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Die englischen Flottenverstärkungen werden aus dem Mittelmeer zurückgezogen.

Englands Flottenmacht im Mittelmeer immer noch stärker als vor dem Abestinren-Konstikt

London, 9. Juli. (DNB.) Im Unterhaus stellte der ^Abgeordnete Mander (liberal) an den Ersten Seelord die Frage, wann er beabsich­tige, die britische Flotte aus dem Mittel­meer zurückzuziehen.

Sir Samuel Hoare antwortete, es bestünde nicht die Absicht, die britische Flotte aus dem Mittelmeer zurückzuziehen, aber es sei beabsichtigt, in sehr naher Zukunft diejenigen Einheiten zu entlassen, die vorübergehend aus den Heimatgewässern und anderen Ueberfec Rationen entsandt worden seien.

Mander fragte hierauf ironisch, für welchen ge­nauen Zweck die Schiffe im Mittelmeer gehalten würden, da die Regierung doch nicht die Absicht habe, irgendeines ihrer Schiffe zuriskieren".

Peter Macdonald (konservativ) fragte darauf, ob die britische Flotte nicht schon über 300 Jahre im Mittelmeer sei.

Daraufhin erhob sich Hoare und sagte, er könne dem Abgeordneten versichern, daß die britische Flotte wahrscheinlich noch weitere drei Jahrhunderte im Mittelmeer bleiben werde. (Beifall der Regierungsmehr­heit.)

Der E r st e Lord der Admiralität hat mit dieser Mitteilung im Unterhaus bestätigt, daß die britische Flotte im Mittelmeer auf einen normalen Z u st a n d zurückge­führt werden soll. Diese Maßnahme bedeutet, daß im Laufe der nächsten Wochen einige der vor Ale­xandrien und Malta liegenden Schiffe in die eng­lischen Heimathäfen, nach Gibraltar, sowie nach Neuseeland und Australien und Ostasien zurückkeh­ren werden. Die nach Rückkehr dieser Einheiten im Mittelmeer verbleibende Flotte wird jedoch voraussichtlich st ä r f e r sein, als die britische Flotte es vor dem Ausbruch des abessinischen Feld­zuges war. Die gesamten Einrichtungen für die Unterbringung und Verpflegung einer größeren Flotte bleiben jedoch erhalten, so daß es unter Um­ständen leicht sein wird, die Flotte wieder im Mit­telmeer zusammenzuziehen, falls dies erforderlich werden soll. Die von Hoare angekündigteDemo­bilisierung" der Flotte habe lediglich den Zweck, den Besatzungen den ihnen zustehenden Urlaub zu­kommen zu lassen.

Sofort in die Tat nmgeseht.

London, 10. Juli. (DNB Funkspr.) Der Be­schluß, die englischen Flottenverstärkungen aus dem Mittelmeer zurückzuziehen, wird sofort in die Tat umgesetzt werden. Die KreuzerNe­an d e r" undCornwall" kehren bereits im Laufe des heutigen Tages nach England zurück. Ferner werden in nächster Zeit u. a. folgende Schiffe, die während des Abessinien-Streit­falles ins Mittelmeer entsandt worden waren, zurückgezogen werden: Der neue australische KreuzerSidney", der KreuzerSussex" (austra­lisches Geschwader), der MinenlegerAdventure", sowie vier Zerstörer und vier 0-Boote von der China-Station, der KreuzerAchilles" (Neuseeland), die KreuzerAjax" undExeter" (Westindien).

Die die Regierung bereits angekündigt hat, wird die britische Flotte im Mittelmeer nach der Zurückziehung dieser Schiffe immer noch etwas stärker sein als vor dem Abessinien- Streitfall. Die Schlachtschiffehood" undRe- pulse" werden der Mittelmeersiotte ständig zu- geteilt. In amtlichen englischen Kreisen wurde am Donnerstag erklärt, daß die Heimatflotte im Notfall stets für die erneute Verstärkung der Mittelmeereinheiten verfügbar sein werde. Die Fahrtdauer für Kriegsschiffe von England nach Gibraltar betrage 48 Stunden. Ferner wird darauf hingewiesen, daß die in den bri­tischen Mittelmeerstühpunkten für die Unter­bringung zusätzlicher Schiffe getroffenen Vor­kehrungen ständiger Natur sein werden.

Der diplomatische Reuter-Korrespondent schreibt, daß die Frage der Flottenzurückziehung bereits in den kürzlichen Unterredungen des italienischen Bot­schafters Grand i mit dem Foreign Office be­sprochen worden sei. Jedoch sei von irgendeinem Kuhhandel mit Italien keine Rede. Die Vorbereitungen für die Verringerung der Mittelmeerflotte seien schon vor einigen Wochen ge-

Daily Mail" schreibt, daß England sich jetzt um eine engere Mitarbeit Italiens an der euro­päischen Politik bemühe. Die baldige Zurück­ziehung der Flottenverstärkungen im Mittel­meer fei übrigens eine der Bedingungen ge­wesen, unter denen Sir Samuel Hoare wieder in die Regierung eingetreten sei.

Das OppositionsblattDaily H e r a l d" be­trachtet den englischen Beschluß als ein Zugeständ­nis, um Mussolini auszusöhnen. Er sei auf die italienische Forderung zurückzuführen, daß die Mitarbeit Italiens in Montreux und Brüssel nur nach der Verminderung der Mittelmeerflotte und der Kündigung der Unterstützungsabmachungen mit den Mittelmeerstaaten in Frage komme.

Frankreich löst sich vom Mittel- meer-Mommen mit England.

Paris, 10. Juli. (DNB.) Die Ankündigung des Entschlusses der englischen Regierung, einen Teil der Flotte aus dem Mittelmeer zurückzuziehen, ist in Pariser politischen Kreisen mit Genug­tuung ausgenommen worden. Man erwartet da­von eine Entspannung der Lage. Es wird jedoch in hiesigen politischen Kreisen betont, daß die italie­nische Regierung über die Erklärungen überrascht gewesen sei, die der englische Außenmini­

ster am 18. Juni vor dem Unterhaus und anschlie­ßend noch einmal in Genf gemacht habe und in de­nen er betonte, daß die Abkommen, die anläß­lich des italienisch-abessinischen Krieges von (Englanb Öen worden seien, im Falle eines italienischen fs im Mittelmeer Unterstützung zu finden, trotz der Aufhebung der Sanktionen weiterbe- st e h e n blieben.

Die französische Regierung habe in London und in Rom amtlich wissen lassen, daß sie die Abkommen, die sie im Zusammenhang mit dem Abessinien-Streitfall mit England getroffen habe und die sich auf die gegenseitige Unter­stützung gegen einen möglichen Angreifer laut § 3 des Artikels 16 des Völkerbundspaktes be­zogen, als hinfällig betrachte, nachdem der Vül- kerbundsrat die Aufhebung der Sühnemahnah­men beschlossen habe.

Die französische Regierung, so betont man in po­litischen Kreisen, stehe auf dem Standpunkt, daß der einstimmig gefaßte Beschluß der Mitgliedsstaaten des Völkerbundes auch die Aufhebung aller Abkommen nach sich ziehe, die zur Durchführung der Sühnemahnahmen getroffen worden feien. Im entgegengesetzten Fall könne man sich nicht vorstel­len, wann die Mittelmeerabkommen, die eine Folge der Anwendung des Artikels 16 gewesen seien, über­haupt aufgehoben werden könnten.

Der Eindruck in Wien.

Mailand, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Beschluß des englischen Kabinetts, die Heimat- flotte aus d e m Mittel m e e r nach und nach zurückzuzfehen, findet in der nord­italienischen Presse einen starken Widerhall.

(£ o r r i e r e della Sera" schreibt, die Zurück­nahme der englischen Seestreitkräfte aus dem Mittelmeer sei eine Geste, die Eindruck mache. Sie habe um so größere Bedeutung, als auch gleich­zeitig offiziell das Außerkrafttreten der zwischen England und den wichtigsten Mittelmeermächten getroffenen Abmachungen bekanntgegeben worden sei.

Ulan beginne, wenn auch nicht in der Form,

so doch wenigstens dem Inhalt nach Italien Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Die TurinerStarnpa" erklärt, die Sanktions­politik habe in den letzten 24 Stunden einen harten Stoß erhalten. Man werde allerdings noch ab- marten müssen, üm eine Schlußbilanz der englischen Flottenverschiebung ziehen zu können.

Ls dürsten keine verborgenen Rückstände der gegen Italien gerichteten Koalition erhalten bleiben.

Erst dann werde man in die positive Phase des Wiederaufbaues eintreten können.

Zeschleimigler Ausbau her britischen Flotte.

Oie militärischen Nachtragshaushalte.

Der König von England nahm eine Besichtigung der Einheiten der britischen Luftstreitkräfte vor. Man sieht ihn bei dem Bombengeschwader in Mildenhall. Im Hintergrund ein Handley-Page-Heyford- Bomber, vorn eins der schnellen Jagdflugzeuge. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Die Im Nachtragshaushalt vorgesehenen Kreuzer eien kleine Kreuzer zu 5000 Tonnen. Man baue ünf Kreuzer, weil in Zukunft ein Kreuzergeschwa- )er aus fünf und nicht aus vier Schiffen bestehen oll. Die Tonnage des Flugzeugmutterschiffes werde unter 23 000 Tonnen gehalten sein. Sämtliche vor- gesehenen Schiffsbauten sollen so beschleunigt wer- den, daß sie sechs Monate eher als vorgesehen fertig, gestellt sein werden.

Im Zusammenhang hiermit wird in Marine- kreisen volle Befriedigung über die Art und Weise ausgedrückt, in der Deutschland feine Verpflichtungen aus dem englisch-deutschen

Flottenvertrag vom vorigen Iahre erfülle.

Lluterhausuachwahl in England.

Sieg der Arbeiteropposition.

London, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Un­terhausnachwahl in Derby endete mit einem Sieg der Arbeiteropposition über die Regie­rung. Der durch den Rücktritt des Kolonialministers Thomas freigewordene Parlamentssitz wurde von dem Arbeitervertreter Noel Baker mit 28 419 Stimmen gewonnen, während der Regierungsver­treter nur 25<666 Stimmen erhielt. Bei den letzten Neuwahlen hatte die Regierung eine Mehrheit von 12 000 Stimmen erzielt.

Die Lage in Palästina.

Der Aufruf des britischen Kommissars erfolglos.

Jerusalem, 9. Juli. (DNB.) Der Aufruf des britischen Kommissars an die ara- bische Bevölkerung, der auch durch von Flugzeugen abgeworfene Handzettel verbreitet wurde, ist bisher erfolglos geblieben. Der General st reik und die Terrormaßnahmen haben sogar an vielen Orten noch eine Verstärkung erfahren. Der Mittelpunkt der Streikbewegung ist nunmehr

Der Führer durch den Gautag Hessen-Nassau 1936, ist das Programmheft.

Jerusalem, wo sich bereits eine bedrohliche Lebensmittelverknappung bemerkbar macht. Gemüse und Eier werden auf dem Wege zur Stadt von den arabischen Streikposten zertre­ten und die Milch ausgegossen. Dabei ist es völlig unverständlich, warum die Araber zu derartigen Zerstörungsmahnahmen greifen, von denen nur die arabische Bevölkerung selbst betroffen wird, wäh­rend die jüdische Bevölkerung und die jüdische Land­wirtschaft davon unberührt bleiben. Man glaubt deshalb, diese sinnlose Vernichtung von Lebens­rnitteln auf k o m m u n i st i s ch e Einflüsse zu­rückführen zu können.

Die Lage in Abessinien.

Rom, 9. Juli. (DNB.) Die im Ausland ver­breiteten Alarmmeldungen über die Lage in Abessinien werden von maßgebender italieni­scher Seite mit größtem Nachdruck zurückgewiesen. So wird es alsvollkommen falsch" bezeichnet, daß bei dem Ueb erfüll a u f d i e italienische Fliegermission irt Lekemti 35 Italiener den Tod gefunden hätten. Genaue Zahlenangaben wer­den allerdings noch nicht gemacht. Man erfährt jedoch, daß nicht nur der Missionar Pater Borella, sondern auch ein Flugzeugmonteur sich mit Hilfe von Gallas retten konnte, die um Entsendung einer italienischen Militärmission gebeten hatten, um ihre Unterwerfung auszusprechen. Schließlich werden alle weiteren Nachrichten über die Bildung eines neuen abessinischen Heeres in Abrede gestellt.

Den von ausländischen Blättern gemeldeten Zwischenfällen ander Bahn von Dschi­buti nach Addis Abeba liegt nach einer von der Agenzia Stefani abgegebenen Meldung ein Ueberfall auf zwei Lebensmittelzüge zugrunde. Am Montagmorgen hatten Räuberbanden zwischen A k a k i und M o g g i o den Bahnkörper sowie die Telephon- und Telegraphenleitungen zer­stört, um zwei Lebensmittelzüge aufhalten und aus­plündern zu können. Sofort eingesetzte Abteilungen der Garnison von Las Addas haben die Räuber­banden an der Durchführung ihres Anschlages ver­hindert. Sie lagen die ganze folgende Nacht mit den Räubern im Gefecht. Am nächsten Morgen haben dann Abteilungen der Schwarzhemden und erythräifche Eingeborenen-Truppen den Banden schwerste Verluste beigebracht und sie zur Flucht ge­zwungen. Die Wiederherstellung der Bahnlinien ist sofort von technischen Truppen in Angriff genommen worden.

Danziger Hetzblatt verboten.

troffen worden.

Keine verborgene vMische Bedeutung"

London, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter enthalten sich vorläufig anschei- nend auf höhere Anweisung jeglicher Kommen­tare zu dem Beschluß, die Flottenstreitkräfte im Mittelmeer auf den Normalstand zurückzuführen.

In halbamtlichen Informationen wird dabei be­tont, daß der Beschluß keine verborgene po­litische Bedeutung habe.

Bon einem politischen Geschäft mit Italien könne keine Rede sein.

Die tatsächliche Bedeutung der Maßnahme käme jedoch darin zum Ausdruck, daß die Blätter ihre Aufnahme in Italien mit größter Auf­merksamkeit verfolgen. In diesem Zusammenhang werden auch die Pariser Berichte hervor- aehoben, wonach Frankreich den Regierungen Eng­lands und Italiens mitgeteilt hat, daß angesichts der Aufhebung der Sühnemaßnahmen der franzö­sisch-englische Ünterstützungspakt im Mittelmeer nach französischer Ansicht nicht mehr gültig sei.

Reuter meldet aus Genf, es sei wahrscheinlich, daß die anderen Mittelmeermächte, die eben­falls Anterstühungsabmachungen mit England abgeschlossen hätten, dem Beispiel Frankreichs folgen und diese Abmachungen kündigen werden.

Der diplomatische Korrespondent derTimes" erklärt, die Angelegenheit habe nichts mit den gegenwärtigen M e e r e n g e n v e r h a n d- lungen in Montreux zu tun. Von viel grö­ßerer und anhaltender Bedeutung sei das von Eden am 18. Juni abgegebene Versprechen, daß England im Mittelmeer ständig eine stärkere Verteidigungs­stellung, als vor dem abessinischen Konflikt deibe- halten werde.

London, 9. Juli. (DNB.) Die Zahlen der E r- g ä n z u n g s h a u s h a 11 e der Flotte, des Heeres und der Luftwaffe wurden am Donnerstagvormittag bekanntgegeben. Insgesamt werden danach im Nachtragshaushalt 19,652 Millionen Pfund zusätzlich zu den im Mai bereits angeforderten 10,3 Millionen Pfund Nachtragshaushalt für die Flotte angefordert. Seit der Bekanntgabe des Haushalts sind also hier­mit insgesamt 2 9,952 Millionen Pfund Sterling nachgefordert worden.

Die Ziffern verteilen sich wie folgt: für die Flotte 1,059 Millionen (außer den im Mai ge­forderten 10,3 Millionen Pfund), für das Heer 6,6 Millionen Pfund, für die Luftwaffe 11,7 Mil­lionen Pfund, für Munitionsfabriken 0,293 Millionen Pfund.

In der Berlautbarung zu den Zahlen über die Flotte wird mitgeteilt, daß aus den Mitteln des Nachtragshaushaltes folgende Schiffe zu­sätzlich gebaut werden sollen: zwei Kreuzer von 5000 Tonnen, ein Torpedobootsführer und ad)t Zerstörer, ein Flugzeugmutterschiff und vier Unterseeboote, so daß das Flottenbauprogramm für 1936 insgesamt sieben Kreuzer, achtzehn Torpedoboote bzw. Flottillenführer, zwei Flug­zeugmutterschiffe und acht U-Boote umfaßt. Außerdem würden, so wird mitgeteilt, bestimmte Summen für vorbereitende Arbeiten benötigt.

Die Mehrkosten für das Heer werden mit den Kosten im Zusammenhang mit dem abessini­schen Feldzug und gewissen Maßnahmen zur Ausfüllung von Lücken in der Ausrüstung begrün­det. 1 Million Pfund Sterling werden dabei allein für die Beschaffung von Werkzeugen für die Waf­fenfabrikation als notwendig bezeichnet. Die Kosten im Zusammenhang mit dem abessinischen Feldzug belaufen sich auf 1,25 Millionen Pfund. Die Un­ruhen in Palästina haben bis jetzt 45 000 Pfund I gekostete!.

Die Mehrkosten für die Luftwaffe werden wie folgt erklärt: für Flugzeuge 4,22 Millionen Pfund, Bewaffnung und Ausrüstung 1,364 Millionen Pfund, Anlage von Flugplätzen, Werkstätten usw. 1,25 Millionen Pfund. U. a. sollen neue Flugplätze in Linton, Thistleton, honington und Swanton-Morley angelegt werden. In der Erläuterung wird darauf hln- gewiesen, daß das bekannte Weißbuch der Regierung erklärt habe, daß beabsichtigt sei, die Stärke der Heimatluftflotte (ohne Marine­luftwaffe) auf 1750 Frontflugzeuge zu bringen. Der Personalbestand sott auf 55 000 köpfe ge­bracht werden.

Die Veröffentlichung der Nachtragshaushalte für die Flotte findet in der gesamten englischen Presse starke Beachtung. Die von Sir Samuel Hoare im Unterhaus oorgelegten Nachforderungen ermög­lichen eine bedeutende Beschleunigung des britischen Flottenbauprogramms, das, wie in amtlichen Kreisen versichert wird, wei­ter beschleunigt werden könne,falls eine der­artige Beschleunigung eine beruhigende Wirkung auf Europa ausüben sollte." Die Admiralität habe feststellen können, daß es möglich sei, die geplan­ten Schiffe sehr viel schneller, als ursprünglich an­genommen, zu bauen. Obwohl es heute noch nicht möglich sei, mit dem Bau der geplanten beiden neuen Schlachtschiffe sofort zu beginnen, könne man doch bereits Vorbereitungen treffen.

Ein Ausschuß berät zur Zeit die Frage, ob außer den bisher vorgesehenen beiden Schlacht­schiffen noch weitere Schlachtschiffe in Auftrag gegeben werden sollen.

Wie es heißt, sei zur Zeit geplant, vier Schlacht­schiffe zu modernisieren, während weitere drei be­reits in den Docks einem Umbau unterzogen wür­den. Mit dem Bau der vier neuen U-Boote werde die britische U-Bootflotte 55 Einheiten umfassen.

Danzig, 9. Juli. (DNB.) Der Danziger Polizei­präsident hat die zweimal wöchentlich erscheinende Danziger Nationale Zeitung" auf die Dauer von 5 Monaten verboten, weil sie Aus­führungen gemacht hat, die in hohem Maße geeig­net waren, eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung herbeizuführen.

In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß die Zeitung von Anbeginn an hauptsächlich darauf abgeftellt gewesen sei, das Deutsche Reich und die deutschen Staatsmänner zu verunglimpfen und daß sie selbst nicht davor zurückgeschreckt sei, dem Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches ehrloses Verhalten vorzuwerfen. In ihren maßlosen Angrif­fen gegen den Nationalsozialismus und in dem Be­streben, das Deutsche Reich zu schädigen, habe das Blatt in vielen Fällen sogar die ausländische Emi­grantenpresse übertroffen.

Der Polizeipräsident weist weiter nachdrücklich darauf hin, daß gerade dieDanziger Nationale Zeitung", die als Parteiorgan der sog. Deutschnatio­nalen Volkspartei in Danzig das Wortdeutsch" ganz besonders betont habe, bewußt und absichtlich das Ansehen Deutschlands und feiner führenden Männer zu schädigen versuche. Das müsse zwangs­läufig zu einer Störung des guten Verhältnisses der Freien Stadt Danzig zu seinem Mutterland und damit zu einer Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung führen. Hinzu kommt, daß die in zer­setzender Absicht erfolgten fortgesetzten Angriffe des Blattes gegen die Danziger Regierung und die sie tragende Partei gleichfalls die öffentliche Sicherheit und Ordnung, die Fundamente jeden Ordnungs­staates, gefährden.

Aussprache Greifers mit dem Vertreter polens.

Danzig, 9. Juli. (DNB.) Der diplomatische Vertreter der Republik Polen in Danzig, Minister Dr. P a p 6 e, hatte am Mittwoch eine Aussprache mit Senatspräsident Greiser.

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