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Zunächst springt Wöllner 14,53 Meter, dann Ha­rada 15,50 Meter, der damit die Weite des Austra­liers im Vorkampf erreicht. Metcalfe landete da- aegen bei 14,83 Meter. Dann kommt Tajima. Weit tft sein Anlauf, kraftvoll der Ansprung, lang die Sätze. Aber die Krönung ist sein federndes letztes Vorschnellen. Mit beiden Füßen steht er genau auf der 16-Meter-Marke, die einen neuen Weltrekord bedeutet. Romero verbessert sich im zweiten Sprung auf 15,07, Oshima, Wöllner und Metcalfe treten über, Harada erreicht nur 15,27, aber der beständige kleine Tajima setzt bei 15,65 Meter auf. Im dritten und letzten Durchgang legt Romero 15,04 Meter vor. Oshima fällt durch die Wucht des Sprunges vornüber und muß, um nicht zu stürzen, durchlau­fen. Wöllner nimmt sich mit 14,23 Meter bescheiden aus, und dann holt sich Harada mit 15,66 Meter die Silberne Medaille. Metcalfe beschließt seine Serie

mit 15,20 Meter und zum Schluß kommt noch ein­mal Tajima, der aber durchläuft. Einen höchst ehren­vollen vierten Platz belegt Wöllner (Deutschland) vor Romero (USA.) und Oshima (Japan).

Wöllner springt deutschen Rekord.

Von den drei deutschen Teilnehmern waren L. Lang, der erst seit wenigen Monaten sich auch dem Dreisprung zugewändt hat, und Erich Joch ausgefallen. Um so größere Freude bereitete uns Meister Heinz Wöllner. Der junge Leipziger Student übertraf seinen bei den Meisterschaften aufgestellten Rekord mit 15,27 Meter um 21 Zentt- meter ganz beträchtlich. Joch hatte das Pech, von dem Amerikaner Romero um nur 2 Zentimeter übertroffen zu werden und dadurch der Endteil- nahme verlustig zu gehen.

Die Kämpfe aus der Aschenbahn

Deutschland siegt in der Schwergewichtsklasse.

Spät abends am Mittwoch wurde das Ergebnis im Gewichtheben der Schwergewichtsklasse bekannt. Mit einer Gesamtleistung von 410 Kilogramm wurde Manger (Deutschland) Olympischer Sieger und gewann damit die Goldene Medaille. (Schirner-M.)

80-Meter-Hürden der Frauen.

Anni Steuer-Deutschland an zweiter Stelle.

Als die Frauen zum Endlauf über die 8 0 Me­ter Hürden in die Kampfbahn treten, ist die Arena in helles, warmes Licht getaucht. Die Bahnen find von innen nach außen wie folgt verteilt: Steuer, Testoni, Taylor, Valla, Braaketer und Eckert. Zwischen den beiden ersten Hürden schiebt sich das dunkelblaue Trikot der Italienerin Valla in Front. Rach der Hälfte der kurzen Strecke ist auch die Kanadierin auf gleicher Höhe, ebenso kommt Testoni-Jtalien heran. Fast im Gleichtakt kommen die vorn liegenden vier Mädels über die letzten Hindernisse. Auf dem kurzen Laufstück entbrennt ein heißer Kampf. Valla, Testoni, Steuer und Tay­lor werfen sich zugleich ins Zielband. Das mensch­liche Auge kann die Reihenfolge nicht feststellen, auch das Kampfgericht kann nur die vorläufige Placie­rung mit Valla als Siegerin, Testoni als Zweiter und Steiler als Dritter vornehmen. Für alle drei wurden 11,7 gemessen, Taylor hat die gleiche Zeit. Das Zielgericht überließ die Entscheidung der schon mehrfach bewährten Zielphotographie. Das Auge der Kamera klärte den Fall: Vallahatdenkbar knapp vor Steuer, Taylorund Testoni gewonnen!

Die Zwischenläufe.

B l a z e j e z a k hat im 2. L a u f die zweite Bahn zwischen dem Franzosen Henri und dem Finnen Strandvall. Wundervoll leicht läuft er die ersten 300 Meter und mit 5 Meter vor dem Engländer Brown und dem Kanadier Fritz kommt er in die Ziel­gerade. Wohl wird sein Schritt im Endkampf kür­zer, aber er steht verbissen kämpfend tapfer durch und kommt als klarer Sieger in 48,2 Sek. vor den beiden Angelsachsen ein. Leider kann im dritten Lauf der zweite Deutsche Metzner wegen einer Verletzung nicht teilnehmen. Im vierten und letzten Lauf war K l u p s ch als dritter deutscher Vertreter dem Gegner nicht gewachsen. Immerhin wurde er vierter.

Erste Kämpfe der Radfahrer.

Malfahren Mannschafts-Verfolgungsrennen.

Mit den Kämpfen der Radfahrer erfuhr nun auch das neue Olympiastadion am BSC.-Platz seine Weihe. Die Flieger traten zu den 10 Vorläufen ihres 1000-Meter-Malfahrens an. In allen Läufen setzten sich die europäischen Favoriten siegreich durch. Der deutsche Weltmeister Toni Merkens gewann seinen Lauf gegen den Amerikaner Sellin- ger ohne sich voll auszugeben klar in 12,4 Sek. mit zwei Längen Vorsprung. Die schnellsten 200 Meter fuhr der Schweizer Meister Wägelin mit 12,2 Sek. Harie van Vliet, der starke Holländer, siegte gegen

USA. -Sieg im 11O-Meter-Hürdenlau

Anschließend an den Lauf der Frauen aehen die sechs Endkampfteilnehmer an der Entschei­dung über 110 Meter Hürden an den Start. Don innen nach außen knien Finlay, Towns, Lidman, Thornton, O'Connor und Pollard in den Löchern, also zwei Amerikaner, zwei Engländer, ein Schwede und ein Kanadier. Vorn gleitet der Amerika-Meister Forest-Towns in unnachahmbarem Stil über die Hürden und liegt bald ganz klar in Front. Finlay und der Schwarze Pollard kämpfen erbittert um den zweiten Platz: Pollard reißt zwei Hürden. Aber er hält wenigstens den dritten Platz vor dem mächtig anstürmenden Schweden, den sein chlechter Start einen besseren als den vierten Platz gekostet hat. Thornton und O'Connor folgen in dieser Reihenfolge. Der Sieger Towns braucht nur 14,2 Sekunden, eine famose Zeit. Finlay hat seinen Erfolg von Los Angeles wiederholt.

Oie Deutschen in 400-Meter-Äor- und Zwischenläufen.

In den 400-Meter-Vorläufen konnten sich alle Deutschen durchsetzen. Dabei lief Blazejezak die hervorragende Zeit von 47,9 Sekunden. Metzner mußte im dritten Lauf hart mit dem Aegypter Ebeid kämpfen und kam schließlich vor diesem als Dritter ein. Im 8. Lauf konnte sich noch der dritte Deutsche Klupsch für den Zwischenlauf qualifi­zieren. Hinter Skawinski (Frankreich) (48,9) und von Wachenfeld (Schweden) belegte er mit 49,1 den 3. Platz.

Ringen im griechisch-römischen Stil.

Beginn in drei Gewichtsklassen in der Deutschlandhatte.

In der großen Turnhalle des Olympischen Dorfes herrschte schon am frühen Morgen des Donners­tags Hochbetrieb. 110 Bewerber im griechisch-römi­schen Ringen stellten sich zum Wiegen. Sämtliche sieben Gewichtsklassen sind gleichmäßig stark be­setzt. Die stärksten Gegner der Deutschen sind auch hier wieder die Finnen und Schweden.

Bei den ersten Kämpfen in der Bantam- gewichtsklasse stellte sich der Deutsche Bren­del gegen den Tschechoslowaken Hyza vollkommen falsch ein, da er den ständig zurückgehenden ©eg« ner fortwährend im Stand angriff, statt ihn zu Boden zu bringen. Nachdem so der Deutsche zwei­mal nach vergeblichen Angriffen in die Unterlage gekommen war, gaben die Richter den Punktsieg mit 3:0 an Hyza.

Im Fed e r g e wicht war unser Vertreter H e - ring seinem Gegner Horvat-Rumänien überlegen, brachte ihn mehrfach durch verschiedenartige Schwünge in die Brücke und legte ihn nach 11:33 Min. auf die Schultern.

In der Leichtgewichtsklasse errang der Finne Koskela gegen den Deutschen Nettesheim einen zweifelhaften 2:1-Punktsieg.

Im Weltergewicht setzte sich Schäfer gegen den Esten Pusepp in einem schönen Gefecht sicher 3:0 nach Punkten durch. Entscheidend besiegte im Mittelgewicht Schweickert den Oester­reicher Pointner nach 9 Minuten, während im Halbschwergewicht der deutsche Meister Seelenbinder nach 10 Minuten von dem starken Letten Bietags auf die Schultern gelegt wurde. Im Schwergewicht setzte sich unser Vertreter Kurt H o r n f i s ch e r leicht in 3:53 Mi­nuten gegen den Jugoslawen Nagy durch und er­reichte ohne Fehlpunkte die zweite Runde.

Olympiasieger im Mittelgewicht.

Bei den Hebern im Mittelgewicht siegten: von links Ismayr, Deutschland (Silberne Medaille), Kahdr El T o u n y, Aegypten (Goldene Medaille) und Adolf Wagner, Deutschland (Bronzene Medaille). (Schirner-M.)

Ein herrlicher Endkampf im 1500-2lleter-£auf.

Am Zielband der Sieger Lovelock (Neuseeland): hinter ihm Cunningham (England), gefolgt von dem Italiener B e c c a l i. (Scherl-Bilderdienst-M).

Nach dem letzten Wurf des Vorkampfes im Speerwurf stellten sich die 12 Läufer für die 1500-Meter-Entscheidung am Start auf. Die beiden Deutschen Schaumburg und Bött­cher stehen in der Mitte. Ein gleichmäßiger Start, und dann geht der Engländer Cornes an die Spitze, führt in mittelschnellem Tempo vor Beccali und Schaumburg. Alle drei Amerikaner machen den Beschluß des Feldes. Für kurze Zeit löst Schaum­burg den Engländer in der Führung ab, aber auf der Gegenseite kommt der Amerikaner Cunning­ham mit großen Schritten nach vorn und legt sich zwischen Looelock und den Schweden Ny. Das Feld zieht sich stark auseinander. Dorn liegt eine kleine Spitzengruppe mit Cunningham, Ny und Lovelock. In vier Meter Abstand folgen Beccali und Schaum­burg. Don hinten stoßen die Amerikaner San Ro­mani und Venzka mit dem schwarzen Kanadier Edwards geschlossen vor.

Sind für die 800 Meter noch 2:05 gemessen, so hat sich das Tempo auf dem zweiten Teil der Strecke ungemein verschärft. Böttcher fällt auf den letzten Platz zurück. Auch Schaumburg muß trotz aller Tapferkeit klein beigeben.

Eingangs der Gegengeraden setzt der schwarz gekleidete, blonde Neuseeländer John Lovelock zum entscheidenden Dorstoß an. Mit wundervoll leichten Schritten ist er im Nu fünf Meter vom Felde weg. Verzweifelt versuchen Cunningham und Beccali aufzulaufen, doch Lovelock kann kämpfen. Noch aus der Zielkurve kommt er mit deutlichem Vorsprung, und mit fast übermenschlicher Energie hält er seinen langen, gestreckten Schritt. Ja, er vergrößert sogar seinen Vorsprung noch auf acht Meter und siegt in der neuen Welt- und Olym­pischen Rekordzeit von 3:47,8 Min. vor Cunning­

ham, der mit 3:48,4 Min. ebenso wie die weiteren drei Läufer noch unter der alten Olympia-Rekord­zeit von Beccali bleibt, die der Italiener bei seinem Sieg 1932 in Los Angeles aufgestellt hat. Der Italiener kann diesen Sieg in dem mörderischen Rennen nicht wiederholen, sondern wird nur Drit­ter vor San Romani-USA., der diesmal seine End­geschwindigkeit zu spät ausspielte. Der Kanadier Edwards rettet für das Ahornblatt den fünften Platz vor dem Engländer Cornes.

Dem herrlichen 1500-Meter-Endlauf folgt sofort die Siegerehrung. Der sympathische Olympiasieger Lovelock wurde ungemein stark gefeiert

Dritter Tag der Segler in Kiel.

Drille Wellfahrt der Olympia-Jollen.

Am Morgen des dritten Wettfahrttages wurde den Olympia-Seglern eine große Freude bereitet, erhielten sie doch endlich eine günstige Wettervor­hersage. Wieder gingen alle 25 Jollen an den Start. Holland beendete die Wettfahrt als Sieger in 1:28,20 Stunden vor England, Deutschland und Chile.

Deutscher Sieg in der Starboot-Klasse.

Einen ganz überlegenen deutschen Sieg aab es bei der dritten Wettfahrt der Starboot-Klasse. Dr. Bischoff, der mit seinerWannsee" am Vortaae wegen einer kleinen Havarie feine führende Posi­tion verlor, siegte am Donnerstag mit über vier Minuten Vorsprung vor dem englischen Boot Paka". Dr. Bischoff holte schon auf der ersten Kreuzstrecke einen Vorsprung von 51 Sekunden her­aus und vergrößerte diesen Vorteil auf den folgen­den Strecken stets. Der Sieg Dr. Bischoffs stand nie in Frage.

1500 Beier: Rennen des Tages.

Lovelock-Neuseeland siegt in Weltrekordzeit.

den Kanadier Peace in 12,3 Sek. Für das Achtel- inale sind die Dorlaufssieger sowie die vier Ersten der Hoffnungsläufe startberechtigt.

Im Anschluß daran sahen die 5000 interessierten Zuschauer die Vorkämpfe im M a n n s ch a f t s - Verfolgungsrennen. Gleich im ersten Lauf blieb Italien als Sieger gegen Kanada mit 4:49,3 Minuten unter feiner eigenen olympischen Bestzeit von 4:53 Minuten. Auch Dänemark kam mit 4:49,2 unter die alte Marke. Die Hollän­der hatten nach schönem Rennen die Vertreter der USA. bereits eingeholt, als sie zwei Leute durch Sturz verloren und die Amerikaner so zu einem unerwarteten Siege kamen. Im Kampf gegen Oesterreich zeigte unsere Mannschaft Arndt, Klöckner, Hasselberg, Hoffmann eine schöne Zusam­menarbeit und blieb verdient mit 4:48,3 Minuten iegreich. Die vier Franzosen schufen im letzten Lauf mit 4:41,3 gegen Großbritannien Tagesbest­zeit und neuen olympischen Rekord.

Ungarns Polospieler doch bester.

Deutschland im Wiederhotungskampf 16:6 geschlagen.

Das steigende Interesse, das dem Polo beim Olympischen Turnier entgegengebracht wird, be­wies der ausgezeichnete Besuch beim Wiederho­lungsspiel Deutschland Ungarn. Die Tribünen am Glockenturm waren voll beseht und auch die Seitentribünen des Maifeldes wiesen zahlreiche Zu- chauer auf.

Nach dem Unentschieden des ersten Spieles hat­ten die Ungarn diesmal eine Umstellung vorgenom­men, die sich ausgezeichnet bewähren sollte. Der neue Verteidiger Kovacs, ein überragender Reiter und Spieler, hatte den größten Anteil an dem 16:6 Sieg seiner Mannschaft. In der deutschen Mannschaft überragte Reinke, der vier der sechs Tore erzielte. Ein 5:0 Vorsprung der Ungarn im ersten Spielabschnitt wurde in den nächsten drei Abschnitten auf 10:1 vergrößert. Ausgezeichnete Leistungen der Deutschen ließen sie dann auf 11$ herankommen: über 14:5 und 14:6 wurde in den letzten Abschnitten das Schlußergebnis von 16:6 er­reicht.

Erste Kämpfe im Handballturnier.

Das Olympische Handballturnier wurde am Don­nerstag mit den Spielen zwischen Ungarn und Deutschland sowie Oesterreich und Rumänien ein­geleitet. In beiden Treffen gab es die erwarteten klaren Siege der Mannschaften von Deutschland und Oesterreich, die auch unter sich den Olympiasie­ger ausmachen dürften.

Deutschland Ungarn 23:0 (14:0).

Im Polizeistadion trafen sich Deutschland und Ungarn zum ersten Handballspiel der Olympischen Spiele. Deutschlands Sieg stand in diesem Treffen nicht in Frage. Die deutsche Elf war nicht zu schla­gen und gestaltete das Treffen nach Belieben. Un­garns Elf wehrte sich verzweifelt. Es war aber weder die ungarische Hintermannschaft dem beut« chen Angriffsspiel gewachsen, noch verstand es der

Neuer Olympischer Rekord einer Italienerin.

Im Zwischenlauf über 80 Meter Hürden stellte die junge Italienerin Valla mit 11,6 Sekunden einen neuen Olympischen Rekord auf.

(Presse-Bilo-Zentrale-M.)

ungarische Angriff, die deutsche Abwehr zu über« winden.

Oesterreich Rumänien 18:3 (5:1).

Oesterreich landete auf dem BSD.-Platz einen ebenfalls klaren Sieg über Rumänien. Die Rumä­nen hielten sich gegen den großen Gegner acht­bar, aber sie mußten doch die eindeutige Ueber« legenheit der österreichischen Mannschaft anerkennen.

Das Olympia-Zußball-Tnrnier.

England China 2:0 (0:0), Peru Finnland 7:3 (3:1).

Mit besonderem Interesse wurden die Fußball* Vorrundenspiele des Donnerstag erwartet, waren doch hier zum ersten Male China und Peru sowie die Mannschaft Großbritanniens bei derArbeit" zu beobachten. Finnland gab gegen Peru den Part­ner ab und England spielte gegen China. England, China und Peru (besonders Peru) hinterließen den allerbesten Eindruck. Peru schlug Finnland mit Leichtigkeit 7:3 (3:1) und England fertigte die Mannschaft aus dem Reich der Mitte mit etwas mehr Mühe 2:0 (0:0) ab.

England trifft nun am Samstag im Poststadion auf Polen, Peru bekommt es am gleichen Tage auf dem Hertha-Platz mit Oesterreich zu tun.