZ.-Kundgebung in Nürnberg.
Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — gibt folgendes Ausschreiben an die unterstellten Schulen bekannt:
Ein Geist der Fülle hält die Natur umfangen Noch schwingt die ganze Welt in der Liebe zur Sonne. Jedes Herz ist aufgeschlossen und freut sich an der Allmacht des Himmelsgestirns. Alle Blumen leuchten noch einmal in ihrer Farbenschönheit auf Kein Wind bewegt die Blüten, still und feierlich stehen sie da, leicht den Kopf geneigt. Es sind die letzten Blüten. Viele haben schon Samen gebracht und nun fühlen sie, daß bald die Zeit der großen Ruhe kommt.
Voll Andacht steht der Wald. Wo Büsche und Hecken den Hochwald umsäumen, schaut unser Auge eine leuchtende Farbenfülle. Da glänzen die rotgelben Hagebutten, glänzend schwarze Brombeeren laden uns ein, auch die Schlehen färben sich schon schwarz. In der Luft fliegen die „Sommerfäden".
Unser Blick geht dem goldnen Lichte nach. Wir stehen versunken vor dem kleinen Sturzbach am Waldausgang. Welch' wunderbare Farben zaubern hier die Sonnenstrahlen in dem stürzenden Wasser! Wir sehen die kleinen Regenbogen in der warmen Sommerluft.
„Und mit dem Reisen kommt die tiefe Stille, die dunkle Stille, und der erste Wille zum Schweigen ..."
Leise und fast unbemerkt fallen einzelne Blätter. Empfinden wir in diesen letzten Sommertagen nicht auch, daß nun Abschied genommen werden muß für viele Monate? Unsere Gedanken fliegen zurück. Die strahlenden Sommertage waren ja selten in diesem Jahre. Aber wir haben sie doch ausgenutzt, wir haben uns gefreut und sind draußen gewesen in Wald und Feld.
Der Spätsommer ist wie ein seliges Fest. Aus dem dunklen Laub der Obstbäume lachen uns die goldnen Früchte an. Die Bienen sind noch fleißig bei der Arbeit. Sie umfassen die letzten Blumen, die am Ackerrain blühen, sie finden Nahrung bei dem Heidekraut, das nun in aller Pracht an den Hängen leuchtet.
Vor Freude trunken gaukeln die Schmetterlinge durch die warme Luft, scheinen dann einige Minuten still über einer Blüte zu stehen, aber schon schweben sie weiter, lassen sich auf eine Blume nieder und tauchen ihren Rüssel tief ein. Ein Bild des satten, stillen Lebens.
Wiesen liegen im klaren Glanz, Falter gaukeln und schaukeln den Tanz, lieber den Blüten um und um leis, ganz leise ein Bienengesumm.
Von den kleinen Glöckchen des Thymians und des Quendels geht ein betäubender Duft aus. Die Luft ist hell und durchsichtig, die ganze Landschaft liegt in ihrer klaren Schönheit vor unseren Augen. Immer ruhiger atmet der Wald, wenn auch die Grillen am Raine noch so laut zirpen.
Ich gehe still entlang das Stoppelfeld, die Grillen fingen und die wilden Bienen, Spätsommerglut vergoldet meine Welt, und stark und süßlich duften die Lupinen ...
Agnes M i'e g e 1.
Äornoiizen.
Tageskalender für Donnerslag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Allotria". — Licht- i spielhaus, Bahnhofstraße: „Rendezvous in Wien". — : Deutsche Bau- und Siedlungsgesellschaft, 20.30 Uhr j Vortrag „Wie komme ich in den Besitz eines i schuldenfreien Eigenheimes?" im „Frankfurter i Hof", Lindengafse 2. (
Anläßlich des Parteitages in Nürnberg findet “ Samstag, 12. September 1936, vormittags, Kundgebung der Hitler-Jugend statt, bei der
lagen, in dem tragenden Vertrauen und in dem störenden Mißtrauen, behandeln. Der Abgrund, den Lüge und Verleumdung zwischen beiden aufreißen, wird überbrückt, und das Stück schließt hoffnunqs- froh für die Geschicke beider Völker.
Jeder Versuch, das Erleben unserer Zeit künstlerisch zu gestalten, wird aufs wärmste begrüßt und findet beim Volk offene Herzen. Dem Dichter gelingt es, die Probleme in Rede und Gegenrede packend zu formen, so daß der geringe Bestand an eigentlicher Handlung im ersten Teil kaum spürbar wird. Freilich, die knappe Form bringt eine starke Typisierung der Helden mit sich, von denen jeder nun ganz als Deutscher und Franzose schlechthin in Erscheinung tritt und sein „Programm" darlegt. Gestalten „von Fleisch und Blut" sind dagegen der Bursche Franz und die übrigen Nebenpersonen. In ihnen zeigt Steguweit die scharfe Beobachtungsgabe für die Dinge des täglichen Lebens und die formale Gewandtheit des Rheinländers. Das Stück hinterließ durch feine Gegenwartsnähe einen tiefen Eindruck und fand reichen Beifall. —
,.D onna Dian a", das witzige Spiel von der Zähmung einer Widerspenstigen in einem Fürstentum Barcelona, mochte fast trauriä stimmen bei dem Gedanken an die heutigen Verhältnisse in jener Stadt, und es ist ein großer Erfolg des.Dichters und des Spielleiters, wenn sie die Zuschauer bald ganz in jene heitere Welt entführen konnten. Ein frohes und lichtes Bühnenbild war Nahmen für ein beschwingtes Spiel aller beteiligten Künstler, von denen die vortreffliche Leistung der für Frankfurt neu gewonnenen Else Knott hervor- gehoben sei. Das bewährte Stück war in Frankfurt der erste volle Lustspiel-Erfolg dieser Spielzeit.
Dr. W.
Bei den zuständigen und verantwortlichen memdeverbänden und Gemeinden findet das Problem des Radwegebaues immer mehr Verständnis und Förderung dergestalt, daß die Wegeplanung den Radwegebau mit vorsieht und ihn nach Maßgabe der zur Zeit noch beschränkten Mittel vorantreibt. Wenn man bedenkt, daß von den 40 000 Kilometer notwendigen Radwegen zur Zeit erst 5200 Kilometer erstellt sind — 1000 Kilometer sind im Bau —, so mag man ermessen, welches ungeheure Arbeitsfeld der Reichsgemeinschaft verbleibt. Wir erkennen also, daß sich die ideale Lösung: „dem Radfahrer den Radwe g", erst in Jahren verwirklichen lassen wird. Die augenblickliche katastrophale Verkehrslage erfordert jedoch
Man darf sagen, daß mit dem Tage, als .. . „Kleine Haus", wie das frühere „Neue Theater" jetzt heißt, feine Pforten öffnete, die Frankfurter Bühnen auf der ganzen Linie in die Spielzeit 1936/37 eingetreten sind. Zwar hat durch die Römerber g-Festspiele der Theaterbetrieb auch im Hochsommer nie geruht, doch war eines der Häuser jeweils geschlossen.
Die Römerberg-Festspiele litten naturgemäß sehr durch die Ungunst der Witterung, und es erwies sich als notwendig, die Aufnahme von Shakespeares „Heinrich !v." abzusetzen, um die übrigen Stücke, darunter den mit großem Erfolg herausgebrachten „F i e s k o", zur vollen Wirkung ge-
lizeioorschriften bekämpfen lassen. Auch dürfen Maßnahmen dieser Art nicht einseitig nur den einen Teil der Verkehrsteilnehmer treffen. Nicht Strafen, sondern der Appell an das dem Deutschen wesenseigene Verantwortundsbewußtsein bietet die Gewähr für die Vermeidung und damit Minderung der Unglücksfälle, soweit sie nicht durch höhere Gewalt ausgelöst werden.
Das Verkehrsproblem ist in erster Linie ein Erziehungsproblem.
Tie Olympiade z. B. hat in überzeugender Weise gezeigt, welcher Rücksichtnahme und Disziplin eine Großstadt wie Berlin aus Grund nationalsozialistischer Erziehungsarbeit fähig ist. Es müßte doch also unter dem Einfluß unserer nationalsozialistischen Erkenntnis vom Wert des Menschen.gelingen, alle Verkehrsteilnehmer von der vielleicht unbewußt bestehenden Verkehrsfeindschaft zur Verkehrskameradschaft zu erziehen.
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** Schulpersonalie. In den Ruhestand versetzt wurde auf seinen Antrag der Studiendirektor Hugo Hahn an der Realschule zu Schotten mit Wirkung vom 1. September 1936 unter Anerkennung seiner dem Reiche geleisteten treuen Dienste.
** Silberhochzeit. Das Ehepaar Eduard Schneider und Frau, Wetzlarerweg 53, kann am heutigen Donnerstag, 10. September, feine silberne Hochzeit begehen. Das Jubelpaar ist seit langem treuer Leser des Gießener Anzeigers.
** Stadttheater-Miete. Die Einlösung des ersten Abschnittes der Stadttheater-Stamm- Miete betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Anzeigenteil. Die Stadttheater-Abonnenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
** Achtung! Falsche Fünfmark st ücke i m U m lauf. Gegenwärtig werden m Frankfurt a. M. fast täglichbei ösfentlichenKassen falsche Fünfmarkstücke angehalten, die in der Hauptsache durch kleinere Geschäftsleute zur Einzahlung gelangen. Bei den Falschstücken handelt es sich um Fünfmarkmünzen der alten Ausprägung mit dem Eichbaum auf der Rückseite. Sie sind im Gußverfahren aus einer Weichmetallmasse hergestellt, greifen sich fettig an und lassen sich bei kräftigem Druck biegen. Außerdem erkennt man sie auch an ihrem blechernen Klang beim Aufwerfen. Die in den letzten Tagen angehaltenen Stücke tragen das Münzzeichen F und die Jahreszahl 1931. Früher hatten sie auch andere Münzzeichen, ein Zeichen dafür, daß die Fälscher verschiedene Formen benutzen.
** Wichtig f ü r Viehoerteiler! Der Viehwirtschaftsoerband Hessen-Nassau, Frankfurt am Main, Bockenheimer Landstraße 55, gibt hiermit bekannt, daß die Sprechstunden des Landesachschaftsleiters der Viehverteiler in den Geschäftsräumen des Viehwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau, Zimmer 16 (2. Stock), auf Mittwoch und Freitag von 11 bis 13 Uhr festgesetzt sind. Sprech- tunden außerhalb der angegebenen Zeit finden nur nach schriftlicher Vereinbarung statt.
Die Reichsgemeinschaft für Radwegebau ist sich auf ihrem Arbeitsabschnitt der Verantwortung des vom Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, übernommenen Auftrages zur Propagierung, Beratung und Durchführung des Radwegebaues in einem Zeitalter stetig wachsenden Verkehrs und der damit steigenden Verkehrsschwie-
tens in Schutz nehmen zu wollen, muß die Be- Zeichnung „Verkehrspirat" für Radfahrer, die eine Tageszeitung gebrauchte, auf das schärfste zurückge- wiesen werden. Diese Einstellung, die gegen den Grundsatz der
Verkehrsgleichberechligung verstößt, ist geeignet, die gleichsam naturbedingten Gegensätze nur noch zu vertiefen. Zugegeben, daß Radfahrer durch Leichtsinn ihr und ihrer Mitmenschen Leben hier und da aufs Spiel setzen, so trägt die Rücksichtslosigkeit mancher Autolenker auch ihren Teil zu der ungeheuren Unsallzifser bei. Leichtsinn und Rücksichtslosigkeit sind Charaktereigenschaften, die sich niemals restlos durch Verordnung und Po-
Führer und Reichskanzler voraussichtlich zur deutschen Jugend sprechen wird.
cJPer^err Reichserziehungsminister hat für säntt- haje Schulen, soweit ihnen Radiogerät zur Ver- fügung steht und die Jugend nicht durch die örtlichen Gliederungen der HI. in Anspruch genommen ist, Gemeinschaftsempfang angeordnet. Inwieweit dabei auch Kinder des ersten bis vierten Grundschuljahres zu beteiligen sind, bleibt dem Ermessen der Schulleiter anheimgestellt. Ich ersuche, das hiernach Erforderliche zu veranlassen.
iinu ia)on oer oramngen Silber wegen besonders hervorzuheben „Landschaft des Wattenmeeres" und „Celler Zucht", Kinderstube des hannoverschen Pferde. Zwei andere Themen von großem Reiz: „Welche Frau wird am meisten geliebt?" und „Die Frau in USA" geben Nachdenkliches für die Frau. Für den wirtschaftlich eingestellten Menschen ist der Beitrag von Ministerialdirektor i. e. R. Reichard über „Deutsche Wirtschaftswerbung als Antriebskraft für den Binnen- und Weltmarkt" beachtlich. Wer nach den Wurzeln unserer Vergangenheit sucht, wird mit ©eroinn die Abhandlung von Ruppel über „Haus- und Hofmarken" lesen. Ein reizvolles Stück Lttera- turvergangenheit wird durch einen Briefwechsel Theodor Storms mit Albert Nieß gegeben. Weitere Beiträge sind enthalten von Siegfried Anheißer „Neue Wege der Mozartübersetzung" und von Dr. Walther Linden zum 100. Todestag des Dichters Christian Dietrich Grabbe.
Aufruf
des Gauleiters und Reschsstatthatters Sprenger zur Konzertreise der Luftwaffe im Gau Hessen-Nassau.
Dom 19. September ab unternimmt eine 300 Mann starke Musikkapelle der Luftwaffe eine mehrwöchige Konzertreise durch den Gau Hessen-Nassau. Sie wird in einer Reihe von Stödten Konzerte abhalten, deren Reinertrag dem Lrholungs- werk des Deutschen Dolkes und der Kinder-Oandverschickung zugute kommt Ich heiße die Musiker der Luftwaffe im Gau Hessen-Rassau herzlich willkommen und danke ihnen für die soziale Tat, die sie durch ihre Konzertreise vollbringen Ich fordere die Bevölkerung der einzelnen Kreise, in denen Musikveranslaliungen stakt- smden werden, auf, fich durch zahlreichen Besuch der Konzerte für den Opfersinn der Soldaten erkenntlich zu zeigen und ihre Verbundenheit mit der Wehrmacht unter Beweis zu stellen. Vor allem, so hoffe ich, wird es fich kein Frankfurter nehmen lassen, an der haupkveranstallung im Sportfeld keilzunehmen.
Sprenger.
r bcnf .ich der zähen Gebärde und großen Ge-1 lachte er auf (oder war es nur ein verzerrter Laut m rf a no W°NN er ans Bauern- der Qual?) und wischte den Schweißt vanderStirn!
den fetten, grünen Saatenman"el. *” | voll" und" 'über
meinen Bubenkopf und meinte: „Also, wir wollen fertig machen. Es ist gut so!".


