vom Festland trennte. Von dieser Gewohnheit hieß es nun Abschied nehmen, ehe man sich der neuen Zeit verschrieb, die der ulten Stadt durch den freien großen Schwung des neuen Dammes gewissermaßen einen neuen stolzen Horizont verlieh.
Nur selten einmal wird uns verwöhnten und durch nichts eigentlich mehr aus der Fassung zu Dringenden Menschen des technischen Zeitalters ein solcher Einschnitt im Fluß der Entwicklung deutlich fühlbar. Hier war das nun einmal ?anz anders. Hier standen wir einmal alle eine urze Weile still und schauten zurück, grüßten wortlos das, was war, und wandten uns erst dann mit dem vollen Bewußtsein einer Wende dem Werk zu, auf das im gleichen Augenblick der ganze Norden Europas blickte.
Frisch wehte eine Brise von der Insel Hiddensee herüber, die als blauer Strich gegen Nordwesten sich vom Himmel hob, als wir zum endgültig letzten Mal auf einem der Fährschiffe der Reichsbahn zu kurzer Kreuzfahrt auf den Strela- sund ausfuhren. Nicht nach Lee waren unsere Blicke gekehrt, wo wir den harmonischen weiten Bogen des neuen Dammes über den Sund hätten schwingen sehen, sondern nach Luv, wo die alten F ä h r - schiffe in Kiellinie an uns vorbeidefilierten. Ihre Mannschaft stand still an Backbord und grüßte schweigend mit deutschem Gruß. Da zogen sie hin, die hier durch Jahrzehnte wacker in Wind und Wetter ihren Dienst versehen, Schiff und Mannschaft im „S o n n t a g s p ä ck ch e n", wie der Seemann das nennt, von den über die Toppen geflaggten Wimpeln mit den Farben der deutschen und der vier nordischen Staaten überknattert. Jedes Fährschiff — im ganzen ihrer fünf war von einer weißen, wogenden Wolke von Möwen begleitet.
Als die Fährschiffe vorüberdefiliert waren, wendete auch unser Schiff die Nase wieder in den Wind und trug uns zurück zu der Stadt, deren großartige Silhouette uns für Augenblicke ganz gefangen nahm. Da lag die alte Feste, von der ein mittelalterlicher Spruch erzählt:
„Stralsund ein gutte Hänse Statt Hertzog von Friedland blägert hat In Stürmen ein sehr harten Strauß Die Bürger bisher stehen aus O Gott, den Frieden uns Bescher Und alles Unglück von uns wehr."
Wuchtig ragten seither ihre mächtigen Türme, Schöpfungen der reichen Hanse, die hier ihren politischen Höhepunkt erlebte. Hier war die Stätte, wo 1370 der Friede zwischen 77 deutschen Hansestädten und dem dänischen König geschlossen wurde, um
damit die wirtschaftliche Machtstellung zu begründen, die Stralsund durch Jahrhunderte zu einem der arößten Umschlaghäfen im nordischen Raum gemacht hat.
Mit der Schaffung der neuen Verkehrsoerbindung, über den Rügendamm geht diese Entwicklung wirtschaftlich wie verkehrstechnisch einer neuen Blüte entgegen. Das wird nicht so sehr deutlich aus der nüchternen Feststellung, daß der Verkehr über den neuen Damm eine Abkürzung der Reisezeit um etwa 45 Minuten bringen wird. Viele, unendlich viele wirtschaftliche, technische und selbst psychologische Einzelfaktoren kommen zusammen, um diese neuzeitliche Ueberbrückung des Meeres zwischen Rügen und dem Festland geradezu zu einer Teilfrage der Wirtschafts- und Verkehrsentwicklung zwischen Deutschland und den nordischen Staaten überhaupt zu machen. Umsonst ist ja auch das Projekt, das nun in so imponierender Weise durchgeführt wird, nicht schon zu Beginn des weltwirtschaftlichen Zeitalters, etwa um die sechziger Jahre, und seitdem immer wieder erwogen 'worden. Daß es jetzt Wirklichkeit werden konnte, im kurzen Zeitraum von drei Jahren, ist wiederum ein Beweis für die Kraft und Zuversicht, für den Weitblick und den kühnen Willen, mit dem das junge Reich sich unter Adolf Hitler feinen Weg in die Zukunft bahnt.
Wie handgreiflich wurde uns alles dies, als wir in feierlich langsamem Tempo die erste Fahrt auf der neuen Eisenbahnlinie miterlebten, als wir dann drüben angelangt den ersten Zug aus Skandinavien mit jubelndem Lied begrüßten und von den Gesichtern der Reisenden die Achtung und den herzlichen Anteil ablasen an einem Werk, das zwar von deutschen Händen allein geschaffen, dennoch als eine Leistung von internationaler Bedeutung und zwischenstaatlichem Wert geschätzt und anerkannt wird.
Auch Festakte gehen einmal zu Ende. Man mag dann gleich den Alltag wieder einlassen in Kopf und Herz? Wir waren anderer Meinung. Wir hatten Geschmack gefunden an der Atmosphäre dieses nordischen Venedig, bestiegen die Personenfähre, die auch schon bald dem Omnibusverkehr auf dem neuen Rügendamm weichen wird, und schaukelten auf den kurzen Sundwellen hinüber zur Altstadt, um uns erst einmal einen echten Stralsunder Grog verpassen zu lassen.
Er mundet so gut, daß ich das Rezept mitgebracht habe, für alle zukünftigen' Fälle und zu Nutz und Frommen der Allgemeinheit: „Rum m ö t fin, Zucker kann fin, Water i ft t a u n waschen!"; das nenne ich eine reinliche Scheidung.
Wirtschaft.
Oie Deutsche Reichsbahn im August.
Starke Belebung des Personenverkehrs durch die Olympischen Spiele.
Fv»d. Infolge der Olympischen Spiele 1936 stieg der Personenverkehr der Deutschen Reichs- Dahn erheblich. So war bei der Berliner 8-Bahn gegenüber dem im August üblichen Verkehr ein Mehrverkehr von etwa 30 v. H. zu bewältigen. Aber auch der Fernreife- und Schlafwagenverkehr wurde stark beeinflußt.
Die stetige Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft in fast allen Zweigen der Industrie und Landwirtschaft zeigte sich im August auch im Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn. Dieser mußte freilich einen großen Teil seines Zuwachses an den privaten Kraftwagenfernoerkehr ad- geben, der sowohl im Werk- als auch im Unternehmerverkehr fortgesetzt steigt und neuerdings auch Sendungen zwischen Privatanschlußgleisde- sitzern an sich zieht. Dazu kommt, daß auch die Wasserstraßen große Anstrengungen machen, ihren Verkehr zu steigern.
Die Betriebsleistungen im Personenzugdienst stiegen gegen den Vormonat im arbeitstäglichen Durchschnitt um 3 v. H. und waren um 7 v. H. stärker als im August des Vorjahres. Die Betriebsleistungen im Güterzugdienst gingen gegen den Vormonat um 2,47 zurück, sie lagen jedoch um 5,96 v. H. über denen des August 1935.
Den Betriebseinnahmen von 354,49 Mil- liones Mark stehen Betriebsausgaben von 311,50 Millionen Mark gegenüber. Die Einnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr von 117,58 Millionen Mark waren um 12 Millionen Mark höher als im August 1935. Eine gleichhohe Mehreinnahme brachte auch der Güterverkehr mit 217,06 Millionen Mark. Daß im Berichtsmonat das in den Vormonaten erzielte durchschnittliche Mehraufkommen im Güterverkehr nicht erreicht wurde, liegt an der geringeren Anzahl von Arbeitstagen im August 1936 gegenüber 1935. Die sonstigen Einnahmen (19,86 Millionen Mark) weisen im Vergleich zum August 1935 keine bemerkenswerten Veränderungen auf. Zu den Ausgaben für die Be
triebsrechnung sind noch die monatlichen sonstigen festen Lasten getreten. Die Ausgabeverpflichtungen konnten aus der Betriebseinnahme gedeckt werden. Darüber hinaus ist ein Ueberschuß nicht verblieben.
Die Gesellschaft „Reichsautobahnen" Ende August.
Fwd. Im August 1936 sind bei der Gesellschaft „Reichsautobahnen" 112 Kilometer neu in Bau genommen worden, so daß nunmehr insgesamt 1893 Kilometer in Bau find.
Rhein-Mainiscke Börse.
AUllagsbörse fest.
Frankfurt a. M., 8. Okt. Die Börse lag sowohl am Aktien-, wie am deutschen Rentenmarkt recht fest, da allgemein Nachfrage vorhanden war. Das Geschäft hatte keinen allzu großen Umfang, nur einige Spezialpapiere erfreuten sich größeren Umsatzes.
Am Aktienmarkt ergaben sich durchschnittliche Steigerungen von 1 bis 1,50 o. H. Besonders Mo-ntanaktien waren wieder gesucht und fest, lebhaft Verein. Stahl mit 118,25 (117), Mannesmann mit 114,40 bis 133,50 (113,40) und Hoefch mit 118 (116,50); Klöckner gewannen 1 o. H., Rheinstahl 1.13 v. H., Buderus blieben mit 118,25 unverändert, Harpener plus 2 v. H. mit 147,50. Großen Umsatz hatten Otavi Minen mit 41 bis 41,75 (40,25). Von chemischen Werten stiegen IG.-Farben und Scheideanstalt bis 0,65, Deutsche Erdöl um 1,50 v. H. Elektrowerte verzeichneten meist Besserungen bis 1 v. H., Rheag und Siemens gewannen je 2,25, RWE. 1,13 und Deutsch-Atlanten-Telegraph 1,25 v. H. Von Zellstoffwerten erhöhten sich Waldhof auf 161,50 (159,50) und Aschaffenburg auf 138 (137). Maschinen- und Motorenaktien notierten 0,25 bis 0,75 v. H. fester, ferner lagen Cement Heidelberg 1, Reichsbank 0,75 und Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. freundlicher. Etwas schwächer waren Kunstseideaktien, AKU. 93 (93,13), Bemberg 97 (97,75), auch Schiffahrtsaktien gingen wieder zurück, Hapag 16,13 (16,75), Nordd. Lloyd 16,50 (17). Nach den ersten Notierungen lagen Montanaktien
zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. schwächer, auch andere Papiere bröckelten verschiedentlich geringprozentig ab. Fest blieben jedoch Otavi.
Am deutschen Rentenmarkt stiegen Reichsbahn-VA. um 0,90 v. H. auf 125,50, Altbesitz um 0,25 auf 117,75, Wiederaufbauzuschläge um 0,75 auf 72,75. Zinsvergütungsscheine und Reichs- fchuldbuchforderungen lagen voll behauptet, Kom- munal-Umschuldung etwa 88,65. Von zertif. Dollar-Bonds 6proz. Preußen 74,50 (74). Der Aus- lanbrentenmartt lag nahezu geschäftslos und überwiegend weiter etwas schwächer, 4proz. Ungarn Gold 14,20 (14,30), 4proz. Mexikaner 11,50 (11,80), 5proz. Rumänen 8,85 (9,05), 4proz. do. 7,70 (7,75).
Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt unter einigen Schwankungen überwiegend weiter fest. Großes Geschäft blieb in Otavi-Minen mit 42,50 bis 42,75 nach 41,75. Montanwerte holten ihre zwischendurch eingetretenen leichten Rückgänge meist wieder auf, waren aber später wieder schwankend. IG.-Farben 174,13 nach 173,65, bann etwa 173,75 bis 174, Kunstseide AKU. 93,25 bis 92,50 bis 93 nach 93, Zellstoff Waldhof 162,50 nach 161,50, Cement Heidelberg 157 nach 156, Reichsbank 193 nach 192,50. Die später notierten Werte kamen durchweg höher zur Notiz, Chade A—C 430 (27), Südd. Zucker 210,75 (208,50). Am Kassamarkt waren Bankaktien weiter fest, DD-Bank auf den Bericht über die Geschäftsentwicklung 104 (102), Frankfurter Bank 107 (106), Commerzbank 101 (100,75), ferner waren Frankf. Hyp.-Bank-Aktien höher gesucht. Von Jndustriewerten blieben Zellstoff Memel weiter stark gefragt.
Am variablen Rentenmarkt ergaben sich keine besonderen Veränderungen. Poung-Gulden- Anleihe gefragt mit 86,50 (85,75). Ungarn Gold 14 nach 14,20, später etwa 14,13. Goldpfandbriefe bei Nachfrage unverändert, Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen vielfach 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Ferner Dekosama I 123 (122,65).
Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 102 50, Pokorny 112.50 Geld. Ufa 62. Wayß & Freytag 125. Growag 84,50, VDM. 140, Bürbach Kali 81 (79,50). — Tagesgeld war etwas gefragt und wurde auf 2.75 (2,50) v H. erhöht.
Abendbörfe uneinheitlich.
Die Abendbörse war nach gut behauptetem, zum Teil weiter befestigten Beginn im Verlauf etwas unsicher und teilweise schwächer. Anfangs überwog einige Nachfrage, während später Zurückhaltung aufkam und kleine Abgaben vargenommen wurden. Gegen die Berliner Schlußnotierungen war die Gesamttendenz uneinheitlich. Fest waren Aschaffenburger Zellstof mit 139,50 (137,90). Von Montanwerten notierten u. a. Verein. Stahl mit 118,90 bis 118,65 (118,90), Mannesmann mit 115,13 bis 114,50 (114,65), Otavi mit 42,65 bis 42,25 bis 42,40 (42,65). Von chemischen Papieren IG.-Farben 174,75 bis 174,50 (174,50), Rütgerswerke 138,50 bis 138 (138), Scheideanstalt mit 274 (273,50) und Goldschmidt mit 118 (117). Kunstseide Aku gaben von 93,75 auf 93,25 (93,90) nach, Bemberg 1 v. H. höher mit 96,50. Im übrigen wichen die Kurse um etwa 0,25 bis 0,75 v. H. nach beiden Seiten ab. Am Einheitsmarkt zogen Großbankaktien noch etwas an, Comerzbank 101,50 (101), DD-Bank 104.25 (104), Dresdner Bank 104,50 (104,25); Frankfurter Hyp.-Bank blieben gesucht. Taxe 100 (l. K, am 6.10. 95,75). Von Industrie- papieren Verein. Glanzstoff 210 (207), Linde's Eis 164 (163). Der Rentenmarkt lag ruhig bet für deutsche Werte behaupteten Kursen. 6proz. IG.-Farben 1 v. H. höher mit 132,25. Von Auslandsrenten blieben Ungarn Gold mit 13,50 behauptet. Im Freiverkehr wurden Poung-Guldenanleihe mit 87,50, dann i 87,13 und 6proz. Dollar-Preußen mit 73,75 umge- fetzt. Von Aktien Leder Rothe Stamm 96,50 bis 97 50 (95).
I U. a. notierten: Altbesitz 117,65, Reichsbahn-VA. i 125,75, 6proz. IG.-Farben 132,25, 1913er Ungarn 111.25, 4proz. UngarnGold 13,50, 4proz. Rumänen , 7.70. 5pro,3. ©olbmerifaner 15,25, Commerzbank 101,50, DD-Bank 104.25, Dresdner Bank 104.50, j Mannesmann 115,13 bis 114.50, Otavi 42,65 bis 42.25 bis 42 40, Rheinftahl 152,75, Stahlverein 118 90 bis 118 65. Aku 93.75 bis 93,25, AEG. 38,25, MAN , 116.50, Bekula 162.50. Bemberg 96 50, Daimler 121, | Scheideanftalt 274, IG.-Farben 174.75 bis 174,50, , Ntnshschrnidt 118, Holzmann 132, Muag 119.25, RWE. 140 50, Rütgerswerke 138 50 bis 138. Schuk- kert 160. Glanzstoff 210, Aschaffenburger Zellstoff 139,50, AG. für Verkehr 119,50.
frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 8. Okt. Auftrieb: Rinder 186 (gegen 54 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 73 (—) Ochsen, 10 (3) Bullen, 40 (38) Kühe, 63 (13) Färsen. Kälber 558 (623), Hämmel und Schafe 187 (260), Schweine 221 (311). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 1. Oktober —). Bullen a) 41 bis 43 (43). Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 33 (30 bis 33), d) 25 (25). Färsen a) 41 bis 44 (44), b) 37 bis 40 (40). Kälber a) 69 bis 75 (68 bis 75), b) 61 bis 68 (59
bis 67), c) 54 bis 60 (50 bis 58), d) 42 bis 53 (40 bis 49). Hämmel b2) 56 bis 60 (53 bis 60), c) 45 bis 55 (45 bis 52), d) 40 (38 bis 44). Schafe e) 45 bis 54 (40 bis 50), f) 35 bis 44 (30 bis 39), g) 25 bis 32 (— . Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber langsam, ausverkauft. Hämmel und Schafe belebt, ausoer» kauft.
Schweinemarkt in Buhbach.
* Butzbach, 8. Oktober. Aus dem heutigen Schweinemarkt standen 730 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel bis 12 Mk., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 12 bis 18 Mk., über 8 Wochen alte Ferkel bis zu 25 Mark. Das Handelsgeschäft verlief flott, es verblieb geringer Ueberftanb.
Rhein-mainische Schlachtviehmärkte.
An den Rhein-mainischen Schlachtoiehmärkten haben die Zufuhren an Schweinen in der abgelaufenen Woche einen leichten Rückgang auf 4515 (5859) Stück erfahren. In den letzten Wochen haben den Viehmärkten hauptsächlich Schweine aus den Mastlieferungsverträgen zur Verfügung gestanden, die seit Beginn des Monats wegfallen. Das Schwergewicht des Auftriebs verlagert sich mehr und mehr auf die freie Erzeugung. Mit reichlicherer Beschickung von Schweinen kann in den Monaten November-Dezember gerechnet werden. Es muh aber gesagt werden, daß die Auftriebskurve gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres schon jetzt erheblich steiler angestiegen ist. In Frankfurt standen 2558 (3807), in Mainz 699 (966), in Wiesbaden 870 (682) und in Darmstadt 388 (404) Stück zum Verkauf. Die Qualitäten waren in Frankfurt, Mainz und Darmstadt mittel, in Wiesbaden gut. Die Schweine wurden den Metzgern zugeteilt. Nach Frankfurt und Darmstadt wurden zum Ausgleich noch zusätzlich geschlachtete Schweine geliefert.
Dagegen hat der G r o ß v i e h m a r k t eine ganz ansehnliche Vermehrung des Auftriebs erfahren. Mit dem Fortschreiten der Jahreszeit und im Hinblick auf die plötzlich kalte Witterung hat sich der Abtrieb von den Weiden stark beschleunigt, so daß an den Schlachtoiehmärkten die Versorgung mit Rindern völlig ausreichend ist. Daher hat sich der Reichsnährstand veranlaßt gesehen, durch die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft die im Februar angeordnete Einschränkung der Rinderschlachtungen und Rindfleischumsätze auf 60 v. H. in der Weise abzuändern, daß mit Wirkung vom 1. Oktober der Prozentsatz auf 80 o. H. heraufgefetzt wird. Insgesamt standen 1371 (789) Rinder zum Verkauf. Auf Frankfurt entfielen 1011 (613), auf Mainz 213 (127), auf Wiesbaden 147 (49) Stück. Die Qualitäten waren mittel bis gut. Das Großvieh wurde den einzelnen Metzgern zugeteilt.
2Iuf den Kälbermärkten machte sich die ab 1. Oktober eingeführte Kontingentieruna der Kälberschlachtungen in einem weiteren Nachlassen der Auftriebe bemerkbar. Da auch die Nachfrage eine Verminderung erfahren hat, blieb die Marktlage ziemlich unverändert. Die Preise gaben bei mittleren bis guten Qualitäten weiter etwas nach. Der Marktverkauf war mittel, in Frankfurt langsam, die Märkte wurden aber geräumt. Der Gesamtauftrieb betrug 1557 (1808) Tiere. Frankfurt- 960 (1171), Mainz 201 (203), Wiesbaden 280 (290), Darmstadt 116 (144).
Die Auftriebe zu den Schafmärkten blieben stark unter denen der Vorwoche. Insgesamt standen 389 (728) Tiere auf dem Markt, davon entfielen auf Frankfurt 317 (600), auf Mainz 1 (3), auf Wiesbaden 31 (48) und auf Darmstadt 23 (28) Tiere. Im Hinblick auf den Eintopf-Sonntag hat sich die Nachfrage wieder etwas belebt, in Frankfurt konnten die Preise wieder leicht anziehen. Die Qualität war gut.
Die Industrie- und Handelskammer Gießen
gibt Auskunft: 816: Italienische Richtlinien für dis Zulassung privater Austauschgeschäfte. — 817: Anwendung der französischen Einfuhrkontingentierung auf Mustersendungen von Reisenden. — 818: Das Landesfinanzamt Darmstadt (Devisenstelle) hat in einer Rundverfügung mitgetilt, daß der zum 6. jeden Monats auf Formblatt VI zu erstattenden Meldung über die im abgelaufenen Monat auf Grund einer allgemeinen Genehmigung geleisteten Zahlungen zukünftig — erstmalig bereits für die zum 6. Oktober einzureichende Meldung — eine besondere Aufstellung beizufügen ist, in welcher die insgesamt für die verschiedenen Zwecke geleisteten Zahlungen — in Reichsmark umgerechnet — jeweils in einer Gesamtsumme auf einem besonderen Vordruck ausgewiesen werden. Der Vordruck ist rechts- verbindlichlich zu unterschreiben. — 819: Auskunft über zweckmäßiges Verfahren bei der Nachweisung über den beförderungssteuerpflichtigen Werkfernverkehr.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt a. Ul. |
Berlin
Schluß- kurs
Schlußk. Abend- bärse
Schlußkurs
Schlußk.
Mittag, börse
Datum
7.10-
8-10.
7.10
8.10.
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
101,4
101,4
101,4
101,4
4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5%% Doung-Anleihe von 1930 .
98,4
98,4
98,25
98,13
103,5
103,4
103,25
103,25
Deutsche Ant.-Ablös.» Schuld mii
Auslos.-Rechten ............
117,5
117,65
117,5
117,75
*Vi% Deutsche Reichspostschatz an
Weisungen von 1934, 1.......
—
——
100
100
4*4% ehem. 8% Hessischer Bolls
ftaat 1929 trückzahlb. 102%) ..
98,5
98,5
98,75
—
*yx% ehem. 8% Hessische Landes
baut Darmstadt Gold R. 12...
97
97
97
51/2% ehem. 4%% Hess. Landes
Hypothekenbank DarmstadtLiau.
100,5
100,5
—
—
4*/2% ehem. 8% Darmst. Komm
Landesb.Goldschuldverichr. R.k
93,25
93,25
—
Oberhesjen Provinz-Anleihe mti
Auslos.-Rechten ............
—
—
——
—
Deutsche Komm. Sammelabl. An
leche Serie 1 mit Auslos.-Rechten
122,65
123
122,75
123
4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
97
97
_
—
6%% ehem. 4'/2% Frankf. Hyp.
Bcmk-Liqu.-Pfandbriese......
100,5
100,65
_
6*4% ehem. 4*/,% Rheinische
Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ...
100,75
100,75
100,65
100,75
4*4% ehem. 8% Pr. Landespfank
briefanstalt, Pfandbriefe R. 19
4Yi% ehem. 7% Pr.Landespfank
97,5
97,5
97,5
97,5
briefanst., Gold Komm. £)bl. 20
98
95
98
95
Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38
109,75
109,75
109,8
109,8
4% Oösterreichische Goldrente...
36
—
38,4
38
4,20% Oesterreichische Sicherrente
—
3,5
3,6
3,4
4% Ungarische Goldrente.......
14,3
13,5
14,3
13,5
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
12
11,75
11,75
10,65
4*4% desgl. von 1913..........
12,5
11,25
12,1
11,75
6% abgest. Goldmexikaner von 99
—
15,25
15,4
15,2
4% Türkische Bagdadbahn-Anleche
Serie l.....................
—
-—
—
—
Frankfurt a.M. Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abend- börse
Schlußkurs
Schlußk. Mittag- börie
Datum
7.10.
8 10
7.10
8.10-
4% oeegi. Sene u ...........
—
—
—
.—
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903
9,05
8,8
9,15
8,9
4^%Rumän.vereinh.Rentev.löl3
13,3
13
13,25
13
4% Rumänische vereinh. Rente
2 y4% Anatolier ............
7,75
7,7
7,7
7,5
43,25
42,75
42,25
Hamburg-Amertka-Paket .....
0
16,75
16,13
16,25
16,25
Hamburg-Südam. Dampfschiff.
0
—
—
39,5
39,5
Norddeutscher Lloyd .........
0
17
16,5
16,4
16,25
A.G. für Berkehrswesen Akt. ..
0
119
119,5
119
119
Berliner Handelsgesellschaft ...
6
123,25
123,25
124
Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto.
4
100,75
101,5
100,75
101
Gesellschaft................
4
102,75
104,25
102
104
Dresdner Bank..............
4
102,75
104,5
102
104,25
Reichsbank ................
12
191,75
192,5
191
193,75
A.E.G......................
0
37,65
38,25
37,75
38,4
Bekula.....................
8
160
162,5
160,13
162,75
Elektr. Lieferungsgesellschaft...
6
132
132,25
131,5
131,5
Licht und Kraft .............
7
159,75
160
160
161,5
Felten & Guilleaume.........
4
138
138
137
138,75
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6
144,5
144,5
144
145
Rheinische Elektrizität ........
6
130,25
132,5
130,5
133
Rhein. Wests. Elektr..........
6
139,4
140,5
139,65
140,75
Schuckert LCo...............
6
159
160
158,5
160,5
Siemens & Halske............
8
196,9
199
198,75
202,5
Lahmeyer&l£o......... ....
7
151,5
151,75
151
151,5
Buderus ...................
118,25
118,5
118
118
Deutsche Erdöl ..............
4
142,5
143
142,5
142,65
Haroener.................
Hoesch Eisen—Köln-Reuessen ..
Ilse Bergbau ...............
Ilse Bergbau Genüsse........
Klöcknerwrrke ...............
€
6
3
145,5
1 116,5
142
125,5
147
118
142,5
125,25
145,5
116,4
179,5
142
125
147
118
181
142,75
125,25
ManneSmann-Röhren........
3
113,4
114,5
112,5
114,65
Frantturi a. M.
Berlin
Schluß- kurs
Schlußk. Abendbörse
Schluß- kurs
Schlußk. Mittagbörse
Datum
7.10.
8 10.
7.10
8.10.
Mansselver Bergbau.......
eyt
—
159,75
158
159,75
Kokswerke ................
.. 6
—
—
138
138,25
Rheinische Braunkohlen ....
12
230,75
232
231,25
231
Rheinstahl ................
.. 4
150,25
152,75
150,75
152,5
Vereinigte Stahlwerke......
8*4
117
118,65
116,75
118,9
Otavi Minen .............
.. 0
40,25
42,4
40
42,65
Kaliwerke Aschersleben......
.. b
131
132
130
132,25
Kaliwerke Westeregeln......
.. 6
129
132,5
129,75
132,75
Kaliwerke Salzdetfurth.....
?y,
184
184
184
184
I. G. Färben-Industrie.....
.. 7
173
174,5
173
174,5
Scheideanstalt.............
.. 9
273
274
—
—
Goldschmidt ..............
.. 5
118
118
118
117
Rütgerswerke .............
.. 6
137,75
138
137,25
138
Melallgelellschaft...........
.. 5
143
145
143,25
Philipp Holz mann.........
.. 4
131,9
132
131,5
132,4
Zementwerk Heidelberg ....
.. 7
155
156
-
-
Zementwerk Karlstadt.......
.. 6
156,5
156,5
-
-
Schultheis Patzenhofer .....
.. 4
—
—
106,4
106,75
Aku (Allgemeine Kunstseide)
.. 0
93,13
93,25
94,5
93,9
Bemberg.................
.. 6
97,75
96,5
98
95,5
Zellstoff Waldhof ..........
.. 6
159,5
163,5
159,25
162,4
Zellstoff Aschaffenburg .....
.. 0
137
139,5
136,5
137,9
Dessauer Gas .............
.. 7
——
——
115,4
115,25
Daimler Motoren..........
.. 0
120,75
121
120,25
121,75
Deutsche Linoleum.........
.. 8
169
169
169,5
OrensteinL Koppel ........
.. 0
—
—
88,25
89
Westdeutsche Kaufhof.......
.. 0
56
56,75
55,65
56,75
Chade....................
.. 9
427
430
427
432
Accumulatoren-Fabrü......
. 12
——
—
200
200
Conti-Gummi.............
. 11
174
173,5
173,75
174
Grttzner..................
.. 0
32,9
32,75
33,13
33
Mainkraftwerke Höchst a.M..
.. 4
96
97
-
-
Süddeutscher Zucker .......
. 10
208,5
210,75
212
212
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL
7 .Oktober
8 .Oktober
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld | Brle'
Jueno» tilui
0,692
0,696
0,691
0,695
Brüssel ...
41,86
41,94
41,90
41,98
Rio de Ian.
0,145
0,147
0,145
0,147
Sofia .....
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen
54,41
54,51
54,33
54,43
Danzig ....
47,04
47,14
47,04
47,14
London....
12,185
12,215
12,165
12,195
Helsingfors.
5,375
5,385
5,37
5,38
Paris .....
11,63
11,65
11,62
11,64
Holland ...
132,22
132,48
132,65
132,95
•Italien ....
13,09
13,11
13,09
13,11
zavan .....
0,712
0,714
0,711
0,713
Jugoslawien
5,654
5,666
5,654
5,666
Oslo.....
61,24
61,36
61,14
61,26
Wien......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon...
11,07
11,09
11,06
11,08
Stockholm..
62,83
62,95
62,72
62,84
Schweiz ...
57,34
57,46
57,25
57,37
Spanien...
26,97
27,03
26,97
27,03
Prag......
—
——
Budapest ..
——
—
_
Reuyork ...
2,489
2,493
2,489
2,493
Bantnoten.
Berlin,8.Oktober
®eI5
Ärles
Amerikanische Noten..............
2,451
2,471
Belgische Noten..................
41,76
41,92
Dänische Noten .................
54,17
54,39
Englische Noten .................
12,14
12,18
Französische Noten...............
11,57
11,61
Holländische Noten...............
132,30
132,84
Italienische Noten................
—
—
Norwegische Noten ..............
60,98
61,22
Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling
—
Rumänische Noten...............
—
—
Schwedische Noten...............
62,55
62,81
Schweizer Noten.................
57,10
57,32
Spanische Noten.................
25,95
26,05
Ungarische Noten................


