186. Jahrgang
Eichener Anzeiger
Kr. 156 Erstes Blatt_____ (86. Jahrgang Dienstag, r.Zuli 1936
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Danzig und Gens.
Starker Groll gegen den Völkerbund hat sich allen Nationen angesammelt. Da brütet man Genf herum und weiß nicht, wie man aus
Sackgasse herauskommen soll, in die man sich dank einer Politik begeben hat, von der künftige Geschichtsschreiber feststellen werden, daß sie an Hilflosigkeit und Ziellosigkeit überhaupt nicht mehr überboten werden konnte. Diese Hilflosigkeit, die bei allen ehrlichen Delegierten voll Scham längst erkannt ist, hat ihren Ursprung in den Diktatsverträgen, die vor mehr als fünfzehn Jahren geschlossen wurden, um der Menschheit angeblich den Frieden zu geben. Vom Frieden ist in all diesen Jahren keine Spur au entdecken gewesen. Statt dessen haben die Mächte, Die den Völkerbund zur Sicherung ihrer selbstsüchtigen Interessen schufen, Schwierigkeiten über Schwierigkeiten in das Zusammenleben der Völker hineingetragen, die schließlich den Völkerbund selbst um jeden Kredit brachten und ihn nur vor eine schier unlösliche Aufgabe stellten.
Nun weiß man sich angesichts des verfahrenen Abessinien-Abenteuers keinen besseren Rat mehr, als auf das kleine und schwache Danzig zurückzugreifen, um ein Riesenfeuerwerk abzubrennen, dessen grelles Licht die Verlegenheit der Genfer Diplomaten in den tiefsten Schatten rücken soll. Wir kennen diese Methoden. Man wendet sie seit Jahren immer wieder an, wenn man weder ein noch aus weiß. So hat man sich in Genf jetzt auf den Bericht des Danziger Völkerbunds- kommissars Lester besonnen, der nichts Besseres zu tun weiß, als sich immer wieder in die innerpolitischen Angelegenheiten des Freistaates Danzig einzumischen. Dieser Mann ist nachgerade zu einer Danziger Landplage geworden, die die Danziger nicht zur Ruhe kommen läßt. Wenn er wenigstens noch für sich in Anspruch nehmen könnte, Takt zu besitzen, dann könnte auf seinem Konto vielleicht eine Gutschrift erfolgen. Jedoch auch diese Eigenschaft ist bei ihm nicht zu finden. Wir brauchen nur an den Besuch eines deutschen Kriegsschiffes zu erinnern, der sich im Rahmen der internationalen Höflichkeit abwickeln sollte, wozu es jedoch nicht kam, da der Kommissar Lester beim offiziellen Empfang der Offiziere und der Danziger Behörden ausgerechnet die geschworenen Feinde des nationalsozialistischen Deutschland einlud, jene Elemente, die mit den niederträchtigsten Mitteln arbeiten, die wühlen und hetzen und die auch für die jüngsten Mordtaten an Angehörigen der nationasozialistischen Bewegung verantwortlich zeichnen.
Dieser Anwalt der ewigen Ruhestörer, der anscheinend gar nicht bemerkt hat, daß in Danzig ohne seine Mithilfe seit langem eine erfreuliche Aufbauarbeit geleistet wird und daß trotz seines völkerbündlerischen Daseins Danzig und Polen über alle Meinungsverschiedenheiten hinweggekommen sind, hat nun den Herrschaften in Genf Danzigs Innenpolitik als Blitzableiter hingehalten. Und jubelnd hat man sich in Genf auf dieses Objekt gestürzt, froh, etwas zu haben, das zum Radaumachen gegen den Nationalsozialismus und damit natürlich auch gegen das nationalsozialistische Deutschland Veranlassung gibt, nur damit die Weltöffentlichkeit nicht merken soll, rote faul e s um d e n Völkerbund steht. Se- natspräsiderst Greiser hat denn auch nicht gezögert, nachdem man ihn wegen dieses abwegigen Lesterberichtes nach Genf rief, dem Völkerbund und auch dem Kommissar seine und die Meinung der Danziger gründlich auseinanderzusetzen. Wird seine Rede ausreichen, um die Genfer endlich zur Besm- nung zu bringen?
Das deutsche Volk legt Wert darauf, aus diesem Anlaß dem Völkerbund klar und nachdrücklich auseinanderzufetzen, daß es um Europas Frieden willen nicht länger ertragen werden kann. Aber Danzig kann auch nicht länger mehr diesen Kommissar ertragen, der seine Aufgabe nicht begriffen hat und auch niemals begreifen wird. Sein sprichwörtliches Unverständnis hat ja auch zu seiner glatten Ausschaltung aus der Regelung der Verhältnisse Danzigs mit Polen geführt. Allerdings trägt an dieser Ausschaltung auch seine Unfähigkeit die Schuld und sein emsiges Bemühen,, sich stets um Dinge zu kümmern, die ausschließlich in die Zuständigkeit der Freien Stadt Danzig gehören.
Danzig erwartet, daß der Völkerbund, wenn er sonst nichts zustande zu bringen vermag, diesen Kommissar abberuft und ihn überhaupt nicht mehr ersetzt. Denn die Tatsachen haben bewiesen, daß man in äen Sandiger Angelegenheiten sehr gut auch ohne Volker- b und sauf sicht auskommt ia, noch besser als wenn dauernd ein Mann in Danzig eine Rolle zu spielen sucht, die nur die eines rled e ns - ftörers ist. Lester f)at in Danzig weder etwas verloren, noch etwas zu suchen. Er möge baldigst verschwinden, wozu um so.snehr Veranlassung be. steht, als er Genf in der allergrößten Verlegenheit einen Dienst geleistet hat, der eben nur mit seinem ^baldigen Verschwinden „belohnt" werden kann
Wenn ausländische Pressevertreter darunter viele Juden, in Genf Greiser beledigten und sogar tätlich bedrohten, wenn das Sekretariat bes Völkerbundes es unterließ, dem offnen Vertreter Danzigs feinen Schutz
bann hat das deutsche Volk 6egen die e Provokation nur Entrüstung und jenes Gefühl übrig, das sich die Anständigkeit gegen Anwurfe bewahrt fte narn- lich abzustreifen und ihre Urheber als v e rächt- lich hinzustellen, obwohl oder weil sie sich auf die im Völkerbund herrschende Moral berufen.
Wenn die Völkerbundsorgane und ihre Regierungen die Anmeldung des guten Danzige Rechtes als Vergehen gegen den Völkerbunds geift betrachten, dann spricht das genugsam für die Moral, der Genf jetzt dient.
Greiser mit Jubel in Danzig empfangen.
Spontane Vertrauenskundgebung der Danziger Bevölkerung. — Das ganze deutsche Volk hinter dem Sprecher Danzigs.
Danzig, 7. Juli. (DJIB. Funkspruch.) Senate- Präsident Greifer traf am Dieustagfrüh mit dem fahrplanmäßigen Zug wieder in Danzig ein. Obwohl die Ankunft Greifers nicht bekanntgegeben worden war, strömte doch eine große Menschenmenge zusammen, die den Senatspräsidenten mit jubelnden Heilrufen begrüßte. Greiser dankte aüs seinem Wagen mit kurzen Worten für die V e r t r a u e n s k u n d g e b un g der Danziger Bevölkerung.
Danzig atmet aus.
Eine befreiende Tat.
Danzig, 6. Juli. (DNB.) Der Beifall und begeisterte Widerhall, den die Ausfiih- rungen des Danziger Senatspräsidenten Greiser in Gens in der Danziger Bevölkerung haben, kommt in den Kommentaren der Danziger Presse zum Ausdruck. Die nationalsozialistische und die bürgerliche Presse gibt den spontanen Empfindungen der Danziger Bevölkerung Ausdruck, wenn sie 'Greifers Vorstoß als eine befreiende Tat gegenüber einem unerträglich gewordenen Zustand bezeichnet.
Das amtliche Organ der Danziger NSDAP., der „Danziger Vorposte n", schreibt u. a.: „Greifers Vorstoß in Genf ist nicht von ungefähr gekommen, sondern ist zu verstehen als der zwar leidenschaftliche, aber zielklare Anfang eines f e ft umrittenen neuen Weges, den man einzufchlaqen gezwungen war, nachdem der bisherige zu große Anforderungen an die Lammesgeduld der Danziger Regierung stellte. Der Zeitungsaufsatz Gauleiter Forsters mit dem massiven Angriff gegen Lester kündigte unmißverständlich an, daß der NSDAP, nach einer Zeit stärkster Zurückhaltung zuletzt doch der Geduldsfaden gerissen war. Danzig hat von sich aus den Vorstoß zur Revision einer Lage gemacht, die bei aller formalen Fundierung schier unmögliche Kombinationen für die rechtmäßige Regierung brachte und das Prestige und die Autorität der Führung eines souveränen Staates immer mehr anfraß."
Die bürgerlichen „Danziger Neuesten Nachrichten" schreien u. a.: „Die Worte des Danziger Senatspräsidenten sind nicht gesprochen aus einer ängstlichen Abwägung politischer Vorteile. Sie sind gesprochen aus einer elementaren Stimmung der nationalsozialistischen Danziger Bevölkerung, der einmal das Wort verliehen werden mußte, und seine Ausführungen werden deshalb in Genf nicht ungehört verhallen können. Sie mögen unbequem gewesen sein, und die anwesende Weltpresse scheint sich der Situation gegenüber wenig würdig gezeigt zu haben, aber an dem, woran jetzt in Genf öffentlich gerührt worden ist, wird auch sie nicht mehr vorübergehen können, denn diese Forderungen, nun einmal laut und deutlich ausgesprochen, werden nicht mehr verstummen. Sie erfordern eine Antwort."
Mangelndes Verständnis in London.
London, 6. Juli. (DNB.) Auf verschiedene an Außenminister Eden wegen der Lage in Dan - zig im Unterhaus gestellte Fragen, die zum Teil wissen wollten, ob irgendwelche „revolutionären Schritte" von der nationalsozialistischen Partei Danzigs ergriffen worden wären, beschränkte sich Eden auf die Feststellung, daß der Bericht des Danziger Oberkommissars vom 3. Juni am 4. Juli oom Völkerbund behandelt worden fei, und daß der Berichterstatter zwei Gehilfen in Gestalt von Vertretern Frankreichs und Portugals zur Unterstützung feiner Aufgabe erhalten habe.
Der konservative Abgeordnete Bandys fragte den Außenminister, ob er es nicht für zweckmäßig halte, eine V o l k s a b st i m m u n a beim Völkerbund vorzuschlagen, um die Wünsche der Bevölkerung Danzigs in bezug auf ihren künftigen Status feftzustellen. Eden erwiderte, daß die Angelegenheit vertragsmäßig geregelt fei, und daß die beiden hauptbetroffenen Mächte Polen und Deutschland seien. Auf eine Frage Daltons bestätigte Eden sodann, daß er in enger Verbindung mit der polnischen Regierung in dieser Frage handle.
Das Danziger Problem und die Rede Greifers in Genf stehen heute völlig im Mittelpunkt der gesamten Betrachtungen und Berichte der Blätter. Während die unrühmliche Beerdigung der Sühnepolitik und der ganzen abessinischen Angelegenheit durch den Völkerbund von den meisten Blättern nur kurz und oberflächlich erwähnt wird, find die Berichte über die Rede Greifers unt) ihre Folgen, sowie über die Beziehungen zwischen Deutschland und Danzig außerordentlich ausge- ^/Da'ilY Telegraph", der gegenüber den Danziger Wünschen nur Ablehnung kennt, laßt sich von seinem diplomatischen Mitarbeiter melden, daß die Kundgebung Greisers in Genf in London sehr ernst beurteilt werde.
Aehnlich meint der diplomatische Mitarbeiter der Times" daß die Rede Greisers die Besorgnisse
Senatepräfibent Greiser fordert die Abberufung des Völkerbundskommissars Lefler.
In einer aufsehenerregenden Rede vor dem Völkerbundsrat forderte der Danziger Senatspräsident Greiser (rechts) die Abberufung des Völkerbundskornrniffars Lester (links), der feine Aufgabe darin sehe, die innerpolitische Ruhe in Danzig zu untergraben. (Scherl-Bilderdienst-M.)
vieler Diplomaten verstärkt habe. In einer längeren Berliner Meldung schreibt die „Times" u. a., man rechne vielleicht damit, daß die Befreiung Danzigs durch Propaganda und Verhandlungen erzielt werden könne. Es scheine unvermeidlich, daß Danzig eines lages* zu einer engeren Verbindung mit Deutschland zurückkehren werde.
Gegenüber der Mehrzahl der Blätter, in denen eine sachliche * Würdigung des Danziger Problems völlig fehlt, find die Ausführungen der „Daily Mail"' bemerkenswert. Das Blatt schreibt, daß Danzig die Engländer nichts angehe. Dem.englischen Volk sei die Zukunft Danzigs völlig gleichgültig, und niemand würde sich aufregen, wenn Danzig „wieder für Deutschland zurückgewönnen" würde. Unglücklicherweise fei England durch seine Verbindung mit dem Völkerbund in den Streit hineingezogen worden. Außerordentlich scharf greift die „Daily Mail" den Völkerbundskommis- fat in Danzig, Lester, an. Seine Behandlung der Danziger Angelegenheit nach zu urteilen, sei Lester nicht 'geeignet, eine solche Stellung auszufüllen. Je eher er nach Dublin (Lester ist Ire) zurückgeschickt werde, um so besser sei es. Anschließend meint das Blatt, daß die Genfer „S ch w a tz b u d e" dauernd Unruhe in allen Teilen der Welt aufführe.
Klarer Vlick in Italien.
Rom, 6. Juli. (DNB.) Der Vorstoß des Danziger Senatspräsidenten Greiser im Völkerbundsrat findet in der römischen Presse lebhafte Beachtung. Nach Ansicht des Berliner Berichterstatters des „M e f s a g g e r o" gehen die an das Danziger Problem geknüpften Betrachtungen der deutschen Presse über die Beziehungen Danzigs zum Völkerbund hinaus. Es gehe um die Stellung des Reiches zum Völkerbund und um feine etwaige Rückkehr in den Völkerbund. Die Aussichten eines europäischen Wiederaufbaus, wie sie sich aus der geplanten Völkerbundsreform und aus der allgemein durch die französisch-englische Politik bestimmten Entwicklung ergäben, seien nicht dazu angetan, Deutschland zur Rückkehr nach Genf zu verlocken. Es fei daher müßig, von der d e u t- sch em Mitarbeit und von der Rückkehr des Reiches nach Genf zu sprechen, wenn sich Europa nicht zu einem Kurswechsel entschließe.
Der Berliner Berichterstatter der „Tribun a" schreibt u. a.: Auch wenn Senatspräsident Greiser es nicht gesagt hätte, könne kein Zweifel darüber bestehen, daß er nicht nur im Namen der 400 000 Danziger, sondern aller Deutschen gesprochen habe. Das Blatt verzeichnet in diesem Zusammen
hang außerdem die deutsche Empörung über das Verhalten der Völkerbundsoersammlung, die, ohne einzugreifen, es zugelassen habe, daß der Vertreter der Freien Stadt Danzig ausgepfiffen und beschimpft worden sei.
Der Pariser Berichterstatter des „Lavor o Fascista" spricht von Uebertreibungen der französischen Presse, die ohne jeden Beweis einen Handstreich Deutschlands auf Danzig für bevorstehend halte. Nach Ansicht des Korrespondenten leide man in Paris fast jeden Tag an einer anderen Ha11u - 3 i n a t i o n.
Aichts Aeues aus Paris.
Paris, 6. Juli. (DNB.) In den Berichten aus Genf wird, wie kaum anders zu erwarten, nirgends der Versuch unternommen, den Forderungen und Beschwerden Danzigs und seiner Bevölkerung irgendwelches Verständnis entgegenzubringen.
„Le Jour" schreibt, nicht nur der Ton Greifers, der „regelrecht nattonalsozialistisch" gesprochen habe, fei beunruhigend gewesen, sondern der Inhalt seiner Rede sei außerordentlich schwerwiegend.
Die Außenpolittkerin des „O e u v r e", die sich über den Genfer Samstag sehr niedergeschlagen zeigt, lamentiert, daß das bisher „so angenehme"
4 internationale Leben nicht mehr möglich sein werde, nachdem Berlin und Rom nach Genf zurück- gekehrt sein würden. Gewisse Abgeordnete hätten erklärt, man müsse Genf schließen, um „derartigen Zwischenfällen" nicht mehr ausgesetzt zu sein.
Pertinax sagt im „E ch o de Paris" mit künstlicher Empörung, man müsse sich fragen, was nach der „brutalen und unerhörten" Kundgebung Greifers noch von Genf übrigbleibe, nachdem der Völkerbund verpflichtet gewesen sei, sich zu demütigen und seine Niederlage in der abessinischen Angelegenheit festzustellen.
Der „T e m p s" widmet feinen Leitartikel dem Vorstoß des Danziger Senatspräsidenten und nennt dessen Haltung, wie nicht anders zu erwarten war, „unzulässig" und „provokatorisch". Noch niemals, so erklärt das Blatt, habe man jemand den Völkerbundsrat mit einer „derartigen Rücksichtslosigkeit" behandeln hören. Er schlägt dann in feinen Betrachtungen einen recht pessimistischen Ton im Hinblick auf die Zukunft des Völkerbundes an. Alle die Zwischenfälle der letzten Woche, so schreibt das Blatt, seien nicht gerade geeignet, das Prestige und die moralische Autorität der großen internationalen Einrichtung wiederherzustellen. Es gebe Symptome, die man unschwer verkennen könne.
Flegeleien gegen Greiser in Gens.
Der Senatspräsident von jüdischen Völkerbundsjournalisten beleidigt und tätlich bedroht.
Genf, 5. Juli. (DNB.) Nach der großen Rede des Senatspräsidenten Greiser in der Sitzung des Völkerbundsrates am Samstagabend kam es zu unerhörten Zwischenfällen.
Senatspräsident Greiser war während seiner Rede wiederholt von der Pressetribüne aus mit beleidigenden Zwischenrufen unterbrochen worden. Als Präsident Greiser sich vom Ratspräsidenten und dem polnischen Außenminister Beck mit dem Deutschen Gruß verabschiedete, ertönten wiederuni auf der Pressetribüne hämische Zwischenrufe. Als Greiser dann beim Verlassen des Saales an der Pressetribüne vorbeiging, gab er seiner Mißachtung durch eine geringschätzige Handbewegung deutlich Ausdruck. Darauf erhob sich auf den vollbesetzten Bänken der internationalen Presse ein wüster Lärm.
Als Präsident Greiser den Skhungssaal verlassen hatte, wurde er von zahlreichen internationalen Journalisten und Trt-
bünenbesuchern, unter denen sich auffallend viele Juden befanden, umringt und mit Schmährufen überschüttet. Der offizielle Vertreter der Freien Stadt Danzig, der in amtlicher Mission in Genf weilte, wurde sogar tätlich bedroht. Die Ruhe, die Greiser an den Tag legte, steigerte noch die Wut derjenigen, die ihn umdrängten. Schließlich erschien ein Beamter des Völkerbundssekretariats und stellte an den Präsidenten der Freien Stadt Danzig das unerhörte Ansinnen, durch eine Hintertür das Völkerbundsgebäude zu verlassen. Greifer weigerte sich, indem er erklärte: „Ich bin durch den Haupteingang in dieses Gebäude hereingekommen, und ich werde es auch auf jeden Falt wieder durch den Hauptausgang verlassen." Dec Senats-


