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Oer Giftmord-Prozeß Vogler in Mainz

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Der Führer und Reichskanzler hat dem Alber- hi5 Claaßen in Heide aus Anlaß der Voll­endung seines 10 0. Lebensjahres ein Glück­wunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen.

Auszeichnung

durch den Reichsforstmeister Generaloberst Goring.

Reichsforstmeister Generaloberst Göring hat dem Reoierförster R i t s ch e l und dem Hilfsforster Göbel von der Försterei Klink, Kreis Oppeln, für ihr tapferes Verhalten bei der Unschädlich­machung der Eisenbahnräuber Gebrüder Schül­ler im Forst bei Poppelau seine besondere An­erkennung ausgesprochen und ihnen den vor einiger Zeit geschaffenen Ehrenhirschfänger ver­liehen.

Deutsche Automobilhändler fliegen nach Amerika.

Das LuftschiffHindenburg" wird auf seiner nächsten Nordamerika-Fahrt eine Gesellschaft von 25 führenden Vertretern des deutschen Automobil­handels an Bord haben. Der Zweck der Reise ist das Studium aller die Automobilwirtschaft und den Automobilhandel betreffenden Fragen in den Vereinigten Staaten. Die größte Automobllfabrik des europäischen Kontinents, die Adam Opel AG-, hat ihre weltweiten Verbindungen dieser Studien- qesellschaft zur Verfügung gestellt und die Reise­leitung übernommen. Die Gesellschaft beabsichtigt die Äutomobilzentren in Detroit, Flint, Philadel­phia, Cleoeland und Toledo zu besuchen und sich über wichige Probleme der Motorisierung, wie Kundendienst, Tankstellen-, Garagen- und Der- sicherungsfragen, gründlich zu informieren, hochsiaplerprozeß vor dem Berliner Sondergericht.

Dor dem Berliner Sondergericht begann ein Hochstaplerprozeß gegen den 37jahrlgen Eberhard B 0 d e ck , dessen Ehefrau Käthe, den Mar K e i l 0 n a t und den Heinz O e l z e. Es han­delt sich um einen Teil eines riesigen Betrugspro­zesses gegen eine mehr als 20köpfige Schleberge- sellschaft, die unter der Leitung des achtmal vor­bestraften Bruno Ryczeck stand. Der Fall Bo- deck ist abgetrennt und dem Sondergericht über­wiesen worden, weil Bodeck bei seinen Betrügereien unberechtigterweise die Uniform eines Flieger- sturms und das Abzeichen des Luftsportverbandes getragen hatte. Bodeck, der ebenfalls mehrfach vor­bestraft ist, hatte es durch raffinierte Schwinde­leien mit wertlosen Hypotheken ohne Barmittel Der* standen, das Gut Friesack in Westhavelland an sich zu bringen, und sich zumRittergutsbesitzer" und Burghauptmann" gemacht. Durch sein sicheres Auftreten und die Uniform gelang es ihm, zahl-

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Amtsgericht Gießen.

Der bereits zwölfmal einschlägig vorbestrafte R. 21. aus Engelskirchen hatte sich gestern wiederum wegen Bettelns zu verantworten. Das Gericht ver­urteilte ihn zu vier Wochen Haft unter An­rechnung von zwölf Tagen Unterfuchungshaft.

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Weiterbericht

des Reichswekterdiensles. Ausgabeort Frankfurt.

Die starke Erhitzung des Festlandes am gestrigen Dienstag hat die Temperaturen Westdeutschlands bei sehr großer Schwüle vielfach bis zu 30 Grad Celfius wieder ansteigen lassen. Dies führte zu einem allge­meinen raschen Umsturz der Wetterlage. Am Abend drangen unter Böen bis zu 20 Meter pro Sekunde Geschwindigkeit von Nordwestdeutschland bis zu den Alpen reichende Luftmassen von Nordwesten her vor und gaben, von heftigen Regengüssen begleitet, zu starken Gewittern Anlaß. Ein weiterer Vorstoß kühler Luftmassen führte dann am Mittwoch erneut -u gewittrigen Schauern. Mit wieder eintretenden westlichen Winden läßt sich für die nächste Zeit em leicht unbeständiges Wetter erwarten, in dessen Der- lauf Aufheiterung und Schauer zu erwarten sind.

Aussichten für Donnerstag: Vielfach bewölkt, aber auch aufheiternd, einzelne gewittrige Schauer, mäßig warm, um Westen drehende Wmde.

Aussichten für Freitag: Fortdauer der nicht ganz beständigen, aber im ganzen etwas freundlicheren Witterung.

Lufttemperaturen am 7. Juli: mittags 28,5 Grad Celsius, abends 19,8 Grad; am 8. Juli: morgens 19,2 Grad. Maximum 28,8 Grad, Minimum heute nacht 17 6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7 Juli: abends 24 Grad; am 8. Juli: morgens 20,3 Grad. Niederschläge 13,9 mm. Sonnenschein- dauer 4,6 Stunden.

Aus aller Wett.

Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.

Im Berliner Bauunglückprozeß tra­ten die Gegensätze zwischen den Angeklagten Kell- berg und Weyher, sowie der grundsätzliche Un- terschled in der Darstellung Weyhers und N 0 t h s erneut zutage. Roth vertritt nach wie vor den Standpunkt, daß Weyher die Tieferschachtung angeordnet hat, mithin darüber vollkommen im

Der Führer durch den Gautag Hefsen-Nassau 1936, ist das Programmheft.

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Sieben Schafe

durch eine Lokomotive getötet.

Marburg, 7. Juli. (LPD.) Kurz vor dem Ein- treffen des Kreisbahnzuges wollte ein Schäfer aus Ebsdorf mit feiner Schafherde noch den Bahnuber- gang zwischen Ebsdorf und Bortshausen überque- ren. Es gelang ihm aber nicht, die ganze Herde hinüberzubringen, so daß der Zug in die Schafe hineinfuhr. Sieben Tiere wurden von der Loko­motive getötet bzw. verletzt, so daß sie geschlachtet werden mußten.

Bilde war, während Weyhers Verteidigung darauf hinausläuft, daß hinter seinem Rücken in Den letz­ten Tagen vor dem Einsturz, als er nicht mehr auf der Grubensohle war, der Aushub unter die zu- lässige Tiefe vorwärts getrieben wurde. Der Vor­sitzende betonte, daß man immer wieder auf die Kernfrage zurückkomme, die schon vor zwei Mona­ten angeschnitten worden sei, wer nämlich die größere Glaubwürdigkeit verdiene, Weyher oder Noth. Bringt die weitere Der- Handlung keine Klarheit hierüber, dann wird sich das Gericht auf Grund der sehr eingehenden Be- weisaufnahme sein Urteil bilden und die Entschei­dung nach pflichtgemäßem Ermessen fällen müssen.

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Im Mainzer Gistmordprozeß Vogler stellte der Vorsitzende auf Grund der Tags zuvor verlesenen Briefe der Frau Vogler vier Haupt­punkte heraus: Die Angeklagte wollte unbedingt wissen, ob die Leiche des Friseurs Seitz ausge­graben sei, sie drängte auf eine restlose Räumung ihres Hauses, beschäftigte sich eingehend mit dem sagenhaftenOnkel Ehrhard" und wandte in allen Briefen eine raffinierte Verbrechersprache an. Der Vorsitzende fragte:Frau Vogler, hier sind Zeug­nisse Ihrer eigenen Hand. Wollen Sie diese auch bestreiten?" Die Angeklagte:Ich habe keine bösen Gedanken dabei gehabt."

Dann begann ein Aufmarsch von sonderbaren Zeugen: Manner und Frauen, die der Kunst des Handlesens, Sterndeutens, Schriftdeutens, Karten­legens Hellsehens usw. huldigen und aus dieser Beschäftigung" teils ein lohnendes Geschäft, teils eine sogenannteWissenschaft" machen. Von be­sonderem Interesse ist die Aussage der Mainzer Kartenlegerin Therese Schneider, mit der Frau Vogler eng befreundet war. Diefe Aussage ist eine schwere Anklage gegen Frau Vogler. Die Zeugin gibt zu, im Auftrage der Angeklagten un­ter Anrufung der Heiligen Dreieinigkeit Salz ge- ftreut zu haben, damit der alte Vogler Herzkrampfe bekomme. Ausführlich schildert dann die Zeugin, daß sie den Stiefsohn Georg Vogler habetot­beten" sollen. Sie bestritt allerdings, diesen Auftrag ausgeführt zu haben, denn totbeten gebe es ja nicht. Am Tage nach der Haussuchung habe Frau Vogler der Zeugin gestanden, sie habe ihrem Manne und ihrem Stiefsohn Rattengift aus einer Tube, die sie von Seitz bekommen habe, auf das Brot geschmiert. Später soll die Angeklagte große Angst vor den Ausgrabungen geäußert ha­ben. Noch kennzeichnender ist ein Ausspruch, den die Zeugin Schneider wiedergibt und den Frau Vogler nach der Verheiratung ihres Geliebten Holzhauer getan habe:Warum j e tz t alles?" Die Angeklagte bezeichnete wieder alles als Lüge, was die Zeugin aussagte.

200000 Farmerfamilien bedürfen sofortiger 5)ilfe. In Wyoming und Montana sind Tausende von Menschen mit der Bekämpfung ausgedehnter W a 1 d b r a n d e beschäftigt, durch die bereits gro­ßer Schaden anqerichtet worden ist.

Der Hitzewelle sind bisher über 50 Menschen zum Opfer gefallen. Davon ertranken über 20 Personen beim Baden, weitere 20 Per­sonen erlitten H i tz s ch l ä g e. Die Wetterwarte Washington teilte mit, daß vor zwei oder drei Tagen hine Wetteränderung zu erwarten fei.

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Nach weiteren Zeugenaussagen stellt der Ober­staatsanwalt fest, daß gegen die Zeugin Rocker ein besonderes Verfahren eingeleitet fei, das von diesem Verfahren abgetrennt würde.

Eine Beamtin des Mainzer Landaerichtsgefäng- nisfes machte die bisher wichtigste Aussage. Sie kam als Hilfsaufseherin mit Frau Vogler zusam­men, gewann deren Vertrauen und wurde dann von ihrer vorgesetzten Behörde beauftragt, auf die verschiedenen Anliegen der Angeklagten einzugehen, um so ein Geständnis zu erreichen. Frau Vogler schrieb mehrere Briefe, die die Zeugin aus dem Gefängnis schmuggeln sollte. In einem dieser Briefe bittet die Angeklagte Gott um Beistand zu ihren Mordtaten. In einem zweiten Schreiben verlangt sie das Beten von drei Vaterunser für den Tod ihres Stiefsohns. Der Vorsitzende bezeichnet dies als eine ungeheurliche Gotteslästerung. Einige Stellen aus diesen Briefen find ein unzweifelhaftes Ge- Geständnis der Schuld der Angeklagten. Ein Gestand- nis waren folgende Worte an bis Gefängnisbe­amtin:M einem Mann habe ich's ge­geben und meinem Stiefsohn Georg. Der ist dadurch krank geworden. Aber die Erblin­dung kam erst durch die Spritzen". Obwohl fünf ehemalige Mitgefangene der Frau 93 o gier bie Angaben der Beamtin bestätigen und über weitere Geständnisse der Frau Vogler unter Eid berichten, erklärte die Angeklagte angesichts dieser nieder­schmetternden Belastungen:Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe niemand vergiftet".

Sehr aufschlußreich sind auch die Mitteilungen der ehemaligen Mitgefangenen über die theatrali­schen Selbstmordversuche der Angeklagten sowie über ihre mit Aberglauben vermischten religiösen Vorstellungen und über ihre geschickt oorgetäuschten Herzkrämpfe. Einer dieser Zeuginnen hatte Frau Vogler wörtlich gestanden: ,Äch habe meinen Alten umgebrach t".

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde der Ph. F. aus Großen-Buseck wegen Verbrechens nach § 176 Z. 3 StGB, unter Annahme mildernder Um­stände zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. 12 Tage Untersuchungshaft wurden angeredjnet.

Wegen desselben Delikts stand der W. R. aus Gießen unter Anklage. Er wurde auf Grund der Beweisaufnahme freigesprochen.

Sodann hatte sich die Kammer mit dem Wilhelm Wei! III. aus Muschenheim wegen Verbrechen im Amt zu beschäftigen. Der Angeklagte nahm als Post­stelleninhaber öfters eingezahlte Gelder ein, die er jedoch nicht ablieferte. Eine Eintragung dieser Be­träge nahm er nicht vor. Um sich in den Besitz des Geldes zu erhalten, schaffte er die Postabschnitte, die in seinen Amtsbesitz kamen, beiseite, indem er sie in seinen Hosentaschen usw. verwahrte. Der An­geklagte öffnete außerdem zwei Mahnbriefe und vernichtete diese. In der gestrigen Hauptverhandlung gab der Angeklagte seine Verfehlungen zu. Das Gericht erkannte auf eine Zuchthaus st rafe von 1 Jahr 4 Monaten, sowie zweimal 50 Mark Geldstrafe. Letztere ist im Falle Der Un­einbringlichkeit mit je einem Tag Zuchthaus f

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reiche Kaufleute und Handwerker zu blenden, so daß sie ihm Maschinen und Möbel lieferten und Haus und Hof instandfetzten, ohne einen Pfennig zu bekommen. Insgesamt hat Bodeck seine Lieferan­ten um rund 15 000 Mark geschädigt.

ZHaffenoergiftungen in Jerusalem.

Rund 400 Angehörige der ärmeren Bevölkerung von Jerusalem erkrankten nach dem Genuß von Fischen, die durch langen Transport m der Hitze verdorben waren. Einer der Erkrankten ist g e ft o r b e n.

schweres Erdbeben in Iran.

Mehrere Bezirke in Iran wurden von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Am stärksten betroffen wurde die Stadt Banand bei Birjand, wo zwölf Menschen getötet und über fünfzig verletzt wurden.

444 Todesopfer bei Unfällen am amerikanischen Nationalfeiertag.

Bei der zweitägigen Feier des Unabhängig­keit s t a g e s in Amerika wurden insgesamt 444 Personen bei Unfällen aller Art getötet. Es handelt sich um die höchste Zahl von Todesopfern seit der Feier des Unabhängigkeitstages im Jahre 1931, wo 483 Menschen ums Leben kamen. Allein 254 Personen sind bei Autounfällen getötet wor­den, 104 Menschen ertranken, sieben wurden beim Abbrennen von Feuerwerk getötet. Im vorigen Jahr betrug die Zahl der Toten 216.

Vestechungsskandal in Japan.

Das japanische Kriegsministerium hat folgende Mitteilung veröffentlicht: Da der Verdacht von Durch st echereien in Verbindung mit Waffen- und Munittonslieferungen bestand, hat die Gen­darmerie eine Untersuchung ausgenommen und zwei Verdächtige, nämlich den Direktor des Militär- Arsenals, Generalleutnant U y e m u r a , und den Oberingenieur N i s ch i y a m a , dem Kriegsgericht zugeführt. Beide sollen Bestechungsgelder von Mu­nitionsfabriken oder Geschäftsleuten erhalten haben und zwar mehr als 20 000 Yen. Die Angelegenheit hat mit dem Februar-Aufstand nichts zu tun.

Japaner siedeln in Paraguay.

Die paraguayische Regierung beabsichtigt, 100 japanische Sauernfamilien versuchsweise in Paraguay anzusiedeln. Der erste Transport in Stärke von 33 Familien ist in» i zwischen in Asuncion eingetroffen. Die Siedler i kommen aus dem brasilianischen Staate S. Paulo i und wurden auf dem Wasserwege nach Paraguay - geschafft. Sie sollen bei Jbitymi angesiedelt werden.

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