Kulturleistungen der nun zerbrochenen Gemeinschaft zu legen. Auch Deutschland stand vor diesem Schicksal; als der Kommunismus den Reichstag anzündete, sollte nur der Beginn einer Zerstörungsarbeit eingeleitet werden, die sich in gar nichts unterschieden hätte von der der französischen Kommune im Jahre 1871 oder der russischen bolschewistischen Revolution oder dem Versuch, über die Brandstiftung des Wiener Justizpalastes den roten Hahn in die altehrwürdige Kulturmetropole an der Donau zu fetzen, oder der Niederbrennung der spanischen Kirchen und ehrwürdigen Paläste in diesen Tagen.
Die größten kulturellen Leistungen der Menschheit verdanken ihren Auftrag, ihren Antrieb und ihre Erfüllung immer nur jenem autoritären Willen, der die menschlichen Gemeinschaften geschaffen und geführt hat. Der autoritäre Wille ist zu allen Zeiten der größte Auftraggeber für die Kunst gewesen. Er schafft aber nicht nur die allgemeine Voraussetzung für diese kulturellen Leistungen, sondern er war auch ihr Formgestalter.
Wenn man nun die Frage des Nutzens der menschlichen Kulturleistung anschneidet, so ist darauf folgendes zu antworten: Reichtum und Armut sind wie alles auf dieser Welt auch im letzten Grunde nur relative Begriffe. Wem es gelingt, ein Volk von materiellen Auffassungen zu ideellen hin- zulenken, der wird am wenigsten unter der Not des Ewig-Materiellen zu leiden haben. Wenn der Marxismus die materiellen Instinkte mobilisiert, dann nur, weil er glaubt, damit das verständliche Signal für jene passive Masse in den Völkern zu besitzen und zu geben, die nicht die Staaten gebildet hat, sondern die erst durch die Staatsbildung mit geformt wurde.
Es ist der Appell an die primitivsten U r t n ft i n f t e, die, einmal mobilisiert, am ehesten zur Zerstörung jener Gemeinschaft eingesetzt werden können, die dem einzelnen an Freiheit nehmen muß, um einer Gesamtheit zum Leben zu nützen und die daher nur über einen idealistischen Verzicht des einzelnen zu einem materiellen Gewinn der Gesamtheit führen kann.
Autoritärer Mite als größter Auftraggeber für die Kunst.
Der Rationalsozialismus hak die geschichtliche Mission, in unserem auf dem Wege der Demokratie zum Anarchismus abrutschenden Volks- körper eine neue Autorität aufzurich- ten. Indem wir den Staat aus der Umklammerung einer rein wirtschaftlichen Betrachtung lösen und seine hehre Zweckbestimmung erkennen, schaffen wir die Voraussetzung zu einer inneren seelischen Rückführung von Millionen Menschen in diese Gemeinschaft unseres deutschen Volkes. Möchte die ungeheure Bedeutung dieser langsamen Formung einer neuen und unerschütterlichen selbstsicheren Autorität doch von allen jenen begriffen werden, die selbst in ihrer Existenz unlösbar abhängig sind von einer solchen Autorität. Möchten dies begreifen d i e Träger unserer Wirtschaft, möchten dies begreifen die Führer unserer Kirchen, möchten dies vor allem aber auch begreifen die Anhänger und Förderer, Ge st alter und Schöpfer unserer deutschen Kultur! Möchten sie alle begreifen und verstehen, daß diese Arbeit der Wiederaufrichtung einer blinden und nicht der zersetzenden Kritik unterworfenen Autorität in einer Zeit, da die anarchistischen Tendenzen der Auflösung überall sichtbar werden, die wich- t i g st e ist, die überhaupt Menschen gestellt werden kann, daß jedes Ragen und Rörgeln an dieser Autorität eine Versündigung ist an unserer Gemeinschaft, daß jede Schwächung dieser Autorität nur zu einer Lähmung des Gemeinschaftswillens und damit zu einer Aufhebung der Gemeinschaftsbildung führen müssen. Möchten sie verstehen,
daß die Wiederaufrichtung einer solchen Autorität uns über alle sonstigen Schwierigkeiten immer hinweghelfen wird, daß aber umgekehrt der Verlust dieser Autorität in der anarchistischen Auswirkung zu der größten Ka - tastrophe führen mühte, die wir in Europa sich zum Teil schon ankündigen sehen und daß am Ende dieser Katastrophe die Anarchie stehen wird oder die Wiederaufrichtung einer noch brutaleren Autorität.
Mögen sie aber auch dabei verstehen, daß sich diese einheitliche Linie weder im politischen oder wirtschaftlichen, noch im kulturellen Leben jemals aus dem sogenannten freien Spiel aller Kräfte von selbst ergibt. Mit dem Sieg des Nationalsozialismus ist das durch die Demokratie eingeleitete Spiel der freien Kräfte beendet worden. Nach dem Spiel der freien Kräfte hat aber nun hie Seither gemeinsamen ßeiftung und des gemeinsamen Wiederaufbaues zu kommen. Die Demokratie reißt nur ein. Das Prinzip des autoritären Willens aber will die Periode des Abbruchs beenden und eine neue des Aufstiegs, d. h. der konstruktiven Weiterentwicklung beginnen.
Daher wird die aus dem Spiel der freien Kräfte als Siegerin hervorgegangene nationalsozialistische Idee und die sie tragende und fördernde Bewegung nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich und kulturell die Führung der Nation übernehmen. Sie stellt die Aufgaben und sie bestimmt die Tendenz ihrer Erfüllung. Niemand verfügt über mehr Berechtigung als sie, niemand aber auch über eine größere innere Voraussetzung. Ein christliches Zeitalter konnte nur eine christliche Kunst besitzen, ein nationalsozialistisches Zeitalter nur eine nationalsozialistische.
Die Kultur als Weseusausdrulk der pollllscheu Führung.
Die nationalsozialistische Kunst aber hat unserer Gemeinschaftsentwicklung zu dienen. Daher kann diese nationalsozialistische Kunst auch nicht mehr die Erscheinungen der hinter uns liegenden dekadenten Welt bilden, deren demokratische Zerstörungen sich in sichtbarer Deutlichkeit auch auf das kulturelle Gebiet übertrugen. Wir lieben das Gesunde. Der beste Kern unseres Volkes an Leib und Seele gemessen, soll den bestimmenden Maßstab bilden. Wir wünschen in unserer Kunst nur dessen Verherrlichung. Das Gebot unserer Schönheit soll immer heißen: Gesundheit. Für das Architektonische überseht: Klarheit, Zweckmäßigkeit und — aus beiden entwickelt — wieder
Schönheit.
Indern mir diese Gesundheit und damit das Schönheitsempfinden des neuen Menschen als Maßstab für unsere kulturellen Leistungen anzulegen entschlossen sind, werden wir auch konstruktiv den Weg zu jener edlen, wahrhaft zeitlosen Form finden, die in gleichbleibenden Wesen unseres Volkes begründet ist. Und wir haben schon heute das glückliche Wissen, daß dieses Streben kein Versuch ist, sondern daß es seine Erfüllung erfährt. Was dabei nicht mitzugehen in der Lage ist, muß abgestoßen werden.
So werden wir auch in unseren kulturellen Arbeiten mit einer Anzahl gewaltigster dokumentarischer Leistungen beginnen in der Ueberzeugung, daß das unsterbliche Vorbild die beste Lehrmeisterin bleibt für alle Zeiten. Denn diesem
gewaltigen Vorbild liegt die Kraft zu eigen, das zu erreichen, was den Anarchisten unausstehlich ist, nämlich die Form — und damit d i e st i l- b i l d e n d e W i r k u n g. Es ist unser Wille, aus der Zerfahrenheit unserer kulturellen Einzelleistungen wieder den Weg zu finden zu jenem großen Stil einer sich gegenseitig ergänzenden und steigernden Gemeinschaftsarbeit.
Aus solchen Absichten entsteht das neue Nürnberg unserer Reichsparteitage. Es muß hier im gewaltigsten Ausmaß ein Dokument stilbildender A r t geschaffen werden, das zugleich für Millionen Deutsche ein Denkmal des Stolz sein soll, der Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft. Und aus dem gleichen Geist und mit der gleichen Zielsetzung findet die Umgestal- t u n g der Hauptstadt der Bewegung st a 11 und wird demnächst in Angriff genommen werden der Neuaufbau von Berlin als der Hauptstadt des Deutschen Reiches. Die hier entstehenden großen Werke werden aber unser Volk nicht nur in der Gegenwart beglücken, sondern auch in der Zukunft mit Stolz erfüllen. Die einzige wahrhaft unvergängliche Anlage der menschlichen Arbeitskraft und Arbeitsleistung ist die Kunst!"
Ergriffen dankten die Teilnehmer dem Führer für dieses erneute glühende Bekenntnis zur Kunst. Während sie das Theater verließen, zogen wie ein Sinnbild in unabsehbaren Reihen neue braune Kolonnen der Friedenssoldaten des Führers in die Stadt der Reichsparteitage ein, diese Parolen des Führers weiterzutragen in die Gesamtheit des deutschen Volkes.
Die Jugend huldigt dem Führer.
Von unserem W.E>.-Sonderberichterstatter.
Drohte auch der Himmel noch so sehr, d i e Hitler-Jugend ließ es sich nicht nehmen, a l s erste dem Führer am Mittwoch früh zu huldigen. In langer Marschreihe zogen die Jungmannen mit wallenden Fahnen und Bannern am Quartier 2ldolf Hitlers vorüber, des Mannes, dem sie ihr Leben geweiht haben. Man merkte ihnen auch diesmal den Stolz und die Freude an, am Führer vorbeiziehen zu dürfen, dazu mit den Feldzeichen des Kampfes um die Erneuerung Deutschlands. Und mit ihnen marschierte im Geiste d i e gesamte deutsche Jugend an Adolf Hitler vorüber. Das war nicht immer so. Wir haben die Zeiten nicht vergessen, da Söhne deutscher Mütter, verblendet und verführt durch oolksfremde Elemente, hinter rotem Tuch herliefen und Parolen in die Gegend schrieen, deren Sinn sie selbst nicht verstanden und durch die sie innerlich auch gar nicht berührt wirrden. Das, wofür zu kämpfen diese Verirrten vorgaben, hielt denn auch dem nationalsozialistischen Ansturm nicht stand. Das Erwachen der Jugend, soweit sie im volksfeindlichen Lager stand, kam; diese irregeleiteten jungen Menschen wandten sich entsetzt von den Ideen ab, die sie als verwerflich erkannten, um jetzt um so entschlossener für die Sache einzutreten, die ihrem Gefühl,
ihrem Herzen und der nun einmal durch nichts wegzuleugnenden nationalen Grundeinstellung entsprach. Daß die deutsche Jugend durch das bolschewistische Fegefeuer nicht hindurchgehen mußte, das ist das Verdienst der HI., die am Mittwoch durch ihre Fahnenabordnungen dem Führer ihre Huldigungen darbrachte. So kamen die Hitlerjungen zum Führer, in einigen Tagen ist der Führer bei ihnen, bei den vielen tausend nach Nürnberg geeilten deutschen Jungen, die unsere Hoffnung, unsere Zukunft sind und die die Bürgen deutscher Freiheit sein werden.
*
Schon zu früher Morgenstunde hatten sich vor dem „D e u t s ch e n H o f" die ersten Schaulustigen angesammelt. Vor dem Eingang des Gästehauses waren mit dem Stellvertreter des Reichsjugendführers, Stabsführer Hartmann Lauterbacher, die Amtsleiter der Reichsjugendführung, die Gebietsführer und Gebiets-Jungvolkführer angetreten. Punkt 9.30 Uhr hörte man vom Plärrer her den ersten Trommelschlag. Im gleichen Augenblick erschien auch der Führer mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach auf dem Balkon des Gästehauses. Minutenlang jubelte die Menge ihm zu, dann waren der Musikzug und der Spiel
mannszug des Gebietes Franken heran, die in schneidigem Schritt vor dem „Deutschen Hof" einschwenkten. Nun marschierten obergebietsweise die Hitlerjungen mit ihren Fahnen am Führer vorbei. Man merkte ihnen die Strapazen des viele hundert Kilometer weiten Marsches nicht an, um so mehr die Freude darüber, daß sie nun am Schluß ihres Marsches am Führer vorbeimarschieren dürfen. Die schöne symbolische Handlung des Marsches der Jugend aller deutschen Gaue mit ihren Fahnen zum Führer, die von nun an immer ein Bestandteil der nationalsozialistischen Reichsparteitage werden soll, hatte damit ihr Ende gefunden. Vor dem Hotel begrüßte auch Reichserziehungsminister R u st die Jugend des Deutschen Reiches.
Der Bolschewismus in Theorie und Praxis.
Rundfunkübertragung der Reden von Alfred Rosenberg und Dr. Goebbels.
Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Am Donnerstagnachmittag, um 5.30 Uhr, werden die Reden von Reichsleiter Alfred Rosenberg und Reichsminister Dr. Goebbels auf dem Parteikongreß in Nürnberg über alle deutschen Sender übertragen. Alfred Rosenberg spricht über das Thema „Der entscheidende Weltkampf", Reichsminister Dr. G o e b- b e I s nimmt zu dem Problem „Der Bolschewismus in Theorie und Praxis" in einer großen grundsätzlichen Rede Stellung. — Reichsarbeitsführer Hierl gibt bekannt, daß die für 18 Uhr vorgesehene Reichssendung vom Appell des Arbeitsdienstes und der für alle Arbeitsdienstlager angeordnete Gemeinschaftsempfang auf Fre i- tag, 17 Uhr, verschoben ist.
„Das politische Deutschland." Rudolf Hetz
eröffnet die Nürnberger Ausstellung.
Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Die große Ausstellung „Das politische Deutschland" im Germanischen Museum, die in vielen wertvollen Dokumenten vom Schicksalsweg des deutschen Volkes aus drei Jahrtausenden Kunde gibt, wurde am Mittwochnachmittag von ihrem Schirmherrn, dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, feierlich eröffnet. Veranstaltet wird die Ausstellung vom Amt Schrifttumspflege der NSDAP.
Die Eröffnungsfeier ging in dem langgestreckten hohen Steinbau der im 14. Jahrhundert erbauten Karthäufer-Kirche des Germanischen Museums vor sich und fand so einen dem geschichtlichen Charakter der Ausstellung würdigen Rahmen. Den Altarraum an der einen Schmalseite trennten Blumen und Blattgrün vom Hauptteil. Unter den Ehrengästen sah man den Reichskriegsminister von Blomberg, die Reichsminister Rust und Graf Schwerin von Krosigk, den Ches der Ordnungspolizei General D a I u e g e sowie zahlreiche führende Persönlichkeiten der Gliederungen der Bewegung und des Staates und der am Kultur- fchasfen maßgeblich beteiligten Organisationen, ferner die Leiter der Bayerischen bezw. der Preußischen Staatsbibliothek, Ministerialdirektor Butt- mann und Dr. Crü ß.
Reichsleiter Alfred Rosenberg verwies auf die immer stärker zutage tretende Sehnsucht des deutschen Menschen, sichvoneinemneuenStand- p u n f t a u s ein Bild des geschichtlichen Werdegangs unseres Volkes zu machen. Gerade unsere Zett des Kampfes um die Neuordnung auf allen Gebieten bringe besser als jede andere Verständnis für den Geist auf, der aus diesen Dokumenten von drei Jahrtausenden deutscher Geschichte sprechen. „Wir sehen in diesen Schaustücken die Widerspiegelung der ewigen Werte des deutschen Charakters, wie wir in ihnen ebenso auf eine Vergangenheit sehen, die ihren Kreislauf endgültig abgeschlossen hat." Reichsleiter Rosenberg schloß mit Dankesworten an den Stellvertreter des Führers für die Uebernahme der Schirmherrschaft und an die Preußische und die Bayerische Staatsbibliothek, das Germanische Museum sowie die zwanzig anderen Archive und Büchereien, die ihre kostbaren Schätze für diese Schau zur Verfügung gestellt haben. Darauf erklärte der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß die Ausstellung für eröffnet.
Anschließend an den „Festlichen Marsch" von Händel unternahmen die Ehrengäste in mehreren Gruppen einen Rundgang durch die Ausstellung. Er endete in dem Raum „D a s ewige Volk", der kostbare Dokumente aus dem Schaffen der größten Söhne unseres Volkes birgt. Das Nürnberger Städtische Streichquartett spielte hier zum Abschluß Haydns Vartiationen über das Deutschlandlied.
Kommunistische Sabotageakte Auf den österreichischen Bundesbahnen zwei Höllenmaschinen explodiert.
Wien, 10. Sept. (DRV. Funkspruch.) Am Mittwochvormittag erfolgte im Gepäckwagen des um 8.10 Uhr von Wien abgegangenen v - Z u g e s bei der Einfahrt in den Bahnhof von Payerbach eine Explosion. Der Wagen geriet in Brand und mußte abgekoppelt werden. Personen kam nicht zu Schaden. Rach den bisherigen Feststellungen war eine in einem Reifekorb verpackte Höllenmaschine explodiert. Am gleichen Tag wurde im Fundbüro des Wiener Westbahnhofes ein Reifekorb a l s herrenloses Gepäckstück abgegeben, der bald darauf explodierte. Die Explosion richtete glücklicherweise nur unbedeutenden Sachschaden an. Die Polizei hat umfangreiche Rachforschungen nach den vermutlich in beiden Fällen gleichen Tätern eingeleltet. Wie von vertrauenswürdiger Seite mitgeteilt wird, dürfte es sich um kommuni st ische Sabotageakte handeln.
Marxistische Forderungen an Blum.
Verzicht auf Neutralität.
P a r i s, 10. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der V e r- waltungsausschuß der marxistischen Gewerkschaftsoerbände CGT. gab eine Mitteilung heraus, in der es u. a. heißt: Die Gewerkschaften Frankreichs find entschlossen, ihre So - lldaritätsbeweise aufrechtzuerhal- t e n. Sie weigern sich, den ausländischen Forderungen nachzugeben, die ihnen die Kundgebung ihrer Solidarität verbieten sollen. Die Mitteilung behauptet, daß diese Haltung durch die Unterstützung bestimmter Mächte für die spanische Militärgruppe beeinflußt sei. Unter diesen Umständen, so wird
weiter erklärt, glaubt der Ausschuß, von der französischen Republik verlangen zu müssen, ihre Neutralitätspolitik zu überprüfen. Der Ausschuß verlangt ferner von der Regierung die möglichst schnelle Einberufung des Völkerbundsrates, um das international^ Recht sicherzustellen.
Die Mitteilung fordert schließlich alle Anhänger des CGT.-Verbandes auf, den Ertrag einer Arbeitsstunde einem spanischen Hilfswerk für Flüchtlinge zu widmen. Auf die Innenpolitik übergehend, protestiert sie gegen „Verletzungen sozialer Gesetze" und erklärt drohend, daß die Gewerkschaften nicht ruhig der Beeinträchtigung ihrer Rechte zusehen würden. Der Ausschuß verlangt die allgemeine Einführung der 40-Stundenwoche und erklärt im übrigen treu zum Volksfrvntprogramm und der daraus hervorgegangenen Regierung stehen zu wollen.
Die Nationalisten erobern Arenas ve San Pedro.
Lissabon, 10. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie „Diario de Lisboa" meldet, haben die Nationalisten Arenas de SanPedro nordwestlich von Toledo eingenommen. Die Einnahme gelang e r ft nach heftiger Gegenwehr der Mar- xi ft e n, die verzweifelt um diesen letzten größeren Stützpunkt vor Toledo kämpften. Durch das Artilleriefeuer der Nationalisten wurde die Ortschaft größtenteils in Trümmer gelegt. 250 Mann der Marxisten wurden getötet und zahlreiche verwundet.
Staaisreform in Belgien.
Stärkung derAutorität und Unabhängigkeit.
Brüssel, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Mi- nifterpräfibent Van Zeeland kündigte vor den innenpolitischen Ausschüssen der Kammer und des Senats an, daß die Regierung sowohl gegen die extremen Bewegungen von rechts wie von links vorgehen und alle Versuche, die bestehende Ordnung umzustoßen, bekämpfen werde. Unter der Arbeiterschaft mache sich eine ungerechtfertigte Ungeduld bemerkbar, die zu wilden Streiks geführte habe. In einem großen Teil der öffentlichen Meinung sei eine regelrechte Panik st immung festzustellen und in dieser Atmosphäre der Verwirrung seien neue Bewegungen entstanden, die radikale Losungen anstrebten. Es seien Versuche festzustellen, in Belgien zwei Fronten zu errichten.
Die Regierung sei entschlossen, diesen Gefahren entgegenzutreten. Dies sei aber nur möglich, wenn man sich zu einer tiefgreifenden Staatsreform entschließe. Man müsse die Autorität des Staates stärken und dem Land mit dem Bewußtsein der gemeinsamen Verantwortung das Gefühl der nationalen Disziplin wiedergeben. Belgien lehne es ab, das außenpolitische Spiel irgendeiner Gruppe zu spielen. Die Regierung habe lediglich belgische Interessen zu wahren. Sie werde es niemals zulassen, daß diese Interessen durch irgendeine Kombination der ausländischen Diplomatie verletzt würden.
Kleine politische Nachrichten.
König Eduard VIII. besuchte in Wien den Bundespräsidenten M i k l a s in seinen Amtsräumen im Bundeskanzleramt. Das Gespräch der beiden Staatsoberhäupter dauerte eine halbe Stunde. Nachmittags suchte der König einen bekannten Wiener Ohrenspezialisten auf, den er schon seit Jahren wegen eines kleinen Ohrenleidens konsultiert.
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Der französisch-syrische Vertrag wurde im Beisein des Ministerpräsidenten, des stellvertretenden Außenministers und des französischen Ober« kommissars in Syrien unterzeichnet. Der Führer der syrischen Abordnung hielt eine Ansprache. Unterstaatssekretär Vienot erklärte u. a., daß die französische Regierung demnächst über die gleichen Fragen mit der Republik des Libanon verhandeln werde, die ebenso wie Syrien berufen sei, unabhängig zu sein.
Kunst und Wissenschaft.
Wiener Rüntgenologen-Kongreß.
Die Beratungen und Vorführungen auf dem Wiener Röntg enologenkonareß erreichten mit den Vorführungen von Professor Janker (Bonn), die mit stürmischem Beifall ausgenommen wurden, ihren Höhepunkt. Professor Janker zeigte zahlreiche Röntgenfilme, welche die Herztätigkeit, die Atmung, die Tätigkeit des Magen- und Darmtraktes sowie den Schluckakt der Speiseröhre erkennen ließen. Besonderes Aufsehen erregte aber die Vorfühung eines Röntgentonfilms, welcher die Vorgänge im Kehlkopf während des Sprechens zeigte. Auch die Vorführungen von Professor Reynolde (London) und Professor van de Maele (Brüssel) fanden großen Beifall.
Rhein-Main-Geblel Deutschlands größter Welngau.
Nachdem auf dem ersten „Rhein - Mainischen Winzertag" in Mainz der gesamte Weinbau des Gaues Hessen-Nassau sich zu einer Gemeinschaftswerbung vereint hat, ist das Rhein-Main- Gebiet heute mit einer Rebenfläche von 18 000 Hektar (1000 Hektar Jungfelder einbegriffen) der größte ©ein g au Deutschlands und zugleich der deutsche Zentralweinkeller. An zweiter Stelle folgt mit etwas über 16 000 Hektar die Saarpfalz.
Wetterbericht
des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Der zum Schwarzen Meer abgezogene Wirbel brachte auch unserem Bezirk am Mittwoch noch einzelne Schauer, mehr und mehr macht sich jedoch der Einfluß des nachrückenden Hochdruckgebietes geltend, das in der Nacht zum Donnerstag Aufklärung und damit auch kühlere Temperaturen und rühmorgens Nebel herbeiführte. Trotzdem die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit sich fortsetzt, ist ein stärkeres Eingreifen von Tiefdruckausläufern auf unser Gebiet nicht mehr zu erwarten, vielmehr wird das Wetter in unserer Gegend wesentlich durch Hochdruckgebiete beeinflußt werden.
Aussichten für Freitag: Anfangs heiter bis bewölkt, stellenweise auch etwas Regen, an» chließend wieder Witterungsbesserung und schwache Luftbewegung.
Lufttemperaturen am 9. September: mittags 16,7 Grad Celsius, abends 12 Grad; am 10. September: morgens 9,6 Grad. Maximum 16,7 Grad, Minimum heute nacht 8,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. September: abends 15,1 Grad; am 10. September: morgens 13,1 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 1,3 Stunden.


