1 Kreisklasse: DfBR. II — Großen-Buseck 1:6; Rodheim — Leihgestern 0:1; Albshausen — Burgsolms 1:2; Stockhausen — Bissenberg II 1:1; Wetzlar II — Aßlar 1:4; Werdorf — Ulm 1:1.
2 . Kreisklasse: Großen-Linden — Lich 0:1; Garbenteich — Steinberg II 4:1; Heuchelheim II — Fellingshausen 10:2; Lollar II — Wißmar 4:3; Rüd- dingshausen — Großen - Buseck II 1:0; Treis — Grünberg II 3:3; Londorf — Daubrinqen 2:4; Flensungen — Geilshausen 6:2; Lollar III — Staufenberg 0:1.
Fußballklub 1926 Großen-Buseck.
VfB.-R. II — Großen-Buseck I 1:6 Rüddingshausen I — Großen-Buseck II 1:0 Großen-Buseck Jgd. — Garbenteich 6:1.
Am Sonntag hatte der FC. Großen-Buseck drei Mannschaften im Kampf. Die 1. Mannschaft spielte in Gießen auf dem Waldsportplatz gegen die zweite des VfB.-R. Mit gemischten Gefühlen wurde dieser Gang angetreten. Großen-Buseck kämpfte aber mit großem Eifer und Mut. Sechs schöne Tore waren die Ausbeute dieses Treffens Der Sieg war nie in Frage gestellt. Der 1. Mannschaft gebührt ein Gesamtlob.
Die 2. Mannschaft spielte in Rüddingshausen und verlor durch einen Fehler eines Verteidigers.
Die Jugendmannschaft spielte auf eigenem Platze gegen Garbenteich. Beide Mannschaften führten ein Spiel vor, wie man es selten von Jugendmannschaften zu sehen bekommt. Dem Schiedsrichter wurde sein Amt leicht gemacht. Bei Schlußpfiff stand das schöne Treffen 6:1 für die Jungens von Großen-Buseck.
Sportverein 1920 Lollar.
Lollar I — Ehringshausen I 4:2 Lollar II — Wißmar I 4:3 Lollar III — Staufenberg I 0:1 Leihgestern Jgd. — Lollar 3gb. 1:1.
Am vorigen Sonntag standen vier Mannschaften des SV. 1920 im Kampfe. Die erste Elf bestritt auf eigenem Platze den Pokalkamps gegen die gleiche Mannschaft von Ehringshausen, Kreis Wetzlar, (nicht wie irrtümlich in der Vorschau angegeben Aßlar). Die Gäste stellten eine sehr gute Mannschaft ins Feld, lieferten den Lollarern ein durchaus ebenbürtiges Spiel und ließen sich nur knapp mit 4:2 Toren schlagen. Was Lollar in technischer Hinsicht voraus hatte, glichen die Gäste durch Eifer und Schnelligkeit aus. Sofort nach Angriff kamen beide Tore des öfteren in Gefahr. Zunächst waren es die Lollarer, die die besten Chancen herausarbei- tetcn, aber mit ihren Schüssen Pech hatten. Auch kam das Tor der Einheimischen mehrmals in Gefahr, jedoch die Hintermannschaft war auf ihrem Posten. Allmählich arbeitete Lollar eine leichte Ueberlegenheit heraus und gab dieser Ueberlegen- heit durch zwei Tore Ausdruck. Mit diesem Stande wurden die Seiten gewechselt.
Nach Halbzeit sah man zunächst wieder verteiltes Spiel, das dann die Gäste anschließend eine Zeit lang leicht im Vorteil sah. In dieser Zeit nutzten die Gäste eine Schwächeperiode der Lollarer Hintermannschaft aus und erzielten zwei Treffer. Das Spiel nahm jetzt einen dramatischen Verlauf. Beide Mannschaften kämpften erbittert um die Führung, die dann Lollar kurz vor Schluß gelang, in dem der Halbrechte Kreiling eine Prachtvorlage des rechten Läufers Sommer eindrückte Kurz darauf schoß der gleiche Spieler noch einen vierten Treffer und besiegelte so die Niederlage der Gäste. Das Spiel war eins der schönsten, das seit geraumer Zeit in Lollar ausgetragen wurde.
Die Reserve trat mit gemischten Gefühlen zum Kampf gegen Wißmar an, mußten doch nicht weniger als fünf planmäßige Spieler ersetzt werden. Trotzdem gelang es der Elf, den Gegner knapp mit 4:3 niederzuringen. Kurz vor Schluß stand das Spiel trotz dauernder Feldüberlegenheit Lollars noch 3:2 für die Gäste.
Die dritte Elf hatte es in der Hand, gegen Staufenberg zu gewinnen. Sie trat aber wiederum nur unvollständig, d. h. anfänglich mit sieben Mann, die sich dann während des Spieles auf zehn Mann ergänzten, an, und verschenkte so den Sieg.
Die Jugend setzte sich in Leihgestern, obwohl sie nur zehn Spieler zur Stelle hatte, erfolgreich zur Wehr und erzielte ein verdientes Unentschieden.
Kurze Sportnotizen.
Ferencvaros Budapest spielte am Montag in Stuttgart vor 10 000 Zuschauern gegen die Stuttgarter Kickers. Die Ungarn boten eine ausgezeichnete Leistung und gewannen verdient mit 3:2 (1:2) Toren. Euchenhofer und Frey waren die Torschützen für die Kickers, Dr. Sarosi, Kemeny und Tänzer erzielten die Treffer für die Budapester.
Ein Skispringen wurde unter Teilnahme einiger Olympia-Anwärter in Hinterzarten im Süd- schwarzwald durchgeführt. Bester war mit prachtvoll gestandenen Sprüngen von 62,5 und 71 Meter der Norweger Birger Ruud, aber auch die deutschen Springer Hans Marr, Günther Meergans, Oskar Weisheit und Jos. Kimpfbeck zeigten gute Leistungen. Bei 72,5 Meter stürzte der Jungmann Paul Krauß, der ebenfalls der Olympia-Mannschaft angehört.
Einen Halten-Weltrekord im Radfahren über eine Stunde stellte der Holländer van Hout auf der Antwerpener Winterbahn auf. Er legte in dieser Zeit 43,955 Kilometer zurück. Den absoluten Stunden-Weltrekord hält der Italiener Olmo mit 45,099 Kilometer.
Gin Nordisches Olympia-Turnen fand in Kopenhagen statt. Der Firma Uosikkinen zeigte sich allen Mitbewerbern überlegen. Er siegte mit 38,84 Punkten vor seinen Landsleuten Terestvirtae und Savolainen sowie den Ungarn Toth, Sarlos und Seste und dem Dänen Karl Andersen. Uosikkinen war an den Ringen, am Barren, Längs- pferd und Reck der beste Turner.
Rundfunkprogramm.
Donnerstag, 9. Januar.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk: Dolksliedsingen. 10.45: Gaunachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht: Tabak vom deutschen Acker. 15.15: Kinderfunk. 16: Konzert. 17.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 17.45: Das aktuelle Buch: Bengt Berg, „Ivar Halling". 18: Konzert. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Mozart-Zyklus (9): Der Komponist des Rokoko. 21: Unsterbliche Gestalten L Till Eulenspiegel. 21.40: Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.
M. wirbt Är das Reichssportabzeichen.
Kennen Sie das schmucke Abzeichen mit den Buchstaben DRL — den Anfangsbuchstaben des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen — und dem Zeichen des neuen Deutschland? Das deutsche Reichsfportabzeichen? Dieses Abzeichen verleiht der Reichssportführer jedem Deutschen, der sich einer sportlichen Leistungsprüfung auf Herz- und Lungenkraft, Schnelligkeit und Ausdauer unterzieht, als Anerkennung für vielseitige Leistungen auf dem Gebiete der Leibesübungen.
Das Abzeichen m Bronze erwirbt: Wer nach Vollendung des 18. Lebensjahres die fünf geforderten Leistungen innerhalb von 12 Monaten erfüllt.
Das Abzeichen in Silber erwirbt: Wer das 28. Lebensjahr überschritten hat oder nacheinander in sechs Jahren jedesmal die geforderten fünf Leistungen innerhalb von 12 Monaten erfüllt hat.
Das Abzeichen in Gold erwirbt: Wer das 36. Lebensjahr überschritten hat, oder die Auszeichnung in Silber besitzt und nacheinander in den fünf weiteren Jahren jedesmal die fünf geforderten Leistungen innerhalb von zwölf Monaten erfüllt.
Für Jugendliche unter 18 Jahren wurde das Reichsjugendabzeichen geschaffen.
Daß bei den geforderten Prüfungen keine
Höch st lei st ungen zu erfüllen sind, geht aus der Tatsache hervor, daß bereits hunderttausende deutscher Männer und Frauen sich dieses Abzeichen erworben haben. Nachstehend geben wir unseren Lesern aus der Vielzahl der Möglichkeiten einige Bedingungen bekannt, die erfüllt werden müssen:
Gruppe 1, Schwimmen: Männer 300 Meter in 9 Minuten, Frauen 200 Meter in 7 Minuten.
Gruppe 2, Weitsprung: Männer 4,75 Meter, Frauen 3,75 Meter.
Gruppe 3, Laufen: Männer 100 Meter in 13,4 Sekunden, Frauen 75 Meter in 12 Sekunden.
Gruppe 4, Kugelstoßen: Männer 7,25 Kilogramm 8 Meter, Frauen 4 Kilogramm 7,25 Meter.
Gruppe 5, Gepäckmarsch: Männer 25 Kilometer 4 Stunden 10 Minuten, Frauen: Gehen 25 Kilometer in 5 Stunden.
In den Sonderkursen des Sportamtes der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freud e", die vorerst nur für Männer durchgeführt werden, bietet sich allen Volksgenossen Gelegenheit, unter Leitung erfahrener Lehrer sich gründlichst und für wenig Geld auf diese Prüfungen vorzubereiten.
Am Ende eines jeden Kursus besteht die Möglichkeit, die Prüfungen abzulegen.
Der Gkisprung in den Olympischen Wettbewerben.
Ein Itteifferfprung.
Die Leistungen der Skispringer sind in den letzten Jahren immer weiter vervollkommnet worden und gewähren heute einen prächtigen Anblick. Die ideale Große Sprungschanze in Garmisch-Partenkirchen wird den Olympia-Kämpfern Gelegenheit zu vollkommensten Sprüngen geben. Unser Bild zeigt den jungen Norweger Eistein Raabe, einen großen Meister auf diesem Gebiet. In wunderbarer weiter Vorlage schwebt er in der Luft, um dann elegant aufzusetzen.
(Schirner-M)
Neues für den Büchertisch.
— Dr. H. E r ch e n b r e ch e r: Der Truppenarzt. Verlag „Offene Worte", Berlin W 35. Preis 3 Mark. — (550) — Der Verfasser, Oberfeldarzt und Standortarzt der Sanitätsstaffel Halberstadt, gibt mit Erlaubnis der Heeres-Sanitätsinspektion in diesem Büchlein eine klare Gliederung der Aufgaben des Sanitätsoffiziers im Truppendienst. Der größte Teil dieses praktischen Ratgebers ist naturgemäß dem Gesundheitsdienst gewidmet. Das Buch berücksichtigt überall die einschlägigen Vorschriften und wird gewiß ein brauchbares Hilfsmittel für den jüngeren, im Truppendienst noch weniger erfahrenen Sanitätsoffizier fein.
— Deutsche Musikkunde. Von Dr. Ernst Bücken, Pros, an der Universität Köln. Broschiert 2,80 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Athe- naion m. b. H., Potsdam. — (353.) — Die Frage nach dem Wesen des Deutschen in der Musik, in ihrer Bedingtheit durch Rasse, Volkstum und Lebensraum ist heute brennender denn je. In der Fülle der geäußerten Meinungen klärend zu wirken und den Blick auf das Typische, Wesentliche zu lenken, ist das Verdienst des bekannten Kölner Musikforschers Ernst Bücken. Gerade durch die klare, sachliche und dabei doch äußerst lebendig anregende Art feiner Darstellung, gestützt auf ein reiches, sicher fundiertes Wissen, geführt und durchdrungen von scharfer zwingender Logik der Gedankengänge, erscheint Bücken am ehesten unter vielen berufen, die Gegenwartswertung der deutschen Musik nach den heutigen Forderungen und Gesichtspunkten durchzuführen. Das vorliegende Buch will weder eine Musikgeschichte in „landgäng- lichem Sinn", noch gar eine musikästhetische Abhandlung fein; es will zeigen, welches der deutsche Wesenskern der Stoßkraft unseres nationalen musikalischen Willens, unseres rassischen Impulses ist. In breiter, aber durch die Gründlichkeit gebotener Ausführlichkeit gewinnt er im Eingangskapitel die Maßstäbe für die Beurteilung des Wesens der deutschen Musik. Die Frage nach den Beziehungen von Volkstum und Musik wird dann für ihn der Ausgangspunkt, von der sich alle weiteren Erwägungen abzuzweigen haben. Dann erst wendet er sich dem „Typus und Seelentum des deutschen Komponisten" zu und zeigt hier beispielsweise unter anderem auch, wie die nordische Komponente bei Beethovens rein nordischem Typus durch alles hindurchschlägt, und wie in Franz Schubert der ebenso klar zu erkennende gemischte Typus gegenüber steht. Diesen Längsschnitt dehnt der Verfasser bis zur Gegenwart aus. — Nachdem er dann das Wesen der deutschen Musikform als Aeußerung des deutschen Geistes sowohl am deutschen Lied, der nordisch germanischen Opernform und den Durchstoß der deutschen Formkraft bei den wichtigsten Jn- strumentalformen in der rassetypischen Bedingtheit beleuchtet hat, wird die deutsche Kulturgemeinschaft der Blickpunkt für die Tonkunst. Er deckt ihre landschaftliche Bestimmtheit auf und stößt dann in dem Kapitel „Die Musik als Nationalgeist" zu äußerst prägnanten und schlagkräftigen Ergebnissen vor. Die Frage nach dem Kulturwert und Kulturbestimmung unserer Tonkunst führt ihn zu musikpolitischen Zeitfragen, die er in fest formulierten Forderungen zusammenfaßt. — Ein Buch, das ebenso dem Musiker, wie auch jedem, an unferm weltanschaulichen Ringen Teilnehmenden ein sicherer Wegweiser sein wird zur Schulung des eigenen Urteils Dr. H
— „Gih merr nedd immer mei Aecker - ch e !" Gedichte und Geschichten in nassauisch-ober- hessischer Mundart von Ludwig Rühle. Kartoniert 1,25 Mark. 80 Seiten. Verlag Emil Roth, Gießen. — (549) — Wir haben die früher erschienenen Bändchen „Als geblohse, ihr Bume!" und „Sunnerlich unn munnerlich" von Rühle hier seinerzeit bereits angekündigt; die jetzt vorliegenden Nassauer Späße werden mit khrer kräftigen Mundart, ihren deutlichen Pointen und ihrem handfest-beschaulichen Humor nicht minder dankbare Leser finden. Auch zum Vorlesen oder Vortragen in angeregter Gesellschaft scheinen sie recht geeignet.
— „Die junge Reihe" des Verlags Albert Langen/Georg Müller, München, ist eine Sammlung von Erzählungen, Gedichten, Liedern und Spielen, die vornehmlich für die Schulungsarbeit und Feiergestaltung der Jugend bestimmt ist. Jedes Bändchen kostet kartoniert 50 Pfennig. Die folgenden sind bis jetzt erschienen und liegen uns vor — (556) —: Paul Alverdes : „D a s W inte r l a g e r". Ein Spiel. In kurzen, mit einfach-
Gedenket der hungernden Vögel!
ften Mitteln darstellbaren Szenen hat Alverdes das Fahrtenerlebnis einer Hitler-Jugend-Schar in den oberbayerischen Bergen gestaltet und damit ein prächtiges Spiel geschaffen, das sich leidenschaftlich zum Glauben der neuen soldatischen Mannschaft bekennt. — Wolf Iustin Hartmann: „Der Schlangenrin g". Drei Erzählungen. Der Dichter des Buches „Fäuste, Hirne, Herzen" gibt in diesen drei Erzählungen ein wirklichkeitstreues Bild von den Schrecknissen des Krieges. — Kampfgedichte der Zeitenwende. Eine Sammlung aus deutscher Dichtung seit Nietzsche. Diese Sammlung ist eines der stärksten Zeugnisse volk- hafter Dichtung, die den Kampf aufnahm um die Erneuerung unseres Volkes. — „Ich dien'". Des jungen Deutschen Tagebuch. 366 Sprüche, gesammelt von Wilhelm S t i e h l e r und Horst Wie - m e r. Vom Geist der Verpflichtung, der die heutige Jugend beseelt, zeugt dieses Tagebuch, das eine Fülle unvergänglicher Aussprüche großer Deutscher enthält. — „Sie werden auferstehe n". Ein Gedenken für die Gefallenen des Weltkrieges. Dem Gedächtnis der Toten des Krieges ist diese Sammlung aus Dichtung, Briefen, Liedern und Berichten gewidmet Sie ist ein Denkmal der Treue und ein Vorbild der Pflichterfüllung für die Heranwachsende Generation. — Von tapferen Frauen. Zeugnisse deutscher Geschichte, ausgewählt von Trude Geißler. In diesem Büchlein wird an Hand ausgewählter Erzählungen, Berichte und Gedichte der Tapferkeit bekannter und unbekannter deutscher Frauen gedacht, die handelnd und duldend zu allen Zeiten inmitten großer geschichtlicher Ereignisse standen. — D i e Bäuerin. Bilder aus den Werken deutscher Erzähler, ausgewählt von Gertrud Grote. Das Leben der Bäuerin, ihre Eigenarten, Sitten und Gebräuche, die bis heute lebendig sind, ersteht in diesen prächtigen Schilderungen.
Buntes Allerlei.
Gefährliche Schiffsladungen.
Daß Pulver und Sprengstoffe gefährliche Schiffsladungen find, leuchtet uns ohne weiteres em. Mehrere Unglücksfälle in der Geschichte der See- schiffahrt legen davon eindringlich Zeugnis ab. Diese vernichtenden Stoffe haben auch schon auf dem Lande ihre furchtbare Wirkung allzuhäufig bewiesen. Aber es gibt eine Reihe von Gütern und Waren, die dem Laien als ganz harmlos erscheinen, die bei Schiffstransporten aber leicht das Leben der Besatzung gefährden ober doch zum mindesten die Gesundheit der Seeleute angreifen können. „Hüte dich vor grünem Kaffee!" wird jeder erfahrene Matrose sagen, denn eine Schiffsladung von diesem sonst so begehrten Genußmittel verbreitet — fast ebenso wie der Guano — einen so entsetzlichen Gestank, daß sich die Mannschaft häufig nicht zu helfen weiß. Nicht selten entsteht eine allgemeine Appetitlosigkeit oder es treten gar Krankheiten auf. Auch Stahlschienen sind keine ganz unbedenkliche Ladung. Erst kürzlich wurde wieder bei einem Dampfer nach Buenos Aires, der auf Deck einen großen Stapel Stahlschienen mit sich führte, beobachtet, daß der Kompaß, das empfindlichste aller Schiffsinstrumente, seine Neigung zum magnetischen Pol verleugnete und immer wieder der Anziehungskraft der Eisenladung unterlag. Im Fall des „King Bleddyn" hatte das ernstere Folgen. Das Schiff, das eine Ladung Schienen von einem Hafen am Golf von Mexiko nach Südafrika bringen sollte, konnte nicht mehr den richtigen Kurs einhalten und geriet in der Tafel-Bai bei der Robbeninsel auf einen Felsen. Auch Holz gehört zu den gefürchteten Ladungen. Eine der abenteuerlichsten Fahrten hatte der Dampfer „Cara" aus Glasgow, der mit Holz von Riga unterwegs war. In dem schweren Wetter rutschte die Decksladung auf die eine Seite, so daß der Dampfer schief lag und den Hafen nur noch mit Mühe und Not erreichen konnte. — Selbst Früchte gehören in die Liste der Waren, die dem Seemann nicht ohne weiteres sympathisch sind, denn sie entwickeln wäh- renb der Fahrt häufig Gärungsgase, die bisweilen nicht weniger gefährlich sind als Giftgase. Es ist mehr als einmal vorgekommen, daß ganze Besatzungen von einer Schiffsladung Bananen ober Datteln so berauscht waren, daß sie den Dienst nur noch mit Schwierigkeiten versehen konnten. In einem Hafen wurde einst die Mannschaft eines kleinen Schiffes wegen „Trunkenheit" verhaftet. Später stellte sich dann heraus, daß alle Leute unter den Folgen einer Fruchtladung ihres Dampfers litten, deren ausströmende Gase die Matrosen völlig berauscht gemacht hatten. Nicht einmal das so harmlos erscheinende Getreide ist von dieser Liste der gefährlichen Schiffsladungen auszuschließen. Gerät ein Schiff, das viele tausende Tonnen von Getreide an Bord führt bei hohem Seegang in schlingernde Bewegung, so erweist sich die Masse der lose verstauten Körnerfrüchte als ein verhängnisvoller Faktor für die Sicherheit des Fahrzeuges, denn das Getreide macht alle Bewegungen des gegen die harte See kämpfenden Schiffes mit und ; verstärkt sie sogar noch. — Die Laien machen sich kaum eine Vorstellung, welche Erfahrung und Geschicklichkeit dazu gehört, eine Schiffsladung in sachgemäßer Weise so zu verstauen, daß der Transport keine Gefahr für Menschenleben und Sachwerte mit sich bringt.
Amerikanischer Lokalpatriotismus.
Die meisten Amerikaner halten ihr Land bekanntlich für ein wahres Paradies auf Erden. Darüber hinaus befinden sie sich aber auch noch untereinander in einem edlen Wettstreit, und der Lokalpatriotismus steht bei ihnen in hoher Blüte. Einst fuhren zwei Pankees in einem Zug zwischen Neu- york und Philadelphia. „Ich bin aus Pottsville," sagte der eine, „ der schönsten Stadt in Illinois." „Und ich aus Smithville," erwiderte der andere, „das ist die zukunftsreichste und gewerbefleißigste Stadt des Mittleren Westens." — „Smithville?" meinte der andere gedehnt, „das Nest kenne ich ganz aut, aber ich habe dort nichts besonderes finden können." — „Wirklich? Wann waren Sie denn zuletzt dort?" — „Ungefähr vor zwei Wochen." — „Dor zwei Wochen? Vor zwei ganzen Wochen?" ließ sich der aus Smithville in seinem unerschütterlichen Selbstbewußtsein vernehmen. „Da haben Sie aber kein Urteil, mein Lieber. Sie müssen Smithville heute sehen, heute!"
Mit 94 fahren zur parforre-Iagd.
Man muß schon ein tüchtiger Reiter sein, wenn man an einer der berühmten Parforce-Jagden teilnehmen will, die in England auch heute noch nach altüberlieferten Regeln alljährlich geritten werden. Zu Pferde muß dabei ein Fuchs, dessen Fährte von der Meute der Hunde verfolgt wird, solange gehetzt werden, bis er ermattet ist und erlegt werden kann. Umso größer ist das Erstaunen darüber, daß sich kürzlich noch ein 94jähriger Reiter frisch genug fühlte, um sich zur Teilnahme an der Jagd anzumelden. Es handelt sich um Henry Randolph Finch aus Oakham in der englischen Grafschaft Rutland, der wie alljährlich sich auch in diesem Jahr am Startplatz der Jäger einfinden und an dem wilden Jagen teilnehmen wollte. Doch hielt ihn im letzten Augenblick von seinem Vorhaben eine Erkrankung ab, der er jetzt erlegen ist. An seinem Begräbnis haben viele seiner Jagdfreunde teilgenommen, die alle mit Worten höchster Anerkennung von dem alten „Mop", wie sie ihn nannten, sprachen und manche lustige Jagdgeschichte von ihm zu erzählen wußten. „Mop" konnte sich schon seit einer ganzen Reihe von Jahren rühmen, der älteste Parforce- Jäger von ganz England zu fein, und niemand konnte ihm diesen Ruhm streitig machen. Henry Randolph Finch hat auch im öffentlichen Leben Englands eine Rolle gespielt und war eine der eigenwilligsten Gestalten der englischen Gesellschaft.
Oer kostspielige Zweikampf.
Wohl niemals ist auf den weltbedeutenden Brettern ein kostspieligerer Zweikampf aufgeführt worden, als auf einer englischen Bühne, als die Oper „Dorothy" gespielt wurde. In diesem Stück wird ein Duell ausgefochten, und da man an den Erfolg des Werkes zuerst nicht recht glauben wollte, so beschloß man, keine Pistolen zu kaufen, sondern sich zwei altmodische Schießprügel zu entleihen, solange die Oper eoen lief. Der vereinbarte Leihpreis entsprach einem Betrag von rund 3,50 Mark für den Abend. Als „Dorothy" aber ein Riesenerfolg wurde und die 3,50 Mark als Leihgebühr immer wieder auf den Rechnungen erschienen, ließ sich der Direktor den Verleiher kommen, um ihm die Pistolen abzukaufen. Dieser aber weigerte sich und be- stand auf feinem Vertrag, so daß während der insgesamt 931 Vorstellungen an Zedern Abend 3,50 Mk. für die Pistolen gezahlt werden mußten.


