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sen-Nafsau-Süd ist, gehört seit der nationalen

Er­

hebung dem Kölner Gemeinderat an.

Aus aller Welt

Prof. Dr. Jaeger (Basel) und Prof. Dr. Obst (Hannover) über die Eiszeit sprachen.

Grafen von vier bis sechs Monaten und der gewerbsmäßiger Hehler in Betracht kommende

t m und

Maibach hingerichtet, der vom Schw Frankfurt a. M. wegen Mordes zum

als

43=

Groß- und Kleinvieh, übersteigt 5^ 000. Adana ge­hört zu den blühendsten türkischen Städten in einer besonders fruchtbaren Gegend des Mittelmeeres.

Der Ellernmörder Blaibach hingerichkel.

Frankfurt a. M, (LPD.) Die Justizpressestelle teilt mit: Am Mittwoch, 9. Dezember, wurde in dem Strafgefängnis Frankfurt a. M. - Preunges­heim der am 19. Februar 1916 geborene Erich

Das Ende einer Einbrecherbande

Zuchthausstrafen für 273 Einbrüche. Die heutige Justiz kennt keineVerbrecherehre''.

Hat Amerika wieder Hoffnung?

Von Dr. Friedrich Sohn.

Bei den Niagarafällen verlassen wir die Bereinig­ten Staaten, um einige Zeit auf kanadischem Boden au weilen. Wir wollen sehen, ob sich in dem briti­schen Dominium wesentliche Unterschiede gegenüber den benachbarten Gebieten der Union feststellen las­sen und besonders auch, wie es in der Landwirtschaft aussieht. Dabei sind wir uns darüber klar, daß die vier- bis fünfhundert Kilometer, die wir auf kana­dischem Boden zurücklegen, nur einen winzigen Aus­schnitt dieses Landes zeigen. Kanada ist, geographisch gesehen, eines der eigenartigsten Länder der Welt. Es erstreckt sich vom Atlantischen bis zum Pazi­fischen Ozean in einer Breite, die fünfmal der Strecke KönigsbergAachen entspricht, und stößt nach Norden Tausende von Kilometer in unbewohnte und zum großen Teil auch unbewohnbare Land- scbaften vor. Das Leben der elf Millionen Men- scyen, die heute Kanada bewohnen, spielt sich auf einem im Vergleich zum Gesamtraum kleinen Ge­biet ab, wenn auch diesekleine" Fläche das Deutsche Reich um ein Vielfaches übertrifft. Der besiedelte Teil Kanadas lehnt sich wie ein schmales Band an die Grenze der Vereinigten Staaten an, die vom Westrand der großen Seen bis zum Pazifik wie ein Linealstrich den Kontinent durchschneidet. Es ist klar, daß auf einer Strecke von Tausenden von Kilometer durch einen ganzen Kontinent verschiedene Klima­zonen, verschiedene Bodenarten und andersartige Verkehrs- und Absatzbedingungen anzutreffen sind. Der schmale besiedelte Streifen, der sich je nach den Klima- und Bodenverhältnissen mehr oder weniger weit nach Norden vorschiebt, wird außerdem an zwei Stellen noch ziemlich jäh unterbrochen, im Westen durch das in nord-südlicher Richtung verlaufende Felsengebirge und in der Mitte des Kontinents von einer rund eintausend Kilometer breiten Waldzone, die nahezu unbewohnt ist und für die Landwirtschaft kaum in Frage kommt. Kanada besteht also aus mehreren, räumlich scharf von einander abgegrenz­ten Wirtschaftsgebieten.

Zu diesen geographischen Unterschieden gesellen sich noch andere Besonderheiten. Der östliche Teil Kanadas insbesondere die Provinz Quebec ist in der Hauptsache von Franzosen bewohnt, die zu den ältesten Amerikanern gehören und sich im Gegensatz zu ihren Stammesvettern in Frankreich stark vermehren. Die sich nach Westen anschließen­den Provinzen haben britischen Charakter, wenn sich hier auch zahlreiche Siedlungen oller möglichen Nationalitäten befinden, die noch nicht ihre alte Sprache, ihre Sitten und Gewohnheiten abgelegt haben, Der Osten Kanadas einschließlich der Pro­vinz Ontario, der unser Besuch gilt, ist in der Haupt­sache auf Viehwirtschaft und Futterbau eingestellt. Das Brotgetreide spielt nur eine untergeordnete Rolle. Im Vergleich zu den westkanadischen Prärie­provinzen, die den Ruhm Kanadas in der Welt­weizenerzeugung begründen, besteht ein gewaltiger Unterschied. Ostkanada hat im allgemeinen wenn man von den Obst- und Gemüsefarmen absieht gemischtwirtschaftliche Betriebsformen, in denen die Tierhaltung eine große Rolle spielt. Getreide­fabriken wie im Westen gibt es hier nicht. Im übrigen wird das Land mehr und mehr nach der industriellen Seite hin erschlossen. Die billigen Der- kehrsmöglichkeiten in west-östlicher Richtung durch die Seen und den St.-Lorenz-Strom, der Wasser­reichtum mit seinen unerschöpflichen Möglichkeiten zur Erzeugung von Elektrizität und die im Ueber- fluß vorhandenen Rohstoffe begünstigen eine solche Entwicklung.

Unsere Fahrt durch Ontario läßt uns manche Unterschiede gegenüber den Vereinigten Staaten entdecken. Die Gegensätze, die das Leben in USA. beherrschen, treten hier weniger stark hervor. Wenn auch der Einfluß der Vereinigten Staaten unver­kennbar ist, so macht doch dieser Teil Kanadas einen einheitlicheren und geschlosseneren Eindruck. Schon in der Zusammensetzung der Bevölkerung findet man nicht die gleichen Unterschiede wie in USA. Die Neger, die seit dem Krieg auch in den nördlichen Vereinigten Staaten in jedem kleinen Nest Fuß gefaßt haben, fehlen hier fast aanz. Das Entscheidende aber scheint zu sein, daß Die Blicke in dieser Provinz nach England gerichtet sind. Die

ausgewiesen. Diese Handlungen werden auch ver­folgt, wenn sie im Auslande begangen werden und sich gegen die Schweiz richten. Ausländische Kom- bujJß,n sich nicht ohne Bewilligung der zuständigen Behörden in der Schweiz aufhalten.

Neuer Oberbürgermeister von Köln.

Berlin, 8. Dez. (DNB.) Der Oberbürger­meister der Hansestadt Köln, Dr. R i e s e n , hat im Rahmen des Dierjahresplanes einen Sonder­auftrag in Berlin übernommen. Um sich hierfür frei zu machen, hat er um Enthebung von seinen Amtsgeschäften als Oberbür­germeister gebeten. Der Reichs- und preußische Minister des Innern hat diesem Anträge stattge­geben und auf Vorschlag des Gauleiters in Köln als Beauftragten der NSDAP, den Hauptgeschäftsfüh­rer der Industrie- und Handelskammer Köln, Dr. Karl Georg Schmidt zum Oberbürgermeister der Hansestadt Köln berufen. Dr Schmidt besuchte das Gymnasium in Hanau, studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschasten an der Universität Frankfurt am Main. Noch einer praktischen Tätigkeit sowohl als Arbeiter wie auch als kaufmännischer Ange­stellter bei der IG.-Farbenindustrie in Bitterfeld

Am Steuer vom Tod ereilt.

An einer Straßenkreuzung in Hersfeld geriet ein Kraftwagen von der Straße ab, durchfuhr eine Gartenhecke und kam auf dem Boden des tiefer­liegenden Gartens zum Stehen. Die Straßenpassan­ten vermuteten einen Unfall und benachrichtigten die Polizei. Die Ermittlungen ergaben aber, daß am Steuer des Autos ein Toter saß. Ein Arzt stellte fest, daß der aus Leipzig stammende Autofahrer einem Herzschlag erlegen ist.

Tausende von Token bei der Ueberschwemmungs- katastrophe auf der Insel Luzon.

Offiziere berichten aus dem Ueberschwemmungs- gebiet im Norden der Insel Luzon (Philippinen), daß der Cagayan-Fluß Tausende von Toten ins Meer getragen habe. Es werde daher niemals möglich jein, den ganzen Umfang der furchtbaren Katastrophe festzustellen. Durch die Wasser­massen wurden Hunderte von Quadratmeilen wert­vollster Tabak- und Reispflanzungen vernichtet. Man befürchtet den Ausbruch von Ruhr- und Cho­lera-Epidemien im Unglücksgebiet.

Verheerende Ueberfchwemmung in der Türkei fordert zahlreiche Opfer.

Der Wasserspiegel des Flusses Seihung, der vor einigen Tagen im türkischen Bezirk Adana über die ujer getreten war, ist wieder im Fallen begriffen. Der durch die Ueberfchwemmung angerichtete Schaden kann noch nicht abgeschätzt werden. Die Zahl der eingestürzten Häuser erreichte 1200. Unge­fähr 4000 Obdachlose haben in Moscheen, Kara­wansereien und in den größeren Gebäuden der Umgebung des Ueberschwemmungsgebietes Quar­tier gefunden. Der Rote Halbmond sandte der vom Unglück betroffenen Bevölkerung schleunige Hilfe. Auch die Regierung ergriff alle Maßnahmen, um die Obdachlosen zu betreuen. Eine Abteilung Pio­niertruppen ist im Überschwemmungsgebiet emge- troffen, um die Bevölkerung in ihrem Kampf gegen die Fluten zu unterstützen. Die große Brücke über den Tschakhit wurde roeggenffen. Die Zahl der Toten deren Persönlichkeit festgestellt werden konnte, beträgt 150. Die Zahl der Verwunde­ten die in Lazaretten untergebracht sind, belauft sich auf 200. Die Zahl der ertrunkenen Haustiere,

Zug sah, gab er Vollgas, aber der Lastwagen wurde noch erfaßt und gegen Telegraphenstangen geschleu­dert und von der Lokomotive 243 Meter weit mit- geschleist; dann stürzte er, völlig zertrümmert, in den Graben. Der Lenker des Lastkraftwagens und sein Beifahrer, der gerade geschlafen hatte und jäh geweckt wurde, kamen merkwürdigerweise ohne Ver­letzungen davon. Jetzt hatte sich der Lenker des Lastwagens vor dem Kasseler Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte erklärte, er habe die Blinkzeichen nicht gesehen. Wegen fahrlässi­ger Transportgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Beschädigung von Telegraphen­anlagen und wegen Uebertretung der Reichsstraßen­verkehrsordnung erkannte das Gericht an Stelle einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten auf 300 Mark Geldstrafe.

Aus Anlaß der Hundertjahrfeier des Vereins wurde dem derzeitigen Vorsitzenden Profffor Dr. Behrmann von der Senckenbergifchen Natur- forschenden Gesellschaft die Eiserne Ehrenmünze verliehen. Die Auszeichnung giltdem verdienten Forscher deutschen Bodens in der Heimat und in Uebersee und unermüdlichen Vorkämpfer des Ko­lonialgedankens".

Wetterbericht

des Rrichswekterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Trotz des hohen Luftdrucks über Mitteleuropa konnte eine Teildruckstörung, die über Frankreich südwärts zog, vorübergehend in West- und Süd­deutschland leichte Unbeständigkeit bringen. In der Auffüllung dieser Weststörung wird in der nächsten Zeit der Einfluß des von Osteuropa hereinreichen­den Hochdruckgebietes voraussichtlich wieder stärker zur Geltung kommen. Die Neigung zu Nebel und Hochnebel bleibt im Bereiche der kalten Mischlust für die Niederungen vorerst erhalten.

Aussichten für Donnerstag: In den Niederungen vielfach Nebel oder Hochnebel, sonst wolkig bis heiter und im allgemeinen trocken, Tem­peraturen um Null, schwache veränderliche Winde.

Aussichten für Freitag: In den Niede­rungen vielfach Nebel, sonst aufgeheitert, Tempe­raturen wenig geändert.

Lufttemperaturen am 8. Dezember: mittags 1,7 Grad Celsius, am 8. Dezember: abends1,7 Grad, am 9. Dezember morgens1,9 Grad; Maximum + 1,7 Grad, Minimum heute nacht4,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 8. De­zember: abends 0,5 Grad, am 9. Dezember: mor­gens 0,4 Grad; Sonnenscheindauer 5,6 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., fämllich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pst mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Maßstäbe, mit denen man mißt, und an denen man das eigene Leben ausrichtet, lehnen sich stärker als jenseits der Seen an britische Vorbilder an. Man jindet im allgemeinen eine größere Ordnung und Gepflegtheit als in USA. Das Schönheitsgefühl, besonders die Vorliebe für Blumen, ist größer. Mit der Sonntagsruhe nimmt man es sehr genau, die Kinos und Theater bleiben an den Feiertagen ge- jchlosfen. Erst nach Mitternacht darf mit der Dor- jtellung begonnen- werden. In der Stadt, in der wir den Sonntagabend verbringen, entwickelt sich gegen Mitternacht ein lebhafter Verkehr. Man sieht unzählige Autos in den Straßen herumstehen, deren Insassen sehnsüchtig das Ende des Sonntags er­warten. Dor den Kinos wird um 12 Uhr nachts regelrecht Schlange gestanden.

Aehnlich wie im Staate Neuyork fördert auch in Kanada der Besuch einer landwirtschaftlichen Hochschule unser Verständnis für die Agrarfragen. Der Präsident der Hochschule, der übrigens früher einmal stellvertretender Landwirtschaftsminister in USA. war, wird uns als der Typus eines echten Gentleman" so leicht nicht aus dem Gedächtnis entschwinden Bei der Besichtigung der Zuchttiere, die uns hier vorgeführt werden, fällt auf, wie stark der Zusammenhang mit dem Mutterland gerade auf tierzüchterischem Gebiet ist. Man führt wert­volle Zuchttiere aus England und Schottland ein, um die Nachkommenschaft durch Versteigerungen, die in jedem Herbst von der Hochschule veranstaltet werden, über die Provinz zu verteilen. In den letzten Jvhrzehnten sind durch die Versteigerungen der Hochschule nicht weniger als 30 000 Zuchttiere in die Provinz gegangen. Die Entwicklung der Tierzucht wird also von hier aus entscheidend be­einflußt.

Interessant ist auch unsere Entdeckung, das man sich ganz zielbewußt auf die Bedürfnisse des eng­lischen Marktes einstellt. Kanada hat durch die Ottawa-Verträge bevorzugte Einfuhrmöglichkeiten nach Großbritannien erhalten, die sich für die tie­rische Erzeugung Ostkanadas günstig auswirken. Ein zollfreies Einfuhrkontingent von 780 Mil­lionen Pfund Speck und Schinken konnte bisher nur zu zwei Dritteln ausgenutzt werden. Man be­müht sich, die Schweineerzeugung zu steigern, dabei aber die besonderen Bedürfnisse des englischen Marktes zu berücksichtigen. An diesem Beispiel wird uns klar, was die seit der Ottawa-Konferenz be­triebene Großraumpolitik des britischen Imperiums für die Dominien bedeutet.

In ihrer Gastfreundschaft stehen die Kanadier den Pankees nicht nach. Als wir in Guelph mit dem Präsidenten, den Professoren und den Studenten der landwirtschaftlichen Hochschule im großen Speise­saal gemeinsam Abendbrot aßen und anschließend eine lebhafte Aussprache führten, da fühlte wohl jeder, wie sehr die Gastfreundschaft so zwang­los und doch so formvollendet, wie sehr sie sich hier bot Menschen verschiedener Sprachen und Lebensgewohnheiten in kürzester Frist zueinander führt. Auch im Hotel zu Hamilton hatten wir ein nettes Erlebnis. Der Koch, der mit den Besatzungs- trupven im Rheinland gewesen war, hatte unter Aufbietung aller feiner deutschen Kenntnisse beson­ders für uns eine deutsche Speisekarte entworfen, die gedruckt worden war. DieDeutsche Landwirt Schaftliche Agegesellschaft", wie er uns titulierte, erhielt neben vielen anderen Genüssen zumAbend­essen"Gebrathene Hühner Mit Meisfritter Und Schpak" fernerApfelkuchen Und Kasse" undKir­chen Tarte". Wir waren über diese Ueberrafchung nicht wenig erfreut und schüttelten unserem Koch, dessen Gesicht vor Freude strahlte, in aller Herzlich­keit die Hände. Wir machten hier eine Erfahrung, die man in Amerika immer wieder machen kann, daß die Angehörigen der ehemaligen Besatzungs­truppen mit großer Liebe an Deutschland hängen und nicht toifjen, was sie vor Freude tun sollen, wenn sie jemnd aus Deutschland und besonders aus dem Rheinlnd treffen. Auch diese Beaegnung war ein Beweis dafür, wie sich aus dem Kennenlernen der nationalen Eigenarten und Eigentümlichkeiten Verständnis und Verstehen entwickeln kann.

jährige Johann Frick zu zweieinhalb Jah­ren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Die Unter­suchungshaft wurde den Angeklagten angerechnet.

Die meisten Einbrüche, so wurde in der Urteils­begründung ausgeführt, habe Kothenfchulte be­gangen, teilweise in Gemeinschaft mit Pätzold und Keil. Letzterer stand vielfach Schmiere und schaffte das Diebesgut vom Tatort fort. Nach dem Ver­handlungsergebnis sind die Angeklagten nicht die einzigen Beteiligten gewesen; es scheint so, daß eine Bande die Diebesgelegenheiten ausbaldowerte, daß eine Bande die Taten verübte und daß eine dritte Bande die Sachen an den Mann brachte. Der Angeklagte Pätzold erwies sich als ein ver­stockter Verbrecher, der seine Aussagen mit Ueber- legung machte. Kothenfchulte stand schon einmal unter polizeilicher Kontrolle und verstand es her­auszukommen. Er hat die Diebstähle nicht nur aus Not begangen, sondern weil er arbeitsscheu war. Er ging mit System vor und besaß, wie die übrigen Mittäter, einen eingewurzelten Hang zum Ver­brechen. In zwei Fällen ist er auch gewalttätig ge­worden und verletzte einen Mann erheblich. Keil hat eine Erfindung gemacht, um Sicherheitsschlösser aufzubrechen. Als er Mitglied der Bande wurde, wurden die Einbrüche lohnender, denn man konnte nun alle Schlösser öffnen.

erinnert sie an die Genossen- ^aftsbrucferei Basel, die u. a. die ZeitschriftKorn- munlstlsche Internationale",Die Rundschau" und anderes Propagandamaterial herausgibt. In Zu­nehmenden Maße seien Agenten der Kommunisti- schen Internationale in der Schweiz tätig gewesen bestritten werden, daß durch die Machenschaften einer unter internationaler L-ituna tetienben und m allen Einzelheiten wohlorgamsier- ien und mit allen Mitteln der Illegalität arbeiten- Öen Umsturzparte, die verfassungsmäßige Ordnung und insbesondere die Staatseinrichtungen gefährdet werden. Die Gefahr kann sich bei einer Steigerung her nationalen Spannungen oder b» emer Verlegung des westeuropäischen Zentrums der mternahonalen kommunistischen Tätigkeit nach der Schweiz noch verschärfen " 0

Son einem absoluten Verbot her Kommunistischen Partei will der Bundesrat einstweilen noch absehen. Um Gewaltstreichen und Angriffen vorzubeugen, sind |og. Selbstschutz, und Angriffsver- bande, sowie dasTragenvonPartei- unisormen verbaten. In einer besonderen Bestimmung behalt sich der Bundesrat vor, bei drin- gender Gefahr für tote innere oder äußere Sicherheit der Eidgenossenschaft

1. hie Kommunistische Partei, ihre Nebenorgani- fahonen oder Unternehmungen, die anarchistischen sowie die gegen den schweizerischen Staat gerich­teten Vereinigungen a u f z u I ö s e n , ihre Ver­mögen einzuziehen und ihre Presseorgane zu ver­bieten.

2 Schweizer Bürgern, die sich im Interesse einer dieser vorgenannten Bewegungen ins Ausland be­geben wollen, die Ausreise zu verbieten.

Kommunistische Umtriebe gegen den Staat, die gesellschaftliche Ordnung und gegen den religiösen Frieden werden mit Gefängnis bestraft. Auslän­der werden nach Verbüßung der Gefängnisstrafe

war er 1928 Direktionssekretär bei einer Finanzie­rungsgesellschaft in Frankfurt a. M. 1925 hat er dem Nationalsozialistischen Studentenbund an der Universität Frankfurt a. M. angehört, der von dem jetzigen Gauleiter Staatsrat Simon-Koblenz geführt wurde. In der Parteiarbeit betätigte er sich als Lei­ter der Rechtsberatungsstelle der NSDAP, in Frankfurt a. M. und als Parteiredner. Dr. Schmidt, der Träger des goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, und des Ehrenzeichens des Gaues Hes-

LPD. Frankfurt a. M., 8. Dez. Die Ver­handlung gegen die Einbrecherbande Ko­thenfchulte wurde am Dienstag zu Ende ge­führt. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde dem Mitbeschuldigten Keil Gelegenheit gegeben, feine Kunstfertigkeit im Offnen komplizierter Sicher­heitsschlösser zu beweisen. Es. war verblüffend, was der Angeklagte auf diesem Gebiet leistete.

Der Staatsanwalt beantragte gegen Kothen- schulte und Pätzold je zwölf, gegen Keil zehn Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebenstrafen sowie Bestrafung der übrigen Angeklagten. In feinen Ausführungen betonte der Vertreter der Anklage, daß mit 273 Einbrüchen die Angeklagten in den letzten zehn Jahren die Höchstzahl erreicht hätten. Der von ihnen angerichtete Schaden belaufe sich auf rund 30 000 Mark. Milderungsgründe kämen für die Angeklagten, die sich weigerten, ihre Hehler und Auftraggeber zu nennen, nicht in Betracht. Die heutige Justiz denke nicht daran, so etwas wie einen BegriffVerbrecherehre" anzuerkennen.

Das Schöffengericht verurteilte den 28jährigen Richard Kothenfchulte zu zwölf Jahren Zuchthaus, den 35jährigen Otto Pätzold zu elf Jahren Zuchthaus, den 53jährigen Max Keil zu zehn Jahren Zuchthaus. Gegen alle drei Angeklagten wurde außerdem auf je zehn Jahre Ehrverlust, Zulässigkeit von Polizeiaufsicht und Sicherungsverwahrung erkannt. Äon den übrigen Angeklagten wurden drei zu Gefängnis­

THutfer und Tochter als Volksverräter.

Wegen Verbrechens gegen das Dolksverratsgfetz wurde die Witwe Anna S t a ch o w s k i aus Hildes­heim vom Sondergericht Hannover zu anderthalb Jahren Zuchthaus, 5000 RM. Geldstrafe und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Ihre 23jährige Tochter Frieda Vockrodt erhielt wegen Devi­senvergehens sieben Monate Gefängnis und 1000 RM. Geldstrafe. Die Mutter hat mit Wissen ihrer Tochter 23 000 Schweizer Franken in einem Kleiderschrank jahrelang versteckt gehalten. Als sie nach Abwertung der Schweizer Währung 20 000 Franken bei einer Bank einwechseln wollte, wurde sie und ihre Tochter festgenommen. In ihrer Woh­nung fand man noch 3000 Franken. Die bei der Festnahme beschlagnahmten 23 000 Franken wurden eingezogen.

Die Zahl der deutschen Rundfunkteilnehmer.

Am 1. Dezember 1936 betrug die Gesamt­zahl d e r Rundfunkteilnehmer im Deut­schen Reich 7 937 907 gegenüber 7 757 265 am 1. November. Im Laufe des Monats November ist mithin eine Zunahme von 180 642 Teilnehmern (2,33 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Dezember befanden sich 550185 gebührenfreie Anlagen.

Blasmusik für die Luftwaffe.

Das Reichsluftfahrtministerium hat im Zuge feiner Bestrebungen, die Blasmusik, die im heutigen Musikleben einen breiten Raum einnimmt, zu for­dern einigen jüngeren anerkannten Komponisten Aufträge zur Schaffung von Original-Blas- musikwerken für d i e Luftwaffe erteilt. Line Sonderpostkarte zum Tag der Briefmarke.

Die F£d£ration Internationale de Philatelie, der außer Sowjetrußland die großen Verbände der Briefmarkensammler in ganz Europa angehoren, hat auf den deutschen Antrag hm beschlossen, zu Ehren des Begründers des Weltpostvereins des deutschen Generalpostmeisters von Stephan, den für alle Länder gemeinsamenTag der Briefmarke" am Sonntag nach dessen Ge­burtstag am 7. Januar jährlich m allen Landern zu begehen. Zu diesem Tage ist soebenl eine Son derpo st karte mit eingedruckter 3-Pfenrng- Marie erschienen, die die beiden Erdhalften zeigt, verbunden durch einen Brief. Die Karte liegt bis­her vor mit einer Inschrift in deuft^r Sprache und in französischer Sprache. Die Karte erscheint m beschränkter Auflage. Ihr Vertrieb ist den Vereinen des Reichsbundes der Philatelisten im D^relnsring der NS.-GKraft durch Freude und der Fach­gruppe Briefmarken in der Wirtschaftsgruppe Ei zelhandel übertragen worden.

Lastwagen vom Zuge milgeschleift Fahrlässige Transportgefährdung.

Am 5. Oktober fuhr ein Lastkraftwagen mit etwa 50 Kilometer G-fchwindigkeit beim Bahnhof Nie derkaufungen über den schrankenlosen ®Ie suber- gang, als ein Guterzug nahte Alei der Len!er des Kraftwagens den nur noch zehn Meter en f

wegen Totschlag zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden ist. Maibach hatte in der Nacht zum 1. Juli 1936 in Bad Homburg v. d. H. sei­nen Stiefvater, den Milchhändler Josef M a i b a ch, der ihn am Tage zuvor wegen Unterschlagungen zur Rede gestellt hatte, und anschließend feine Mut­ter, als sie sich ihm entgegenstellte, durch mehrere Axthiebe getötet.

Kunst und Wissenschaft.

Hermann kiehne f.

Hermann Kiehne, Schriftsteller und Heraus­geber derDeutschen Lieder", ist im 82. Lebens­jahr in Gießen verschieden. Der treu bewährte Idealist und immer gläubige Patriot hat stets deut­sches Wesen und deutsche Art in Gedichten und Liedern besungen. Sein GedichtbandWandern und Weilen" ist ein bleibendes Vermächtnis an Gegen­wart und Zukunft. Nebenher hat erHarzer No­vellen" und verschiedene Einakter geschrieben. Sein Leben und Schaffen war ganz den Musen ver­schrieben. In seinenDeutschen Liedern", einer lyrischen Zeitschrift, die er durch den Wandel der Zeiten 52 Jahre lang herausgab, ließ er viele Dichter zu Wort kommen, die nun um einen vor­trefflichen Berater und wahrhaft edlen Menschen trauern. C. A. Wenzel.

100 Jahre

Verein für Geographie und Statistik in Frankfurt.

Der Verein für Geographie und Sta- tistik zu Fruankfurt begeht in diesen Tagen sein 100jähriges Bestehen. Besonders groß war neben der Forschungsarbeit auch die literarische Betäti­gung des Vereins, der zahlreiche Bücher feiner Mit­glieder herausbrachte und eine Unzahl von Karten lieferte. In der Universität wurde eine Ausstellung zusammengestellt, die einen Ueberblick über alles gibt, was der Verein geleistet hat. Anschließend fand eine wissenschaftliche Tagung statt, auf der u. a. Geheimrat Prof. Dr. Albrecht P e n ck (Berlin), Geheimrat Prof. Dr. v. D r y g a l s k i (München),