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Oie Spannungen in Frankreich

Schwere Llnweiter in aller Welt

Kenntnis von den Erklärungen der Regierung mitgerissen. Rach großen Anstrengungen tonnte man nimmt daß diese die öffentliche Ordnung in voller ben Verunglückten bergen, doch waren die Wieder- Achtung der republikanischen Gesetze sicherstellen belebungsversuche erfolglos.

3m bergischen Lande und in Holland.

Oie englische Ausrüstung.

Neue Zusahhaushalte für Flotte und Luststreitmacht.

mit, daß im Notfall weitere Verstärkungen heran­gezogen würden. Der Kommissar warnte vor der verbreiteten Ansicht, daß ein Widerstand gegen die Militärmacht möglich sei. Die Aufrührer seien für die Not der armen Bevölkerung allein verantwort­lich. Infolge Verminderung der Staatseinnahmen würden Steuererhöhunaen notwendig, was sich wiederum auf den Lebensstand der Bevölkerung ungünstig auswirken werde. Der Kommissar wies rpeiter auf die Unmöglichkeit ärztlicher

Die zahlreichen Gewitter, die am Dienstag- nachmittag über ganz Westdeutschland niedergingen und die vor allem in den Ausläufern des bergischen Landes bedeutenden Schaden m

Feld und Flur anrichteten, haben in Opladen ein Todesopfer gefordert. Eine 34 Jahre alte Frau wurde, als sie auf das Feld gehen wollte, vom Blitz getroffen und sofort getötet.

In den Nachmittagsstunden des Dienstag ent­luden sich über den Städten Amsterdam und Rotterdam mehrere schwere Gewitter, die von einem wolkenbruchartigen Regen, wie er seit Jahren nicht mehr zu verzeichnen war, begleitet waren. Auf den überfluteten Straßen machten die Wassermassen jeglichen Verkehr unmöglich.

In Lettland und Litauen.

Die Unwetterschäden in Südlettland betra­fen hauptsächlich die Landkreise Mitau und Bauske. Stellenweise ist die E r n t e z u 8 0 v. H. v e r n i ch - t e t worden, während teilweise mit dem vollständi­gen Verlust der Obst- und Gemüseernte gerechnet werden muß. Soweit bisher bekannt geworden ist, liegen keine Verluste an Menschenleben vor.

lieber Nordlitauen sind schwere Unwetter niedergegangen, die mit Gewitter und Hagelschlä- gen verbunden waren. Aus Schaulen wird gemel­det, daß von Wirbel stürmen gegen 300 Ge­bäude umgelegt worden sind. Die Ernte von über 30 Dörfern ist vollständig vernichtet. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Verheerende Hitzewelle in Amerika.

Seit Tagen herrscht in den Getreidestaaten des Mittelwestens der Vereinigten Staaten ungewöhn­lich starke Hitze. Die Ernten in Minnesota und im Gebiet von Nord- und Süddakota werden als v er« nichtet angesehen. Bis jetzt dürfte der durch die Hitzewelle verursachte Schaden etwa 300 Millionen Dollar betragen. Präsident Roosevelt hat selbst die Leitung der Hilfsaktion für die Farmer m den Dürregebieten übernommen. Das Thermometer sneg am Dienstag in allen Staaten des nördlichen Mittelwestens auf 45 bis 50 Grad Celsrus.

Bauernhof durch Blitzschlag eingeäschert.

Dienstagabend entlud sich über der Umgebung Fuldas und der Rhön ein ungemein heftiges G e - Witter, in dessen Verlauf zahlreiche Blitzschläge niedergingen. Jrn Dorf Künzell bei Fulda entstand durch Blitzschlag ein großes Schadenfeuer, dem die landwirtschaftlichen Gebäude mit allen Maschinen und Fahrzeugen eines großen Bauern­hofes trotz der sofortigen Ersetzung der Orts- und der Fuldaer Feuerwehren Zum Opfer sielen.

Mein, Mosel und Elsaß.

darmerie mußten in der Stadt zufammengezogen werden, um die Ordnung wiederherzustellen. Auch Militär und Marine befanden sich im Alarmzustand. Auf beiden Seiten sind Verletzte zu verzeichnen. Wenn auch vorläufig die Ruhe wieder hergestellt ist, ist die Stimmung noch außerordentlich gespannt. Nähere Einzelheiten über die Zusammenstöße smd nicht bekannt geworden.

Streikende Arbeiter sehen Direktoren gefangen.

Paris, 7.Juli. (DNB.) Wie derMatin" meldet, haben die streikenden Arbeiter der Cl- troen-Werke in Froncles (Departement Obere Marne), nachdem ihre Forderung auf Entfernung zweier Ingenieure von der Werksleitung abgelehnt worden war, zwei leitende Direktoren in der Fabrik e i n g e f ch l o f f e n. Die Direktoren waren zur Regelung des Streitfalles nach Froncles gekommen. Der Präfekt des Departements, der von diesem Zwischenfall in Kenntnis gesetzt wurde, hat einen Arbeitsinspektor an Ort und Stelle entsandt.

Jeden Tag kommt eine neue Olympische Mannschaft nach Berlin, um das Trauung für die großen Ent­scheidungen aufzunehmen. Unter den ersten befinden sich hauptsächlich überseeische Teilnehmer, dle längere Zeit brauchen, um sich an das Klima zu gewöhnen. Hier sieht man die Begrüßung der Philippinen- Mannschaft auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin durch Dr. R i 11 e r v o n H a l t.

(Presse-Bild-Zentrale-M.)

Die französische Flugzeug­kanone 23.

Luftfahrtminister Cot von der Anfrage peinlich berührt.

Paris, 8. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Ver­öffentlichung der von Henry de K e r i 11 i s in der Kammer geplanten Anfrage über die Ausliefe - rung von Plänen der französischen Flugzeugkanone 23 an Sowjetruß­land hat den Luftfahrtminister sehr erregt, da es bisher üblich war, die Anfragen über die nationale Verteidigung zuvor dem Mimsterrat zuzuleiten. Der Luftfahrtminister befürchtet außerdem, wie er in den Wandelgängen der Kammer zu erkennen gab, daß sich durch diese Anfrage insofern diploma- tische Unzuträglichkeiten ergeben könnten, als über die Natur der Beziehungen zwischen Frankreich und Sowjetrußland ein falscher Eindruck erweckt werden könnte. Der Minister hat sich bereit- erklärt, am kommenden Freitag auf die Anfrage bezüglich der Flugzeugkanone 23 zu antworten.

teneinh eiten besetzt sein werde. Das Ge­biet werde durch Bojen abgesperrt. Ueber die Be­deutung dieser Maßnahme verlaute nichts, jedoch vermute man, daß das Gebiet für Minenle g- Übungen benutzt werden solle. In Londoner diplomatischen Kreisen werde im Zusammenhang mit dieser Meldung an die Erklärung Edens im Unterhaus erinnert, daß England in Zukunft eine stärkere Defensiv st ellung im Mittel­meer einnehmen werde, als dies vor Beainn des italienisch-abessinischen Streitfalles der Fall mar.

Ordnung in Zukunft nicht mehr ge­duldet würden, nahm der Senat mit 230 gegen 1 Stimme eine EntM-hung an, m der ber Senat

Immer neue Mannschaften der Nationen ireffen in Berlin ein.

London, 8. Zull. (DNB. Funkspruch.) Die weitere Verstärkung und Beschleunigung der bri­tischen Aufrüslungsmahnahmen wird dadurch gekennzeichnet, daß am Dienstagabend neue Zusahhaushalte für die Flotte und die L u f t st r e i t m a ch t im Unterhaus niedergelegt wurden. Ein Zusahhaushalt für die Armee in höhe von 6 bis 7 Millionen Pfund wird ebenfalls in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Schon seht steht fest, daß die zusätz­lichen Rüstungsausgaben, die über die ursprünglichen diesjährigen Militärhaushalte hin­hinausgehen, rund 30 Millionen Pfund be­tragen werden. Für die Flottenrüstungen allein ist bisher bereits die gewaltige Summe von rund 80 Millionen Pfund veranschlagt worden, die nunmehr noch weiter erhöht wird. Das Parlament wird noch vor der Sommer­vertagung aufgefordet werden, die Zusahhaushalte aus Dringlichkeitsgründen zu verabschieden.

Vier britische Großkampsschiffe in Alexandria.

London, 8. Juli. (DNB. Funkspr.) Das eng­lische GroßkampfschiffR e p u l s e" (32 000 Tonnen) traf am Dienstag in Alexandria ein. Insge­samt befinden sich nunmehr vier britische Großkampfschiffe in diesem Hafen. Nach einer Meldung desDaily Herald" habe die Hafen­behörde von Alexandria die Handelsschiffahrt dar­auf aufmerksam gemacht, daß ein ausgedehn- tes Gebiet außerhalb d e s Hafens etwa drei Monate lang von dendritischen Flöt-

rooUe Zusammenstöße in Ajaccio.

Varis, 7. Juli. (DNB.) In der Nacht zum Dienstag kam es in A i a c c i o zu Ichweren Zusam- monftöfien von Angehörigen der Rechtsparteien mit ^ Polizei und Volkssront. Rund 500 Mann Gern

Italien gegen Englands Flotte im Mittelmeer

Fortbestehen der gegen Italien gebildeten Koalition."

Der Giiilichkeiisprozeß gegen die Franziskanerbrüder.

Koblenz, 7. Juli. (DNB.) In der 7. Der- handlungswoche im Prozeß gegen die Fr an- ziskanerbrüder beschäftigte sich das Gericht am Dienstag mit drei weiteren Angeklagten.

Der 24 Jahre alte Sebastian viertes, ge­nannt Bruder Kasper, trat 1930 in das Franzis­kanerkloster Waldbreitbach ein. Bei seiner Verneh­mung sagte der Angeklagte, daß er 1932 zum ersten Male von den sittlichen Verfehlungen im Kloster gehört habe. Er selbst habe diese widerlichen Dinge nicht geglaubt. Der Vorsitzende bemerkt dazu:Sie hätten jedoch besser diese Dinge geglaubt, dann wäre es mit Ihnen vielleicht nicht so weit gekommen, denn heute müssen Sie ja zugeben, daß Sie in dieser Beziehung eine ziemliche Schuld auf dem Kerbholz haben/ Der Angeklagte ist 1933 von dem Franziskanerbruder Markus bei der Nachtwache verführt worden und hat sich in der Folge auch mit den Franziskanerbrüdern Gregor und Hermann Joseph homosexuell vergangen. Der Staatsanwalt wies auf die Widerstandslosigkeit hin, mit der der Angeklagte jeder Versuchung erlegen sei. Begünstigt worden sei das schamlose Treiben durch die im Kloster gebildeten Freundschaftsklubs, die eine Der- hängnisvolle Rolle gespielt hätten. Der Staats­anwalt beantragte ein Jahr zwei Monate Gefäng-

Die zahlreichen Gewitter, die in der Nacht zum Dienstag über dem Mittelrheingebiet nieder­gingen, Haden zum Teil erheblichen Schaden ange­richtet. In zahlreichen Orten des Rhein- und Mosel­tales wurden die Gärten von den Schlamm- und Ge­röllmassen, die der wolkenbruchartige Regen von den Höhen trieb, zugeschwemmt. Besonders hart betrof­fen wurden auch die am Rhein gelegenen Städte Andernach und Weißenthurm sowie verschiedene Dörfer an den Rheinhöhen.

Das Hintere Kaysersberger Tal im Elsaß wurde am Montagnachmittag von einer schweren U n ro e t- terkatastrophe yeimgesucht. Besonders schwer betroffen wurden die Ortschaften La Poutrois, Or- bey und Hachinette; sie waren in wenigen Minuten von einem Wolkenbruch völlig ü b e r - schwemmt. Ein Mann wurde von den Fluten

nis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnis st rafe von einem Jahr drei Monaten. Sieben Monate der Unter­suchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet.

Der zweite Angeklagte ist der 1915 in Westfalen geborene Franziskanerbruder Basilidus. Aus Grund einer Zeitungsanzeige, in der junge Män­ner zum Eintritt in das Franziskanerkloster aufge­fordert wurden, kam der Angeklagte im Juli 1934 als Postulant nach Waldbreitbach. Der Angeklagte ist geständig, mit den Brüdern Ildefons und Ro- muald widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Der Staatsanwalt wies darauf hin, daß der An­geklagte trotz aller guten Vorsätze sich immer wie- der homosexuell betätigt habe. In wenigen Wochen habe er sich schwerer sittlicher Verfehlungen schul­dig gemacht, für die der Staatsanwalt ein Jahr und vier Monate Gefängnis beantragte. Der Staatsanwalt stellte hierzu fest:Diese jungen Leute sind unschuldig in das Kloster gekommen, sind einem alten raffinierten Routinier in die Hände gefallen und sittlich verkommen, oder sie wußten in ihrer sexuellen Not nicht mehr ein und aus und gerieten widerstandslos in den Kreis der Unzucht treibenden Brüder. Es ist schon so, daß die Hauptschuld an allen diesen Dingen eine In- ftitution trifft, die in unserer heutigen Zeit keine Existenzberechtigung mehr hat. Wenn man hier hört, daß alle diese Scheußlichkeiten im Kloster, trotzdem sie bekannt waren, nicht bekämpft wur­den, dann ist die ganze Organisation überhaupt nicht mehr zu verstehen." Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen widernatürlicher Unzucht zu fünf Monaten Gefängnis. Die Strafe ist durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt.

Als dritter Angeklagter hatte sich der 23jährige Franziskanerbruder A g r i c o l a zu verantworten. Der Angeklagte erklärte, daß er im Jahre 1931 in die Franziskaner-Genossenschaft eingetreten sei. Die Zustände im Kloster hätten ihn später wieder ver­anlaßt, auszutreten. Im Falle des jugendlichen Bruders Agricola ergab die Zeugenvernehmung wieder ein erschreckendes Bild sittlicher Verwirrun- gen. Der Staatsanwalt wies auf die wüsten Orgien , hin, die der Angeklagte mit seinen Klostergenossen l im Szene gesetzt hatte und beantragte 1 Jahr und 3 Monate Gefängnis. Es erging folgendes Urteil: Das Verfahren wird auf Grund des Straffreiheits- : gesetzes vom 7. 8. 1934 eingestellt. Der Haft- : befehl wird aufgehoben. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, daß die dem Angeklagten zur Last : gelegten Fälle bis auf einen nicht restlos nachge- l wiesen werden konnten. Da mit Rücksicht auf die ° Tatbestände in einem Falle eine höhere Strafe als - 6 Monate nicht zu erwarten war, sei das Gericht > gezwungen gewesen, die Amnestie anzuwenden.

Der Genfer Berichterstatter desPiccolo" spricht von dem Fortbestehen der gegen Italien gebildeten Koalitio n", der eine ganze Reihe der in Montreux vertretenen Staaten ange­hören. Diese Abmachungen seien unvereinbar mit dem Wunsch einer Rückkehr Italiens zur Mitarbeit an den europäischen Fragen. Man frage sich, welche Gefahren Großbritannien und die übri­gen Teilnehmer dieser Flottenabmachungen nach Aushebung der Sanktionen eigentlich noch bedrohen, und gegen welche Gefahren Großbritannien gerade Griechenland und die Türkei schützen müsse, mit denen Italien bekanntlich Freundschaftsver­träge abgeschlossen hatte. Don Angriffsabsichten und Vormachtsgelüsten Italiens im Mittelmeer könne man nach den wiederholten freimütigen Er­klärungen der italienischen Regierung nicht spre­chen. Es müsse angenommen werden, daß London die Flottenabmachungen während der Verhandlun­gen für ein neues Gleichgewicht im Mittelmeer als Waffe gegen Italien benutzen wolle. Schließlich wendet sich der Korrespondent scharf ge­gen die Absichten Großbritanniens, der Türkei durch ein besonderes Protokoll, auch ohne Zu­stimmung Italiens, sofort das Recht auf Befe- stigungderDardanellen zuzuerkennen.

7 erun /DNB.) Der Senat hat am £ Senators «ädert? d?r die Regierung über die ms

fttge Angriffe gegen die öffentliche

Behandlung rnfolge der Unsicherheit auf den Landstraßen hin. Den Aerzten sei es nicht möglich, Kranke aufzusuchen. Dadurch werde vor allem die Ausbreitung der landesüblichen Augenkrankheiten gefördert, besonders bei den Kin­dern, von denen viele zu lebenslänglicher Blind­heit verurteilt seien. Der Kommissar wiederholte schließlich den Londoner Regierungsbeschluß zur Entsendung eines Untersuchungsausschusses, sobald die Unruhen beendet seien.

R o m, 7. Juli. (DNB.) Die Aufhebungder Sanktionen wird in der römischen Presse mit keinem Wort besprochen. Selbst die Ueberschriften zu den ganz knapp gehaltenen Genfer Berichten haben keine besondere Ausmachung. Man geht fast teilnahmslos über die Aufhebung der Sanktionen hinweg, betont aber um so lebhafter das Fort­bestehen der aus der Sanktionszeit übrigbleiben­den und einseitig gegen Italien gerichteten Flöt- tenabmachungen Großbritanniens im Mittel meer, die auch der Hauptgrund des Fernbleibens Italiens von der Darda­nellenkonferenz von Montreux feien.

Mit Befremden wird in den Londoner Berichten der römischen Presse festgestellt, daß sich niemand in Großbritannien die Frage vorlege, was eigent­lich aus diesen F l o t t e n a b m a ch u n g e n werden soll, nachdem die Sanktionen und da­mit auch die notwendigen gegenseitigen Unterstützun­gen im Mittelmeer gegen einen etwaigen italieni­schen Angriff verschwunden sind. Das Weiterbestehen dieser Flottenabmachungen hätte nach Ansicht des Londoner Korrespondenten des im Verlag des Giornale d'Jtalia" erscheinenden Mlttagsblattes Piccolo" teine andere Wirkung als die Provo­kation Italiens.

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