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Militärgruppe bei der Heberführung der in Ma­rokko bereitgestellten Truppen über die Meerenge von Gibraltar recht zu schaffen macht.

Daß sowohl die industriereichen, gewerbefleißigen baskischen Provinzen, wie die bedeutendste Industrie- und Handelsstadt Spaniens, das kata­lanische Barcelona auf Seiten der Linksregie­rung stehen, hat aber noch andere Gründe. Beide Landschaften haben seit Jahrhunderten ihre völki­sche und kulturelle Eigenart besonders betont und sich gegen den kastilischen Zentralismus gestemmt. Sie haben grade mit der Militärdiktatur Primo de Riveras schlechte Erfahrungen gemacht, während die Regierungen der Linken nach dem Sturz der Monarchie ihren Autonomiewünschen weit entge- geaengekommen sind. Rur daraus ist es zu erklären, daß in den baskischon Provinzen und in Katalo­nien der Widerstand gegen die nationale Bewe­gung besonders stark ist. Dem oben umschriebenen Gebiet im Norden entspricht auch im Süden ein breiter Streifen von der Meerenge von Gibraltar bis hinauf fast nach Toledo, der bereits den na­tionalen Gruppen zugefallen ist. Es ist im wesent­lichen der größte Teil Andalusiens und die südliche Hälfte N e u k a st i l i e n s. In Händen der Linken scheinen auch hier noch Malaga, die große Handelsstadt, und Almeria, ebenfalls be­deutender Ausfuhrhafen und Mittelpunkt des süd­spanischen Erzbergbaues, zu sein. Es ist nur die Frage, ob es den Truppen der nationalen Be­wegung gelingen wird, im Norden die Guadarrama zu überschreiten und den Zugang zur Hauptstadt zu erzwingen und gleichzeitig im Süden gegen den Widerstand der Flotte soviel Kräfte aus Marokko heranzuführen, daß der Vormarsch über Toledo hinaus auf Madrid fortgesetzt werden kann. Die Schilderung der Lage in den einzelnen Provinzen wird deutlich gemacht haben, daß die nationale Be­wegung auch nach Eroberung der Hauptstadt noch keineswegs Herr der Lage sein dürfte. Der Kom­munismus, der der bürgerlichen Linksregierung in Madrid längst zu einem außerordentlich gefährlichen Freund geworden ist, hat überall in den Hafen­städten und Industriezentren starke Widerstands­nester, die er bis zum äußersten verteidigen wird.

Es ist also wenig Aussicht, daß das unglückliche Land schnell zur Ruhe kommen wird.Spanische Wirren" waren während des ganzen 19. Jahrhun­derts an der Tagesordnung und es sieht nicht so aus, als ob dies in unserer Zeit sobald anders werden sollte Aber geradezu zu einer Gefahr für den europäischen Frieden müßte der Bürgerkrieg in Spanien werden, wenn es nicht gelingen sollte, den Brand durch strikte Einhaltung der Neutralität der übrigen Mächte zu lokalisieren. Am heikelsten und daher auch am zwiespältigsten ist die Stellung Frankreichs, des großen Nachbarn im Nor­den. Die Beziehungen beider Nationen haben eine traditionsreiche Geschichte. Sie wechselten zwischen engem Bündnis unter den ersten spanischen Bour­bonen und erbitterter Feindschaft im Zeitalter Na­poleons und auch während den Wirren des neun­zehnten Jahrhunderts nahm man in Frankreich leidenschaftlich Partei für und wider Carlisten und Christinas, die beiden sich befehdenden Gruppen. Zur Zeit der Restauration vor rund hundert Jah­ren forderten die französischen Nationalisten von Ludwig XVIII. den Einmarsch französischer Trup­pen zurWiederherstellung der Ordnung" in Spa­nien, wie heute die Parteien der französischen Lin­ken das Kabinett Blum auffordern zur tatkräftigen Unterstützung derrechtmäßigen Regierung" in Madrid. Auch die spanische Thronkandidatur des Prinzen von Hohenzollern im Jahre 1870 und das Echo, das sie in Frankreich gefunden hat, erinnern daran, welche Aufmerksamkeit man in Paris stets den spanischen Dingen geschenkt hat. Sie ist in den letzten Jahren eher noch stärker geworden, nament­lich pIs nach dem Sturz der Monarchie in Spanien der Zusammenschluß von bürgerlichen Linken und Marxisten zurVolksfront" für die gleichen Strö­mungen in Frankreich beispielhaft wurde. Von dem Zusammenbruch des Marxismus in Spanien nach einem Siege der nationalen Bewegung fürchtet die französische Linke begreiflicherweise einen schweren Prestigeverlust für sich selber im eigenen Lande so­wohl, wie in der internationalen Politik. Daher das erste Gefühl bei Ausbruch des Bürgerkriegs, mit allen Mitteln einen Zusammenbruch des spa­nischen Marxismus verhindern zu müssen. Die von französischen Rechtsblättern gemeldeten Lieferungen von Kriegsmaterial und Bombenflugzeugen für die Linksregierung in Madrid entsprangen diesem Ge­fühl der Solidarität, das sich allerdings mit einer Neutralitätspolitik nicht vereinbaren läßt, wie sie das Kabinett Blum offiziell als sein Programm verkündete, als es sehen mußte, daß eine einseitige Parteinahme Frankreichs zugunsten der Linksregie­rung in Madrid unabsehbare internationale Wei­terungen auslösen würde.

Aus der Antwort Italiens auf den Neutrali­tätsvorschlag, mit dem das Kabinett Blum dann an die zunächst interessierten Mächte herangetreten war, geht ja deutlich hervor, daß man in Rom keineswegs gesonnen ist, die nationale Bewegung in Spanien lediglich als Aufruhr gegen eine allein rechtmäßige Regierung der Linken zu betrachten, sondern unterNichteinmischung" auch das Sichver- sagen jeder moralischen Solidaritätserklärung so­wohl der Regierungen wie auch privater Kreise zu begreifen wünscht. Italien kann von einem Sieg der nationalen Bewegung in Spanien nur gewin­nen, es braucht nur an die ausgezeichneten Be­ziehungen beider Länder während der Diktatur Primo de Riveras zu denken. Es ist also kaum zweifelhaft, daß Italien einen Bruch der franzö­sischen Neutralität zugunsten der Madrider Volks­frontregierung mit der offenen Unterstützung des nationalen Blocks in Spanien beantworten würde. Das Kabinett Blum hat diese Gefahr gesehen und versucht deshalb, mit dem eigenen Neutralitätsvor­schlag sich selber stark zu machen gegen den eigenen linken Flügel und gegen die Kommunisten, die auf Geheiß Moskaus täglich lauter offene Unterstützung der spanischen Marxisten fordern. Es ist natürlich sehr die Frage, wie stark der Druck Moskaus, so­wohl auf diplomatischem Wege wie über die Ko­mintern sich auswirken wird, aber es wäre immer­hin möglich, daß die Berichte über die Blutorgien des roten Mobs in Spanien die bürgerliche Linke in Frankreich und die französischen Sozialisten zum Nachdenken darüber anregen könnten, was aus ihnen werden würde, wenn das spanische Beispiel Schule machen und die Lehren Moskaus auch in Frankreich ole gleich aufmerksamen und folgsamen Schüler fänden wie in Madrid und Barcelona. Auch sollte es den Franzosen zu denken geben, daß Moskau selber nicht einen Augenblick gezögert hat, im spanischen Bürgerkrieg tatkräftig Partei zu ergreifen. Während zwar die doppelzüngige Diplo­matie der Sowjetunion die Bereitschaft zur Nichtein­mischung erklärt hat, werden unter dem Druck der Komintern von den Gewerkschaften große Geld­sammlungen veranstaltet und nach Madrid Über­wiesen. Auch sowjetrussische Freiwilligen-Korps sol­len bereits über Paris auf dem Wege zum spa-

Ritterlicher Wettkamps ist höchstes Glück des Goldaten

Echte Sportskameradschast der Goldaten aller Armeen der Welt auf den Olympischen Spielen.

Festabend der deusschen Wehrmacht

Be-

ter diesen Reitern find auch die Kameraden aus Frankreich, mit denen wir uns schon in unserer Arena am Kaiserdamm des Erlebnisses der sportlichen Kameradschaft erfreut haben. Unter den Streitern im Modernen Fünfkampf sind deutsche Offiziere und schwedische Offiziere, die Olympia­sieger von Los Angeles und Amsterdam. Für den Schwimmsport, für die Wettläufe, für da.s Sprin­gen und das Werfen treten Soldaten als sportliche Kämpfer ihres Landes an.

Wir grüßen die Soldaten aller Armeen, die an den XL Olympischen Spie­len lellnehmen, in besonders ernster Kamerad­schaft. Soldaten kämpfen mit anderen Solda­ten um die Ehre der Nation. Soldaten ehren den Sieger mit der allen gemeinsamen Freude über den Erfolg des einen, Soldaten sind mit-

Berlin, 7. Aug. (DNB.) Am Freitagabend gab die Wehrmacht im Zeichen ihrer engen Ver­bundenheit mit den Olympischen Spielen im Haus der Flieger einen Festabend. Der Reichskriegs­minister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, konnte eine große Zahl vor allem unserer ausländischen Gäste begrüßen. Unter ihnen waren die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees mit ihrem Präsidenten Graf Baillet-Latour, die Mitglieder des Organisationskomitees mit ihrem Präsidenten Staatssekretär a. D. Lewald, der deutsche olympische Ausschuß mit dem stellvertre­tenden Reichssportführer Breitmeyer sowie die Präsidenten der nationalen olympischen Komitees und der internationalen Sportverbände anwesend. Ferner war eine Reihe ehemaliger und neuer Olympia-Sieger erschienen. Die aktiven militärischen Teilnehmer der XI. Olympischen Spiele und die Militärattaches der diplomatischen Vertretungen waren fast vollzählig der Einladung gefolgt. Von ausländischen Gästen sah man weiter den Kronprinzen Paul von Griechen­land und den Erbprinzen Gustav Adolf von Schweden, den britischen Unterstaatssekre- tär Sir Robert Vansittart, den österreichischen Generalmajor von Pongracz, Präsident K a i - chi-tao, den ehemaligen französischen Kriegs­marineminister Pi6 tri und zahlreiche höhere Offiziere. Von der gastgebenden deutschen Wehr­macht waren die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, Generaloberst Göring und ein großer Teil der Generalität und Admiralität anwesend. Staat und Partei waren durch führende Persönlichkeiten ver­treten.

Die stattliche Zahl der Gäste war auf drei Säle des Hauses der Flieger verteilt. Die Uniformen aus aller Herren Länder überwogen und ergaben ein prachtvolles buntes Bild. Inmitten der hohen Offi­ziere und der namhaften Ehrengäste faßen voll­zählig auch die nicht zum Offizierstande gehörenden militärischen Olympia-Kämpfer aller Sportarten von fast 50 Nationen. Der Gastgeber, der Reichs­kriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht,

Generalfeldmarschall von Vlombera

widmete seinen Gästen herzliche Worte der

einander nur deshalb glückliche Kameraden, weil sie mit ihrer eigenen Kraft um den Lor­beer des sportlichen Sieges ringen durften. Diese Soldaten reden nicht über die verschie­denen theoretischen Grundsätze des Friedens. Sie beweisen vor den Augen und Ohren der ganzen Welt durch die Tat die Ehr­furcht vor dem höchsten menschlichen Erlebnis, vor dem Witerleben der Gemeinschaft. Das i st Friede. Wöge von diesen Augusttagen 1936 auf die Welt das Bewußtsein übergehen, wie herrlich der Friede und wie leicht er zu gestalten ist, wenn man dem Willen der Völker und unverdorbenen Wenschen den Weg freigibt.

grüfjung:

Im Namen der deutschen Wehrmacht heiße ich Sie als unsere Gäste willkommen. Ich begrüße be­sonders den hochverdienten Präsidenten des Inter­nationalen Olympischen Komitees, Herrn Grasen de Baillet-Latour, die Herren Präsidenten der nationalen olympischen Komitees sowie die Herren Präsidenten der internationalen Sportver- bände. Freudigen Herzens begrüße ich ferner d i e Soldaten aller Länder, die sich zum fried­lichen Kampfe in Deutschland eingefunden haben.

Zwei Dinge zeichneten den Soldaten aller Länder und Völker von jeher aus: Kampfgeist und Kameradschaft. Der sportliche Wettkampf ver­bindet diese beiden Eigenschaften in der glücklichsten Weise. Er stählt und erhöht den Kampfgeist, und er fördert zugleich die Kameradschaft aller derer, die ihre Kräfte in einem solchen Kampfe messen. Sie wissen, meine Herren, daß der deutsche Soldat zu allen Zeiten verstanden hat, zu kämpfen. Mö­gen Sie aus dem Olympischen Dorf, das Ihnen die deutsche Wehrmacht baute, und von dem heutigen Abend die Heberzeugung mitnehmen, daß er nicht minder versteht, ein guter und aufrichtiger Kamerad zu fein. Freudig heißen wir Sie im Geiste dieser Kameradschaft willkommen. Dankbar gedenken wir der Arbeit derer, die mit dem olympi­schen Gedanken zugleich den Frieden und die Freundschaft aller Völker fördern. Der Wunsch nach auter Kameradschaft sei der Sinn des heutigen Äbends. Ich hebe mein Glas und leere es zu Ehren unserer Gäste!"

Der Präsident des Internationalen Organisa­tionskomitees, Graf Baillet-Latour, dankte im Namen der Gäste für den herzlichen Empfang und für den außergewöhnlichen Anteil, den die Wehrmacht an der Durchführung der XL Olympi­schen Spiele habe. Der Geist der soldati­schen Erziehung sei der gleiche, der den rit­terlichen sportlichen Kamps den der Olym­pischen Spiele beherrsche. Er hob sein Glas 'auf

Berlin, 7. Aug. (DNB.) Ministerpräsident Ge­neraloberst Göring gewährte einem Vertreter der Berliner Illustrierten Nachtausgabe" eine Unter­redung, in der er über die Bedeutung der militäri­schen Erziehung für die körperliche Ertüchtigung und damit vor allem für die sportliche Leistung folgen­des ausführte:

Soldaten aller Völker im friedlichen Wettkampf, das ist wohl das höchste Erlebnis dieser großen Tage. Wir saben die Läufer, die Springer, Speer­werfer, wir sahen die Reiter auf dem Rasen, die Wettkämpfer im Polospiel, die Angehörigen fremder Armeen im Fünfkampf mit den unseren um den Siegerpreis kämpfen, die Ruderer in Grünau, Athle-* ten, Ringer, Boxer, Rennfahrer, jeder alsTrä- g e r der Farbenseiner Nation, ein Mann der sportlichen Jugend seines Vaterlandes und sonst nichts! Für diese Sportler gilt nach olym­pischem Gesetz weder Berus noch Privatleben, denn es ist für uns einer der größten Vorzüge des olym­pischen Geistes, daß Rang, Klasse, Herkunft und Besitz hier keine Rolle spielen. Heber diese Gemein­schaft, die heute noch vielfach in der Welt unbekannt ist, über solche Einheit des körperlichen und geistigen Willens von Männern und Frauen, die im Wett­kampf stehen, empfinden wir Nationalsozialisten eine besondere Freude. Angefangen vom Deut­schen Organisationskomitee bis zum letzten Zeitungs­leser und Nundfunkhörer ist ganz Deutschland des­halb mit so freudigem Herzen bei diesen Olympischen Spielen, weil der Gei st uns vertraut ist. Wir wechseln nicht das Blickfeld der öffentlichen Mei­nung, wenn wir von unserem innerstaatlichen Er­leben auf dieses Sportfeld hinübergehen. Hier und dort sind die Gemeinschaft, die Kameradschaft der Wettkämpfer nur mit dem Ziel der besseren Lei­stung oberster Grundsatz.

Die 5000 Sportler, fuhr Generaloberst Göring fort,die hier kämpfen, kehren mit dem tiefen Erleben der Gemeinschaft in ihre Heimat zu­rück. Die hunderttausend, die täglich im Ring sitzen, werden niemals vergessen, daß sie bei diesem Fest der Gemeinschaft dabei fein durf­ten. Am tiefsten jedoch wird dies Erlebnis die IHänner packen, die von hier wieder in die Reihen unserer eigenen Wehr­macht zurückgehen. Der Soldat weiß wahr­lich am besten, was der Friede bedeutet. Wenn Wänner, die in der Luft ihr Leben ein- sehen oder mit den modernen Waffen des Krieges täglich für den Kampf um das Leben sich vorbereiten müssen, hier mit aller An­spannung der körperlichen und geistigen Kräfte um den Lorbeer des friedlichen Sieges ringen, ohne jede Waffe, dann ist dieser ritter­liche Wettkampf höchstes Glück des

Soldaten!

Schon bei den Kunstflügen in Rangsdorf, vor der Eröffnung der Olympischen Spiele, haben mir fremde Of iziere als Kameraden des Wettkampfes begrüßen können. Mit unseren deutschen Reiteroffizieren, die auf vielen Turnier­plätzen den Siegerkranz eroberten, kämpften Reiter aus Rumänien, den Vereinigten Staaten, Ungarn, Polen, Spanien, Portugal, Schweden, der Schweiz, Bulgarien, Belgien und der Tschechoslowakei. Un-

nischen Bürgerkriegsschauplatz sein. Lenin hat einst gesagt, Spanien sei reif für den Bolschewismus, und die heutigen roten Machthaber im Kreml haben diese Lehre nicht vergessen. Spanien ist die große Karte des Bolschewismus. Das Land, das durch die volitischen Wirren des vorigen Jahrhunderts in feiner wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung weit hinter dem übrigen Europa zurückgeblieben war, das klassische Land der Riesenlatifundien, hat weder unter dem auf die Erneuerung der Wirt­schaftskraft und eine allmähliche Sozialreform an­strebenden Regime Primo de Riveras noch unter der zügellosen Parteienherrschaft der Republik das einholen können, was Jahrhunderte hindurch ver­säumt worden war. Die wirtschaftliche Not der Landarbeiter, des Jndustrieproletariats und weiter Kreise des Mittelstands war ein guter Nährboden für die bolschewistische Propaganda. Wie Spanien in der Vorkriegszeit das gegebene Versuchsfeld für Anarchismus und Syndikalismus war, so ging jetzt die kommunistische Saat Moskaus auf. Die Republik derVolksfront" drängte die Kirche, die in Spa­nien gestützt auf die Traditionen des jahrhunderte­langen Glaubenskrieges gegen den Islam in beson­derem Maße mit dem Volke verbunden ist, nicht nur aus dem politischen und wirtschaftlichen Leben zu­rück, sie förderte auch antireligiöse Ideen ohne aber dem spanischen Volke einen vollwertigen see­lischen Ersatz geben zu können. So mußte die aus Kreisen des Heeres heroorgegangene nationale Be­wegung mit ihrer Aufforderung zum Kampf gegen die parlamentarische Mißwirtschaft der Linkspar­teien und gegen die Gottlosenpropaganda des Kommunismus in breiten Schichten des Volkes namentlich auf dem platten Lande und den klei­nen Städten der Provinz lebhaften Widerhall fin­den, während der Kommunismus in den Hafen- und Industriestädten sich unter der schwächlichen Duldung der bürgerlichen und sozialistischen Linken schon zu fest eingenistet hat, um ohne schweren Kampf niebergerunaen zu werden. Hier kämpft Moskau um sein Prestige. Es wird darum vor nichts zurückschrecken, um den spanischen Kommu­nisten hinter dem Deckmantel einer offiziellen Nicht­einmischung mit Waffen, Geld und Freiwilligen unter die Arme zu greifen. Vielleicht lernt auch hieran die französische Linke noch rechtzeitig, was ihr selber blühen muß, wenn sie auch in Zukunft alles treiben läßt und es dem radikalen Bruder erlaubt, aus Paris eine Filiale Moskaus zu machen. Die Einstellung Frankreichs zu den spani­schen Wirren wird eine Probe aufs Exempel sein.

Dor einem kommunistischen Handstreich auf Andorra.

Paris, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Foix wollen in Andorra die Ge­rüchte nicht verstummen, daß die spanischen Kom­munisten und Anarchisten einen Ueberfall auf b i e kleine Pyrenäen-Republik beab­sichtigen. Dieser Heberfall solle von Puigcerda aus, das sich in den Händen der Kommunisten befindet, erfolgen. Als Vorwand für diesen Handstreich solle dienen, daß Andorra zahlreiche spanische Flüchtlinge und vor allem Geistliche

ausgenommen habe. Die französische Regie­rung, die vertragsmäßig das Polizeirecht in An­dorra ausübt, habe eine Abteilung Gendarme- ri e und Mobilgarde an bie Grenze ge­schickt, die im gegebenen Falle eingreifen solle.

Die Zwischenfälle bei Gibraltar.

England erwägt Erweiterung der neutralen Zone.

London, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die wie­derholte Verletzung des britischen Hoheitsgebietes bei Gibraltar durch Kriegsschiffe und Flugzeuge der miteinander im Kampfe liegenden spanischen Grup­pen hat die britische Regierung erneut zu einem Protestschritt gezwungen, nachdem schon einmal ge- aen dieabsichtliche und unverantwortliche Bom­bardierung Gibraltars" Einspruch erhoben und ein Vergeltungsakt für den Fall einer Wiederholung angedroht worden war.Morning Post" meldet, daß General Franco damals sich bei den briti­schen Behörden in Gibraltar entschuldigt habe, daß aber aus Madrid keine befriedi­gende Antwort eingegangen sei. Durch die fortgesetzten Schießereien in der Meerenge von Gibraltar werde die neutrale Schiffahrt ernstlich ge­fährdet. Wenn man die spanischen Kriegsschiffe in der Meerenge und sogar in der Bucht von Gibral­tar operieren lasse, würden Leben und Eigentum von Ausländern in Mitleidenschaft gezogen. Da in einem solchen Falle eine sehr delikate Lage heraufbeschworen werden könne, werde die Einrich­tung einer erweiterten neutralen Zone erwogen. Alle neutralen Kriegsschiffe würden in einem solchen Falle dafür sorgen, daß keine der kriegführenden Kriegsschiffe oder Flugzeuge in die­ser Zone militärische Operationen durchführen können.

Das deutsche Doll Hilst

Spenden für die Spanien-Flüchtlinge.

Berlin, 7. Aug. (DNB.) Bei dem von der Auslandsorganisation der NSDAP, eingesetzten Hilfsausschuß für Spanien-Deutsche in der Leitung der Auslandsorganisation der NSDAP.", sind aus allen Gegenden des Deutschen Reiches wiederum zahlreiche Spenden ein­gelaufen. Große Beträge und allerkleinste Opfer kamen zusammen. Führende Männer im Reich, eine Reihe von Städten, die deutsche Industrie und die Belegschaften vieler Werke haben gegeben. Die Studenten haben unter sich gesammelt. Die Mädel des Frauenarbeitsdienstes taten ihre Groschen zu­sammen, um auch mit ihren geringen Kräften dazu beizutragen, daß ihren vertriebenen Volksgenossen geholfen werden kann. An größeren und kleineren Spenden gingen von Industrieunternehmen, Orga­nisationen und einzelnen Volksgenossen vom 3. bis 5. August 49 735,61 Mark ein.

Auch das Auslandsdeutschtum beweist wiederum seine Verbundenheit mit Der Heimat. So wurden von der Landesgruppe Kolumbien der Aus­landsorganisation der NSDAP. 400 Mark, von der Landesgruppe Argentinien 1000 Mark und vom Kreis Italien-Nord der Auslandsorganisation der

NSDAP. 200 Mark für den Hilfsfonds übersandt. Diese Spenden, die oftmals ein großes Opfer waren, offenbaren die Verbundenheit und das Zusammen­gehörigkeitsgefühl der Ausländsdeutschen mit dem ganzen deutschen Volk. Möge ihr Beispiel dazu die­nen, daß auch weiterhin Die notwendigen Mittel für unsere Volksgenossen, die in Spanien ihre ganze Habe und ihr ganzes Vermögen verloren haben, zusammenkommen.

Spenden sind zu richten an den H i l f s a u s schuß für Spanien-Deutsche in der Lei­tung der Auslandsorganisation der NSDAP., Ber­lin W 35, Tiergartenstraße 4a. Konto: Berliner Stadtbank, Girokonto 2400 (Hilfsausschuß für Spa­nien-Deutsche); außerdem nehmen sämtliche Spar­und Girokassen und auch die Geschäftsstelle des GA. Zahlungen entgegen.

KdF.-Dampfer als Wohnschiff für Spanien-Flüchtlinge.

Berlin, 7. Aug. (DNB.) Der KdF.-Dampfer Monte Sarmiento" hat Hamburg mit Kurs Lissabon verlassen. Der Dampfer ist als Wohn- schiff eingerichtet und dazu bestimmt, etwa 2000 deutsche Flüchtlingen aus Spanien Schutz und Un­terkunft zu bieten. Die NSG. KdF. wird sich der vertriebenen Deutschen aus Spanien mit besonderer Sorge und Treue widmen, um ihnen zu helfen, ihr fruchtbares Schicksal erträglich zu gestalten. Des­halb sind durch die NSG. KdF. weite Gebiete in der bayerischen Ostmark, im Schwarzwald und in Südbayern für die Aufnahme von mehreren Tau­send deutschen Flüchtlingen aus Spanien, mit deren Eintreffen gerechnet wird, vorbereitet. Einige Hun­dert Flüchtlinge sind bereits in der bayerischen Ost­mark eingetroffen. Die Indienststellung derMonte Sarmiento" als Wohnschiff für deutsche Flüchtlinge macht es erforderlich, daß vorerst vier vorgesehene Urlaubsfahrten dieses Dampfers a u s f a 11 e n.

Eingreifen der arabischen Könige in den Palästinastreit.

Jerusalem, 7. Aug. (DNB.) Das vor zwei Wochen von den Königen Saudias, Iraks und Je­mens unterzeichnete und der englischen Regierung überreichte Memorandum Zugunsten der Araber in Palästina steht anscheinend mit Geheimverhandlungen im Zusammenhang, die die Könige mit dem arabischen Kampfaus - schuß in Palästina führen. Die Verhandlungen haben anscheinend einen feierlichen Aufruf der drei Könige an die arabische Bevölkerung Palästi­nas zum Gegenstand, durch den der General­streik und die Unruhen beendet werden sollen. Diesen Schritt sollte dann England mit einem mindestens teilweisen Entgegenkom­me n an die Araber beantworten. Das Eingreifen der arabischen Könige entspringt offensichtlich der Erkenntnis, daß kein Parteiführer in Palästina mehr die Autorität besitzt, die Unruhen abzublasen. Selbst die alten Parteiführer überbieten sich jetzt in übertriebenen Forderungen an England, um ihre Volkstümlichkeit zu retten, so daß auf diesem Wege keine Aussicht zu einer Einigung besteht. Die Ge-