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Abschluß der Leichtachleük auf den Olympischen Spielen.

Beginn her Schwimm - Wettkämpfe. Japaner siegt im Marathonlauf. Pech unserer 4X^00-Meter-Krauenstaffel. - Goldene Medaille im Segeln für Deutschland.

durch einen 3:1-Erfolg über Ungarn Punktgleich­heit mit den Indern. Im Handball-Turnier wurde die Vorrunde beendet. Deutschland und Oesterreich stehen als Gruppensieger fest, und mit ihnen ziehen Ungarn und die Schweiz in die Endrunde. Deutschland gewann ganz überlegen mit 29:1 (17:0) gegen USA., und Oesterreich schlug die Schweizer ebenfalls recht eindrucksvoll mit 14:3 (8:2). Das Polo-Turnier wurde mit dem Kampf um den dritten Platz zwischen Mexiko und Ungarn (16:2 für Mexiko) abgeschlossen. Olympiasieger ist Argentinien vor England und Mexiko.

Die zweite Goldmedaille im Radfahren ge­wannen Jhbe-Lorenz im 2-km-Tandemfahren, wo sie in beiden Endläufen klar über die Holländer Leene-Ooms siegreich blieben. Dritter wurde Frank­reich vor Italien. Im l-l<m-Zeitfahren entschädigte sich der Holländer van Vliet für seine Niederlage im Malfahren gegen Merkens durch einen Sieg in olympischer Rekordzeit von 1:12 Min. vor dem

Franzosen Georget (1:12,4). Der Leipziger Rudolf Karsch holte sich hier in 1:13 die Bronzene Me­daille. Das 4-km-Mannschafts-Verfolgungsrennen wurde von Frankreich vor Italien und England ge­wonnen. Hier kam Deutschland nur auf den vierten Platz. Die Bahnwettbewerbe der Radfahrer sind damit beendet/

Auch auf den kurzen Strecken holte sich Deutsch­land im Kanufahren wieder einige Medaillen. Zwar reichte es nicht zu einer Goldenen, doch fielen unseren Vertretern zwei Silberne und eine Bron­zene Medaille zu. Cämmerer wurde im Kajak- Einer Zweiter hinter H r a d e tz k y - Oesterreich, und Tilkert-Bondroit kamen hinter den Oesterreichern Kainz-Dorfner im Zweier- Kajak ebenfalls zu einem zweiten Platz. Eine Bronze-Medaille gewann K o s ch i k im Einer- Kanadier. Das Degen-Mannschafts­fechten brachte folgendes Endergebnis: I allen Olympia-Sieger vor Schweden, Frankreich und Deutschland.

Die Spiele des Sonntags.

Das riesige Stadion auf dem Reichssportfeld war am Sonntag wieder mit über 100 000 Zuschauern bis auf den letzten Platz besetzt, als mit dem Start des Marathonlaufes der letzte Tag der Leichtathletik bei den Olympischen Spielen 1936 eingeleitet wurde Weltstarter Franz Miller schickte 56 Läufer auf die weite Reise und während sie in Sonne und Glut um den Sieg in der klassischsten olympischen Konkurrenz stritten, wurden im Stadion die letzten Wettbewerbe ent­schieden die Staffeln und der Hochsprung der Frauen.

Zunächst erfolgte die Entscheidung in der 4X100= Meter-Staffel d er Männer, die USA. mit seinen unheimlich schnellen Leuten Jesse Owens, Metcalfe, Draper und Wykoff natürlich nicht zu nehmen war. Die Amerikaner gaben sich aber mit dem olympischen Sieg allein nicht zufrieden. Sie stellten mit der phantastischen Zeit von 39,8 Sek. sogar einen neuen Weltrekord aus, der wohl so schnell nicht übertroffen werden dürfte. Hinter USA. kamen Italien und Deutschland zu den weiteren Medaillen, nachdem H o l l a n d wegen Verlustes des Staffelstabes als Dritter distanziert werden mußte. Argentinien und Kanada wurden Vierter bzw. Fünfter. Deutschlands Läufer Leichum, Borchmeyer, Gillmeister und Hornberger holten 41,2 Sek. heraus, Italien war mit 40,8 Sek, um vier Zehntelsekunden schneller.

Dann wurden die 4-mal-100-Meter der Frauen gelaufen. Deutschlands Vertreterinnen Albus, Krauß, Dollinger und Dörffeldt waren nach ihrer am Vortage im Vorlauf erzielten neuen Welt­rekordzeit von 46,4 Sek. erste Anwärterinnen auf den Olympia-Sieg. Sie führten auch mit acht Meter Vorsprung bis zum letzten Wechsel, wo bei der Uebergabe der Stab verloren ging. Ein Auf­schrei des Entsetzens ging durch das weite Rund des Stadions, aber es war nichts mehr zu machen. Die Staffel, deren Leistung allgemein als bei wei­tem die beste gilt, kam um den verdienten Sieg. Sieger wurde die Staffel von USA. mit Bland, Rogers, Robinson, Stephens in 46,9 Sekunden vor England, Kanada, Italien und Holland. Das Publi­kum erkannte in sportlicher Fairneß selbstverständlich diese Entscheidung an. Der Führer, der den Kämpfen im Stadion beiwohnte, ließ die vier deut­schen Läuferinnen, die über ihr Pech vollkommen er­schüttert waren, zu sich bitten und sprach ihnen mit herzlichen Worten Trost zu und Anerkennung aus. Der Führer wies die deutschen Läuferinnen darauf hin, daß unbeschadet der Tatsache, daß sie die Goldene Medaille nicht erhalten hätten, ihre Leistung voll und ganz anerkannt werde

und es sich klar erwiesen hätte, daß die deutschen Läuferinnen sich in diesem Kampfe der 4-mal-lOO- Meter-Staffel als die besten erwiesen hätten. Auch die Reichsminister Generaloberst Göring und Dr. Goebbels sowie Reichssportführer von Tschammer und Osten sprachen den Mädeln ihre Anerkennung aus, denen immer noch die Trä­nen in den Augen standen.

In der 4 -mal -400 -Meter -Staffel feierte England einen großen Triumph. Wolff, Rampling, Roberts, Brown legten die Strecke in 3:09,0 Minuten zurück und schlugen damit USA. (Eagle, Poung, O'Brien, Fitch) um genau zwei Se­kunden. Deutschland (Haman, v. Stülpnagel, Vogt, Harbig) wurde in 3:11.8 Min. Dritter vor Kanada, Schweden und Ungarn. Im Frauen-Hoch- s p r u n g übersprangen Jbolya Csak-Ungarn, Do­rothy Odam-England und Elfriede Kaun je 1,60 Meter. Im Stecken um den Sieg und die Plätze erwies sich die Ungarin als die Beste, die sogar noch 1,62 Meter übersprang und Olympia-Siegerin wurde. Die Engländerin wurde Zweite und El­friede Kaun Dritte. Auch der vierte Platz fiel an Deutschland, und zwar durch Dora Ratjen, die 1,58 Meter schaffte.

Gegen 17.30 Uhr kündeten Fanfaren-Stöße dann das Kommen des ersten Marathonläu­fers an. Atemlose Stille herrschte im Stadion, als der Japaner Kitei Son als Erster das Marathontor durchlief und nach einer Zeit von 2:29:19,2 Std. Olympischer Sieger wurde. Schon während der Runde, die Kitei Son im Stadion noch zu laufen hatte, begleitete ihn der begeisterte Beifall der Hunderttausend. Es dauerte über zwei Minuten, bis der Zweite erschien, der Engländer Harper. Rach Harper kam wieder ein Japaner- Nan und dann mit Tamila und Muionen zwei Finnen. Harper benötigte 2:31:23,2 Std., Nan 2:31,42, Tamila 2:32:45 und Muionen 2:33:46 Std. Bester Deutscher war B r ä s i ck e, der als 29. das Ziel erreichte. Der Sieger von 1932, Juan Zabala, lag bis zum 28. Kilometer klar in Führung, mußte aber dann wegen eines Schwächeanfalles aufgeben. Die beiden anderen Deutschen de Bruyn und Barsicke gaben ebenfalls auf.

Im vollbesetzten Schwimm-Stadion fiel am Nach­mittag die erste Entscheidung des Schwimm-Olym­pias. Im 100-Meter-Kraul-Schwimmen der Männer errang Europameister Ferenc Csik in 57,6 Sek. den Olympia-Sieg vor den beiden Ja­panern Pusa und Arai, die 57,9 bzw. 58 Sek. be­nötigten. Vierter wurde ebenfalls ein Javaner, und zwar Taguchi. Der deutsche Meister Helmuth Fischer lag bis 80 Meter glänzend im Rennen,

soldatischen Tugenden und Fähigkeiten des Gene­rals heroorgehoben werden. Nicht umsonst habe sich der neuzeitliche polnische Patriotismus auf den Kampffeldern gestaltet und gehärtet, wo der pol­nische Soldat gemeinsam mit dem französischen sein Blut, vergossen habe. So manchen Jahrestag der Ehre, des Heldentums und der Wiedergeburt be­gehe Polen gemeinsam mit Frankreich. Diese ge­meinsame, in der Geschichte erprobte soldatische Tradition, die gleichsam die stärkste Grundlage des Bündnisses mit Frankreich bilde, bewirke es, daß sich General Gamelin in Polen nicht fremd und ein­sam fühlen werde. Ihn würden Herzen umgeben, die erfüllt seien von Hochachtung und Liebe für Frankreich. Ihn werde ein Volk empfangen, das sich des Gewichts und der Bedeutung der engen Freundschaftsbande mit dem westlichen Verbünde­ten Gewußt fei, und vor allen Dingen würden ihn Fahnen umgeben, die ihre Ehre im Kampf um die Ideale erkämpften, für die auch das helfenhafte, unsterbliche Frankreich sein Blut opferte.

Französische Generalstabspläne gestohlen.

Paris, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Auf dem Bahnhof von Chambery (Savoyen) ist man einem Diebstahl wichtiger militärischer Schriftstücke auf die Spur gekommen. Als dort am Sonntag ein plombierter Eisenbahnwagen geöffnet wurde, um einige Kisten auszuladen, stellte sich heraus, daß eine Kiste mit Generalstabsplänen über die Verteidigung der Alpen­grenze aufgebrochen war. Ein Teil des Kisten­inhaltes scheint zu fehlen. Der Wagen war am Donnerstag aus Paris abgegangen. Die Polizei hat sich mit dem Kriegsministerium in Verbindung ge­fetzt, um festzustellen, welche Schriftstücke gestohlen worden sind.

Kronprinz Umberto hatZerlin verlassen

Berlin, 8.Aug. (DNB.) Kronprinz Um­berto von Italien verließ am Samstagnach­mittag im Sonderflugzeug die Reichshauptstadt. Auf dem Flughafen war im Auftrage des Führers Staatssekretär Dr. Meißner erschienen, der dem Kronprinzen den Dank des Führers für feinen Be­such in Berlin und die besten Wünsche für eine glückliche Reise aussprach. Neben dem Prinzen Philipp von Hessen und dem Grafen Calvi di B er goto mit ihren Gattinnen beide Schwestern des Kronprinzen hatten sich zum Abschied Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, der italienische Botschafter Exz. A t t o l i c o, sowie die Gesandten Oesterreichs, Bel­giens und Uruguays eingefunden. Das Sonderflug­zeug bringt den Kronprinzen zunächst nach Mün­chen. Von dort wird er die Heimreise nach Italien mit der Bahn fortsetzen.

Empfänge beim Führer.

Berlin, 8. Aug. (DNB.) Der zu einem Privat- besuch in Berlin weilende britische Botschafter Abb6 Lord R e n n e l, Mitglied des englischen Oberhau­ses, stattete dem Führer und Reichskanzler einen Besuch ab. Der Führer und Reichskanzler empfing den königlich jugoslawischen Minister für körperliche Ertüchtigung R o g i o, sowie den königlich alba­nischen Kultusminister B u s h a t i, ferner den deut­schen Gesandten in Lissabon Baron von Hoy - ningen-Huene und den durch seine Arbeit um den Wiederaufbau des Deutschtums in Südafrika und für die Wiederherstellung guter Wirtschaftsbe­ziehungen zwischen Deutschland und Südafrika be­sonders verdienten deutschen Montangeologen und Bergwerksbesitzer Dr. M e r e n s k y aus Johannes­burg (Transvaal). Dr. Merensky überreichte dem Führer und Reichskanzler als Zeichen des Dankes und der Verehrung, die er und die Deutschen in Südafrika für den Führer des deutschen Volkes empfinden, eine Gabe von 10 0 0 Unzen Platin.

Seine Aemter mederaelegt.

B e r l i n, 8. Aug. (DNB.) Die NSK. meldet: Auf Grund eines schwebenden Parteigerichtsver- f a h x e n s hat der bisherige Gauleiter der Kurmark K u b e seine sämtlichen Aemter niedergelegt.

Erste Montblanc-Besteigung.

150 Jahre sind jetzt verflossen, seit es den ersten mutigen Pionieren am 7. August 1786 gelang, den Gipfel des Montblanc zu erklimmen. Nicht leicht hat der Bergriese sein unberührtes Reich der Menschheit erschlossen; die Furcht vor den Schrecken der Hochgebirgswelt hatte Jahrhundert lang die Menschen von ihr ferngehalten. Kein Reisender, kein Geschichtsschreiber erwähnt den König der Berge bis tief in das 18. Jahrhundert hinein, selbst das Tal von Chamonix war bis zu jenen Tagen fast unbekannt. Die Karte Mercators vom Jahre 1595 weist an der Stelle der Montblanc-Gruppe mit ihren dreißig Gletschern, ihren zahllosen Spitzen, Nadeln und Graten nur die Bezeichnung Montagnes Maudites" (Flugbeladene Berge) auf, und erst durch die Reise der beiden Engländer Po- cocke und Windham, die im Jahre 1741 den Mont­blanc aufsuchten, tritt das Chamonix-Tal mit einem Schlage in das Blickfeld der Reifenden und Natur­forscher. Aber noch 1779 wurden Goethe und der Herzog Karl August vor einer Novemberreise von Genf nach Chamonix als vor einem bedenklichen Wagnis gewarnt.

Der erste, der bewußt das Ziel der Eroberung des Montblanc-Gipfels ins Auge faßte, war d e S a u f f u r e. Er war schon 1760 nach Chamonix gekommen und hatte den Brevent bestiegen, von dem man eine prachtvolle Aussicht auf den Mont­blanc hat. Von da an beseelte ihn der Wunsch, den Gipfel zu ersteigen und in seiner Höhe physikalische Erscheinungen zu beobachten. Er wandte sich an die Kristallsucher und Gemsenjäger von Chamonix und versprach dem, der einen gangbaren Weg zum Gipfel ausfindig machen würde, eine bedeutende Summe. Verschiedene Versuche, auch von ihm selbst, schlugen fehl; zuerst gelang es dem Führer Jacques B a l m a t, 1786 an den Fuß der Calotte zu gelangen, er mußte aber, vom Nebel und der starken Kälte bezwungen, unter schwerem Leiden nach Chamonix zurückkehren. Es fehlte nur noch die Besteigung der eigentlichen Calotte, und um diese zu erzwingen und den Saussure-Preis zu ge­winnen, bat Balmat den Arzt der Benediktiner- abtei zu Chamonix, Dr. Paccard, der selbst schon die ganze Gegend bereist hatte, mit ihm den Aufstieg zu wagen.

Am 7. August 1786 brachen die beiden auf, nach­dem sie nur zwei guten Freunden ihr Vorhaben an­vertraut hatten, die ihnen den Aufstieg auf den Gipfel bezeugen sollten. Vom Berg de la Cote traten sie in das Gletschergebiet ein, ruhten auf dem Grand Mulets aus und überschritten auf dem

Der siebente Wettlampftaq.

Der siebente Wettkampftag der XI. Olympischen Spiele zugleich der vorletzte Tag der Leicht­athletik und der erste des Schwimmens brachte Deutschland wieder verschiedene Medaillen ein. Im Radfahren holten Jhbe-Lorenz im 2-Ki- lometer-Tandemfahren den olympischen Sieg, im Ka^iu-Wettbewerb gab es zwei zweite Plätze und die drei Bronzenen Medaillen bekam Deutsch­land in der Leichtathletik, im 1-Kilo­meter-Zeitfahren der Radsportler und im Einer-Kanadier.

Im Mittelpunkt der leichtathletischen Veranstal­tungen standen die letzten fünf Uebungen zum Zehnkampf und die Entscheidung im 3 0 0 0- Meter- Hindernislaufen. Außerdem wur­den noch die Vorläufe zu den verschiedenen Staf­feln entschieden, in denen es ganz hervorragende Leistungen u. a. sogar einen Weltrekord durch die deutsche Frauenstaffel gab. Zehnkampf-Sie- oer und damitbester Athlet der Welt" wurde der Amerikaner Glenn Morris mit der neuen Weltrekord-Punktzahl von 7900. Auch der zweite und dritte Platz fiel an Amerika, und zwar durch Clark mit 7601 und Parker mit 7275 Punkten. Vierter wurde Huber (Deutschland) mit der eben­falls noch ausgezeichneten Leistung von 7087 Punk­ten. Der zweite Deutsche, Bonnet, belegte mit 6939 Punkten den achten Platz.

Zu einem großen Erfolg für die finnische und deutsche Leichtathletik gestaltete sich die Entschei­dung im 3000 - Meter - Hindernislau- f e n. Die beiden ersten Plätze heimsten die Finnen durch I s o H o l l o und T u o m i n e n.ein, aber auf den dritten Platz kam ein Deutscher, D o m p e r t (Stuttgart), ins Ziel. Seine Zeit von 9:07,2 Min. ist nur ein wenig schlechter als die Siegerzeiten 9:03,8 bzw. 9:06,8 Min. Große Erfolge verzeich­neten die deutschen Leichtathleten auch in den Vor­läufen zu den Staffel-Wettbewerben. Am besten lief die Frauen -100 - Meter-Staffel, die in der Besetzung Albus, Krauß, Dollinger, Dörffeldt mit 46,4 Sekunden einen neuen Welt­rekord aufstellte. Der andere Vorlauf wurde von USA. in 47,1 Sek. gewonnen. Bei den 4X100- Meter der Männer qualifizierte sich Deutsch­land durch den Sieg im 3. Vorlauf für die Ent­scheidung. Hamann, v. Stülpnagel, Vogt, Harbig sicherten Deutschland in 3:15 Min. die Teilnahme an der Entscheidung in der 4 X400-Meter- Staffel.

Im Olympia-Schwimm-Stadion brachten in den Vorläufen zu den beiden 100-Meter-Kraul- Prüfungen der Männer und Frauen Deutsch­land je einen Vertreter durch: Gisela Arendt und Helmuth Fischer. Gisela wurde Zweite ihres Vor­laufes, Fischer kam alsbester Vierter" in die Entscheidung. Im W a s s e r b a l l feierte Deutsch­land einen sicheren 8:1-Sieg über Frank­reich. Eine Ueberraschung brachte hier Oesterreich zustande, das Schweden mit 2:1 knapp besiegen konnte. Die übrigen sechs Spiele hatten folgende Ergebnisse: Belgien Uruguay 1:0, Holland USA. 3:2, Ungarn Jugoslawien 4:1, Malta Großbritannien 2:8, Tschechoslowakei Japan 4:3 und Island Schweiz 1:7.

Beim Olympischen Fußball-Turnier wur­den die Teilnehmer an der Vorschlußrunde ermit­telt. Polen besiegte Großbritannien mit 5:4, und Peru schlug Oe st erreich vor 12 000 Zuschauern mit 4:2, allerdings erst nach Verlänge­rung. Bei Schluß der regulären Spielzeit stand der Kampf 2:2, bei Halbzeit 2:0 für Oesterreich. Polen gegen Peru und Norwegen gegen Italien lauten die Paarungen der Vorschlußrunde. Im Hockey- Turnier wurde Deutschland durch einen sicheren 4:1-Sieg über Afghanistan Sieger der Gruppe B. In der Gruppe A errang Japan

Petit Plateau die Reste einer Lawine. Gegen zwei Uhr hatten sie die großeCrevasse", einen gefähr­lichen Bergschrund, den die Zerreißung deS'.Eises zur Folge hat, überschritten. Bei den Rochers rouges machte ihnen ein starker Nordweststurm Schwierigkeiten. Sie kamen jedoch glücklich über den Corridor an den Fuß der Calotte. Balmat schritt voran und erreichte zuerst den Gipfel. Nach allen Seiten sah er die Abhänge in die Tiefe stür­zen, der Blick beherrschte den ungeheuren Umkreis, nach der einen Seite liegt Genf mit seinem schönen See, nach der anderen Seite Italien, am Horizont verlor sich alles im Nebel er war ganz berauscht von der unsagbaren Schönheit, die sich vor ihm aus­breitete. Dann begleitete er den Dr. Paccard hin­auf, der etwas zurückgeblieben war. Es war %1 Uhr als Balmat fein Taschentuch an den Alpenstock band, als Signal für die beiden Freunde, die ihren Aufstieg beobachten sollten. Das ganze Dorf lief zusammen, Fremde, Führer, jung und alt versammelten sich auf dem Dorfplatz, um mit dem Fernglas die beiden kühnen Männer zu verfolgen. Einer unter ihnen, Graf Traugott von Gersdorf, eröffnete eine Sammlung für Balmat, die 407 Livres ergab.

32 Minuten hatten Balmat und Dr. Paccard auf dem Gipfel des Montblanc verweilt, und dann begannen sie den Abstieg; um 11 Uhr erreichten sie bei wundervollem Mondschein den Berg de la Cote, um 11 Uhr morgens trafen sie wieder in Chamonix ein. De Saussure, der auf die Nachricht von dem gelungenen Aufstieg sofort herbeieilte, um den Versuch zu wiederholen, wurde in diesem Jahr durch anhaltendes Regenwetter daran gehin­dert, aber im folgenden Jahr nahm er, von Balmat und 17 Führecki geleitet, mit Instrumenten wohl versehen, im Namen der Wissenschaft von dem Montblancgipfel Besitz, auf dem er eine Reihe physikalischer Versuche und anderer wissenschaftlicher Versuche vornahm. Es war ein weiter Weg von diesen mühevollen Anfängen bis zu der heutigen, so erfolgreichen Tätigkeit des Observatoriums auf dem Montblanc.

Lange Zeit galt neben Saussure nur Balmat, der auch vom König von Sardinien mit dem Ehren­titel Balmat du Montblanc ausgezeichnet worden war, als der wahre Bezwinger des Bergriesen, während des Arztes Paccard als eines mehr neben­sächlichen und nicht gerade erfolgreichen Teilneh­mers an diesem Unternehmen gedacht wurde. Dazu haben die mit zunehmenden Alter immer prahle­rischer werdenden Erzählungen Balmats und die von ihnen angeregte Novelle Dumas des Aelteren nicht wenig beigetraaen. In diesem Sinn zeigt auch das Denkmal in Chamonix nur K'- Gestalt Bal­

mats neben de Saussure, dem er, anfeuernd, den Weg zum Gipfel weist. Erst dem 20. Jahrhundert blieb es vorbehalten, dem in den Hintergrund ge­drängten Paccard die ihm gebührende Stellung wieder zurückzuerobern, wie ja auch Saussure selbst allzeit Balmat und Paccard als die beiden Weg­bereiter seines eigenen Unternehmens ebenbürtig nebeneinander stellt. Und so bleiben die Namen die­ser drei kühnen Männer, die, dem Grauen der Hochgebirgswelt trotzend, zuerst den Montblanc be­zwangen, für alle Zeiten mit dem stolz ragenden Gipfel verknüpft. C. K.

Was einem Italiener in Berlin auifattt.

Von unserem römischen (^.-Korrespondenten.

Rom, erste Olympiawoche.

Der tolle Ueberfall auf die abessinische Haupt­stadt des römischen Imperiums ist in Italien nicht so ernst genommen worden wie die finnische, die amerikanische, die deutsche Gefahr in Berlin. Da heißt es die Knochen zusammenreißen, wenn aus dem heiß umstrittenen Lorbeer einige Kränze dem Duce überbracht werden sollen! Bisher haben Geist und Reiter gesiegt, ein Bildhauer errang die Gol­dene, ein Offizier muß sich mit seinem" Streitroß in die Anwartschaft auf den Erfolg teilen; die blauen Athleten aber stehen noch im Schatten.

Pazienza! Geduld, inzwischen schauen wir uns Berlin an! Das Babel an der Spree, Kosmopolis. Ist es nicht, als ob die ganze Welt auf einer Roll­treppe vorbeiziehe? So mag es im Altertum in Rom ausgesehen haben, im griechischen Olympia sicherlich nie. Aber die Stadt des Augustus kannte noch nicht das verwirrende Rädergewimmel, diese Ketten überfrachteter Fortbewegungsmittel, man staunt Balken. Den sonderbaren Ausdruck muß man auswendig lernen, weil er nicht zu verstehen ist. Eine Probemobilisierung hätte nicht mehr Fahr­zeuge .aufgebracht.

Und in diesem Tohuwabohu steht als lächelnd lenkender Gott der Schupo. Auf seinen Schultern lastet die Olympiade, er trägt sie wie der Atlas die Welt, was gäbe es für ein heilloses Durcheinander auf dieser Erde ohne den Schupo!Ausnehmend höflich, geduldig bis zur Unwahrscheinlichkeit, ist er unumschränkter Herrscher der Straße, Leucht­turm in der Brandung, und die Menge dankt es ihm. Ein Lob dem Schupo!"

Gleich nach dem Schupo kommt die deutsche Hausfrau, das deutsche Heim. Zehn Millionen Bett­

tücher! Das kann man im Fettdruck lesen. Und diese Leinen werden ständig gewechselt und jedes­mal kommt ein bißchen Stärke daran. Mit den Federbetten können sich die Südländer weniger be­freunden, noch sonderbarer dünken ihnen die großen Kopfkissen, die einem beim Versinken wie Wellen um die Ohren schlagen. Dann aber wieder diese Badezimmer, die Warmwasseranlagen, also stellen Sie sich vor: man macht mitten in der Nacht den Hahnen auf und hält die Hand ahnungslos unter den rechten ober den linken, in der Meinung, jetzt werde die Temperatur doch bei beiden gleich (ein. Aber man verbrüht sich die Finger, wunderbar. Und das ist nicht etwa bloß in den erstklassigen Hotels so, nein, auch in Prioatwohnungen. Sogar Fernheizung soll es in bestimmten Quartieren im Winter geben. Ewiva la Germania!

Man fragt auf der Straße, man kauft ein welche vollendete Liebenswürdigkeit überall! Das soll nun also diepreußische Schnauze" sein. Gut, der Kronprinz wird geehrt, das wird in jedem Land so sein, der Propagandaminister Alfieri ist Gast des deutschen Propagandaministers, und Dr. Goebbels lacht gewiß sein gewinnendes Lachen, wenn sie beisammen sind, aber man kann auch als ein ganz unbekannter Faschist einem deutschen Ar­beiter begegnen und wird einen Kameraden in ihm finden. Anders als zur Zeit der vorigen Olympiade, anders als jetzt in Spanien.

Sagen wir es ruhig heraus: die Augen der gan­zen Welt find nicht bloß auf das Reich, sondern in erster Linie auf das Dritte Reich gerichtet. Und es braucht den kritischen Blick wahrlich nicht zu fürchten. Man sieht keine gesenkten Stirnen und keine verlegenen Gebärden, man schaut in offene, gegenwartsbewußte und zukunftsfreudige Gesichter. Bei aller Achtung vor der deutschen Organisations­kunst so etwas kann man nicht herandressieren.

Menschen aus aller Herren Länder, sie fahren im gleichen Omnibus, schlafen auf dieselbe Art, können sich im Stadion auf die nämliche Weise be­geistern, nur essen, das will jeder so, wie er es zu Hause gewöhnt ist, da macht man nicht gerne Kompromisse. Und dieses Berlin trägt jedem Ge­schmack Rechnung. Wer mit Stäbchen futtern will, bitte sehr, es gibt japanische und chinesische Gast­stätten. Die spanische Weinstube ist so gut vertreten wie der schwedische Jmbißraum oder das ameri­kanische Speisehaus, wo jeder sich bei gleichbleiben­dem Preis so viel herausnehmen darf, als er mag. Und also fehlt auch nicht das Ristorante, die Oste- ria und die Taverna. Perbacco, es läßt sich leben in Berlin. Auch wenn man nur als Schlachten­bummler kommt.