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S.l-fpori

Rekord-Schwimmtag in Düsseldorf.

Der Elternabend der Frauenfchule.

GerAe-Rundenkämpse im Fachamt Turnen

gestrigen Sonntag fand hier der Geräte­ikampf (Unterstufe) zwischen den Turnoer-

Am

Nachdruck verboten!

7. Fortsetzung.

im ihr sie

Be­gatt

Eine weitere Bereicherung des Abends stellte die Ausstellung der vielen Koch- und Kostproben dar, die von den Schülerinnen in zweitägiger Arbeit hergestellt waren und sich in appetitlicher Form darboten. Interessant waren dabei vor allem die klaren Darstellungen von Krankenkost nach ..Ver­boten" undErlaubt", schließlich aber auch noch die Darstellung der vielseitigen Verwendbarkeit des Seefisches.

Sie antwortete nicht. Sie ging, als hätte sie Ma­riellas Aufschrei nicht gehört, an ihr vorüber in die erste Etage des Dauses zu ihrem Schlafzimmer.

Die Tür war hinter Annina ins Schloß gefal­len. Dieser Laut schien Mariella zum Bewußtsein zu bringen. Rasend vor Zorn sprang sie auf. Zum ersten Male erwachte das Temperament ihres Vaters in der Principessa, die bisher stets sanft

All kJ

Heim zufuhr.

Frau Wodny war aufs höchste empört, daß ihr Mieter zu mitternächtlicher Stunde angerufen wurde. Gleich nach diesem Anruf verließ er be­stürzt das Haus, ohne nochmals in die Küche zu­rückzukehren, wo sie ihm die Karten gelegt hatte. Dabei stand in ihnen so viel Glück für Graf und Gräfin Hagen, geborene Schöller, verwitwete Wodny geschrieben, wie man sich nur wünschen konnte.

Ja, ja, ein unzuverlässiges Volk sind die Män­ner", schalt sie vor sich hin, als sie sich die dünnen Haare um die ledernen Lockenwickler wand.Na warte, wenn ich dich erst fest habe!"

Erhard von Hagen saß inzwischen in einer kleinen Konditorei Mariella gegenüber. Sie sprach auf ihn

Oie Arbeit ver Gießener Mädchen- und Frauenbildungs-Anstalten.

8. Kapitel.

Schwerwiegende Pläne.

Das Ergebnis:

1. Tv. Heuchelheim 520% Punkte; 2. Zv: Launsbach 484 P.; 3. Tv. Kinzenbach 466^ P.; 4. Tv. Hochelheim 451 Punkte.

Beste Einzelturner waren Willi Engelhardt, Tv. Heuchelheim, mit 139^ Punkten und Franz R e u s ch l i n g, Tv. Heuchelheim, mit 133 Punkten.

In Lang-Göns.

Oie Tippgräfin.

Vornan von Klothilde v Stegmann.

Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Derlag, Berlin, SW 68.

Sie lauschte, bis auch das letzte Geräusch Hause erstorben war. Dann schlich sie leise in Schlafzimmer. Als sie es wieder verließ, trug . ein schlichtes, dunkles Kostüm; eine dunkelblaue Lederkappe verbarg ihr auffallendes schwarzes Ge- lock. Zu allem Ueberfluß hatte sie noch einen dich­ten, schwarzen Schleier vorgebunden. Niemand achtete auf sie, als sie mit einem Omnibus Erhards

,urt Q.

wie ihre Mutter gewesen war.

All ihre Weichheit war geschwunden. Es war zu­viel, was Annina ihr jetzt angetan! War es mög­lich, daß ein Mensch einen andern umkommen ließ, nur weil er sich von einem Stück toten Schmuckes nicht trennen konnte? Ach, Annina richtete ja nicht nur einen Menschen zugrunde, nicht nur Erhard, sondern auch sie selbst. Sie konnte diese Frau nicht mehr bitten sie konnte nicht Es mußte einen anderen Ausweg geben. Und rote dieser Ausweg war, das kam ihr jetzt zum wußtsein. Mochte es ein Unrecht sein es ja Erhards Leben!

gleiche Prunkstücke da, Tantchen ... Es ..." Vor Erregung konnte die junge Prinzessin nicht weiter prechen.

Unb was willst du damit sagen? fragte Frau von Gellern herb zurück.

Wenn du deine Absicht seit neulich, wo wir zu­letzt beim Mittagessen davon sprachen, nicht ge- änderst hast, dann soll ich einmal deine Universal- erbin werden. Tante Annina, sei großherzig! Gib mir jetzt schon eines der Halsbänder der Geronimo, und Erhard ist geholfen! Auf meinen Knien will ich dir danken, will arbeiten, bis ich dir die aus dem Schmuck gelöste Summe auf Heller und Pfen­nig zurückerstattet habe." ..

Ihre Stimme war von Tranen erstickt. Sie war vollkommen verzweifelt. Sie wußte nur das eine: Erhard mußte gerettet werden. Niemand konnte ihn retten als Tante Annina. Sie mußte Anninas Herz rühren. Da fiel sie vor Annina auf die Knie, hob die Hände zu ihr auf. Heiße Bitte stand in ihren veilchenblauen Augen. Aber Annina schien kein Ge­fühl zu haben für die schrecklichste Verzweiflung eines armen Menschenherzens.

Kühl sagte sie:

Mariella, wir wollen doch keine Theaterszenen aufführen. Mit Bitten und Drängen erreichst du bei mir nichts. Ich bin nichts herzlos. Aber eins laß dir gesagt sein: Es müßte ein sehr großer und guter Zweck fein, Mariella, wenn ich mitt) zu Leb­zeiten auch nur von einem einzigen Stück meines Familienschmucks trennen würde. Erhard von Ha­gen ist dieses Opfer nicht wert. Ich habe es dir von Anfang an gesagt, Hagen wird sich niemals in eine ordentliche Lebensbahn hinemsinben. Die Sache jetzt beweist es wieder. Aber du hast ja nicht hören wollen. Geh schlafen, Kind! Du bist über­müdet. Morgen werden dir die Dinge nicht mehr so schrecklich erscheinen. Es wird sich ein anderer Ausweg finden. Nach meinem Tode wirst du den Schmuck haben nicht einen Tag früher. Gute Nacht, Mariella!"

Tante Annina ...!" Es war ein Aufschrei aus tiefster Seelennot. .

Einen Augenblick beinah hätte er an Anninas Herz gerührt. Aber bann kam bie Erinnerung, wie- viel sie selbst burch Mariellas Mutter gelitten, unb daß auch Mariella auf dem Wege zwischen ihr und Giovanni gestanden.

Rundenkampf (Unterstufe) zwischen den Turnver­einen von Allendorf (Lahn), Großen-Linden, Lang- Göns unb Lich statt. Die Turnhalle war gut be­setzt. Nach dem Einmarsch der Turner eröffnete Oberturnwart Lang die Veranstaltung. Jede Mannschaft stellte mer Mann für bie Hebungen an ben Geräten unb zwei Mann für die Frei­übungen. Die Kämpfe begannen mit dem Turnen am Barren. Hier war Lana-Göns überlegen und sicherte sich die Führung mit 12,5 Punkten Vor­sprung vor Großen-Linben, Lich unb Allendorf. Am Pferd holte Großen-Linben mächtig auf unb lag nur noch 4 Punkte zurück. Nach ben Frei­übungen hatte Lang-Göns mit 7,5 Punkten Vor­sprung bie Führung. Am Reck fiel bie Entscheibung. Nach ber vorletzten Uebung führte Großen-Linben

In Heuchelheim.

Am Sonntag führten bie Turnvereine von Heu­chelheim, Launsbach, Kinzenbach unb Hochelheim in ber Turnhalle in Heuchelheim ihre Mcmnschafts- runbentämpfe in ber Mittelstufe burch. Unter Lei­tung bes Obmannes Weiß (Großen-Linben) wür­ben bie vorgeschriebenen Uebungen flott burchge- turnt. Man sah gute unb ziemlich gleichmäßige Lei­stungen. Als 1. Sieger konnte bie Mannschaft bes Turnvereins Heuchelheim aus bem Kampfe hervor­gehen.

Der gesamte Abenb gab ber Elternschaft einen vollkommenen Einbruck von ber lebensverbunbenen, wirklichkeitsnahen Arbeit ber Schule, in ber bie jungen Mäbchen mit großer Sorafolt auf ihren zu» künftigen Beruf in ber Familie (als Hausfrau und Mutter), barüber hinaus aber auch für biejenigen Frauenberufe, bie in breiterem Kreise für bie Volks­gemeinschaft zu wirken haben, vorbereitet werben.

ßer Freube folgten.

Im Anschluß baran würbe bie Ausstellung, bie mit biefem Elternabenb oerbunben war, eingehenb besichtigt. Man sah bie Arbeiten bes Lyzeums und der Frauenschule getrennt zur Schau gestellt. Ins­besondere waren es weibliche Handarbeiten, in denen die Mädchen ihre Geschicklichkeit zu beweisen hatten unb auch bewiesen. In der Abteilung ber Frauenschule würben babei sehr schöne Kleiber ge-

' zeigt, bie besondere Aufmerksamkeit verdienten.

Beim internationalen Schwimmfest in Düssel­dorf gab es am Sonntag vor zahlreichen Zu­schauern ganz erstklasstge Leistungen. Ein Welt­rekord, sechs dänische Bestleistungen und em deut­scher Rekord wurden auf der einwandfreien Bahn des Stabtbades Kettwiger Sttahe erzielt. Besonders die dänischen Schwimmerinnen waren ganz groß in Fahrt. Dalborg Christensen verbesserte im Alleingang über 100 Meter Brust bie bis­herige Weltbestleistung von Hanni Hölzner (Deutsch- lanb) von 1:23,4 auf 1:22,8 Minuten. Ihre Zeit ist zugleich dänischer Lanbesrekorb. Ragnhild H v e g e r (Kopenhagen) besiegte über 10 0 Meter Frei- sti l die Chariottenburgerin Gisela Arendt in 1:08,3 Minuten. Auch dies war dänische Rekordzeit. Giesela Arendt kam mit 1:08,4 nur auf ben zweiten Platz, lieber 400 Meter Freistil kam die junge Hveger mit 5:18,6 ebenfalls auf neue Lanbes- rekordzeit unb zubem Willie ben Dübens Welt- retorb von 5:16 Minuten bedenklich nahe, zumal sie in Halbsguth (Charlottenburg) keine gleich­wertige Gegnerin hatte. Zwei weitere dänische Lan- besreforbe gab es im 10 0- unb 200-Meter- Rücken schwimmen ber Frauen durch Tove Br un ström. Heber 100 Meter schlug die Dänin in 1:18,3 Minuten weit vor Anni Stolte (Düssel­dorf (1:221) an, unb über 200 Meter verbesserte sie bie alte Rekorbzeit erheblich auf 2:52,3 Minuten. Anni Stolte benötigte hier 3:02,5. Den sechsten Dänenrekorb erzielte ber Brustschwimmer Finn Jensen im Kampf mit dem Dortmunber Balke, der als Sieger über 100 Meter Brust mit 1:11,2 seine bisherige deutsche Bestleistuna um nicht weniger als 1,2 Sekunden drückte. Jensen wurde

Zweiter in 1:17,5 Min. Die 200 Meter Brust ge- wann Balke in 2:43,1 Min. vor Jensen, dessen 2:45,4 Min. neuen dänischen Rekord bedeuteten. Leo Esser und Kurt Lorenz, beide Wünsdorf, be­geiferten im Rahmenprogramm burch saubere Sprünge.

Neuer Weltrekord von Opschruf-Trier.

Im Rahmen einer Schwerathletik-Veranstaltung in Düsseldorf gelang es dem Trierer Mittelgewicht­ler Opschruf, im Gewichtheben einen neuen Weltrekord zu schaffen. Im beidarmigen Stoßen schraubte der Trierer den Weltrekord von Touny- Aegypten von 299 Pfund auf 301 Pfund. Im beib- armigen Reißen verbesserte Opschruf Jsmayrs deut­schen Rekord von 225 auf 226 Pfund. Da bie Lei­stungen unter ofizieller Kontrolle (Reichssportwart Wolff-Essen) erzielt würben, bürste ihrer Anerken­nung nichts im Wege stehen.

(Sonja Henie will zum Film.

In Begleitung ihrer Eltern hat sich die vielfache Weltmeisterin unb Olympiasiegerin im Eiskunst- laufen, Sonja Henie (Norwegen), nach Amerika eingeschifft. Sie will in Neuyork bie Derhanb- lungen abschließen, bie währenb ber letzten Pariser Weltmeisterschaften mit einer amerikanischen Film­gesellschaft eingeleitet würben. Wenn ber Vertrags­abschluß zustanbekommt, wirb Sonja Henie sofort nach Hollywoob Weiterreisen, um bort ihre Film­tätigkeit zu beginnen. Im anderen Falle führt die Norwegerin eine Schaulauf-Reise durch bie Ver­einigten Staaten burch. Sie ist also auf j e b e n Fall bem Amateur-Sport verloren.

Mit großer Liebe unb Sorgfalt hatten bie Schüle­rinnen bes Lyzeums unb ber Frauenschule einen Elternabenb vorbereitet unb burchgeführt. Der Saal war fast bis zum letzten Platz besetzt. Ein schönes Zeichen ber herzlichen Verbunbenheit von Eltern- chaft unb Schule! Der Abenb nahm einen ausge­zeichneten Verlauf.

Musik unb Chorbarbietungen (Schülerinnen bes Lyzeums unb ber Frauenschule) waren ein schöner Auftakt. Man hörte zunächst einfache Tanzsätze ür Geigen, Flöten unb Celli aus bem Jahre 1675 (I. Pezel) unb bann ein Jubilate" für Chor, Gei­gen, Flöten unb Celli (W. Peters).

Ein luftiger gereimter Vorspruch, sehr lebenbig vorgetragen, schuf bann engste Verbinbung zwischen den Zuschauern und ber Bühne. Auf ber Bühne Hub nun nämlich ein reges Leben unb Treiben an. Unter bem TitelWas wir in der Turnstunde trei­ben" zeigten bie Sexten ein kleines Tanz- unb Singspiel nach einer reizenben Melobie. Dann folgte bas rasche Bobenturnen (Quinten), bei bem einige originelle, zum Teil recht luftige Bewegungsfiguren gezeigt würben. Sehr gut gefielen bann bie Kör­perschule mit Bällen unb jene neuartigen Wett­spiele, bie Geschwinbigkeit unb Geschicklichkeit glei­chermaßen verlangen. Schließlich folgte noch bas Kastenspringen, bas befonbers im Lyzeum mit gutem Erfolg geübt wirb. Die Schülerinnen ber Untertertia unb ber Unterfetunba bewiesen babei viel Grazie aber auch viel Mut. Lebhafter Beifall bankte für die unterhaltsamen Vorführungen. Der weitere Ablauf bes Programms, bas sich wie am Schnürchen abwickelte, brachte dann zwei Volks­tänze. Den Abschluß der Einzelbarbietungen bilde» ten einige Lieber bes Chores, ber mit zwei schlich­ten Weisen aus bem 16. Jahrhunbert unb mit einem böhmischen Volkslieb viel Freube bereitete.

Sobann hielt Dberftubienbireftor Schelhorn eine Ansprache, in ber er einen klaren Ueberblick über bie Aufgaben, insbesondre ber neuen breijäh- rigen Frauenschule gab. lieber den Vortrag wer­den wir morgen noch besonders berichten.

Den glücklichen Abschluß der Vortragsfolge bildete ein Märchenspiel mit einer liebenswürdigen Hand­lung, mit vielen humorvollen Szenen, mit anspre­chenden dramatischen Höhepunkten und einem all­seits befriedigenden glücklichen Ende. Die Schüle­rinnen, die das Märchen aufführten, waren mit viel Geschicklichkeit und Liebe bet der Sache, so daß die Zuschauer dem Geschehen auf der Bühne mit gro-

Ja, du, Tante Annina! Ich muß die alles ge­stehen. Erhard befindet sich in bitterster Bedräng­nis. Er hat eine Bürgschaft für Hubert Verdingen übernommen, den du ja auch gut kanntest, Tante Annina. Vor Brest-Litowsk hat er Erhards Leben gerettet. Erhard sah burch bie Uebernahme ber Bürgschaft enblich bie Möglichkeit, sich bem Freunbe erkenntlich zu zeigen. Doch jetzt Verbingen ist vor ein paar Tagen gestorben, Tante will Kammacher, ber seinerseits natürlich korrekt han- belt, Erharb für bie Summe, für bie er gutsagte, in Anspruch nehmen."

Annina hatte bie langen Wimpern über bie Augen gesenkt. Mariella sollte nicht sehen, welche Gebankenreihen sich bei ihr blitzschnell zusammen­fügten, wie sie innerlich bei Mariellas Bitten triumphierte unb kombinierte.

Heßling hatte sie burch Mariella verloren. War hier vielleicht ein Weg, Erharb von Hagen unb ba- mit ben Titel einer Gräfin Hagen für sich zu ge- winnen? Ihr Entschluß war gefaßt. Sie ftanb auf. Gähnenb hob sie bie Hanb an bie Lippen.

Lieber Gott, was bin ich heute abenb abge­spannt, Kinb! Was sagtest bu eben zu nur? Ach ja, ob ich was für Erharb tun könne. Dlun ja ich werbe gelegentlich einmal mit Kammacher telephonieren." e , e-,

Mariella tonnte vor Angst kaum sprechen. Ihre Stimme zitterte: , . . , .

Da- ist zwecklos, Tante. Glaube mir doch das ist alles viel, viel zu spät! Kammacher laßt sich auf nichts ein; spätestens in acht Tagen will er fünftaufenb Mark von Erharb haben. Tante An­nina, ich will für dich arbeiten mein Leden lang. Ich weiß ja, daß du keine reiche Frau bist und kenne den großen Edelmut, mit bemser* ziehen ließest wie dein eigenes Kind. Aber das Halsband der Geronimo, wie du es zu nennen pflegst, in deiner Kassette es sind Zwei ganz

lung festzusetzenden Unterstützung wirb mit ber Zu­nahme ber Mitglieberzahl ansteigen. Nachbem bem jetzigen Vorsitzenben unb bem Beirat für ihr Ein­treten für bie Erhaltung bes Vereins Dank unb Anerkennung gezollt worben war, mürbe Arthur Z r ä n t n e r als Dereinsleiter einstimmig wieber- gewählt. Schriftführer würbe Joebt, Rechner Kaspar Becker , bem Beirat gehören an Schlosser- meister Schmibt, Kaufmann B e n b e r unb E i s e (Heuchelheim). Die notroenbig geworbene Satzungs- änberung unb bie Umstellung bes Vereins, ber in ZukunftVerein für Begräbnisbeihilfe Gießen" heißt, würbe einstimmig angenommen. Auf Antrag ber Versammlung würben brei Mitglieber aus bem Verein ausgeschlossen. Schriftführer Joebt be­tonte, baß, trotzbem bas mühsam ersparte Vermögen bes Vereins aufgebraucht würbe, burch bie Umstel­lung bes Vereins mit Hilfe eines Justizrats bie An­rechte bes letzten Mitglieds gesichert feien unb baß nun roieber zu ben seitherigen geringen Beiträgen auch bie älteren unb wirtschaftlich schwächeren Mit­glieder im Verein bleiben unb ihre Anwartschaften aufrechterhatten können. Die Umstellung hat sich burch ben Zugang neuer Mitglieber bereits erfolg­reich ausgewirkt.

♦♦ Der Verein für Sterbeunter­stützung Gießen hielt am Samstagabenb im Katholischen Dereinshaus seine orbentliche General­versammlung ab, bie sehr gut besucht war. Der neue Dorsitzenbe Arthur Tränkner eröffnete bie Ver- fammlung mit bem Gruß an ben Führer. Hierauf erstattete Schriftführer Joebt einen ausführlichen Bericht über Vorgänge im Verein, bie Entrüstung hervorriefen. Nachbem ber frühere Vereinsleiter K. Zimmer sein Amt niebergelegt hat, würbe ein bestehenber Vertrag mit einer Dersicherungsgesell- schäft gefünbigt und bie frühere Selbstverwaltung wiederhergestellt. Der Rechnungsbericht weist erheb- liche Prämienbeträge für bilfe Versicherung im ab« gelaufenen Jahr aus. An Sterbebeihilfen konnten in 26 Sterbefällen mit je 300 RM. = 7800 RM. unb in 7 Sterbefällen mit je 370 RM. = 2950 RM., insgesamt 10 390 RM. ausbezahlt werben. Dem WHW. würben 300 RM. überwiesen. Das Gesamt­vermögen ist nun roieber auf etwa 2000 RM. an- gewachsen. Das gemeinnützige Bestreben bes Ver­eins findet burch bie unter ber neuen Führung wie­der anfteigenbe Mitglieberzahl Ausbruck. Es wer­ben roieber nur 25-Rpf.-Beiträge für ben Sterbefall erhoben unb 300 RM. an Unterstützungen gezahlt. Die Höhe ber jeweils burch bie Generalverfamm-

Zum Ende der vergangenen Woche traten die Gießener Anstalten für Mäbchen- unb Frauenbil­dung nach ihrer auch im vergangenen Schuljahr in aller Stille geleisteten Arbeit einmal an die Deffent- ' lichkeit, um vor breitem Kreis barzutun, daß, wie 1 bisher, verantwortungsbewußte Arbeit an ber zu­künftigen beutfchen Frau unb Mutter geleistet wor­den ist. Die A l i c e f ch u l e trat mit ihrer Schau bes Technischen Seminars hervor (wir berichteten bereits barüber), bas Fröbelseminar hielt seine Ausstellung ab, bas Lyzeum unb bie Frauenschule veranstalteten am Samstag« abenb einen Elternabenb, mit dem ebenfalls eine Ausstellung verbunden war.

Die Ausstellung des Iröbelseminars.

Das Fröbelseminar hat bie besondere Aufgabe übernommen, junge Mäbchen einerseits zu Kin­dergärtnerinnen und Kinderhortne- rinnen, andererseits zu Hausgehilfinnen und Kinderpflegerinnen auszubilden. Die­ser Aufgabe wird das Seminar feit Jahren und mit gutem Erfolge gerecht. Immer wieder kehren die Schülerinnen einmal zu kurzem Besuch in das Haus an der Gartenstraße ein, erzählen von ihrer Arbeit in der Praxis, für die ihnen das Seminar die Grundlage schuf.

Die Ausstellung in ben Räumen des Fröbel- feminars läßt wiederum klar erkennen, was sich die Schule an Zielen gesteckt hat. Die spielerische Beschäftigung mit bem Kinbe steht im Vorbergrunb. Für bas Kinb lernen die Mäbchen vielerlei Dinge anfertigen, bie bem Kinde Anregung zum Spiele sein sollen. Dieses Spielzeug, aus billigstem, ja aus wertlosem Material, überrascht immer wieder in seinen originellen Formen unb Ideen, in ben Harmonien von Form unb Farbe, in ber saube­ren hanbwerklichen Verarbeitung unb in ber zum Teil wirklichen Unverwüstlichkeit. Die Schülerin­nen haben babei bie Möglichkeit, viel Phantasie zu beweisen; bie Lehrerinnen unb Lehrer fördern das Können nach besten Kräften. Erfreulich ist, daß allem Spielzeug ein persönlicher Zug anhaftet. Sv sah man auch diesmal wieder schöne Legespiele, Puppen, Tiere auf Rvllbrettchen, Spielzeuge aus Zeitungspapier, aus Fadenrollen, aus Schachteln, Kistchen usw. Ganze Puppenstuben, Autos, Flug­zeuge, Lastwagen unb vieles anbere mehr ftanb in dieser Ausstellung gefällig vereint.

Selbstverständlich wurde auch der speziellen weib­lichen Handarbeit alle Aufmerksamkeit gewidmet. Zahlreiche Kinderkleidchen, Kinberwäsche, Mantel- chen usw., ebenfalls in sehr guter geschmacklicher Ausführung lagen ausgebreitet und oerrieten fleißige Arbeit. Die Ausstellung, die in zwei Teile gegliedert war Jahresarbeit ber Kinderpflege- rinnen unb Hausgehilfinnen, sowie ber Kinbergärt- nerinnen unb Hortnerinnen ließ erkennen, bah in biefem Institut wertvolle erzieherische Arbeit ge­leistet wirb. _____________________

mit 0,5 Punkten. Aber mit einer glänzenb durch- geführten Uebung sicherte Willi Dem ben Lang- Gönsern ben Sieg. Er erhielt für bie letzte Uebung 40 Punkte unb war bamit auch bester Einzelturner.

Dann nahm Oberturnwart Lang die Sieger­ehrung vor. Er ermahnte bie Turner, fleißig weiter zu üben unb wies auf bie Bebeutung unb Nützlich­keit bes Geräteturnens hin. Mit einem breifachen Gut Heil!" auf bie Turner schloß er bie Ehrung.

Das Ergebnis des Kampfes:

1. Lang-Göns (W. Dem, W. Römer, R. Römer, K. Wagner) 996 Punkte; 2. Großen - Linden 990 P.; 3. Lich 897,5 P.; 4. Allen- d o r f 863 P.

In Sinn.

Bei bem Mannschaftskampf in Sinn am Sams- tag unb Sonntag ftanben sich bie Mannschaften ber Turnvereine von Gießen (1846), Großen-Linben, Wieseck unb Sinn gegenüber. Die Leitung bes Kampfes hatte ber Kreismännerturnwart Reuter (Gießen). Als Kampfrichter ftanben ihm Kreisturn- wart Paul Schüler (Wetzlar) unb Ernst Do­li tz f ch (Dillenburg) zur Seite. Den Sieger aus diesem Kampfe stellte bie Mannschaft von Sinn, bie mit 675 Punkten bie höchste Punktzahl er« reichte. Die Mannschaft bes Turnvereins 1846 Gie­ßen (Harbt, Vogt, L. unb H. Herbert) konnte sich mit 668 Punkten an zweiter Stelle behaupten. Großen-Linben (Weitershaus, Jung, Weiß, Seipp) würbe mit 613 Punkten Dritter, währenb sich bie Wiesecker Turner (Kreiling, Römer, Werner, Bettin) mit 482 Punkten mit bem vierten Platz zufrieben- geben mußten. Die Wiesecker kamen dadurch in bas Hintertreffen, ba einer ihrer Teilnehmer burch einen unglücklichen Sturz verhinbert war, ben Pflicht­kampf mitzuturnen.

ein. Ihre Stimme war brüchig vor Erregung. Die Farbe kam unb ging auf ihrem zarten Antlitz sie schien wie im Fieber. Was sie ihrem Verlobten sagte, war nichts mehr unb nichts weniger als ber Plan, heimlich zu entroenben, was Annina ihnen vorenthiett.

Wibersprich mir nicht, Erharb! Ich weiß, es ist Diebstahl. Aber bein Leben ist mir mehr wert. Was steht höher? Die eitle Habgier einer Frau, bie sich von keinem Stück bieser toten Juwelen tren­nen will, ober bein Leben? Unb nicht nur bein Leben, fonbern auch bas meine? Denn bu weißt, in bem Augenblick, in bem bu stirbst, sterbe auch ich. Ich fühle ein heiliges Recht in mir, bich zu retten unb über bas hinwegzugehen, was man Diebstahl nennt."

Erharb von Hagen versuchte schwache Einwänbe. Aber er meinte es nicht ernst bamit. Mariella hatte ja nur bas ausgesprochen, was er seit Wochen ge­plant. Nun kam sie ihm zuvor unb bas paßte in seine Berechnungen.

fiauernb meinte er:

Kein schlechter Plan, Liebling. Aber wir müs­sen Zeit genug gewinnen, an Stelle bes echten Halsbanbes eine Imitation in bie Kassette einzu­schmuggeln. Unb bu willst bie Tat wirklich ganz allein ausführen unb auf dich nehmen, Mariella?"

Sie sah ihn erstaunt an. Sie begriff nicht, wo er hinaus wollte mit bieser Frage.

Ja, bas ist boch selbstverstänblich. Liebster. Um Himmels willen, bu willst boch nicht etwa selbst?" Erharb unterdrückte ein ironisches Lächeln. Mit ber meisterhaften Derstellungskunft, bie ihm eigen war, gab er seinem Gesicht sofort ben Ausbruck sorgenvoller Teilnahme:

Aber, Liebling, bich allein solcher Gefahr aus- setzen, währenb ich, als Mann, aus ber Ferne zu­sehe? Außerdem bachte ich ..."

Was buchtest bu, Erharb?"

Sag einmal, mein Liebling, was mag wohl bie Agraffe beiner Tante wert fein bie mit ben grauen, rosa unb schwarzen Perlen?

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Mariella begriff abermals nicht, worauf Hagen hinzielte.

(Fortsetzung folgt!)

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