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ttr. 212 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, lv. September 1956

Kultur als Gemeinschaststeistung des deutschen Volkes

Der Führer spricht auf der Kulturtagung der Partei. - Der Dichter Heinrich Anacker und der Physiker Philipp Lenard erhalten den Preis der NSDAP. für Kunst und Wissenschaft.

Nürnberg, 9. Sept. (DNV.) Mit der gleichen Zielstrebigkeit, mit der die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei den politischen Willen Deutschlands geformt hat, nahm sie die kultu­rellen Probleme in Angriff, die nach natio­nalsozialistischer Weltanschauung untrennbar mit den Lebensfragen des deutschen Volkes verbunden und einheitlicher Ausdruck deutscher Lebensgestaltung sind. Welche Bedeutung dem Neubau einer deutschen Kultur beigemessen wird, erhellt am besten aus der Tatsache, daß der Führer s e l b st auf allen Reichsparteitagen ihre großen Probleme behandelt hat. Die Kulturtagung des Reichsparteitages ist die Zusammenfassung aller in der Bewegung und damit im deutschen Volk lebendigen schöpferischen Kräfte. So waren auch am Mittwochabend bei der Kulturtagung des 8. Reichsparteitages der^NSDAP. im Opernhaus nicht nur das gesamte Fuhrerkorps der Bewegung,

sondern auch alle leitenden Männer des Reiches, die namhaften Vertreter der Kunstbehörden und künstlerischen Institutionen und die geistige Elite aus Wissenschaft und Forschung vertreten. Zu ihnen kamen noch die ausländischen Missionschefs und die Ehrengäste des Führers.

Kur^ nach 8 Uhr erschien der Führer im Opernhaus und nahm in der Mitte der ersten Reihe Platz. Goethes TitanensangPromotheus" in der Vertonung von Hugo Wolf, gesungen von Kammer­sänger Rudolf Bockelmann, leitete die Feier­stunde ein. Das Berliner Philharmonische Orche­ster bestritt unter Leitung von Generalmusikdirektor Professor Dr. Peter Raabe den Orchesterteil dieser herrlichen Komposition. Der heldische Sang von dem mit den Göttern ringenden Prometheus, der der Menschheit das Licht der Erkenntnis bringt, wurde durch die prächtige gesangliche Leistung Bockelmanns zu einem tiefen Erlebnis.

geborenen Dichter Heinrich Anacker, ist einer der ältesten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewe­gung. Er besuchte die Universitäten Zürich und Wien; von dort aus führte ihn sein Weg nach Mün­chen unter die Fahne des Führers. Aus dem Er­lebnis des Kampfes um ein neues Deutschland er­wuchsen Anacker seine Lieder. Sie wurden Trom­mel und Fanfare, Bekenntnis und Ausdruck glü­henden Glaubens. Sie wurden zu einem politischen Tagebuch. Sie werden von der jungen Mannschaft auf Märschen und in Feierstunden gesungen. Durch seine jetzt in vier Bänden vereinten Lieder hat Anacker der Dichtung eine politische Aufgabe zuge­wiesen in dem Sinne: Dichtung als Ausdruck einer Idee und als Gestaltung des politischen Wollens eines Volkes. Im Jahre 1931 erschien der Band Die Trommel. SA.-Gedichte". Ihm folgte 1933 ein zweiter BandDie Fanfare. Gedichte der deutschen Erhebung", welcher dem Führer gewid­

met ist. Für diese beiden Sammlungen erhielt A n a ck e r 1934 die Hälfte des Hamburger Dietrich- Eckart-Preises. Ein dritter Band unter dem Titel E i n k e h r" behandelt die großen Stoffkreise Land­schaft, Volk und Heimat. 1934 wurde Anackers Arbeitsschlacht" in Dortmund uraufgeführt.

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Bei der Verkündung der Träger der Preise er­hebt sich brausender Beifall, der sich verstärkt, als die Preisträger ihre Urkunden aus den Händen des Reichsleiters Rosenberg in Empfang nehmen und der Führer den Bannerträgern des natio­nalsozialistischen Gedankengutes auf den Gebieten der Dichtung und der Wissenschaft dankt. Das Ber­liner Philharmonische Orchester vermittelte dann den Teilnehmern der großen Kulturtagung durch die vollendete Wiedergabe der Pastoral-Symphonie Ludwig van Beethovens einen auserlesenen Genuß.

Die Sendung der nationalsozialistischen Weltanschauung.

OerBeauftragte desFührers für die welt­anschauliche Schulung der Bewegung, Beichsleiter Alfred Bosenberg

ergriff darauf das Wort zu seiner Rede überDie Sendung der nationalsozialistischen Weltanschauung".

Rosenberg führte in seiner Rede u. a. aus, daß, je weiter die Gestaltung des Willens und der Idee der deutschen Wiedergeburt fort­schreite, es um so bewußter immer neuen Hundert­tausenden werde, daß wir zwar im Zeichen einer großen Revolution stehen, zugleich aber auch in­mitten einer großen Zeit der Erfüllung zu wirken berufen sind.

Seit dem Versinken der mittelalterlichen Welt­anschauung haben wir also zwar viele Konfes­sionen. viele Kunsttheorien, viele Philosophen­schulen gehabt, aber keine große Welt­anschauung. Eine solche Weltanschauung, d. h. eine Schau, die eine alle Gebiete des Lebens umfassende innere Bindung schafft, ist erst mit dem Kationalsozialismus ge­boren worden. Deutschland hat sich seine ge­segnete Stunde erkämpft und darf sie nicht un­genutzt verstreichen lassen.

So wie die Nationalsozialistische Deutsche Ar­beiterpartei den Nationalsozialismus entgiftete und aus scheinbaren Todfeinden eine Kampfkamerad- schast schmiedete, so besteht die Sendung des Natio­nalsozialismus darin, auch die Gebiete der Kunst, Wissenschaft und Philosophie aus einer Schau heraus neu zu bilden. Wir sind des festen Glaubens, daß jeder große Stil einer Persönlichkeit oder eines

Volkes sowohl blutmäßig als auch weltanschaulich bedingt ist; davon zeugt die Pallas Athene ebenso wie die Fünfte Symphonie.

Nur in der Durchsetzung der Gesamthal­tung ist der Sieg der deutschen Wiedergeburt ver­bürgt. Das, was der einzelne hierbei an Entsagung zu tragen hat, schenkt er an Festigkeit dem großen Geisteskampf unserer Epoche. Wir haben unter Adolf Hitlers Führung das Chaos gebän­digt, aber es ist für immer nur zu überwinden durch eine Zukunftsidee, nicht durch Rückkehr zu Gedanken und Formen, die einmal zerbrachen und sich deshalb als unfähig erwiesen haben, uns inner­lich und politisch zu retten.

Es mag als Anmaßung erscheinen, zu verkünden, daß wir beanspruchen, eine solche Aussonderung und eine Zusammenschau durchzuführen. Darauf unsere Antwort: Wir sind nicht bei fernen Theorien stehen geblieben, sondern haben unsere W e l t a n - fchauung von der Drei-Einheit von Leib, Seele und Geist bereits erkämpft und innerlich gesichert.

Vor unseren Augen vollzieht sich also die Ge­burt einer neuen Kultur. Wir denken nicht daran, diesen Prozeß eines neuen Wachsens künst­lich beschleunigen zu wollen. Der Atem unserer Re­volution ist nicht kurz wie so mancher anderen. Er geht ruhig, sicher und tief. Er umfaßt nicht eine Generation, sondern alle. Das ist unsere Sendung. Um ihr auch von hier aus zu dienen und der drängenden Kraft immer neues Leben zu ge­ben, hat der Führer im vergangenen Iahr einen Preis der RSDAP. für Kun ft und Wissenschaft gestiftet. Dieser Preis gelangt auch in diesem Jahr zur Verteilung.

Die Preisträger.

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Geheimrat Professor Dr. Philipp Lenard. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Dichter Heinrich A n a ck e r. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Den Preis für Kunst erhält der Dichter Heinrich A n a ck e r. Seit vielen Jahren hat der junge SA.- Mann Anacker den Kampf unserer Bewegung mit seinen Gedichten begleitet. Als ein Sänger unserer Zeit hat er immer wieder die Geister angefeuert und in stets sich erneuernder Leidenschaft starke Lieder unserer Sehnsucht gesungen. Viele die­ser Gesänge erklingen aus unseren Kolonnen und sind wahrhafte Volkslieder geworden. Die Bewegung dankt dem Dichter deshalb an dieser Stelle für die Lieder der deutschen Revolution.

Den Preis für Wissenschaft erteilt die NSDAP. Geheimrat Professor Dr. Philipp Lenard (Heidel­berg). Es kann sich nicht darum handeln, hier die Verdienste des großen Physikers zu schildern. Das hat eine fachlich berufene Stelle schon lange getan und Prof. Lenard mit dem Nobelpreis aus­gezeichnet. Wenn wir Prof. Lenard aber heute ehren, so in erster Linie alls Lehrer der deutschen Jugend und «als Denker und For­scher. Inmitten eines frechen Beschimpfens des Deutschtums auf der Universität Heidelberg hat Prof. Lenard die Fahne des Widerstandes er­hoben und bewiesen, daß hohes Gelehrtentum sich mit vorbehaltlosem Mut zur Verteidigung deutschen Wesens verbinden muß, um Vorbild sein zu können. Als Denker hat Prof. Lenard aber gelehrt, daß Wissenschaft nicht gleich Wissenschaft ist, sondern daß fremde Rassenseelen auch ganz verschiedene wissenschaftliche Geisteswelten erzeugen. Es ist deshalb der NSDAP, eine besondere Freude, dem großen Forscher und Lehrer, dem mutigen Anhänger des Führers in schwerer Zeit und dem deutschen Denker von dieser Stelle ihren Dank auszusprechen, verbunden mit der Hoffnung, daß

die deutsche Wissenschaft noch viele Männer seiner Art hervorbringen möge.

Die Preisträger.

Philipp Lenard.

Der am 7. Juni 1862 in Preßburg geborene Phy­siker Philipp Lenard gehört zu den bedeutendsten Meistern seines Faches. Er wirkte nacheinander an den Universitäten bzw. Technischen Hochschulen in Breslau, Aachen, Kiel und vor allem in Heidelberg, wo er das Radiologische Institut begründete. 1932 trat er in den Ruhestand. Seine Leistungen erstrecken sich in erster Linie auf die Erscheinungen bei elek­trischen Entladungen in gasverdünnten Röhren, auf die Vorgänge der Lichtelektrizität, der Wasserfall- elektrizität und der Phosphoreszenz. Ferner lieferte er durch feine Forschungen grundlegende Erkennt­nisse zur Atomtheorie. Auch außerhalb der Fach­kreise ist Lenard durch seinen erbitterten Kampf gegen d i e Relativitätstheorie Ein­steins bekannt geworden. Seine Leistungen fanden eine wohlverdiente Anerkennung durch Verleihung des Nobelpreises für Physik im Jahre 1905 und des Adlerschilds des Reiches im Jahre 1933 aus Anlaß seines 71.Geburtstages. Lenard gehört zu den ideenreichsten Physikern der Gegen­wart; fein hervorragendes experimentelles Geschick und sein Lehrtalent haben das Heidelberger Insti­tut zu einem der wichtigsten Mittelpunkte der na­turwissenschaftlichen Forschung gemacht.

Heinrich Anacker.

Der aus thüringischem Bauerngeschlecht stam­mende, 1901 in dem schweizerischen Städtchen Aarau

Gemeinschastsbildung als Grundlage jeder Kultur

Der Führer

dankte zunächst Prof. Raabe und den Künstlern. Unter atemloser Stille des Hauses nahm er so­dann das Wort zu feiner Rede, in der er u. a. ausführte:

Wer will heute noch daran zweifeln, daß wir nicht mehr am Vorabend, sondern inmitten einer der größten Auseinandersetz un- gen leben, von denen bisher die Menschheit heim­gesucht wurde? Eine unerträgliche Span­nung liegt über den Völkern. Wie immer aber wird es nur sehr wenigen der handelnden oder von den Geschehnissen betroffenen Menschen bewußt, daß die äußerlich vielleicht in losem Zusammenhang stehenden oder in der Reihen- und Zeitenfolge des geschichtlichen Ablaufs weit auseinander gezogenen Vorgänge nur d i e einzelnen Akte einer geschloffenen Handlung, die Aufzüge eines einzigen Dramas sind. Heute nach 2000 Jah­ren erscheint uns freilich der Verfall der antiken Welt als zwangsläufige Folge einer Reihe von Ur­sachen. Christentum und Völkerwanderung heißen wir das Geschehen. Tausend Jahre später schon ist einzelnen genialen Sehern die Zwangsläu­figkeit des geschichtlichen Ablaufs dieser Periode klar geworden. Ursache und Wirkung sind heute kein Geheimnis mehr. Allein alle jene, die damals den tragischen Verlauf der Ereignisse im einzelnen zu bestimmen glaubten, hatten kaum eine Einsicht in die höhere Ge­setzmäßigkeit ihres eigenen Handelns, der sie unter­worfen waren.

Und trotzdem gab es in jeder Zeit der Menschen­geschichte Propheten, die über das einzelne Zeiterlebnis hinaus die Ursachen und damit die Zwangsläufigkeit des größeren Gesamtgeschehens zu erkennen vermochten. Glücklich die Völker, in denen solche Propheten keine Literaten, sondern Politiker sind! So wurde es einem Friedrich dem Großen oder einem Kaiser Joseph II. möglich, aus der Ahnung einer drohenden Erschüt­terung der bestehenden menschlichen Gesellschafts­ordnung als Monarchen praktische Konse­quenzen zu ziehen. Sie haben dadurch den kom­menden revolutionären Ereignissen wenigstens in

ihren Staaten eine ganze Anzahl der sie scheinbar berechtigenden inneren Voraussetzungen genommen; der Jnfektionskraft der französischen Revolutions­ideen war in Deutschland somit von vornherein schon Dorgebeugt!

Allein solche geschichtlichen Ausnahmen be­sagen nichts gegen die Regel, daß es den Zeit­genossen in den meisten Fällen versagt bleibt, die tieferen Ursachen und die Gesetzmäßigkeit des Ablaufes ihrer eigenen Zeitgeschichte zu erkennen. So werden wir die bittere Empfin­dung nicht los. daß auch heute nur ein Bruchteil der Menschen leider besonders nur ein Bruchteil ihrer Führer die richtige Einsicht hat in die Ursachen und in den Zu­sammenhang der geschichtlichen Geschehnisse der Gegenwart.

Der Weg des Menschen vorn Einzelwesen zur Familie, zur Sippe, zum Stamm und zum Staat umschließt unabsehbare Zeiträume. Die Organisa­tion größerer Gemeinschaften setzt so den Verzicht voraus auf die zügellose Einzelfreiheit, gewährt aber im Rahmen der Gesamtleistung und der da­durch ermöglichten höheren Gesamtsicherheit dem Einzelwesen dennoch einen höheren und geschützten Lebensstandard. Dies aber ist auch bie Daraus- fetzung für jede menschliche Kultur, ja für die gehobene Stellung des Menschengeschlech­tes überhaupt auf dieser Welt.

Jeder erfolgreiche Versuch der praktischen Verwirklichung des Strebens nach unbegrenzter individueller Freiheit führt zur Anarchie. Die organisatorische Zusam­menfassung der Individuen durch eine Begren­zung der Freiheit des Einzelnen zu- gunften der Organisation einer größeren G e - mein schäft aber führt zum Staat. Die Vor- ausfetzung und die Grundlage für die Existenz des Staates ist und bleibt bie Autorität bes Staatserhaltungswillens. Die geistige Voraussetzung zur Herbeiführung ber Anarchie, ja die geistige Grunblage jeher Anarchie ist bie Demo­kratie. Kein Staat ist burch bie heutige Demokratie entstauben, aber alle großen Reiche haben burch diese Art von Demokratie ihre Zerstörung erfahren.

finlfuuerflörenbe Anarchie des Bolschewismus.

Wenn der Einwand erhoben wird, daß der Marxismus keineswegs zur Anarchie, son­dern im Gegenteil erst recht eine neue Gemein­schaft aufzubauen entschlossen sei. dann kann es sich also nur darum handeln, eine bestehende menschliche Organisation durch neue andere ab­zulösen. d. h. in dem Fall, den bestehenden in der Blutsgemeinfchaft der Rationen ruhenden autoritären Willen durch einen anderen, frem­den zu ersehen. Wir alle wissen, daß es d a s Ziel des Bolschewismus ist. die vor­handenen blutgemäßen organischen Volksführungen auszurotlen und durch das den arischen Völkern fremde j ü - dische Element z u ersehen. Darin liegt auch die Jnkernationalität die­ses Systems begründet.

Allein auch bas Enbe ber sowjetistischen autori­tären Staaten wirb früher ober später erst recht bie Anarchie sein, ba bem jübischen Element eine tyrannisierende Fähigkeit zu eigen ist, aber niemals eine wahrhaft organisatorische unb bamit aufbauenbe, vor allem aber, ba bieses Element so von einem unerhörten grausamen Herrschafts- willen angetrieben wirb, bem aber keinerlei Schöpferwerte ober Fähigkeiten zur Seite stehen.

Die höchste Gemeinschaftsleistung ber Menschen ist aber nun keineswegs wie insbesondre bie Wirtschaftler meist zu glauben pflegen bie sog. Wirtschaft, fonbern bie Kultur. Es ist baher kein Zufall, baß jebe Regung bes Anarchismus ver- bunben ist mit einer wilben Bekämpfung ber höch­sten Gemeinschaftsleistung, nämlich ber kulturellen.

Die Verhöhnung kulturgeschichtlicher Arbeiten, bie Lächerlichmachung kunstgeschichtlicher Denkmäler, bie Verspottung heiliger kultureller Uebertieferun= gen, bie zynische Parobierung unsterblicher Meister­werke bis zur widerlichen Veralberung aller Glau- bensbinge. bie bewußte Verzerrung kunstgeschicht- licher Auffassungen in bas Gegenteil, bie Vernar- rung bes gesunden unb natürlichen Menschheits- empfinbens, bie Kultivierung bes Abscheulichen unb Häßlichen, bes betont Krankhaften, bies alles sinb nur einzelne Züge einer geschlossenen Hanblung ber Ablehnung ber Ergebnisse ber höchsten menschlichen Gemeinschaftsarbeit unb Leistung. Unb bamit letz­ten Enbes bie Ablehnung bieser Gemeinschafts- gebUbe an sich. So ist zwischen bem beftruFtioen Wirken bes Jubentums im wirtschaftlichen Leben

unb feinen nicht minber bestruktiven auf allen Ge­bieten ber menschlichen Kultur ein unlösbarer Zu­sammenhang gegeben. Dies ist ein funbamentaler Grunbsatz:Es kann kein Mensch eine innere Be­ziehung zu einer kulturellen Leistung besitzen, bie "icht in bem Wesen seiner eigenen Herkunft wur­zelt. (Stürmische Zustimmung.)

Es wird manchesmal die scheinbar fo richtige und doch so geistlose Aeuherung vernommen, daß die Voraussetzung für jede Kunst die Wirtschaft sei. Kein! Kein! Die Voraus­setzung für die Wirtschaft und für die Kunst ist der Staat, d. h. aber die politische Ge­stattung und Führungskraft, die in den Völkern liegt. Die Meinung, daß der größte wirtschaft­liche Reichtum der Völker identisch mit einer höchsten menschlichen Kultur sei. beruht auf einer ganz oberflächlichen Kenntnis, um nicht zu sagen, einer blinden Unkenntnis ber menschlichen Entwicklungsgeschichte. Alles das, was der Mensch an Reichtum für die primi- liven Lebensbedürfnisse verbraucht, wird ver­gessen und nur das. was er erbaut und an dauernden Lebensdokumenten hinterläßt, wird auch nachher noch von ihm zeugen. Das hand­geschriebene Buch eines vielleicht hungernden Philosophen lebt in der Menschheitsgeschichte ewiger als das lukrative Geschäft des größten

Kapitalprohen. (Lebhafter Beifall?)

Die großen menschlichen Kulturleistungen, sie sind ohne Zweifel ber erhabenste Ausbruck ber lieber- Höhung, bie ber Mensch auf bieser Welt bem anbe- ren Lebewesen gegenüber gefunben hat. Sie sinb allerbings baher auch ewig jenen fremb, bie biefen Marsch ber Menschheit weber ver­anlaßten, noch innerlich niitmachen konnten, fonbern bie irgendwie im unb am Animalischen hängen geblieben sind. Daher schlummert auch in allen Völkern neben bem politischen Anarchismus ber kulturelle, neben ber politischen Ehrfurchtslosigkeit auch bie Ehrsurchts- lofigfeit vor ber Kultur.

Wehe, wenn über ben Umweg einer politischen Lockerung ober Auflockerung bieser Gemeinschaft ben weniger wertvollen Elementen bie Auswir­kungsmöglichkeiten ihres an sich begrenzten inbini- duellen Freiheitsstrebens zurückgegeben werben. Dieses losgeworbene Untermenschentum pflegt bann sofort bie Branbfackeln an bie