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aicrungsstreitkräften" undAufstänbischen" ge­sprochen, anstatt von dem Pöbel und den Streit­kräften zur Wahrung der Ordnung und der christ­lichen Gesetze. Es handele sich um einen Kampf zwischen den Kräften des Christen- rums und des Kommunismus. Die einzig wahre Regierung in Spanien fei die des Generals Cabanellas in Burgos. In Madrid übten die Kom­munisten die Regierungsgewalt aus und die Stadt befinde sich in einem Zustand der Belagerung.

Heldenhafter Tod nationalistischer Soldaten.

Paris, 7. Aug. (DRB. Funkspruch.) Der Son­derberichterstatter desJournal" in Burgos schil­dert den heldenhaften Tod, den 40 Nationalisten und ein Offiziere in Albacete gefunden hätten. Nachdem sie die Unmöglichkeit einer wei­teren Verteidigung eingesehen hätten, hät­ten sie sich in zwei gegenüberstehenden Reihen auf­gestellt und sich gegenseitig das Gewehr auf die Brust gesetzt. Auf das Kommando des Offiziers hätten sie sich gegenseitig erschossen, während sich der Offizier durch einen Revolverschuß ins Herz tötete. Die Marxisten und Kommunisten hätten beim Betreten der Kaserne nur 41 Lei­chen vorgefunden.

Ein unerwünschter Gast.

Trotzkis Ferienarbeit in Norwegen.

Oslo, 6. Aug. (DNB.) WieFritt Volk" be­richtet, mußte sich Leo Trotzki, der seine Sommer­ferien an einem der schönsten Fjorde Norwegens verlebt, in der vergangenen Nacht eine Haus­suchung gefallen lassen, die von einigen Mitglie­dern der Nasjonal Sämling ohne Wissen der Polizei durchgeführt wurde. Die Haussuchung brachte belastendes Material, aus dem die unheil­volle Tätigkeit dieses Revolutionärs zweifelsfrei hervorgeht. Selbstverständlich wird von der norwe­gischen Polizei der Nachdruck auf die strafbare Handlung jener Leute gelegt, die die Haussuchung vornahmen, während man sich über das Trotzki belastende Material ausschweigt.

Fritt Volk" schreibt zu dem Vorfall:Trotzki hat im ganzen Winter eine umfassende Wirksamkeit ent­faltet. Er hatte ständig Besuch von ausländischen Gästen, sehr ofb von Juden. Er verfügt über drei Sekretäre. Wir haben seine Ferngespräche, die auf Deutsch und Französisch gehalten werden, kontrol­liert. Sie drehten sich meist um Revolutions­politik und marxistische Taktik. Die Revolu­tion in Frankreich, so behauptetFritt Folk", spielte in den Ferngesprächen Trotzkis eine große Rolle. Diese Annahme werde bestätigt durch einen Brief, den Trotzki an eine bestimmte Person geschrieben habe. Wörtlich heißt es dann:Wenn der Inhalt dieses Briefes bekannt wird, so wird das zweifellos zu diplomatischen Verwicklun- a e n für unser Land führen, dessen Regierung Trotzki die Aufenthaltsgenehmigung erteilt hat. Zum Schluß schreibtFritt Folk":Wir haben diese Aktion gegen Trotzki ausschließlich im nationalen Interesse unternommen, um der Polizei das not­wendige Material zum Eingreifen zu verschaffen."

Kleine politische Nachrichten.

Seine Majestät Boris HL, Zar der Bul­garen, befindet sich seit Dienstag inkognito i n Berlin, wohin der König Ihre Majestät die Königin begleitete, die sich in einer Berliner Klinik einem leichten chirurgischen Eingriff unterziehen mußte. Der König stattete dem Führer und Reichskanzler einen längeren Besuch ab.

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Die Präfekten der französischen Grenzbezirke haben angeordnet, daß innerhalb einer 5-Kilometer- Zone von der Grenze politische Kund­gebungen, Versammlungen und Umzüge ver­boten sind.

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Die im Ausland sich hartnäckig erhaltenden Nach­richten über eine bedenkliche Lage in Abessi­nien werden von zuständiger italienischer Seite nochmals als falsch oder stark übertrieben bezeichnet.

Nelson bei Trafalgar.

Don Bernhard Faust.

Es war am 21. Oktober 1805, nordwestlich von Trafalgar, und am Himmel heitere Klarheit. Kapi­tän Hardy führte der Flotte die Admiralitätsflagge voraus. Die Mannschaft war voll Siegeszuversicht, aber in England, wo man die Landung Napoleons befürchtete, fand seit Monaten niemand ruhigen Schlaf.

Seine Gnaden, Sir Nelson!" schrie der Posten.

Klein, schmächtig, einem Landpfarrer ähnlicher als dem Seeryann, der Englands berühmtester war, stieg der Admiral mit steifen, kurzen Schritten an Deck. Locker hing der rechte Aermel, leer, hochgebun­den an die Uniform. Bei Teneriffa hatte er den Arm eingebüßt, und seine Leute schlugen ihn aus dem Handgemenge, als er das Leben verloren glaubte. Vor Abukir war er am Kopf verletzt wor­den, verlor ein Auge und fürchtete seitdem, völlig zu erblinden. Aber was war das alles, wenn es um die Ehre Englands ging, und war die Ehre Englands nicht gerettet, als Napoleons Ziel schei­terte, England von Aegypten zu trennen, seinem Stkktzpunkt auf dem Weg nach Indien, seiner Gold- kammer?

Schiff in Sicht!" tönte es vom Ausguck.

Wieviel?"

Zwanzig Segel, Sir."

Sehr gut", rief Nelson.

Siebenundzwanzig..."

Villeneuve, mein französischer Waffenbruder, hat sich mächtig ins Zeug gelegt", spottete der Admiral und bemerkte zu seinem Gefolge, daß der Franzose nach alter Weise angreife, in einer Linie, während er, Nelson, nur mit zwölf Schiffen segelte und Collingwood mit fünfzehn von Süden auffahren ließ, um den Feind zangenartig einzuschließen.

Fünfunddreißig Segel!"

Genug, und wenn es fünfzig wären, ich würde doch angreifen!"

Er nahm das Fernrohr von den Augen und richtete sich auf, mit einem letzten Blick über das Beliebte Meer, feiner Heimat seit dem zwölften ahr. Ja, die Schlacht stand bereit, die Kameraden, zu Waffengefährten erzogen, wo Napoleon gefügige Werkzeuge brauchte, waren unterrichtet, und auch das Testament geschrieben,vor der verbündeten französischen und spanischen Flotte in einer Ent­fernung von zehn Seemeilen", wie es darin hieß. Und am Schluß:Gott behüte meinen König und mein Land und alle diejenigen, die mir teuer sind. Meine eigenen Verdienste sind nicht zu erwähnen ..

Klar zum Gefecht! Es ging um das Mittelmeer,

Brücke der Völkerverständigung.

Alle Nationen der Welt Gäste Deutschlands bei dem Fest der Freude und des Friedens.

Berlin, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Im Namen der Reichsregierung hatten am Donners­tagabend die Reichsminister Generaloberst Göring und Dr. Goebbels aus Anlaß der XI. Olym­pischen Spiele zu einem Empfang in der Staatsoper eingeladen. Der festliche Abend in der besonders ausgestatteten Staatsoper bildete den Höhepunkt der verschiedenen großen Rahmenveran­staltungen zu den Olympischen Spielen.

Generaloberst Göring

begrüßte zu Beginn des Abends die in- und aus­ländischen Gäste:In diesen Tagen, die im Rah­men der Olympischen Spiele in Berlin Abgesandte aller Völker und aller Nationen vereinen, ist es für die deutsche Reichsregierung als Dolmetsch des deutschen Volkes eine Selbstverständlichkeit, den Fremden und Ausländern beste deutsche Gastfreund­schaft zu bieten. Unser deutsches Volk heißt all die Fremden, die in diesen Tagen zu uns gekommen sind, auf das herzlichste willkommen."

Nachdem die Rede des Preußischen Minister­präsidenten auf englisch und französisch wiederge­geben worden war, ergriff

Reichsminister Dr. Goebbels

ZU einer kurzen Begrüßungsansprache das Wort. Der Minister sagte, es falle ihm schwer, zu den vielen ausländischen Gästen zu sprechen, weil er wisse, daß manche Zeitungen des Auslandes in allem, was gerade er zu sagen habe, eine Propa­gandamöglichkeit für das nationalsozialistische Deutschland sehen möchten.Ich möchte mich daher darauf beschränken, zu betonen", so fuhr Dr. Goeb­bels fort,daß es in einer Zeit, in der viele Län­der Europas von den schwersten wirtschaftlichen und politischen Krisen heimgesucht sind, in Deutschland möglich ist, nach einer Z^jährigen Aufbauarbeit des nationalsozialistischen Staates ein wirk­liches Fest der Freude und des Frie­de n s zu feiern, ein Fest, zu dem wir alle Na­tionen der Welt eingeladen haben, und zu dem alle Nationen der Welt erschienen sind.

Ich habe den Eindruck, daß dieses Fest viel­leicht wichtiger ist, als manchekon- f e r e n z, die in der Nachkriegszeit abgehalten worden ist. Hier ist für die verantwortlichen Männer der Nationen die Möglichkeit ge­geben, sich kennen und schätzen zu lernen. Dieses aber ist die Vorausset­zung für eine wahre und echte Ver­ständigung, die Europa not tut, und die von allen Ländern in Europa ersehnt und er­hofft wird. So gesehen, hat dieses olympische Fest weit über seinen rein sportlichen Charakter hinaus einen politischen Sinn und zwar einen politischen Sinn aus einer höheren Art als der der Tagespolitik: wir wollen uns kennen und schätzen lernen und dadurch eine Brücke b a u e n, auf der die Völker Euro­pas sich verständigen können."

Kaum waren die Worte des Reichsministers Dr. Goebbels verklungen, als die vereinigten großen Orchester der Reichssender Berlin und Frankfurt am Main unter Kapellmeister Heinrich Steiner zur Olympia-Hymne ansetzten. Nachdem die feier­lichen Klänge verhallt waren, dankte im Namen des Internationalen Olympischen Komitees dessen Prä­sident

Graf Vaillei-Latour

der Reichsregierung für die tatkräftige Unter­stützung, mit der sie die Vorbereitungen des IOK. und des Organisationskomitees gefördert habe. Der Redner sagte, zugleich für alle ausländischen Gäste, daß sie auf das tiefste gerührt seien von dem außer­ordentlich freundlichen Empfang, der ihnen vom

um Aegypten, um Indien, um die Weltmachtstellung Englands. Im Kampf gegen Napoleon, den Feind Englands, hatte er fein Leben verbraucht, und Napoleon mußte endgültig geschlagen werden, auch wenn die Ehre das Letzte forderte: das Leben für den Sieg. Denn im Kampf um die Ehre Englands war das Höchste noch nicht gut genug.

England erwartet, daß jedermann seine Pflicht tue!" ließ Nelson auf dem Mast derVictoria", seines Schiffes, hissen, und er wußte, was er tat, wenn er feine Leute an die Heimat erinnerte.

Dann sprachen die Kanonen über die dumpf rauschenden Wogen. Bei der Südflotte rollte der erste Schuß, längs bauschige Wolken Schiff an Schiff, daß die Lust wie unter Windstößen zitterte. Collingwood, ein alter Seebär, stand auf der Kom­mandobrücke und schrie, um im Getöse gehört zu werden, seinem Kapitän ins Ohr:Was würde Nelson darum geben, wenn er jetzt an meiner Stelle stünde!" Nelson aber, noch nicht am Feind, rief in gleichem Augenblick mit dem Stolz eines Vaters und Lehrers:Seht, wie der brave Kerl ins Gefecht fährt!"

Bereits um zwei Uhr mußte das spanische Schlachtschiff Santa Ana die Flagge streichen; als Admiral Alava tödlich verwundet worden war, fehlte jede einheitliche Führung, und Collingwood schoß die Franzosen und Spanier, die gegen ihn kämpf­ten, in Schutt und Brand und auf den Grund. Zehn Schiffe nahm er gefangen ins Schlepptau.

Schwerer lag Nelsons Gruppe gegen die Ueber- macht. Hier kämpften die Verbündeten mit beispiel­loser Todesverachtung: das spanische Flaggschiff Santissima Trinidad" ergab sich erst, als drei­hundert Tote an Deck lagen, darunter Admiral Cismeros. Sechzig Zoll Wasser standen im Schiff, die Kanonenkugeln hatten gute Arbeit geleistet. Aber auch Nelson verlor Leute und Masten.

Wie er es vom einfachen Matrosen verlangte, stand auch Nelson auf feinem Posten, auf der Kom­mandobrücke. Leicht an den Mast gelehnt, blickte er roie unbeteiligt in das Gewühl, von den berstenden Schüssen unberührt und furchtlos vor dem Tode. Alles, was getan werden konnte, war erfüllt und Englands Sieg, Englands Ruhm gewiß. Und doch, schien es nicht, als müßte ein höheres Opfer, eine höhere Pflicht, eine höhere Hingabe gewagt werden?

Es war wie ein Schlag, der Nelson durchfuhr, ein plötzliches Erkennen, ein freudiger Schreck, der ihm den Atem benahm. Plötzlich fühlte er unend­liche Schwäche und Müdigkeit, er stauchte in die Knie und fiel Hardy vor die Füße. Die Wache sprang herbei, vier Offiziere, und mitten durch den Schlachtenlärm des Schiffes wurde der Admiral in die Kajüte getragen.

ganzen deutschen Volk bereitet worden sei.In dieser herzlichen Festftimmung konnten die Olym­pischen Spiele 1936 in einem grandiosen Rahmen und in einer Atmosphäre allgemeiner Sympathie, die durch keine politischen Schwierigkeiten getrübt wurde, stattfinden." Abschließend gab Baillet-Latour der Hoffnung Ausdruck, daß durch die vorbildliche Durchführung der XI. Olympischen Spiele in Ber­lin die Zahl derer, die sich im Zeichen der fünf Ringe der Völkerverständigung wid­men wollen, in Deutschland und in allen Ländern fi ch vervielfachen möge.

Nach den Festansprachen begann das reiche künstlerische Programm. Kammersänger Heinrich S ch l u ß n u s , Kammersängerin Maria Müller und Kammersänger Helge Ros- maenge sangen Lieder und Arien von Wagner, Schubert, Strauß und Weber, begleitet vom Phil­harmonischen Orchester unter Staatskapellmeister Robert Heger. Zwischen den gesanglichen Dar­bietungen tanzte das Ballett der Staats­oper unter der Leitung von Lizzie M a u d r i k mit großem Erfolg den Kaiserwalzer von Strauß, einen Spitzentanz ausDonna Diana" und die Spaniola ausDie Zaubergeige" von Werner Egk. Mit lebhaftem Beifall dankten die Gäste für diese köstlichen Gaben deutschen künstlerischen Schaffens. Der Rahmen für diesen außergewöhn­lichen Abend war die durch den Münchener Archi­tekten Max Michael Oswald in einen einzig­artigen Festraum verwandelte Staatsoper.

Der Einladung der Reichsregierung hatten arte in Berlin anwesenden führenden Persönlichkeiten des Auslandes Folge geleistet. So sah man K ö - nig Boris von Bulgarien und Kron­prinz Umberto von Italien. Das Diplo­

matische Korps war fast vollzählig vertreten. Weiter waren zugegen die Mitglieder des Inter­nationalen Olympischen Komitees, die Mitglieder des Organisationskomi­tees mit ihrem Präsidenten Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, der Präsident des deutschen Olym­pischen Ausschusses, Reichssportführer von Tschammer und Osten, sowie die Präsidenten der nationalen olympischen Komitees und der inter­nationalen Sportverbände. Außerdem wohnten auch zahlreiche frühere Olympiasieger und Aktive dem Empfang bei.

Von der großen Zahl der ausländischen Gäste seien ferner noch genannt: die Gattin des italieni­schen Propagandaministers A l f i e r i, Unter« ftaatsfetretär Vansi11art, der frühere Kriegs- marineminifter P i 6 t r i, Major Fretherston- G o d l e y, der frühere amerikanische Botschafter in Berlin Schurman. Dan deutscher Seite wa­ren u. a. anwesend: der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, die meisten Reichsminifter, General­oberst Freiherr von Fritsch, Generaladmi­ral R a e d e r, die R e i ch l e i t e r Himmler, Lutze, Bouhler, Bormann, Dr. Ley, Dr. Dietrich, von Schirach, Hierl, ferner General D a l u e g e, Gene­raldirektor D o r p m ü l l e r, Korpsführer Hühn­lein und Reichsstatthalter General Ritter von Epp. An der Spitze einer großen Zahl von Vertretern des deutschen künstlerischen Schaffens in Film und Bühne waren die Intendanten Clemens Krauß, Gustaf Gründgens und Eugen Klöpfer sowie Staatsrat Furtwängler er­schienen. Die Gäste blieben nach dem Abschluß des Programms mit den Vertretern der Reichsregie- rung, der Partei und des künstlerischen Lebens in festlicher Stimmung, angeregter Unterhaltung, die manche Fäden knüpfte, noch lange zusammen.

Drei Erdteile an einem Tage.

Ein Asien-Afrika-Enropa-Iing Elli Beinhorns.

Berlin, 6. Aug. (DNB.) Die bekannte deutsche Fliegerin Frau Etly Beinhorn-Rose- meyer hat sich die Aufgabe gestellt, mit einem Sportflug die drei Erdteile Asien, Afrika und Europa in einem Tages­flug zu verbinden. Die Fliegerin war mit ihrem neuen Messerschmitt-FlugzeugTaifun" nach einem Fluge von VIz Tagen von Berlin nach Da­maskus am Donnerstagfrüh 0.20 Uhr Ortszeit in dieser Stadt zu dem eigentlichen Flug über drei Erdteile gestartet und hatte zunächst Kairo ange­flogen. Um 3.40 Uhr hatte sie die ägyptische Haupt­stadt in Richtung Athen verlassen. Die Strecke KairoAthen beträgt etwa 1000 Kilometer, von de­nen 950 über Wasser zurückzulegen sind. Nach Zwischenlandungen in Athen und Budapest erreichte sie nach insgesamt etwa 20slündigem Flug (ein­schließlich der drei Zwischenlandungen) den Ber­liner Zentralflughafen.

Als die Fliegerin nach glatter Landung um 19.20 Uhr auf dem Rollfeld ihrer Maschine entstieg, war sie sofort von zahlreichen Gratulanten umringt, die sie herzlich zu ihrem neuen großen Erfolg beglück­wünschten. Elly Beinhorn-Rosemeyer, der man die Strapazen des Fluges nicht ansah, zeigte sich über das gute Gelingen sehr erfreut, dies um so mehr, als sie stellenweise Gewitter und starken Gegen­wind angetroffen hatte. Die Worte der Anerken­nung und des Dankes, die sie von allen Seiten zu hören bekam, brachte die bekannte deutsche Segel­fliegerin Hanna Reitsch auf die einfachste For­mel, indem sie die Kollegin mit den Worten be­grüßte:Elly, du bi st doch ein toller Kerl!"

Sie haben mir den Rest gegeben", stöhnte er.

Ich hoffe nicht", klagte Hardy.

Doch, das Rückgrat ist mir durchschossen."

Herbeigerufen, bestätigte der Feldscher, was Nel­son ahnte: eine Musketenkugel durchschlug die linke Schulter, drang in die Brust und blieb im Rücken stecken. Bleich und blutig, ohne sich zu rühren, lag Nelson auf seinem Bett, nur manchmal winkte er den Kapitän zu sich oder ließ ihn rufen, wenn Hardy oben Schiff und Gefecht leitete. Und es war nur eine Frage, stundenlang das eine karge Sätz­chen nur, das über die blutleeren, trockenen Lippen drang:

Wie steht die Schlacht?"

Der Sieg ist vollständig", murmelte Hardy düster,aber die Flotte trauert."

Wieviel sind genommen?" stieß Nelson unge­duldig hervor.

Wir können nicht jedes einzelne Schiff sehen..."

Wieviel, Hardy?"

Ich bin sicher, daß vierzehn ober fünfzehn die Flagge streichen mußten."

Das ist gut", seufzte Nelson und sank matt und schwer auf das Kissen zurück,doch hatte ich mit zwanzig gerechnet."

Noch einmal aufgerichtet, eindringlich, mahnend, beschwörend:

Ankern, Hardy, anfern! Sturm wird aufkom­men, und unsere Flotte ist mitgenommen; wir müssen in den nächsten Hafen, die Beute bergen und Ruhe schöpfen."

Kein Wort mehr, keine Klage, keinen Laut des Schmerzes, fein Jammergeschrei um das verlorene Dasein, das Ehre bot, verlockenden Ruhm und alle Freuden, nur noch die Sorge um die Flotte. Gegen vier, als Schlacht und Sieg entschieden, Englands Ruhm begründet war und das Mittelmeer, Indien und Aegypten gerettet, nur noch ein erlöstes Auf­atmen, bevor das tapfere Leben erlosch:

Gott sei Danf, ich habe meine Pflicht getan!"

Der erste deutsche Farbtonfilm.

Die deutsche Filmkunst hat mit einem Kurzfilm nach dem Verthon-Siemensverfahren nunmehr den ersten Schritt aus der Werkstatt der Wissenschaft und der Technik in die Öffentlichkeit getan. Im Ufa-Pavillon am Nollendorfplatz in Berlin wurde am Dienstag der unter der künstlerischen Oberlei- tuna von Carl Froelich und unter Regie von Rolf Hansen geschaffene FarbenfilmD a s Schönheitspflästerchen" uraufgeführt. Der Vizepräsident der Reichsfilmkammer, Hans Weide­mann, schilderte in einleitenden Worten kurz die

Auf ihrem Rückflug von Damaskus legte Elly Beinhorn-Rosemeyer 3550 Kilometer zurück, so daß man bei Hinzurechnung der 2680 Kilometer für den Hinflug auf eine Gesamtkilometertei- stung von 6 2 3 0 Kilometer in 2Vz Flug­lagen kommt. Für ihren Flug benutzte sie ein viersihiges Kabinenflugzeug der Bayrischen Flug­zeugwerke Augsburg, Konstruktion Messerschmitt, Typ Taifun, mit Argus-Motor A. S. 260 PS. Die Höchstgeschwindigkeit der Maschine beträgt 310 Ki­lometer, die Reisegeschwindigkeit 260 Kilometer.

Was Elli Beinhorn mit ihrem letzten Flug er­reicht hat, ist in der Geschichte des Luftsports bis­her «noch nicht dagewesen. Drei Erdteile, Asien, Afrika und Europa, wurden an einem einzigen Tage durch das Flugzeug verbunden. Ganz still und heimlich, ohne viel Lärm und vorheriges Reklame­geschrei, hat die junge Ehefrau mitten in den Flit­terwochen sie hat bekanntlich vor kurzem den deutschen Rennwagenfahrer Rosemeyer geheiratet diese gewaltige Leistung vollbracht. Es muß et­was dahinter stecken, wenn selbst eine Sportfrau unter solchen Umständen diesen kühnen und nicht ganz ungefährlichen Flug unternimmt. In der Tat, es geschah auch nicht aus Rekord- oder Ruhmsucht ober aus sonstigen persönlichen Grünben, sonbern was Elli Beinhorn tat, tat sie zur Ehre bes Sports, zur Ehre Deutschlanbs unb zur Ehre ber Olym­pischen Spiele in Berlin. Es ist gewissermaßen eine inoffizielle Golbmebaille, bie sich bie tapfere Fliegerin mit ihrem Eintagsflug über brei Kon­tinente erobert hat, wir alle beglückwünschen sie zu biefem großen Erfolg unb wünschen ihr, baß bie Serie ihrer glückhaften Pionierflüge mit biefem Olympiaflug noch nicht abgeschlossen sein möge.

Schwierigkeiten, bie zu überroinben waren unb for­derte alle an ber Entwicklung ber beutschen Film­kunst beteiligten Kräfte zum vollen Einsatz ihres Könnens für bie weitere Gestaltung unb Verbesse­rung bes Farbenfilms auf, bamit nicht anbere Völ­ker uns barin den Rang ablaufen. Dem Hause Sie­mens unb seinen Mitarbeitern würbe ein warmer Dank für bie geleistete Arbeit unb ben bewiesenen Wagemut im Betreten von Neulanb zuteil. Der Film, nach einer Maupassantnooelle gestaltet, be- hanbelt eine galante Episobe aus bem Leben ber Pompabour. Wohl nicht ohne Absicht hat man für ben ersten Farbenfilm eine Zeit gewählt, beren Ko­stüm mit ihren prächtigen bauschenben Samt- unb Seibenroben, Golbstickereien, Spitzen unb Juwelen­schmuck ben Reiz bes Farbenfilms befonbers aus« brucksvoll zur Geltung bringt. Daß wir erst am Anfang bes Farbenfilms stehen unb baß er noch weiterer Verbesserung bebarf noch beherrscht ber rote Ton bas Bilb etwas zu stark verhehlt sich niemanb. Trotzbem ist mit biefem Kurzfilm in Drei- farben ein Anfang gemacht, ber alles Lob Der« bient. Er fanb benn auch bie bankbarste Zustim­mung bei ben Zuschauern. Lil D a g v v e r, Wolf­gang Liebeneiner, Susi Lanner u. a. ga­ben bem Film bie graziöse Heiterkeit, bie jener leichtbeschwingten Epoche eigen war. Die Musik von Milbe-Meißner begleitete bie Spielhand- lung mit bisfreter Untermalung.

Die Kopfjäger von Borne o", ber Haupt­film bes Abenbs, ließ bebauern, baß ber Farben­film erst in feinen Anfängen steckt, benn bie üppige Pracht ber Urwalblanbfchaft in natürlichen Farben auf ber Leinwanb zu sehen, war nach bem voran­gegangenen Farbenfilm ber Wunsch aller, die ihn zuvor berounbert hatten. Die von Baron Viktor v. P l e s s e n unb seinen Mitarbeitern an ber Kamera Richarb Angst, Walter Traut unb Hans Staubinger in Borneo aufgenomme­nen Silber von Lanbschaft unb Bewohnern ber zweitgrößten Insel ber Erbe boten prachtvolle Sze­nerien. Nach einem beim Stamme ber Dajaks vor­gekommenen Liebeskonflikt zwischen ihrem Häupt­ling unb einer Sklavin ist bie Spielhanblung ge­staltet, bie von Angehörigen bes Stammes, schönen, ernsten Menschen, mit einer ergreifenb einbring« liehen, fast wort- unb geftenlofen Darstellung vor uns gelebt wird. Das geheimnisvolle Land unb seine geheimnisvollen Menschen sind in diesem Film mit künstlerischem Takt behandelt. Er erschließt ben Blick in eine eigenartige frembe Gefühlswelt. Wolfgang Zeller hat ihr eine einfühlenbe musi­kalische Deutung gegeben. Starker Beifall lohnte das gelungene Werk bieses neuesten Expebitions- films. S.-H.