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Elendsgebiete würden bei der Errichtung neuer Fabriken in Verfolg des Rüstungspro­gramms bevorzugt berück ficht werden.

Mskau verdreifacht die rote Luftflotte. Das Stammheer

wird auf drei Millionen Mann gebracht.

London, 8. Dez. (DJIB.) Am letzten Tage des 8. Sowjetkongresses gab Stalin Einzelheiten des sowjetrussischen Aufrüstungsprogramms bekannt. Der Gesamtplan gliedert sich in fünf Hauptabschnitte: 1. eine 2 0 0 0 Meilen lange Festungs- l i n i e an der West- und Ostgrenze Sowjetruß- tands, als Gegenstück der französischen Maginot- Linie, im Westen gegen Deutschland und im Osten gegen Japan. 2. Innerhalb von zwei Jahren soll ein Stammheer in Stärke von 3 Mil­lionen Mann errichtet werden, was eine Ver­doppelung der derzeitigen Stärke der Roten Armee bedeutet. 3. Im gleichen Zeitraum sollen die sow­jetrussischen Luftstreitkräfte verdreifacht werden. Ls ist die Ausbildung von 50 000 Flug­zeugführern innerhalb eines Jahres vorgesehen. 4. Ein neues Volkskommissariat für Kriegsindustrie unter der persönlichen Kon­trolle von Kriegsminister Woroschilow. 5. Die der Kriegserzeugung dienenden Industrieanlagen sollen aus Gegenden, die feindlichen Luftangriffen beson- ders ausgesetzt sind, nach dem Inneren des Landes verlegt werden. Mit der Inangriffnahme der neuen fowjetrusfifchen Vefestigungslinie witd bereits innerhalb der nächsten 14 Tage begonnen werden. Allein an der fowjetrusfifchen weslgrenze sollen 3000 Arbeiter eingesetzt werden, sobald mit der Durchführung der eigentlichen Befestigungspläne begonnen wird.

Hollands Rüstungspläne.

A m st e r d a m , 8. Dez. (DRV.) In einer Denk­schrift an die Zweite Kammer teilt der holländische Ministerpräsident Colijn, der gleichzeitig das Derteidigungsministerium innehat, mit, daß die Dauer der ersten militärischen Hebung der bei der Marine eingetretenen Dienstpflichtigen verringert wird. Ferner soll die Zahl der Hebungen aller Militärdienstpflichtigen erhöht werden. Auch die Zahl der Einberufenen soll wesentlich erhöht und die militärische Hebungszeit aller un­berittenen Waffen erheblich verlängert werden. Der Flottenplan von 1930 soll unverändert durchgeführt werden. Die Zahl der MariNe-Wasserflugzenge bleibt auf 60 Erkundungsflugzeuge beschränkt, wozu noch 39 Land-Bombenflugzeuge kommen. Weiter wird gesagt, daß eine Verstärkung der in Niederländisch-Jndien stationierten Flotteneinheiten notwendig sei. Die See­verteidigung des Mutterlandes müsse sich im wesent­lichen auf Absperrung der holländischen Buchten durch Minen und kleinere Wachtfahrzeuge beschrän­ken. Eine Regelung sei in Vorbereitung, um im Falle der Mobilisierung alle Zivilflieger zu erfassen, was eine wesentliche Vergrößerung der Zahl der Militär-Reserveflieger mit sich bringen werde. Die auf verschiedenen Inseln Rieder- ländisch-Jndiens angelegten Militär flughäfen seien auch für die Zivilluftfahrt von großem Nutzen. Beilegung desZw-schenfallsinTsingtau

P e i p i n g , 8. Dez. (DNB.) Zwischen dem Bür­germeister von Tsingtau und dem japanischen Gene­ralkonsul soll es zu einer Verständigung gekommen sein. Daraufhin wurde ein Teil des Lan­tz u n g s k o r p s a m D i e n s t a g w i e d e r ein­geschifft, der Rest soll am Mittwoch abtrans­portiert werden. Die chinesischen Behörden über­nehmen die Garantie für die Sicherheit des japa­nischen Eigentums. Der Tsingtauer Bürgermeister Und der japanische Generalkonsul werden sich ge­meinsam für die Wi e d e r h e r st e l l u n g des Friedens zwischen den japanischen Arbeitgebern und den chinesischen Arbeitnehmern einsetzen.

Totenfeier fürOrtSgruppenleiterZansen in Davos.

Davos, 8. Dez. (DNB.) In Davos fand die Beisetzung des vor einigen Tagen verstorbenen Orts­gruppenleiters Davos der Auslandorganisation der NSDAP., Franz Jansen, statt. Kränze und Grüße, Abordnungen des Deutschtums aus allen Teilen der Schweiz entboten dem Toten die letzte Ehre. Die Leitung der Auslandsorganisation, die AO. der DAF. und zahlreiche Gruppen der NSDAP, in der Schweiz, die Gesandtschaft und der deutsche Geschäftsträger ließen Kränze am Sarge nieder­legen.

Pfarrer Weber feierte in seiner Gedenkrede den rechtschaffenen Menschen und erinnerte an seinen zähen Kampf mit der Krankheit, die ihn zwei Jahr­zehnte lang umklammert hielt. EinDennoch!" habe über seinem Leben gestanden, das ein Leben voller Liebe und Güte war. Durch seine Betätigung für die nationalsozialistische Bewegung habe sein Leben einen unauslöschlichen Inhalt erfahren. Amtsleiter Dr. K o d e r I e sprach der Witwe und den drei Kindern das innigste Mitgefühl Gauleiter Bohles aus. Generalkonsul Voigt und der stellvertretende Ortsgruppenleiter B ö h m e r feierten den Toten als Kameraden seiner deutschen Brüder und Schwe­stern.

Jüdische Emigrantin in Kopenhagen verurteilt.

Nachdem die dänischen Schwurgerichte in den letz­ten Jahren bei Anklagen wegen Schwanger­schaftsunterbrechungen häufig auf Frei­spruch erkannten, fiel in einem derartigen Prozeß dem das ganze Land besonderes Interesse entge­gengebracht hatte, ein Urteil aufSchuldig". An­geklagt waren eine deutsche Emigrantin, die jüdi­sche Aerztin Frau Käthe Reinhardt aus Ber­lin, ferner drei Kopenhagener Aerzte, darunter der aus einem ähnlichen Prozeß schon bekannte kom­munistischeSozialreformer" L e i n b a ch und end­lich eine Krankenschwester, Frau Klara Perl­mutter. Es lag ein Geständnis der Hauptange­klagten Reinhardt vor, in etwa 650 Fällen Schwan­gerschaftsunterbrechungen an Patientinnen vorge­nommen zu haben, die ihr von den dänischen Aerz- ten zugeführt wurden. Sie hat aus den Operatio­nen im Laufe von etwa zehn Monaten eine Ein­nahme von ungefähr 35 000 Kronen gehabt. Das Gericht erkannte gegen Frau Reinhardt wegen Ab­treibung auf acht Monate Gefängnis, auf drei Monate Gefängnis gegen L e i n b a ch, sechs Mo­nate Gefängnis gegen Budde-Lund, 40 Tage

SchlachtschiffGneisenau" vom Stapel gelaufen.

öer Führer wohnt dem Taufakt in Kiel bei.

Kiel, 8. Dez. (DNB.) Dienstagmittag 11.45 Hhr lief in Kiel in Gegenwart des Führers das 26 000-Tonnen- SchlachtschiffE", das von der Gattin des in der Schlacht bei den Falkland- Inseln gefallenen Kommandanten des Kreuzers Gneisenau auf den NamenGneisenau" getauft wurde, glücklich vom Stapel. Der Füh­rer traf um 11 Hhr auf dem Kieler Hauptbahn­hof zur Teilnahme an der Feier ein. In seiner Be­gleitung befanden sich u. a. sein Stellvertreter, Reichsminister Rudolf Heß, Botschafter von P a - pen, Stabschef Lutze, Reichsleiter Rosenberg, Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, Staatssekretär General der Flieger Milch, Gau­leiter Wagner-München. Der Führer schritt die Front der Ehrenkompanie der 1. Marine-Artillerie- Abteilung ab und begab sich dann mit seiner Be­gleitung an Bord der StationsjachtNixe", die unter 21 Schuß Salut der im Hafen liegenden Kriegsschiffe die Standarte des Führers fetzte.

Langsam glitt das schmucke Schiff an den nut freudig erregten Volksgenossen dichtbesetzten Schif­fen vorüber zum Heck des noch auf der Helling lie­genden Schlachtschiffes.

Beim Anlegen derNixe" begrüßt der Führer den Flottenchef Admiral F o e r st e r, den Festungs­kommandanten von Kiel, Kapitän zur See N e w i s, und das Familienoberhaupt der Familie Gneise­nau. Unter Marschklängen schreitet der Führer die Front der unter präsentiertem Gewehr stehenden Wehrmachtsabordnungen ab. Sein Gruß gilt dann der Ehrenkompanie vor der festlich geschmückten Taufkanzel, von der die alte und die neue Reichs­kriegsflagge herabwehen. Bevor der Führer mit feiner Begleitung die Taufkanzel betritt, begrüßt er noch sehr herzlich die U e b e r l e b e n d e n des Kreuzergeschwaders aus dem Weltkrieg und die Opfer der Arbeit der Deutschen Werke. Dann beginnt der Oberbefehlshaber des Heeres General­oberst Freiherr von Fritsch die Taufrede:

Der Oberbefehlshaber des Heeres hält die Tausrede.

Begeistere du das menschliche Geschlecht, für seine Pflicht zuerst, dann für das Recht!" Das sind die Worte, die ein Großer unseres Volkes einst einer Zeit zugerufen hat, die in Gefahr stand, diese grundlegende und immer gültige Mahnung zu ver­gessen. Er selb st hat sie gelebt. Wir wissen kaum, wo er geboren ist; man hat ihn gefunden auf dem Kriegsmarsch. Er hat keine Heimat ge­habt, dis der Dienst ihm Heimat wurde. Der ver­schlug ihn über das Meer. Als er zurückfand, öff­nete ihm der große König den Weg in seine Armee. Aber erst mit fast 50 Jahren traf ihn der Ruf der Schicksals: In jenen Tagen nach Jena und A u e r ft ä b t, da so viele versagten, lief wie ein heller Sonnenstrahl die Kunde von Mund zu Mund, daß eine kleine Festung an der Ostseeküste, kaum dem Namen nach bekannt, dem allgemeinen Schrek- ken nicht erlegen sei, sondern siegreich ihre Pflicht getan habe. Ein mutiger Kommandant hatte die Herzen von Besatzung und Einwohner emporgerissen und zu jener gemeinsamen Hingabe entflammt, die überall auf dieser Welt die großen Dinge zeugt. In den schweren Monaten des Jah­res 1807 fand jener Held den Weg in fein eigent­liches Element: den Krieg.

Eine lange Reihe von Schlachten, die sich von der Katzbach über Leipzig bis vor die Tore von Paris hinzogen, bezeichnete seine ruhmvolle Bahn, bis ihm acht Jahre nach Kolderg bei Belle Alliance das Höchste gelingt, das, wonach jedes heiße Sol­datenherz sich sehnt: Den entscheidenden Stoß zu führen, der nicht nur die Schlacht, sondern den Krieg mit vollem Siege krönt.

Du aber, stolzes Schiff, wenn du jetzt deinen Weg in die weite See antrittst, fei eingedenk derer, die unter dem großen Namen, den du auch führen sollst, im Weltkriege in treuer Pflichterfüllung fern von der Heimat in Sieg und Untergang bei C o - ronel und vor den Falklandsinseln ihr Leben gaben. Sei eingedenk aber auch des Helden­mutes derer, die diese ruhmreichen Tage überlebten und heute hier als Gäste der Kriegsmarine oder daheim diese Feierstunde miterleben. Erinnere dich stets der Millionen Deutscher, die deine Fahrt mit heißem Herzen begleiten, und vergiß nicht die Kon- strukteure und Arbeiter, die dich als scharfe Waffe schufen und heute voll Stolz und Vertrauen auf das vollbrachte Werk blicken.

Als ein großes Vermächtnis hängen die Namen Graf Spee" undScharnhorst" an stählernen

Schiffsleibern, in goldenen Lettern leuchten sie von den Stirnen entschlossener Männer der neuen deut­schen Flotte Adolf Hitlers, in die auch du bald als Weg- und Kampfgefährte eintreten wirst. Sei treu! Künde d i e Macht und das Ansehen des Dritten Reiches an fernen Küsten. Be­reite dich in sorgfältiger Friedensarbeit vor auf den Tag des Schicksals den wir nicht ersehnen, der uns aber bereitfinden soll den Tag, da der Füh­rer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht dich ruft, auf daß du tust wie der Held, der im Geiste deines Kommandanten und deiner Besatzung fort« leben soll. Der Erste im Angriff, der Letzte, der von der Verfolgung abläßt. Sei tapfer, treu und glücklich und ehre damit den großen Solda­ten, den Generalfeldmarschan NeitHardt von Gneisenau, dessen Namen du tragen wirst. Ich taufe dichGneisenau".

Unb nun nimmt die Witwe des vor 22 Jahren an der Seeschlacht bei den Falklandinseln gefalle­nen Kommandanten der altenGneisenau", Frau M a e r f e r , den Taufakt mit den WortenAuf Befehl des Führers taufe ich Dich auf den Namen Gneisenau!" vor. Krachend zerbirst die Flasche deut­schen Schaumweines am Bug des Schlachtschiffes. Pfiffe schrillen; dann geht ein leises Zittern durch den Leib des Riesen, der sich langsam unter den Klänge des Deutschland-Liedes und des Horst- Wesiel-Liedes in Bewegung setzt und weit drüben im Hafenbecken von den Schleppern in Empfang genommen wird.

Der Jubel über den Stapellauf mischt sich mit der Freude über die Gegenwart des Führers, der nun an der anderen Seite der leeren Helling ent­lang die Front der Gliederungen der Partei und der Verbände abschreitet, Als der Führer sich zur StationsjachtNixe" zurückbegibt, wird ihm eine besondere Heberraschung zuteil. Auf der Brücke sind die Ueberlebenben des in der Lübecker Bucht gesunkenen Unterfeebootes U 18 an- getreten. Als Adolf Hitler die Männer begrüßt, überreicht einer der Geretteten dem Führer das Führerbild des U 18, das er aus dem fin­kenden U-Boot gerettet hat. In ruhiger Fahrt glei­tet dieNixe" durch den Kieler Hafen. Als der Führer dieNixe" verläßt, steigen wieder laute Heilrufe auf. Unter den Klängen der Musik schrei­tet Adolf Hitler auf dem flaggengeschmückten Bahn­hofsvorplatz die Ehrenkompanie ab. Auf der Nixe" geht die Führerstandarte nieder, von fern dröhnen die Salutsalven über das Wasser.

Gefängnis gegen Philipfon, 60 Tage Gefäng­nis für die Perlmu11e r.

Dieser Prozeß wirft ein bezeichnendes Licht auf die schmutzigen jüdisch-marxistischen Praktiken, die unter dem Deckmantel von Idealismus und Hu­manität die heiligsten Güter des Volkes schänden und mißbrauchen. Dieser Prozeß war auch geeig­net, der dänischen Öffentlichkeit über die Tätigkeit der jüdischen Emigration die Augen zu öffnen. Wie die Geständnisse der Angeklagten ergaben, wurden die verbotenen Eingriffe teilweise unter Außeracht­lassung der primitivsten sanitären Grundregeln in aller Eile auf dem Küchentisch vorgenommen. Wider­lichster jüdischer Geschäftsgeist offenbarte sich in der Art, wie die Angeklagten ihre Opfer aus» beuteten. Für den Eingriff wurden meist 200 bis 250 Kronen und mehr verlangt. Wenn das Geld nicht gleich bei der Hand war, wurden Schuld­scheine erpreßt, die man dann später rück­sichtslos eintrieb. Es paßt in das Bild, das der Prozeß entrollte, wenn ein Angeklagter sich mit dem Hinweis entschuldigen zu können glaubte, er habe seinen Anteil amHonorar" hauptsächlich zur Unterstützung jüdischer Emigranten benutzt.

Die Energiewirtschaft.

Richtlinien Dr. Schachts.

Berlin, 8. Dez. (DNB.) Auf der Arbeitstagung der Wirtschaftsgruppe Elektrizitätsversorgung und des Reichsoerbandes der Elektrizitätsversorgung sprach Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht über Tagesfragen der Energiewirtschaft.

Der Reichswirtschaftsminister wies auf die Fort­schritte hin, welche die Verbundwirtschaft bereits 5m ersten Jahr der Handhabung des Energiewirtschafts­gesetzes gemacht hat, und betonte, daß nunmehr auch die Städte, die kleineren und mittleren Werke und d i e Gemeinden in die Verbundwirtschaft eingereiht würden. Dr. Schacht wandte sich gegen jene Energie­politiker, die unter dem Deckmantel der Volkswirt­schaft und der wehrwirtschaftlichen Belange ihre eigenmächtigen Pläne als das Heil der Energie­wirtschaft hinstellen. Er betonte demgegenüber die enge Zusammenarbeit zwischen dem Reichswirt­schaftsministerium und den Wehrwirtschaftsstellen. Er stellte grundsätzlich fest, daß Mammutkraft- werke nicht mehr gebaut würden, daß aber umgekehrt auch der Bau unzweckmäßiger kleiner Anlagen zu unterbleiben habe und stattdessen ein Anschluß an die bestehende Versorgung zu nehmen fei. Eigenanlagen hätten nur dort Anspruch auf Bestand, wo sie billiger arbeiten könnten als das Energieversorgungsunternehmen, oder wo wehr­wirtschaftliche Gründe es erforderten.

In der T a r i f p o l i t i k erkannte Dr. Schacht die Bemühungen der Werke an, aus der Absatz­steigerung der letzten vier Jahre die preispolitischen Konsequenzen zu ziehen. Er wies auf den wertvollen Beitrag hin, den die Elektrizitätsversorgung durch Bereitstellung großer Energiemengen zu kleinen Preisen im Interesse der Wiedererringung der Roh­stoff- und Wehrfreiheit bereits geleistet hat. Dr. Schacht betonte, daß aus Gründen der ge­meindlichen Finanzzuschläge die Klein­abnehmerpreise noch nicht den Stand erreicht hät­ten, auf den sie aus wirtschaftlichen Gründen her­untergehen könnten.

Der Reichswirtschaftsminister wandte sich gegen die Bestrebungen, aus vorhandenen Dersorgunas« gebieten die Verbrauchsschwerpunkte herauszulösen und geißelte die Methode derjenigen Energiewirt­schaftler, die sich aus der Erzeugung an Ort unb Stelle des Verbrauchs eine Ersparnis von einem Zehntel Pfennig errechnen und deshalb den Strom- bezug aus dem öffentlichen Netz verweigern. Dr. Schacht wies auf die große nationalwirtschaftliche Bedeutung eines Ausgleichs der Strom­preise zwischen Stadt und Land hin und forderte nicht zuletzt aus Gründen der Wehr- haftmachung eine ungestörte Fortentwicklung der öffentlichen Energieversorgung. Dr. Schacht wieder­

holte seine Zusage, wonach den Gemeinden die Sondererträge, Die sie bis damals aus der Ener­giewirtschaft bezogen haben, nach Möglichkeit e r - halten bleiben sollen, bis sich andere, wirt­schaftlich zweckmäßigere Aufbringungsmöglichkeiten ergeben.

Wasserversorgung int Kreis Offenbach.

NSG. Der Gauleiter und Reichsstatthalter besich­tigte am Dienstag die in der Durchführung begriffe­nen Arbeiten i m Kreis Offenbach, die der restlosen Wasserversorgung dieses Gebietes gelten. 19 Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von rund 42 000 Menschen verlangten dringend eine ordentliche Wasserversorgung. Der ganze Ostteil des Kreises Offenbach war auf Brunnen und andere Notbehelfe angewiesen. Dabei löste das vorhandene Wasser gesundheitspolizeilich sehr oft große Beden­ken aus. Auch bei Feuersbrünsten waren 19 Ge­meinden wehrlos den Elementen pretsgegeben. Un­ter der besonderen Betreuung des Gauleiters und

Reichsstatthalters begann ein Werk, das insgesamt 75 000 Tagewerke mit einem Kostenaufwand von etwa 3,5 Millionen Mark umfaßt, von den inzwi­schen rund 40 000 Tagewerke abgeleistet sind. Mit der Beendigung dieses Werkes sind im Lande Hes­sen über 90 v. H. der Gesamtbevölkerung mit Was­serleitung versorgt. Der Gauleiter und Reichsstatt­halter konnte sich am Dienstag von dem Fortgang der Arbeiten unterrichten, aus denen besonders die im Bau befindlichen Wassertürme in Jüges­heim, Seligen st adt und Groß-Stein­heim emporragen. An Stelle unförmiger und häß­licher Beton- oder Steinklötze, die die Gegend ver­schandeln und das Auge beleidigen, streben Türme zum Himmel, die nach ^>er Vollendung in ihrer gan­zen architektonischen Schönheit das Landschaftsbild ergänzen. Im Kreisamt Offenbach richtete der Gau­leiter eine kurze Ansprache an die Bürgermeister des Kreises, währenddem er auf der Kreisleitung zu den dort angetretenen Amtsleitern und Mitarbeitern sprach.

Gefahr im Verzüge.

Oer Kardinalprimas von polen fordert Sammlung der Abwehrkräste gegen den Weltbolschewismus.

B u d a p e st, 8. Dez. (DNB.) In einer Unter« rebuna mit dem Warschauer Vertreter desPester Lloyb" wies der Kardinalerzbifchof von Polen, H l o n d , nachdrücklich auf die Bedrohung Europas durch den Bolschewismus hin und auf die Not­wendigkeit eines Zusammenschlusses aller europäischen Staaten zur Abwehr dieser Weltgefahr. Kardinalerzbischof Hlond er­klärte u. a.:Die letzte und entscheidende Ursache der heutigen Unruhen in Europa liegt in dem Willen der Kommunistischen Internationale, ihre umstürzlerischen Bestrebungen auf dem Wege über einen neuen Weltkrieg zu verwirk­lichen. Alle diejenigen, die nicht an das Heil durch die Sowjets glauben, müssen sich jetzt mit ge­sammelten Kräften gegen diese G e« fahr zur Wehr setzen.

Der Kardinalerzbischof betonte sodann die inter­nationale Bedeutung des Ausgleichs zwischen Deutschland und Polen, der die Möglich­keit eines auf gegenseitiger Achtung beruhenden gutnachbarlichen Nebeneinanderlebens der beiden

Völker geschaffen habe. Im Gegensatz dazu sei das zwischen Polen und S o w j e t r u ß l a n d abgeschlossene Abkommen nichts als ein Stück Papier, weil die Dritte Interna­tionale den Frieden nicht anerkennt, den das Mos­kauer Außenministerium nur nach außen hin ein­hält. Polen ist heute, so erklärte Kardinal Hlond, von heimlichen Feinden überflutet, die gegen den Staat und für die bolschewistische Revo­lution arbeiten. Diese Brandstifter werden von der Kommunistischen Internationale entsandt, bezahlt und beschützt. Polen will heute keinen Krieg mit Sowjetrußland führen, aber es befindet sich i n ft ä n b i g e r Alarmbereitschaft.Heute ist Gefahr im Verzüge. Eine furchtbare Kata­strophe wird unweigerlich hereinbrechen, wenn nicht bie Branbherbe rechtzeitig g e lÖscht werben, bie von ben unerbittlichsten Fein» ben bes Friedens, der Ordnung und der christlichen Weltanschauung immer wieder aufs neue entfacht werden."

Die Schweiz wehrt sich gegen den Kommunismus.

Das neue Staatsschutzgeseh verbietet den roten Selbstschutz und droht Auflösung der Kommunistischen Partei an.

Basel, 8. Dez. (DNB.) Der schweizerische Bun­desrat hat der am Montag zusammengetretenen Bundesversammlung den Entwurf eines neuen Staatsschutzgesetzes zugestellt. Es soll in Form eines dringlichen Bundesbeschlus« s e s sofort in Kraft gesetzt werden, unb bis zum 31. Dezember 1941 laufen. Es unterliegt damit nicht, wie bie beiben Orbnungsgefetze von 1922 unb 1933 ber Volksabstimmung und kann nicht, wie diese bei­den von Regierung unb Parlament seinerzeit an­genommenen Gesetze vom Volk verworfen werden.

Die Botschaft verhehlt nicht, daß sie sich in erster Linie gegen bie unter auslänbischem Einfluß stehenden kommunistischen Umtriebe richtet. Der Bundesrat überschätzte die Gefahr, bie ber Sicherheit bes Lanbes durch die Kommunistische Partei und die kommunistischen Nebenorganisationen, die Internationale Rote Hilfe, Rote Gewerkschaftsinternationale, Revolutionäre Gewerkschaftsopposition, Internationale Arbeiter- Hilfe, Proletarische Freidenker, Freunde der Sow­jetunion usw. drohe, in keiner Meise. Die heutige Zuspitzung ber internationalen Lage und di« auf

ben 7. Weltkongreß ber kommunistischen Interna­tionale in Moskau von Juli unb August 1935 zu- rüchuführenbe Verstärkung ber fommu- nistiscyen Propaganba unb Agitation erforderten nun aber schärfere staatliche Gegenmaßnahmen.

Die kommunistische Gefahr, fährt ber Bunbesrat fort, droht von außen. Sie besteht darin, baß bie kommunistische Partei ber Schweiz eine Sektion ber Kommunistischen Internationale ist, bie ihrerseits aber von einer Großmacht unterstützt wirb. Die Kommunistische Partei der Schweiz als Sektion der Kommunistischen Internationale ist ver­pflichtet, alle Beschlüsse der Moskauer Zentralstel­len burchzuführen. Trotz gegenteiliger Behauptun­gen ber Kommunistischen Internationale erstrebt sie in Wirklichkeit bie Errichtungeiner marxi­stischen Diktatur. Die Bunbesanwaltsckaft mußte sich mit kommunistischen wirtschaftlichen litt- ternehmungen wie ber FirmaJmprimob" in Ba­sel befassen, die mit dem Agenten ber Kommunisti­schen Internationale Eberlein in Geschäftsverbm- bung stand unb anbere verbächtige Auslänber ins