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Ergebnisse:

Brustschwimmen über 50 Meter (für Knaben im Alter von 1012 Jahren; 11 Teilneh­mer): 1. Karl Heinz Faar 52,2 Sek.; 2. Heinz Ra­aaller 54.5 Sek.; 3. Wilhelm Pfann 54.9 Sek.; 4. Wilhelm Beckert 55 Sek.; 5. Achim Paschen 55.1 Sek.; 6. Heinz Winter 56.2 Sek.; 7. Hans Gustav Zimmer 62.2 Sek.

Bru st schwimmen über 50 Meter (für Mädchen im Alter von 1012 Jahren; 7 Teilneh­mer): 1. Vera Sorgenfrei 60 Sek.; 2. Margot Tho­mas 62 Sek.; 3. Hildegard Mantel 63.4 Sek.; 4. Helga Dreyer 64 Sek.; 5. Gisela Zimmer 72 Sek.

50-Meter-Schwirnrnen, beliebig (für Knaben im Alter von 1214 Jahren; 9 Teil­nehmer): 1. Günther Hof 50 Sek.; 2. Gerhard Bal­ser 50 Sek.; 3. Martin Ragaller 50.4 Sek.

50-Meter-Schwirnrnen, beliebig (für Mädchen im Alter von 1214 Jahren; 4 Teil­nehmer): 1. Margot Enders 49.6 Sek.; 2. Anni Hofmann 50.5 Sek.; 3. Elfriede Beckert 51 Sek.

lOO-Meter-Schwimmen (für Knaben im Alter von 1416 Jahren; 4 Teilnehmer): 1 Otto Oßwald 1.32,6 Min.; 2. Gerhard Bonarius 1.41,0 Min.

100-Meter-Bru st schwimmen (für Mäd­chen im Alter von 1418 Jahren; 4 Teilnehmer): 1. Margot Köhlinqer 1.46,8 Min.; 2. R. v. De- schwanden 1.51,4 Min.; 3 Christa Dreyer 2.10,8 Minuten.

1 0 0 -Meter- Brustfckw im men (für Kna­ben im Alter von 1618 Jahren): 1. Heinz Koh- linger 1.22,5 Min.; 2. Franz Bourgeois 1.26,4 Minuten.

150-Meter-Lagen schwimmen: 1. Heinz Köhlinger 2.23,2 Min.; 2. Otto Oßwald 2.33,2 Min.

Um die Bezirksmeisterschast im Einer-Streckenfahren.

Neumann 1885 Gießen Vezirksmeister.

Am Sonntag veranstaltete der Bezirk Gießen im Deutschen Radfahrer-Verband (wir berichteten be­reits kurz darüber) sein Straßenrennen um die Meisterschaft des Bezirks. Die Strecke führte von Gießen (Schützenhaus) über Steinbach, Lich, Rie­der-Bessingen, Münster, Grünberg, Lindenstruth, Reiskirchen nach Gießen zurück. Diese Strecke mußte zweimal durchfahren werden. Um 8.15 Uhr wurden die Fahrer bei liechtem Regen auf die 100- Kilometer-Fahrt geschickt. Schon am Berg (Hohe Warte) mußte der Fahrer Weber bereits das Feld ziehen lassen. Die Talfahrt in Steinbach sowie die gute Straße nach Lich zu fuhren die Fahrer im 40er Tempo. Ein kleiner Sturz von Kraft (Wiß­mar) in Lich, der jedoch glimpflich verlief, vermochte den fein erstes Rennen fahrenden Radler nicht ab­zuhalten, zum Feld wieder aufzuschließen.

der kleinen Bretterbude des Gründungsjahres 1836 hat sich eine große ansehnliche Badeanstalt ent­wickelt. Heute zählt der Verein über 500 Mitglieder mit rund 1200 Angehörigen. Im Zuge der Ar­beitsbeschaffung wurden im Jahre 1934 für rund 4000 Mark Arbeiten vergeben und es ist alles ge­tan worden, um die Badeanstalt so auszugestalten daß sich darin jeder wohlfühlt. Wenn wir heute unser lOOjähriges Stiftungsfest feiern, so muß ich zunächst allen denen danken, die dem Verein die Treue gehalten haben; vor allem aber danke ich unserem lieben Ehrenvorsitzenden Gg. Todt und überreiche ihm als äußeres Zeichen ein Diplom. Mein Dank gilt auch dem Gießener Schwimmverein der sich für den heutigen Tag unserem Verein zur Verfügung gestellt hat." Im Anschluß daran erfolgte die Ehrung der älteren Mitglieder durch lieber» reichung der Diplome. Die Namen der Jubilare sind bereits in der Samstagnummer bekanntgegeben worden.

Die Schlußworte des Vorsitzenden gipfelten in einer Ehrung unseres Führers und Reichskanzlers Mit einem dreifachenSieg-Heil" und dem Absin­gen der beiden Nationalhymnen. Danach dankte der Ehrenvorsitzende Georg Todt dem jetzigen Vorsitzenden im Namen der Jubilare für die ihnen zuteil gewordene Ehrung.

Die Unterhaltung nahm -wieder ihren Lauf und in fröhlichen Spielen tollten sich Mädel und Jun­gen bis zum Spätnachmittag aus. Büttenfahren, Sackhüpfen, Eierlaufen, Wurstschnappen u. a. wech­selten miteinander ab. Jung und alt zeigten freu­digen Anteil an all den Spielen. Regen Zuspruch fand auch das Preisschießen. Erst in den späten Abendstunden fand die in allen Teilen wohlgelun­gene Veranstaltung ihren Abschluß.

Die schwimmsportlichen Wettkämpfe hatten fol­gende

Schneider (Niederbrechen) brachte nun durch seine schnellen Vorstöße etwas Leben in die Gruvve Hinter Munster kann Lecke (Wölfersheim) nicht mehr folgen und auch Knöbel (Steinbrücken) ereilte das Schicksal. Eine 6 Mann starke Spitzengruppe rüstet für die steilen Serpentinen vor Grünberg doch konnte das Feld geschlossen diesen Ort pas­sieren. Erst kurz hinter Grünberg muß Kraft (Wiß­mar) die Spitzenreiter ziehen lassen.

Weiter ging es in schnellem Tempo durch Reis- nrchen zur Ganseburg. Kraft (Gießen) führte die gruppe an, doch kurz vor Erreichung der Steigung konnte Neumann (Gießen) enteilen und nur Preiß (Gießen) folgte. Die beiden Rivalen steuerten nun m großer Fahrt dem Ziel der ersten Runde zu, Lber auch die beiden Verfolger, Kraft (Gießen) und Heck (Alsfeld) konnten bis nach Grünberg den glei­chen Abstand aufrechterhalten. Die beiden Spitzen­fahrer Preiß und Neumann fuhren immer ihr gleichmäßiges Tempo weiter. Auch auf den Stei­gungen von Grünberg und der Ganseburg gelang es keinem der beiden, seinen Gegner abzuschütteln. In rasender Fahrt ging es dem Ziel entgegen, wo eine zahlreiche Zuschauermenge Zeuge eines ras­sigen Endspurtes werden konnte. Neumann trat den Spurt an und konnte mit einer halben Radlänge oas Zielband als Sieger überfahren. Auch die bei­den Verfolger Kraft und Heck lieferten sich noch emen schönen Endspurt, den der Gießener Kraft gewinnen konnte. Die anderen Fahrer liefen dann noch in größeren Abständen ein.

Während dem 100-Kilometer-Rennen der Aktiven lief ebenfalls noch ein Jugendrennen über 30 Kilo­meter. Vom Schützenhaus wurde über Reiskirchen bis kurz hinter Lindenstruth gefahren und dieselbe Strecke zurück. Hier konnte der Gießener Karl Stange vor Emmerich (Krofdorf) und Zahrt und L. Preiß (beide Gießen) siegen.

Ergebnisse:

Bezirksmeister: W. Neumann (1885 Gießen), Zeit 2,52 Stunden; 2. H. Preiß (Germania Gießen) eine halbe Radlänge zurück; 3. E. Kraft (1885 Gie­ßen) 2,58; 4. Fr. Heck (Brbant Albfeld) zwei Rad­längen zurück; 5. I. Schneider (Niederbrechen); 6. E. Kraft (Wißmar).

Die Zeitnahme bei den Olympischen Spielen mit Tausendstelsekunden.

.. .

Bei den Olympischen Spielen in Berlin wird e r st - malig eine Zeitnahme-Einrichtung benutzt, die das Messen von Tausend­stelsekunden ermöglicht. Hier zeigt der beste Starter der Welt, Franz Miller, der Schriftleiter in München ist, den neuen Startreool- ver. Beim Startschuß wird von dem Kontaktgehäuse an dem Revolver mittels eines Kabels das Uhr­werk am Ziel elektrisch in Bewegung gesetzt. Beim Berühren des Zielbandes wird die Uhr, in der das Papier-Filmbanü läuft, automatisch gestoppt, und die Zeit ist damit zweifelsfrei festgestellt. (Scherl- Bilderdienst-M.)

Kilo (1900) Gaukamps-Eieger im Diskuswerfen.

Bei dem am Sonntag in Corbach stattgefunde­nen Gaukampf Nordhessen gegen Westfalen in der Leichtathletik schlugen sich unsere Vertreter aus Gießen sehr tapfer. Kilo bezwang seinen alten Widersacher und ehemaligen Weltrekordmann Hoff­meister nach einem scharfen Kampfe mit 42,12 Me­ter, während Hoffmeister 41,36 Meter erreichte. Westfalenmeister Buschei wurde mit 40,99 Meter auf den dritten Platz verdrängt. Unser zweiter Hessenvertreter im Diskuswerfen, Luh, belegte mit 38,20 Meter den fünften Platz.

Peters- Gießen, der im 1500-Meter-Lauf auf- gestellt war, kam hier an seine persönliche Bestzeit heran und lies 4:41,1, womit er den vierten Platz belegen und den zweiten Westsalenvertreter hinter sich lassen konnte.

Amateurboxer war, wird sich also künftig allein dem Amateursport widmen können.

e

D r. Tübben, der als Marine-Intendantur - Assessor bei der Wehrmacht tätig ist, schlug im Endkampf der Tennismeisterschaften der Wehrmacht den Titelverteidiger Oblt. Pachaly 6.3, 6:3, 6:4. Mit Unterarzt Dr. B a u e r als Partner holte sich Dr. T ü b b e n auch mit 6:4,_6:3, 6:3 über Dr. Baader-Sturm den Titel im Doppelspiel.

Wimille, der Bugatti-Fahrer, der den Gro­ßen Sportwagen-Preis von Frankreich gewonnen hatte, setzte sich auch im Sportwagenrennen um denGroßen Marne-Preis" bei Reims erfolgreich durch.

DieBesteubeiderTumer-AuSscheidung

DfB.-Reichsbahn-Leichtathletik.

Otto Luh stößt die Kugel 15,05 Meter.

Endlich hat Otto Luh vom VfB.-Reichsbahn im Kugelstoßen die international hochwertige 15-Meter- Grenze überschritten. Bei dem am Sonntag in Cor- bach stattgefundenen Gaukampf Nordhessen gegen Westfalen traf Otto Luh auf den bekannten Wer­ring, Gronau. Es entwickelte sich ein spannendes Duell, aus dem Werring mit 15,12 Meter als Sie­ger hervorging. Aber Luh wurde mit 15,05 Zwei­ter. Diese Leistung gibt ihm immerhin auf den am kommenden Sonntag stattfindenden Deutschen Mei­sterschaften in Berlin eine moralische Stütze. Luh scheint im rechten Augenblick wieder in Form zu kommen. Dies wäre im Interesse unseres Gießener Leichtathletiksportes zu wünschen.

Letzte Entscheidungen in Wimbledon.

Hilde Sperling verlor.

In Wimbledon fielen am Samstag die letzten Entscheidungen, mit denen die all-englischen Ten­nismeisterschaften 1936 beendet sind. Hilde Sper­ling scheiterte im Einzel an der Amerikanerin Helen Jacobs mit 2:6, 6:4, 5:7; Perry holte sich mit Dorothy Round einen zweiten Titel im Gemischten Doppel über die Amerikanerin Fa- byan-Budge (7:9, 7:5, 6:4); Hughes- Tuckey gewannen das Männerdoppel gegen Har e-Wilde 6:4, 3:6, 7:9, 6:1, 6:4, und im Frauendoppel fetzten sich Stammers-Iames mit 6:2, 6:1 über Jacobs-Fabyan erfolgreich durch.

Die Ehrentafel der Meister und Endspielteilnehmer.

Die Ehrentafel der Meister und Endspielteil­nehmer der diesjährigen All - England - Tennis - Meisterschaften in Wimbledon hat folgendes Aus­sehen:

Männer-Einzel. Meister: Fred I. Perry (England); Endspiel: Fred I. Perry Gottfried von Gramm (Deutschland) 6:1, 6:1, 6:0.

Frauen-Einzel. Meisterin: Helen Ja­cobs (USA.); Endspiel: Helen Jacobs Hilde Sperking-Krahwinkel (Dänemark) 6:2, 4:6, 7:5.

Männer-Doppel. Meister: Hughes- Tuckey (England); Endspiel: Hughes-Tuckey gegen Hare-Wilde (England) 6:4, 3:6, 7:9, 6:1, 6:4.

Frauen-Doppel. Meister: Stammers- Iames (England); Endspiel: Stammers-Iames gegen Jacobs-Fabyan-Palfray (USA.) 6:2, 6:1.

Gemischtes Doppel. Meister: Dorothy Ro und-Fred I. Perry (England); Endspiel: Round-Perry (England) Fabyan-Palfray-Budge (USA.) 7:9, 7:5, 6:4.

Kurze Sporinotizen.

Die Großen Fliegerpreise von Pa­ris endeten mit bedauerlichen deutschen Nieder­lagen. Toni Merkens war nicht beteiligt, bei den Berufsfahrern konnten sich weder Richter noch Engel durchsetzen. Bei den Amateuren siegte der Franzose Avram; bei den Berufsfahrern holte sich Michard vor Weltmeister Scherens und Gerardin den Titel.

*

Beim Hohensyburg-Bergrennen er­reichte der Sieger der 500er-Klasse der Solomaschi­nen, Bürge (Bochum), auf Jmperia mit 2:16 Minuten (84,6 Stundenkilometer) die schnellste Zeit des Tages.

Ratsherr Protze, Berlin, wurde an­stelle des bisherigen Leiters Rüdiger mit der Füh­rung des Verbandes Deutscher Faustkämpfer be­auftragt. Rüdiger, der zugleich Fachamtsleiter der

Bei den letzten Ausscheidungskämpfen der Turner in Hamburg erzielte Friedel I b y (Nürnberg) mit 85,975 Punkten bei den Frauen und Walter Stef­fens (Bremen) bei den Männern mit 115,733 Punkten die höchste Wertung. (Scherl-Bildevdienft-M.)

SportamtKrast durch Freude".

Heute folgende Kurse:

Kindergyrnnastik: Von 17.15 bis 18.30 Uhr, Frankfurter Straße 60, Gartenhaus.

Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen: Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.

Schwimmen, Anfänger und Fort­geschrittene: Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Dolksbad; von 21 bis 22 Uhr, nur für Frauen, Volksbad.

Reiten: Von 21 bis 22 Uhr, Unioersitäts- Reitinstitut, Brandplatz.

Neue KdF. - Sportkurfe!

lieber die in der ersten Juliwoche eingerichteten neuen KdF.-Sportkurfe gibt das neue Viertel­jahres-Sportprogramm des Sportamts-Stützpunk­tes Gießen Auskunft. Dasselbe ist in allen Orts­gruppen und Betrieben, sowie auf der Geschäfts­stelle, Schanzenstraße, kostenlos erhältlich. Für die Kurse Reiten, Tennis, Kindergymnastik und Schwimmen werden Neuanmeldungen auf der Ge­schäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen.

putzen Sie ein Klavier mit Sand?

Das würde seinem Glanz wohl schlecht bekommen. Genau so ist es mit Ihren Zähnen. Das Feinste ist gerade gut genug. Versuchen Sie mal den feinen Putzkörper der Nivea-Zahnpasta. Der erhält die Zähne blitzblank und schont den Zahnschmelz

Verfluchtes Gold!

Roman von 3. Gchneider Ioerstl.

Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.

Nachdruck verboten!

18. Fortsetzung.

Du mußt mir Zeit lassen. kommt mir zu unerwartet. Mein ganzes Erinnern an dich, wie es die Mutter in mir wachhielt, ist zerstört."

Wie hat sie es denn wachgehalten, Rolf?"

Des Sohnes Augen ruhten auf dem Gesicht des Vaters und umfaßten bann dessen elegante Erschei­nung. Entmutigt schüttelte er den Kopf.Ich kann dir das nicht sagen, wie ich auch nicht glauben kann, daß alles so ist, wie du dick anklagst. Sonst wäre es doch schreiende Ironie, daß Mutter mir immer und immer wieder deine Person als Vorbild hinstellte und bei der geringsten Verfehlung mahnte, so ober so bürste ich nicht hanbeln, bu würbest dich meiner schämen, wenn bu barum wüßtest. Du kannst boch nicht schlecht gewesen sein, Vater, sonst müßte doch auch ich schlecht sein.

Warum, mein Junge?"

Mutter behauptet, ich sei ganz wie bu!

So, sagte sie das? Das ist ja sehr günstig für Mich Hast bu viel zu tun? Ich meine, ob bu dich nicht etwa für den Nachmittag frei machen könntest. Ich brauche einen Fürsprecher.

Rolfs Hänbe zuckten unruhig. ,Hetzt begreife ich alles", sagte er.Auch warum sie gestern im Kon­zert war."

Die Mama war im Konzert?

Ja! Ich habe sie gesehen, und als sie heute morgen zu mir kam, belog ße m'ch und sagte, sie sei eben erst eingetroffen, unb daß sie unser Häus­chen verkaufen wolle unb sortziehem

Dann bin ich ja gerade zur rechten Zeit ge­kommen", meinte Steffanelli. fahren affo nach Klein-Ellbach, mein Junge. Was mir nicht ge­lingt, bringst bu vielleicht zuwege. Ich um vieruno- zwanzig Jahre tot gewesen unb verlange nun wie­der die Rechte, die mir zustehen. Du darfst mir nicht ins Wort fallen, wenn ich ble Mama erinnere, daß das Gericht mir seinerzeit zubilligte, dich von deinem achtzehnten ßAbittskhre ab bv be»

Jahres für mich haben zu dürfen. Das ist sicher bas einzige, das sie dazu bestimmen mag, wieder mit mir zu leben, benn in zwei Hälften können wir bich boch nicht teilen, mein Bub."

Soll ich sie nicht vorbereiten?" fragte Rolf.

Das wäre verkehrt", entgegnete Steffanelli. Möglicherweise finbet sie taufenb Wenn unb Aber unb hat eine Menge Zeit vor sich, bieses unb jenes wie­ber aus ber Vergangenheit zu reißen unb gegen mich sprechen zu lassen. Wir müssen sie schon über­fallen. Sie darf erst zur Besinnung kommen, wenn sieJa" gesagt Hat, Ja unb Amen. Ich miete zur Vorsicht gleich vier Zimmer in meinem Hotel dazu. Du packst deine Sachen hier. Alles übrige bereinige ich. Heute nacht schläfst bu schon bei uns. Hier kann man sich ja bie schönste Lungenentzün- bung holen, in biefem Eiskeller."

Ich wohne seit vier Jahren hier."

Was ich nur bebauere. Unterwegs ergänzen wir bann auch beine Garberobe. Du mußt schon erlau­ben, Rolf, ober vielmehr es als eine Selbstoerständ- lichkeit betrachten. Ich kann euch bvch meinen Mammon nicht erst vermachen, wenn ich in ber Grube liege. Ich habe mich heute morgen vor beiner Mutter geschämt, baß sie so ärmlich gekleibet war. Aber sie hat ja nie eine Unterstützung von mir angenommen. Können wir nun gehen, Rolf?"

Ja, Vater!"

Er öffnete im halben Taumel bie Schranktür unb nahm seinen Mantel heraus, empfanb es peinlich, daß bie Augen bes Vaters so mufternb daraus ruh­ten unb hob bie Schultern.Mein Stubium ver­schlingt soviel Gelb."

Das macht nichts", meinte Steffanelli.Wofür hast bu benn einen Vater, ber fingen kann?* Es war das erstemal, daß er den Sohn lachen hörte. Genau so hell unb unbeschwert hatte auch sein Lachen einmal geklungen.Wie hat bie Mama es benn eigentlich fertiggebracht, euch beide über Wasser zu halten?"

Rolf würbe reichlich verlegen.Ich glaube, Mut- ter hat allmählich ihr Vermögen zugesetzt, unb in den Ferien fjabe ich bie letzten Jahre immer beim Straßenbau gearbeitet."

Das ist ja nett!" entsetzte sich Steffanelli.

Es war nichts anberes zu, finden, Vater. 23er- nrölHit> ich also nicht. Unb zu schämen brauche

ich mich wohl auch nicht deswegen. Hunbert anbere machen basfelbe."

Gewiß, Rolf. Aber bie haben auch keinen Vater, ber Steffanelli heißt. Nicht, baß ich mich schäme, weil bu Steine geklopft hast. Ich hätte bich, wenn es sich ergeben haben mürbe, auch von ber Straße geholt. Aber bie Mama hätte bir das er­sparen müssen. Ich fürchte sehr, sie wirb noch ge­nau so unversöhnlich sein wie früher. Ober bist bu anberer Meinung?"

Ja, Vater! Ich schließe es daraus, daß sie sich den unerhörten Luxus leistete, zwanzig Mark für ein Billett auszugeben, nur um bich zu sehen unb bich fingen zu hören."

Was bist bu für ein kluger Mann, mein Junge."

Wenn sie kein Interesse mehr an beiner Person hätte, würbe sie nicht gekommen sein."

Sehr richtig? Du hättest Diplomat unb nicht Arzt werben sollen, Rolf." Vergnügt hakte Steffa­nelli ben Arm in ben seines Einzigen unb verließ mit ihm bas Haus.

Maria Terry faß zusammengekauert in bem mäch­tigen Lehnstuhl, ber ihre Gestalt fast ganz verschlang. Sie hielt bie Schläfen gegen bas kühle, schwarze Leber gepreßt unb bie Augen halb geschlossen.

Siehst bu, Maria." Sie hob abwehrenb die Hanb.Du hast boch selbst einmal gesagt", fuhr Terry fort,wenn mir bas Wasser bis an ben Hals geht, bann vielleicht.--Nun ist es so weit."

Ja, Vater--"

Diese Entsagung seines Kinbes war Kommer­zienrat Terry schrecklicher als alles anbere, bas er in ben verflossenen Wochen burchzukosten gehabt hatte. Unb bas war, weiß Gott, nicht wenig gewesen! Er hatte bie Erkenntnis gewonnen, baß es nicht bas Schlimmste war. Gelb zu verlieren. Die Ehre wog viel schwerer, unb ber Gebaute an ben Staatsan­walt raubte ihm ben Schlaf ber Nächte, machte feinen Gang unsicher unb seinen Blick scheu.

Wie gut hatte es boch Amselmann! Den berührte bas alles nicht mehr. Der lag in seinem stillen Gehäuse, einige Meter Erbe über sich unb schlief. Unb er mußte sich hier abquälen, fiel am Abenb abgehetzt in bie Kissen unb ftanb am Morgen auf, wie einer, ber bas Wettrennen mit bem Tobe aus- getragen hatte. Maria! Was würbe aus feinem Kinbe. wenn er nicht mehr war? Er sah nach bem

gesenkten Mäbchenkopf hinüber, ftanb auf unb streichelte flüchtig über bas Blonbhaar.Weißt bu einen anberen Ausweg?"

Als keine Antwort erfolgte, seufzte er unb be­gann bas Zimmer mit großen Schritten zu burch- roanbern.Ich habe gestern mit Wolfgang Amsel- mann gesprochen. Er wäre nicht abgeneigt, unter Umftänben einen Teil seines Vermögens in ben Betrieb zu stecken."

Also für Wolfgang hast bu bich entschlossen", sagte Maria, ohne ben Blick zu heben.

Kinb, mach es mir boch nicht so schwer? Ich halte ihr für ben ernsteren Charakter von beiben Brü- bem. Aber wenn bu Hylmar vorziehst?" Er­schrocken blieb er stehen, so plötzlich schnellte sie hoch.

Schweig boch! Ich komme mir vor wie auf einer Versteigerung? Wenn mir bas einmal jemanb gesagt hätte, baß ich an ben Meistbietenben verkauft wer­ben soll?"

Maria!"

Ist es etwa nicht so? Unb baß ich Millionen wert bin! Hoffentlich bekommst bu bas Gelb auch in bar unb läßt bich nicht mit irgenbwelchen Aktien abspeisen!"

Sie bemerkte erschrocken, wie sehr sie ihn verletzt hatte. Mit farblosen Wangen unb wankenben SchDten kam er auf sie zu.

Vergib mir, Vater!" flehte sie, bas Gesicht an feiner Schulter bergenb.Vergib mir! Ich will ja alles tun, was bich retten kann!"

Er versuchte ihren Arm abzuschütteln, aber sie umfing ihn nur um so fester.Ich werbe mich bem Staatsanwalt stellen", würgte er heraus.

Um Gvtteswillen, nein!" Erschrocken sah er nach ber Tür, ob es auch niemand gehört hatte, so laut hatte sie es hinausgeschrien.Nicht, Vater!" bettelte sieIch ziehe mich jetzt an unb gehe zu Wolf­gang Amselmann. Unb frage ihn, ob er mich haben will." Terry fiel erschöpft in einen ber Stühle und rührte sich nicht mehr.Ich glaube, Wolfgang kann mich am besten leiden", sagte sie zusammen- schauernd.

Es ist nicht mehr nötig, Maria!"

Ihre Stimme wurde ganz teste.Zum Staats» anwalt darfst du nicht gehen, Vater. Hinter bem Staatsanwalt steht bas Zuchthaus."

Vielleicht", murmelte er. Fortsetzung folgt