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fahrzeugen ist von allen europäischen Ländern außer England Deutschland an die Spitze gelangt.

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Das polnische Verkehrsministerium hatte der Deutschen Reichsbahn mitgeteilt, da die aus dem Durchgangsverkehr nach und von Ost­preußen aufgelaufenen Beträge zu hoch feien, müßte eine Einschränkung dieses Verkehrs statt­finden. Die deutschen Vorschläge für die Trans­ferierung dieser Guthaben wurden abgelehnt. Die Deutsche Reichsbahn war bereit, die Beträge in Reichsmark auszuzahlen, während die Polen die Bezahlung in Sloty verlangten. Es handelt sich also lediglich um Transfer-Schwierigkeiten. Da Polen bei seiner Haltung blieb, mußt ab 7. Februar eine erhebliche Einschränkung im Transit­verkehr nach Ostpreußen oorgenommen werden. Da uns aber nicht allein der Bahnver- kehr durch den Korridor zur Verfügung steht, son­dern andere Transportmittel zur Luft und zu Was­ser, ist diese durch die einseitige polnische Haltung erzwungene Maßnahme für uns weniger schädlich. Es ist zu hoffen, daß die Polen von ihrem ein­seitigen Standpunkt abgehen und sich dem Ziel der Zusammenarbeit auch in diesem Falle wieder zuwenden, das durch das deutsch-polnische Abkom­men von 1934 aufgestellt wurde und sich, wie auch der polnische Außenminister Oberst Beck in seiner letzten Sejm-Rede betonte, sonst auf allen Gebieten gut bewährt.

Die Aufmerksamkeit der Finanzwelt richtet sich gegenwärtig auf den Doll ar st and. Während die Konjunktur in den Vereinigten Staaten von wirtschaftspolitischen Eindrücken noch kaum beein­flußt ist, mehrt sich die Neigung der Spekulanten, in Jnflationsstimmung zu machen. Die Jnflatio- nisten wittern Morgenluft, zumal da die bevor­stehenden Wahlen, die des Präsidenten, des ge­samten Repräsentantenhauses und eines Drittels des Senats ihnen angesichts des Trümmerhaufens des Roosevelt-Programms die Möglichkeit geben, ein Abwehrprogramm gegen die Steuern zu proklamie­ren. Das ist bereits von einer Gruppe von 50 führenden Persönlichkeiten geschehen, die direkt eine weitere Abwertung des Dollars fordert. Infolge­dessen hat sich das Reichsschatzamt genötigt gesehen, zum ersten Mal seit langen Jahren die Erlaubnis zu erteilen, Gold in das Ausland ab- z u g e b e n , und zwar wurden bisher 12,86 Mil­lionen Dollar Gold für die Ausfuhr verkauft, haupt­sächlich für Pariser und holländische Rechnung. Weitere Goldausfuhren sollen bevorstehen. Das hat nicht verhindert, daß der Dollar unter den Gold­ausfuhrpunkt sank. Ob die Jnflationspsychose nur vorübergehender Natur ist, bleibt abzuwarten.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichs- und Preußische Arbeitsmini­ster hat den Treuhänder der Arbeit für das Wirt­schaftsgebiet Südwestdeutschland zum ständigen Sondertreuhänder der Arbeit für die deutsche Zigarrenherstellung bestimmt. Der Sondertreuhänder ist vor allem auch mit der Ueberprüfung, Aenderung oder Neufestsetzung der Bezirkstarifordnungen, insbesondere der Ortsklassen­einteilung in der deutschen Zigarrenherstellung be­auftragt.

Aus Anlaß der Erschwerungen, die im Eisenbahn­verkehr von und nach Ostpreußen eingetreten sind, hat der Reichsverkehrsminister verboten, Ent­gelte auf btm Verkehrsgebiet über den Stand vom 1. Februar 1936 zu erhöhen. Als Erhöhung ist es auch anzusehen, wenn die Leistungsbedingungen zum Nachteil des Verkehrsnuhers geändert werden. Zur Vermeidung von besonderen Härten können Aus­nahmen zugelassen werden.

Im Auftrage des Bundeskanzleramtes ist das monatlich erscheinende OrganderReichsdeut- fchen in Oe st erreich,Die Heimat", von der Polizei beschlagnahmt worden mit der Be­gründung nationalsozialistischer Parteipropaganda, daDie Heimat" anläßlich der Feier des 30. Januar

auf der ersten Seite das Horst-Wefsel-Lied abgedruckt hatte.

Am Mittwoch begann i n W i e n ein Hochverrats­prozeß gegen den Polizeikommissar Dr. Franz von Sonnleitner, der vor seiner Verhaftung dem Bundeskanzleramt zugeteilt war. Sonnleitner wird beschuldigt, mit den österreichischen N a t i o n a l- soziallstenhochverräterische Beziehungen" un­terhalten zu haben. Sonnleitner ist ein Großneffe des Dichters Franz Grillparzer.

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Der Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Dr. B e n e s ch, empfing den neuen deutschen Ge­sandten Dr. E i s e n l o h r zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens.

Die Bank von Frankreich hat ihren Dis­kontsatz, der am 31. Dezember 1935 von 6 v. H. auf 5 o. H. und am 9. Januar 1936 von 5 o. H. auf

4 v. H. ermäßigt worden war, weiter um 0,5 v. H., also auf 3,5 v.H. herabgesetzt.

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Der Vorsitzende des Marineausschusses des ameri­kanischen Repräsentantenhauses brachte drei vom Marineamt befürwortete Vorlagen ein, die ein weitgehendes Modernisierung spro- g r a m m einschließlich des Baues von Hilfs- schiffen in Stärke von insgesamt 221 000 Tonnen oorsehen. Das Programm umfaßt allein a ch t Kriegsschiffe. *

Auf einer Sitzung des Nationalverbandes der Chinesischen Aerzte wurde die Ein­führung eines Sterilisationsgesetzes für Geisteskranke in China dringend empfohlen. Gleichzeitig wurden Gesundheitszeugnisse für Eheschließende gefordert. Der Kongreß beschloß, mit entsprechenden Vorschlägen an die Na­tionalregierung heranzutreten.

Aus aller Welt.

Eheweihe eines Hitlerjugendführers.

Wie der Nationalsozialistische Gaudienst Hessen- Nassau berichtet, begingen im historischen Kur­fürstensaal des Amtshofes zu Heppenheim der Stabsführer des Gebietes Hessen-Nassau der Hitler-Jugend, Bannführer D i l l e m u t h und Hella Wendel die Eheweihe. Die Trauung vollzog im Rahmen einer schlichten Feierstunde, umrahmt von Sprechchören und Musikoorträgen der HI. und des BDM., Ortsgruppenleiter Koch von Heppenheim. Anwesend waren außer den Ver­wandten eine große Anzahl HJ.-Führer und BDM.- Führerinnen. Trauzeuge waren Gebietsführer P o t t h o f f und der persönliche Adjutant des Gau­leiters, Gauamtsleiter Stöhr, der gleichzeitig in Vertretung des Gauleiters erschienen war. Im An­schluß an die Feier vereinigten sich alle Teilneh­mer und das Brautpaar in Grafenellenbach im Odenwald zu einem Zusammensein, an dem in später Stunde auch der Stabsführer Hartmann Lauterbacher, der Stellvertreter des Reichs­jugendführers, teilnahm.

Der Prinz von Asturien im Sterben.

In Havanna liegt der Prinz von A st u r i e n, der älteste Sohn des früheren Königs Alfons von Spanien, im Sterben. Eine Blutübertragung er­wies sich als erfolglos. Der Prinz leidet an einer Geschwulst, die wegen seiner Blutkrankheit nicht geschnitten werden kann. Der Prinz hatte, wie er­innerlich, im Jahre 1933 bei seiner Verheiratung mit einer reichen Kubanerin auf alle Anrechte auf den spanischen Thron verzichtet.

Das Hemd als Bankdepot.

In Berlin wurde die Kriminalpolizei dieser Tage in eine Wohnung in der Brunnenstraße gerufen, wo angeblich eine 85jährige verarmte Frau tot in ihrem Bett liegen sollte. Der 37 Jahre alte Stiefneffe, der mit der Greisin seit langem zusam­menhauste, sollte an dem Tod nicht ganz unschuldig sein. Der Kriminalbeamte stellte fest, daß die Frau nicht gestorben, wohl aber buchstäblich i m Schmutz f a st verkommen war. Es wurde die unverzügliche Ueberführung der halbverhunger­ten Greisin ins Krankenhaus angeordnet. Der Stiefneffe, der sich in ähnlich verkommenem und krankem Zustand befand, gab an, zur Deckung der erforderlichen Unkosten kein Geld zu besitzen. Als man jedoch näher in ihn drang, machte man eine sonderbare Entdeckung. Nicht nur in den Taschen seines Rockes, sondern auch auf seinem Leibe, im Hemd, in den Unterbeinkleidern, ja sogar im Hut­futter versteckt fand man überall Geld in Tü­ten und in selbstgefertigten Geldbeutelchen: Kupfer, Kleingeld und Scheine im Gesamtwert von etwa 2500 RM. Bei der Durchsuchung der Kleider rieselte das Geld förmlich auf die Erde. Beim Umkleiden der Kranken im Krankenhaus wurden ebenfalls 500 RM. entdeckt, die die Greisin unter der Wäsche auf dem Körper getragen hatte. Als man daraufhin die Wohnung der beiden etwas näher in Augen-

fchein nahm, kam noch mehr Geld zum Vorschein, darunter einige tausend Pfennigstücke, ferner bank­mäßig gebündelte Rollen und einige Pakete 20- und 50-Mark-Scheine und zwei Dollarnoten im Werte von 1 und 5 Dollar. Es dürfte sich insgesamt um etwa 9000 RM. handeln, die zunächst polizeilich sichergestellt wurden. Die Ermittlungen über die Herkunft des Geldes werden von der Kriminalpo­lizei fortgesetzt, zumal noch nicht erwiesen ist, ob die beiden Personen im Vollbesitz ihrer Geisteskräfte sind.

500 Todesopfer der Kälte in Amerika.

Die Kälte, unter der Amerika feit drei Wochen leidet, nimmt Formen eines sibirischen Winters an. Seit Jahrzehnten ereignete sich in Amerika kein derartiger Sturz der Temperatur Heftige Schnee- stürme suchten den Mittelwesten heim. Der gesamte Auto- und Eisenbahnverkehr von Rocky Mountains bis zu den Alleghanies wurde lahmgelegt. In Mi­chigan, Illinois und Wisconsin sind Straßen und Eisenbahngleise durch Schneewehen 4 bis 8% Me­ter tief begraben. In vielen Städten des Mittel- weftens sind die Nahrungsmittel bereits knapp ge­worden. Die Fleisch- und Eierpreise schnellen in die Höhe. Besonders der Milchmangel nimmt weiter zu. In den Großstädten mußten die Schulen ge­schlossen werden. In Chikago treffen die Züge mit Verspätungen bis zu 24 Stunden ein. Bei Jackson im Staate Wisconsin fror in Schneewehen ein Schnellzug ein. 89 Fahrgäste konnten erst nach langer Zeit aus den vereisten Wagen befreit wer­den. In North-Dakota im Staate Minnesota sind zwei Güterzüge eingeschneit. In der Hauptstadt des Staates Iowa, Des Moines, herrscht starker Koh­lenmangel. Der Kälte sind bisher 500 Personen zum Opfer gefallen. Die Temperaturen be­wegen sich zwischen 22 und 43 Grad Celsius minus. Im Süden und an der Pazifikküste dagegen ist Schneeschmelze eingetreten. Es droht Hoch­wassergefahr.

Ein gewissenloser Kraftfahrer festgenommen.

Dor einigen Tagen war in dem Wiesbadener Stadtteil Dotzheim ein 43jähriger Einwohner von einem Kraftwagen überfahren und getötet und sein Begleiter schwer verletzt worden. Der ge­wissenlose Kraftfahrer, der den Unfall verschuldet hatte, entzog sich der Feststellung seiner Person und seines Wagens durch die Flucht, obwohl er Kenntnis von dem Unfall hatte.. Der schuldige Autofahrer konnte jetzt in Frankfurt festgenommen werden. Er wurde überführt und legte ein Ge­ständnis ab.

Der Fall Hauptmann.

Von einer dem Gouverneur Hoffmann nahe­stehenden Seite verlautet, daß es den Privatdetek­tiven Hoffmanns gelungen fei, die Personalien eines zweiten Mannes festzustellen, der im Ver­dacht, stehe, an der Entführung des Lindbergh- Kindes beteiligt gewesen zu sein. Dieser Ver­dächtige, so heißt es, soll in der Nacht, als Oberst

Lindbergh und sein Unterhändler Dr. (Ton« don auf dem Friedhof das Lösegeld übergaben, an Lindberghs Auto vorübergegangen sein, wobei er sein Taschentuch vor das Gesicht gehalten habe. Dieser Mann sei von der Polizei später als harm­loser Straßenpassant bezeichnet worden. Die Ver­haftung dieses Verdächtigen steht angeblich bevor. Gouverneur Hoffmann beschäftigte sich in einer Unterredung mit Pressevertretern mit dieser Ange­legenheit, wobei er das Verhalten der Staats­polizei tadelte. Er erklärte, daß keine tüchtige Poli­zeistelle angesichts eines derartigen reichhaltigen Be­weismaterials, das auf das Vorhandensein von Mittätern hindeute, ihre Hände in den Schoß legen könne.

Grohseuer in Moskau.

Das Gebäude der Handelskammer der Sowjetunion wurde von einem Großfeuer heimgefucht. Bei der Bekämpfung des Brandes wurde ein Feuerwehrmann durch elektrischen Strom auf der Stelle getötet, drei Wehr­männer, darunter ein Brandmeister, erlitten schwere Brandverletzungen und Rauchvergiftungen.

3n den Bergen verunglückt.

Auf einem Ausflug nach dem Schnappenberg über Marquartstein (Oberbayern) oerstieg sich die Gattin des Majors Hoffmann aus Gleiwitz. Sie war mit einer Freundin an eine offene Wendestelle ge­raten und st ü r z t e ab. Während die Freundin in schwieriger Abseilungsarbeit geborgen werden konnte, wurde Frau Hoffmann als Leiche auf­gefunden.

Brudermord bei Hildesheim.

Im Dorfe Ahstedt bei Hildesheim (Kreis Marien­burg) war es im Haufe des Einwohners Wierig zu einem Streit zwischen dem Vater und feinem Sohn Hans gekommen. Als Hans Wierig in feiner Erregung zum Revolver griff, warf sich fein Bru­der Helmuth dazwischen. Hans Wierig richtete daraus die Waffe gegen den Bruder, dem die Kugel in den Kopf drang. Helmuth Wierig bracht auf der Stelle t o t zusammen. Der Mörder wurde verhaftet.

Wetterbericht

des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Das ausgedehnte, mit feinem Zentrum über Süd­skandinavien liegende Hochdruckgebiet ist noch immer für unser Wetter bestimmend. Für Deutschland kann bei lebhafter Ostströmung mit weiterer Frostzunahme gerechnet werden.

Aussichten für Samstag: Fortdauer des vielfach heiteren und trockenen Froftwetters, lebhafte östliche Winde.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer des Frostwetters.

Lufttemperaturen am 6. Febr.: mittags 3 Grad Celsius, abends0,3 Grad; am 7. Februar: mor­gens 4,7 Grad. Maximum 3,1 Grad, Minimum , heute nacht 5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Februar: abends 0,9 Grad; am 7. Fe­bruar: morgens 0,6 Grad Celsius. Sonnenfchein- dauer 7,1 Stunden.

Winlerfporlnachrichken.

Vogelsberg. Hoherodskopf: heiter, 8 Grad, 12 cm Gefamtfchneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulver­schnee, Ski und Rodel mäßig.

Rhön. Wasserkuppe: bewölkt10 Grad, 10 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verweht, Ski und Rodel gut.

Schwarzwald. Feldberg: Schneefall,10 Grad, 80 cm Gesamtschneehöhe, fein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. 1.36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

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