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pflegen größtenteils unter dem Einfluß der Ge- memden sq stehen. Wir haben in Deutschland vier- undfunfzig größere Umschlagplätze und Hafenae- memden, bei denen jährlich etwa neunzig MU.

* n 1 n eA® u V r umgeschlagen werden. Hieraus ergeben sich weiter Beziehungen zwischen Gemeinde und Seeverkehr.

Das Verkehrswesen der Gemeinden hat also hohe wirtschaftliche, kulturelle und soziale Aufgaben au erfüllen. Auch an technischen und betrieblichen Son- oerleistungen wird es nicht fehlen, zumal, wenn in oen nächsten Wochen Millionen auswärtiger und ausländischer Gäste zur Teilnahme an der Olyrn- p i a d e in die Reichshauptstadt kommen. Das Stu­dium der großen AusstellungDie deutsche Ge- meinde" hinterläßt die feste Zuversicht, daß auch die hierbei an den Verkehr gestellten Höchstforderungen glatt erfüllt werden.

Joachim Boehmer.

Arbeitstagung desHandwerks

LPD. Frankfurt a. M., 8. Juni. Im Schu- mann-Theater fand eine Arbeitstagung sämtlicher anwesenden führenden Meister des Reichsstandes des deutschen Handwerks statt. Der Hauptamtsleiter für Hattdel und Handwerk, Dr. v. R e n t e l n , ging auf den staatspolitischen Wert des Handwerks ein Das Handwerk habe ein Erbe übernommen, das es verpflichte, es sauber an die kommenden Generatio­nen weiterzugeben. Voraussetzung für den wirt­schaftlichen- Erfolg sei, daß der deutsche Handwerker für die Gemeinschaft eintrete. Es sei für den Hand­werker eine Ehrenfrage, Qualitätsarbeit zu liefern. Eine weitere große Aufgabe des Handwerks fei die Erziehung der Jugend zu noch besseren Hand­werkern, die beste Erziehung sei aber die Meister­lehre.

Reichskommissar Dr. Wienbeck gab einen Ueberblick über die die Regierungsstellen und die Handwerksorganisationen gemeinsam angehenden Fragen handwerklicher Art. Er stellte dabei beson­ders Kredit und Beiträge, die Führerfrage, den Befähigungsnachweis und seine große Bedeu­tung für den weiteren Aufbau des deutschen Hand­werks, die Abgrenzung des Handwerks gegen an­dere Wirtschafts- und Berufszweige und die Ver­teilung öffentlicher Aufträge heraus. Wert und Be­deutung des Handwerks seien von solcher Wichtig­keit für das gesamte Volk, daß es auf die Mitarbeit jedes einzelnen ankäme. Mit den Wortenvorwärts und einig zum Wohl unseres Handwerks und Va­terlandes" schloß Dr. Wienbeck.

Das Handwerk ehrt Gutenberg.

Mainz, 8. Juni. (LPD.) Das deutsche Hand­werk ehrte heute den Erfinder der Buchdruckerkunst. Um das Denkmal vor dem Stadttheater hatten sich Werkscharen gruppiert, sowie die Fahnen der In­nungen. Das gesamt graphische Gewerbe von Mainz war ebenfalls angetreten. Der Vertreter der DAF. R a e d e r würdigte die Tat, durch die der Erfinder der Buchdruckerkunst vor 500 Jahren das Handwerk überhaupt geschaffen habe. Der Reichs- handwerksmeister bezeichnete Gutenberg ebenfalls als den Schöpfer deutschen Handwerks­geistes und erinnerte an den Kampf der Mainzer um ihre Freiheit. Ohne Waffen, mit dem echten deutschen Herzen konnte dieser Kampf siegreich durchgeführt werden. Zwei wandernde Buchdruck­gesellen aus Hamburg, die der Reichshandwerks­meister auf der Fahrt von Frankfurt nach Mainz auf der Landstraße mitgenommen hatte, legten hier­auf einen Lorbeerkranz am Denkmal nieder. Auf dem Gutenbergplatz wurden je zwei beste Gesellen aus allen Bezirken des Gaues nach altem Brauch als Meister gegautscht. Ebenso wurde eine Frau, die ihre vierjährige Lehrzeit hinter sich hat, getauft.

Oie Beisetzung des Obergefreiten Kraus.

Passau, 8. Juni. (DNB.) Am Montag wurde der Obergefreite Ludwig Kraus, der mit dem Chef des Generalstabes der Luftwaffe General­leutnant W e v e r in Dresden tödlich abgestürzte Bordmonteur, zu Grabe getragen. Von weither war die Bevölkerung in das Pfarrdorf Ruhftorf gekom­men, um an der Beisetzung teilzunehmen. Die Par- teiformationen des Kreises waren mit Fahnen und Kränzen erschienen. Das Reichsluftfahrtministerium hatte eine Abordnung entsandt. Eine Kompanie Flieger gab dem toten Kameraden das militärische Ehrengeleit. Im Auftrag des Reichsluftfahrtmini­sters und Oberbefehlshabers der Luftwaffe legte der höhere Fliegerkommandeur im Luftkreis V, Gene­ralmajor Felmy, einen Lorbeerkranz am Grabe nieder. Er hob dabei hervor, daß man den Wert des Verstorbenen schon daran erkennen könne, daß sicher nicht der schlechteste Soldat dem Chef des Generalstabes der Luftwaffe als Bordmonteur bei­gegeben werde. Namens des Reichsluftfahrtmini­steriums, namens der Kameraden vorn Flugplatz Staaken und namens des Gauleiters Wächtler wur­den weitere Kränze niedergelegt.

Der Kattowitzer Hochverratsprozeß.

Kattowitz, 8. Juni. (DNB.) Am fünften Ver­handlungstag im Hochoerratsprozeß ging aus den Erklärungen der Angeklagten wiederum hervor, daß sich die meisten von ihnen ihres Tuns nicht bewußt waren, als sie in den Geheimbund des Maniura eintraten. Immer wieder erklären die ar­beitslosen Angeklagten, daß das Versprechen Mani- uras, ihnen Arbeit zu verschaffen, sie zu dem ver- hängnisvollen Schritt bewoaen habe. Der Ange­klagte Viktor führte aus, daß er bereits im No­vember 1935 erfahren habe, daß Maniura einen Geheimbund gegründet t)abe, dem er eine deutsche Bezeichnung beilegte. Ihm sei sofort die g r o ß e Gefahr bewußt gewesen, mit der Mamura spielte Maniura habe ihm sofort erklärt, der Bund verfolge nur den einen Zweck, Arbeitsmog- l ich leiten zu schaffen. Viktor will dem Mamura Anhaltspunkte gegeben haben, wie die Anmeldung des Bundes bei den Behörden erfolgen muffe Nun erst habe Maniura erklärt, der Gehelmbund solle erst einmal 40 000 bis 50 000 Mitglieder haben, dann würde er einen Aufstand entfachen. Der Angeklagte Viktor will den Reden des Mamura nicht viel Gewicht beigelegt hoben. Auch der An­geklagte Boziek spricht von Mamura als einem großen Betrüger, der alle irregefuhrt und hmter- aangen habe. Erst im Januar 1936 habe der größte Teil der Mitglieder die wahren Ziele erfahren, die Maniura mit seinem Geheimbund verfolgte.

Elf Angeklagte erklären, sie feien bem Geheim­bund überhaupt nicht beigetreten, sie hatten erst bet ter Verhaftung zum ersten Male den Namen der Organisation gehört. Tatsächlich wird diesen klagten der Prozeß gemacht, weil Mamura sie wah­rend der Untersuchung belastet hat.

Der Angeklagte Ignatz S ch l a p p a aus Chorzow wurde in seiner Zelle im Kattowitzer Gerichtsge­fängnis am Fenftergitter erhängt aufgefunden.

Es ist dies der zweite Selbstmord eines Ange­klagten in diesem Prozeß. Bekanntlich hat am 2. März 1936 Maniura im Königshütter Ge­richtsgefängnis Selbstmord verübt.

Der Wahlerfolg der Heimattreuen von Eupen-lllalmedy.

A a ch e n, 8. Juni. (DNB.) Die Heimattreue Front von Eupen-Malmedy und St. Dith hat bei den bel­gischen Provinzialwahlen einen st arten Erfolg errungen. Gegenüber denzweiMandaten, über die sie bisher im Lütticher Provinzialrat verfügte, wird sie nach der gestrigen Wahl drei Abgeord­nete stellen.

Nachstehend die Ergebnisse:

Provinzialrats

s

Kammer­

wählen

De­

wahlen

7. 6.

zember

24. 5.

1936

1932

1936

Heimattreue Front

8676

6835

8880

(Christliche

(weiße,

Dolksp.)

ung. St.)

Katholische Union

3553

4962

4803

Sozialisten

1088

3355

1174

Liberale

427

841

300

Kommunisten

237

285

180

Rex-Partei

2926

2455

Die Heimattreue Front hat also trotz der ge­ringeren Wahlbeteiligung gestern etwa die gleiche Stimmenzahl erhalten, wie bei den Kammerwahlen weihe und ungültige Stimmen abgegeben worden sind. Die altbelgischen Par­teien (Katholiken, Liberale, Sozialisten) haben ein­schließlich Kommunisten gegenüber den Kammer­wahlen über 1000 Stimmen, gegenüber den Pro­vinzialratswahlen von 1932 rund 4000 Stim­men verloren. Wenn die R e x i st e n gestern noch 500 Stimmen dazu gewonnen haben, so nicht zuletzt deshalb, weil ihr Führer D e g r e 11 e seitdem in einer Erklärung offen die altbelgische Politik gegenüber Eupen-Malmedy verurteilt und für die Heimattreuen Forderungen Verständnis gegelt hatte.

Warum Amerika am Weltkrieg teilnahm.

Morgan wollte seine Kredite retten.

Washington, 8. April. (DNB.) Der Muni- tionsausschuß des Senats legt einen Bericht über das Ergebnis feiner Untersuchung vor, die sich mit den Gründen für den Eintritt der Ver­einigten Staaten in den Weltkrieg be­faßte. Aus diesem Bericht geht hervor, daß die um­fangreichen finanziellen und wirtschaft­lichen Verbindungen mit den Alliierten der Grund waren, daß die Politik der Vereinigten Staaten von der anfänglich eingenommenen Neu­tralität zum Kampf auf feiten der Alliierten umschlug. Der I. P. Morgan-Bank, die als haupt­sächlicher Einkaufs- und Finanzierungsagent für Großbritannien und Frankreich tätig war, wird sogarBöswilligkeit" vorgeworfen. Im Verein mit Großbritannien und Frankreich habe Morgan es geschafft, aus den Vereinigten Staaten ein Arse­nal für die beiden Länder zu machen. Morgans Behauptungen, daß äußere Umstände, g. B. der Einsatz deutscher U-Boote, Amerika in den Krieg geführt hätten, sind in jedem Punkte widerlegt. Noch während der amerika­nischen Neutralität sind von 2,5 Milliarden Dollar der Alliiertensinanzierungen 1,9 Milliarden Dollar durch Morgan in den Vereinigten Staaten untergebracht worden. Solche Anleihen an krieg- führende Staaten hätten mindestens dadurch dem Gedanken der Neutralität widersprochen, weil sie Amerika in ein Hilfsarsenal für d i e Kriegs st aaten umwandelten und es zwangs- läusig in die strategischen Pläne der kriegführenden Mächte hereinbrachten.

Um eine Wiederholung einer derartigen Lage zu vermeiden, regt der Munitionsausschuß an, daß erstens zukünftig kriegführenden Staa­ten weder Anleihen noch Kredite ge­geben werden sollen. Auch soll unterbunden wer­den, daß langfristige Anleihen an am Krieg nicht direkt beteiligte Machte gegeben werden, falls die Möglichkeit besteht, daß im Krieg befindliche Staaten die Nutznießer hiervon sind. Zweitens regt der Munitionsausschuß an, in solchem Falle die Munitions- und Waffenausfuhr zu verbieten und die Warenausfuhr mit Ausnahme von Medikamenten auf Vorkriegs­höhe zu halten. Drittens müsse eine endgültige Regelung in der Frage der Handelsberech­tigung bewaffneter Handelsschiffe kriegführender Nationen von 1)8^.-Häfen aus er­folgen. Im Zusammenhang damit müsse auch die Frage der Benutzung von Schiffen krieg­führender Staaten durch amerika­nische Bürger geklärt werden.

Wahlkampf in USA.

Um den republikanischen Präsidentschafts­kandidaten.

Washington, 8. Juni. (DNB.) Amerika steht im Zeichen des Republikanischen Partei­tages, der einen Präsidentschaftskandi­daten und ein Parteiprogramm aufstellen soll, mit denen man im November Roosevelt schlagen will. Schon seit Wochen finden am Ta­gungsort Clevelcmd Besprechungen und Kämpfe innerhalb der einzelnen Gruppen statt. Nach wie vor hat Landon, Gouverneur des Staates Kan­sas, die meisten Aussichten, als Kandidat für den Posten des Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden. Da andere republikanische Führer wie Borah, Knox, Vandenberg, Dickinson die gleichen Ansprüche stellen, schlagen einige Po­litiker Senator Steiwer als Kompromißkandi­daten vor.

Wenn auch die Aussichten irgendeines republi­kanischen Kandidaten gegen Roosevelt verschwin­dend gering sind, so besteht doch die Möglichkeit der Wahl als republikanischer Abgeordneter und damit einer Verringerung der großen demokrati­schen Mehrheit im Bundesamt, von dem jeweils nur ein Drittel alle zwei Jahre neugewählt wird. Das Parteiprogramm bietet unter den oben geschilderten Verhältnissen große Schwierigkeiten.

Präsident Roosevelt, der soeben von der 1500 Meilen langen Reise nach Tennesse zurückgekehrt ist, um an der Beerdigung seines Parteifteundes B y r n s, des Vorsitzenden des Repräsentantenhau- es, teilzunehmen, wird bereits Montag wieder ab- reifen, um den Südwesten der Vereinigten Staaten zu besuchen.

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