Einzelbild herunterladen

Wilhelm Gustloffs letzte Fahrt in die Heimat.

Die Trauerfeier in Davos. Fahrt über die Grenze.

Pax Britannica

Von E Bätsch, Konteradmiral a D.

Schluß.

Die normalen Frontstärken der Landflugzeuge Italiens und Englands verhielten sich kürzlich noch wie etwa 3,5:1. Dieser bedeutenden italienischen Ueberlegenheit steht aber eine nicht weniger nennens­werte Ueberlegenheit Englands tn Bordflugzeugen gegenüber, die natürlich in erster Linie auf das italienisch-englische Flottenoerhältnis von 1,75:5 zurückzuführen ist. Ganz allgemein gesprochen ist aber Italien im Kriegsfälle durch ein Operieren von der inneren Linie aus entschieden im Vorteil. Alle Kriegsmaßnahmen fetzt es von heimatlicher Basis aus an. Die Haupthäfen Italiens und feine sonstigen Stützpunkte im Dodekanes und an afri­kanischer Küste sind zu Neuausrüstungen und zu Reparaturen jeder Art schnell und sicher zu er­reichen.

Dagegen kämpft England sozusagen von weit vorgeschobenen, teils nur behelfsmäßig eingerichte­ten Posten aus. Ihm stehen nur wenige erstklassige Ausrüstungs- und Reparaturhäfen zur Verfügung, zumal auch mit Malta in dieser Beziehung kaum noch zu rechnen ist. Ob aber Maltas Luftempfind­lichkeit so weit geht, daß diese Insel in künftigen Kriegen mehr oder weniger nutzlos sein wird, bleibt immerhin noch eine offene Frage. Eine starke Seite der Insel wird heute ihr felsiger Charakter, der der Herstellung sicherer Bombenunterstände, auch für U-Boote, förderlich ist. Aeußerem Ver­nehmen nach sollen deratige Sprengungen dort jetzt im Gange sei. Aber auch der italienische Einschlag der Inselbeoölkerung kann der Ausnutzung der Luftwaffe Italiens gewisse Grenzen ziehen. So kann denn der Hafen La Valetta auf Malta auch trotz seiner gefährdeten Lage für englische U-Boots­operationen ein brauchbarer Stützpunkt noch blei­ben. Sicherlich werden alle nicht-italienischen Häfen des Mittelmeeres England jederzeit offen stehen, als Stützpunkt aber mit Ausnahme Toulons nur behelfsmäßigen Charakter tragen.

An Seestreitkräften hat Italien folgende Schiffe 3ur Verfügung: In heimischen Gewässern ein­schließlich Lydien 2 Schlachtschiffe, davon 1 veraltet, 1 Flugzeugmutterschiff, das nur 20 Flugzeuge an Bord nehmen kann, 7 schwere Kreuzer von 6000 bis 7000 Tonnen, 9 leichte Kreuzer von 5000 Ton­nen, sodann noch 76 große und kleinere Torpedo­boote und 3 U-Bootflottillen mit zusammen 56 Boo­ten. Ferner befinden sich im Aegäischen Meere (in den Dodekanes-Gewässern) 11 Torpedoboote und 10 U-Boote, und schließlich im Roten Meere noch 3 leichte Kreuzer von je ca. 3000 Tonnen, 5 Tor­pedoboote und 6 U-Boote. Im ganzen verfügt es über eine Kriegsschifftonnage von ca. 320 000 Ton­nen, wozu noch zu bemerken ist, daß ca. 30 bis 40 Prozent der genannten Torpedo- und U-Boote ver­altetes Material darstellen, deren Fahrbereitschaft und Verwendungsmöglichkeit wohl unter Durch­schnitt liegen dürste. Außer den 20 genannten Flug­zeugen auf dem einzigen Flugzeugmutterschiff be­finden sich noch weitere 53 Flugzeuge an Bord der anderen Kriegsschiffe, also eine Seeluftwaffe, die, wie schon bemerkt, einen nennenswerten Kriegswert trotz bester Güte im einzelnen nicht besitzt.

Auf der englischen Seite sieht die Kräfteverteilung wie folgt aus: Im westlichen Mittelmeer, einschließ­lich Gibraltar und Malta, verfügt England über 3 Schlachtschiffe von 31000 bis 42 000 Tonnen, 3 schwere Kreuzer von je 10 000 Tonnen,

5 leichte Kreuzer von je 7000 Tonnen,

25 große und kleinere Zerstörer der 1., 2. und 6.

Flottille und über 10 U-Boote der 1., 2. und 3.

Flottille. Im ganzen verfügt es in diesen Gewässern über eine Kriegsschiffstonnage von 203 000 Tonnen.

Im östlichen Mittelmeer inkl. Suez und Akaba (im nördlichen Roten Meer) verfügt England zur Zeit über 5 Schlachtschiffe zu je 25 000 Tonnen, 2 Flugzeugträger von je 22 000 Tonnen mit je 54 Flugzeugen, 5 schwere Kreuzer von je 10 000 Tom nen, 6 leichte Kreuzer von je 5- bis 7000 Tonnen, 29 Zerstörer und 3 U-Boote, im ganzen also über 290 000 Tonnen Kriegsschiffstonnage. Dazu treten im südlichen Roten Meer noch 1 schwerer Kreu­zer von 10 000 Tonnen, 9 Zerstörer und 5 U-Boote. Insgesamt verfügt England zur Zeit im ganzen Mittelmeer und Roten Meer über eine Kriegsschiffs­tonnage von 530 500 Tonnen, also über fast das Doppelte der entsprechenden italienischen Streit­kräfte. Außer 22 auf Schlachtschiffen und Kreu­zern eingesetzten Flugzeugen verfügt England im Mittelmeer, an Land bis zum Irak und Sudan über mindestens 600 Flugzeuge aller notwendigen Typen. An Landtruppen sind im gleichen Bereiche etwa 20 000 weiße und ebensoviel eingeborene Mann zu nennen.

Irn Kriegsfall wird England, wie schon oben be­merkt, ähnlich wie im Weltkriege, unbekümmert darum, ob sein Verhalten durch geltendes Völker­recht gedeckt ist oder nicht, gegen Italien die Fern­blockade verhängen. Wie einst solche zur Durchfüh­rung kommen wird, läßt sich unschwer aus der eben gegebenen Verteilung der englischen Streit­kräfte ersehen. Das Schwergewicht liegt dabei im östlichen Mittelmeer, wo die Häfen Alexan­dria, Suez, Port Said und das wegen der Ölversorgung wichtige, das zweite Malta genannte H a i f a die Hauptstühpunkte der englischen Blockade­streitkräfte sein werden. Hier trennt sie eine Ent­fernung von etwa 800 Seemeilen (= etwa 1500 Kilometer) von den nächsten italienischen Häfen, eine Entfernung, über welche hinweg sich erfolgreiche Luftangriffe heute nicht ansetzen lassen. Dagegen bilden die Flugzeugstützpunkte Seros im Dodekanes und Tobruk an der Ostgrenze Lybiens eine gefähr­liche Drohung, gegen die die ägyptischen Luftstreit- kräfte Englands mit energischen Vorstößen stets au der Hut sein müssen.

Das stärkste Glied in dieser Kette erwürgender Fernblockade bildet aber eine totale über teilweise Sperrung d e s Suezkanals. Irgendwelche Rechtsmittel stehen England dazu nicht zur Verfü­gung, denn schon Artikel I des heute noch zu Recht bestehenden Kanalvertrages schließt feine Einbezie­hung in eine Blockade aus. Daß sich aber das von Rechtswegen souveräne Aegypten den Weisungen eines für den Bestand seines Weltreiches kämpfen­den Englands wird fügen müssen, braucht wohl kaum noch besonders vermerkt zu werden. Im Kon­fliktsfalle wird also England das Recht freier Be­nutzung des Suezkanals grundsätzlich nicht antasten, voraussichtlich wird es aber vor den beiden Ka­nalmündungen Kreuzerkrieg nach der Prisenordnung führen, also feindliche Handelsschiffe festhalten und jegliche für den Feind bestimmte Konterbande au anderen Handelsschiffen beschlagnahmen. Ob es seitens Italiens zu einem uneingeschränkten U - Boots-Krieg, wie im Weltmeer seitens Deutschlands kommen wird, bleibt abzuwarten. Je­denfalls hätte es, rein völkerrechtlich betrachtet, freie Hand dazu, während sich England durch Ratifizie­rung des Teils IV der Londoner Seeabrustungsver- träge des Jahres 1930 rein rechtlich dieser Moglich-

Davos, 8. Febr. (DNB.) Die Feierlichkeiten ür den ermordeten Landesgruppenleiter Gust - I o f f begannen am Samstag mit der Kranz­niederlegung am Sarge in der Kirche der Evangelischen Gemeinde. Der Sarg mit den Sym­bolen der Partei ist neben der Kanzel aufgebahrt. Die Wände sind bedeckt von der Unzahl von Krän­en, die von den Schweizer Standorten der NSDAP., den deutschen Vereinen und vielen an­deren deutschen Organisationen gesandt worden ind. Hinter dem Sarg hebt sich ein Kruzifix her­aus und rechts und links stehen in feierlicher Hal­tung die Ehrenwache und die Fahnenabordnungen der Parteiorganisation. Für die Trauerfeier am Samstagabend hatten alle Gliederungen der Partei im Reiche Vertreter entsandt, die vom Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP. Gauleiter Bohle geführt wurden. An der Feier nahmen weiter teil der deutsche Gesandte in der Schweiz Freiherr von Weizsäcker, die meisten deutschen Konsuln, Vertreter der deutschen Vereini­gungen in der Schweiz und die Spitzen der schwei­zerischen Ortsbehörden.

Pfarrer Dr. Jacob- Davos

prach, nachdem die Trauermusik von Händel ver­klungen war, über das Wort: Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wie der Ritter auf dem Dürerschen Bild Ritter, Tod und Teufel" hat der Ermordete eine heilige Entschlossenheit in der Verfolgung eines ernen Zieles gezeigt, ohne auf die Widerstände zu achten, die durch die Gestalten des Todes und Teu­fels von Dürer symbolisiert worden sind. Gustloff hat mit den Dämonen dieser Welt gerungen. Sein Sterben war ein Opfer,willig dargebracht für Deutschlands Größe und Ehre". Der Dank seiner Volksgenossen wird ihm eine bessere Krone flech­ten, als sie ihm das Leben geben konnte und seine Treue als leuchtendes Vorbild betrachten.

Der Leiter der Auslandsorganisalion der NSDAP. Gauleiter Bohle

spricht im Auftrage des Führers und feines Stell­vertreters das Mitgefühl an dem Verlust aus, der d i e ganze Nation betroffen hat. Der Gau­leiter gedenkt des schweren Kampfes, den der Tote führen mußte und betont die besondere Genug­tuung darüber, daß im vergangenen Jahre die Korrektheit seines Wirkens auch von amtlicher schweizerischer Seite anerkannt werden mußte. Der Redner schloß, zum Sarg hingewendet:Ich danke

keit begeben hat. Doch wird es sich jederzeit auf den Standpunkt der Wiederveryeltung stellen kön­nen. Dieser Abriegelung des Mittelmeers im Osten wird dann eine gleiche Maßnahme im Westen bei Gibraltar entsprechen. Diese Straße läßt sich ja nach den Erfahrungen des Weltkrieges leicht in ähn­licher Weife sperren, wie seiner Zeit die Meerenge von DoverCalais, wobei die Erklärung eines Sperrgebietes mit Durchfahrtslücke in Frage käme.

So wäre Italien von jeder Zufuhr über See abgeschnitten, während es England noch in der Hand hat, sich nicht nur die französischen Häfen, sondern manchen anderen erreichbaren Platz des Mittelmeeres seinen Zwecken nutzbar zu machen. Seine gewöhnlich das Mittelmeer passierende Han­delsschiffahrt wird es vermutlich um Afrika herum leiten, was auch durch die gute Ausrüstung der englischen Häfen an der Goldküste erleichtert würde. Die Versorgung seiner Streitkräfte im östlichen Mittelmeer mit Lebensrnitteln und Feuerungs­material, soweit das nicht in Haifa möglich, wird England unschwer nach Ausschaltung der italieni­schen Streitkräfte im Roten Meer von hier aus in die Wege leiten können. Schwieriger wird für England die Frage der Reparatur durch feindliche Waffenwirkung havarierter Seestreitkräfte. Brauch­bare und benutzbare Docks und Werften liegen nur im westlichen Mittelmeer, in Toulon und Gibraltar, Plätze, die etwa 1800 Seemeilen von Alexandrien entfernt sind; die nächsten östlichen Dockgeleaen- heiten für England befinden sich erst in Bombay, Kolombo, Kalkutta und Singapore. Schwerer hava­rierte englische Schiffe können daher leicht für Monate ausfallen und für diese Zeit nur durch weitere Schwächung atlantischer oder pazifischer Flottenstationen ersetzt werden. Ein Umstand, dem die englische Seekriegführung Rechnung tragen muß.

Gegenüber den beiden weit zurückgezogenen eng­lischen Hauptstellungen in Gibraltar und Aegypten sind die italienischen Erfolgsaussichten natürlich stark gemindert, noch stärker, als es schon an und für sich durch das Kräfteverhältnis bedingt ist. Auch von Gewinnung einer gewissen Vorherrschaft in der Luft kann trotz zahlenmäßiger italienischer Ueberlegenheit und aller noch so guten Ausbildung im einzelnen infolge ungenügender Reichweite der Maschinen nicht gut die Rede fein. Andererseits kann Italien im Minenkrieg Vorteile erringen, wenn es die geringen Wassertiefen im östlichen Mittelmeer auszunutzen versteht.

Diese so skizzierte englische Fernblockade wird natürlich eine Verbindung Italiens mit der unter seinem Einfluß stehenden afrikanischen Mittelmeer­küste und ihrem Hinterlande wesentlich nicht stören können. Daher liegt die Frage nahe, ob sich Italien nicht auf diesem Wege gegen die würgende Faust englischer Seemacht zur Wehr setzen kann. Sicherlich kann es italienischer opferwilliger Zähigkeit ge­lingen, seinem Hauptgegner ernste Schwierigkeiten in Aegypten zu bereiten, auch könnt? es unter Um­ständen durchaus im Bereich der Möglichkeit wohl liegen, ganz Nordafrika gegen seine französischen und englischen Kolonisatoren rebellisch zu machen eins wird aber Italien auch auf diesem Wege nicht gelingen nämlich die lebenswichtig bleibende Oeffnung des Mittelmeers im Osten und Westen.

Zu der Frage, wie sich zu diesem Konflikt Spa­nien, Frankreich, Griechenland und die Türkei bei freiwilliger oder erzwungener Englandfreundlich­keit zu stellen gedenken, sei nur gesagt, daß es die­sen Ländern vor allem daran liegen wird, ihren lebenswichtigen Seeverkehr im Gange zu halten. Die Küstenschutzmaßnahmen werden überall dazu der Verstärkung bedürfen. Daß sich Frankreich jeden italienischen Uebergriffes zur See und in der Luft erwehren könnte, unterliegt wohl keinem Zweifel, zumal Italien die ihm zugestandene Flottenparität mit Frankreich noch nicht erreicht hat. Es bliebe nun noch die Frage, ob die englische Kriegführung nicht bedenkliche Störung aus den Ländern des mittleren Ostens Arabiens heraus erfahren könnte. Es läßt sich nicht leugnen, daß hier eine wachsende englandfeindliche Strömung vorhanden ist, die be«

dir für dein Wirken und verspreche dir, daß die Arbeit der Auslandsorganisation in aller Ewigkeit im Geiste deines Werkes und deines Wollens Ehre machen wird. Du bleibst bei uns und marschierst in unseren Reihen mit. Parteigenossen der Landes­gruppe Schweiz, ich bringe euren Landesgruppen­leiter jetzt heim. Sein Geist wird aber, das weiß ich, unter euch bleiben und euch Mahnung und Ansporn sein, jederzeit so für Führer und Volk zu wirken wie er es tat. Heil dem Führer, Heil der Bewegung!" Zum Schluß spricht der stellver­tretende Landesgruppenleiter der Schweiz der NSDAP. Pg. Jansen-Adler Worte des Gedenkens im Namen der Landesgruppe. Die Feier klingt aus in dem Liede vom guten Kameraden.

3n der Frühe des Sonntags wurde der Sarg mit der Leiche Gustloffs unter Trauergeläut von der Kapelle der Kurgemeinde zum Bahn­hof Davos-Platz übergeführt.

Vor dem braunen Eichensarge, der auf einem Schlitten austzebahrt und mit der Hakenkreuzfahne bedeckt ist, wird der große Kranz des Führers ge­tragen. Vorangetragen werden ferner die umhüll­ten Fahnen sowie Mütze, Ehrendolch und Armbinde des Toten. An der Spitze des Trauergefolges schrei­ten barhaupt der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, der deutsche Ge­sandte in der Schweiz, Freiherr von Weiz­säcker, und der Vertreter des Propagandaministe­riums.

Um 10.25 Uhr seht sich der Sonderzug in

Bewegung,

in dem auch die Angehörigen des Toten mitfahren und den viele Parteigenossen aus Davos bis Land­quart begleiten. Die Schneeberge, über denen die Morgensonne langsam hervorkommt, senden dem Toten die letzten Grüße. In Davos-Dorf, wo sich das deutsche Krieger-Kurhaus befindet, und an vie­len anderen Orten grüßen die an der Bahnlinie postierten Deutschen ihren Landesgruppenleiter zum letzten Male. In Davos-Wolfgang bilden die Kran­ken und das Personal der Deutschen Heilstätte Spa­lier. In Landquart wird der Sarg in den Sonder­zug der Deutschen Reichsbahn überführt. Die Par­teigenossen aus Davos bleiben hier in der Mehr­zahl zurück, während der Zug nach Zürich weiter­fährt.

sonders in kritischen Zeiten aufmerksamer Beobach­tung bedarf.

So kann über den Ausgang eines sich auf Eng­land und Italien beschränkenden Kriegsganges nach diesen Darlegungen kaum ein Zweifel bestehen. Doch unübersehbar bleiben die Folgen einer leicht möglichen Ausdehnung des Brandes. Dann könn­ten Kräfte zur Wirkung gelangen, die für die heu­tige, die ganze Welt zerfetzende Wirrnis schon lange Schrittmacher waren. Dessen müssen sich vor allem Europa und die im Mittelmeer führenden Mächte, am Brennpunkt der Geschehnisse und am Tisch der Verhandlung bewußt bleiben, damit im Interesse aller ein Ausweg aus dem bereits drohend gewor­denen Konflikt noch zu finden ist. Nur bann kann aus einerPax Britannica ein Frieden entstehen, der endlich ein gesundes Neben- und Miteinander der Völker zu sichern versteht.

Errichtung neuer Munitionsfabriken in England.

London, 10. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie Daily Herald" meldet, wird eine große Zahl neuer Munitionsfabriken in England eingerichtet, um den dringenden Regierungsaufträ­gen nachkommen zu können, die von den bereits bis zur Grenze ihrer Leistungsfähig­keit arbeitenden Munitionsgroßfirmen nicht mehr bewältigt werden können. Die neuen Fabriken fal­len in der Hauptsache Granaten Herstellen. Be­sonders werden Firmen herangezogen, die im Be­sitze von Stahlgießereien sind. In der Ortschaft Laiston in Suffolk ist eine seit vier Jahren still­gelegte Fabrik wieder eröffnet worden, um einen großen Regierungsauftrag auf Granaten durchzuführen. Zu diesem Zweck werden 10 0 0 Arbeiter aus winde stens ein Jahr neu e i n g e st e l l t.

Japan fordert Neuverteilung der Rohstoffe.

Tokio, 10. Febr. (DNB. Funkspr.) Der Spre­cher des Auswärtigen Amtes betonte in einer Er­klärung, daß der Weltfrieden solange gefährdet sei, als das Grundproblem der Völ­kerverständigung. die Neuaufteilung der R o h st o f f e, nicht gelöst fei. Alle vom Völkerbund ausgehenden Bemühungen, den Frieden zu festigen, seien wegen der Nichtbeachtung der Rohstofffrage zum Scheitern verurteilt. Japan unterscheide drei Arten von Völkern: rohstoffreiche Völker, ferner solche Völker, die zwar rohstoffreich aber unfähig zur Ausbeutung dieser Schätze seien und schließ­lich Völker, die arm an Rohstoffen wohl aber fähig zu ihrer Ausbeutung seien. Japan unterstütze daher im Interesse der Sicherung des Friedens und der Verständigung der Völker, alle Anregungen zu einer Neuverteilung der Rohstoffgebiete.

Dor einem Wechsel

im japanischen Außenministerium?

Tokio, 10. Febr. (DNB. Funkspr.) Die japa­nische Presse beschäftigt sich mit der Möglichkeit von Veränderungen irn Kabinett nach den bevorstehenden Wahlen und beutet Rücktritts­absichten b e s Außenministers Hirota an. Hirota befinbe sich nun seit vier Jahren im Amt unb habe seine Aufgabe, eine Verständigung mit allen Völkern vorzubereiten, erfüllt. Sein Nach­folger werde voraussichtlich der bisherige japanische Botschafter in London Matsudara sein, dessen Rückkehr nach England hinausgeschoben werde. Matsubara sei besonders geeignet, die für notwendig erkannte Verständigung mit England zu fördern, dessen Verhandlungen mit Moskau in Japan beunruhigt hätten.

3m Deutschen Reich.

Die erste der deutschen Städte, in der dem Toten die letzte Ehre erwiesen wird, ist B i e t i n g e n. Langsam fährt der Zug an dem Spalier der SA., HI.,' der Zollbeamten und der Gendarmerie vor­bei, die den Karabiner präfentiert, während der Musikzug das Lied vom guten Kameraden spielt.

So gelangt der Zug nach Singen. Hier er­wartet der Reich st atthalter in Baden Robert Wagner und als Vertreter der badi­schen Regierung Kultusminister Dr. Wacker den Zug. Der Bahnhof und die Stadt sind mit Fah­nen reich geschmückt; auf dem Bahnsteig lodern von schwarzen Pylonen Flammen, die Glocken der Stadt läuten. Eine Abordnung des 14. Infanterie-Regi­ments, die Politischen Leiter sowie Parteigliederun­gen, Arbeitsdienst, Luftschutz, Polizei-, Eisenbahn- und Zollbeamte, ferner Vertreter der Behörden sind zum Empfang angetreten. Kommandorufe er­schallen. Trommelwirbel dröhnen dumpf, als der Zug einfährt. Der alemannische Dichter Hermann Bürte spricht sein GedichtTotenprobe". Reichs­statthalter Wagner schildert den Schmerz, den das deutsche Volk an der Bahre dieses Treuesten der Treuen empfindet, der durch feigen Mord von uns gehen mußte und gelobte, daß der Geist Gustloffs für alle Zeiten unter uns leben würde. Der Reichsstatthalter legte unter Trommelwirbel einen Kranz am Sarge nieder, ebenso Kultusminister Dr. Wacker für die badische Regierung und Oberst Clößner für das 14. Infanterie-Regiment.

Weilersahtt nach Stuttgart.

Der Sonberzug mit ber Leiche Wilhelm Gustloffs verließ Montag um 8 Uhr unter ben Klängen bes Präsentiermarsches unb ben Ehrenbezeugungen ber Verbänbe Singen zur W e i t e r f a h r t nach Stuttgart. Bis in bie späten Avenbstunben hinein, war am Sonntag bie Menge unaufhörlich zum Bcchnhos-gepilgert, um bem Toten ihren letzten Gruß zu erweisen. Dor ber Abfahrt bes Zuges be­gaben sich Reichs st atthalterRobertWag- n e r mit bem Trauergefolge, bem auch 50 politische Leiter ber ßanbesgruppe Schweiz der NSDAP, angehören, zum Bahnhof, wo Abteilungen ber Harteiorganisationen mit Fahnen unb ein Trupp Polizei angetreten waren. Gauleiter Bohle bestieg mit ber Witwe Gustloffs ben Zug, ber bann um 8 Uhr nach Stuttgart abfuhr.

Neichsausschuß zum Schutze des deutschen Blutes.

Berlin, 8. Febr. (DNB.) Durch Verordnung des Reichs- und preußischen Ministers des Innern hat der Reichsausschuß für Ehegeneh­migungen beim Reichsministerium des Innern den NamenReichsausschuß zum Schutze des deut­schen Blutes" erhalten. Diesem Reichsausschuß sind alle Anträge von staatsangehörigen jüdischen Mischlingen mit zwei volljüdi­schen Großeltern auf Genehmigung der Eheschlie­ßung mit Staatsangehörigen deutschen ober artverwanbten Blutes ober mit staatsan­gehörigen jübischen Mischlingen, bie nur einen volljübischen Großelternteil haben, vorzulegen. Die Anträge sind schriftlich.^^ ber für ben Wohnsitz ober gewöhnlichen Aufenthalt bes Antragstellers zu- ftänbigen höheren Verwaltungsbehörbe zu stellen.

Dem Reichsausschuß zum Schutze bes beutfchen Blutes gehören als orbentliche Mitglieber an: Staatssekretär Dr. Stuckart, SA.-Sanitäts­gruppenführer Dr. B r a u n e ck , Leiter bes Ge- funbheitsamtes Bremen Ministerialbirektor Dr. Gütt, Reichsärzteführer Dr. Wagner, ber Lei­ter bes Rassepolitischen Amtes Dr. med. Groß, Ministerialbirektor Dr Pohl, Ministerialbirektor Volkmar. Die ftelloertretenben Mitglie­ber bes Reichsausschusses sinb: Bürgermeister Schiffer (Lauenburg), Oberstaatsanwalt Schliz, Oberregierungsrat Dr. L i n b e n , Reichsamtsleiter Dr. med. Blome, Abteilungsleiter im Stabsamt bes Reichsbauernführers Dr. Bruno Kurt Schulz, Regierungsrat Paul Müller, Ministerialrat Dr. B r a n b i s.

&ärfe<?e tr fen

aus Anlaß der ZinSermäß'.gung.

Nach einer unter bem 7. Februar 1936 im Reichsgesetzblatt veröffentlichen Verorbnung kön­nen bebürftige Personen beutscher Staatsange­hörigkeit, bie im Jnlanb ansässig sinb unb bas Angebot auf Zinsherabsetzung nach ben Zinsermäßigungsgesetzen vom 24. Januar und 27. Februar 1935 angenommen haben, auf A n - trag eine Härtebeihilfe erhalten, wenn sie nachweisen, daß a) sie mindestens feit dem 31. Dezember 1 934 Eigentümer ber im Zins gesenkten Wertpapiere sinb, b) ber Gesamtbetrag ihrer Einkünfte im ver­gangenen Kalenberjahr ben Betrag von 1200 Mark nicht überfliegen hat, unb c) sie ihren Lebensunter­halt im vergangenen Kalenberjahr zu einem we­sentlichen Teil aus ben Erträgnissen zins- gesenkter Wertpapiere bestritten haben. Der Betrag ber Einkünfte erhöht sich für ben Ehe­gatten um 300 Mark unb für unterhaltsberechtigte Kinber um je 200 Mark. Die Härtebeihilfe wird vom 1. Juli 1936 ab gewährt unb im vor­aus in zwei gleichen Teilbeträgen jeweils am 1. Juli und 2. Januar ausgezahlt. Der Antrag auf Gewährung einer Härtebeihilfe für bie Zeit vom 1. Juli 1936 bis 30. Juni 1937 ist im F e - bruar 1 9 3 6 zu stellen, unb zwar bei bem Bezirksfürforgeverbanb, in besten Be- zirk ber Antragsteller wohnt ober sich nicht nur vorüberaehenb aufhält. Es wirb befonbers barauf aufmerksam gemacht, baß bie Einträge innerhalb ber angebenen Frist zu stellen sind. Die Vorlage von Anträgen nach Ablauf bes Monats Februar 1936 schließt bie Gewährung von Härte- beihilfen für bie Zeit vom 1. Juli 1936 bis 30. Juni 1937 aus.

Meine votitische Nachrichten.

Die Hauptstabt ber bominikanischen Republik, S. Domingo City, ist burch bie Regierung M Ciubab Trujillo" umbenannt worben. Die Stabt würbe im September 1930 burch einen zßir« beisturm vollstänbig zerstört unb ist jetzt burch den