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In der türkischen Botschaft in Paris fand ein Essen sämtlicher in PÜris anwesenden Vertreter der Balkan-Entente und der K l e i n e n En­te n t e statt, bei der Titulescu sein Amt als Vor­sitzender der Balkan-Entente auf den türkischen Außenminister Rüschtü Aras übertrug.

Kampf

-er Materialverschwendung!

Berlin, 30. Jan. Zum Kampf gegen die Materialvergeudung schreibt der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, daß Stoffoerschwendung Raubbau an der Volkswirtschaft sei und daß der Kampf gegen die Stoffoergeudung in allen ihren Formen eines der wichtigsten Mittel zur Rationalisierung der Volkswirtschaft sei. Es sei ein verhängnisvoller Irrtum, wenn man an­nehme, daß die Ersparnis an Stoffen neben der Ge­ringfügigkeit der einzelnen Mengen so kostspielig wäre, daß sie sich nicht lohnte. Im Gegenteil sei festzustellen, daß rechtzeitige Besinnung auf die gebotene Sparsamkeit uns manche Schwierigkeiten der augenblicklichen Versorgung erspart hätte. Völ­lig falsch sei aber die Auffassung, daß der Kampf gegen die Stoffoergeudung nur wegen der augen­blicklichen Devisenknappheit begründet sei. Er sei allerdings augenblicklich ganz besonders vordringlich.

Unter keinen Umständen aber dürfe, wenn einmal leichtere Versorgungsoerhältnisse eintreten, die Ge­wohnheit der Verschwendung und Schlamperei wie­der einreißen. Das billig st eBetriebsmittel sei Nachdenken, und das Ergebnis richtigen Nach­denkens wird immer neuer Gewinn sein. Es sei be­zeichnend, daß manche Vergeudung in völliger Un­kenntnis des oft recht erheblichen Wertes des ver­geudeten Stoffes geschehe. Die freudige Mitarbeit der Gefolgschaft sei von größter Bedeutung.

Der Präsident Finnlands, P. E. S w i n h u f v u d, hat Oberbürgermeister Schulte (Wiesbaden) das Kommandeurkreuz 2. Klaffe der finnischenWeißen Rose" verliehen als Anerkennung dafür, daß in Wiesbaden die finnische Musik seit Jahren eine hervorragende Pflegestätte gefunden hat.

Kunst unb Wistenschast.

Der französische Publizist Jacques Bainville f.

Der kürzlich in die Akademie berufene französische Schriftsteller und Journalist Jacques Bainville ist an seinem 57. Geburtstage in Paris g e st o r -

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Nach einem langen, schweren, mit großer Geduld er­tragenem Leiden verstarb am 7. Februar unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe

Ludwig

im Alter von 21 Jahren.

Im Namen der Hinterbliebenen:

Ludwig Binz.

Gießen (Frankfurter Straße 142), den 10. Februar 1936.

Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 11. Fe­bruar. nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof.

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Im Mordprozeß Seefeld wurde am 17. Verhandlungstage die Ermordung des vierjäh­rigen Arthur Dill und des sechs Jahre alten Edgar D i t t r i ch genanntEipel" aus Neuruppin aufge­rollt. Die Kinder hatten am 16. Oktober 1934 die elterliche Wohnung verlassen, um auf der Straße zu spielen. Später sah ein Zeuge die beiden Kinder im Schloßgarten beim Spiel. Von da an fehlten weitere Anhaltspunkte für den Verbleib der Jun­gen. Nur zwei Frauen, die im Walde Holz gesam­melt hatten und sich auf dem Rückweg nach Neu­ruppin befanden, hörten plötzlich den Schrei eines Kindes aus dem Walde. Als sie aufmerksam horch­ten, vernahmen sie klägliche Rufe:Mutti, Mutti!" Dann blieb alles still, und die Frauen setzten ihren Weg fort. Auf die Vermißt-Meldung der Eltern wurde am nächsten Tage eine große Suchaktion durchgeführt, die auch bald zum Erfolg führte. Am 17. Oktober wurden beide Knaben, eng umschlungen, in der typischen Schlafstellung in einer dichten Kie­fernschonung aufgefunden. Aeußere Gewalteinwir- kung oder ein Sittlichkeitsverbrechen konnten nicht festgestellt werden. Es wurde damals Pilzvergiftung angenommen. Nach dem Ermittlungsergebnis steht es einwandfrei fest, daß der Angeklagte am 16. Ok­tober in Neuruppin einen Knaben ange­sprochen hat und in die gleiche Gegend zu locken versuchte, in der am nächsten Tage die toten Kinder gefunden wurden.

Als erster Zeuge wurde der Amtsarzt aus Neu­ruppin vernommen, der die Leichen obduziert hatte. Mit gespannter Aufmerksamkeit hörte der An­geklagte diesen Bericht mit an. Darauf wurde die Mutter des kleinen Arthur Dill als Zeugin auf­gerufen. Sie kann nur sagen, daß der Junge, der ein gesundes Kind gewesen sei, mittags spielen ge­gangen ist und seitdem verschwunden war.

Oberstaatsanwalt:Ich habe den Angeklagten während der Vernehmung der Mutter eines der toten Kinder, dessen Ermordung ihm zur Last gelegt wird, beobachtet und keinerleiGemütsbewe-

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DieTASS" meldet aus Prag, daß em tlchecho- slowakisches Bankenkonsortorium mit der sowjet­russischen Handelsvertretung ein Abkommen abge­schlossen habe, das eine Erweiterung des tschechoslowakischen Kredites an Sow­jetrußland um 25 Millionen Tschechenkronen vorsieht.

Die Rädelsführer des militärischen Putschver­suches in P a r a g u a y , der Oberst Franco und der Major Jrala, sind aus Paraguay ver­bannt worden. Sie haben sich nach Argentinien begeben.

Der Königsmord-prozeß in Aix.

Paris, 8. Febr. (DNB.) Im Königsmordprozeß in Aix handelt es sich jetzt darum, festzustellen, o 5 die drei Angeklagten Pospischil, Kralj und Raijtsch an der Verschwörung, die den Mord an König Alexander zum Ziele hatte, t e i l - genommen haben. Die nächste Frage ist, ob sie, wenn der Mordanschlag in Marseille mißglückt wäre, bereitgewesen wären, ihn an einem anderen Platz zu wiederholen. Der Medizinprofessor, der den König Alexander wenige Minuten nach dem Anschlag untersucht hat, sagt, daß jede der Verwundungen bestimmt t ö d l i ch gewesen sei. Ein anderer Arzt, der den verwundeten General Georges untersucht hat, berichtet, daß das Leben des Generals wahrschein­lich durch den Stern des serbischen Karageorgewitsch- Ordens gerettet worden sei. Der Stern habe eine an sich tödliche Kugel abgeschwächt. Die beiden Revolver des Mörders werden vorgelegt. Es wird festgestellt, daß sie zu den vollkommensten Waffen gehören, die es gibt. Sie stammen jedoch nicht aus einer französischen Fabrik. Sie wurden auch nicht in Frankreich gekauft. Es'ist die gleiche Waffenart, die am 6. Oktober in einem der Ge­päckausgabe eines Pariser Bahnhofs aufgegebenen Koffer gefunden wurden. Durch welchen Zufall die Verhaftung des Angeklagten Kralj gelungen ift, zeigte die Aussage des Kommissars Oudot. Die­sem war in Melun der Angeklagte dadurch ausge­fallen, daß er in einem Casehaus für eine geringe Zeche ein Trinkgeld von 2,50 Franken gab.

Die Neuruppiner MrdWe im Seeseld-Prozeß

Elterliche Warnungen retten ein Kind.

Zwangsversteigerung.

Dienstag, 11. Februar, ab vorrn. 10 Uhr sollen lmVeriteigerungs- lokal, Neuenweg 28, oezw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise gegen Bar­zahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbelaller Art, Anzugstoffe, 1 Schneidernäh- maschine, 1 Wanduhr, 1 Fenster- Umrahmung, 4 Ofen, 4 Herde, sechs Schreibmaschinen, 1 Registrierkasse, 1 Ölgemälde, 1 Vulkanisieranlage, 1 Bohnermasch., 1 Motor, 1 Radw, 2 Klaviere, 2 Teppiche, 130 Paar Handschuhe,! Spiegel u.l Violine. Bestimmt: ca. 200 bis 300 Paar Damensvangensch.,( braun, schwarz und verschiedene andere Farben), Sandaletten, Filz- und Ledervan- toffel, mehrere Flurgarderoben, 4 Büsten u. 1 Trockenapp. rn. Motor. Scharmaon KSSS

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Am 6. Februar verschied sanft unsere liebe Mutter, Großmutter und Schwiegermutter

Louise Gutermuth, geb. Rössner

Die Hinterbliebenen: Jula König, geb Gutermuth

Milli Lindenstruth, geb. Gutermuth

Marie Gutermuth

Wilhelm Gutermuth

und Frau Tilli, geb. Hogrebe

Regierungsrat Hans Fr. Gutermuth und Frau Lotti, geb. Iben

Ida Gutermuth

Studienrat Gustav König und 9 Enkelkinder.

Grohen-Linden bei Giefien, Darmstadt (Bruststr 49), Frankfurt a. M.- Höchst (Loreleystrahe 3), den 10. Februar 1936.

Die Einäscherung hat auf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille statt­gefunden Von Kranzspenden und Beileidsbesuchen bitten wii abzusehen __________________________869 V

Das Winterhilfswerk kaust 9,5 Millionen Pfund Fischfilet.

Das WHW. des deutschen Volkes 1935/36 hat bisher 9,5 Millionen Pfund Fischfilet von den See­fischmärkten Wesermünde, Cuxhaven und Altona gegen Barzahlung bezogen. Hiervon entfal­len auf Wesermünde 5 Millionen Pfund Fischfilet. Durch die Versorgung der Bedürftigen mit See­fischen unterstützt das WHW. des deutschen Volkes die Hochseefischerei, die in den letzten Jahren vor der Machtübernahme schwer daniederlag.

g u n g bei ihm feststellen können. Ich muß auf die maßlose Gefühlsroheit dieses Angeklagten Hinweisen, der sich durch nichts erschüttern läßt.

Der Angeklagte erklärt dazu in seiner üblichen stumpfsinnigen und verstockten Art, daßfeine Person auch für diese Taten nicht in Frage käme".

Als der Angeklagte dem kleinen Jungen gegen- übergestellt wird, den er am 16. Oktober angesprochen hat, erklärt er plötzlich:Ia, es stimmt, ich habe mit dem Jungen gesproch en." In der Voruntersuchung hatte Seefeld zunächst er­klärt, daß er am 16. Oktober überhaupt nicht in Neuruppin gewesen fei, dann räumte er schließlich doch diese Möglichkeit ein, als ihm schlüssige Beweise vorgelegt wurden.

Vorsitzender:Was wollten Sie denn überhaupt in Neuruppin? Wollten Sie sich einen Jungen suchen?"

Angeklagter:Nein, das kommt nicht in Frage. Ich gehe überallhin, wohin, das ift mir gleich. Ach arbeite rund herum, wo es ist. Ich gehe manch­mal zwei- bis dreimal durch denselben Ort.

Vorsitzender:Ja, um Jungen für Ihre Schmutze- reien zu finden!"

Bei der weiteren Befragung des kleinen Jungen ergibt sich wiederum, wie notwendig und wichtig es ist, wenn Eltern und Lehrer Kinder davor warnen, mit Fremden mitzu- g e h e n. Der kleine Zeuge gibt an, daß ihm plötzlich diese Warnungen eingefallen seien und er deshalb den Angeklagten nicht weiter begleitet hätte.

Ein weiterer Zeuge erkennt Seefeld mit voller Bestimmtheit als den Mann wieder, den er am Mordtage mit zwei kleinen Kindern gesehen hat. Auf alle Vorhaltungen hinsichtlich feiner vielen Widerspräche weicht Seefeld aus und macht seine bekannten Ausflüchte, in denen häufig seine ständige Redensart wiederkehrt:Meine Per­son kommt nicht in Frage!"

Am Montag wird die Verhandlung fortgesetzt.

Teile v. auseinander­genommenen 4/16 Opel sowie ein gut er­haltener 06M 2-Sitzßr-Cabriolei-

Robert Brückel, Lang-Göns.

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den. Seine Reisen ins Ausland hatten ihn beson­ders nach Deutschland geführt. Zwei feiner Werke tragen den TitelLudwig II. von Bayern" und Bismarck und Frankreich". Bainville, ein über­zeugter Royalist, war Mitarbeiter mehrerer Zei­tungen, in erftet Linie politischer Mitarbeiter der Action Francaise" sowie derLiberte", desEx- celsior" und desPetit Parifien".

Gegen einen Aufschub der Hinrichtung Hauptmanns.

Gouverneur Hoffman erklärte, daß feine Anordnung, den Fall Lindbergh von neuem zu untersuchen, den Zeitpunkt der Hinrichtung Hauptmanns nicht beeinflussen solle. Haupt­mann solle keinen neuen Strafaufschub erhalten. Er, Hoffman, werde die Polizei von New Jersey beauftragen, auch nach der voraussichtlichen Hin­richtung Hauptmanns, die Suche nach Mittätern fortzusetzen. Falls keine neue Wendung im Falle Hauptmann eintreten sollte, wird Hauptmanns Hin­richtung nunmehr zwischen dem 16. März und 11. April erfolgen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

lieber Skandinavien und das Baltikum hinweg zu uns vorftoßende Meeresluft gab im Verlauf des Sonntags Anlaß zu Bewölkung und leichten Schnee­fällen. Auf gleichem Wege rasch nachfolgende ark­tische Kaltluft ließ jedoch die Temperaturen wieder rasch abfinken, wobei die Abkühlung durch Aus­strahlung über der verbreitet liegenden Schneedecke noch begünstigt wurde. In Deutschland konnten am Montag früh allgemein Fröste von mehr als5 Grad Celsius, teilweise sogar von mehr als10 Grad Celsius, beobachtet werden. Die kalte Witte­rung bleibt vorerst erhalten, auch wird es vorüber­gehend wieder zu etwas ausgedehnteren Schnee­fällen kommen.

Aussichten für Dienstag: Zunächst meist heiter und sehr kalt, dann wieder Bewölkungszu­nahme und später auch Schneefälle, lebhafte nörd­liche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Heiter bis wolkig, nur vereinzelte Schneefälle, Fortdauer der Fröste.

Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags: 3,6 Grad Celsius, abends0,3 Grad; am 10. Februar: morgens6,1 Grad. Maximum 3,6 Grad, Mini­mum heute nacht6,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Februar: abends 0,1 Grad: am 10. Februar: morgens 0 Grad. Sonnenschein­dauer 6,2 Stunden. Niederschläge 0,5 mm. Schnee­höhe 1 cm.

winlersport-Wetternachrichten.

Rhön. Wasserkuppe, bewölkt,13 Grad, 8 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, verweht, Ski und Rodel mäßig.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. 1.36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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