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Oie Märkte dieser Woche

Velmeidet Verderb und Schwund bei Kartoffeln!

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Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt fol­gendes mit: r . . ,

Unter den Zahlen, die imKampf dem Verderb über Schwunderscheinungen durch ihre erschreckende Höhe in steigendem Maße die Aufmerksamkeit der Hausfrauen, aber auch der zahlenden Hausherren auf diese unnötigen und unverantwortlichen Ver­luste lenken, fällt besonders der hohe Prozentsatz der verderbenden Kartoffeln auf. Von den etwa 40 Millionen Tonnen deutscher Kartoffel­ernte gehen durch Verderb und Schwund nicht weniger als 4,1 Millionen verloren, das ist der zehnte Teil der Gesamtmenge und etwa die ganze Erzeugung Pommerns, eines der besten deutschen Kartoffelgebiete. In Geldwert umgerechnet ist der Verlust prozentual noch höher, denn von 622 Mil­lionen Reichsmark, welche die Gesamterzeugung aus­macht, gehen 185 Millionen Reichsmark, also fast 30 v. H. verloren. Ein Beweis dafür, daß besonders die qualitativ hochwertigen Kartoffeln, also Speisekartoffeln, von Schwund und Verderb betroffen werden.

Eine einfache Kartoffelfallkiste, die sich im Haushalt sehr bewährt hat und leicht angefertigt werden kann. (Aufnahme: Landesbauernschaft Hessen-Nassau JVE.) werden kann, sollen die Kartoffeln nicht höher als 80 Zentimeter liegen.

Von ausschlaggebender Bedeutung ist die K e l lertemperatur, sie soll im allgemeinen bei 2 bis 3 Grad Celsius liegen und auf keinen Fall unter minus 1 Grad Celsius sinken oder über plus 8 Grad steigen. Solange es die Außentempe­ratur erlaubt, ist der Keller ständig zu lüften. Die Nachbarschaft von Heizkesseln bewirkt meist im ganzen Kellergeschoß eine zu hohe Temperatur.

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Veränderungen. Für Roagenstroh zeigen die indu­striellen Verarbeiter Nachfrage.

Rhein-mainische Gchlachtviehmärkie.

Nachdem das Geschäft in den letzten Oktobertagen etwas ruhiger geworden war, setzte sich mit B ginn des neuen Monats allgemein wieder lebhaftere Kaufneigung durch. Der verstärkten Nachfrage konnte allgemein genügt werden, da sich Die ZU fuhren weiterhin beachtlich erhöht haben.

Der Gesamtauftrieb an Großvieh betrug 1714 (1372) Tiere, davon entfielen auf Frankfurt 134Z (1221), auf Mainz 262 (285), aus Wiesbaden 110 (66) Tiere. Außerdem erhielt der Markt in Wies­baden noch 150 Stück Husumer Weiderinder. Die Qualität der zugeführten Rinder blieb im Zusam­menhang mit dem hohen Anteil an Weldemastrm- dcrn befriedigend. Besonders gute Tiere erbrachten Preise über Notiz. Das Großvieh wurde zu den Festpreisen den Metzgern zugeteilt.

In der Versorgung mit Schweinen ergab sich eine starke Verbesserung. Auch in qualitativer Hin-

Die Hauptursache dafür dürfte in der unsach­gemäßen Aufbewahrung der Kartof­feln in den meisten Haushaltungen zu suchen sein. Allgemeingültige Rezepte lassen sich schwer aufstellen, da in den einzelnen Haushaltun­gen die Möglichkeiten, die Winterkartoffeln unter­zubringen, sehr verschieden sind. Der Hausfrau in der Stadt, die Kartoffeln jeweils in Mengen von 3 bis 4 Zentnern kauft, muß ein aus Latten ge­fertigter Verschlag empfohlen werden, welcher der Luft Zutritt gestattet. Dadurch, daß Kartoffeln durch eine entsprechende Oeffnung immer unten wegge­nommen werden und der ganze Vorrat täglich nach­rutscht, wird eine weitere Durchlüftung erreicht. Ein solcher Verschlag ist auf dem Lande auch da am Platze, wo der Wintervorrat in einer größeren Entfernung vom Hause ausbewahrt wird und die Hausfrau, um den täglichen weiten Weg zu sparen, jeweils einige Zentner sich ins Haus schaffen laßt.

Ueberall da, wo der gesamte Vorrat einer mittleren oder größeren Familie im Keller des Hauses lagert und nicht in einem solchen Verschlag untergebracht

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a£ standen die angetriebenen Tiere im Einklang mit den Markterfordernissen. Von den insgesamt zugeführten 5782 (4871) Tieren kamen auf Frank­furt 3570 (2592), auf Darmstadt 493 (449), in Mainz und Wiesbaden lagen die Zufuhren mit 668 (944) bzw. 851 (886) etwas niedriger als m Der Vorwoche. Die Tiere wurden den Metzgern zugeteilt.

Auch die Zufuhren von Kälbern haben sich verstärkt, nämlich auf 1528 (1328) Stuck, nachdem im Zusammenhang mit der Festsetzung von Höchst' preisen die Anlieferungen sich mehr und mehr ver­mindert hatten. Die Qualitäten waren durchweg mittel, die Tiere wurden auf allen Märkten zu den zulässigen Höchstpreisen abgefetzt. In F^vnksurt waren 937 (814), in Mainz 215 (191), m Wies­baden 233 (225) und in Darmstadt 143 (98) Stuck angeboten. .

Die Zufuhren von H ä m m e l n und Schafen haben mit Rücksicht auf den Eintopf-Sonntag eine starke Vermehrung erfahren, es standen insgesamt 904 (431) Tiere zum Verkauf. Auf Frankfurt allein entfielen 799 (368) Stück, so daß bei langsamem Geschäftsgang die Preise um etwa 3 Mark je 50 Kilogramm nachgaben und noch etwas Ueberstano verblieb. In Wiesbaden standen 79 (42) und m Darmstadt 26 (21) Stück zum Verkauf.

Rhein-mainischer Getreidemarkt.

3m neuen Monat weisen die Zufuhren von Brotgetreide eine leichte Zunahme auf. Die Versorgung der Mühlen mit Mahlgut wird sich nunmehr nach den neuen Vorschriften richten. Dre Mühlen zeigen laufenden Bedarf für Mahl- weizen, sind allerdings im allgemeinen für die nächsten Wochen versehen. Mittel- und norddeut­scher Weizen war nicht erhältlich, während aus Kurhessen einzelne Bezüge stattfinden.

3n Roggen zeigt sich eine ähnliche Angebots­entwicklung, jedoch nehmen hier die Landmuhlen den in ihrem Bezirk anfallenden Roggen auf, wah­rend die größeren Betriebe an den Wasserstraßen norddeutschen Roggen laufend kaufen können.

3n Braugerste ist das Geschäft größer ge­worden, aber auch die Nachfrage der Verteiler t|t noch ziemlich lebhaft, so daß auch geringere Qua­litäten Unterkommen finden. Die Herabsetzung der Pflichtanlieferunqen von Futtergerste auf 5 Prozent erleichtert die Abwicklung. Industriegerste ist schwer erhältlich, so daß die Versorgung der Malzka ee- fabriken sich noch nicht bessern konnte. In Futter­gerste konnte auf Grund der Eingänge der drin­gendste Bedarf gedeckt werden.

Hafer ist ungenügend am Markt. Bayerischer Industriehafer war in kleinen Mengen angeboten, während Futterhafer schwer zu beschaffen war.

In Mehl konnte jeglicher Bedarf reibungslos gedeckt werden, um so mehr, als für November eine Erhöhung der Mahlkonginente vorgenommen wurde. Roggenmehl ist aus dem Osten in normalem Umfange zugeführt.

Von den Schweine- und Kleintierhaltern war besonders F u t t e r g e tr e i d - fthr begehrt, aber mangels Angebot nur teilweise zu beschaffen. Da­gegen standen sonstige Futtermittel wie Kleie, Weizenfuttermehl, ausreichend zur Versu- gunq. Für die Milcherzeugungsgebiete wurden Oel- kuchen ausgegeben. Eine weitere Zuteilung wird noch in diesem Monat zur Abgabe kommen. Bier­treber waren schwierig zu beschaffen, dagegen gab es genügend Kartoffelflocken. Schnitzel konnten ausreichend bezogen werden. Fischmehl ist vor­läufig noch knapp, wird aber für die nächste Heu erwartet. . ....

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Gießen, den 4. November 1936.

Direktion der Städtischen Betriebe.

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