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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Nr. 2^1 Zweites Blatt
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Gloria-Palast
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ZU erpr-ssen^ Dennoch Obrm 9,^ Dossi eine ihr,lNch'^llm°hlich de. unwtu
Am Montag, 12. Oktober, beginnen wir in den Kamilienblättem mit einer neuen großen Erzählung: Wilhelm Schäfer, Meister des Wortes zumal der Anekdote und Novelle, gibt hier den dichterischen Bericht jener Halsbandgeschichte, welche als ein erregendes und höchst abenteuerliches Doi-spie' der französischen Revolution gelten kann. Schäfer wollte nich< einen historischen Roman schreiben,sondern ein Stück Weltgeschichte auf seine Weise erzählen, und wir folgen seiner Schilderung aufs äußerste gespannt und gefeffelt w e einem funkelnden Theaterspiel in großer historischer Szenerie.
Wie oft habe ich nun schon aus Deutschland hören müssen, wie sehr man mich um diese Reise beneidet. Ein besonders Ausdauernder schrieb mir einen ganzen Roman, wie er sich das Zauberland der Tropen vorstellt. Nichts hatte er vergessen, we- die die strahlende Sonne, noch die geheimnisvollen Wälder voller Tiger und Affen, die wogenden Palmen und die braunen Menschen. Bei der Beschreibung der Malaien konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß jener Schlagertext Pate gestanden hatte, in dem es heißt „Zn Java sind die Mädchen braun". Nach einer Reise durch den Busch, während der es in Eimern goß, so daß das Auto in kurzer Zeit bis über die Achse im Wasser stand und wir keinen trockenen Faden am Leibe hatten, erzähle ich ihm, daß er am Tage, ohne ins Wasser zu fallen, ebenso naß sein könne, weil das Thermometer die unangenehme Eigenschaft hätte, auch des Nachts nicht unter die in Europa schulfrei machende Temperatur zu sinken, daß die Tiger durchaus nicht durch die Straßen liefen, sondern feige flüchten, eine Fahrt im Sommer schmutziger macht als in Süditalien, und daß es unter den wippenden Palmen soviel Moskitos und Kakerlaken gäbe, daß man auch noch im Bett reichlich Beschäftigung habe. Auf jener Fahrt schrieb ich ihm aber, daß er in seinem Leben etwas versäume, wenn er diese Reise nicht machen könne. Za, so leicht läßt die Südsee vergessen.
Am Morgen des nächsten Tages lagen mir still. An der Küste konnte man auch mit dem Glase nichts als einen dichtbewachsenen Strand entdecken. Und doch kämpften sich Boote durch die Dünung zu uns hindurch: Schwere Brander und voll beladen. Sie brachten Fracht, fünfzig Kilo schwere Teekisten und Säcke mit Kaffee. Wie überall an der Westküste von
Ankunft in Batavia fuhren wir morgens in einen wildzerrissenen Archipel ein. Er brachte uns wieder in Erinnerung, daß hier einmal eine gewaltige Dulkaneruption die Landbrücke zwischen Sumatra und Zava zerstört hat. In einer nicht allzu großen Entfernung passieren wir em niedriges Inselchen. So harmlos es auch aussieht, das Eiland hat einmal buchstäblich die Welt erschüttert. Es ist der Krakatau. Seit dem 17. Jahrhundert hatte er ein ruhiges Dasein geführt. Sogar einige Menschen siedelten sich auf ihm an. Plötzlich, im Jahre 1883, explodierte die Insel mit einer in der modernen Zeit bisher nicht erlebten Gewalt. Die Explosion hörte man bis nach Mittelaustralien und ' Madagaskar, fast 5000 Seemeilen weit. Der Aschenregen verdunkelte mittags um 12 Uhr selbst das einige 100 Kilometer entfernt liegende Buitenzorg so, daß die Hühner in die Ställe gingen und die Hähne krähien als es wieder hell
Uraufführung unbekannter Lieder aus Hugo Wo'ts Nachlaß
Augen, doch wer von ihnen hätte verhehlen können, daß ihm der etwas schwerfällige, aber dem behäbigen pommerschen Sinn der Stralsunder wohl anstehende Fährbetrieb über den Strela- sund ans Herz gewachsen war! Seit mehr als vierzig Jahren hatten die gewichtigen breitbauchigen Fährschiffe der Reichsbahn und die schlankeren, flinkeren Kutter des Personenfähroer- kehrs den Verkehr über den Strelasund vermittelt, hatten ein Bild regen Schiffs- und Küstenoerkehrs auf dem Wasserband abgegeben, der die Insel Rügen
erschienen. r .
Obwohl die Uraufführung dieser neuen Lieder ursprünglich in Wien stattfinden sollte, ist es der NS.- Kulturgemeinde gelungen, elf Stücke für die Erstaufführung in Berlin bereitzustellen. In einer Sonderveranstaltung der Berliner Konzertgememde sang Gerhard H ü s ch, am Flügel von Hans Udo Muller begleitet, mit seinem beseelten, pfleglich behandelten Bariton die Gesänge für Männerstimme nach Gedichten von Lenau, Körner, Paul Günther, Mat- thison, Robert Neinick, Platen und Eichendorff. Der Ordinarius für Musikwissenschaft an der Berliner Universität, Professor Arnold Schering, würdigte den gesamten Fund in einem weitausholenden Vortrag nach der entwicklungsgeschichtlichen, musikalischen, psychologischen und dichterischen Seite.
Die Bedeutung der neu gewonnenen Lieder besteht vor allem darin, daß sie uns einen Einblick in das Schaffen Wolfs während der Jahre 1876—1883 ermöglichen, aus denen bisher nur unverhältnismäßig wenige Lieder bekannt sind. Sie zeigen den jungen Wolf im Ringen um den eigenen Ausdruck. Die Verbindung zu Schumann, Schubert und Wagner wird deutlich. Noch schwankt seine Haltung zwischen den verschiedenen Möglichkeiten, die Erlebnisbedeutung der Dichtung musikalisch darzustellen. Auch die Klavierbegleitung weist viele Ungereimtheiten auf die auf Wolfs Kampf mit dem Tonsatz hmdeuten. Aber auch in diesen frühen Liedern zeigt sich schon seine besondere Fähigkeit, den Worten des Dichters nach- zuqehen. So hattet ihnen ein hoher entwicklungs- 'geschichtlicher Reiz an. Jac-
Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Alfred Schulze, Honorarprofessor für romanische Philologie, insbesondere für altfranzösische Sprache und Literatur an der Universität Marburg, vollendete fein 75. Lebensjahr. Prof. Schulze stand von 188o bis 1926 im Bibliotheksdienst: 1922 wurde er zum .Honorarprofessor an der Marburger Unmerfi.af ernannt. Von seinen Arbeiten sind zu nennen die Untersuchungen über den altfranzosischen Fragesatz, über die Predigten des heiligen Bernhard, sowie
*..... "> der romanischen Philologie.
mit Dossi befreundeten Managers und Korrepetitors. — (Jtala-Film: Syndikat.)
wurde. Selbst über Südeuropa ging der Aschenregen nieder. Durch den Ausbruch wurde das Meer in Bewegung gesetzt. Gewaltige Flutwellen, die man zweimal um den Erdball verfolgen konnte, ergossen sich nach Java und Sumatra hinein, warfen Ozeanschiffe weit ins Land und rissen an die 36 000 Menschen ins Grab.
Gegen jede Ueberlegung waren wir daher zufrieden als wir in die Javasee einbogen, zahllose malaiische Hochsegler an uns vorbeifahren sahen, die lieblichen und doch tückischen Tausend-Eilande passierten und schließlich über dem Horizont die Quaianlagen von Tand jong Priok, dem Hafen von Batavia auftauchen sahen. Zu spät kam uns zum Bewußtsein, daß wir auch Sumatra verlassen haben, jene gewaltige Natur, die noch immer, aber vielleicht glücklicherweise unbekannt im Vergleich zum lieblichen Java geblieben ist.
Im Sonderzug Stralsund—Berlin, Oktober.
Diele Gäste von der deutschen und skandinavischen Presse, die die Einladung der Deutschen Reichsbahn- gesellschaft zur feierlichen Inbetriebnahme der Rügendamm-Bahn im Sonderzug nach Stralsund vereinigte, hätten sich einen dieser goldenen Oktobertage gewünscht, die noch einmal vor dem Blätterfall alle Glut und Farbe des spaten Sommers in sich verkörpern. Hatte doch für die Landratten unter uns diese Fahrt neben ihrem eigentlichen Anlaß noch den besonderen Reiz, den das Meer und die Küste auf jeden ausübt, der ihre Schönheiten nur selten genießen darf. Aber der Himmel wollte es anders. Nach den ersten Morgensonnenstrahlen trübte es sich ein, und wir verließen in Stralsund den Zug mit dem Gefühl stiller Dankbarkeit für die gute Eingebung, die uns einen Wintermantel verfrüht aus dem Schrank nehmen ^Vielleicht paßte auch der trübe Himmel besser zu der mit einer leisen Wehmut gemischten Freude, in der die alte Hansestadt Stralsund wieder einmal den Uebergang zu einer neuen Epoche und den Abschied von vertrautem Altem beging. Zwar leuchtet'e allen Stralsundern der Stolz auf die neue große G e m e i n s ch a f t s l e i st u n g aus den
Im Beiprogramm sieht man neben der Ufa- Wochenschau einen Kulturfilm mit schönen Bildern aus dem Berchtesgadener Land. hth.
Erinnerung an die Schlacht von Waterloo.
Der Historiker Lucien L a u d y richtete kürzlich eine Eingabe an die belgische Regierung, die berühmte Farm von Hougomont auf dem Schlachtfeld von Waterloo vor dem Verfall zu bewahren. Laudy hat festgestellt, daß das Dach des Farmhauses sich in schlechtem Zustand befindet: ein Giebel droht einzustürzen. Erneuerungsarbeiten sind daher dringend notwendig.
Die Farm von Hougomont war der Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen den Engländern, die sich dort verschanzt hatten und den Franzosen, die vergeblich versuchten, die Stellung zu stürmen. Auf beiden Seiten gab es 6000 Tote. Jahrelang wurde den Besuchern im Hof des Farmhauses ein Brunnen gezeigt, in dem 300 Leichen versenkt sein sollten. Das war jedoch eine Legende, da alle Toten innerhalb des Grundstücks oder nahe dabei beerdigt worden waren. Ein Schloß, das ganz in der Nähe lag, wurde von den französischen Kanonen völlig zerstört. Nur die Kapelle blieb verschont. Vor sechs Jahren wurde sie' auf Antrag der Offiziere der britischen Regimenter, die damals hier kämpften, wieder hergestellt. Nach dem Gesetz vom März 1914 ist das ganze Schlachtfeld von Waterloo als Nationaleigentum erklärt worden. Es dürfen keine Neuerungen, die den Anblick verändern, vorgenommen werden, keine Gebäude dürfen errichtet werden, und auch das Pflanzen hoher Bäume ist verboten. Die Regierung ist verpflichtet, die notwendigen Reparaturen ausführen zu lassen.
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Professor Dr. Klenk, Ertraordinarius für physiologische Chemie an der Universität Tübingen, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Köln ernannt worden.
Sumatra, Padang und Sibolga ausgenommen, kann der Dampfer nur weit draußen liegen, und es ist eine mühsame Arbeit, Hunderte, ja Tausende von Tonnen aus den Brandungsbooten zu laden. Nicht selten kommt es vor, daß die Schiffe einen Tag lang warten müssen, ehe die stets schwere Grundsee sich einigermaßen beruhigt. Aber diese Malaien hier sind tüchtige Seeleute. Nicht umsonst haben sie die Küsten der zweitausend Kilometer langen Insel von der Größe Deutschlands umschwärmt, sind selbst im britischen Malakka herrschende Fürsten geworden. Anders auch als die etwas schwerfälligen Javaner sind sie rasche Arbeiter. Die schweren Säcke fliegen nur so auf das Kranseil des Schiffes und schnell sind die Boote leer. Dazwischen haben sie immer noch Zeit, sich lachend um ein Stück zugeworfener Schokolade zu balgen oder ihren in Bambusstöcke gepreßten Reis zu essen. Und das alles für vielleicht zwei Quartje, 50 Cent, am Tag.
Der Ort dieses ersten Morgens heißt Jndra- p o e r a. Heber den wenigen Hütten, die man schließlich noch entdeckt, steht der höchste Berg des malaiischen Archipels, der Peak von Korintii. Wie fast alle Berge hier, ist auch er mit seinen beinahe 3900 Meter ein erloschener Vulkan. In den Wäldern an seinen Flanken gibt es neben zahlreichen Tigern noch viele Elefantenherden, sehr zum Schrecken einiger Pflanzer, die immer wieder hunderte von herausgerissenen Bäumen oorfinden.
Tags darauf sind wir in B e n k o e l e n. Hier trudeln wir vierzehn Stunden in der Grundsee. Erst spät abends können wir die hundert Passagiere an Bord nehmen, darunter einen siebzigjährigen deutschen Gelehrten, der mit der Elastizität eines Jünglings an Bord springt. Er vervollständigt die Jnternationalität unseres Decks noch, wo unter zwanzig Weißen nicht weniger als vier Nationen vertreten sind: Holländer, Deutsche, Engländer und Australier. Benkoelen ist lange englisch gewesen ; und wurde erst spät mit dem damals noch holländl- - schen Singapore ausgetauscht. Noch heute steht i dort das alte englische Fort
Je näher wir der Sundastraße tarnen, desto niedriger wurde das Gebirge. Am Tage unserer
Besinnliche Weltreise
Von unserem E. M -Sonderberichterstatter
Kleine Wehmut und große Hoffnung
Festlicher Tag und stille Erlebniffe im »nordischen Venedig".
Don unserem nach Stralsund entsandten Sonderberichterstatter Dr. Vuresch.
x.
Von Sumatra nach Zava
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Batavia, im September 1936.
Aus der Straße zwischen Padang und seinem Hasen Emmahaoen herrscht lebhafter Verkehr, erstaunlich stark für Sumatras Westküste. Je näher wir dem Ort kommen, desto dichter wird das Gedränge. Hunderte von Sados, den ponybespannten, überdachten, zweirädrigen Pferdedroschken sind links und rechts der Straße aufgefahren. Am Quai selber steht eine unübersehbare Menschenmasse: Buntgekleidete kokette Frauen, wunderschön anzuschauen in ihren zarten und anmutigen Bewegungen, dazwischen Männer in schneeweißen Anzügen und mit dandyhaft schräggesetzten Fezmützen. Nur mühsam kommen wir zu unserem Dreitaufendtonner, auf dem in allen Decks gleichfalls dichtes Gedränge herrscht Das Schiff liegt schief, so traubendicht hängen die Menschen an der Landseite.
Was ist hier los? Sonst sind es doch nur einige Dutzend Fahrgäste, die hier auf dem Dampfer warten. Bald erfahren wir, daß viele Kulis, deren Vertrag abgelaufen ist, nach Java zu- rückkehren. Aber auch zahlreiche junge Malaien fahren zum Ende der Ferienzeit auf die Schule nach Batavia. Wohl an die sechshundert Zwischendecker mögen wir haben. 15 Gulden kostet die viertägige Reise und die, die auf Veranlassung der Regierung fahren, zahlen nur die Hälfte. Im Preise inbegriffen ist Reis und Sambal, jene scharfe Würze, gegen die spanischer Pfeffer wie sanfter Frühlingswind wirkt.
Aus dem Deck haben die Passagiere schnell ihre leichten Feldbetten, Matrazen und Liegestühle aus- geschlagen. Kaum ein Quadratmeter ist unbelegt, und man hat Mühe, sich einen Weg zum Heck zu bahnen. Ich bin in den Tagen der Reise oft durch die Decks gewandert. Nie sah ich einen Blick forschender Zurückhaltung. Stets begegnete ich lächelnden Mienen oder jungshastem Uebermut, der nur bei bewegter See in ein schmerzliches und hilfesuchendes Kinder
gesicht umschlug. K^in Wunder, daß wir unter den Malaien die angenehmsten Passagiere besahen.
Es ist kurz nach fünf Uhr, als wir die weite Bucht von Emmahaven verlassen, die so riesengroß ist, daß eine ganze Handelsflotte darin Platz hat und wo trotzdem nur selten ein Dampfer anlegt. Die Küste ist steil und zerrissen. Von fernher leuchten im Abendhimmel tiefblau die Bergriesen des Padangschen Bovenlandes mit dem Singalang und dem Merapi, das Massiv von Loeboek Selassi und später der Ophir herüber. Aus den Kokospalmen am Strande steigen Rauchsäulen empor und zeigen die zahlreichen dort liegenden Fischerdörfer an.
Das Meer ist spiegelglatt. Langsam fahren w:r an den Fischerprauhen vorüber, die gegen Abend immer zahlreicher werden. Heber das ölglatte Wasser hu'chen nur fliegende Fische dahin, die hier eine, uns bisher unbekannte Größe erreichen. Als wir die Bucht dann verlassen,-liegt plötzlich das immer wieder bezaubernde Schauspiel eines Tropensan- nenunteraangs vor uns, der Himmel und Meer in eine Sinfonie von bizarrsten Farbenzusammen- stellungen taucht, die bisher noch kein Maler festgebalten hat, weil sie sich von Sekunde zu Sekunde ändert. _
(fine Stunde später ging der nur für die L>ud- fee eigentümliche Mond auf: Riesenhaft und wie die vhotographische Platte hart in schwarz und weih mnfpnb Die Brise, aus der Fahrt des Schisses entstehend, ist kühl, und schweigend liegt m unserem Europäerdeck alles in den Stühlen. Don unten tönt Musik herauf, seltsam schwermütig trotz ihres stellenweise lebhaften Tempos. Man hort die Instrumente deutlich hindurch und die Stimmen gegen unsere Gewohnheit sie gewissermaßen nur begleitend. __________ __
>rflnüBun9?lof“ls. gr^ Schöps zu einer von echtem Gesühl ergriffenen
bem traurig skrupellosen Maria zu entwickeln. Ausgezeichnet, wie immer,
______ 1 unL erhalten sich an Dossi Harald Paulsen als der zynische 9ef$™£l9s .Freunde" Michel den Austr 9 e h Augenblick brutale Erpresser Michel — em wahrhaft abstoßen-
Jrnnnimachen, um chn lm 9k. 9^ des Subjekt, dem em Charakter wie Dossi ohne wel
i eine Hefe teres aufgeliefert sein muhte. Gut "nd oerstand- unwürdigen nisvoll auch Paul Henckels m der Rolle des
Durch Sichtung des Nachlasses von Hugo Wolf ist es gelungen, 37 bisher unbekannte Lieder Wolfs ans Tageslicht zu ziehen. Die Sorglosigkeit, mit der der Komponist seine Manuskripte behandelte, aber auch die Heberzeugung von der mangelnden Reife mancher Frühwerke, verschlug viele Zeugnisse
Nach bem „Kaiser con Kalifornien" und dem । lernten wir jetzt den dritten der auf <
5"XftM«u in Venedig , börfn't ehrenvoll preisgekrönten deutschen Mime । fnbntaD“"ihr S'"auiid.
MWMLSZ Deutschland^Aelt- d Leistung der entschei- von ferner Persönlichkeit u , fonnte j0
benbe Eindruck des plychalagifch. dar-
wie er die Figur dieses 9 musikalisch ersul- stellerisch und vor alle berühmten,
len und ausschopfen. Er ipieit ein überall umjubelten Sa"9erjario Einern einzigen reift mit feinem 3mpr 1 i aUcn Son, Freunde, durch d« Welt r . erntet Ruhm und zerten unbeschreibliche Triumph einmal im
(Selb. Aber er ist auf bem Moni-
Jahre fährt er no<f) $«> . » begraben liegt, martre-Friebhof bie eilW i? verloren bat: die er geliebt und alsJe ne o in ber kleinen Maria. Ihr zum Gebachtn o IW Besucher darf Kapelle das Ave Mana kern (t*
diese Feier stören. Wer emes, die sich obenauf dem Friedhof - ne 0 r , gaIb eine fehr trau= falls Mana nennt » * " hier aus bem rige unb rührselige Gesch chw den fie je geliebt Friedhof ruhe der einzige Menj. Geschichte
habe, ihr Bräutigam Es fern j|)r fofort (mit vertauschten Rollen) er {ft; er kann ja gutmütig und weltfremd ^gene Geschichte
nicht ahnen, daß es erne scham^ dieses Mädchen
ist die ihm da ausgetlsch w (jubelte, genannt Ä »" 'S
SÄ.S8ÄÄW- wwsjHte Sönoors erfahren und "on
Der Jtiiqenbamm wurde für den Eisenbahnverkehr eröffnet. Hier sieht man den ersten Zug mit Fahrgasten aus Schweden und Norwegen bei Altefähr während der Fahrt Uber den Rugenbamm in Richtung ö 1 Stralsund. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
I Spiels schämt und am Ende heimlich auf und da-
Ave Maria" ............K!-
von will. Als der Impresario die Verlobungsanzeige des Freundes erhält und ihn bestürzt von seinen Heiratsabsichten abbringen will, ist es schon zu spät: Michel erscheint gleichzeitig bei Dossi und erschwert mit schonungsloser Brutalität das geliebte Marienbild. Claudette flieht verzweifelt und erwacht als Opfer eines „Verkehrsunfalles" im Krankenhause. Michel war anständig genug, nachdem er feine „Abfindungssumme" erhalten hat, den Sanger wissen zu lassen, daß Claudette ihre Rolle oereut und ihn, von seiner Stimme und von seiner Gute bezwungen zuletzt wirklich aeli"bt habe. Dossi eilt zu ihr, und während er sein Marienlied singt und die blasse Gestalt im weißen Gewände auf sich zu- fommen sieht, weiß er, daß er nun endlich die zum zweiten Mal verloren geglaubte Maria wiederge- lllullu.Kl m-d
funben hat. — Dieses „Ave Mana wirb wunder- seiner Muse in Privatbesitz oder in das Dunkel voll gesungen, mit allem Schmelz und aller -Welch- ■ irqen^)n)e[cf)er Archive. Aus solchen stillen Winkeln heit, deren wohl nur ein italienischer Tenor fähig . eifi gunt) unbekannter Lieder in vier Heften ist; wenn einer, dann ist Gigli heute berufen und &cg Neuen Musikwissenschaftlichen Verlags (Wien) befähigt, die Tradition seines toten Landsmannes Caruso fortzuführen. Seine Glanzstücke sind dann die großen Verdischen Opernpartien, die übrigens nicht ungeschickt in die Handlung verwoben sind, aus „Traviata" und „Rigoletto", in denen er sein ganzes musikalisches und auch theatralisches Temperament einsetzen und ausspielen kann. Reizend wirkt eine in ihrer Heiterkeit bezwingende Kinderszene mit dem „Männlein im Walde", aber italienisch gesungen, ganz leicht und sehr fern von der Sentimentalität, die einer ähnlichen Szene in „Vergißmeinnicht" anhaftete. Dabei erscheint G i g l i auch mensch- lich sympathisch und darstellerisch, in seiner Gute, Gutmütiakeit unb Weltfrembheit, ganz auf den Charakter abgestimmt, der hier gegeben werden sollte. (Das Durcheinander von Italienisch und gebrochenem Deutsch unterstreicht noch den Eindruck ber Hilflosigkeit.) — Riemanns Regie wirkt sich rem filmisch in Glaubettes fiebrigen Traumvisionen im Krankenhause am ergiebigsten aus unb weiß un
i übrigen Licht unb Schatten, Spiel unb Gegenspiel ; geschickt unb wirkungsvoll zu verteilen. Als Clau- t bette hatte Käthe vonNagy bie schwierige, viel Takt t unb Wanblungsfähigkeit verlangenbe Aufgabe, sich > von einem orbinären unb raffinierten Tingeltangel-
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