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über fortgesetzt wurden, um die Einzelheiten der furchtbaren Bluttat endgültig aufzuklären. Durch Die reichliche Verwendung des Chlorkalkes hatte Wegner cs erreicht, daß !n dem Haufe kein ver­dächtiger Verwesungsgeruch auftreten konnte.

Zwölfjähriges Mädchen vermißt.

Seit dem 25. August 1935 wird die Schülerin Erna Vogel, geboren am 6.5.1923 zu Schlott- nig, zuletzt' wohnhaft in Berlin-Marienfelde, ver­mißt. Die Nachforschungen nach dem jetzigen Aufenthalt des Mädchens waren ohne Erfolg, lieber ihren Verbleib fehlt jeder Anhaltspunkt. Sie wurde zuletzt in Begleitung eines Radfahrers ge­sehen. Die Vermißte ist 1,25 bis 1,30 Meter groß, untersetzt, hat blonde Haare (Bubikopf), blaue Augen, etwas breiten Mund und eine runde Narbe mitten auf der Stirn. Es ist damit zu rechnen, daß an dem Mädchen ein Lustmord begangen wurde. Der Polizeipräsident in Berlin hat für Angaben aus dem Publikum, die zur Ermittlung der Ver­mißten führen, eine Belohnung von 100 0 Mark ausgesetzt. Für die Auffindung der Leiche des Mädchens wird eine Belohnung von 300 Mark gezahlt. Personen, die in dieser Sache irgendwelche Angaben machen können, werden gebeten, sich um­gehend an die nächste Polizeidienststelle zu wenden.

Hauptmanns Hinrichtung verschoben.

Nachdem das Begnadigungsgericht in Trenton (New Jersey) bekanntgegeben hatte, baß es das von Bruno Hauptmann eingereichte Gnaden­gesuch prüfen werde, hat Gouverneur Hoff­mann die auf den 14. Januar festgesetzte Hin­richtung Hauptmanns auf einen späteren Tag verschoben. Gouverneur Hoffmann ist ent­schlossen, jede Möglichkeit einer völligen Auf­klärung der Ermordung des Lindbergh-Kindes zu erschöpfen, ehe er die Hinrichtung Hauptmanns gestattet.

Banditen überfallen fünf Autobusse in Mexiko.

Banditen überfielen zwischen Guanajuato und Dolores Hidalgo (Mexiko) fünf Omnibusse. Bei dem Feuer, das die Banditen auf die Wagen ab­gaben, wurden ein Soldat und ein Zivilist ge­tötet. Zwei Frauen wurden verwundet. Die Banditen gaben vor, zwei Abgeordnete zu suchen, die sich mit dem Plan trügen, eine sozialistische Propagandatätigkeit im Staate Guanajuato zu ent­falten. Da die Banditen diese beiden Abgeordneten, die sie in den Omnibussen als Fahrgäste vermute­ten, nicht vorfanden, ließen sie die "Ueberfallenen wieder frei.

Die Post des verunglückten Flugzeugs City of Khartum gerettet.

Wie aus Alexandrien gemeldet wird, ist es jetzt gelungen, das Wrack des verunglückten englischen GroßflugzeugesCity of Khartum zu heben. Man hat bisher 71 Postsäcke und Pakete bergen können. Nur zwei Postsäcke befinden sich im Wrack. Fast die gesamte Post ist somit gerettet worden.

Das Wildschwein auf der Kühlerhaube.

Ein nicht alltägliches Erlebnis hatten dieser Tage auf einer Waldstraße in der Nähe von Blanken­heim (Eifel) die Insassen eines Düsseldorfer Kraft­wagens. Eine Wildsau, die sich gerade auf der Straße befand, sah nicht die Notwendigkeit ein, dem herankommenden Auto auszuweichen und sprang schließlich wohl mehr aus Schreck als aus An­griffslust auf die Kühlerhaube des Wagens. Die stille Erwartung des überraschten Fahrers, den Schwarzkittel bei lebendigem Leib seine erste Auto­fahrt erleben zu lassen, sollte sich allerdings nicht erfüllen, denn das Borstentier strebte ebenso schnell wieder von seinem Sitz herab, wie es heraufgekom­men mar, um dann schleunigst im Walde zu ver­schwinden.

Heringsschwärme bei Helgoland.

Schon seit Jahren waren die Sprotten- und He­ringsschwärme in der deutschen Bucht völlig ausge­blieben. Jetzt sind plötzlich bei Helgoland rie­sige Heringsschwärme aufgetreten. Die Finkenwärder Hochseekutter, die mit dem Herings­fang bei Helgoland beschäftigt sind, haben bereits reiche Fänge gemacht. Stellenweise sind die Schwärme so dicht, daß die Netze schon kurz nach dem Auswerfen wieder gefüllt an die Oberfläche treiben. Da die Heringe sich zum Teil in flachem Wasser zwischen Düne und Klippen aufhalten, ge­staltet sich der Fang oft recht schwierig. Sprotten­schwärme haben sich auch diesmal in' der deutschen Bucht nicht gezeigt.

Der Rhein und seine Rebenflüsse fallen wieder.

Infolge der sehr starken Niederschläge in der Vorwoche waren der Rhein und seine Nebenflüsse bis zum letzten Sonntag beträchtlich gestiegen. In Ehrenbreitstein wie auch in vielen anderen Orten des Mittelrheins waren die Fluten über die Ufer getreten. Der Pegel des Rheines und der Neben­flüsse erreichte in der Nacht zum Montag den Höchststand. Durch den Witterungswechsel trat von den frühen Morgenstunden des Montags an ein Rückgang des Hassers ein, so daß die zuerst eingeschränkte Rheinschiffahrt am Montag wieder voll in Gang gesetzt werden konnte. Die Moselschiffahrt bleibt weiterhin gesperrt, ebenso wie die Floß-Schiffahrt auf dem Rhein.

Em Riesen-Flunder?

Aus den ersten Blick könnte es so scheinen. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um den riesigen. Se e- Elesanten Roland II., der in seinem Schwimmbecken im Berliner Zoo beimMittagsschläfchen überrascht wurde. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Amerikanische prominente ans der Flucht vor der Unterwelt.

Wer gegenwärtig das Pech hat, in Amerika pro­minent zu sein, ist ein armer Mann, da er keinen Augenblick seines Lebens sicher ist. Mögen auch die Meldungen von der Flucht des berühmten Ozeanfliegers Lindbergh übertrieben fein, so steckt doch zweifellos mehr als ein Körnchen Wahrheit darin: es scheint, als ob in den Ver­einigten Staaten die prominenten Leute auf Schritt und Tritt von der Unterwelt beobachtet und verfolgt würden. Nachdem sich nun der gefeierte National­held Lindbergh angeblich aus Angst vor den ame­rikanischen Verbrechern entschlossen hat, seine Zelte abzubrechen und für sich und seine Familie eine neue Heimat zu suchen, um ungestört und in Frie­den leben zu können, soll auch die berühmte Film­schauspielerin Marlene Dietrich die Absicht haben, Amerika für immer zu verlassen, da sie be­fürchtet, man könnte ihr eines schönes Tages ihre kleine Tochter rauben. Es wird sich erst Heraus­stellen, wie weit diese überraschende Nachricht der Wahrheit entspricht. Vielleicht ist diese geplante Flucht Marlenes vor der Unterwelt nur Reklame­trick, die Erfindung irgendeines geschickten und ge­schäftstüchtigen Reporters. Es ist aber ebenso gut möglich, daß Marlene Dietrich, die in Hollywood zu den gefeiertsten Schauspielerinnen gehört, tatsäch­lich aus Furcht vor Verfolgung. Erpressung und Kindesentführung den Entschluß gefaßt hat, nach Europa zu übersiedeln.

Wenn dies der Fall wäre, so könnte man von einer beginnenden Angstpsychose sprechen, die auf die amerikanischen Verhältnisse ein bezeichnendes

Licht werfen würde. Man kann die Art und Struk­tur dieser Verhältnisse von Europa aus schwer be­urteilen, da hier zu Lande eine solche Tragi­komödie unvorstellbar wäre. Man denke sich bloß einmal den Fall, daß irgendeine bedeutsame Per­sönlichkeit im nationalsozialistischen Deutschland aus Furcht vor der Verbrecherwelt zum Auswandern gezwungen wäre! Aber Deutschland ist nicht Ame­rika. In Amerika scheinen die Verbrecher immer- noch Oberwasser zu haben. Ein Umstand, der zwei­fellos durch eine gewisse Sensationssucht und aben­teuerliche Kitschromantik bedingt ist. Wir haben es allzu oft erlebt, daß sich amerikanische Rechts­anwälte Arm in Arm mit ihren verbrecherischen Klienten in einer sensationellen undpublikums­wirksamen" Pose photographieren ließen, um für sich und ihr Geschäft Reklame zu machen. Wie ge­schmacklos, wenn zum Beispiel der Vater eines Raubmörders in bengalischer Beleuchtung auf Ka- barettbühnen gegen ein saftiges Honorar die rühr­selige Geschichte' seines entarteten Sohnes erzählt, wobei das Publikum vorMitleid" in Extase ge­rät! Wenn man das Publikum immer wieder mit den tollsten und aufregendsten Schauergeschichten füttert, so ist es kein Wunder, wenn in gewissen Kreisen der Sinn für die Unmoral verbrecherischer Handlungen sehr stark zusammengeschrumpft ist. Amerika wird zwar gewiß keinen unersetzlichen Verlust erleiden, wenn Marlene Dietrich ihre höchst- bezahlten Beine nach Paris verfrachtet, aber hipfe Flucht ist immerhin als Symptom von Bedeutung.

Erfolgreiche Forschungsreise eines jungen deutschen Tibetforfchers.

ohne Beispiel sind. Ständig bedroht von lieber« fällen durch Räuber, von schwersten Schneesturmen ging der Weg durch einsamste Gebiete, über 800 Kilometer von der letzten Jnlandsmission entfernt, auf einer durchschnittlichen Marschhöhe von über 4700 Meter über dem Meeresspiegel. Infolge der lleberanftrengungen und des Aberglaubens der eingeborenen Begleiter kam es zu einer Meuterei der Expeditionsmannschaft, die die Disziplin Schae­fers jedoch überwand. In einem der weltentlegenen Gebiete, die nie zuvor ein Weißer betreten hat, stieß die Expedition auf Wildyak-Büffel, auf Wild­pferde, auf Wölfe und auf den gefährlichen Grisly- bären. Das von der Schaeferfchen Expedition durch­reiste Gebiet ist wissenschaftlich mit dem Nimbus eines unerforschten Neulands umgeben. Es ist eines der interessantesten der Erde in entstehungsgeschicht­licher Hinsicht. Auf der ganzen Forschungsreise be­wiesen die chinesischen und tibetanischen Gehilfen eine bemerkenswerte Ausdauer, Eifer und Geschick. Hierauf beruht der große Erfolg der Expedition mit.

Französisch-sowjetrussisches HandeS- abkommen.

Paris, 6. Jan. (DNB.) Das französisch-sowjet­russische Handelsabkommen wurde durch den franzö­sischen Handelsminister Bonnet und den sowjetrussi­schen Botschafter in Paris, Potemkin, unter­zeichnet. Die Sowjetunion ist verpflichtet, die der französischen Industrie erteilten Aufträge fortan bar z u bezahlen. Die Höhe der an Frankreich zu erteilenden Aufträge soll dem Wert der sowjetrussischen Einfuhr nach Frank­reich gleichgesetzt werden. Auch die Frage einer französischen 800-Millionen-Fran- k e n - A n l e i h e (131,2 Millionen RM.) wurde er­örtert.L'Jnformation" sagt, man habe an einen Lieferungskredit in Höhe von 300 Millionen Franken für 1936 und von 500 Millionen Franken für 1937 gedacht. Obwohl sich der Pariser Finanz­markt ziemlich zurückhaltend gezeigt habe, sei die Frage nicht erledigt. Die Entscheidung über die Ge­währung der Anleihe gehöre zur Zuständigkeit der Regierung.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der recht kräftige irländische Tiefdruckwirbel füllt sich zwar langsam auf, steuert jedoch in wechselnder Folge Luftdruckfall- -Steiggebiete über uns hinweg. Erstere bringen dabei Verschlechterung mit Nieder­schlägen, letztere vorübergehende Witterungsbesse­rung. Die heute früh durch Mittelfrankreich sich erstreckende Regenfront wird uns noch im Laufe des Dienstag erreichen. Anschließend kann wieder mit Witterungsbesserung gerechnet werden. Doch bleibt der Gesamtcharakter auch weiterhin unbestän­dig. Die in der Höhe eingetretene Abkühlung hat vornehmlich in den höheren Mittelgebirgen Anlaß zu Schneefällen gegeben, während es in uitferen Nachbargebirgen nur zum Aufkommen einer dün­nen und vielfach auch durchbrochenen Schneedecke gelangt hat.

Aussichten für Mittwoch: Zunächst wie­der zeitweilige Aufheiterung und nur noch ganz ver­einzelte Niederschläge, Temperaturen wenig ver­ändert, Winde um Süd.

Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der wechselhaften und zu einzelnen Niederschlägen geneigten Witterung.

Lufttemperaturen am 6. Januar: mittags 3,1 Grad Celsius, abends 3,5 Grad; am 7. Januar: morgens 2,3 Grad. Maximum 4,4 Grad, Minimum 0,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Januar: abends 2,1 Grad; am 7. Januar: morgens 1,6 Grad Celsius. Niederschläge 0,4 mm.

Kürzlich kehrte der wissenschaftliche Leiter der zweiten Dolan-Expedition, der junge deut­sche Tibetforscher und SS.-Mann Ernst Schae­fer, von einer der bedeutendsten Forschungsreisen in den Gebieten Zentralasiens nach Schanghai zu­rück. Hervorragende wissenschaftliche Ergebnisse und reichhaltige Sammlungen sind die Ausbeute dieser Reise. Von der tibetanischen Grenzstadt Tatsienlu führte der gefahrvolle Weg über gewaltige Berg­ketten nach den sagenhaften Quellgebieten des Pangtse-Flusses. Schaefer führte die Expedition unter den schwierigsten Verhältnissen zu Erfolgen, die in der Geschichte der Erforschung Hochtibets

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel D.A. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

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Büdingen, Vorstadt 11 (z. Z. Gießen, Wernerwall 3 p.), den 5. Januar 1936.

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Die trauernden Hinterbliebenen

Klein-Linden, den 6. Januar 1936

In tiefem Schmerz: Adolf Repp

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Paul Götz

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