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Ur. 159 Erster Blatt

Keitag,.Zuli 1956

186. Jahrgang

Gautag Hessen-Mau 8.-i2.3uli in der Gauhauptstadt Frankfurt

Programmheft des Gautages Hessen-

Adolf Hiller."

Ml Deutschem Gruß

den

Sprenger.

Weitere Reichsmittel für dieKieinsiedlung

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Das Gautag-Abzeichen, zeigt die Verbundenheit zur Bewegung! Das Gautag-Abzeichen gewährt freien Zutritt zum Volksfest, freien Tanz und freien Zutritt zum Feuerwerk.

Nassau 1936 eine Festvorstellung des Schillerschen TrauerspielsEine Verschwörung des Fiesko zu Genua" statt. Trotz des regendrohendcn Wetters hatten sich auf dem einzigartigen Festspielplatz das Führerkorps der Partei und ihrer Gliederungen, mit dem Gauleiter und Reichsstatthalter S p r e n - g e r an der Spitze, die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, Vertreter der Wehrmacht und zahlreiche andere Ehrengäste eingefunden.

Die Festaufführung unter der Regie des General­intendanten Meißner gestaltete sich zu einem un- vergeßlichen Erlebnis. Nicht nur die glänzende Auf­führung selbst entzückte die Besucher, sondern auch die Stätte der Auführung, der Römerberg mit sei­nem architektonischen Charakter, der die Zuschauer schnell in die Zeit und in das Milieu des im reichen Genua spielenden Dramas entrückte, trug wesent­lich zu der feierlichen Stimmung bei.

Erfassung militärisch ausge­bildeter Wehrpflichtiger älterer Geburtsjahrgänge.

Berlin, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Es sind Zweifel aufgetreten, welche Beamte sich bei den polizeilichen Meldebehörden anzumelden haben.

Meldepflichtig sind nur diejenigen Be­amten, die dem aktiven oder beurlaubten Stand des früheren Heeres, der Schutz­truppe, der Kaiserlichen Marine und der Reichs­wehr als Offiziere oder Beamte ange­hört haben.

Unberührt hiervon bleibt selbstverständlich die Meldepflicht f ü r a l l e, die s e i t d e m 1. Ja- nuar 1921 aus der Wehrmacht oder der Landespolizei ausgeschieden sind usw., wenn sie einem älteren, als dem Ge­burtsjahrgang 1913 angehören.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/ mehr.

Lrmahigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts-u.

sie kastenmäßig erst im Rechnungsjahr 1937 ver­ausgabt werden dürfen.

Der Reichsarbeilsminister beabsichtigt, auch diese neuen Wittel noch im Laufe dieses Som­mers zum größten Teil auf die Länder und Verwaltungsbezirke zu verteilen, sobald ihm nähere Unterlagen über den Stand des laufenden VI. Siedlungsabschnittes in den einzelnen Bezirken, über den nächstjährigen Bedarf, die Aus­sichten der Durchführung und die voraussichtlichen Möglichkeiten der Finanzierung vorgelegt finj).

Nachdem durch die Bestimmungen des Reichs­arbeitsministers über die Förderung der Kleinsied­lung vom 21. April 1936 das Verfahren wesentlich vereinfacht und die Durchführung der Kleinsiedlung erheblich erleichtert ist, sind damit auch die finan­ziellen Grundlagen geschaffen, um in diesem und im nächsten Jahr die Kleinsiedlung im größtmöglichen Umfange fortzuführen.

Bulgarischer Königsbesuch in Italien.

S o f i a , 9. Juli. (DNB.) K ö n i g B o r i s ist am Donnerstag mit kleinem Gefolge mit dem ^-implon- Expreß nach Italien abaereist. Er wird dort kurze Zeit Gast der königlichen amtlte sein.

i'Field durchs oa 640 Kilo« iwanggpausei, - 2ln Preisen

Veranstalter fer der besten

Der Glückwunsch des Führers I zur Eröffnung des Flug- und Luftschiff­hafens Rhein-Main.

LPD. Frankfurt a. 7N., 9. Juli. Die telegra­phische Meldung des Reichstatthalters und Gau­leiters Sprenger von der Eröffnung des F l u g- und Luftfchjffhafens Rhein - 7Nain Hal der Führer und Reichskanzler mit folgen­dem Telegramm beantwortet:

»Für die Meldung von der Eröffnung des Flug- und Luftschiffhafens Frankfurt am Main dankend, spreche ich Ihnen meine besten Wünsche für eine gute Weiterentwicklung dieses neuen europäischen Verkehrsmittelpunktes in Deutschland aus. Wöge die durch die erfolgreichen Fahrten desGraf Zep­pelin" und desHindenburg" so hoffnungsvoll be­gonnene neue Luftschiffverbindung mit dem ameri­kanischen Kontinent der Ausgangspunkt werden für ein erweitertes Reh der Luftfahrt im Dienste des völkerverbindenden Verkehrs.

'em Völker, ng begrüßt, m steht. -

NSG. Im Programmheft des Gautages Hessen- Nassau 1936 ist die Sondertagung Wirt­schaft, an der die Kreiswirtfchaftsberater des Gaues Hessen-Nassau und führende- Männer der Wirtschaft teilnehmen, auf 14 Uhr festgesetzt. Diese Zeit ist jetzt geändert. Die Tagung findet um 1 6 Uhr am vorgesehenen Ort, Dolksbildungsheim, Eschenheimer Anlage 40/41, statt. Die Kundgebung leitet Gauwirtschaftsberater Eckardt; es spricht:

Führer hatte folgenden Wortlaut:

Mein Führer! Ich melde die feierliche Eröff­nung des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main. Der Sieg der nationalsozialistischen Revolution war Voraussetzung auch dieses Werkes des völkerver­bindenden Luftverkehrs. In ihm ist der Schaffens­kraft des deutschen Volkes und des deutschen Ar­beiters im besonderen ein bleibendes Denkmal ge- etzt werden. Neben der Reichsautobahn gelegen, klingt über Flughafen, Autobahn und Reichsbahn der Rhythmus der Motoren zusammen mit der Dampfmaschine. Mit dem Weltverkehr wird Ihr Friedenswille und Ihre Friedenspolitik hinausge­tragen in alle Welt und an alle Völker. Die Teil­nehmer an der Feier, alle Mitarbeiter am Werke grüßen Sie mit der Versicherung voller Einsatz­bereitschaft. Heil! Sprenger."

Oie Meldung an Generaloberst Göring

An den Reichsminister der Luftfahrt General­oberst Göring sandte der Gauleiter folgen­des Telegramm:Ich melde die Weihe des Flug-

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Oie Meldung des Gauleiters an den Führer.

Das Telegramm des Gauleiters an

Berlin, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) In Würdigung der überragenden Bedeutung der Kleinsiedlung (H e i m st ä t t e n s i e d l u n g) ist die Reichsregierung entschlossen, auch in Zukunft den Hauptanteil der Reichsmittel, die für die För­derung des Siedlungs- und Wohnungsbaues bereit­gestellt werden, für die W e i t e r f ü h r u n g der Kleinsiedlung einzusetzen.

Bekanntlich sind im vorigen Jahr für den 6. Ab­schnitt der Kleinsiedlung 70 Millionen Reichsmark verteilt worden. Wegen der späten Bereitstellung der Mittel konnte nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Reichsmittel noch im Baujahr 1935 einge­setzt werden. Die nicht abgerufenen Beträge sind jetzt in dem Haushaltsplan 1936 wieder eingestellt worden. Bei dieser Sachlage genügte es, an Mit­teln, die für das Rechnungsjahr 1936 zur kaffen- mäßigen Verausgabung zur Verfügung stehen müs­sen, einen verhältnismäßig geringen Betrag zur Ergänzung des 6. Siedlungsabschnittes neu bereit­zustellen.

Jnsgesamk stehen bamif für den 6. Siedlungs- abschnilt rund 80 Millionen Reichsmark zur kafsenmähigen Verausgabung zur Verfügung.

Davon hat der Reichs- und Preußische Arbeit^ Minister, wie er den Bewilligungsbehörden durch einen Erlaß vom 30. Juni 1936 mitgeteilt hat, zu­nächst einen Betrag zur Ergänzung des 6. Sied- lungsabschnittes nur den Ländern und Bezirken zugeteilt, die einen in allernächster Zeit zu be­friedigenden vordringlichen Bedarf an Siedlerstel­len haben, deren Durchführung voraussichtlich noch in diesem Jahr gesichert werden kann.

Um den Vewilligungsbehörden und Siedlungs­trägern die Wöglichkeit zu geben, auf längere Sicht zu planen und die weiteren Siedlungs- mahnahmen so rechtzeitig vorzubereiten, daß sogleich im Frühjahr 1937 mit dem Bau der im nächstjährigen Siedlungsprogramm zu er­richtenden Siedlungen begonnen werden kann, hat der Reichsarbeitsminister weiter Vorsorge getroffen, daß schon jetzt über einen gewissen Teil der Reichsmiltel, der für die Kleinsiedlung im Haushaltsjahr 1937 kastenmäßig zur Ver­fügung steht, Klarheit geschaffen wird.

Der Reichsarbeitsminister hat über den bisher für den VI. Siedlungsabschnitt bereitgestellten Betrag hinaus weitere Reichsmittel mindestens in gleicher höhe (80 bis 90 Millionen Reichsmark) für tue Weiterführung der Kleinsiedlung zur Verfügung gestellt. Auch über diese neuen Mittel kann schon in diesem Rechnungsjahr durch Bewilligungsscheme verfügt werden, jedoch nur mit der Maßgabe, dag

und Luftschiffhafens Rhein-Main. Der Flughafen wurde soeben durch Ihren Vertreter, Herrn Gene­ral der Flieger, Milch, feiorlichst dem Verkehr übergeben. Heil Hitler! Sprenger."

Sondertagung: Wirtschaft am Gaulag.

Terminänderung.

Ausruf des Gauleiters.

Zum Gautag Hessen-Nassau 1936 marschieren am Samstag, dem 11-Zuli, und Sonntag, dem 12. Zuli, aus allen Städten und Dörfern des Gaues mehr als 100 000 Nationalsozialisten in Frankfurt am Alain auf.

Ich fordere alle Parteigenossen und Volksgenossen im ganzen Gaugebiet auf, an diesen beiden Tagen als Ausdruck ihrer inneren Verbundenheit mit den zum Gautag aufmarschierten braunen Kolonnen ihre Häuser zu beflaggen.

Heil Hitler!

Streik getreten war und alle ursprünglichen Pläne der Regierung zuschanden werden ließ.

Gewiß war die Mehrzahl der Franzosen gewillt, das Ereuerungswerk Blums zu unterstützen. Aber dieses Erneuerungswerk wurde mit Elementen vor­genommen, die in sich zu verschieden waren, um auf einen Generalnenner gebracht werden zu kön­nen Die Volksfront, dieRassemblement popu- laire, wie sie offiziell heißt, ist eigentlich eine Er­findung des radikalsozialistischen Parlamentariers Bergery, der nachher von Blum ebenso über­gangen wurde oie Paul-Boncour, der Leiter einer kleinen Linksgruppe zwischen Marxisten und Bürgerlichen, der ewige Kandidatin für den Außen­ministerposten. Die latente Feindschaft dieser ent- täuschten bürgerlichen Volksfrontfreunde aber war, obgleich sie in der Kammer und im Senat sich be­reits bemerkbar machte, für das Schicksal des Ka­binetts Blum nicht so entscheidend wie die An­sprüche der Kommunisten, deren Gewerk­schaftsmänner um Z y r o m s k i und P i v e r t be­reits anfangs Juni auf dem Kongreß der Marxisten ihr Unwesen trieben und ohne weiteres das bolsche- rvistische Vorbild der Ausrottung aller Klassen­gegner, also der Kleinbürger, Kleinbauern und Großbürger (Bourgeois) für notwendig hielten, wo­bei nicht vergessen werden darf, daß in Frankreich der Kleinbetrieb vorherrschend ist und dort der Unternehmer, derPatron", mit einen vier oder fünf Arbeitern zusammen scharwerkt und tn einem direkten Vertrauensverhältnis steht.

Diese Patrons hatten lmks, hatten die Volks­front gewählt. Die Streikbewegung, die selbst der Regierung überraschend kam, wurde zwar von der Großindustrie mit tinem sauren Lächeln getragen, aber als Folge der Lohnerhöhungen und vermehr­ten sozialen Abgaben nahmen die K°nz^nierungs- und Vertrustungstendenzen zu der Marxismus war also wieder einmal der Wegbereiter des Höchst- kavitalismus -, jedoch die Kleinen verzweifelten und konnten unmöglich die Lasten trägem Hier be- aann vielleicht der SUmmungsum chwung, zumal kn der PrvDinz sich radikale Marxisten und Kom­munisten anschickten, selbst die Kleinbetriebe, in denen sie nichts zu suchen hatten, im .Namen des Klassenkampfes" zu besetzen Zustande m ben löndlicken Bezirken, vor allem des Elsaß, waren ÄnÄ& die neu M°.r°s und

di- Brätelten gerade aus ihrer Bauern f e t n o ? w »*« *'

parierte diese zu einem "h-büchen T°ü m hr WÄVHWSB binlung mit dem moskowitischen »aren zu haben, der sie nachher zu nerschlmgen drahte, Emile Roche, der Hauptschriftleiter derRepu bligue", nahm zuerst tue Wandlung vor und b

Dlum-Zront in Röten.

Das Experiment Blum ist in die entscheidende Phase getreten, denn der französische Senat hat den Ministerpräsidenten und seinen Innenminister Sa- lengro gezwungen, künftighin gegen jede Besetzung von Fabriken, Gewerbebetrieben oder von Bauern­gütern mit Machtmitteln vorzugehen, und so stark war der Eindruck der hauptsächlich radikalsoziali- stischen, also kleinbürgerlichen Reden, daß sogar die beiden kommunistischen Senatoren für den Antrag stimmten. Sofort berief Blum die Leiter der Ge­werkschaften und gab entsprechende Warnungen, aber am Mittwochmorgen war in der kommunisti­schenHumanite", einst das Blatt Saures, zu lesen, diese Abkehr der Regierung von dem laisser faire, laisser aller, vom Gewährenlassen, sei ein Verrat" an der Volksfront, und die Tatsache, daß in den letzten Wochen rund 110 6 ausländische Streikhetzer, in der Haüptsache Agenten der mit Paris so innig befreundeten Sowjetunion, ausgewiesen werden mußten, wird als Schlag gegen dieproletarische Einheitsfront" aufgefaßt, in der die Kommunisten diktieren möchten.

Unmittelbar nach Blums Machtübernahme vor rund vier Wochen setzte eine Streikbewegung ein, die riesenhafte Ausmaße an nahm und nur durch den Leichtsinn, oder die Heiterkeit der Beteiligten keine ernsthafteren Formen annahm. Das Bild der Streikenden war typisch französisch. In den besetz­ten Fabriken gab es tanzende Paare, die Weisen des Akkordeons oder Rundfunks, Gratisvorstellungen streikender Schauspieler, und die alte berühmte Dvette Gilbert fang ihnen Chansons aus Frank­reichs früheren Jahrhunderten voller Lebenslust und Drollerie. Die Besitzer und Direktoren, die unbehel­ligt durch die Reihen ihrerKlassenfeinde" gingen, mit ihnen Witzworte tauschten und die Jdyllik mit­machten, gaben zwar den Gesetzen Leon Blums und den Lohnerhöhungen ihr Ja, verlangten aber dafür wieder die Gewalt über die Betriebe. Blum erwartete alles von der Einsicht der Arbeiter und Arbeiterinnen, die den Streik mit Strickstrumpf und Kartenspiel und allerlei Allotria verbracht hatten. Es ist gewiß, daß die Einsicht in das Notwendige bei großen Schichten der Streikenden vorhanden ist, aber ebenso, daß die Kommunisten und radi­kale Kreise der Marxisten nach kommunistischem Muster die Streiksweiterzutreiben" versuchen, bis zur offenen Revolution, und die Vorfälle der Wo­chen nach dem Streik, die Besetzung landwirtschaft­licher Betriebe, die immer wieder aufflammenden Teilstreiks unter der Besetzung der Betriebe, das Festhalten von Unterhändlern der Unternehmer durch die Streikenden zeigte, daß an die Stelle des weiteren der bitter ernfte politische

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kämpfte plötzlich Moskau. Er bezichtigte die Kom- mu nist en des Betruges. Das war em Zei­chen, daß sich Blum entscheiden mußte, denn was Roche offen aussprach, dachten, durch die Ereignisse der letzten Wochen belehrt, viele bisherige An­hänger der Linksfront. Im Senat wurde der Kamps ausgetragen, und die Radikalen erlitten eine Nieder­lage. Blum versprach, die Machtmittel des Staates zum Schutze des Privateigentums einzusetzen. Aus der Oppositionsstellung heraus hatte er sich als Staatsmann zum Opportunismus bekehrt und sein Innenminister Salengro war ihm gefolgt.

Aber die Zeit der Strickstrupf-Streiks ist zu Ende, die Gegensätze sind unvereinbar geworden. Gegen Blum und die Seinen wettern die Kom­munisten. Moskau steht selbstverständlich zu ihnen, und Blum muß sich entschließen, das Hausrecht der Fabrikanten zu wahren, ober schließlich doch zu kapitulieren. Auf jeden Fall ist die Volksfront durch diese Entscheidung gegen die wilden Mos­kowiter um diese ärmer geworden. Wie aber wird sich das Schicksal der Regierung Blum in der Kammer, wie wird es sich in der Meinung des an sich konservativen und ruhigen französischen Volkes gestalten? Diese Fragen sind noch ungelöst, aber dringend ...

Heue Streiks.

Paris, 9. Juli. (DNB.) In verschiedenen Ge­genden Fankreichs sind neue Streiks aus- gebrochen. In der nordfranzösischen Spiegelglas- manufaktur in L i 11 e haben die Arbeiter die B e - triebe besetzt, weil sich der Direktor der Werke weigerte, einen entlassenen Italiener mieöer ein3U= stellen, der sich ungebührlich benommen hatte In Limoges sind fünf Spinnereien von d e n Ar­beitern besetzt worden. Die Backerelgehchen in Lyon haben ebenfalls grundsätzlich den Streik beschlossen, der jebod) noch nicht ausgebrochen ist

Vollkommen neue Methoden haben die Anhänger der D o l k s f r o n t in Mandelieu bei Nizza em- geführt, um ihre politischen Forderungen durckzu- setten Sie haben seit 48 Stunden das Ge­meindehaus besetzt und fordern den fowr- tigen Rücktritt des Gemeinderates, der ihnen nicht linksradikal genug erscheint.

Innenminister Salengro gab vor der sozia­listischen Kammergruppe nähere ^"^"^-srort Art und Weise, wie die Regieruna der Dolkssro.U in Zukunft Fabrikbesetzungen durch Streikende ab- tellen will. Er hielt sich ziemlich genau an ferne (Frtlärunaen im Senat und betonte, falls die roieber- hoiten Versuche zu einer gütlichen Schlichtung sehl- schlügen, würde man zu Zwang und zur Eln- Ip fan na her Staatsgewalt, jedoch mit aller erforderlichen Schonung, schreiten. Die sozialistische Kammer gruppe hat diesen Plan des Innenministers einmütig gebilligt.

Bernhard Köhler.

Festaussührung desFiesko" aus dem Aömerberg.

LPD. Frankfurt a. M., 9. Juli. Arn Don­nerstagabend fand auf dem Römerberg in. Frankfurt a. M. anläßlich des Gautages Hessen-1