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Sie Industrie der synthetischen Spinnstoffe und der Zellwolle.

Fwd. Die Bedeutung der synthetischen Spinn­stoffe für die deutsche Wirtschaft ist in den letzten Jahren beträchtlich gewachsen. Im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten, die herkömmlichen Textil­rohstoffe, vor allem Wolle und Baumwolle, in ausreichender Menge und Qualität aus dem Aus­lande einzuführen, hat die Erzeugung von künst­lichen Spinnfasern einen verhältnismäßig großen Aufschwung genommen. Einmal kommt hier die Kunstseide in Betracht, deren Produktion freilich in den letzten zehn Jahren immer mehr gestiegen ist von 1928 bis 1934 hat sie sich der Menge nach etwa verdoppelt, sodann aber gehören die unter dem Namen Zellwolle zusammengefaßten, nach ver­schiedenen chemischen Verfahren hergestellten Textil­fasern hieryer. Bis etwa 1933 waren, nach dem Wochenbericht des JfK., diese im Verhältnis zu den übrigen Textilrohstoffen nahezu bedeutungslos, be­reits 1934 wurde aber mehr als dreimal soviel Zellwolle verarbeitet als im Vorjahre. Obwohl nur wenige genaue Angaben vorliegen, kann man an­nehmen, daß der Anteil von Kunstseide und Zell­wolle an der Gesamtmenge der verarbeiteten Tex­tilrohstoffe gegenwärtig etwas über 10 v. H. be­trägt.

Das Vordringen der synchetischen Spinnstoffe vollzieht sich im Gegensatz zu vielfach geäußerten Vermutungen nur z.T. außerhalb der jeweiligen

Konjunkturlage. Gerade im vergangenen Jahre war die Versorgung mit den übrigen Rohstoffen teil­weise recht günstig. Anderseits sind, wenigstens für einen Teil des letzten Jahres, Rückschläge von der Verbraucherseite her eingetreten. Von dem allge­meinen Rückgang der Textilproduktion ist auch die Kunstseidenindustrie nicht unberührt geblieben; die Kapazitätsausnutzung der Betriebe ist teilweise ge­lungen. Die Produktion von Kunstseide dürfte nach den vorliegenden Angaben allerdings kaum niedri­ger als 1934 gewesen sein. Einen Ausgleich mag hier zum Teil die Ausfuhr geboten haben, die im vergangenen Jahre etwas höher als im Vorjahre war. Auch im bisherigen Verlauf von 1936 ist die Kunstseidenausfuhr etwa doppelt so hoch als in der entsprechenden Vorjahreszeit.

Die Zellwollerzeugung und -Verarbeitung dürfte dagegen von der besonderen Lage der Textilwirt­schaft im letzten Jahre im wesentlichen unabhängig gewesen sein. Die Produktion von Zellwolle war 40 bis 45 v. H. größer als 1934; im laufenden Jahre wird mit einer weiteren Steigerung gerechnet (rd. 40 000 Tonnen; 1935 rd. 15 000 Tonnen).

Die ersten Schwierigkeiten in der Umstellung auf künstliche Spinnstoffe können heute als überwunden gelten; auch in der Qualitätsfrage sind erhebliche Fortschritte gemacht worden.

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Oer Gerätemannschastskampf in Großen-Linden.

Die Mannschaftsaufstellungen.

Zu dem Gerätewettkampf am kommenden Sonn­tag, 10. Mai, in Großen-Linden werden die Mann­schaften der Turnvereine in folgender Aufstellung antreten:

Tv. Launsbach: Erich Schmidt, Rudolf Pfaff, Albert Winter, Wilhelm Müller, Wilhelm Winter, Karl Wagner.

To. L e i h g est e r n : Hans Althaus, Wilhelm Schmidt, Richard Schaum, Karl Schaum, Karl Velten, Rudolf Rohrbach.

Tv. Großen-Linden: Hermann Schorge, Karl Keßler, Heinrich Jung, Albert Leun, Karl Seipp, Richard Seth.

Da alle Mannschaften in ihrer stärksten Vertre­tung erscheinen, kann der Sieger nicht vorausge­sagt werden. Wie bei den vorhergegangenen Kämp­fen, so dürfte auch diesmal ein äußerst spannender Kampf zu erwarten sein. Die Pausen werden durch Vorführungen der Turnerinnen von Großen-Lin­den ausgefüllt.

Ein Lehrstunde für Turnwarte im Turnkreis Lahn-Dill.

Am 3. Mai fanden in Gießen und Dillenburg unter Leitung von Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar) Uebungsstunden für die Vereinsturn­warte des Kreises Lahn-Dill statt, und zwar in Gießen vormittags für die Vereine der Kreise Als­feld und Gießen und in Dillenburg am Nachmittag

für die Vereine der Kreise Dillenburg und Wetzlar. Diese Lehrstunden waren erfreulicherweise sehr gut besucht, ein Zeichen für die günstige Entwicklung, die der Turnbetrieb im Kreise nimmt.

Der Aufmarsch und die allgemeinen Freiübungen für das Kreisturnfest in Wieseck wurden, unter der Leitung des Kreisoberturnwartes eifrig geübt und die Gerätübungen von Kreismännerturnwart Reu­ter (Gießen) bis in alle Feinheiten erläutert und durchgenommen. Kreisdietwart Dr. Römer (Gro­ßen-Linden) machte mit wichtigen Fragen im Diet- wesen bekannt und lehrte die Turnwarte das neue schöne TurnerliedTatvolk der Erde".

Kreisführer D a u p e r t (Wieseck) machte sehr klare und richtungweisende Ausführungen über die Festgestaltung beim Kreisturnfest und anderen turnerischen Veranstaltungen und dann folgte noch eine sehr rege allgemeine Aussprache, die nicht nur den Turnwarten, sondern auch durch diese der Turnkreisführung sehr wertvolle Anregungen für die zukünftige Gestaltung des Turnbetriebes gab.

Mannfchastsschießen in Hörnsheim.

' In Hörnsheim fand ein Mannschaftsschießen zwi­schen den Kleinkaliber-Schützenvereinen Hörnsheim, Leihgestern und Lützellinden statt, und zwar an­läßlich der 10-Jahresfeier des Schützenvereins Hörnsheim. Mit 398 Ringen errang die 1. Mann­schaft des Vereins Lützellinden den Sieg. An zweite Stelle kam die 2. Mannschaft desselben Vereins mit 376 Ringen, vor der 1. Mannschaft des Hörns­heimer Vereins, welche 374 Ringe erzielte. Einen guten Erfolg erzielte ebenfalls die neuaufgestellte Jungmannschaft von Lützellinden, mit dem für eine

Jungmannschaft vorzüglichen Ergebnis von 330 Ringen wurde sie gleichfalls 1. Sieger.

Bei dem gleichzeitig veranstalteten Preisschießen erhielt der Schütze Friedrich Müller (Lützellin­den) den 1. Preis mit 36 Ringen, im Anschlag stehend aufgelegt, während im Anschlag liegend frei­händig der Schütze Alfred G ü m b e l (Hörnsheim) den 1. Preis errang mit ebenfalls 36 Ringen.

Nach der Preisverteilung, zu der auch Kreissport­leiter Veite (Oberbiel) erschienen war, verbrachte man noch einige gemütliche Stunden im Lokale der Gastwirtschaft Albert Engel.

Ehrung für Schiedsrichter Wingenfetd.

Der auch in Gießen gut bekannte Fußball- Bundesschiedsrichter Josef Wingenfeld in Fulda wurde mit dem Ehrenbrief des Deutschen Fußball­bundes ausgezeichnet.

Sonder-Pflichtspiele der Iußball-Zugend.

Klein-Linden I Großen-Linden I; 1900 I Leihgestern; Watzenborn-Steinberg Steinbach; Großen-Buseck Garbenteich; Krofdorf Rod- heim; Heuchelheim I Rodheim; Wieseck Alten- Buseck; Lollar Daubringen; 1900 II VfB -

Reichsbahn II; Großen-Linden II Lich; VfB.- Reichsbahn III Heuchelheim II; Klein-Linden II Mendorf; Nieder-Ohmen Flensungen; Saa- fen- Grünberg; Geilshausen Londorf.

Kurze Sportnotizen.

Beim Großen Preis von Tunis, der eine Woche nach dem Preis von Tripolis ausge- fahren wird, werden 12 Wagen, darunter fünf deutsche, am Start erscheinen. Deutschland ist durch drei Wagen der Auto-Union mit Stuck, Rosemeyer und Darzi und zwei von Mercedes-Benz mit Ca- racciola und Chiron vertreten.

4 0 0 0 Läufer wurden bisher zum 20. Groß- Staffellauf GrünwaldMünchen gemeldet, der am 24. Mai stattfindet. In der Hauptklasse gehen zehn Mannschaften mit 500 Läufern an den Start, von denen 1860 München allein drei Mannschaften mit 150 Läufern stellt.

Einen deutschen Sieg gab es beim inter­nationalen Basketball-Turnier in Genf, an dem sich elf Städtemannschaften beteiligen. Die Mannschaft der Heeressportschule Wünsdorf, die hier die deut­schen Interessen vertritt, spielte gegen Lausanne und kam mit einem Sieg von 41:20 in die zweite Runde.

Kreuz und quer durch den Taunus."

Geländefahrt des 7!SKK.

NSG. Das Nationalsozialistische Kraftfahrer- Korps (NSKK), Motorgruppe Hessen, veranstaltet, wie bereits bekannt, am kommenden Sonntag, den 10. Mai die Taunusgeländefahrt 1936 als Geländeprüfungsfahrt für Krafträder und Per­sonenkraftwagen. Die bezeichnete Strecke, deren Einhaltung einer genauen Kontrolle unterliegt, ist etwa 150 Kilometer lang und führt über Straßen jeder Ordnung und ins Gelände. Der Start findet am Sonntag pünktlich um 8 Uhr in Kronberg statt. Das Ziel der Taunusgeländefahrt befindet sich ebenfalls in Kronberg. Der Nennungseingang ist so überraschend groß, daß die glänzende Beteili­gung ihr Teil dazu beiträgt, den Fahrern und Zuschauern erstklassigen Sport zu bieten. 31 Mann­schaften, davon 6 Wagen- und 15 Motorrad-Mann­schaften, 90 Einzelwagenfahrer und 100 Einzel­motorradfahrer haben sich gemeldet. Vor allem in Wehrmachtskreisen hat die Fahrt lebhaftes Inter­esse gefunden, und die Soldaten stellen nicht weniger als fast die Hälfte der Teilnehmer. Diesen routinierten Fahrern stehen das NSKK, der DDAC, SA, SS, HI mit ihren Mannen gegenüber. Man darf gespannt sein, wie bei dieser Kräfteverteilung das Ergebnis aus­sehen wird. Sicher ist, daß der Idealismus aller Fahrer, bei den bestimmt vorhandenen großen Schwierigkeiten der Prüfung, die sich vor allem in der Fahrpraxis im Gelände auswirken werden, einen raffanten Kampf verspricht, der geeignet fein wird, den Motorisierungsgedanken weiter zu po­pularisieren.

Das NSKK wendet sich hiermit nochmals an die Zuschauer und Taunuswanderer und bittet alle Volksgenossen, den reibungslosen Ablauf durch ein­wandfreies Verhalten, vor allem durch Freihalten der Fahrstrecke, sicherzustellen.

Oie Ostpreußenfahrt gestartet.

Am letzten Tag vor Beginn der Ostpreußenfahrt war Königsberg, das Hauptquartier, wie umge­wandelt. Die Stadt glich einem Heerlager der Motorsportler. Korpsführer Hühnlein traf mit

feinem Stab bereits am Mittwoch in Königsberg ein.

Die Ostpreußenfahrt, eine der schwersten deut­schen Gelände-Prüfungen, konnte in diesem Jahre bei völliger Trockenheit gestartet werden. Zum ersten Male wurde die erste Tagesfahrt als Orien­tierungsfahrt durchgeführt. In Minuten-Abständen wurden ab 7 Uhr früh die Wagen und Motor­räder auf die Strecke geschickt, nachdem die Fahrer etwa eineinhalb Stunden vorher die Geländekarten bekommen hatten, in die sie die angegebenen und anzufahrenden Kontrollpunkte tintrugen. Die Kon­trollpunkte waren raffiniert angelegt, sie befanden sich sämtlich abseits der großen Straßen. Die Strecke betrug für Wagen und Motorräder je nach Zahl der erreichten Kontrollpunkte 300 bis 50Ö Kilometer.

Bravourleistungen waren von Auto- und Motor­radfahrern gleichermaßen zu vermerken. Ein be­sonderes Lob muß aber den Fahrern der kleinsten Klaffe gespendet werden, die mit ihren 98 ccm F. und S.-Motoren in sieben Stunden zehn Kon­trollpunkte anzufahren hatten und diese Aufgabe in ausgezeichneter Manier lösten. Ausfälle waren natürlich nicht zu vermeiden, hielten sich aber in den erwarteten Grenzen. Das gute Wetter min­derte die Schwierigkeiten etwas.

Stanley Woods fährt OKW.

Der bekannte irische Motorrad-Rennfahrer Stan­ley Woods wird demnächst zum ersten Male für die Auto-Union auf DKW. ein Rennen bestreiten. Beim Solitude-Rennen (Stuttgart) am 17. Mai fährt Woods zusammen mit Ewald Kluge, Arthur Geiß und Walfried Winkler 250-ccm-DKW.- Maschinen. In der 500-ccm-Klasse wird DKW. ebenfalls sehr stark vertreten sein. Der Eilenriede- Sieger Kurt Mansfeld, der zweifache deutsche Meister Oskar Steinbach, Hermann Müller und Karl Bodmer starten für DKW. Bei den Seitenwagen bis 600 ccm werden Kahrmann und Toni B a b l mit DKW.-Gespannen ins Rennen gehen.

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