Nr. 261 Dritter Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Zreitag, 6. November 1956
Gießener Verdunkelung ist ausgezeichnet!
daß diese Art der Betriebsverdunkelung als vorbild
lich anzusehen ist.
*
Mängel
Durch die einwandfreie
Frankfurter
Straße,
B.
ausgezeichnete Mitarbeit.
Aus der Provinzialhauptstadt
wenden Uebungen derartige nicht mehr vorkommen lassen
Schubertstraße und Gaffkystraße, dann die Klinikstraße herunter ging es zu dem Wohnviertel An
In einer Schlußbesprechung gab Polizeiober- inspektor Beate als derzeitiger Leiter der Polizeidirektion Gießen seiner vollen Anerkennung über die ausgezeichnet gelungene Hebung und die rühmenswerte Mitarbeit der Bevölkerung Ausdruck, ferner dankte er allen Mithelfern am Werk für ihre
Die Kontrollfahrt der leitenden Beamten Polizeidirektion Gießen in Gemeinschaft mit Vertretern des Reichsluftschutzbundes, der SA. des NSKK., der Feuerwehr, der städtischen
der den und Be-
bedauerliche wird.
sicher gern wissen, welcher Art diese international preisgekrönten „Rezepte" waren. So seien sie denn hier verraten:
Von allen übrigen Straßen ist nichts wesentlich Neues zu melden, als nur die Feststellung, daß man allenthalben tatfroh und geschickt der Hebung zu ihrem großen Erfolg verhalf. Mit Anerkennung sei noch vermerkt, daß die meisten Radfahrer in verständiger Weise im Verdunkelungsgebiet von ihren Fahrrädern abgestiegen waren und die Kraftwagenführer, soweit ihre Fahrzeuge nicht die erforderliche ausreichende Abblendung hatten, die Wagen an den Fahrdammseiten zum Stehen brachten.
Die Küche „Sachsen-Thüringen" erhielt einen ersten Preis für ihr fleischhaltiges Eintopfgericht „Hammel-Eintopf": 375 Gramm von Knochen befreites Hammelfleisch wird in Salzwasser weichgekocht; in dieser Brühe kocht man den gewaschenen und geputzten Wirsing weich. Kurz vor dem Fertigwerden setzt man die Würfelkartoffeln zu und schmeckt mit Muskatnuß, Pfeffer und Salz ab.
Die Küche „Rheinland-Westfalen" erhielt den ersten Preis für ihr Eintopfgericht „Rotbart- schnitten Hausfrauenart", also ein Fischgericht: In einem flachen Topf läßt man die feingeschnittenen Zwiebeln mit etwas Butter angehen, fügt die in Scheiben geschnittenen frischen Champignons bei und läßt, nachdem man etwas Zitronensaft und Weißwein (ein „Schuß Weißwein"!) beigegeben, zugedeckt dämpfen. Nach ungefähr fünf Minuten die in Stücke geschnittenen Fische dazulegen und wieder dämpfen, bis der Fisch gar ist; den Fond bindet man mit etwas Mehlbutter. Die Kartoffeln können, nachdem diese in kleine Würfel geschnitten sind, gleich mit den Champignons beigegeben werden.
Die Küche „Ungarn" bekam für ihr vegetarisches Eintopfgericht „Kohlkraut auf Margarete n a r't" den 1. Preis: Die Kohlköpfe werden auseinander geteilt und abgebrüht. Inzwischen
den Kläranlagen. In diesem Stadtteil, wo in den Wohnbaracken annähernd 500 Menschen wohnen, konnte man die außerordentlich erfreuliche Feststellung machen, daß auch an dieser Stelle, wo sich die wirtschaftlich ärmsten Volksgenossen beisammenfinden, auf dem Gebiete des Luftschutzes durch Verdunkelung vorbildlichste Arbeit geleistet worden war. Ein wesentliches Verdienst daran kommt dem Blockleiter zu, der sich sowohl durch Aufklärung, wie auch durch zweckentsprechende Maßnahmen um das volle Gelingen der Hebung besonders verdient gemacht hat. Durch Besuch in einer dieser Wohnbaracken konnte man feststellen, daß die Fenster tatsächlich verdunkelt waren, während innen das Licht brannte. Die Bewohner haben in geschickter Weise ihre Verdunkelung der Fenster durchgeführt und sich dadurch ein Anrecht auf öffentliche Anerkennung erworben.
Vollkommen einwandfrei war auch die Verdunkelung in allen Teilen des K l i n i k v i e r t e l s. Wer sich den Umfang dieses Gebäudekomplexes und die vielfältigen Schwierigkeiten einer wirksamen Verdunkelung an solcher Stelle recht vor Augen hält, der wird mit größter Hochachtung das Ausmaß von Arbeit bewundern, das für diese vortreffliche Verdunkelung zu leisten war. Es war für die Teilnehmer an der Kontrollfahrt eines der bemerkenswertesten Bilder, das man hier auf der ganzen Fahrt sehen konnte. Man muß feststellen, daß hier eine Leistung vollbracht wurde, die sehr hoch zu veranschlagen ist.
In allen Stadtteilen volles Verständnis und tatfrohe Mitarbeit beim Lustschutzdienst.
Nunmehr ging die Fahrt die Bahnhofstraße hinauf zum Bahnhof. Auch hier sah man ein sehr erfreuliches Bild der verständnisvollen Mitarbeit, wobei die Gaststätten und das Bahnhofsgebäude als ausgezeichnet verdunkelt hervorzuheben find. In anerkennenswerter Weise hatte sich die Bahnhofsleitung die Verdunkelung ihrer weiten Räume und des Vorplatzes angelegen sein lassen.
Ulan konnte hier die erfreuliche Gewißheit erlangen, daß auch an dieser außerordentlich verkehrsreichen Stelle die Verdunkelung sich sehr wirksam durchführen laßt, sobald das erfreuliche 2Nah von Verständnis und Tatbereitschaft vorhanden ist, das man gestern abend in trefflicher Weise verwirklicht sehen konnte.
Eine weitere sehr geschickte Verdunkelung und zugleich wirkungsvolle Verkehrssicherung hatte die Reichsbahn am Bahnübergang in der Frankfurter Straße verwirklicht. Aus naheliegenden Gründen verzichten wir darauf, diese Maßnahme hier näher darzulegen, wir möchten aber doch nicht verfehlen, dieser Anordnung und den mit ihrer Durchführung betrauten Männern öffentlich Anerkennung auszusprechen. Leider muß aber auch ein bedauerliches Versagen in diesem Hebungsabschnitt vermerkt werden. Dieser Versager war bei der R e i ch s p o st festzustellen, die zwar die Parterreräume und einen Teil des Obergeschosses des Hauptpostamtes in Dunkel gehüllt hatte, aber die Fensterreihe im Briefabfertigungssaal hell erleuchtet in die Finsternis hineinscheinen ließ; ebenso hell erleuchtet war auch das Häuschen der öffentlichen Fernsprechstelle am Bahnhof. Man darf wohl hoffen, daß die zuständige Stelle für die kom-
Der greisgekrönte Herr Eintopf.
Seit kurzem trägt Herr Eintopf den Kopf so hoch, daß man kaum noch wagt, ihn auf der Straße anzureden. Fast kann man es ihm nicht Übel nehmen, denn wer nicht nur im Mittelpunkt Deutschlands, sondern der ganzen Welt gestanden hat und von ihr preisgekrönt wurde, der darf sich wohl schon erlauben, den Kopf hoch zu tragen.
Wie es zu dieser Preiskrönung kam, ist rasch erzählt. Im Rahmen der jüngst in Berlin veranstalteten „Iahresschau des Beherbergung- und Gaststättengewerbes und des Bäcker- und' Konditorenhandwerks Berlin 1936" fand auch eine Sonderschau „Die Küche der Welt" statt. Aus aller Herren Länder waren die Meisterköche herbeigeeilt, um unter dem Berliner Funkturm ihre Künste zu zeigen. Alles was recht ist: Noch nie zuvor hat Berlin einen so „geschmackvollen" Wettbewerb erlebt.
Und auf diesem internationalen Wettbewerb, bei dem zum erstenmal in der Weltgeschichte viele Köche nicht den Brei verdarben, hat man auch einen internationalen „Eintopf - Wettbewerb" gestartet. (Auch Startschüsse gab es: hier ein Schuß Weißwein, dort ein Schuß Tokayer, den man den Speisen zusetzte!)
Als alle Eintöpfe gebrodelt hatten, wurde über diese Gerichte zu Gerichte gesessen. Doch gab es ein „totes Rennen": drei Eintopfgerichte gingen als Sieger mit dem 1. Preis zugleich durchs Ziel! Die Hausfrauen (und wohl auch die Hausherren) wollen
Der nächste Besuch galt insbesondere dem Elektrizitätswerk. Hatte sich die Leitung unserer städtischen Betriebe schon bei der zweiten Verdunkelungsübung durch die sehr wirkungsvollen Maßnahmen zur Verdunkelung der Straßenbahnwagen und des Gaswerkes in rühmenswerter Weise hervorgetan, so verdiente sie sich mit der gestrigen ganz hervorragenden Verdunkelung des Elektrizitätswerkes eine weitere Steigerung der gebührenden Anerkennung. Von diesem Betrieb, der als Quelle unseres Lichts sonst selbst in strahlender Helle erscheint, war bei dem gestrigen Besuche von außen her nicht das Geringste zu sehen.
Durch sehr geschickte technische Maßnahmen hat die Werkleitung es zu Wege gebracht, daß der große Bau des Betriebes völlig in Finsternis versank.
Hier war sehr zweckmäßig schon an den Türen mit Lichtschleusen zur Verhinderung der Lichtstrahlen nach außen gearbeitet worden, außerdem hatte man die großen Betriebsräume auch im Innern so wirkungsvoll in der Beleuchtungsanord- nung gestaltet, daß der Zweck in vorbildlicher Weise erreicht wurde. Einstimmig waren denn auch die Teilnehmer an der Kontrollfahrt der Meinung,
triefte und der Presse sowie mehreren leitenden Beamten von der Wetzlarer Polizei, die sich hier ein Bild von der Durchführung der Verdunkelungsmaßnahmen machen wollten, führte zunächst nach dem Stadtteil jenseitsder Lahn. Bis auf eine Stelle, wo das Verständnis für die zwingenden Notwendigkeiten der Verdunkelung (auch bei einer Hebung) erst durch die Androhung einer polizeilichen Strafanzeige herbeigeführt werden mutzte, war in „Sachsenhausen" alles in bester Ordnung. Einige wenige kleinere Fehler, die wohl nur auf mangelnde technische Fertigkeit zurückzuführen waren, wollen wir hier außer Betracht lassen. Im übrigen war der ganze Stadtteil so ausgezeichnet verdunkelt, daß man wirklich die Hand vor dem Auge nicht sehen konnte.
Der gestrige Donnerstagabend brachte in der Stadt Gießen die dritte Verdunkelungsübung. Der Hebungsbereich umfaßte diesmal den Stadtteil jenseits der Lahn und die Straßenzüge im südlichen und im südwestlichen Stadtviertel. Konnte man bereits bei der zweiten Verdunkelungsübung — wie von uns am Mittwoch erst wieder betont wurde — einen großen Fortschritt in der Durchführung der Verdunkelungsmaßnahmen verzeichnen, so brachte die gestrige dritte Hebung eine weitere, sehr erfreuliche Steigerung in der Schlagfertigkeit und Wirksamkeit der Luft- schutzmaßnahmn durch die Verdunkelung.
Es ist uns eine Freude, hier feststellen zu können, daß das Verständnis für die Notwendigkeit und die technischen Erfordernisse des Schuhes unserer Stadt gegen Ftiegergefahr mit den Möglichkeiten der Verdunkelung bei allen Volksgenossen in vortrefflicher Weise vorhanden ist und eine Mitarbeit zeitigt, die außerordentlich wertvoll ist und den zuständigen behördlichen Stellen ihre verantwortungsvolle Tätigkeit erheblich erleichtert.
An der ausgezeichneten Durchführung der gestrigen Hebung haben die Beamten der Polizeidireknon und ihre Helfer beim Sicherheitsdienst, die SA.- und NSKK.-Männer, ferner vor allem die Blockwarte und die Luftschutzhauswarte des Reichsluftschutzbundes wieder ein hervorragendes Verdienst, das hier in aller Öffentlichkeit besonders unterstrichen sei.
Blick ins späte Fahr.
Von Will Scheller.
Das kleine Mädchen, das droben am Waldsaum wohnt in dem halb unter Bäumen vergrabenen Bauernhaus, hat, als es heute früh zum Dorf ging, den Apfel fortgeworfen, der ihm als Frühstück auf den Schulweg mitgegeben worden war. Halb hatte es ihn schon verzehrt, weil es der duftigen Lockung nicht widerstehen konnte; dann aber hat es ihn, wer weiß, warum, achtlos fallen lassen: leicht ist er über den ausgefahrenen Feldweg hingerollt, über ein paar Furchen gesprungen und dann in dem See liegen geblieben, der sich in dem breiten Abdruck eines Pferdehufs gebildet hat, unlängst, als der feine Regen tagelang nicht enden wollte. Da liegt also der Apfel, das gelbliche Fruchtfleisch an den Bißstellen gebräunt, aber nicht eigentlich in dem kleinen See zwischen den Erdfalten drin, sondern über ihm, gleichsam schwebend an die Oberfläche geschmiegt und nicht untergegangen; denn diese Oberfläche ist gläsern, voll spröden Widerstandes gespannt über der Erdvertiefung durch den Pferdehuf, und der Rest des Apfels spiegelt sich in der imaginären Hnendlichkeit, die unter diesem dünnen Eisgebilde die Tiefe der Welt aufzuschließen scheint. Sein Abbild verliert sich da unten, schwächer und schattenhafter werdend, und der Ort, wo es endet, scheint unermeßlich fern von allem, was greifbar ist.
Aber der Weg ist noch weich, er hat noch nicht jene winterliche Härte, die den Schritt in metalli- lchem Klang nachhallen läßt; und die weißen Kristalle des Reifs auf den starren Grasern am Wegrand und auf dem letzten Grün der Aecker haben noch nicht das sprühende Leuchten, das ihnen ein Aussehen gestattet, als wären sie dem Schnee verwandt. Vielleicht aber liegt das daran, daß die Sonne den zarten Dunst nicht völlig zu durchdringen vermag, der zwischen dem Land und den Wolken hängt und die Sicht roeitftin wie mit feinen Geweben verschleiert. Sie ist da, die Sonne, ihr Glanz ist noch zu spüren, sogar ein Hauch ihrer Warme teilt sich mit, noch immer, und wer durch die Nebelschichten ihr entgegenblickt, sieht alsbald, wenn er sich wieder abwendet, kleine, grüne, gelbe, violette Scheiben vor sich her tanzen und kann sie lange nicht los werden.
Der Fluß, der seinen Bogen zwiefach durch das breite Wiesental zieht, hat die Farbe von gehörte.
tem Blei. Die geschorenen Flächen der Wiesen legen sich bald falb um das Dorf, das aus einer Spielzeugschachtel am Rand des Hügels drüben aufgebaut und von dem milchigen Strom nebliger Ferne überfloffen ist; nur die vom Gebälk durchbrochene Helligkeit der Hauswände ist wahrzunehmen, hier und da das dunkle Geviert eines wohl roten Daches, und über allem dort wo das Dunstgewebe schon in die Konturen des Hügels geht, die mahnende Spitze des gedrungenen Kirchturms. Gegenüber, dort hinten, wo der Wasserlauf nunmehr als Furche im Wiesengrund zu erkennen ist, heben sich die Silhouetten der Fabrikanlagen vom weißlichen Grau der nahenden Dämmerung ab, in der die große Stadt schon versunken ist, und aus schlanken Schloten steigen bräunliche Rauchfahnen kerzengerade empor und verlieren ihren Hmriß bald in der Hnsichtigkeit von Gewölk und Nebelschleiern.
Die Bäume, die vom Talhang her die nahen Gärten begrenzen, sind Gewirke aus schwarzem Filigran. Die Vögel verweilen immer seltener auf den des Grüns beraubten Schaukeln ihrer schwingenden Lebensfreude. Sie huschen im dorrenden Gesträuch umher oder umflattern menschliche Behausung, aus der ihnen warmer Odem entgegen« braut; auch wissen sie, daß an manchem Fenster Nahrung zu finden ist. Sie fürchten sich auch nicht, in der kleinen Lache einer Dachrinne zu baden, und in ihrem Zwitschern, das, von kurzem Gebell eines Hundes, vom leisen Klagen einer Katze abgesehen, allein die Lautlosigkeit der Stunde unterbricht, ist kein Unterton von Lebensangst. Nein, sie nehmen die Verwandlung der Welt hin, ohne sich darüber zu grämen oder sich stören zu lassen dadurch, daß sie nicht verstehen, wie das kommt; daß nun die wundersamen Gehäuse ihrer umlaubten Lust, die Bäume, mit ihren tausend Kammern von Wärme und Grün, erstorben sind und keine Wände und keine Speise mehr für sie haben, und daß es not tut, andere Schlupfwinkel zu suchen, tief unten an der Erde, und neue Gefilde, den Hunger zu befriedigen; vielleicht aber, wer wüßte es je, sind sie dem Begreifen der Vergänglichkeit näher als irgendeines der Geschöpfe, und eben deshalb so unbekümmert und so unbefangen ...?
Das Jahr ist spät geworden: Dämmerung kürzt den Tag; ein flüchtiges, knirschendes Klirren verliert sich ohne Widerhall im Ohr des Mannes, als der Karren, den er schwer atmend durch den Feldweg treibt, den Apfelrest überfährt, den ein kleines Schulmädchen fortgeworfen und töngft vergessen hat.
©er Elefant als Vetter in der Not.
Ein Privatauto, das von einem Europäer mit einem Neger als Diener geführt wurde, versank kürzlich in der Provinz Lago in Tanganjika (Ostafrika) im Sumpf. Nachdem die beiden sich lange vergeblich bemüht hatten, den Wagen wieder herauszuholen, zogen sie sich bei sinkender Nacht zurück, um auszuruhen und den nächsten Morgen zu erwarten. Mitten in der Nacht wurden sie durch ein ungewöhnliches Geräusch geweckt, und sie bemerkten, daß der Wagen ein Stück vorwärts geschoben wurde, sodaß er wieder auf trockenen Boden gelangte. Es war ein Eelefant, der neugierig den für ihn seltsamen Gegenstand im Sumpf untersucht, dann mit dem Kopf gegen die Hinterwand gedrückt und den Wagen in Bewegung gefetzt hatte, als ob er seine Kräfte mit dem neuen Ungeheuer messen wollte. Aus diese Weise hatte er ihn nach vorn und auf den festen Boden geschoben. Die beiden Reisenden waren dem freiwilligen und ungewöhnlichen Helfer natürlich sehr dankbar und konnten bald in ihrem wiedergewonnenen Wagen die Fahrt fortsetzen.
Zeitschriften.
— „D i e Kun st", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur. Verlag Bruckmann AG., München, bringt in ihrem Novemberheft einen bilderreichen Artikel „Fritz Boehle, ein deutscher Maler". Seine Werke sind gleich seinem persönlichen Wesen, von Naturhastigkeit und kraftvoller, deutscher Art erfüllt. Wie Boehle, so ist auch der Bildhauer Ludwig Kaspar ein Eigener in seinem Schaffen. Carl Georg Heise vermittelt dem Leser einen interessanten Einblick in die Eigenart seiner Künstlerschaft. Zu den Bildern von Wilhelm Schnarrenberger bringt Fritz Hellwag lehrreiche Betrachtungen, in einem weiteren Aufsatz wird die Sammlung Paul Kaufmann jo Berlin gewürdigt. Die Ausstellung „Die StraßtzÄAdolf Hitlers in der Kunst" behandelt Dr. Ulrich Christoffel. Der Teil über Wohnkultur und angewandte Kunst bringt schönes Bildmaterial über praktische Wohnräume, Einfamilienhäuser, Möbel, Tischgedecke, u. a. Eßzimmermöbel nach Entwürfen von Professor Adolf G. Schneck (Stuttgart), zwei Arzthäuser von Architekt Schwoderer (Stuttgart), Kunsthandwerkliche Lichtträger, Nachrichten über Ausstellungen, Auktionen und andere künstlerische Zeitereignisse vervollständigen das reichhaltige Heft.
schneidet man die Hälfte vom Grünzeug und Zwie- bei auf eine Pfanne, in Würfel geschnitten und in Butter angeröstet. Wenn es Farbe annimmt, etwas Wasser und mit Eiern vermengten Gries dazu tun, salzen und das feingehackte Petersilien- grün hinzu und garkochen lassen. Die Kohlblätter werden ausgebreitet und in 4 Kreisformen mit je ein Viertelteil des Breies in Kugelform belegt. Die Kugeln werden mit den Blättern umhüllt und mit einem Faden zusammengebunden. Inzwischen schneidet man den Rest des Grünzeuges und Zwiebeln in Scheiben und belegt damit den Boden des mit Butter ausgeschmierten Topfes, fetzt die Kohlkugeln darauf, etwas Wasser hinzugeben und fertig schmoren.
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Wem ist beim Lesen dieser preisgekrönten Eintopfgerichte nicht das Wasser im Munde zusammengelaufen? Beinahe möchte man wünschen, alle Tage wäre Eintopfsonntag!
Diese internationale Preiskrönung der drei besten Eintopfgerichte ist wahrlich eine Auszeichnung! Ich kann es beschwören. Ich habe die solchermaßen ausgezeichneten Eintopfgerichte von meiner Frau kochen lassen und jedes einzeln ausgeprobt. Und ich konnte hinterher nur sagen: „Ausgezeichnet!"
Das schönste aber an dieser Preiskrönung ist, daß das Ausland eine Einrichtung des neuen Deutschlands — preisen mußte.
Kann man sich da wundern, daß Herr Eintopf jetzt den Kopf so hoch trägt?
Borrioirzen.
Tageskalender für Freikag.
Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr Ortsgruppenversammlung im Studentenheim. Es spricht der Gauredner Pg. Eisentraud, Frankfurt a. M. — Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Der Zarewitsch". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Stärker als Paragraphen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchen in Weiß". — Oberheffifcher Kunftverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oel- gemälden, Aquarellen und Tempera.
Skadklhealer Gießen.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Erstaufführung der Operette „Der Zarewitsch" von Franz Lehar statt. Auf allen deutschen Bühnen und auch auf den Bühnen des Auslandes taucht „Der Zarewitsch" mit gleichbleibendem großen Erfolg auf, und man muß wirklich von einem „Welterfolg" dieser Operette sprechen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Hans H. H a m p e l. Die Spielleitung führt Paul W r e d e. Für die Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung zeichnet die Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi Endlich. Bühnenbildner: Karl Löffler. Mitwirkende: Damen: Fornallaz, Las- kus, Schadt; Herren: Bley, Frickhoeffer, Frohherz, Geißler, Lindt, Meyr, Schneider-Oest, Waltz. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Die Vorstellung findet als 8. Vorstellung der Freitag-Miete statt.
Ortsgruppe Gießen-Güd.
Minlerhilsswerk des deutschen Volkes 1936/37.
Am Montag, 9., Dienstag, 10. und Mittwoch, 11. November, findet in der Ortsgruppe Gießen- Süd durch die NS.-Frauenfchaft die WHW.-Pfundsammlung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden (Pfundpakete) zur Abholung bereithalten zu wollen.
Deutsche Arbeitsfront.
Gießen-Süd.
Am Freitag, 6. November, 20.30 Uhr, findet im Studentenheim, Leihgesterner Weg, eine Ortsgruppenoersammlung der Ortsgruppe Gießen-Süd statt.
Es spricht der Gauredner und Kreisobmann der DAF. Pg. Eisentraud, Frankfurt a. M.
Hierzu haben sämtliche DAF.-Walter und Warte
Gute Möbel bei Koos
Giessen Schulstr6
— „Kriegskunst in Wort und B i l d." Mit der allgemeinen Wehrpflicht ist naturgemäß das Interesse der Öffentlichkeit in immer stärkerem Maße der Militärliteratur zugewandt. Schon der junge Dienstpflichtige kümmert sich um seine zukünftigen Dienstobliegenheiten und Aufgaben. Auch die Angehörigen des Beurlaubtenstandes wollen über militärische Fragen auf dem Laufenden bleiben. Die Zeitschrift „Kriegskunst in Wort und Bild" (Verlag „Offene Worte", Berlin W 35), jährlich 4,60 Mark) bringt planmäßig taktische Aufgaben im Rahmen der Gruppe und des Zuges für alle Waffen; hierzu ist dem ersten Heft jeden Jahrgangs eine vorzügliche Karte beigegeber Da außerdem fesselnde kriegsgeschichtliche Lehren und ausgezeichnete „Falfch-Richtig"-Bilderferien in jedem Heft enthalten sind, ist diese Zeitschrift eine interessante Anregung für -den werdenden Soldaten wie für den Aktiven und den Angehörigen des Beurlaubtenstandes.
— Ein großer Bild-Bericht im neuesten Heft der „Sirene" erklärt die Frage, welche Slufgaben der Frau im Luftschutz zufallen und wie sie im Ernstfälle von ihr zu erfüllen find. Das gleiche Heft schildert in Wort und Bild die Verwirklichung neuzeitlicher Luftfchutzmaßnahmen beim Wiederaufbau des ehemaligen Hamburger „Gängeviertels". Nicht zu vergessen die interessante Artikelreihe „Unser Haus wird luftgeschützt!"
— Die Novemberhefte der Sprachzeitschriften „Lan- genscheidts English Monthly Magazine“ und „Le Journal fran^ais Langenscheidt“ sind anregend aufgezogen, so wie gute illustrierte Zeitschriften. Die Schwierigkeiten. die das Lesen des fremdsprachigen Textes verursacht, sind behoben durch Vokabelübersetzungen am Rande jeder Seite. Dadurch geht das Lesen flott oonftatten. Nachschlagen im Wörterbuch wird überflüssig. Das English Monthly Magazine bringt im ersten'Artikel die ersten Eindrücke eines Reisenden in London. Ein weiterer Artikel schildert Macao, das Monte Carlo des Orients. Von den Artikeln im Journal fran^ais Langenscheidt feien erwähnt: Les chäteaux de la Loire und die Katastrophe des „Pourquoi-pas“. Außerdem bringt jede Nummer kurze, unterhaltende Erzählungen, Witze, Rätsel usw. Auch die Sprache des Handels ist nicht vergessen.


