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Präsident blieb dann noch etwa zehn Minuten In der Wandelhalle und verlieh darauf mit feiner Begleitung das Völkerbundsgebäude durch den Hauptausgang.

Schon als Greifer am Samstagnachmittag das Gebäude betrat, war es zu einem unerquicklichen Vorkommnis gekommen. Beim Betreten des Ge­bäudes wurden ihm vom S a a l d i e n e r Schwierigkeiten gemacht, obwohl er fich ord­nungsmäßig ausgewiefen hatte. Greifer protestierte in seiner ersten Rede vor dem Völkerbundsrat energisch gegen dieses unerhörte Verhalten. Bon feiten des Völkerbundssekretariats find diese Vor­fälle damit entschuldigt worden, daß man beson­dere Sicherheitsmaßnahmen gerade zum Schutze Greifers getroffen habe und daß die Kontrolle am Eingang des Gebäudes besonders verschärft wor- den sei, um auf alle Fälle Kundgebungen gegen die Danziger Vertreter zu vermeiden (!).

Der Eindruck in Warschau.

Warschau, 6. Juli. (DNB.) Die regierungs- freundliche Presse bringt in ihren Montagsblättern noch keine redaktionellen Aeußerungen zu der Rede Greifers in Genf, sondern begnügt sich mit einer kurzen Wiedergabe der ersten deutschen, französischen und englischen Presiestimmen.

NurKurjer P o l s k i" schreibt, Präsident Greiser verlange eine Revision des Ver­sailler Vertrages hinsichtlich Danzigs namens des ganzen deutschen Volkes. Es handele sich nicht um Lester oder einen anderen Kommissar, sondern um den Völkerbundskommissar über­haupt und um das Verhältnis zwischen Danzig und dem 23öÄerbunb. Präsident Greiser habe die Haltung des Gauleiters Forster offiziell unterstützt.

Verständnis in Spanien.

Madrid, 6. Juli. (DNB.) Der außenpolitische Milarbeiter der bedeutendsten spanischen Zeitung A B C" nimmt Stellung zu der Rede des DMrziger Senatspräsidenten und stellt fest, daß zwei weit­schauende Staatsmänner, Hitler und Pilsudski, dem unfruchtbaren Kampf zwischen den beiden Ländern durch einen geeigneten Vertrag ein Ende bereitet hätten. Danzig fei deutsch und daher auch nicht aus ethnologischen Gründen vom Reich getrennt worden, sondern um Polen den Weg zum Meer frei zu machen. Als noch starke Spannungen zwischen Berlin und Warschau vor­handen gewesen seien, sei die Intervention des Völkerbundes logisch gewesen, heute aber hindere Deutschland und Polen nichts mehr daran, die Ver­waltung der Freien Stadt Danzig ohne Ein­schaltung des Völkerbundes zu regeln.

Das Autounglück des Musikzuges der SS.-Leibstandarte.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Magde­burg über die Ursachen des schweren K r a f t f a h r- zeugunfalles, von dem der Musikzug der SS.-Leibstandarte Adolf Hitler am 1. Juli in der Nähe von Burg bei Magdeburg betroffen wurde, haben zu folgendem Ergebnis geführt. Bereits am 2. Juli wurde der Kraftwaaenführer Richard Weber aus Pivitsheide in Lippe-Detmold auf Antrag der Staatsanwaltschaft in gerichtliche Unter­suchungshaft genommen. Weber führte den Fern­lastzug, dessen Anhänger mit dem mit den Musikern der SS.-Leibstandarte besetzten Kraftomnibus zu- sammenftieß. Am 3. Juli wurde gegen Weber An­klage vor der Großen Strafkammer in Magdeburg erhoben. Die Anklage legt Weder zur Last, auf der Reichsverkehrsstraße zwischen Burg und hohen- seben durch Fahrlässigkeit und unter Außer­achtlassung der ihm als Kraftwagenführer beson­ders auferlegten Pflicht zur Aufmerksamkeit den Tod von vier Menschen und die Körperverletzung von neun weiteren Menschen verursacht zu haben. Die Hauptverhandlung gegen Weder wird voraus­sichtlich am 8. Juli in der Nähe des Tatortes in Reefen bei Burg beginnen.

WeiheflMde Der Frontkämpfer a i dem Schlachtfeld vor Verdun.

Berlin, 6. Juli. (DNB.) Die in verschiedenen Verbänden zusammengefaßten französischen Frontkämpfer Haden kürzlich einComite des Anciens Combattants pour le Rassemblement de Verdun gegründet, um anläßlich der 20. Wie­derkehr der größten Schlacht des Weltkrieges am 12. und 13. Juli d. I. auf dem Schlachtfelde von Verdun eine Zusammenkunft von Frontkämpfern aller am Weltkriege beteilig­ten Nationen zu ermöglichen. In der Einladung des Komitees wird hervorgehoben, daß diese Zusam­menkunft eine Wei he stunde zum Gedächtnis aller bei Verdun und im Weltkriege Gefallenen bringen soll.

Die französische Einladung ist von den beut- -scheu Frontkämpferoerbänden ange­nommen worden. Am 12. Juli werden 500 deutsche Frontkämpfer, die zum allergrößten Teil Teilneh­mer der Schlacht um Verdun sind, von Saarbrücken aus nach Verdun fahren. Die Deutsche Reichsbahn gewährt den deutschen Teilnehmern eine Fahrpreis­ermäßigung von 50 v. h. bis zur Reichsgrenze. Don dort aus übernimmt das französische Komitee die Kosten für die Fahrt, Verpflegung und Unter- tunft auf französischem Boden. In der Nacht zum 13. Juli marschieren die Kameraden zum Totenmal von Douaumont. An dieser geschichtlichen Stätte findet eine Weihestunde zum Gedenken der Gefallenen statt. Die Frontsoldaten aller beteiligten Nationen nehmen Aufstellung auf dem Heldenfried­hof von Douaumont. Am 13. Juli morgens ist eine gemeinsame Kundgebung der versammelten Front­soldaten für den Weltfrieden vorgesehen. Die Füh­rung der deutschen Abordnung liegt in den Händen des' bekannten Douaumont-Stürmers Hauptmann a. D. von Brandts.

Oesterreich hebt das Startverbot auf.

Wien, 6. Juli. (DNB.) Der Präsident der Oesterreichischen Sport- und Turnfront teilt mit: In Anbetracht der bevorstehenden Olympischen Spiele in Berlin, an denen österreichische Mann­schaften teilnehmen werden, und in Anbetracht des Umstandes, daß die in letzter Zeit wiederholt statt­gefundenen sportlichen Begegnungen zwischen öster­reichischen und deutschen Sportlern den in den Sportkreisen herrschenden sportkameradschaftlichen Geist bewiesen haben, hat der Oberste Sportführer, Etnst Rüdiger Fürst Starhemberg,dieAuf° Hebung des im vorigen Jahre erlassenen Startverbotes verfügt.

Die Genehmigung für die einzelnen Starts öfter- reichischer Sportler in Deutschland ist aber dessen­ungeachtet bei der Führung der Oesterreichischen Sport- und Turnfront in jedem einzelnen Falle einzuholen.

Gautag Hessen-Nassau 8.-12.3«<i

in der Sauhauptstadt Frankfurt a. Main.

A. Sonderzüge, die am Samstag, dem 11.7. 1936 abgehen.

Fst.-M.

Ab­fahrt

Kreis und Abgangsstation des Sonderzuges

Hinfahrt am 11. 7.

Ankunft in

Alsfeld: Alsfeld...... . . . 8.34 Süd 12.22

Alzey: Alzey..........10.16 Süd 12.57

Bensheim: Bensheim.......1147 Süd 13.04

Biedenkopf: Marburg...... 10.26 West 12.34

Bingen: Mainz.........11.45 Süd 12 37

Büdingen: Stockheim.......11.08 Süd 12.22

Darmstadt: Darmstadt Hbf......12.08 Süd 12.38

Dieburg: Darmstadt Hbf.......12.34 Süd 13.04

Dillenburg: Dillenburg......8.10 Süd 10.57

Erbach i. O.: Darmstadt Hbf......12.34 Süd 13.04

Gelnhausen: Wächtersbach.....10.20 Süd 11.37

Wetterau: a) Lollar.......10.52 West 12.34

b) Butzbach......10.33 Süd 12.07

Hanau: Heldenbergen-Windecken . - . 11.20 Süd 12.07

Heppenheim: Weinheim ...... 11.19 Süd 12.38

Lauterbach: Stockheim..... . 11.08 Süd 12.22

Limburg: Limburg...... . 10.10 Hbf. 12.13

Main-Taunus: Niedernhausen.... 11.12 Hbf. 12.13

Mainz: Mainz Hbf.........11.45 Süd 12.37

Oberlahn: Weilburg.......8.40 West 11.40

Oberwesterwald: Hachenburg .... 8.27 Hbf. 12.22

Offenbach a. M.: Offenbach Hbf. . . . 11.30 Süd 11.37

Oppenheim: Guntersblum.....11.21 Süd 12.57

Rheingau: Abmannshausen.....10.39 Hbf. 12.31

Schlüchtern: Schlüchtern......9.50 Süd 11.37

Schotten: Hungen........10.23 Süd 12.22

St. Goarshausen: Niederlahnstein . . . 9.22 Hbf. 12.31

Unterlahn: Limburg.......10.24 Hbf. 12.22

Untertaunus: Wiesbaden Hbf. . . x . 1145 Hbf. 12.31

Unterwesterwald: Montabaur .... 7.22 Hbf. 12.31

Usingen: Gräsenwiesbach......9.49 West 11.40

Wetzlar: Wetzlar.........8.52 Süd 10.57

Wiesbaden: Wiesbaden Hbf.....11.25 Süd 12.37

Worms: Worms.........11.00 Süd 12.57

Rückfahrt am 12.7.

Abfahrt in An-

Fft.-M. funft

Süd Süd Süd West Süd Süd Süd

Süd Süd Süd Süd West Süd Süd Süd Süd Hbf. Hbf. Süd

West Hbf- Süd Süd Hbf.

Süd Süd Hb. Hb. Hb. Hb. West Süd Süd Süd

18.32

18.58

18.30

20.20

20.10

18.32

20.40

18.30

19.30

18.30

21.25

20.20

21.15

21.15

20.40

18.32

21.45

21.45

20.10

19.38

18.15

21.25

18.58

18.45

21.25

18.32

18.45

18.15

18.45

18.45

19.38

19.30

20.10

18.88

22.55

21.37

19.43

22.28

21.00

19.41

21.10

19.02

22.10

19.02

22.41

22.00

22.55 22.05

22.08

19.41

23.59

22.48

21.00 22.57

22.11

21.33

20.34

20.38

23.20

20.45

21.48 19.48

19.30

23.33 22.04

21.24

21.19

20.55

B. Sonderzüge, die am Sonntag, dem 12. 7. 1936 abgehen.

Kreis und Abgangsstation des Sonderzuges

Hinfahrt am 12.7. Ab- Ankunft in fahrt Fft.-M.

Alsfeld: Alsfeld.........5.48

Alzey: Alzey..........7.38

Alzey: Bingen.........7.49

Bensheim: Bensheim.......6.35

Bensheim: Hofheim ...... 6.45

Biedenkopf: Marburg.....* . 7.08

Bingen: Bingen.........7.49

Büdingen: Stockheim..... . 8.39

Darmstadt: Darmstadt Hbf. . . . . 6.32

Darmstadt: Darmstadt Hbf......8.20

Dieburg: Dieburg........6.20

Dieburg: Reinheim..... * . 6.44

Dieburg: Wiebelsbach..... . 8.23

Dillenburg: Dillenburg ...... 5.45

Erbach: Hetzbach.......- » 7.24

Friedberg: Friedberg . . ^ 9.00

Gelnhausen: Wächtersbach .... 7.56

Gelnhausen: Gelnhausen ...... 8.30

Wetterau: Grünberg ....... 6.25

Wetterau: Butzbach....... . 7.06

Wetterau: Lollar....... . 7.35

Groß-Gerau: Darmstadt Hbf.....6.32

Groß-Gerau: Groß-Gerau-Dornberg. . 8.28

Hanau: Hanau Hbf........6.40

Hanau: Hanau Hbf........8.10

Hanau: Hanau Hbf.....s ? . 9.03

Heppenheim: Weinheim 8.27

Lauterbach: Lauterbach-Nord .... 6.20 Limburg: Limburg.....- - . 6.35

Main-Taunus: Niedernhausen, » - . 8.24. Mainz: Mainz Hbf......- - 6.30

Mainz: Mainz Hbf...... - 7.23

Oberlahn: Weilburg 6.03

Obertaunus: Köppern7.46 Oberwesterwald: Hachenburg . . - . 6.06

Oberwesterwald: Westerburg . . - . 6.30

Offenbach: Offenbach...... . 6.58

Offenbach: Offenbach...... . 9.24

Offenbach: Offenbach ... - 9.47

Oppenheim: Gau-Odernheim . . » . 7.56

Rheingau: Geisenheim. 7.52

Rheingau: Lorch.......- 8.09

Schlüchtern: Schlüchtern......7.30

Schotten: Hartmannshain . . . * . 7.48

St. Goarshausen: Niederlahnstein . # . 6.58

Unterlahn: Diez.........6.23

Untertaunus: Wiesbaden Hbf. . . s . 9.05

Unterwesterwald: Siershahn . . $ . 5.50

Unterwefterwald: Montabaur . - ? 7.25

Usingen: Gräsenwiesbach6.34 Wetzlar: Wetzlar......* - 8.04

Wiesbaden: Wiesbaden Hbf. . , r . 8.50

Wiesbaden: Wiesbaden Hbf. . - ? 9.05

Worms: Worms......- . 6.34

Worms: Worms.........7.35

West 9.50

Süd 9.56

Süd 9.22

Süd 7.50

Süd 8.31

Ost 9.39

Süd 9.22

West 9.50

Süd 7.04

Süd 8.55

Süd 7.24

Süd 8.20

Süd 9.55

Süd 8.38

Süd 9.55

West 9.55

Ost 8.56

Ost 9.20

West 9.16

Süd 8.38

Ost 9.39

Süd 7.04

Süd 9.10

Süd 7.06

Ost 8.30

Ost 9.20

Süd 9.53

Süd 10.05

Hbf. 8.19

Hbf. 9.16

Süd 7.16

Süd 8.06

Hbf. 9.16

West 8.30

Hbf. 9.40

Hbf. 9.56

Süd 7.06

Süd 9.32

Süd 9.55

Süd 9.56

Süd 9.42

Hbf. 10.03

Ost 8.56

Süd 10.05

Hbf. 10.03

Hbf. 8.19

Hbf. 9.53

Hbf. 10.03

Hbf. 9.56

West 8.30

West 9.55

Süd 9.42

Hbf. 9.53

Süd 8.31

Süd 8.41

Rückfahrt am 12. 7. Abfahrt in An-

Fft.-M. tunft

West 20.45 0.33

Süd 19.13 21.28

Süd 19.30 20.58

Süd 21.08 22.18

Süd 19.55 21.20

Ost 19.37 22.08

Süd 19.30 20.58

West 20.45 21.51

Süd 22.05 22.45

Süd 21.32 22.02

Süd 21.00 22.12

Süd 18.46 20.08

Süd 20.10 21.33

Süd 20.40 23.31

Süd 20.10 22.29

West 20.10 21.18

Ost 21.50 22.57

Ost 22.03 22.55

West 19.22 21.50

Süd 20.40 22.10

Ost 19.37 21.40

Süd 22.05 22.45

Süd 22.25 23.05

Süd 22.20 22.47

Ost 20.30 20.50

Ost 22.03 22.23

Süd 20.32 21.49

Süd 19.05 23.13

Hbf. 20.20 21.56

Hbf. 20.55 21.58

Süd 21.58 22.42

Süd 22.55 23.40

Hbf. 20.55 23.51

West 22.15 23.02

Hbf. 19.00 23.19

Hbf. 18.45 22.44

Süd 22.20 22.29

Süd 22.45 22.54

Süd 20.10 20.19

Suo 19.13 21.04

Süd 19.49 21.29

Hbf. 19.15 21.05

Ost 21.50 23.56

Süd 19.05 22.06

Hbf. 19.15 22.02

Hbf. 20.20 22.07

Hbf. 20.55 21.41

Hbf. 19.15 23.34

Hbf. 18.45 21.32

West 22.15 0.20

West 20.10 22.15

Süd 19.49 20.40

Hbf. 20.55 21.41

Süd 19.55 21.31

Süd 20.22 21.29

C. Sonderzüge der Gliederungen, a) Reichsarbeitsdienst, (Bau XXV.

Abgangsstation des Sonderzuges

Geisenheim. -.....

Bensheim.......

Diez . . ......

Hinfahrt am 12. 7. Ab- Ankunft in

fahrt Fft.-M.

4.25 Süd 6.03

4.42 Süd 5.51

5.08 Hbf. 6.58

Rückfahrt am 12.7.

Abfahrt in An-

Fft.-M. funft

Süd 16.31 18.06

Süd 16.50 17.58

Hbf. 17.10 18.54

b) Httler-Zugend, Gebiet 13 Hessen-Nassau.

Hanau Hbf. s 6 , - i . . . .

7.00

Ost

7.20

Ost

17.00

Bad-Nauheim. s a s s.....

7.10

West

8.11

West

17.30

Darmstadt - - - ......

7.26

Süd

8.13

Süd

16.40

Wiesbaden.....

7.48

Hbf.

9.00

Hbf.

17.10

17.20

18.31

17.10

18.10

c) Bund Deutscher Mädels.

Offenbach Hbf. - - . .....6.04 Süd 6.12

Offenbach Hbf. ..... 6.22 Süd 6.30

d) SA.

5.00 Hbf. 7.30

, s 8 , t , e B 6 » 5.10 West 7.48

5.44 Süd 6.14

ggggggggg-, 5.48 Süd 5.56

g a g g e S $ 5 = . 6.00 Süd 6.41

Friedrichsdorf « - » - s s z - - 6.33 West 7.12

Butzbach , - - s « r - ? 6.40 West 7.58

Gelnhausen7.10 Ost 8.02

Wiesbaden. . . , . - . 7.38 Hbf. 8.26

Frickhofen . Weilburg * Darmstadt - Offenbach « Tb

Süd 16.20

Süd 17.20

Hbf. 15.30

West 15.05

Süd 15.27

Süd 17.40

Süd 15.02

West 15.30

West 16.00

Oft 16.15

Hbf. 15.40

16.29

17.29

18.02

17.44

15.58

17.49

15.43

16.08

17.13

17.05

16.26

Jeder Teilnehmer an den Sondertagunaen am Samstag und am Aufmarsch am Sonntag muß nut dem für ihn bestimmten Sonderzug zurückfahren. Deshalb muß jeder sich Zeit, Bahnhof und Sammelplatz vor dem Bahnhof sorgfältig einprägen. Eine Rückfahrt mit einem anderen Sonderzug ist unzulässig. Rückfahrt mit normalen fahrplanmäßigen Zügen geht auf eigene Rechnung.

Koloniale Ergänznngswirtschafi. Bei einer geschichtlichen Betrachtung der Ent- Wicklung der Kolonien der europäischen Mächte fällt es sofort auf, daß sich ganz verschiedenartige kolo­niale Systeme herausgebildet haben. Eine bedeu­tende Gruppe ehemaliger europäischer Kolonialge­biete wie Nordamerika und Südamerika, Australien ynb die Südafrikanische Union haben sich von einer einfachen Ausbeutungskolonie verhältnismäßig chnell zu einem in sich geschloffenen Staatswesen entwickelt, das besonders politisch, dann aber auch wirtschaftlich zu einem mehr oder weniger hohen Grade von Selbständigkeit strebte. Dagegen haben alle diese Gebiete, die zum Teil heute die volle Eigenstaatlichkeit erreicht haben, an der kulturellen Gemeinsamkeit mit dem Mutterlande festgehalten. Das gilt heute in besonders hohem Grade von den englischen Dominien, die sich zwar noch im Ver­bände des Weltreiches befinden, aber im übrigen ein ehr hochentwickeltes eigenes staatliches Leben ent­öltet haben. Ebenso ist es zwischen Spanien und den süd- und mittelamerikanischen Staaten, und das gleiche Verhältnis sehr enger kultureller Bande be­lebt zwischen Portugal und Brasilien.

In vielen anderen Kolonien hat sich eine solche Entwicklung nicht durchsetzen können, und zwar in der Hauptsache deshalb, weil es nicht gelungen ist, dem unterworfenen Volk den nationalen Stem­pel des Mutterlandes aufzuprägen. Teils waren diese Gebiete für eine weiße Besiedlung nicht geeig­net, teils fehlte es auch an der nötigen völkischen Kraft des Mutterlandes, um die Besiedlung durch­zuführen. Im großen und ganzen ist deshalb in all diesen Gebieten bis in die jüngste Zeit hinein eine Politik der kolonialen Durchdringung im wirtschaft­lichen Sinne getrieben worden. Es ijt der händ­lerische Standpunkt, von dem aus die Be­ziehungen zwischen Mutterland und Kolonie weit­hin bestimmt wurden.

Ursprünglich ist in allen Kolonien das Streben nach händlerischem Gewinn die Triebfeder zur ko­lonialen Betätigung gewesen. Später folgt die plan­mäßige wirtschaftliche Ausbeutung, dann in einer Reihe von Gebieten die Besiedlung und dann erst im fortgeschrittenen Stadium der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des dem Mutterlande angegliederten Gebietes das streben nach Eigenstaatlichkeit und selbständiger Machtentfaltung. Die Folge jeder kolonialen Macht­erweiterung des Mutterlandes, sei es in politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Richtung, war immer eine Stärkung des Heimatlandes. So beruht die Macht Englands nicht nur auf seiner seltbeherrschen- den Flotte, sondern auf dem gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhalt der angelsächsischen Rasse in allen Kontinenten.

Jetzt hat es den Anschein, als ob Italien, das sich soeben ein großes neues Kolonialreich de facto angeeignet hat, seine kolonisatorische Tätigkeit in Abessinien von Anfang an nicht nach händleri­schen Methoden durchführen will, sondern seine Maßnahmen so einrichtet, daß in Ueberfee ein wirt­schaftliches Staatsgebilde aufgebaut wird, dessen Einrichtung unter dem KennwortKoloniale Er­gänzungswirtschaft" stehen dürfte. Die Träger der in Abessinien aufzubauenden nationalen Staatswirt­schaft werden die italienischen Siedler sein, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten dort unter­gebracht werden sollen. Es handelt sich hier also um das sowohl kolonialpolitisch als auch weltwirt­schaftlich bisher wohl einmalig dastehende Experi­ment, neben dem heimischen, mehr oder weniger autarkischen Wirtschaftsstaat eine koloniale Ergän­zungswirtschaft aufzubauen, deren Zweck es ist, die Unabhängigkeit der heimischen Wirt­schaft nach allen Richtungen hin zu verstärken.

Aus der geschilderten geschichtlichen Entwick­lung und den wohldurchdachten italienischen Plä­nen geht zur Genüge hervor, daß mit dem Prin- zip der offenen Tür, das von englischer Seite unter Bezugnahme auf die Mandatsfrage so eifrig proklamiert wird, dem deutschen Volke nicht ge­dient ist. So wichtig die Rohstofsrage an sich ist und so sehr sie zur Zeit im Brennpunkt der inter­nationalen Erörterung steht, so wenig wird doch durch sie das gesamte koloniale Problem ersaßt. Auch die Untersuchungen des Londoner Royal In­stitute for International Affairs können nicht dar­über Hinwegtäuschen, daß Deutschland durch die Wegnahme und durch das Vorenthalten seiner ko­lonialen Gebiete ein politisches, völkisches, wirt­schaftliches und kulturelles Unrecht geschehen ist, das nur durch die vollständige Rückgabe die­ser Gebiete einigermaßen ausgeglichen werden kann. Es ist seit Jahrhunderten Schicksal von Mil­lionen deutscher Auswanderer gewesen, daß sie un­ter fremder Hoheit, unter fremdem Recht und schwerster kulturellen Bedingungen ihre Lebensar­beit vollbringen mußten. Das deutsche Volk hat ein Recht darauf, daß es auch in Ueberfee unter eigener staatlicher Hoheit in den durch Verträge gewonnenen kolonialen (^bieten seine wirtschaftliche Arbeit durchführen kann.

Vom rein wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen, geht das genannte englische Institut an einer Frage vorüber, die man nicht unberücksichtigt lassen darf, wenn man zu einem gerechten Urteil kommen will. Die meisten Rohstoffe, die von der deutschen Industrie benötigt werden, unterliegen Produktionseinschränkungen und Produktionsbin­dungen. So sind die Preise für Exportwaren und die Preise für Rohstoffe recht weit von einander ent­fernt. Daher kommt es, daß bei mengenmäßig er- hohter Ausfuhr d e r Devisen anfall immer geringer geworden ist. Es ist deshalb verständ­lich, daß es nicht nur allein auf die Möglichkeit an­kommt, Rohstoffe zu erhalten, sondern auch darauf, Rohstoffe zu vernünftigen Preisen zu be­kommen. Auf jeden Fall ist das Rohstoffproblem von der Regelung der Kolonialfrage nicht zu tren- nen. Eine Rückgabe der Kolonien würde dazu füh- ren, daß wir einen beträchtlichen Teil der notwen­digen Rohstoffe sofort leichter beziehen können. Einen anderen Teil könnte man durch einen Aus­bau der kolonialen Wirtschaft und einen Angleich derselben an die heimischen Bedürfnisse in naher Zukunft herbeischaffen.

Ein Ueberblirf über die jüngste Wirtschaftsent­wicklung zeigt übrigens, daß 1935 in Deutsch- Dftafrifa die Einfuhr aus Deutschland um 30 v. H. zugenommen hat, während sich die Aus- fuhr nach Deutschland um 25 v. H. vermehrte. Ge- hemmt wird der deutsche Handel und die deutsche Wirtschaft durch die Propaganda für britische Wa­ren und die japanische Konkurrenz. In Südwest- Afrika ist, hervorgerufen durch eine jahrelange Dürre, ein großes Viehsterben eingetreten, das der Farmwirtschaft bedeutenden Schaden zugefügt hat. Hier sind aber 1935 die Diamantminen wieder ge­öffnet worden. In Kamerun hat der deutsche Handel seine Position befestigen können, zumal die Eingeborenen noch immer gern Abnehmer deut-