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Lohnsteuer für Gonderzahlungen.

NSG. Für die Besteuerung von Urlaubsgeldern, des sog. 13. Monatsgehaltes der Angestellten und der Weihnachtszuwendungen, ist die Berechnung der Lohnsteuer von größter Bedeutung.

Nach der Rechtsprechung wurden diese Zahlungen in einer Reihe von Fällen als regelmäßige Zu­wendungen betrachtet und dem laufenden Gehalt zugeschlagen. Hieraus ergab sich in der Regel eine höhere Besteuerung, als bei einer besonderen Be­rechnung der Steuer von den einzelnen Zu­wendungen.

Das Sozialamt der DAF. hatte daher beantragt, derartige Zuwendungen als einmalige Einnahmen anzusehen. In diesem Falle ist nach den bestehen­den Bestimmungen die Anwendung der Berech­nungsart zulässig, die zu dem günstigsten Ergebnis für den Steuerpflichtigen führt.

Durch Erlaß des Reichsministers der Finanzen vom 7. Dezember 1935 ist diesem Anträge in vollem Umfange stattgegeben worden.

Kleine Mühe - großer Nutzen!

ZdR. In diesem Winter sind mehr Kartoffeln als früher eingekellert worden, nicht zuletzt infolge der Verteilungen des Winterhilfswerkes. Die Haltbar­keit der Kartoffeln wird durchweg als gut bezeich­net. Sie kann aber noch verbessert werden, wenn die Kartoffeln die richtige Pflege erhalten. Dazu gehören weniger Materialien und besondere Räum­lichkeiten, als vielmehr gelegentliche, aber regel­mäßige leichte Arbeiten. Die Kartoffeln müssen in Räumen gelagert werden, in denen die Temperatur nicht über 6 bis 8 Grad ansteigt und auch nicht um mehr als 1 Grad unter den Gefrierpunkt sinkt. Vielfach sind zur Erhaltung dieser Temperatur die Fenster und Türen abgedichtet worden, damit ist aber die Frischluftzufuhr fast unterbunden. Es darf nicht vergessen werden, daß die Kartoffeln leben und atmen. Dabei erzeugen sie Wärme. Es muß daher an ausnahmsweise warmen Wintertagen auf gute Durchlüftung der Räume Wert gelegt werden. Bei dieser Gelegenheit ist dann auch gleichzeitig eine Durchsicht der Vorräte auf faulende oder kranke Kartoffeln am Platze. Je früher faulende Kar­toffeln ausgesondert werden, um so besser ist es um die Haltbarkeit der anderen bestellt. Wichtig ist aber, daß die aussortierten Kartoffeln auch gleich aus dem Keller entfernt und nicht nur in eine Ecke geworfen werden, wo sie einen Herd für Fäulnis- erreqer bilden. Eine kleine Mühe macht diese Arbeit im Kartoffelkeller; sie ist aber vorteilhaft für den eigenen Geldbeutel und für die Erhaltung von Volksvermögen.

^Meerespaläontologische Forschungen im deutschen Wattenmeer/'

Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heil­kunde, Naturwissenschaftliche Abteilung, hielt ge­meinsam mit der Ortsgruppe des Deutschen Biolo­genverbandes und der Geologischen Arbeitsgemein­schaft im Geologischen Universitäts-Institut einen Lichtbilderoortrag ab, der gut besucht war. Der stell­vertretende Vorsitzende Dr. A n k e l leitete die Ver­anstaltung mit der Wiedergabe zweier besinnlicher Aussprüche eines seiner früheren Lehrer ein, die besagen, daß die wissenschaftliche Arbeit einmal dem Mönchtum und der Askese gleiche, die freiwilligen Verzicht auf mancherlei Ablenkungen bedingen, und dafür tiefe Befriedigung und Beglückung schenken und zum anderen Male die Verpflichtung in sich schließt, die gewonnenen Erkenntnisse und die Be­glückung jenen Menschen zu vermitteln, die sich darum bemühen. In solchem Sinne seien die Vor­träge aufgefaßt, die die Gesellschaft vorgesehen hat.

Er sprach dann von der erlebnisreichen Studien­fahrt der Arbeitsgemeinschaft zur Nordsee, die auch die Anregung zu diesem heutigen Vortrag wurde. Dr. W. Häntzschel von der damals besuchten Forschungsanstalt Senckenberg am Meer, Wilhelms­haven, gab dann einen Ueberblick über das viel­fältige und sehr interessante Gebiet derMeeres­paläontologischen Forschungen im deutschen Watten­meer." Er führte kurz in diese wissenschaftliche Disziplin ein, die dazu dient, aus der Erkenntnis heraus, daß die Erscheinungen der Gegenwart auch in der Vergangenheit eine Rolle gespielt haben, die Erforschung der Bildung der Gesteine und der Fauna nutzbar zu machen. Diesen meerespaläontolo­gischen Forschungen im deutschen Wattenmeer dient Die Forschungsanstalt. Senckenberg am Meer in Wil­helmshaven, die im Zusammenwirken mit den Strombaubehörden wertvolle Arbeit im großen Jadebusen leistet. Diese Arbeit bietet eine Fülle sel­ten schöner Beobachtungen der Gestaltung des Wat­tenmeeres. Zunächst sind es die den Geologen be­sonders stark interessierenden Bildungen des Schlickes, die Erscheinung der Oberfläche der Sedi­mente durch Einfluß der Strömungen, evtl, der Winde, die vielfältige Anregungen bieten. Ferner ist die Paläontologie in ihrer Bedeutung als Toten- und Einbettungslehre zu berücksichtigen, wobei von Wert ist, was von einem Tier, das fossil geworden ist, übrig bleibt, was von seinen Weichteilen bleibt und welche Schlüsse zulässig sind. Die Erforschung der Fauna erfordert die Beachtung der Lebewesen nach ihrer Herkunft, ihrer Einordnung u. a. auch in ihre Lebensgemeinschaften oder Totengesellschaft.

Schließlich hilft auch die Spuren- und Fährten­kunde dem Forscher wesentlich zu Fortschritten. So konnte eine Erdölbohrung in Rumänien nur dadurch erfolgen, weil man wußte, wie Muscheln im Wat­tenmeer gelagert waren, und die Schlußfolgerungen sich zutreffend erwiesen. An Hand von zahlreichen Lichtbildern erweiterte dann der Vortragende seinen Ueberblick über die manigfaltigen Fragen, die dem Forscher begegnen, wenn er die eigenartigen Gebilde der Oberfläche dieses Wattenmeeres sieht, den Wür­mern, Muscheln, Krebsen begegnet oder Funde fossiler Tiere bergen kann. Aus der Lage und Be­schaffenheit solcher Funde liest er ebenso wie aus den manigfachen Erscheinungen der Oberfläche des Bodens und den Gesteinsbildungen des Landstriches das Walten der Natur. Reicher Beifall dankte dem Redner.

Nach einer kurzen Aussprache gab Dr. A n k e l die Vortragsfolge der nächsten Wochen bekannt.

Volizeibericht.

Diebstähle von Auloerfahleilen.

In der letzten Zeit wurden in unserer Stadt fort­gesetzt Kühlerverschraubungen und Markenschilder von Autos gestohlen. Am 5. Januar konnten drei jugendliche Personen ermittelt werden, die diese Diebstähle ausgeführt hatten. Eine größere Anzahl der fraglichen Gegenstände konnte bei ihnen sicher­gestellt werden. Da nicht alle Geschädigten bekannt sind, werden diejenigen Eigentumsberechtigten, die noch keine Anzeige erstattet haben, ersucht, bei der Kriminalpolizeistelle Gießen vorzusprechen.

Am 6. Januar zwischen 20 und 24 Uhr wurden in der Bahnhof- und der Walltorstraße erneut fünf Kühlerverschraubungen von parkenden Personen­kraftwagen entwendet. Da nicht anzunehmen ist, daß

die am 4. Januar ermittelten Täter auch für diese Diebstähle in Frage kommen, dürfte feststehen, daß noch eine weitere Bande am Werke ist und ihr Un­wesen treibt.

Personen, die sachdienliche Angaben für die Täter­ermittelung machen können, werden ersucht, bei der Kriminalpolizeidienststelle Gießen vorzusprechen.

Lrkerscheibe zertrümmert.

In der Nacht zum Sonntag, 5. Januar, gegen 3 Uhr wurde in der Neustadt eine größere Erker­scheibe des Konfektionshauses Schneider zertrümmert. Um die Tatzeit hielt ein Kraftwagen, MarkeHano­mag", in unmittelbarer Nähe des Tatortes, der nach der Tat sofort abfuhr. Von dem oder den Tätern fehlt bis jetzt noch jede Spur. Auch über den Kraft­wagen ist bis jetzt nichts Näheres bekanntgeworden. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, die zur Ermittelung der Täter führen, werden er­sucht, dies bei der Kriminalpolizeistelle mitzuteilen.

Eigentümer gesucht.

Vor einiger Zeit wurde bei der Kriminalpolizei­stelle ein Koffer sichergestellt, dessen Eigentümer bisher nicht zu ermitteln war. Es* handelt sich um einen braunen Reisekoffer von der Größe 60X35. In dem Koffer befinden sich ein Herrenhemd und ein Herrenrock. Außerdem wurde in der Nähe des Maschinenhauses der Kliniken eine Armbanduhr ge­funden, deren Eigentümer nicht ermittelt werden konnte. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, sich bei der Kri­minalpolizeistelle Gießen zu melden.

*

** Auszeichnung eines Gelehrten. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Professor Dr. A. Weber, Direktor des Balneologischen Universitäts-Instituts in Bad- Nauheim, wurde von der finnischen Aerztegesell- schaft Duodecim aus Grund seiner Forschertätigkeit zum ausländischen Ehrenmitglied gewählt.

** Eine Fünfundsechzigjährige. Frau Helene Schupp, geb. Häuser, Wetzsteingasse 8, kann am morgigen Donnerstag ihren 65. Geburts­tag feiern. Die betagte Frau ist feit 40 Jahren Le­serin des Gießener Anzeigers.

** Frontkameradschaft der 76. R e - serve-Division in Gießen. Aus der Zu­sammenarbeit für den 7. Divisionstag ging die Orts­gruppe Gießen hervor, deren Gründung jetzt voll­zogen wurde. Leiter ist Kamerad Studienrat Adolf Fischer, Gießen. Die Frontkameradschaft hat ihre Kameradschaftsabende jeden zweiten Donners­tag im Monat in der Frankenecke im Andres. (9. Januar erste Zusammenkunft dieses Jahres.) Beitrag wird nicht erhoben.

** M i t dem Auto in den Straßen­graben gefahren. Ein Autofahrer aus Wetzlar geriet gestern auf der Fahrt zwischen Steinbach und Gießen im Stadtwald von der Fahrbahn ab in den Straßengraben. Dabei trug der Mann eine Gehirn­erschütterung davon, die seine Ueberführung in die Klinik erforderlich machte. Das Auto wurde leicht beschädigt.

** Der gefährliche lintenftift. Die Gefahr der Tintenstifte wird noch immer unter­schätzt. Verletzungen, die man sich mit einem Tinten­stift zuzieht, sollten umgehend ärztlicher Behand­lung zugeführt werden. Im Auge muß man sofort durch reichliche Spülung mit lauem Wasser so viel als möglich von dem abgebrochenen oder stecken- gebliebenen Stift entfernen. Aber gleich muß auch der Arzt verständigt werden. Auch in der Haut oder gar bei tieferem Eindringen durch die Haut hindurch ist gründliche Beseitigung schnellstens an­gezeigt, damit kein Absterben des Gewebes erfolgt. Das rechtzeitige Eingreifen des Arztes wird oft dadurch erschwert, daß zunächst kaum Schmerzen entstehen. Erst nach einigen Tagen kommt es zu mäßigen örtlichen. Dagegen schweren allgemeinen Störungen wie Elendfein, Kopfschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost. Es ist eine schlechte Gewohnheit, Tintenstifte ohne schützende Kappe zu lassen, be­sonders wenn man sie in der Tasche trägt.

* Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot, Gemeinnützige G. m. b. H. in Ludwigsburg. Bei der 54. Bau­geldzuteilung wurden kurz vor Jahresende wieder­um 263 Bausparern 3 031 500 Mark bereitgestellt. Die bei der GdF. nur auf ordnungsgemäßen Ab­ruf durch die beteiligten Bausparer wartenden Mittel betragen einschließlich schon früher zuge­teilter, bisher noch nicht bzw. noch nicht vollständig abgerufenen Beträge im Augenblick rund 9 Mil­lionen Mark. Die Gesamtzuteilungen der GdF. be­laufen sich nunmehr auf 233118 409 Mark an

Geldspenden für das WHW.

Gesamtsumme der bisher eingegangenen Spenden: 30 550,40 Mark. Weitere Geldspenden gingen ein:

17. Dez. 1935: Wildbretverkauf 26 Mark.

18. Dez.: Kriegerkameradschaft Bersrod 5 Mark; Gesangverein Sängerluft Oppenrod 16; Gießener Eisverein 10; Gesangverein Germania Großen- Buseck 5; DHC., Zweigverein Hungen 10; Krieger­kameradschaft Londorf 10; Kröck, Gießen, 45.

19. Dez.: Kriegeroerein Hausen 5 Mark; Frauen­hilfe Leihgestern 5.

20. Dez.: Schreinerei Jammer, Gießen, 8 Mark; Auto-Letsch, Gießen, 26,47; Heinrich Noll, Gießen, 25; Kriegerkameradschaft Stangenrod 3; Aelterer Diehversicherungsoerein Wieseck 10; Wilh. Laux I., Holzheim, 5; August Schlörr, Waldmühle, 12; Stammtisch Walltoria Cafä Leib 20; Sexta I des Lyzeums Gießen 4.

21. Dez.: Sportklub 1921 Saubringen 5 Mark; VHC. Grünberg 10; Offiziersoereinigung JR. 118 Gießen 20; Verein ehemaliger 118er Gießen 10; Artillerie-Verein Gießen 15; Verband ehemaliger 80er Gießen 5; Wilhelm Friedrich, Gießen, 10; Firma Bernard, Gießen, 5.

23. Dez.: Kriegerkameradschaft ??? 5 Mark; Evangelische Frauenhilfe Heuchelheim 10; Ortsfach­gruppe Imker Gießen 25; Mto. Gießen 10; Nach­richtentruppe 3. Kompanie 24,73.

24. Dez.: Liederkranz Muschenheim 4 Mark; Evangelische Frauenhilfe Wieseck 10; Baugenossen­schaft 1894 Gießen 200; Altersvereiniaung 1861 1911 10; Basaltwerke Launspach, Annerod, 10; Oskar Gutmann 5.

27. Dez.: Kriegerkameradschaft Münster 3 Mark; Kriegerkameradschaft Lollar 10; MAG. Wieseck 25; Schweine-Versicherungsoerein Lollar 10; Stamm­tisch Krokodil Gießen 50; Eisenbahner-Heimstätten- oerein Gießen 50.

28. Dez.: Kaninchenzuchtoerein Lollar 12 Mark; Turnverein 1846 Gießen 20; Bezirkssparkasse Grün­berg 200; Franz Bette, Gießen, 100.

30. Dez.: Gefangner. Eintracht Göbelnrod 5 Mk.

31. Dez.: Turnverein Grünberg 15 Mark; Evan­gelischer Kirchenchor Lich 5; KegelklubAlle Neun" Wieseck 5; Otto Fischer, Gießen, 100; Verein Ami-

citia Gießen 3,50; Tennisklub 1922 Gießen 50; Unbekannt 10; Evangelischer Kirchenchor Heuchel­heim 10; Bezugs- und Absatzgenossenschaft Bellers­heim 20; Gesangverein Liederkranz Leihgestern 5; Dr. R. Hahn, Hungen, 10.

3. Jan. 1936: Wilhelm Strach, Gießen 10 Mark, Prof. Börstel, Gießen 5.

Lohnspenden von Arbeitnehmern.

20. Dez. 1935:: Univ.-Versuchsgut, Gießen 5,85 Mark; Gefolgschaft Karl Lapp, Gießen 15,34; Opel Motorwagen, Gießen 13,75; Schunk & Ebe, Gießen 22519.

21. Dez.: Gruppe Wilhelm Hungen 12,50 Mark; Reisende Firma Malex 8,80; Dampfsägewerk Abend- ftern 16,05; Fabrik Gießen Gg. Ph. Gail 22,50.

23. Dez.: Will & Co., Gießen 7,70 Mark; Lan­des-Heil- und Pflegeanstalt Gießen 180,10; Arbeits­amt Gießen 75,20; DAF. Ortsgruppe Lich 26,50; Andreas Euler, Gießen 16,35.

24. Dez.: Flieaerhorstkommandantur Kassel 43,75 Mark; Finanzkasse Gießen 38,70; Arbeitsamt Gie­ßen 29,15; Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen 9,90.

27. Dez.: Deibel-Lollar 6,50 Mark; Formhals, Allendorf 8,85; Heilstätte Seltersberg, Gießen 13,57; Opel Motorwagen, Gießen 48,60.

28. Dez.: Glaskontor, Gießen 10,90 Mark; Ed. Klinket Söhne, Gießen 12,50.

30. Dez.: Buderus, Lollar 163,56 Mark; Gail Fabrik, Rodheim-Krofdorf 36,25; A. W. Rinn, Gie­ßen 30,80.

31. Dez.: Tierzuchtinstitut, Gießen 6 Mark; Büro­angestellten Gail, Gießen 23,10; Overhofs u. Sohn, Gießen 6,03; Karzentra, Gießen 38,39; I. Lemmer, Lollar 31,30; Bezirkssparkasse, Gießen 98,35; Kauf­haus Kerber, Gießen 39,60.

3. Jan. 1936: Borrmann, Gießen 8,70 Mark; Didier-Werke, Mainzlar 53,88; Hch. Dietz, Lich 10,50; W. u. G. Schuchard, Gießen 18; Pelikan- Apotheke, Gießen 9,70; Poppe & Co., Gießen 103,45; Biebertalbahn 8,40; Bäuerliche Hauptge- nossenschaft Gießen 5,25.

Gesamtsumme 33 467,61 Mark.

16 347 Bausparer; einschließlich der von ihr ver­walteten BausparkassenRat und Tat" und der Bayerischen Bausparkasse" sind es jetzt über 235,6 Millionen Mark für 16 604 Bausparer. Daneben hat ihre österreichische Tochtergesellschaft, die GdF. Salzburg, noch weiteren 4547 Bausparern rund 76,6 Millionen Schilling zugeteilt, so daß von der GdF. bis heute insgesamt 21151 GdF.-Baufparer- familien bei der Schaffung eines Eigenheims ge­holfen wurde. Auch die Steigerung des Sparerneu­zuganges hält an.

Große Strafkammer Gießen.

Der Angeklagte Iwan Bondarenko aus Nowogoradzewerst in Rußland, zur Zeit in Unter­suchungshaft, wurde durch Urteil des Schöffenge­richts vorn 23. Oktober 1935 wegen schweren Dieb­stahls in zwei Fällen im weiteren Rückfall zu einer Gesamtzuchthaus strafe von drei Jah­ren und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Auf die Strafe wurden zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Der Angeklagte benutzte am 16. Juni 1932 die Ab­wesenheit einer Bauernfamilie, die sich bei Der Heuernte befanD, um durch ein Fenster in das

Haus einzudringen und eine Uhr, einen Ring und verschiedene Zinsscheine zu stehlen. Im August 1934 begab sich der Angeklagte nach Billertshausen und entwendete dort u. a. einen Geldbetrag von 130 Mark. Der Angeklagte erbrach ebenfalls in einem Bauernhaus Die Kellertür und gelangte fo in Das Haus. Da er schon wiederholt einschlägig vorbe­straft ist, legte er gegen das Urteil des Schöffen­gerichts Berufung ein, Die jedoch - kostenpflichtig verworfen wurde.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde Der Alfred Schmidt aus Bodenrod wegen Sittlich- keitsverbrechens zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren sechs Monaten ver­urteilt. .

Wegen Des gleichen Delikts erkannte das Gericht gegen Den Heinrich Vetter aus Burg-Gräfenrode auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten.

Amtsgericht Gießen.

Der G. R. aus Grünberg überholte am 25. Aug. 1935 mit feinem MotorraD auf Der Straße Gießen Reiskirchen eine RaDfahrerin nicht vorschrifts­mäßig und fuhr sie an. Durch Strafbefehl wurde er mit 35 Mark Geldstrafe belegt. Sein Ein­spruch blieb ohne Erfolg.

Gauleiter Sprenger bei der Deutschen Lufthansa. NSG. Zur gleichen Stunde, in der sich am 6. Januar aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens Der Deutschen Lufthansa überall im Reich Die Ar- beitstameraDen zu einem Betriebsappell vereinig­ten, versammelten sich auch im Frankfurter Flughafen Die zur Flugleitung gehörigen Luft- Hanseaten zu einer Feierstunde. Der Flugleiter, Rit­ter von Lechner, konnte hierbei als Gäste Gau­leiter Reichsstatthalter Sprenger, seinen Stell­vertreter Regierungsrat Reiner, Gaupropa- ganDaleiter M ü l l e r - S ch e l d, Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, sowie Die Leiter Der mit Der Lufthansa eng zusammenarbeitenDen Dienst­stellen, z. B. FlugwetterDienst, Flughafenleitung, Flughafenverwaltung usw. begrüßen.

In kurzen Ausführungen zeichnete Der Flugleiter nochmals Die Entwicklung Des Deutschen Luftver­kehrs währenD Des ersten Betriebsjahrzehntes und legte im Namen aller in Frankfurt tätigen Arbeits- fameraDen das Gelöbnis ab, wie bisher fo auch weiterhin in straffster Disziplin und engster Kame­radschaft für die weitere Entwicklung Des Luftver­kehrs im Rhein-Main-Gebiet zu arbeiten. Er ver­las hierauf Die ReDe Des Aufsichtsratsoorsitzenden, Staatsrat Dr. von St a u ß, Die dieser auf Dem zur gleichen StunDe in Berlin Durchgeführten Be­triebsappell Der Hauptverwaltung hielt.

Der schön verlaufene AbenD, Dessen BeDeutung Durch Die Anwesenheit Des Gauleiters besonDers unterstrichen rourDe, legte Zeugnis ab für Die kame- raDschaftliche Verbundenheit aller am Luftverkehr tätigen Kräfte. Er rourDe Durch Vorträge aus Den Reihen Der Gefolgschaftsmitglieder bereichert, Die teilweise in recht humorvoller Form auf Die Ent­wicklungsgeschichte Des alten Frankfurter Flug­hafens eingingen und auf Die BeDeutung Des künf­tigen Flughafens Rhein-Main hinwiefen, Der fein Entstehen Dem Weitblick Des Gauleiters Spren­ger verDankt. Flugkapitän Lange gab im Ver­laufe Des anschließenden Zusammenseins einige er­götzliche Erlebnisse aus feinem wechselvollen Flie­gerleben zum Besten.

Obecheffen.

Der Neichsberufswettkampf im Kreise Schotten.

O Laubach, 7. Jan. Anmeldungen für Die Reichsberufswettkämpfe Der deutschen Jugend im Kreise Schotten werden entgegen­genommen von der Hitler-Jugend, Dem Reichs- nährstanD unD Der Deutschen Arbeitsfront. Die Wettkämpfe werden abgehalten:

1. Für Bäcker in Laudach unter Leitung von Bäckermeister Friedr. Göbel.

2. Für das Bauhandwerk in Schotten unter Leitung von Hermann Spanier.

3. Für Hausgehilfen in Schotten unter Lei­tung von Frau Wilhelmine Metz.

4. Für Kaufleute in Ober-Schmitten unter Leitung von Pg. Otto Körber, in Schotten unter Leitung von Ludwig Engel und in Lau - bad) unter Leitung von Rudolf Justus.

5. Für die Landjugend in Schotten unter Leitung von Pg. August Straub V., in Lau - bad) unter Leitung von Ortsbauernsuhrer Pg. Röder, in Gedern unter Leitung von Pg. Hermann Müller und in Ulrichstein unter Leitung von Ortsbauernführer Pg. Stein.

6. Für Metallarbeiter in Schotten unter Lei­tung von Wilh. Ludwig.

7. Für Metzger in Schotten unter Leitung von K. PH. W. Spanier und in Laubach unter Leitung von Ernst Kühn.

8. Für Schneider in Schotten unter Leitung von Wilh. Hofmann und in Laub a ch unter Leitung von Adolf Sils.

9. Für Schneiderinnen in Schotten unter Leitung von Frau Anna Rühl und in Laubach unter Leitung von Frau Elisabeth Krenkel.

10. Für Schreiner in Schotten unter Leitung von Schreinermeiftex Winter.

Feuer in der Ober-Schmitieuer Papierfabrik.

Nidda, 7. Jan. (LPD.) In der M o u f a n g - schen Papierfabrik im benachbarten Ober- Schmitten wurde Montag vormittag im soge­nannten Ausschußlager ein Feuer entdeckt. In dem gleichen Raum hatte es vor Jahren schon ein­mal gebrannt. Werksmänner gingen sofort an die Bekämpfung des Brandes, die sich infolge der un­geheuren Rauchentwicklung sehr schwierig gestaltete. Mit Rauch- und Gasmasken bewaffnet schlugen die Männer in das Dach Löcher, Damit Der beißenDe Rauch abziehen konnte. Gleichzeitig mußte Das Feuer mit großen Wassermassen angegriffen wer- Den, Damit es Durch Die Luftzufuhr nicht hell an­gefacht rourDe. Motorspritze unD Arbeitsdienst von Nidda würben alarmiert, brauchten aber bei ihrem Eintreffen nicht mehr eingesetzt zu roerDen, Da Die Werksmänner Herr des Feuers geworDen waren.

Landkreis Gießen.

> Heuchelheim, 7. Jan. Am Samstaa hielt der Turnverein feine Jahreshauptversamm­lung ab. Aus dem Jahresbericht Des Vereinsfüh­rers Otto Rinn ging hervor, daß Das abgelaufene Jahr recht arbeitsreich war. Nach Der Zusammen­

fassung aller sportlichen Vereinigungen im Reichs- bunD für Leibesübungen roirD auch Die Turnerei Hauptbestandteil bleiben, wenn auch Die Deutsche Turnerschaft als selbständiger Verband aufgelöst wird. Als stärkster Landverein Oberhessens hat sich Der hiesige Turnverein an zahlreichen Veranstaltun­gen mit Erfolg beteiligt. Das vergangene Jahr brachte einen Zuwachs von 78 MitglieDern. Ober­turnwart F. Volkmann berichtete über Die turnerische Tätigkeit. Zahlreiche Siege konnten Turner und Turnerinnen heimbringen. BesonDers zu erwähnen find Die GebrüDer NeiDel, Die im Langstreckenlauf bei Den Kreis-, Gau- und deut­schen Meisterschaften mit an erster Stelle stehen. An die Kasse sind im vergangenen Jahre besondere Anforderungen gestellt worden, doch konnte sie mit einem kleinen Kassenbestand abschließen. Ein herz­liches Dankschreiben hat Der Turnverein Spiesen im Saargebiet für eine Spende zum Turnhallen­bau gesandt. Dietmar! Alb. Rinn sprach über Die geistige Betreuung Der Turner. Für Das Schwim­men trat Schwimmwart Fr. Rinn ein. BesonDere Ausgestaltung soll Die Feier Des zehnjährigen Be­stehens unserer Turnhalle erfahren. Nach einer Werbung für Die Olympiade konnte der Vereins­führer Die Tagung schließen.

T" Aus DemBusecker Tal,7. Jan. Allent­halben ist gegenwärtig ein Massenauftreten von Maulwürfen zu beobachten. Auf Den Wiesen vor Der Station Rödgen, ferner im Wieseck- grunD zwischen RöDgen unD Großen-Buseck unD auch oberhalb Des Dorfes Großen-Buseck sind Die Wiesen kreuz unD quer zerfurcht von Maulwurfsgängen, unD ein ErDhügel reiht sich an Den anderen, die Die sonst so nützlichen Tiere aufgeworfen haben.

ch Oppenrod, 6. Jan. In Der Wirtschaft von Döring fand unter Dem Vorsitz von Ortsbauern- führer Wallbott eine gut besuchte Bauern­oersammlung statt. Die Bauern erstatteten Be­richt über ihren FruchtbestanD, ferner über Die Men­gen der noch lagernden Frucht, die eventuell zum Verkauf kommen kann, und über Die bereits abge­lieferten Fruchtmengen. Ortsbauernführer Wall- b o t t rief zum Besuch Der im Mai in Frankfurt am Main stattfindenden Reichsnährstandsschau auf. Bei dem großen Interesse, Das man allenthalben Der Schau entgegenbringt, und angesichts des sehr er­mäßigten Eisendahnfahrpreises sagten jetzt schon 24 Männer und Frauen Den Bsuch zu. Weitere Anmel- Dungen werden noch entgegengenommen.

I Daubringen, 7. Jan. Die Straßen­sammlung Der Kriegsopfer für Das WHW erbrachte in unserer Ortsgruppe rund 102 Mark. Davon entfallen auf Mainzlar 31 Mark, Daubringen 39 Mark und Staufenberg 32 Mark. Die hiesige Schäferei-Gesellschaft hielt ihre Generalversammlung ab, in der u. a. die Rech­nungsablage gegeben wurde. Dabei zeigte sich ein besserer Stand des Vereins, als in früheren Jah­ren. Der seitherige Vorstand bleibt auch für das Jahr 1936 unverändert bestehen. Um die Schafzucht in unserer Gemeinde zu fördern, soll von Den Schaf- Haltern Die Weide gründlich in Ordnung gebracht werden, ferner hat Die Gemeinde Die Lehmkaute umroDen und urbar machen lassen, so daß dieses