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SJl.-tfport

Gynng

wieder deutscher Waldlaufmeister.

Im Mittelpunkt des leichtathletischen Geschehens stand die 19. deutsche Waldlaufmeisterschaft, die auf einer 9,5 Kilometer langen Strecke in der Nähe von Freiburg ausgetragen wurde. Der Wittenberger Titelverteidiger Max Syring gewann auch dies­mal in 32:04,5 vor dem Darmstädter F o r n o f f und Eberhardt (TV. Neustadt). Die Meisterschafts­meisterschaft fiel erwartungsgemäß an den KTV. Wittenberg mit 17 Punkten.

Mr.-G.-Hatlen-Tenniskampf gegen Belgien.

Deutschland führt im HamburgerMr.-G.-Hallen- tennis-Kamps" gegen Belgien mit 2:1 Punkten. Am ersten Tage schlug der Berliner Deitmer den Belgier Geelhand 10:8, 6:1, 6:3 und Lacroix-Bel- gien schaffte durch seinen 6:1-, 6:2-, 2:6-, 6:3-Sieg über Dr. Dessart den Gleichstand. Die jungen deut­schen Doppelspieler Beuthner/Bartkowiak bezwangen dann am Samstag Lacroix/De Borman überra­schend 4:6, 7:5, 7:5, 6:1 und holten den deutschen Vorsprung heraus. Der Hallen-Tennisländerkampf endete am Sonntag mit dem 4:1-Sieg der deut­schen Nachwuchsmannschaft. Den Abschluß bildete das Spiel zwischen Dr. Dessart und dem Belgier

Geelhand, das von dem Deutschen 6:2, 2:6, 6:3, 3:6, 7:5 gewonnen wurde.

WHW.-Opfertag des Zachamts Handball

Als erste der deutschen Sportler stellten sich un­sere Handballer und Hockeyspieler am 8. Novem­ber in den Dienst des Winterhilfwerkes. Der Star" des Handballprogramms war die Begegnung in Magdeburg, die die Meister der beiden letzten Jahre, Pol. SV. Magdeburg und Hindenburg Minden zusammenführte. Nach einem harten Ge­fecht siegten die Elbestädter mit 12:10 (7:7).

Kassels Sladtelf schlägt Heer 6:5.

Bevorzugte Paarungen der deutschen Handball- WHW.-Spiele waren ferner Treffen zwischen zivi­len und Militär-Mannschaften. Hauptereignis des Gaues Hessen war ein solches Spiel in Kassel, wo die Kasseler Stadtelf gegen eine Militärmann­schaft mit 6:5 gewann, nachdem die Soldaten bei der Pause noch 3:2 in Führung gelegen hatten. Tuspo 86/09 Kassel, der Letzte der Gauliga, tat sich schwer, gegen Tura Kassel 14:11 zu gewinnen. Klar gewann Hessen-Preußen Kassel mit 16:1 über den Tv. Volkmarshausen, während Sport Kassel in Sondershausen 9:4 und Bettenhausen in Großen­ritte 8:6 siegten.

Der Gau Südwest trat mit seiner Elf in Worms gegen eine Stadtmannschaft an und siegte hoch mit 11:1 (3:0).

Iußball der heimischen Mnnschasten.

Vorentscheidung um denTschammer-pokal".

Die wichtigsten Ereignisse im Fußball-Programm des Sonntags waren die beiden vorentscheidenden Spiele um denT s ch a rn rn e r - P o k a l" in Gel­senkirchen und Düsseldorf. In Gelsenkirchen hatte der deutsche Altmeister Schalke 04 sehr viel Mühe, sich des FC. Schweinfurt zu erweh­ren. Die süddeutschen Gäste führten nach torloser Halbzeit eine Viertelstunde vor Schluß noch 2:1, dann mußten sie den Ausgleich und schließlich drei Minuten vor Schluß den Siegtreffer derKnap­pen" hinnehmen. Schalke trifft nun am 3. Januar im Endspiel auf den Sieger des am 22. November in Leipzig stattfindenden zweiten Vorschlußrunden­spieles zwischen VfB. Leipzig und Wormatia Worms.

Die Wormser, die vor zwei Wochen zu Hause gegen Benrath nicht gewinnen konnten und nur 3:3 spielten, warfen im Wiederholungsspiel in Düsseldorf die Nied errheiner mit 3:2 (3:2) aus dem Rennen.

Fußball der Gauliga-Mannschaften.

Ergebnisse im Gau Hessen.

Die drei Meisterschaftsspiele, die am Sonntag im Fußballgau Hessen stattfanden, brachten im allge­meinen die erwarteten Eraebnisse. Das unbestritten größte Interesse fand die Begegnung zwischen dem Meister Hanau 93 und dem aufstrebenden Neuling Kewa Wachenbuchen. Der Neuling leistete dem Mei­ster tapferen Widerstand und ließ nicht mehr als ein l:1-Unentschieden zu, das die Hanauer wiederum zurückgeworfen und ihre Aussichten auf neue Mei­sterwürden gewiß nicht gefördert hat. Bei fünf aus- getragenen Spielen hat es der Meister damit auf sechs Punkte gebracht! Ob es jetzt noch zur Meister­schaft reicht?

Einen hartnäckigen Kampf lieferten sich auch Germania Fulda und der VfB. Fried­berg. 1:1 (1:0) war auch hier das Endergebnis, das beiden Mannschaften weiterhin Plätze im starken Mittelfeld einräumt. Eine hohe Niederlage mußte wieder Borussia Fulda einstecken, die nur noch ein Schatten ihrer einstigen Größe ist. Der SV. Kassel bezwang diesmal die Borussen klar mit 4:0 (2:0).

Aus anderen Gauen.

Gau Südwest: Eintracht Frankfurt Kickers Offenbach 3:1; SV. Wiesbaden FSV. Frankfurt 0:0; Borussia Neunkirchen Sportfreunde Nieder­rad 3:3.

Gau Bayern: Bayern München 1. FC.

Nürnberg 1:7; SpDgg. Fürth Wacker München 1:0; ASV. Nürnberg VfB. Jngolstadt-Ring- fee 0:.0.

Iuhball-Ergebniffe der Bezirksklasse.

1900 Gießen SV. Wetzlar 1:2 (0:1).

SV. Lollar Sinn 0:0.

In Lollar wollte kein Tor fallen, trotzdem auf beiden Seiten Gelegenheit genug war, Tore zu schießen. Lollar spielte geraume Zeit mit nur 10 Mann und ergänzte sich nachher durch einen Spie­ler der 2. Mannschaft.

4900-Wetzlar 1:2 (0:1).

Der Sieg der Wetzlarer Mannschaft war nicht unverdient, aber nach dem Spielverlauf konnte der Kampf auch für 1900 entschieden werden. Beide Mannschaften zeigten ein gleichwertiges Spiel, ein Spiel ausgezeichneter Techniker, einen scharfen Kampf, der Die Zuschauer von Anfang bis zum Ende in Spannung hielt.

Die Spielvereinigung 1900 bestritt den Kampf mit folgender Mannschaft: Rahn; Zeiler, Lippert; Erhard, Heilmann, Lehrmund; Müller, Schellhas, Schmelz, Garth, Heuser. Die Wetzlarer hatten für den Kampf ebenfalls ihre beste Vertretung zur Stelle. Auf beiden Seiten wurde der Kampf sehr ernst genommen.

Die erste Halbzeit stand mehr oder weniger im Zeichen der Wetzlarer Elf. Allerdings kam den Gästen der heftige Wind zustatten. Den größten Teil der Halbzeit vermochten sie dadurch in die Spielhälfte der Blauweißen zu verlegen, während der Tormann der Wetzlarer lange Zeit völlig un­beschäftigt stand. Durch die gefährlichen Attacken der Gäste auf das Tor der Platzbesitzer, war die Gießener Verteidigung vor schwere Aufgaben ge­stellt, denen sie aber auch in großer Form gerecht wurde. Das Zerstörungsspiel Der Läuferreihe und des Schlußdreiecks war vorbildlich und nur so war es möglich, das Tor rein zu halten. Einige Durch­brüche des blauweißen Sturmes während der ersten Halbzeit wurden von der Gästeverteidigung aber auch sehr sicher gestoppt. Sehr wohl hätte das Er­gebnis der Halbzeit 0:0 lauten können, wenn nicht Lehrmund ein von rechts hereingegebener Ball an die Hand gesprungen wäre. Der Schiedsrichter ent­schied reichlich hart einen Elfmeterball, der von den Gästen glatt und kaum haltbar in die untere linke Ecke verwandelt wurde.

Die zweite Halbzeit verlief um einiges drama­tischer. Nun kam der Wind den Einheimischen et­was zu Hilfe und der Kampf gestaltete sich mehr

Wege im Rebel.

Roman von Käthe Mehner.

(Copyright by Aufwäris-Verlag, Berlin SW 68.)

3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Wie kommst du denn darauf, jetzt im Herbst an die See? Dort ist doch längst die Saison vor­bei! Schließlich geht es doch auf den November zu. Aber warum nicht ein Kurort im Harz? Oberhof zum Beispiel? Da könntest du wandern, und viel­leicht sogar Skilaufen, wenn es kälter wird.

Sanna nickte müde. Wenn sie nicht nach Ham­burg fahren konnte, war es im Grunde ja gleich­gültig, wohin sie fuhr. Wie hatte sie nur so töricht fein können, überhaupt daran zu denken? Sie konnte doch auch Gerhard nicht einfach so auf­suchen, sich ihm aufdrängen! Jetzt, wo sie selber gebunden war! Nein, die Hauptsache war, daß sie einmal allein war, mit sich ins Reine kam, dazu war Oberhof so gut wie jeder andere Ort!

Willst du mir nicht antworten, Janna!! Ich finde dich reichlich unaufmerksam dafür, daß ich mich hierher bemühe, etwas Richtiges für dich heraus­zusuchen!"

Unaufmerksam? Ich unaufmerksam!?

Eine Blutwelle stieg Sanna ins Gesicht. Sn allen Nerven zitternd, wagte sie es zum ersten Male, ihrem Verlobten entgegenzutreten.

Sch unaufmerksam? Weil ich ein einziges Mal müde in deiner Gegenwart bin, mich einen einzi­gen Augenblick nicht ganz in der Gewalt hatte? Wie bist du denn gegen mich? Horst bu mir jemals zu, wenn ich mit meinen Angelegenheiten zu dir komme? Wenn ich dich frage, etwas von dir wissen will? Bist du jemals noch aufmerksam und rück­sichtsvoll gegen mich, wie du es mir früher un­zählige Male versichert, geschworen hast?

Erlaube mal!" v

Ralf war aufgesprungen, schlug mit der Hand auf den Tisch, erregt, unbeherrscht.

Was fällt dir denn ein? Was" ist das für ein Ton? Sft das der Dank, daß man alles für dich tut und getan hat, für dich und deine Familie sich aus- geopfert hat?"

Wie erschöpft sank Sanna zurück.

Ralfs Worte hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Darauf freilich hatte sie nichts mehr zu sagen. Langsam, ganz langsam erhob sie sich, sagte fast tonlosGute Nacht". Dann hatte sie das Zimmer verlassen.

Breitbeinig stand Ralf Rammelt, sah ihr nach. Begab sich dann hinüber in sein eigenes Haus.

Schluchzend lag Sanna indessen auf ihrem Bett. Unaufhörlich rannen ihre Tränen.

Ach, sie hielt es, sie hielt es ja nicht länger mehr aus! War es nicht immer schon so gewesen, das ganze, lange Sahr hindurch? Smmer unverhüllter hatte Ralf es ihr zu verstehen gegeben, daß der Dank für das, was er an ihrem Vater getan, sie mit unauflöslichen Ketten an ihn binden mußte. Und doch, war es nicht wahrhaft unrecht, auf er­wiesene Wohltaten zu pochen? Machte er nicht ge­rade dadurch wieder zunichte, was er wirklich Gu­tes getan? Wie anders war Gerhard gewesen! Ger­hard! Gerhard!

Sn wildem, fassungslosem Schluchzen stieß sie den Namen des Sugenbgeüebten hervor. Wenn er hier märe, ihr mit seinem Rat zu Hilfe kommen könnte ...

Sie sprang plötzlich auf, trocknete ihre Tränen, lächelte fast im Glück bes befreienben Gebankens, ber ihr gekommen war. Setzt war sie entschlossen, jetzt war Klarheit in ihr! Gleich morgen früh würbe sie ihren Entschluß ausführen.

Viel zu früh war am anberen Morgen Sanna schon auf bem Postamt. Noch waren bie Schalter geschlossen. Außer ihr war keine Menschenseele zu sehen.

Mit unruhigen Schritten ging Sanna in ber Halle auf unb ab.Kaiserhof", hatte Olga gesagt! Wenn Gerharb sich bort noch aufhielt, mußte sie ihn zu biefer frühen Stunbe telephonisch erreichen können! Das Herz klopfte ihr bei bem Gebauten, wenn sie sich vorstellte, seine Stimme zu hären, vielleicht in wenigen Minuten schon mit ihm zu sprechen ...

Da--enblich war es so weit, bie Schalter

würben geöffnet.

Sch möchte ein Gespräch mit Hamburg, Hotel Kaiserhof"! Leiber fehlt mir aber die Nummer des Hotelzimmers."

zugunsten der Platzbesitzer. Nun war es an den Wetzlarern, zu verteidigen. Sie taten es nun mit der Geschicklichkeit wie bie Blauweißen und vermochten etwa 20 Mnuten lang jeden Erfolg zu verhindern. Unmittelbar nach dem Wechsel hatten die 1900er übrigens eine große Chance, die die Wetzlarer erst im letzten Augenblick zunichte machen konnten. Sn der Folge gab es auch einige Ecken für 1900, aber sie brachten nichts ein. Großer Jubel herrschte bei den Zuschauern, als durch Schmelz der Ausgleich fiel. Er hatte sich geschickt freigespielt und konnte aus etwa zehn Meter Entfernung völlig unbehindert einschießen. Die Enttäuschung der Wetzlarer war groß, denn sie glaubten, den Sieg bereits sicher zu haben. Als es zehn Minuten später nach einem Durchbruch der Gäste zu kritischen Situationen vor dem 1900er Tor kam, nahte für die Blauweißen das Verhängnis. Rahn, ber schon bie Situation ge­rettet zu haben schien, ben Ball in Hänben hatte, ließ sich ihn entgleiten unb geistesgegenwärtig brückte einer ber Gästestürmer ein. Der Ball rollte langsam in bie linke Torecke und auch Lippert, der sofort herbeisprang, kam um eine zehntel Sekunde zu spät.

Die letzten zehn Minuten, die nun noch zu spie­len waren, sah beide Mannschaften im ausgegliche­nen Mittelfeldspiel. Der Wind hatte merklich ab­geflaut. Den Blauweißen gelang kein großer Zug mehr, obwohl die Anhänger des Platzoereins die Hoffnung, daß die Mannschaft wenigstens einen Punkt retten könnte, bis zur letzten Minute nicht aufgaben. Aber den Blauweißen war das Glück nicht hold. Es blieb beim 2:1 für die Gäste.

Beide Mannschaften kämpften sehr fair und vor allem nicht so hart, wie man es früher häufig beob­achten konnte. Es gab gestern mehr einen Kamps der Techniker gegeneinander. In der Ballbehand­lung stand keine Mannschaft der anderen nach. Die Gäste stellten eine sehr ausgeglichene Elf, in der kein schwacher Punkt festzustellen war.

Auch bei den Blauweißen tat jeder seine Pflicht und einiges darüber hinaus. Als zuverlässigster Mannschaftsteil wirkte wieder die Verteidigung, während der Sturm noch immer nicht die Einheit ist, die mit Sicherheit Erfolge erzielen läßt. Die Läuferreihe half gleichermaßen gut im Aufbau wie in ber Abwehr aus. Der Schiebsrichter amtterte nach bestem Können korrekt.

30 lahre RuderklubHassia" Gießen.

In schlichter Form beging der RuderklubHassia" Gießen am Samstag unb am Sonntag das Jubi­läum des 30jährigen Bestehens. Am Samstagabend versammelten sich die Mitglieder mit ihren Ange­hörigen im schönen Saal des Bootshauses, um einige Stunden der Kameradschaft zu verbringen. Mitglieder der Kapelle K r e n g e l unterhielten mit ausgezeichneter Musik. Die Leitung des Abends lag in Händen des Schriftführers Ludwig Henkel, der dem Abend den schönen Verlauf sicherte. Ver­einsführer S ch ü ß 1 e r begrüßte die Kameraden und Angehörigen, und gedachte dann in ehrenden Worten der im Weltkrieg gefallenen Vereinskame­raden und der verstorbenen Mitglieder, zu deren Ehre sich die Teilnehmer des Festabends von den Plätzen erhoben. Vereinsführer S ch ü ß l e r gab dann einen kurzen Rückblick über die Geschichte des Vereins, erinnerte an besonders eindrucksvolle Er­lebnisse, vor allem auch an die stimmungsvolle Weihnachtsfeier, bie bie Mitglieder des Vereins im Jahre 1907 abhielten und bie allen, bie schon bamals babei waren, in bester Erinnerung ist. Der Rebner gab bann noch einige Zahlen über bie Ent­wicklung bes Vereins zur Kenntnis, unb wies gleich­zeitig auf bie Leistungen hin, bie durch den Ver­ein im Laufe dreier Jahrzehnte gezeigt werden konnten. Mit Worten des Dankes gedachte er aller Kameraden, die dazu beitrugen, daß der Ruder­klubHassia" heute auch ein schönes Heim sein eigen nennen kann.

Im Mittelpunkt des Abends stand eine Ehrung verdienter Mitglieder, die seit 15 Jahren bem Ver­ein angehören. Die Ehrung nahm ebenfalls der Vereinsführer vor, der die Kameraden als ein Vor­

bild und Beispiel für die Jugend darstellte. Er bat die Jugendlichen bes Vereins, all das hochzuhal­ten, was von den Aelteren geschaffen unb errungen würbe. Die Jugend solle würdig das Erbe antreten und bie jungen Ruderer sollten auch immer wieder zu ihrem Verein zurückfinden, wenn sie aus Ar­beitsdienst und Wehrmacht zurückkehren. Nachdem Vereinsführer S ch ü ß l e r den treuen Kameraden im Namen des Vereins noch Worte des Dankes ge­widmet hatte, überreichte er acht Kameraden die Ehrennadel des Vereins und die dazu gehörige Ehrenurkunde für 15jährige Mitgliedschaft. Ausge­zeichnet wurden damit die Kameraden KarlPfaff, Bernhard Valentin, Hans E1 f e n t h a l, Lud­wig Henkel, Otto Schäfer, Heinr. D e ch e r t, Willy E i f e n d a ch und Friedr. Linden st ruth.

Schriftführer Henkel dankte im Namen der mit der Auszeichnung bebauten Sportkameraben und sprach von der Treue, als der vornehmsten Pflicht. Er gab für sich und feine Kameraden die Ver­sicherung ab, daß sie auch weiterhin in Treue zum Verein stehen und Mitarbeiten werden an der Er­tüchtigung der Jugend im Interesse unseres deut­schen Vaterlandes. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Vaterland und den schönen Ruder­sport beschloß Vereinsführer S ch ü ß l e r die Ehrung.

Im weiteren Verlauf des Abends gab Kamerad Henn einen luftigen Mundartgedichtvortrag zum Besten, während die Kapelle mit guter Musik un­terhielt. Der Sonntag sah zahlreiche Mitglieder und Gäste im Bootshaus des Ruderklubs hassia" zu einer Familienfeier beisammen.

ZahresMchau Gießener Sportvereine.

Ofen putzen ^Cnaffl

Jahreshauptversammlung des Gießener Aadfahrervereins 1885.

Dieser Tage hielt der Gießener Radfahrer-Verein von 1885 seine Jahreshauptversammlung ab. Nach der Begrüßung der Mitglieder durch den Vereins­führer Hauck gedachte die Versammlung zunächst des Verbandsführers Kamerad Franz Eggert, der vor einigen Tagen verschieden ist.

Der Vereinsführer gab sodann einen ausführ­lichen Bericht über die sportliche Tätigkeit des Ver­eins im abgelaufenen Sportjahr. Er konnte die er­freuliche Feststellung machen, daß der GRV. v. 1885 sowohl im Saal- als auch im Straßenrenn­sport an der Spitze des Bezirks Gießen unb des Gaues Nordhessen marschiert. Insbesondere war es der Radballsport, indem der Verein sämtliche Meistertttel des Bezirks und des Gaues erringen konnte. Im 6er Rasenradball kam die Mann­schaft O. Von-Eiff, Deibel, Hauck, Stammel, Baum, W. Von-Eiff sogar bis in die Vorentscheidung um die Deutsche Meisterschaft. Im Straßenrennsport be­teiligte sich der Verein mit mehreren Fahrer an verschiedenen Straßenrennen. Insbesondere war es hier der Fahrer Willy Neumann, der die Farben des Vereins in Deutfchands Gauen würdig ver­treten konnte.

Leider konnte in diesem Jahre nur ein Bahn­rennen von dem Verein ausgerichtet werden. Das

für den August vorgesehene Bahnrennen sowie der Große Straßenpreis von Gießen" mußte wegen unvorhergesehener Umstände leider wieder abgesetzt werden. Der Wandersport wurde leider durch die Inanspruchnahme der Mitglieder durch die anderen Sportzweige etwas vernachlässigt, doch soll diesem schönen Sportzweig im kommenden Jahre wieder ein größeres Augenmerk zugedacht werden. Mit Dank an die aktiven Kameraden für ihre Erfolge, sowie an die Kameraden, die sich um die Ausge­staltung der Veranstaltungen verdient gemacht haben, schloß der Vereinsführer seinen Sporü)ericht.

Nach einer kurzen Aussprache erfolgte der Be­richt des Kassierers W. Müller. Die Kassenver-

Dann nehmen Sie doch ein XP-Gespräch und machen Sie es dringend!" erklärte der Beamte, dann bekommt es der Betreffende auch gleich auf fein Zimmer! Warten werden Sie allerdings im­merhin müssen. Wenn Sie bitte dort drüben Platz nehmen wollen? Ich rufe Sie dann wieder an."

Warten! Das war freilich nicht sehr verlockend! Aber wenn es ihr Gerhard brachte! Und zudem, hatte sie nicht schon viel länger auf ihn gewartet, hoffnungsloser, verzweifelter? Jetzt wußte sie doch: Er war da! Sie konnte ihn erreichen, wenn wirk­lich im Augenblick nicht, dann doch später. Einmal würde sie ihn, müßte sie ihn doch wiedersehen!

Langsam belebte sich inzwischen bie Schalterhalle. Ueberall würben bie Schiebetüren beiseitegeschoben. Menschen kamen. Frembe Menschen, bie Janna nicht kannte. Trotzbem fuhr sie immer roieber zu­sammen, wenn sie in einem ber Heronkommenben plötzlich ein bekanntes Gesicht zu erkennen glaubte. Es war ihr, als könne es ihr jeher von ben Augen ablesen, was sie nur zu gern im tiefsten Herzen verschließen wollte.

Hamburg! Zelle drei, bitte!"

Janna schrak auf, sah sich ängstlich um. Aber niemand schien auf sie zu achten.

Mit klopfendem Herzen, heißem Kopf stand sie in der Zelle. Ihre Hände zitterten, konnten den Hörer kaum halten. >

,^Hier kommt Herr Gerhard Brand! Augenblick bitte!"

Er war da! Gerhard war da! Janna fühlte, wie ihr die Knie wankten vor Aufregung. Da hörte sie auch schon seine Stimme.

Hier Brand! Wer spricht, bitte?"

Da war er schon selbst! Das war Gerhards Stimme! Ach, sie glaubte ihn vor sich zu sehen! Wenn sie nur sprechen könnte! Aber wie zuge­schnürt war ihr die Kehle ...

Zum drittenmal schon fragte die Stimme:Wer ist denn dort? Melden Sie sich doch!"

Endlich kamen ihr die Worte wieder. Stammelnd hauchte sie in den Apparat:

Ich bin's, Gerhard! Ich Janna!"

Dom andern Ende der Leitung ein unterdrückter Ruf, fast ein Schrei:

Janna?! Du, Janna?! Janna Heller?!"

Ja, Gerhard, ich bin's! Erst feit gestern weiß ich, daß du lebst, zurückgekommen bist!"

Janna! Und du rufft mich an? Wie glücklich bu mich machst! Liebling! Aber sag doch, wo bist bu benn? Don wo aus sprichst du?"

Von zu Hause. Vom Postamt! Aber ich fahre noch heute nach Oberhof. Gerhard, ich möchte dich so gern noch einmal wiedersehen! Nur ein einziges Mal! Könntest du nicht nach Oberhof kommen? Ich wohne imThüringer Hof". Sag, wäre es möglich?"

Zitternd wartete Janna auf die Antwort. Doch was war denn nur auf einmal? Warum sprach Gerhard nicht mehr?

Gerhard! Hörst du mich noch?"

Kein Wort mehr von drüben! Nur das eigenar­tige Sausen und Summen der Fernleitung.

Hallo Fräulein!"

Der Teilnehmer hat abgehängt!"

Gerhard Brand aber hatte an seinem Tisch den Kopf auf die Arme gelegt und meinte wie ein klei­nes Kind. Daß fein Arm versehentlich bie Gabel des Apparates herabgedrückt hatte, bemerkte er im Augenblick gar nicht. Er schreckte erst auf, als das Fernamt sich meldete:

Sind Sie fertig mit Hamburg?"

Nein!" schrie er.Nein!"

Aber das Amt war schon nicht mehr zu erreichen.

Da sprang Gerhard Brand auf, lief im Schlaf­anzug, so wie er war, zur Tür. Drückte auf die Klingel, wußte selber fast nicht, wie oft und wie lange.

Erschrocken kamen gleich zwei Hausmädchen auf einmal.

Schicken Sie mir sofort den Ober herauf! Soll den Fahrplan mitbringen, verstanden? Aber schnell!"

Eifertig verschwanden die beiden, gaben bann dem Ober Bescheid.

Der eilte nach oben, stand keuchend in der Tür.

Der Mittagszug nach Oberhof! Ich meine, wann fährt gegen Mittag ein Zug nach Oberhof?"

11.26 Uhr, Herr Doktor!"

Gut! Schicken Sie mir also in einer Stunde je- manben herauf, ber mein Gepäck abholt. Ich reise ab. Unb bringen Sie mir auch meine Rechnung bitte."

(Fortsetzung folgt)