Einzelbild herunterladen

Die Arbeitslosenzahl sinkt weiter.

Ein neuer schöner Fortschritt.

Berlin, 9. Juli. (DNB.) Der Monat Juni brachte eine weitere kräftige Abnahme der Arbeitslosigkeit.

Die Zahl der Arbeitslosen ging um rund 176 000 auf 1 315 000 zurück. Dieser starke Rück­gang ist um so bemerkenswerter, als erfah­rungsgemäß im Juni die jahreszeitlichen An­triebskräfte für den Arbeitseinsatz nachzulassen pflegen.

Die Versorgung der Außenberufe mit Arbeitskräf­ten ist schon in den vorhergehenden Monaten im wesentlichen durchgeführt und der zusätzliche Kräfte­bedarf der Landwirtschaft für die Getreideernte wird im allgemeinen erst später fühlbar. In diesem Jahre sind die belebenden Momente noch stärker als im Vorjahr wirksam geblieben. So konnten in den Monaten Mai-Juni 1936 rund 450 000 Volksge­nossen bei den Arbeitsämtern als Arbeitslose aus­scheiden, gegen 357 000 in der gleichen Zeit des Vor­jahres. Dabei ist gegenüber dem Vorjahr der Ar­beitslosenbestand an sich schon um über 500 000 und die Zahl der zusätzlich beschäftigten Notstands­arbeiter um rund 100 000 niedriger.

Je kleiner die Zahl der Arbeitslosen wird, um so schwerer wiegt jeder weitere Erfolg, denn von dem heutigen Restbestand sind viele Arbeitslose wegen ihres Alters, oder aus anderen Grün­den schwer unterzubringen. Da viele Bezirke praktisch schon als arbeitslosenfrei anzusprechen sind, galten die Bemühungen der Arbeitsämter in den letzten Monaten vor allem den Gebieten, die noch zurückgeblieben waren. Unter stärkstem Einsatz der zwischenbezirklichen Arbeilsvermitt-

Ri o de Janeiro, 10. Juli. (DRV. Funk- fpruch.) Im 2. Infanterie-Regiment, das in der Nähe von Rio de Janeiro in Garnison liegt, wurde eine umfangreiche kommu­ni st ische Zelle aufgedeckt. Die Polizei ver­haftete 18 Soldaten, darunter mehrere Unteroffiziere.

Die kommunistischen Zellenmitglieder bereiteten, wie bekannt wird, Unruhen vor, die mit der Ermordung eines Offiziers eingeleitet werden sollten, der im letzten November einen Auf­standsplan in dem Regiment aufgedeckt und die Ausführung vereitelt hatte. Die Kommunisten sol­len Verbindungen mit der Garnison Sao Paulo und weiteren Garnisonen in Südbrasilien unter­halten haben.

Nach einer weiteren Meldung verhaftete die Polizei von Rio am Donnerstag den früheren Finanzsekretär des in haft befindlichen kommuni st ischen Vräfekten Pedro E r - nesto. In den Büchern der Stadtverwaltung wurde festgestellt, daß der Sekretär in Gemeinschaft mit dem Präfekten am Vorabend des kommunisti-

lung wurde so besonders versucht, die dicht be­siedelten Grohstadtbezirke und die sonstigen Not­standsgebiete zu entlasten.

Unter den Berufsgruppen, welche bevorzugt in der Lage waren, weitere Arbeitskräfte aufzuneh­men, steht wiederum das Baugewerbe zusammen mit der Baustoffindustrie an erster Stelle. Dann folgt das Metallgewerbe, das in fast allen feinen Zweigen viele Kräfte binden konnte. Daneben wiesen das Verkehrsgewerbe und die Berufsgruppen des Nahrungs- und Genußmittelgewerbes beacht­liche Abnahmen der Arbeitslosenzahl auf. Die jahreszeitlich stets im Juni zu beachtende Zunahme der Arbeitslosigkeit lag lediglich im Bekleidungs­gewerbe vor.

Entsprechend dem Sinken der Arbeitslosenzahl haben im Berichtsmonal auch die Unter- stühungseinrichtungen wiederum eine beträcht­liche Entlastung erfahren. In der Arbeitslosen­versicherung betrug am 30. Juni 1936 die Zahl der hauptunterstühungsempfänger 164 000, so­mit 39 000 weniger als im Vormonat. In der Krisenfürsorge wurden Ende des Verichts- monaks 580 000 Unterstützte gezählt, das find 60 000 weniger als im Vorjahr. In der öffent­lichen Fürsorge standen 215 000 Personen als arbeitslos anerkannte Erwerbslose laufend in Unterstützung. Gegenüber dem Vormonat ist damit eine Abnahme um 31 000 festzustellen.

Die Notstandsarbeiten wurden im Berichtsmonat weiter planmäßig eingeschränkt; Ende Juni waren noch 105 078 Notstandsarbeiter beschäftigt, das. sind rund 27 000 weniger als im Vormonat.

aller Wett.

Infanterie-Regiment aufgedeckt.

schen Putsches im November Za-Hlungsanwei- jungen über eine Million Milreis für Material ausgestellt hat, das nie geliefert wurde. Es besteht der Verdacht, daß das Geld zur Fi­nanzierung des kommunistischen Put­sches dienen sollte.

Kommunisten in Oesterreich unschädlich gemacht.

Salzburg, 9.Juli. (DNB.) Der Landgendar­merie ist es gelungen, im Pongau und im P i n z- gau kommuni st ische Organisationen aufzudecken und zahlreiche Verhaftungen vorzunehmen. Es konnten im Pongau auf der Mitterberghütte 15 Personen, in Saalfelden und in Leogang (Pinzgau) 33 Personen verhaftet wer­den. Unter den Verhafteten befinden sich viele kommunistische Führer. In Saalfelden wur­den alle Mitglieder einer kommunistischen Jugend­gruppe verhaftet. Auch kommunistische Ku­riere, die die Verbindung mit anderen Ländern Herstellen sollten, wurden gefaßt und den Ge­richten übergeben.

Moskau wühlt in

Kommunistische Zelle in einem brasilianischen

Türkische Warnung an Montreux.

Eine maßgebliche Erklärung: »Oer Türke muß alleiniger, unbeschränkter Beherrscher dieser Meerengen fein".

Istanbul, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Ein Leitartikel der ZeitungCürnhuriyet", der, wie in unterrichteten Kreisen behauptet wird, auf Ge­dankengänge des Staatspräsidenten Ata­türk selbst zurückgeht, befaßt sich mit der Meer­engenkonferenz. Es heißt darin:

Wenn die Türkei so loyal gewesen ist, ihre völlige Wehrfreiheit auf dem Wege internatio­naler Verhandlungen anzustreben, so darf dies nicht mit naiver Gutgläubigkeit verwechselt werden. Die Türkei verfolgt aufmerksam das Spiel, das jetzt in Montreux vor sich geht. Die Ansicht des türkischen Volkes ist folgende: Die Meerengen bedeuten die Unabhängigkeit der Türkei. Der Türke muß alleiniger, unbeschränkter Beherrscher dieser Meerengen sein. Der Türke denkt nicht daran, diese wirtschaftlich wichtige Wasserstraße dem internationalen handel zu verschließen. Der Türke will aber, daß seine loyale Haltung von den anderen Staaten anerkannt und daß seinen berechtigten Ansprüchen auf Sicherheit genügt wird. Wenn jeder andere das Recht zu haben glaubt, die Meerengen zu durchfahren, wie es ihm beliebt, wenn jeder andere also meint, die Türen des türkischen Hauses nach Belieben gebrauchen zu können, so wird die Meerengenfrage sehr rasch eine Lösung finden. Dann wird nämlich der Türke erklären. D i e Türen meines Hauses finii oer- schlossen. Ich össne sie w°m ich w.l und wie ich will. Die Mach!. s.e zu schlietzen und zu össnen, besitze ich.

Diese erneute von höchster Stelle°u-g°h°nd° Warnung, die Konferenz in Montreux ipe- gen des englisch-sowjetrussischen Gegensatzes mch länger hinauszuzögern, hat in der türkischen Oeffent lichkeit größten Widerhall gefunden. Man erwartet ^einseitige Willenserklärung der Türkei, gefolgt von praktischen Maßnahmen, wenn nicht binnen kurzem in Montreux »ne d,e ä,»,:

'deuten Sltaturr morMinisterrat au Seiten der bis in dien­

ten Abendstunden dauerte und sich mit dem Schicks i der Konferenz in Montreux befaßte.

Kabinettssitzung in London.

anr,hnn 9 fiult. <DNB.» Das britische Kabinett 'trat am Donnerstagvormittag zusam- men. Es behandelte u. a. die m der Kon f er en z von Montreux entstandene schwierige Lage.

Der sranzösisch-fowjetmsflfOe patt.

Montreux, 9. Juli. (DNB.) Bei der Bera­tung des Artikels 23 des englischen Entwurfes, nach dem die Völkerbundsverpflichtungen der Unterzeichner unberührt bleiben sollen, hat die Abordnung der Sowjetunion einen Zu­satzantrag gestellt, der das ganze Problem der

Durchfahrt sowjetrusfischer Schiffe zum Zwecke der Ausführung eines militärischen regionalen

Abkommens

von neuem aufrollt. In diesem Zusatzantrag wird im Hinblick auf den franco-sowjetrussi­schen Beistandspakt erklärt, daß die Bestim­mungen des Abkommens in keiner Weise die Auf­gaben des Völkerbundes, nämlich die Sicherheit der Nationen wirksam zu gewährleisten, beeinträch­tigen dürfen.

Ls dürfe daher auch die Durchfahrt dutch die Meerengen für Kriegsschiffe nicht behindert wer­den, wenn sie auf Grund von Hilfeleistungsver­pflichtungen erfolgen, die der eine oder andere Anterzeichnerstaat durch Zusahvereinbarungen zum Völkerbundspakt übernommen habe, oder noch übernehmen werde.

In der Nachmittagssitzung der Konferenz wurde dieser Antrag von dem englischen Vertre­te r b e k ä m p f t. Der rumäische Außenminister Titulescu richtete darauf gegen die englische Politik den Vorwurf, daß sie die regionalen Pakte in Genf befürworte und in Montreux ab­lehne. Da die Aussprache zu keiner Annähe­rung der Auffassungen führte, wurde Ar­tikel 23 zurückgestellt. Die Schlußbeskimmungen des Abkommensentwurfes, die sich auf das Inkrafttreten, die Geltungsdauer und die eventuelle Revision be­ziehen, wurden dem Redaktionskomitee überwiesen, nachdem die türkische Delegation hierzu einen Ab­änderungsantrag angekündigt hatte.

Die nächste Vollsitzung ist noch nicht anberaumt worden, doch wird in Konferenzkreisen gehofft, daß die zweite Lesung des Entwurfes am Montag wird ausgenommen werden können.

Goldmünzen zur Krönung König Eduards VIII.

Im «erlauf der letzten Unterhausaussprache er- klarte der Schatzkanzler Nemlle Chamberlain auf Anfrage, daß aus Anlaß der K r o n u n g Ka­nia Eduards VIII. im nächsten Jahre Salb, münzen zu besonderen Preisen herausgegeben werden, die von jedem Interessenten erworben wer- den können.

AufdemWegezudenOlympischenGpielen

mer

Aus aller Welt

ein Ehrenpreis des ungarischen Verteidigungsmini­sters zugesprochen. Nunmehr wurde vom rumäni­schen Äero-Klub der deutsche Kunstflieger Willi S t ö h r für seine Leistungen auf einem kürzlich in Budapest veranstalteten Flugtage ausgezeichnet. Mit diesem Diplom ernannte der rumänische Staatssekretär für Lustfahrt den deutschen Flieger Stöhr zum Piloten h. c. von Rumänien.

Graf Zeppelin- an der Südostküste Spaniens.

Das LuftschiffGraf Zeppelin", das sich auf der 8. diesjährigen Südamerikafahrt befindet, stand am Donnerstag um 19.30 Uhr MEZ. vor Kap Palos an der Südostküste Spaniens.

1939 wieder eineILA" in Frankfurt.

Bei einem Empfang der zur Weihe des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main in Frankfurt weilenden Ehrengäste hieß Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs die Gäste, insbesondere Staatssekretär Milch, Minister Esser als den Vertreter des Reichspropagandaministers, sowie den Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger herz­lich willkommen. Sein Willkommensgruß galt vor allem auch den ausländischen Gästen. Oberbürger­meister Dr. Krebs schilderte noch einmal die Gründe, die zur Schaffung dieser Anlage gerade in unserem Gebiet maßgebend waren und wies darauf hin, daß Frankfurt schon einmal im Jahre 1909 mit derI L A" entscheidenden Einfluß auf die Weiterentwicklung der Fliegerei genommen habe. Aber auch was die neueste Errungenschaft, den Muskelflug, anlange, so habe in Frank­furt die Polytechnische Gesellschaft ein Institut zur wissenschaftlichen Untersuchung und Förderung dieses Muskelfluges gegründet. An Hand weite­rer Beispiele wies der Oberbürgermeister nach, wie stark gerade unser Rhein-Main-Gebiet von An­fang an mit den modernen Verkehrsmitteln und ihrer Entwicklung verbunden ist. Mit besonderer Dankbarkeit und Genugtuung dürfe er in diesem Zusammenhang bemerken, daß dank der Zusage des Reichslustfahrtministeriums dieILA" im Jahre 1 9 3 9 an ihrer Traditionsstätte Frank­furt wiederholt und sich sicher zu einem Er­eignis von ganz besonderer Bedeutung gestalten werde.

Die britischen Frontkämpfer haben Deutschland wieder verlassen.

Die Abordnung der britischen Front­kämpfer hat ihre Deutschlandreise be­endet und mit dem HapagdampferNeuyork" von Bremerhaven aus die Heimfahrt nach Eng­land angetreten.

Preußischen Staatsregierung in der Staatsoper.

Montag, 10. August: IOK.-Fahrt nach Kiel. Mit­tagessen an Bord von Schiffen der Kriegsmarine, Abendessen und Abendfest der Stadt Kiel.

Freitag, 14. August: 12 Uhr Dampferfahrt des IOK. nach Grünau. Mittagessen auf dem Dampfer.

Samstag, 15. August: 13 Uhr Mittagessen der Generalsekretäre auf den Stadionterrassen. 18 Uhr Sommerfest des Reichsministers für Volksauf­klärung und Propaganda in Schloß Babelsberg.

Sonntag, 16 Augustr 21 Uhr Fest der Teilneh- in der Deutschlandhalle.

Programm der olympischen Festlichkeiten.

Berlin, 9. Juli. (DNB.) Während der O l y m= pischen Spiele finden folgende Feiern und F e st l i ch k e i t e n statt:

Mittwoch, 29. Juli: 12 Uhr Einweihungsfeier der AusstellungSport der Hellenen". 16 Uhr Er­öffnungssitzung des Internationalen Olympischen Komitees mit geladenen Gästen in der Aula der Friedrich-Wilhelm-Unioersität. 21 Uhr Festakt im Pergamon-Museum, Internationales Olympi­sches Komitee, Nationale OK., Organisationskomitee, Präsidenten der internationalen Sportverbände, Reichsregierung, Vertreter von Kunst und Wissen­schaft.

Donnerstag, 30. Juli: 13 Uhr Frühstück der Stadt Berlin für IOK. und Organisationskomitee. 20 Uhr Empfang des Reichsministers für Volksauf­klärung und Propaganda für Presse, Funk, Photo, Film in der Kroll-Oper.

Freitag, 31. Juli: 12 Uhr Einweihungsfeier der Olympia-Kunstausstellung in der Halle VI am Messegelände, Kaiserdamm. 13 Uhr Frühstück für das IOK., gegeben vom Reichssportführer in der Villa Kersten am Rupenhorn. 20 Uhr Essen für IOK., Nationale OK., Internationale Sport­verbände, Chefs de mission der Mannschaften im Kaiserhof.

Samstag, 1. August: 10.30 Uhr Festgottesdienst im Dom und in der St.-Hedwigs-Kathedrale. 11.30 Uhr Besuch des Ehrenmals Unter den Lin­den. 12 Uhr Empfang IOK. und Ehrengäste im Alten Museum. 12.15 bis 13 Uhr Jugend­feier im Lustgarten. 13.30 Uhr Empfang beim Führer und Reichskanzler für das IOK. mit anschließendem Frühstück im Reichspräsidenten- Palais.

Sonntag, 2. August: 20 Uhr Fest der Teilneh­mer des Sternfluges im Haus der Flieger.

Montag, 3. August: 20 Uhr Fest der Teilnehmer der Auto-Sternfahrt.

Dienstag, 4. August: 20 Uhr Empfang ehemaliger Olympiasieger im Haus der Flieger.

Mittwoch, 5. August: 11 Uhr Vortrag von Sven Hedin in der Akademie der Wissenschaften.

Donnerstag, 6. August: 21 Uhr Offizieller Empfang der Reichsregierung und der

Verheerende Folgen der Hitzewelle in Amerika.

Das H i tz e g e b i e t in den Vereinigten Staa­ten erstreckt sich jetzt von den Rocky Mountains bis zum Atlantischen Ozean über zwei Drittel der Staa­ten. Die Bevölkerung, besonders die im Mittel­westen, leidet unbeschreiblich unter der Hitze. Die Zahl der Todesopfer im Mittelwesten ist auf über 200 gestiegen. Auch in den Oststaaten sind zahlreiche Opfer des ungewöhnlich heißen Wetters zu verzeichnen. In der Stadt Neuyork stieg das Thermometer am Donnerstagnachmittag auf 3 9 Grad Celsius und erreichte damit seit dem 7. August 1918 den höchsten Stand. In den dicht­bevölkerten Stadtbezirken herrscht eine wahre Back­ofenglut. Dabei besteht immer noch keine Aussicht auf Regen.

Was von der Sonne noch nicht ausgedörrt und übriggeblieben ist, wird in den Staaten Nord- stid-Dakota, Minnesota und Iowa, der Kornkammer Amerikas, von Millionen Heuschrecken vollends kahlgefressen. Die Heuschreckenschwärme fielen sogar über die Hauptstadt Nord-Dakotas her und fraßen das Gras und die Blätter in den Parkanlagen auf, da sie auf dem oerdörrten und durch Staubstürme teilweise in Sandwüste verwandelten Land keine Nahrung mehr fanden. Die Bundesregierung schätzt die Zahl der von der Dürre direkt betroffenen Men­schen auf 3 bis 5 Millionen. Chikagos Getreidebörse war in den letzten Tagen ein Ort fieberhafter Tätig­keit. Die Preise für Mais und Weizen sind pro Bushel seit dem Beginn der Dürre um 20 Cents gestiegen. Das Jahr 1936 wird für die Vereinigten Staaten als ein Jahr der Katastrophen bezeichnet. Zuerst war es der Winter mit unge­heuren Schneemassen und Polarkälte, dann waren Hochwasser, Ueberschwemmungen und Tornados, die ungeheure Schäden angerichtet hatten, und nun wird das Land von Dürreschäden heimgesucht, deren Ausmaß noch nicht feststeht.

Ehrungen deutscher Flieger durch das Ausland.

Der Aero-Klub von Deutschland hat in den letz­ten Monaten wiederholt deutsche Flieger zu aus­ländischen Flugveranstaltungen entsandt. Besonde­ren Anklang fänden dabei überall die Vorführun­gen der deutschen Segelflieger. So erhielt kürzlich der deutsche Segelflieger Huth von der Landes­gruppe Hamburg des Reichsluftsportoerbandes für seine Vorführungen auf dem Flugtag in Kopen­hagen einen dänischen Ehrenpreis. Ebenso wurde dem Segelflieger Heini Dittmar für seine Lei­stungen bei einer Flugveranstaltung in Budapest

Zustündigkeitsregelung für die Eommerspiele.

Berlin, 9, Juli. (DNB.) Der Reichs- und preu­ßische Minister des Innern Dr. Frick gibt im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers Reichsminister Heß und dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels folgendes bekannt:

Die Vorbereitungen Deutschlands für die o l y m - pischen S o m m e r s p i e l e , die in der Zeit vom 1. bis 16. August 1936 in Berlin und Kiel stattfinden, stehen vor ihrem Abschluß. Die getrof­fenen Maßnahmen bürgen für eine Durchführung der Spiele, die ihrer Bedeutung und dem Ansehen der Nation gerecht wird. Die Austragung der Wett­kämpfe erfolgt nach bestimmten internationalen Regeln. Dies macht folgende Anordnungen erfor­derlich:

1. Die sportliche Durchführung der Spiele gemäß den olympischen Bestimmungen obliegt ausschließ­lich dem Präsidenten des Organisationskomitees der XI. Olympiade, Staatssekretär a. D. Dr. Le w a ld.

2. Den Einsatz der deutschen Nationalmannschaft leitet ausschließlich der Präsident des Deutschen Olympischen Ausschusses Reichssportführer von T s ch a m m e r und Osten. Er hat auch den deutschen Sport bei allen Verpflichtungen repräsen­tativer Art zu vertreten, soweit solche Verpflich­tungen nicht von der Reichsregierung unmittelbar mahrgenommen werden oder nach den olympischen Bestimmungen dem Organisationskomitee obliegen.

3. Die Zusammenfassung aller Maßnahmen auf dem Gebiete der Werbung, der Presse, des Rund­funks, des Films und der künstlerischen Darbietun­gen obliegt dem Staatssekretär des Reichsministe­riums für Volksaufklärung und Propaganda F u n k.

4. Die Leitung aller staatlichen Maßnahmen, die von den zuständigen Reichs-, Staats- und Ge­meindebehörden für den reibungslosen Verlauf der Spiele zu treffen sind, ist dem Staatssekretär des Reichs- und preußischen Ministeriums des Innern P f u n b t n e r übertragen.

5. Soweit Parteiangelegenheiten durch die Spiele berührt werden, obliegt die Entscheidung dem stell­vertretenden Gauleiter Staatsrat G ö r l i tz e r.

Das Olympia-Banner unterwegs.

In einem feierlichen Akt wurde im Rathaus der Stadt Los Angeles das Olympische Banner, das während der Spiele über dem Reichssportfeld flattern wird, dem ältesten Mitglied des amerika­nischen Olympischen Komitees, William Mc. Gar- land, übergeben, der die Fahne in Berlin über­reichen wird. Der Bürgermeister von Los Angeles, Frank Shaw, verabschiedete das Banner mit den besten Grüßen des amerikanischen Sports und ganz Amerikas an die Olympiastadt Berlin.

ttebergabe des internationalen olympischen IugendlagerS.

Das internationale Jugend lager bet Rupenhorn an der Heerstraße bei Berlin, das wäh­rend der Olympischen Spiele für die Aufnahme von 1000 Jugendlichen aus aller Welt bestimmt ist, wurde von dem Kommandierenden General des III. Armeekorps General v. W i tz l e b e n an den Präsidenten des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele Staatssekretär a. D. Dr. Lewald feierlich übergeben. Der Uebergabe wohnten als Vertreter der Wehrmacht u. a. der Stadtkommandant von Berlin General Schaum­burg und der Kommandant des Olympischen Dor­fes Oberstleutnant Freiherr von und zu Gilsa, ferner der Stellvertreter des Reichsjugendführers, Stabsführer Lauterbacher, bei. General von Witzleben gab der Hoffnung Ausdruck, daß die jungen ausländischen Gäste aus aller Welt dazu beitragen mögen, Brücken der Verständigung von Volk zu Volk zu schlagen. Mit einem Sieg-Heil auf den F Ü hrer übergab er im Namen der Wehr­macht das Lager. Staatssekretär a. D. Dr. L e - w a l d dankte dem III. Armeekorps und insbeson­dere der Magdeburger Pionierkompanie dafür, daß sie in wenigen Wochen dieses schöne Lager aufge­baut hätten. Er hob hervor, daß die Einrichtung eines internationalen Jugend- und Sportstudenten­lagers ein von Deutschland ausgehender völlig neuer Gedanke sei, der sicherlich zur Verständigung unter den Sportkameraden aller Nationen beitragen werde. Er wünschte dem Lager, daß der olympische Geist, der heute dank dem Wirken des Führers ganz Deutschland erfülle, der Geist der Kamerad­schaft und des friedlichen Wettstreites der Völker um ein hohes Ziel, die Lagergemeinschaft beseele. )ie ersten ausländischen Gäste des Lagers werden am 24. Juli erwartet.