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Nr. 185 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Montag, lO.August 1936

lich eingeladen.

Der Ortsgruppenobmann.

Unter

die am

Samwer, Generalmajor a. D.

Henke, Hauptmann a. D.

hatten, mit ihm gemeinsam zu arbeiten und ihm dabei näherzutreten.

Das Andenken an diesen von glühender Vater» landsliebe und von selbstloser Dienstbereitschaft für sein Volk beseelten Mann und verdienstvollen Ge­lehrten wird in Gießen und weit darüber hinaus allezeit in Ehren fortleben.

Am gestrigen Sonntag ist bereits mit den Vor­arbeiten für den Reichsparteitag 1936 begonnen worden. Früh um 7.30 Uhr traten die Marschteil­nehmer der Standarte 116 zu einer Besichtigung durch den Brigadeführer Schmidt, Bad-Nau- Heim, auf dem Trieb an. Anschließend fanden noch Marschübungen in 12er Reihen unter Mitwirkung des Spielmanns- und Musikzuges statt, damit auch die diesjährigen Marschteilnehmer in bezug auf Marschdifziplin und Richtung bei dem Vorbeimarsch

aus.

Durch sein liebenswürdiges und allezeit gegenüber jedermann gefälliges Wesen, wie auch durch seine edlen Charaktereigenschaften und feine vorbildliche selbstlose Arbeit im Dienste der Volksgemeinschaft erwarb sich der Heimgegangene hohe Wertschätzung in weiten Kreisen der Bevölkerung, zugleich auch

Äornotizen.

Tageskalender für Montag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Ein seltsamer (Baft".

Geheimrat Professor Nr. König f.

In der Nacht zum Sonntag ist der Geheime Hof­rat Professor Dr. Walter König, der langjährige Ordinarius für experimentelle Physik und Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Gie­ßen, in der hiesigen Chirurgischen Klinik, wo er Heilung von einem inneren Leiden suchte, nach kur­zem Krankenlager im 77. Lebensjahre verstorben.

Geheimrat Professor Dr. König war am 20. November 1859 in Berlin geboren: er ent­stammte einer alten Berliner Kaufmannssamilie. Nach dem Besuch des Werderschen Gymnasiums zu Berlin, wo er Ostern 1878 das Abitur bestand, studierte er in Tübingen und in Berlin. Er war ein Schüler des bekannten Physikers von Helmholtz, promovierte im Sommer 1882 und arbeitete dann bei Helmholtz. Von Ostern 1883 bis Ostern 1887 war er als Assistent bei dem Experimentalphysiker Professor Quincke in Heidelberg tätig. Anschließend war er bis zum Herbst 1892 als Assistent bei Pro­fessor Wiedemann am Physikalischen Institut m Leipzig, wo er sich im Sommer 1887 habilitierte und im Sommer 1891 außerordentlicher Professor wurde. Von Oktober 1892 bis Ostern 1900 wirkte er als Dozent des Physikalischen Vereins in Frank­furt am Main. Dann ging er als außerordentlicher Professor an die Universität Greifswald, wo er am 1. Juli 1901 zum ordentlichen Professor er­nannt wurde. Am 1. April 1905 übernahm er als

Hiller-Zugend Sann 116.

An alle Formationen und Vereine des Kreises Gietzen.

Die Vannführung des Vannes 116 bittet

Der Festausschuß für die Weihe des Reichsehren­mals der ehem. Deutschen Feldartillerie, Köln, Fettenhennen 19 (Kölner Derkehrsverein).

Führer der Formationen und Vereine

Z 0. A ug uft nach Möglichkeit um Dienstfrei-

Der Waffenring der ehem. Deutschen Feldartillerie weiht am 29. und 30. August das Reichsehrenmal für seine mehr als 150 000 gefallenen Helden des Weltkrieges in der altehrwürdigen Hansestadt Köln.

Jeder alte Feldartill'erist muß an diesem Ehren­tag seiner Waffe mit seinen Kameraden vor den Augen der höchsten Vorgesetzten seiner Waffe, General der Artillerie von G a l l w i tz und Gene­ralleutnant Freiherr von Walter, fowie des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst Frei­herr von Fritsch, vor dem Reichsehrenmal er­scheinen, das von dem Ruhm seiner toten Käme- rat)en und seiner eigenen Treue kündet allen denen, die mit uns sind, allen denen, die nach uns kommen.

Und ihr Hinterbliebenen unserer Besten, Väter und Mütter, Frauen und Kinder, Brüder und Schwestern, auch ihr gehört in unsere Mitte. Mit­erleben sollt ihr, wie die lebenden Kameraden ihren toten Kameraden ihre unauslöschliche Treue be­kunden.

Schreibt alle an uns, wir werden für euch in derselben Treue sorgen, die jedes alten Frontsol­daten heiligste Pflicht war und ewig sein wird.

Versicherung 6. Mark, Kinder unter 10 Jahren halber Fahrpreis, also einschließlich Mittagessen 3.50 Mark. Mitfahrende, die am gemeinsamen Essen nicht teilnehmen wollen, zahlen 5, bzw. Kinder 2,50 Mark.

Meldung und Anzahlung bis Dienstag, 11. Au­gust, nachmittags 6 Uhr auf der Geschäftsstelle Gießen, Bahnhofstraße 38.

Mitglieder, Freunde und Gönner unserer Orga- nisatton sind zur Teilnahme an dieser Fahrt herz-

Futtermittel verarbeitet werden können. Außerdem lassen sich Essigsäure, Harze und Gerbstoffe, die bisher in der Hauptsache aus dem Auslande einge­führt wurden, gewinnen.

Damit sind aber die technischen Wunder des Waldes noch keineswegs erschöpft. Holz kann in Meilern oder fabrikmäßigen großen Retorten ver­kohlt und dabei eine Unmenge chemisch wichtiger Rohstoffe gewonnen werden, wie Azeton, Holzgeist, Methylalkohol, Formaldehyd, Holzteer usw. Außer- dem liefert der Wald noch viele andere Rohstoffe. Das Harz wird dem lebenden Baum obgezapft. Gerbstoffe werden der Rinde von Eiche, Fichte und Weide oder dem Holz von Eiche und Edelkastanie entnommen. Polsterwolle wird aus Kiefernnadeln, Badezusätze aus den Knospen der Fichtennadeln hergestellt. Wertvolle Rohstoffe liefern die Tiere des Waldes, wie Wildleder, Felle und Pelze, Hafenhaare für die Filzherstellung, Rehhaare, Dachshaare, Schmuckfedern und vieles andere. Die Köchin und Hausfrau verdankt dem Walde schmack­haftes Wildbret in reicher Abwechslung, Pilze als köstliche Zutat für die Tafel, Beeren in Fülle, Nüsse, Tee und Gewürzkräuter. Der Mensch findet im Walde auch vieles für seine Apotheke, denn zahl­lose Arzneimittel sind aus Blättern, Bluten, Rinden, Pilzen des Waldes entnommen.

Zerstörte Kunstschätze in Barcelona.

Der amerikanische Professor Walter Cook, Direk­tor der Künste an der Universität Neuyork, befand sich in der Zeit der Kämpfe zugleich mit zwei an­deren amerikanischen Professoren in Barcelona und macht jetzt Mitteilungen über die unersetzlichen Ver­luste, die die Kunstschätze in Katalonien in diesen Tagen erlitten haben. Mit Ausnahme der Kathe­drale und des Klosters von Pedralbes ist alles zerstört worden. Die Kirche der heiligen Anna mit dem schönen Kreuzaang und dem Grabe von Miguel Bohera ist verbrannt worden. Die Altar­decken des 15. Jahrhunderts, die von De rme j o, dem berühmtesten gottschen Maler Spaniens, be­malt waren, sind verschwunden. Santa Maria del Mar, das reinste Denkmal gotischer Kunst in Kata­lonien, ist ausgeraubt und vom Feuer zerstört. Don der Kirche San Pedro de Las Puellos stehen nur noch die Mauern. Fast vollständig zerstört sind auch die Merceda, die Santa Madrona, die Kirche del Carmen, das Kloster Los Escolapios, die Kirche des heiligen Augusttn, Las Carmelitas und das Kloster der Kirche von Blasco de Carray. Der erzbischöfliche Palast ist aus geplündert, und sein ganzes Mobiliar ist verbrannt.

Die Ortsgruppe führt am 23. August einen Aus­flug an den Rhein durch. Die Fahrt geht mit Sonderzug gegen 8 Uhr vormittags ab Gießen und endet am gleichen Tage abends gegen 10 Uhr in Gießen. Als vorläufige Endftatton gilt Nieder- l a h n st e i n , von hier aus etwa 3V2 Stunden Dampferfahrt mit Befichtiauna schöner landschaft­licher Punkte, sodann in Koblenz gemeinsames Mittagessen. Besichttgung und Führung in Koblenz, Ehrenbreitstein ufw. durch Kameraden der Orts­gruppe Koblenz.

Preis einschließlich Mtttagessen, Besichttgung und

Nachfolger von Professor Drude das Ordinariat für Experimentalphysik und zugleich die Stelle des Di­rektors des Physikalischen Instituts in Gießen. Im Iubiläumsjahr 1907 war er Dekan der Philosophi- schen Fakultät, vom 1. Oktober 1911 bis 30. Sep­tember 1912 stand er als Rektor an der Spitze der Universität Gießen. Am 25. November 1916 wurde er zum Geh. Hofrat ernannt. Am 1. April 1930 trat er in den wohlverdienten Ruhestand.

Die wissenschaftliche Arbeit des nunmehr ver­storbenen Gelehrten behandelte meist Probleme der Hydrodynamik und der Optik, hier vornehmlich Fragen der künstlichen Doppelbrechung. Lange Jahre war er Herausgeber der Beiblätter der Annalen der Physik". Weiter gab er eine Neu­bearbeitung von Drudes Physik des Aethers heraus und widmete feine Kraft besonders der Herausgabe des Lehrbuches der Experimentalphysik von Lom- mel, das er von der 10. bis zur 30. Auflage be­arbeitete. Durch glänzende Versuche wußte er die Fortschritte seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechend seiner besonderen experimentellen Be­gabung seinen Hörern zu verdeutlichen. Diele spä­tere Lehrer an den höheren Schulen Hessens und weit darüber hinaus und auch Männer, die im akademischen Unterricht und in physikalisch-techni­schen Berufen neue Generationen heranbilden, waren seine Schüler.

Neben seinem fruchtbaren und unermüdlichen Mrken als Forscher und Hochschullehrer widmete Geheimrat König in nie erlahmender, immer von tatfrohem Eifer erfüllter Arbeit feine Kräfte den Fragen der Luftfahrt, der er in unserer enge­ren Heimat ein hervorragender Förderer wurde. Den von ihm gegründeten Gießener Verein für Luftfahrt leitete er viele Jahre lang als Vorsitzen­der, das Wirken dieses Vereins beeinflußte er in entscheidender und tiefgreifender Weise zum großen Vorteil der Luftfahrt. In dankbarer Würdigung seiner großen Verdienste auf diesem Gebiete wurde er im Jahre 1932, als er mit Rücksicht auf fein hohes Alter von der Leitung des Vereins zuruck- trat, zum Ehrenvorsitzenden des Vereins für Luft­fahrt in Gießen ernannt; ihm zu Ehren tauften die Gießener Segelflieger im Jahre 1933 auch ein Segelflugzeug auf den NamenGeheimrat König". Weiter war der Entschlafene lange Jahre Vor­sitzender des Gießener Lesehalle-Vereins und zwei­ter Vorsitzender des Gleiberg-Vereins. Die Ober­hessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde und der Physikalische Verein zu Frankfurt a. M. zeich­neten ihn durch die Ernennung zum Ehrenmitglied

Das technische Wunder des Waldes.

Xson Ewantus Masur.

Jeder Mensch, der im Walde wandert, im Walde arbeitet, von den Erzeugnissen des Waldes lebt, ist von seinen Schönheiten, von den Geheimnissen und Wundern im Walde gefangen genommen. Schon der Kampf ums Dasein, der Kreislauf des Lebens, die unabdingbaren Gemeinschaften der Pflanzen unter sich, der in ihnen lebenden Infekten, -ßogel und Säugetiere, die erb- und rasfemäßigen Be­dingtheiten bei den Waldbäumen und allem Getter, die Möglichkeiten und Voraussetzungen für eine natürliche Verjüngung, für eine Bewirtschaftung des Waldes find so interessant, so wichtig, daß sich um ihretwillen gelehrte Köpfe und klardenkende Praktiker mit hUen zu dem Walde gehörenden Fragen beschäfttgt haben. Wunderbar ist die Er­kenntnis, daß das Volk, dem Voraussicht und weise Beschränkung der Vorfahren den Wald erhalten haben, zu den begütertsten aller Völker m mate­rieller und ideeller Hinsicht gehört. Wie arm Md die Völker, wie die südeuropäifchen, die Raubbau und Unvernunft um das schönste Volksgut gebracht haben; ihr Klima ist in ungünstigster Weise durch das Fehlen des Waldes beeinflußt.

Deutschland gehört zu den Landern, die einen ausreichend großen Waldbesitz noch heute ^r eigen nennen. In Deutschland wird gerate durch Die Einsicht der nationalsozialistischen Führung, dieser Wald für ewige Zeiten erhalten bleiben. Nur wenige Menschen machen sich davon em Blw, wie starken Einfluß der Wald und seine ^3^9= nisse auf das Leben und den Haushalt jebes ein- zftnen, selbst des ärmsten Volksgenossen, ausubtt Schon unseren Vorfahren, wie aJJen

nordifchen Völkern, war und ist ter Wald Leb e n s- grundlage. Er lieferte ihnen den Dau- und Werkstoff für ihre Wohnungen, Waffen und Wagen schützte sie gegen Feinde und gegen die Kalte des Winters. Im Walde konnten sie lagen, den kräfti­gen Boden beackern und ihr Vieh im Walde aus die Weide treiben. Besonders den Germanen war der Wald so heilig, daß sie in ihm ihren Gottesdienst abhielten, unter dem Schatten feiner Baume auf dem Thing Recht sprachen und Zweikampfe aus­fochten. Wald und Holz sind K en n z eich e n D er nordischen Kultur. Holz ist auch un ganzen Mittelalter der herrschende Werkstoff geblieben. Selbst als die Bedeutung des Eisens in den Vorder- gnmb trat, blieb das Holz unentbehrlich, da mit der in dem altbekannten Meileroerfahren gewonne­nen Holzkohle die Erz« verhüttet wurden. Erst tm

Aus der Provinzialhauptstadt.

Segen der Erde.

Das Wunder der Fruchtbarkeit ist über die Erde gekommen. Der Sommer hat seine Gaben bereit und verwandelt die Landschaft vor den Toren der Stadt in ein Paradies. Er geht über die stillen Pfade an Denen sich seitswärts die Aehren m De­mut neigen, und fein Atem streift warm und voll die prangenden Felder, deren üppiges Grün von Wachstum und Reife kündet. Schwer wölbt sich der Leib der Mutter Erde und es ist, als verströme sie ihren Reichtum, um ihn immer mietet aufs neue 3U gewinnen.

Die (Barben stehen aufgerichtet, sie sehen ernst und feierlich aus und wirken goldene Farbtöne in das bunte Landschaftsbild. Es ist em Anblick, der die Seele ergreift und Gefühle der Dankbarkeit wachwerden läßt.Unser täglich Brot gib uns heute!" Wo die Garben stehen, schenkt uns die Erde das Brot, dessen wir alle bedürfen, und mit Sank und mit Ehrfurcht sollten wir es entgegennehmen, auf dem Lande und in der Stadt.

In den Heckenbüschen am Wege reifen die Bee­ren die Haselnutz formt sich am Strauch, und über­all ' wo im 'Frühling zarter Blütenschnee prangte, hat die Wärme des Sommers herrliche, lebendige Kräfte entflammt. Es ist ein wachsender Segen ringsherum, Der in Den hohen Bäumen am Stra­ßenrand wohnt, Der Das duftende Gras zum zwei­ten Schnitt gedeihen läßt und der den Aepfeln und Birnen jene Köstlichkeit verheißt, die sie in wenigen Wochen erreichen werden.

Weit dehnen sich die Kartoffelfelder. Sie bergen die Frucht, derer wir am meisten bedürfen nach dem Korn, das uns den täglichen Laib Brot be­schert. Kartoffelfelder sind wie grüne (Bärten der Hoffnung, die Den ganzen Sommer hindurch ihre fröhliche Farbe gleich einer Fahne wehen lassen. Auch in ihnen wirken die segenspendenden Kräfte der Erde wie ein fortwährendes geheimes Feuer, das von guten Geistern still und behende geschürt wird. _

Wohin das Auge schaut m diesen Sommer- tagen, sieht es stolzes, reifendes Werden. Die Fluren tragen ihr bestes Kleid, der Wald reckt sich dicht und verheißungsvoll, und auf allen Wegen liegt schwerer, herber Duft. Der Segen der Erde ist dabei, feinen reichen Tisch zu decken, den der Sommer mit köst­lichen Früchten beschickt. Sch.

18. Jahrhundert wurde die sogenannte Steinkohle den Menschen dienstbar aemacht. Ader auch sie ist nichts anderes alsHolz versunkener Wälder aus früheren Jahrtausenden.

Seitdem ungewohnte Möglichkeiten für vielerlei neuartige Bau- und Werkstoffe entstanden, wurde das Holz und seine große Bedeutung vergessen. Erst in den letzten Jahrzehnten erkannten auch die Chemiker und Techniker die Unentbehrlichkeit und Vielseitigkeit des Rohstoffes Holz. Bei ein­gehender Beschäftigung stellte es sich nämlich her­aus, daß das Holz, das Haupterzeugnis des Wal­des, für fünf große Gebiete der Wirtschaft Ver­wendung findet oder finden kann.

Zunächst besteht die Möglichkeit, Holz als B a u - und Werkstoff zu benutzen wie in alten Zeiten, aber unter Berücksichtigung der Erfahrungen und Fortschritte, Die im Maschinenzeitalter gewonnen wurden. Seine leichte Bearbeitbarkeit, seine hohe Federkraft und das günftige Verhältnis zwischen Festigkeit und Gewicht machen das Holz für den Techniker und Bauingenieur so unentbehrlich, Daß Dieser organisch gewachsene Rohstoff zu den tech­nischen Wundern gehört. Man kann große Brücken, weitgespannte, freitragende Hallen, bis hundert Meter hohe Funktürme aus Holz errichten und macht es gegen die Angriffe von Pilzen und In­sekten, Nässe, Feuer und chemischen Einflüssen durch geeignete Behandlung und mannigfache Schutz- oerfahren so widerstandsfähig, daß seine Lebensdauer vervielfacht wird. Eine andere Mög­lichkeit, Holz, und zwar geringwertiges Brennholz, zu verwenden, besteht auf dem Gebiet der Z e 11 - und Faserftoffherftellun 3 Ä^tungsdruck- papier und hochwertige Papiere, Natronzellulose, Viskose und Nitrierstoffe, Kunstseide und Stapel­faser, ja sogar gewisse Grobfasern alles das laß sich aus heimischem Holz Herstellen Als Brennstof für Oefen und Herde ist das Holz neu entdeckt worden, die Holzbrandöfen haben einen Wirkungs- grab von 80 bis 90 v. H. und eine Brenndauer bis zu 24 Stunden. Auch m Der Kraftwirt­schaft hat das Holz als heimischer Treibstoff wert­vollste Verwendung gefunden, fei es Durch Um­formung in einem sogenannten Generator als Gas zum unmittelbaren Antrieb von Motoren sei es als Spiritus, um in einer Beimischung bis zu 25 v. H. zum Benzin dieses Treibmittel zu oer- bessern. Ganz besondere Bedeutung wird das Holz in Zukunft als Nähr- und Futterston ge­winnen. Schon jetzt werden m mehreren großen Fabriken Holzzucker und ^°lzzuckerwurze gewon­nen, die je nach Den Bedürfnissen Der Wirtschaft auf Futterzucker, Spiritus oder auf eiweißhaltige

Was alles gestohlen wird.

10 Pfund Belohnung demjenigen, der zur Auf­klärung eines Diebstahls wichtige Aufschlüsse geben kann, der von einigen Leuten ausgeführt wurde, die alle Steine eines aus Granit erbauten Hauses mit zwei Giebeln stahlen, das sich im besten Zu­stand befand und direkt an der Station Grenwille der Bahn nach Corbiöre stand." Diese auch stili­stisch bemerkenswerte Anzeige erschien in einer Zei­tung einer englischen Kanalinsel. Sie beweist wieder einmal, daß es Menschen gibt, die einfach alles stehlen. Em ähnlicher Fall wird aus Philadelphia mitgeteilt. In der Frühe eines Sommermorgens erschien eine Anzahl Männer, wie Arbeiter geklei­det, in einem großen Lastauto vorKelseys Türki­scher Bade-Anstalt" in der Walmut-Straße und machten sich in aller Ruhe daran, die hübschen Bronze-Gitter und Verzierungen abzunehmen. Dann luden sie. auf und fuhren mit ihrer Beute vor den Augen von Dutzenden von Zuschauern, unter denen auch Polizisten waren, gänzlich unangefochten da­von; alle dachten natürlich, daß diese Arbeitsleute im Auftrag handelten.

Während städtische Arbeiter eines der Spring- brunnenbassins auf dem Platz der Republik in Pa­ris reinigten, fuhren zwei Männer mit einem klei­nen Lastwagen vor, forderten die Arbeiter auf, mit anzufassen, da der große Bronze-Delphin, das Mit­telstück des Springbrunnens, dringend einer Repa­ratur bedürfe. Vier Männer schafften es gerade, das schwere Stück auf den Wagen zu laden. Man sah den Delphin niemals wieder. Vier Chinesen wurden in Schanghai verurteilt, weil sie eine ganze Brücke gestohlen hatten. Sie hatten sie einfach abge­brochen und das Material verkauft. In mehreren europäischen Staaten werden jetzt mit Vorliebe Flugzeuge gestohlen. Die Geheimpolizei dieser Staa­ten bemüht sich vorläufig vergeblich, Spuren dieser verwegenen Verbrecherbande aufzujinden.

Noch einige weniger schwere, aber sehr merk­würdige Diebstähle seien in diesem Zusammenhang erwähnt. Als ein einträgliches Gewerbe erschien einem Mann der Diebstahl von Vögeln und Kä­sigen. Er kam gerade an einem Polizisten vorbei, als ein unter seiner Weste verborgener Kanarien­vogel zu rollen begann.Nur ein bißchen Magen­knurren", erklärte er dem argwöhnischen Gesetzes- Hüter, der sich aber mit dieser Erklärung nicht zu- frieden gab. Bei der Durchsuchung wurden sechs ge­stohlene Vögel in Papiertüten gesunden. Franzo- sische Diebe stahlen aus der Rue St. Marc in Pa- ris 406000 künstliche Zähne.

^Jk Nationalsozialistische Kriegsopfer

Ortsgruppe Gießen

Kriegsopfer-Fahrt an den Nhein.

Anmerkung der Schriftleitung: Der Artillerieoer- ein Gießen hat es übernommen, für die alten Ar­tilleristen aus Der Provinz Oberheffen und den be­nachbarten preußischen Kreisen im Umkreis von 100 Kilometer um Gießen die gemeinsame

Amt für Lolkswohlfahrt.

Ortsgruppe Giehen-Nord. Lebensmittel-Opferring.

Arn Montag, 10., bis Mittwoch, 12. d. M., wird die Pfundsammlung durchgeführt. Die Mitglieder werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorzu­legen. Die Päckchen sind inhaltlich durch eine klare Aufschrift kenntlich zu machen.

Ehrenvolle Einladung für Wilh. Will.

Das Ehrenmitglied der Deutschen Turnerschaft, der Ehrenoberturnwart im Gau Hessen, Wilhelm Will in Gießen, hat eine ehrenvolle Einladung erhalten. Der Reichssportführer und Führer der Deutschen Turnerschaft von Tschammer und Osten hat dem verdienten hessischen Turnerführer eine Einladung zur Weihe Der Friedrich- Ludwig-Jahn-Stätte (18. und 19. August) in Freyburg an der Unstrut zugesandt, der Herr Will gerne Folge leisten wird. Diese Einladung bedeutet für den hochbetagten Freund und Dor- tämpfer der edlen Turnsache eine Ehrung und An- erkennung seiner jahrzehntenlangen Arbeit im Dienste Der Deutschen Turnerschaft.

An die ehemaligen Artilleristen.

Weihe des Reichsehrenmals der Gefallenen der ehm. deutschen Feldartillerie.

viele aufrichtige Freunde unter seinen Schülern | vor dem Führer genau so gut abschneiden, wie und im Kreise derjenigen Männer, die den Vorzug Kameraden der Vorjahre.

heil. An diesem Tage findet in Gießen das Bann- und Iungbannsportfest, verbun­den mit Bannaufmarfd) und Feierstunde, statt, zu dem die Bannführung 116 alle Volks­genossen herzlich einladt.

Einsatz der SA.

bei der Einbringung der Ernte!

UeberaC hat der anhaltende Regen die Aehren der Körnerfrucht auf die Erde gedrückt und dadurch dem Bauern das Schneiden der Frucht überaus erschwert. Auf den Aeckern steht die Frucht, teils schon auf Haufen gesetzt, und wartet der Einbrin­gung in die Scheunen. Jetzt, nachdem sich die Wet­terlage endlich gebessert hat, gibt es nicht genug Hände um die Fruchternte so rasch wie möglich ein­zubringen. ,

Die gesamte SA. der Brigade 147, auch die Reservestürme, hat bereits am vergangenen Sonntag in ihrer bewährten Einsatzbereitschaft Den Bauern bei Der Ernte fleißig arbeiten!) zur Seite geftanDen, und sie wird dies auch solange tun, bis die ganze Ernte 1936 sicher in die Scheunen einge­bracht ist.

Durch diesen raschen, tatkräftigen und felbstlosen Einsatz liefert die SA. wieder einmal den Be­weis ihrer EinsatzbereitschGft in jeder Stunde und Gefahrlage.

Vorbereitungen

zum Reichsparteitag 1936.

Fahrt in einem Sonderzug von (Bie­gen nach Köln am 29. August in die Wege zu leiten. Für Die Teilnehmer an diesem Sonterzug wird von Der Reichsbahn eine sehr erhebliche Fahr­preisverbilligung, voraussichtlich etwa 50 bis 60 Prozent, für die Hin- und Rückfahrt gewährt wer­den, eine Fahrpreisverbilligung soll den auswär­tigen Sonderzugteilnehmern auch für die An- und Abfahrten nach Gießen mit fahrplanmäßigen Zügen zukommen. Wahrscheinlich wird sich der Fahrpreis für die Fahrt von Gießen nach Köln und zurück auf 5 bis 6 Mark belaufen. Anmeldungen zu dem Sonderzug sind bis zum 15. August an Den vom |uj Artillerieverein Gießen beauftragten Kameraden ihre I W. Stephan, Gießen, Bahnhofstraße 24, Tele- I phon 3729, zu richten.