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am Sonntagnachmittaa in der Nähe von Nar- banne (Südfrankreich). Der Autobus, der etwa 20 Ausflügler von einem Strandbad in die Stadt befördern sollte, stürzte wenige Kilometer vor Nar- bonne eine drei Meter hohe Böschung hinab, über­schlug sich und fing Feuer. Herbeieilende Passan­ten retteten 15 Fahrgäste aus den Flammen, die das Fahrgestell vollkommen eingehüllt hatten. Man befürchtet, daß sechs Personen, die non dem um­schlagenden Wagen begraben wurden, in den Flammen umgekommen sind.

Zigeuner-Oberhäupkling Rosenberg im Hamburger Gängevierkel verhaftet.

Der Kriminalpolizei ist es gelungen, den aus dem Zigeunerkrieg Korpatsch-Rosenberg be­kannten ausländischen Zigeunerhäuptling Rojenberg im Hamburger Gängeviertel festzunehmen. Rosen­berg, der bei einem kurzen Besuch bei seiner Mutter

in deren Wohnung verhaftet wurde, wird in Sachen Korpatsch wegen Erpressung, die unter An­wendung rohester Gewalt an deutschen Zigeunern begangen wurde, von der Kriminalpolizei Frank­furt a. M. gesucht.

Britisches Verkehrsflugzeug abgestürzk.

Am Montagfrüh stürzte kurz nach dem Start im Flughafen Croydon bei Wellington ein Ver­kehrsflugzeug der Imperial Airways aus geringer Höhe in den Garten eines Hauses ab, und geriet sofort in Brand. Bevor Hilfe zur Stelle war, ging die Maschine vollkommen in den Flammen auf, so daß feine Versuche mehr unternommen werden konnten, die vier Insassen zu retten. Durch die Explosion des Tanks wurden noch zwei angrenzende Häuser in Brand gesetzt. Die Maschine hatte u. a. Fracht für Paris an Bord.

FurchtbareFolgenderRekordhiheinLlGA.

Oie Sünden des Raubbaus an Boden und Wald rächen sich.

Von unserem B.-Berichterstatter.

Neuyork, Anfang August. (Durch Zeppelinpost.)

In jedem beginnt man in Amerika von An­fang Juni an mit sehr gemischten Gefühlen auf die Hitzewelle zu warten, die sich dann auch spätestens Anfang Juli einstellt. Gewiß, auch in Deutschland kennen wir heiße Tage; aber hier in den Vereinigten Staaten weist der Sommer durch­weg derartig mörderische Temperaturen auf, daß man sich drüben wirklich keine Vorstellung davon machen kann. Es hat schon seine Gründe, daß man sich in den Büros der Großstädte im Juli und August während der Arbeit der Jacketts, und wenn es ganz schlimm wird auch noch der Krawatten ent­ledigt, daß die Menschen, wenn sie nicht an die See hinaussahren können, vielfach in den Parks und auf den Dächern schlafen, und daß diejenigen, für die das Schicksal weniger gut gesorgt hat, sich abends einfach vor den Türen ihrer elenden Häu­ser ein Quartier zurechtmachen, um dort in den Nachtstunden darauf zu warten, daß der Wetter­gott in einem Anfall von guter Laune vielleicht eine leichte Brise durch die überheißen Gassen zu sen­den sich herabläßt.

Das Entsetzliche bei der amerikanischen Hitze ist, daß sie in den Großstädten des Ostens feucht ist und oaß die Temperaturen auch des Nachts kaum sinken. Die Zimmer der Wohnungen aber find nie­drig und klein; die Gesundheitsämter, die in den Vereinigten Staaten auf vielen Gebieten die schwer­sten Unterlassungssünden begehen, haben sich hier niemals darum gekümmert, ob die einer Person zur Verfügung stehende Luft im Schlafzimmer wirklich ausreichend ist. In den Farmerstaaten wiederum sind infolge des Raubbaus des vergangenen Jahr­hunderts in weiten Gebieten die Wälder so gut wie verschwunden; ja es gibt hier Staaten von der

Größe Preußens, in denen sogar einzeln stehende Bäume zu den Seltenheiten gehören. Wir denken dabei nicht etwa an Gebiete wie Arizona oder Ne­vada, die von jeher wasserarm waren, sondern ge­rade an diejenigen Staaten, die früher zu den fruchtbarsten Gebieten der Welt gehörten.

Wenn in den Steinbaukästen Neuyork oder Chikago die Temperatur auf hundert Grad Fahrenheit im Schatten (47 Grad Celsius) hochgeht, oder wenn sie im Mittelwesten 12 0 Grad erreicht, ist das für hiesige Verhältnisse durchaus nichts besonderes. Es handelt sich dabei um Amerikas übliche Hitzewellen. In diesem Jahre aber wurde den Vereinigten Staaten ein Sommer beschert, wie sie ihn s e i t 65 Jahren nicht mehr erlebt haben. In den Großstädten fallen die Menschen wie die Fliegen um, und viele ameri­kanische Betriebe, denen man sonst wirklich nichts nachsagen kann, daß sie besondere Rücksichten auf ihre Angestellten nehmen, haben tagelang einfach zu- gemacht, weil die Menschen völlig arbeitsunfähig sind.

Aber derartiges bedeutet noch keine nationale Ka­tastrophe. Sie ist darin zu suchen, daß Amerika in diesem Jahre mit der größten Mißernte seiner Geschichte zu rechnen hat. Auch sie könnte an sich noch von einem reichen Lande, wie es Amerika ist, überwunden werden, wenn nicht die Erosion sich von Jahr zu Jahr in immer entsetzlicherer Weise auswirken würde. Seit 1930 hat sie der Bevölke­rung der Vereinigten Staaten wiederholt Stoff zu ernstestem Nachdenken geliefert. Infolge der bisher von keinem Regen unterbrochenen Rekordhitze in diesem Jahr aber ist sie zum schwersten Problem der Vereinigten Staaten schlechthin geworden.

In der Zeit der Landerschließung, also etwa bis

zum Jayre 1900, hoben die Amerikaner einen- Raubbau an ihrem Boden betrieben, von dem gerade wir Deutschen uns nur schwer eine Vorstellung machen können. Wenn die Farmer ihre Sieder, die unzureichend gedüngt und behandelt wurden, da sie sich mit ihrem Boden nicht verbun­den fühlten, abgewirtschaftet hatten, zogen sie nach Westen weiter, um dort den gleichen Raubbau zu treiben. Auch nach 1900 dachten hier die meisten Farmer nicht daran, ihre Sieder liebevoll zu pfle­gen, wie es drüben die europäischen Bauern tun. Jetzt machen sich die Folgen in der allerfurcht­barsten Weise bemerkbar. In jedem Sommer wer­den weitere Erdschichten f o r t g e w e h t, die einst­mals fruchtbar waren. Gebiete, auf denen noch vor kurzem Korn und Feldfrüchte gezogen werden konn­ten, sehen jetzt, wie die Zeitungen durch unzählige Bilder belegen, wie die Wüste Sahara aus. Da sich das Vieh dort nicht mehr ernähren kann, muß es fortgetrieben ober abgeschlachtet werden. Die Halme, soweit man sie überhaupt noch erblidt, sind so ausgedörrt, daß sie selbst den Heuschredenschwär- men keine Nahrung mehr geben. Häufig genug sind auch die letzten Erdschichten von einst fruchtbaren Siedern verschwunden, so daß die Erdrinde freige­legt ist, die tausendfache Sprünge aufweist. Die Farmer stehen daher vielfach vor dem nadten Nichts; sie müßten verhungern, wenn ihnen nicht von der Regierung geholfen würde. Ihre Zahl geht in die Millionen und aber Millionen; die Sieder, die die Erosion teilweise oder völlig vernichtet hat, entsprechen in ihrer Gesamtheit nicht etwa der Größe eines kleinen Landes, sondern der Deutsch­lands, Polens, Skandinaviens, Frankreichs, Ita­liens und Spaniens zusammengenommen.

Mit der ihm eigenen Tatkraft hat Präsident Roosevelt als erster amerikanischer Staats­mann sich der Bekämpfung der Erosion zugewandt. Nachdem in der Vergangenheit die Hälfte der ame­rikanischen Waldbestände einfach abgeholzt war, ohne daß man daran gedacht hätte, Baumschulen zu errichten oder sonst einen Ausgleich für diesen Raubbau zu schaffen, ist der Präsident daran ge­gangen, jetzt Aufforstungen in großem Maße vornehmen zu lassen und zwar, wie auch von ihm selbst wiederholt ausgesprochen wurde, nach deut­schem M u st e r. Ungeheure Bewässerungs­projekte werden in die Wirklichkeit umgesetzt; die Farmer, die in den früheren Jahren ihr völlig wertlos gewordenes Land einfach verlassen hatten, um mit ihren Familien als Arbeitslose von einem Staat in den anderen zu wandern, werden jetzt von eigens dafür geschaffenen Washingtoner Regierungs­stellen in Kolonnen zusammengestellt, damit sie gegen einen niedrigen Wochenlohn die Projekte der Regierung zur Rettung des noch verbliebenen ame­rikanischen Aderlandes durchführen. Von den Da­kotas hinunter bis an die Grenze von Mexiko soll ein Baum st reifen gepflanzt werden, der in den Regenzeiten das Wasser aufsaugen soll, um es hinterher an den Boden abzugeben. Aber ob das verlorene Land jemals wieder zurüdgewonnen werden kann, bleibt eine Frage, die von Fachleuten vielfach bezweifelt wird.

Rundfunkprogramm

Dienstag, 11. August.

6 Uhr: Olympische Fanfaren. Musik in der Frühe. Dazwischen 6.30 bis 6.45: Früh-Gymnastik (21. Glucker) und 7 bis 7.15: Nachrichten des Draht­losen Dienstes. 7.50: 11. Tag der XI. Olympischen Spiele. Programmdurchsage. 8: Bunte Unterhal­tung. 9: Unterhaltungskonzert. Dazwischen: Schwim­men. 4W-Meter-Freistil-Zwischenläufe. 100-Meter- Rüden-Frauen-Dorläufe. Wasserballspiele, Fechten: Degen-Einzel-Vorentscheidung. Rudern: Dorläufe. 12 bis 13.45: Musik am Mittag. Dazwischen: Olym­pische Siegertafel 1896 bis 1936. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Bunte Musik. Dazwischen: Ru­dern: Vorläufe. Schwimmen: Vorführung im Kunstspringen durch die drei Sieger. 4X200-Meter- Staffel-Endlauf. 200-Meter-Bruststil-Frauen-End- lauf. Wasserballspiele. Fechten: Degen-Einzel-Ent­scheidung. Boxen: Ausscheidungskämpfe. Fußball­spiel. Hodey-Ausscheidungsspiele. 18: Blasmusik. Dazwischen: Hörberichte. 19: Olympia-Echo: 11. Tag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: Hörberichte. Boxen 2. Serie. 22: Wetter- und Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Unterhalttmgs- und Tanzmusik. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Ein mit feinem Kern über dem Festland liegendes Hochdrudgebiet bringt jetzt über ganz Mitteleuropa wärmeres Sommerwetter. Da die starke Erwärmung des Festlandes aber bereits über Frankreich zu kleinen Störungen geführt hat, wird das Wetter schnell ge­wittrig werden.

Aussichten fürDienstag: Heiter bis wol­kig, schwül mit Bildung gewittriger Störungen, süd­liche Winde.

Aussichten für Mittwoche Meist aufge- heitertes und warmschwüles Wetter mit gewittrigen Störungen.

Lufttemperaturen am 9. August: mittags 23,7 Grad Celsius, abends 16 Grad; am 10. August: morgens 13,4 Grad. Maximum 24,6 Grad, Minimum heute nacht 11,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. August: abends 23,4 Grad; am 10. August: morgens 17,2 Grad. Sonnenfcheindauer 6,6 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. 23. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Bed. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. 2).21. VII.36: 9350. Drud und Verlag: Brühllfche Universitäts- Buch- und (Steinbruderei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vorn 1. Juni 1935 gültig.

In der Frühe des Sonntags ist unser lieber Vater

Universitäts-Professor i. R.

Dr. Walter König

nach kurzem Leiden im 77. Lebensjahr verschieden

Gießen (Hofmannstraße 11), am 9. August 1936

4985 D

Gießen, Hagen. Alzey, Fehlheim, den 10. August 1936.

Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen.

Frau Frieda Uhr, geb. Welter

im Alter von 45 Jahren

In tiefer Trauer:

Gießen (Ludwigsplatz 9), den 10. August 1936

03624

Zahnarzt Dr. Konter

4979D

Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. August nachmittags 3 Uhr statt.

4978 D

4974 D

Nach seinem Willen wird die Trauerfeier in der Stille stattfinden. Auch von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen

Hildegard Fritsch, geb. König Hans Jürgen König, Hamburg Pfarrer Eduard Fritsch, Kassel

Otto Uhi und Günther nebst allen Geschwistern, Verwandten und Bekannten

Heute wieder Sprechstunde

Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 11. August, nachmittags 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt

Das Seelenamt findet am Mittwoch, dem 12. August 1936, um 7 Uhr, in der hiesigen Pfarrkirche, die Beerdigung am gleichen Tage, nachmittags 2 Uhr, vom Portal des Neuen Friedhofes zu Gießen aus statt.

Wfltöea- MNW 33lmm.u.8fl(De SU vermiet. 03S-7 Seltersweg 22.

Todesanzeige

Samstagmittag verschied nach kurzem schweren Leiden meine innig­geliebte gute Frau, unserem Güntherlein eine treusorgende Tante

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Praxis

bis 30 August geschlossen Dentist Schetter Großer Steinweg 21

Todes-Anzeige.

Samstag abend wurde mein treusorgender guter Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel

Herr Heinrich Selbst

Rentner

Dr. Menz Liebigstrahe 48 Wiederbeginn der Sprechstunde Dienstag, den 11. August

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Herr Karl Schepp

Gastwirt und Metzger

im Alter von 58 Jahren.

Im Namen aller tieftrauernden Hinterbliebenen:

Elisabeth Schepp, geb. Horn Familie Willi Schepp

Saasen, den 8. August 1936.

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im Alter von 51 Jahren

Im Namen der trauernden Hinterbhebenen: Ludwig Römer Geschwister Frosch

Gießen (Sonnenstraße 1), den 9. August 1936

Die Beerdigung findet auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt

03620

03625