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Wie sieht es in der Wirtschaft aus?

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Apfelbäume bat stärker gefruchtet, als man noch vor einigen Wochen annahm. Hier find es vor allem von den Wirtschaftssorten die Schafnase, der Rheinische Bohnapfel und der Herrnapfel, die eine Dollernte erbringen, während die edleren Sorten, wie Schöner von Boskop, Goldrenette von Blen­heim und Winter-Goldparmäne, nur einen schwa­chen bis mittelguten Fruchtansatz zeigen. Sehr reichen Behang haben die Birnbäume, von denen die Honigbirnen und die Pastorenbirnen den besten Ertrag bringen. Damit alle Bäume gestützt werden konnten, hat die Gemeindeverwaltung im Walde sog. Steipern schlagen lassen, die zur öffentlichen Versteigerung kamen. Während im Vorjahre in­folge der Spätfröste keine Walnuß geerntet wurde, hängen die Nußbäume so voller Früchte, wie seit vielen Jahren nicht. Mehrmals kann hier die Be­obachtung gemacht werden, daß einzelne besonders schwer beladene Aeste gestützt werden mußten. Auf­fällig ist der ausgezeichnete Gesundheitszustand der Obstbäume in unserer Gemarkung, der nicht zu­letzt auf die planmäßige Spritzmaßnahmen zurück­zuführen ist. Es wurden nämlich durch den neu­gegründeten Obst- und Gartenbauverein die Win­ter-, Vorblüten- und Sommerspritzungen durchge­führt.

der Zugang noch nicht die Höhe von 1927 bis 1929 erreicht. Dabei ist aber nach den Ausführungen des Konjunkturinstituts zu berücksichtigen, daß der Geld­wert heute viel höher ist als damals. Die Index­ziffer der Lebenshaltungskosten var 1935 um rund 19 v. H., die Indexziffer der Großhandelspreise um rund 20 v. H. niedriger als in den Jahren 1927/29. Hinzu kommt bei der Beurteilung der Kapitalbu- dung, daß damals die Sparkapitalbildung weit­gehend durch das Einströmen der damals üblichen Auslandskredite bedingt war. Heute dagegen wird das Kapital ausschließlich durch die Mobilisierung der inländischen Wirtschaftskräfte geschaffen, mit anderen Worten, heute handelt es sich im Gegen­satz zu der damalsgeborgten" Kapitalanreicherung um eine echte.

Die britischen Hoffnungen, noch den Verhandlun­gen von Ottawa würde so etwas wie ein ge­schlossener allbritischer Handels st aat unter Bevorzugung der Erzeugnisse der Mutter­insel und der Dominions entstehen, haben sich nicht erfüllt. In England ist man deshalb schon seit län­gerer Zeit insgeheim mit dem Umbau des Ab­kommens beschäftigt. B r i t i s ch - I n d i e n hat das Abkommen gekündigt und Australien übte auf das Handelsamt einen starken Druck aus, das Ab­kommen zu revidieren. Mit der Verkündung des neuen englisch-australischen Handelsabkommens ist

Kreis Friedberg.

= Aus d er mittleren Wetterau, 6. Aug. Eine zusätzliche Erntearbeit ist in diesem Jahre das Rupfen des Flachses. Neben größeren Flächen Flachs findet man allenthalben kleine Stücke Spendenflachs. Durch die feuchte Witterung hat sich auch der Flachs gelagert und so eine planmäßige Unkrautbekämpfung unmöglich ge­macht. Dies erschwert die Ernte sehr. Da der Ab­nahmepreis nach der Reinheit der Stengel gestaffelt ist, bemühen sich die Anbauer, vor allem Winden und Disteln zu entfernen, was die an sich schon

der Schleier um Ottawa gefallen, man rechnet auch damit daß ein neues Handelsabkommen zwischen England und Kanada sich im gleichen Geiste wie das abgeschlossene bewegen wird. Dieser Geistläuft aber tatsächlich darauf hinaus, das englische Wirtschasts» Imperium sehr stark von der übrigen Welt abzusper« ren. Das Abkommen mit Australien geht davon aus, daß alle australischen Handelsverträge mit Japan, das den Fehdehandschuh ausgenommen hat den USA., Deutschland usw. gekündigt werden und dafür England Australien entgegenkommt. Das hat zur Folge, daß jetzt die englische Außenhandelspolltik auch die abgeschlossenen Handelsverträge mit den bevorzugten Ländern wie Argentinien, dem Balti­kum und den skandinavischen Ländern zu revi­dieren gezwungen ist. In der englischen Presse redet man bereits davon, ein allbritisches Waren­clearing zu errichten und ebenso einen allbritischen Wirtschaftsrat. Man will damit erreichen, daß das britische Imperium unabhängiger wird von den Schwankungen der Weltkonjunktur; aber diesem Plane stehen doch schwerwiegende Bedenken gegen­über. Abgesehen davon, daß England in überwie­gendem Maße nicht mit seinen Dominions sondern mit der übrigen Welt Handel treibt, fragt sich doch, was z. B. die englische Schwerindustrie zu einer solchen Planung sagt, die der Internationalen Roh­stahlgemeinschaft sich bis 1940 verpflichtet hat. Diese Planung läßt nämlich von der freien Weltwirtschaft, deren Anhänger wenigstens in der Theorie die Briten zu sein behaupteten, und von dem freien Handel der anderen Nationen mit den britischen Kolonien und Rohstoffgebieten nichts übrig.

In Brüssel sind die Vorbereitungen getroffen worden, um eine internationale Verständigung in der Zuckerwirtschaft herbeizuführen, da das Chadbourne-Abkommen bald abläuft. Die meisten Produktionsländer stehen auf dem Standpunkt, daß dieses Abkommen nur verlängert wird, wenn auch die Zuckerindustrien Englands, Britisch-Jndiens und der Vereinigten Staaten sich diesem Abkom­men anschließen. Dagegen war bisher die eng­lische Zuckerindustrie, jedoch scheint dieser Wider- stand in der letzten Zeit nachgelassen zu haben. Das Chadbourne-Abkommen legte den beteiligten Ländern eine weitgehende Proktionsdrosselung auf, während die Außenseiter freie Hand hatten und natürlich ihre Produktion außerordentlich steigerten. Der Kanvf wurde aber immerhin abgemildert, weil die britische Regierung ebenso wie die Ver­einigten Staaten sich prinzipiell zur Mitarbeit de- reiterklärten und nur unter diesen Umstän- den ist das Chadbourne-Abkommen in Brüssel ver­längert worden. Trotzdem sieht man nicht opti­mistisch. Die Weltzucker-Vorräte verhielten sich zur Zeit der größten Krise wie 1,60 zu 1, jetzt steht das Verhältnis 1 zu 2. Die Weltvorräte machen somit nur die Hälfte einer Jahresproduktion aus. Diesem Bestand steht ein wachsender Verbrauch gegenüber, aber die Zuckerproduktion ist noch außerordentlich , steigerungssähig. Allerdings dürfte eine rigorose Preispolitik den Verbrauch wieder zurückgehen las­sen, so daß eine internationale Verständigung ge« ' rabe die Preisfrage pfleglich behandeln muß.

Alle Welt spricht in diesen Tagen von den Olympischen Spielen. Von dem überwälti­genden Eindruck der sportlichen Leistungen; von dem Glanz des Festes; von der Monumentalität der Anlagen auf dem Reichssportfeld, die ebenso großzügig wie zweckooll sind. Wenige nur denken daran, in wie reichem Maße die Olympischen Spiele zum Arbeitgeber für tausende deutscher Menschen geworden sind und noch täglich werden. Allein die Herrichtung des Reichs- sportfeldes, auf dem 2,25 Millionen Tagewerke gezählt wurden, hat 1000 verschiedenen Groß- und Kleinfirmen Aufträge eingebracht, lieber 2 Jahre haben draußen rund 2500 Menschen Arbeit gefun­den. Riesengroß war der Bedarf an Baumaterial. Werkstein, Zement, Kies, Sand, Walzeisen wurden zu vielen tausenden Tonnen verarbeitet. Holz aus allen Kieferngegenden des Reiches wurde an- geschleppt, teils für die riesigen Fahnenmasten, die aus dem Sportfeld und für Berlins Triumphstraße benötigt wurden; teils für 71 Reihen Sitzbänke des Hauptstadions, der Dietrich-Eckart-Buhne und der anderen Sportstadien. Eisenbahn, Schiffahrt und Lastwagenparks erhielten durch diese großen Transporte notwendiger Materialien eine Fülle zu­sätzlicher Arbeitsaufträge. Daß ein großer Teil der zum Olympia vergebenen Aufträge in die Not­stand s-g e b i e t e gelegt wurde, entspricht der nationalsozialistischen Auffassung, nicht einigen We­nigen, sondern möglichst vielen und namentlich den wirtschaftlich Schwächeren, Brot und Gewinn zu geben. So wurde der Muschelkalk, der vom Führer zum Hauptgestein auf dem Reichssportfeld bestimmt worden war, aus fränkischen Steinbrüchen bezogen, die sich vorher in einem geradezu trost­losen Zustand befanden. Granit wurde aus Schlesien, der bayrischen Ostmark und dem Fichtel­gebirge, Basalt aus der Eifel bezogen. Die Seb­nitzer Kunstblumenindustrie wurde mit der Anfer­tigung von 70 000 Meter (d.i. anschaulich gespro­chen eine Strecke von Berlin bis zur Ober) Gir­landen beauftragt und damit eine wesentliche wirt­schaftliche Erleichterung für dieses schwer notlei­dende Gebiet Sachsens geschaffen. Die Flaggen­fabriken hatten ebenso wie der einschlägige Einzel­handel durch die Olympiade ein flottes Geschäft. Dasselbe gilt für die Hotels und Gaststätten, die Olympiagäste aufsuchten. Für Ansichtskarten­geschäfte, für viele Branchen, die zu Erinnerungs­zwecken geeignete Artikel Herstellen oder verkaufen, für manche Lebens- und Genußmittelbetriebe. Un­möglich all die Wirtschaftszweige zu nennen, die durch das Großereignis der Olympischen Spiele Anregung und Aufträge erhielten. Nur soviel sei an dieser Stelle noch gesagt: wir wollen im natio- nalwirtschastlichen Interesse hoffen, daß die Olym­piade dazu beiträgt, auch den Fremden, die nach Deutschland kamen und kommen, die Ueberzeugung von dem Wert des deutschen Qualitätserzeugnisses zu vermitteln, damit in Zukunft auch unsere Aus­fuhr, und damit unser gesamter Arbeitsmarkt, Olympia-Erfolge verzeichnen kann.

Einer der interessantesten Geschäftsberichte großer Gesellschaften der letzten Zeit ist der der Ruhr- gas-AG. in Essen, erlaubt dieser doch einen Einblick, wie stark sich das F e r n g a s als ein wich­tiger und wertvoller industrieller Energiefaktor durchgesetzt hat. Von dem allgemeinen Wirtschafts­aufschwung hat auch die Gesellschaft Nutzen ge­zogen, die in ihrem Bericht u. a. ausführt, baß ihr Absatz im Geschäftsjahr 1935 um 274 Millionen Kubikmeter höher war als der des Vorjahres und mit 1 672 000 000 Kubikmeter einen neuen Höchst­stand erreichte. Auf den Absatz des Jahres 1934 be­zogen, betrug die Steigerung 19,7 v. H. Seit 1932 hat sich der Absatz nahezu verdoppelt. Diese befrie­digende Entwicklung kommt selbstverständlich auch in dem finanziellen Ergebnis zum Ausdruck. Inter­essant ist schließlich noch, was die Gesellschaft über ihre Stellung in der gesamten Energieversorgung ausführt. Ferngas dürfte gegenüber anderen Ener­giearten, mit denen es in Wettbewerb sieht, nicht dadurch benachteiligt werden, daß feine Lieferung an industrielle Großverbraucher in jedem einzelnen Falle von der Zustimmung derjenigen Gemeinde abhängig gemacht wird, in deren Gebiet die Liefe­rung erfolgen soll. Ebenso ungerechtfertigt sei die Belastung der Jndustriegaslieferung mit kommu­nalen Abgaben, die den Absatz verteuern oder gar hindern und zum mindesten eine zusätzliche und da­bei sehr ungerechte Gewerbebesteuerung des Fern­gaslieferanten darstellen. Diese Auffassung darf auch nach dem Sinn und Zweck des Energiewirt­schaftsgesetzes um so mehr vertreten werden, als die Ruhrgas-AG. die kommunale Gaswirtschaft, so wie sie sich in der Vergangenheit geschichtlich entwickelt hat, unangetastet läßt und mit der Jndustriegas­lieferung eine Aufgabe erfüllt, die von den kommu­nalen Gaswerken nicht gelöst werden kann.

Wider Erwarten hat sich in diesem Jahr die sonst übliche Sommerflaute im Jndustriege- schäft kaum bemerkbar gemacht. Nach der Jndu- strieberichterstattung des Statistischen Reichsamtes hat die Zahl der beschäftigten Arbeiter stärker als im Vorjahre von 69,3 v. H. der Arbeiterplatzkapa­zität auf 70,3 v. H. zugenommen. Die Summe der geleisteten Arbeitsstunden ist wie alljährlich in die­ser Zeit infolge der Urlaubsperiode etwas zurück­gegangen. Infolgedessen verminderte sich auch die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit, und zwar von 7,73 Stunden auf 7,56 Stunden. Die stärkste Be­lebung haben nach wie vor die Produktionsgüter- industrien. Die B a u w i r t s ch a f t hat sich weiter­hin stark entfaltet. Bauindustrie und ©ägembuftne haben mehr Arbeiter eingestellt als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Von den Baustoffindustrien haben namentlich die Ziegeleien eine weit stärkere Beschäftigung als im Vorjahr aufzuweisen. Auf dem Baumarkt setzt sich immer stärker die Eigenbauta- tigkeit durch. Der weitaus größte Teil der neuen erstellten Bauten entfällt auf Eigenheime. Damit bestätigt sich aufs neue, daß die durch den Natio­nalsozialismus geförderte Bewegung, die auf Zurückdrängung der Mietskasernen zugunsten des Eigenheimes abzielt, Wurzel geschlagen hat. Im übrigen macht sich im Baugewerbe eine immer stär­kere Inanspruchnahme des Werkstoffes Holz be­merkbar, das sowohl für Wohnhäuser als auch für große Hallen verwertet wird. In den letzten Jah­ren waren über 90 v. H. aller im Reich errichteten Wohngebäude Kleinhäuser. 1935 wurden bereits wieder 16 v. H. mehr Kleinhäuser gebaut als im günstigsten Baujahr 1929.

In Auswirkung der Arbeitsbeschaffung belebte sich seit 1933 auch der deutsche Kapitalmarkt in erfreulicher Weise. Vor allem die Sparkapital­bildung macht gute Fortschritte. Handelte es sich in den Jahren 1926 bis 1929 hauptsächlich darum, Kapital für den Neuaufbau einer durch Krieg und Inflation zusammengebrochenen Wirtschaft zu ge­winnen, so steht heute im Vordergrund die Frage, ob die Kapitalbildung ausreichende Mittel für die Konsolidierung der kurzfristigen Schulden, die für die Zwecke der Arbeitsbeschaffung und der Wehr- hastmachung des deutschen Volkes ausgenommen wurden, liefert. Die glatte Aufnahme der jüngsten Reichsanleihe im Werte von 700 Millionen Mark spricht für die fortschreitende Kapitalbildung. Dar­über hinaus zeigen die Ausweise namentlich der Sparkassen, daß fortgesetzt Neukapital angesammelt wird. Im vergangenen Jahr haben die Sparein­lagen und Genossenschaften um rund 1,2 Milliar­den Mark zugenommen. Die Sozialversicherung so­wie die private Versicherung haben rb. 0,8 Mil­liarden Mark auf dem Kapitalmarkt angelegt, so daß sich hier allein eine Gesamtsumme von zwei Milliarden Mark ergibt. Der jährliche Zugang an Kapital ist nach den Feststellungen des Instituts für Konjunkturwirtschaft sowohl bei den Sparkassen und Genossenschaften als auch bei den Versicherun­gen anhaltend gestiegen seit 1933. Allerdings hat

mühselige Rupsarbeit noch erschwert. Während der zum Verkauf gezogene Flachs mit Samen abge­liefert wird, kommt der Spendenflachs entfernt zur Sammelstelle. Bei dem heurigen Futterüberfluß und der Unmöglichkeit, die überschüssigen Klee- und Grasmengen zu Dörrfutter aufzubereiten, macht sich der Vorteil der 0 r ü n f u 11 e r f i l o recht be­merkbar. Meistens sind sie schon gefüllt, fo daß der immer mehr durchgeführte Zwischenfrucht­anbau hauptsächlich zur Gründüngung Verwen­dung finden wird.

Kreis Schotten.

* Laubach, 6. Aug. Die Geschäftsstelle der NS.-Dolkswohl fahrt, Ortsgruppe Laubach, wurde aus zweckdienlichen Gründen von der Wohnung des Kaufmanns Ernst Monntg nach der Friedrichstraße in den Hinteren Raumen der Ortsgruppe Laubach, früheres Gymnasium, ver­legt. Sprechstunden werden jeden Donnerstagabend von 20 bis 22 Uhr abgehalten.

-/- Stumpertenrod, 4. Aug. Heute gegen 16.30 Uhr ging ein schweres Unmetter, ver­bunden mit H a g e l s ch l a g, über unser Dorf nie­der. Die Hagelkörner in Erbsengroße lagen auf dem Felde. Der Blitz schlug in die Hochspannungs­leitung, sowie etwa 100 Meter vom Dors entfernt in einen Kornhaufen, der niederbrannte und m dem unmittelbar zuvor ein Landwirt Schutz suchen wollte, sich aber doch etwa 20 Meter unter eine Hecke flüchtete. Eine Mahnung für die Bevölkerung, nie in einem Fruchthaufen oder unter einem Baurn auf einer Anhöhe Schutz zu suchen, sondern dem Dorfe zuzueilen, um bei Brandgefahr zu Hause 3u jein. Gestern morgen fuhren die Berliner Ferienkinder nach vierwöchigem Aufent­halt nach ihrer Heimat zurück, nachdem sie sich gut erholt hatten. Gerne wären sie noch hier geblieben.

Kalte Füße schaden der Arbeit.

Immer mehr breitet sich die Erkenntnis aus, daß die Sorge für die Verbesserung und Verschöne­rung der Arbeitsstätten nicht nur für die Gesund­heit und das Wohlbefinden der in ihnen Tätigen von Bedeutung ist, sondern daß sie auch den Er­trag die Arbeit wesentlich steigern. Auch in England gibt es ein Amt für Unter­suchungen über Gesundheit in der Jndurie, das seit Jahren tätig ist und schon viel für bessere Ar­beitsbedingungen gewirkt hat. Neben dem Jahres­bericht dieses Amtes erschien kürzlich ein Sonder- bericht unter dem TitelDer Wärmefaktor bei der Arbeit", in dem einige bemerkenswerte Feststellun­gen gemacht werden. Mit Hilfe von wissenschaft­lichen Instrumenten wurde in zwölf Fabriken eine umfassende Untersuchung ausgeführt. Dabei wur­den Heizungen und Ventilationen nach sehr ver­schiedenartigen Methoden durchgeführt, und den Arbeitern wurden nach genau vorher aufgesetztem Programm Fragen vorgelegt. Insgesamt wurden über 3000 Beobachtungsreihen gemacht, die sich auch auf die Hauttemperaturen an Stirn, Händen und Füßen der Arbeiter erstreckten. Das Ergebnis war, daß ein Höchstgrad von Wohlbefinden, der für die Arbeit am günstigsten war, bei 18 Grad Celsius erreicht wurde; es waren aber Abweichun­gen nach beiden Seiten möglich, bei denen sich die Arbeiter auch noch angenehm fühlten. Das Wich­tigste war die Feststellung, daß die Luftbedingun­gen am Fußboden eine sehr viel größere Rolle spielten, als man gewöhnlich annimmt, und es wurden oft Klagen über kalte Füße laut, während im allgemeinen die Lufttemperatur als befriedigend empfunden wurde. Es wird daher besonders betont, daß jedes Heizsystem vor allem die hinreichende Wärme an den Füßen sichern muß, denn gerade hiervon sei das Wohlbefinden des Arbeiters, das die Voraussetzungen für seine Bestleistungen bildet, in entscheidendem Maße abhängig.

Unter den verschiedenen Maßnahmen, die deut­sche Rohstoffversorgung aus heimischen Queuen sicherzustellen, sei hinsichtlich des Treibstoffes nur eine herausgegriffen, die in ihrer Unfchembar- keit leicht überfeyen wird. Das ist die laut Ver­ordnung vom 11. Juli 1936 ab 1. August in Kraft getretene Beimischung von Methanol zum Benzol, und zwar im Verhältnis von zehn Gewichtsteilen. Ab 1. Oktober 1936 gelangen Jo überhaupt nur noch Alkoholkrafstoffe nach den Mischvorschriften der Reichsmonopolverwaltung zum Verkauf. Man wird sich in diesem Zusammen­hang daran erinnern, daß die Spritbeimischung zum Kraftstoff ganz allgemein schon viele Jahre besieht und vor rund drei Jahren auf 10 v. H . erhöht wurde. Die Methanolbeimischung hat nun nicht nur die Bedeutung, daß die deutsche Treibstoffdecke hierdurch eine Verbreiterung erfahrt, sondern ist auch deswegen beachtlich, als damit r e i s r m a - ßigungen verbunden sind. So ist der ^ßreis für das am 1. August zum Verkauf gelangende Benzol- Methanolgemifch auf 1 Rpf. je Liter mebrigcr als die bisherigen Benzolpreise festgesetzt worden. Der seitherige Benzol-Zapfstellenpreis der in allen Ver­kaufszonen 10 Rpf. über dem Benzm-Zapfstellen- preis lag mit Ausnahme von Berlin und Hamburg, wo die Preisspanne 11 Rpf. betrug ist nun einheitlich für das ganze Reich au? 9 Rpf. über Benzinpreis festgesetzt worden, so daß für die Gebiete Berlin und Hamburg eine Ermäßigung von 2 Rpf., für alle übrigen Gebiete um 1 Rpf. je Liter Benzol eintritt. Der niedrigste Benzol-Zapf- fteüenpreis stellt sich nunmehr auf 44 Rpf., der höchste auf 47 Rpf. Die Preise für Benzm-Benzol- Alkoholgemische, das sind die gewöhnlich an den verschiedenen Tankstellen erhältlichen Markentretb- ftoffe (nicht Benzin), werden nicht geändert, well ihr Gehalt an reinem Benzol nicht geändert wird.

Bekanntmachung.

Aushebungs-Musterung 1936.

Auf Grund des Wehrgesetzes vom 21.5.1935 und der Verordnung über die Musterung und Aushebung vom 21. 3. 1936 wird hiermit folgendes bekannt­gemacht: i

Die Aushebung der nachstehend aufgeführten Dienstpflichtigen, die in der Stadt Gießen wohnhaft oder aufenthältlich sind, findet am Samstag, dem 22. August 1936, in der Zeit von 8 Uhr vormittags ab im Hause des Gefell,chaftsvereins (Klub), Son- nensirahe 19 Eingang Deidengaffe statt.

II.

Es haben zu erscheinen:

1. die tauglich 1 und 2 befundenen Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1914 einschließlich der bei der Musterung 1935 zurückgestellten Dienst­pflichtigen, die bei der Musterung 1936 als taug­lich 1 und 2 befunden und der Erfahreserve 1 überwiesen worden find.

2. die tauglich 1 und 2 befundenen, im 1. Viertel­jahr des Jahres 1915 (1.1.15 bis 31.3.15) geborenen Dienstpflichtigen des Geburtsjahr- ganges 1915, soweit sie ihrer Arbeitsdienstpslicht bis zum 1. Oktober 1936 genügt haben und sich zur Zeit der Aushebung nicht in Arbeitsdienst- abteilungen außerhalb des für ihren letzten Wohnsitz zuständigen Wehrbezirks befinden.

III.

Nicht zu erscheinen haben:

1. die Dienstpflichtigen der vorstehend aufgeführten Geburtsjahrgänge, die bereits ihrer aktiven Mili­tärpflicht (lang« und kurzfristig) genügt haben;

2. die Freiwilligen dieser Geburtsjahrgänge, die bereits gemustert und im Besitze des Annahme­scheins sind und

3. die Dienstpflichtigen dieser Geburtsjahrgänge, die bis 1937 und länger zurückgestellt sind.

IV.

Als militärische Behörde ist für die Aushebung das Wehrbezirkskommando Gießen, Liebigsiraße 16, zu­ständig. v

Zur Aushebung sind folgende Unterlagen mitzu­bringen:

a) Musterungsausweis ober Wehrpaß,

b) Erfatzreferve-I-Schein,

c) Nachweis über die feit der Musterung 1935 statt­gefundenen Familienstandsveränderungen (Ver­heiratung usw.),

d) sonstige Personalpapiere, die bereits zur Muste­rung verlangt, aber erst nach der Musterung er­worben wurden (Abstammungspapiere, Führer­schein, Sportabzeichen usw.),

e) bas Arbeitsbuch,

f) bas Brillenrezept beim Vorliegen von Seh­fehlern.

Außerbem hat jeher Dienstpflichtige zwei Paß­bilder (Gröhe 45/55), Brustbild ohne Kopfbedeckung und nicht in Uniform aufgenommen, mitzubringen, soweit er nicht im Besitze des Wehrpasses ist.

VI.

Zur Aushebung hat auch der Dienstpflichtige zu erscheinen, der seine Zurückstellung vom Wehrdienst beantragen will. Der Antrag auf Zurückstellung ist vor der Aushebung bei der Polizeidirektion Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 1, einzureichen. Den Anträ­gen ist das erforderliche Beweismaterial beizufügen, und zwar:

a) bei Anträgen auf Zurückstellung aus häuslichen

ober wirtschaftlichen Grünben eine entsprechend Bescheinigung ber Ortspolizeibehörbe,

b) bei Anträgen auf Zurückstellung aus beruflichen Grünben eine Bescheinigung ber Ausbilbungs- ftelle ober Lehranstalt.

Der Antrag auf Zurückstellung kann von bem Dienstpflichtigen, feiner Ehefrau ober feinen Ver­wandten ersten Grabes gestellt werben.

VII.

Ein Dienstpflichtiger, ber burch Krankheit an ber Gestellung zur Aushebung verhindert ist, hat hierüber ein Zeugnis bes Amtsarztes einzureichen.

VIII.

Jeber Dienstpflichtige hat gewaschen und mit sau­berer Wäsche zur Aushebung zu erscheinen. Sport- ober Babehose, Turnschuhe ober sonstige leichte Schuhe finb mitzubringen.

IX.

Dor unb bis zum Abschluß ber Aushebung ist ber Genuß alkoholischer Getränke verboten. Das Mit­bringen von Verpflegung ist erwünscht. Es empfiehlt sich, keine Wertsachen mitzubringen.

X.

Ein Anspruch auf Reisekosten ober Entschädigung für Lohnausfall besteht nicht.

XI.

Jeder Gestellungspflichtige, ber einen feit der Musterung vorgenommenen Wohnunas- oder Wohn­sitzwechsel bei der polizeilichen Meldebehörde oder beim Wehrbezirkskommando Gießen nicht gemeldet hat, hat dies sofort nachzuholen.

XII.

Der Entscheid des Wehrbezirkskommandos über die Aushebung ist endgültig. Beschwerde ist nicht zu­lässig.

XIII.

Wer seiner Gestellungspflicht nicht oder nicht pünkt­lich nächkommt oder den vorstehenden Anordnungen zuwiderhandelt, wird, wenn keine höhere Strafe ver­wirkt ist, bis zu 150 RM. ober mit Haft bestraft. Evtl, werben sofortige polizeiliche Zwangsmaßnah­men gegen ihn ergriffen.

Gießen, ben 6. August 1936.

Hessische Polizeibirektion. I. V.: Beate.

Wichtig für botanische Vereine!

MWSMWMMAM nad) der Naturschutzverordnung vom 18. Mürz 1938 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus­führlich erläutert van Professor Dr. W. Weder, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preufzischen Ministerium iür Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiier der Reichsstelle für Naturschutz

Gebunden RM. 3,60.

Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentar» zum Reichsnaturschutzgeseh haben hier auf Grund ihrer langlahrtqen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das seiden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reick gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschien^ren Er­gänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissrnschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten a>^fuhrl>ck er- läutert und geben damit jedem eine gründliche Auf­klärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur über­haupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Na­turfreund in Berührung steht. Nicht nur di« amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzensteunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsan­wälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und Her. barien-Handlungen und Lehrmittelgefchäfte, Präpa. ratoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckrei. sig-Derkäufer, Aranzbindereien und die mit der M» er, roachung der Märkte beauftragten Beamten, Feld­hüter, Polizeistellen usrv.

Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen.

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