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Das führt zur Feigheit und zur Derantwortungs- lofigkeit!

Die Führung eines Volkes darf nicht das aus­führende, sondern sie muh das führende Organ sein. (Stürmische Zustimmungskundgebungen.) Wenn niemand die Verantwortung au überneh­men bereit ist, führt das zur Vernichtung jeder Autorität und damit aller Persönlichkeitswerte. Es ist kein Zufall, dah unter dieser Art von Demo­kratie die allerschwächste Pflanze großgezüchtet wurde. Eine wirkliche Persönlichkeit konnte unter diesen Umständen gcsr nicht in' Erscheinung treten. Und wenn man sagt:Za, Sie lassen ja auch ab­stimmen." Ja! Niemals aber über Detailfragen, sondern stets nur über ganz große, dem ganzen Volk sichtbare Aufgaben! Das heißt: Ich erwarre, daß, wenn ich für das deutsche Volk einen Schritt in der Wiederherstellung feiner Ehre oder seiner Freiheit tue, das Volk ihn versteht und dann hin­ter mich tritt. (Minutenlange Zustimmungskundge-

Ein kleiner Gruß für den Führer. Auf dem Wege zum Staatsempfana begrüßte den Führer auch ein kleines Mädchen, das ihm einen Blumenstrauß überreichte. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.)

der

zeigen: Euer Kampf geht nicht für

eine ver­

lorene Sache! Die Bewegung steht wieder.

auf indolente, verrückte Ablehnung stieß, wollte

Der kleine Landmann, der Arbeiter brik, der kleine Ortsgruppenleiter, der

in der Fa» überall nur

billigen brausen durch den Saal.) Ich werde auch dann nicht etwa sagen, ich möchte gern diesen Schritt tun, aber erst muß ich gedeckt werden, erst muß abgestimmt werden und dann erst, wenn Die Abstimmung gut verläuft, dann werde ich diesen Schritt wagen! Nein! Das wird eine wirklich na­tionalsozialistische Führung nicht tun! Sie wird ihre Entscheidung treffen und allenfalls hinterher erklären:

v o l k, wir haben nach bestem Wissen und Ge­wissen diese Entscheidung getroffen: Bitte, nun urteile! Und wir wissen ganz genau, wie dann das Volk urteilt. 3e mehr man nämlich das Volk anruft, in Wahlen zu den es am tiefsten bewegenden gewaltigen Fragen Stellung zu nehmen, und je mehr ein Volk zum Bewuht- seln kommt, dah es wirklich eine entschlossene Führung an der Spitze hat, umso entschie­dener wird es dann hinter seine

Unsicherheit, die Zerfahrenheit griffen immer mehr um sich. Auf diesen Methoden war unser ganzes bürgerlich-marxistisch-demokratisch-parlamentarisches Leben aufgebaut worden. Nur deshalb konnten wir es beseitigen, zerschlagen und auslöschen aus der Geschichte. Es mußte beseitigt werden, weil eine klarere, weit richtigere Organisation entstanden war, die an ihre Stelle gesetzt werden konnte.

Und daher war es auch kein Wunder, wenn ich vom ersten Tage der Gründung dieser Bewe­gung an der Ueberzeugung sein konnte: Diese Partei wird Deutschland erobern. Vicht durch Zufall find wir zur Wachs gekommen, sondern auf Grund eines ehernen naturnotwendigen Gesetzes. Die Bedeutung des Parteitages von Weimar liegt für uns darin, dah wir damals hierher kamen, um in einer sehr schweren Zeit all die treuen, braven, kleinen Parteigenossen, die aus dem ganzen Reich kamen, wieder mit neuem Glauben zu erfüllen. Dir wollten ihnen

theaters tritt wieder das Theater des Menschen. Man besinnt sich wieder darauf, daß eine Wurzel des Schauspiels in der Sprache liegt. Man sucht den geistigen Raum der Dichtung, das Wesen des darzustellenden Werkes zu fassen und nicht mehr bloß die äußere Hülle. So führt das Freilichttheater zu Klarheit des schauspielerischen Stils, zu einer Vorherrschaft des dichterischen Wortes. Herrschte im Innentheater der Komödiant, der Schauspieler der Masken, Verkleidungen und Verwandlungen, so fordert die Naturbühne ebenso gebieterisch wie die architektonische Bühne den Bekenntnisschauspieler. Alle Hilfskünste der Bühnentechnik, die auf der Innenbühne die Vorherrschaft führten, treten hier dienend und sich unterordnend zurück nach den Ge­setzen und Forderungen des Werkes.

Die Großartigkeit der umgebenden Natur ent­larvt jedes Wort, jede Geste, die seelisch leer und innerlich hohl ist. Das schönrednerische Pathos ver- sagt auf der monumentalen Bühne.

Die Zuschauerplätze, die im Halbrund die Bühne umgeben, schaffen durch Wegfall aller klassenmäßi- gen Scheidungen und Abtrennungen eine wirkliche Volksgemeinschaft, in der sich um Schlosser und Student, Kaufmann und Beamten, Bauer und Sol- bat bas einende Band gemeinsamen Erlebens schlingt.

So rft auch diese Festvorstellung desFiesko" im Rahmen des Gautages Hessen-Nassau ein Beitrag zur großen deutschen Kunst.

vorher besaß.

Denn jemals von einer Bewegung behauptet werden kann, sie sei nicht auf Zwei Augen aufgebaut, dann gilt das von unserer Bewegung. Gewiß, l ch habe sie ins Leben ge­rufen. Allein die Grundsätze, nach denen sie wurde, haben mir dann allmählich ein Unzahl von besten Menschen an die Seite gestellt. Und wir sind eine unzerstörbare Gemeinschaft ge­worden.

In dem Augenblick, in dem wir dieses demokratische Gift der ewigen Zersetzung und des Intriganten­tums bei uns von vornherein ausgeschlossen haben, kam diese Stabilität, diese innere Sicherheit in die Führung. Und sollte sich einmal ein Element in diese Ordnung nicht gefügt haben, Sie wissen es es wurde abgestoßen.

So entstand diese wunderbare unzerstörbare Gemeinschaft zwischen oberstem Führer, seinen Mitarbeitern und der ganzen Gefolgschaft. Diese Führung kann niemals entbehrt werden. Da- rnit aber ist die Partei ewig.

Wenn man vor einem Jahr noch so oft, besonders ausgeistreichem" bürgerlichen Mund hörte:Ist jetzt die Partei überhaupt noch notwendig? Es ist ja alles einig, und es ist ja alles gleichgeschaltet. Es ist nicht mehr einzusehen, warum die Partei überhaupt noch existieren muß" so ist dieser Ein­wand genau so geistreich, als wenn ich sagen würde: Nun ist ganz Deutschland wieder wehrfreudig ge­worden, und damit ist eine Sonderorganisation, die Armee, nicht mehr notwendig. Wir denken ja nun alle im Geiste der Wehrpflicht und der Verteidi­gung." Das könnte so vielen passen! Wir wissen ganz genau, daß der Geist stets einen Träger zur Voraussetzung hat.

Im rein militärischen Sinne ist es die Armee und im politischen Sinne ist es die Partei. Die Partei wird durch die Auslese ihres Führergre­miums für alle Zeiten in der Lage fein, für alle oolklichen Führungsaufgaben die erforderlichen Männer zu stellen, und nur so kann man eine wirklich harte und zu allem fähige und reiche Füh- rung der Nation aufbauen."

Der Führer befaßte sich anschließend mit einer Reihe weiterer Fragen der politischen Füh­rung und führte dabei u. a. aus:

Oft wird uns in uns fremden Kreisen erklärt: Ja. wer soll denn überhaupt urteilen?" Glauben Sie, im praktischen Leben heißt die Frage ganz anders. Sie heißt nicht, w e r soll über eine Frage urteilen, oder wer darf über eine Sache urteilen, sondern im praktischen Leben heißt die Frage:Wer kann auf Grund seiner ganzen Bildung, seines Wissens und seines Könnens über eine Sache ur­teilen? Wenn die sogenannte öffentliche Diskussion wirklich etwas hätte abstellen können, dann hätte der Zustand vor uns ein Paradies fein müssen. Denn mehr Diskussionen als in der parlamentari­schen Zeit hat es nicht gegeben. Es ist damit nichts verbessert worden, sondern die Verwirrung, die

Kaiser den Huldigungseid. Mitten im Herzen alten Reichsstadt erstand ein Festplatz, auf dem die

Gautag Hessen.Nassau 8.12.3uli

in der Sauhauptstadt Frankfurt a. Main.

Festaufsührung desFiesko" auf dem Römerberg!

Am Donnerstag, 9. Juli d. I-, findet auf dem Römerberg in Frankfurt a. M. anläßlich des Gau­tages Hessen-Nassau 1936 eine Festvorstellung des Schillerschen TrauerspielsDie Verschwörung des Fiesko zu Genua" statt. Die Römerberg-Fesffpiele, die sich in den vier Jähem ihres Bestehens weit über die Grenzen Frankfurts und sogar des Reiches hinaus einen Namen gemacht haben, geben damit der Gegenwart ejn Drama wieder, das lange Jahre in dunkle Vergessenheit geraten war und das in einer Zeit, wo ein Stoff wie ihn derFiesko" bietet, gerade den demokratischen Anschauungen hätte schmeicheln und dienen können. Um so groß­artiger ist es, wenn die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Gau Hessen-Nassau, ihren Gautag zum Anlaß nimmt, in einer Festvorstellung einen Stoff aufführen zu lassen, der seinem Wesen nach die Rechtfertigung des Führermordes aus demokra­tischem Prinzip bedeutet. Diese Haltung, die in der ehrfurchtsvollen Achtung vor der großen Tragik menschlichen Lebens begründet liegt, zeigt wieder einmal, wie wenig nationalsozialistische Weltan­schauung etwas mit zeitgebundener Tendenz gemein» hat.

Die Wahl des Römerberges als Stätte der Auf­führung ist in verschiedener Hinsicht glücklich. Ein­mal entrückt er die Zuschauer durch seinen archi­tektonischen Charakter schnell in die Zeit und das Milieu des im reichen Genua spielenden Dramas; zum anderen schafft die tragische Größe der Dich­tung in Verbindung mit der ehrwürdigen 23er»

diese Millionen, die geheim ihre Entscheidungen fällen wenn möglich mit verschlossenen Stimm­zetteln an der Urne die Verantwortung tragen? Bedenken Sie die Unmoral dieses Prinzips. Hier sollen Männer, die in der Führung stehen, mit ihrem Namen eine Verantwortung übernehmen, die sie von Menschen aufoktroyiert erhalten, die nicht einmal den Mut haben, offen ja oder nein zu sagen! (Sehr richtig.) Was heißt es beispielsweise für einen Mann von Format, alle Verantwortung zu übernehmen über eine lebenswichtige Entschei­dung, über Sein oder Nichtsein der Nation, die ihm durch eine anonyme Majorität aufgezwungen wird? Er müßte also mit seinem Namen dafür einstehen, während Tausende und Hunderttausende oder gar Millionen, ohne ihren Namen zu nennen, diesen Einen verpflichten, das zu tun, was sie selbst zu verantworten nicht fähig waren. Das ist unmöglich!

Möglich sei dies nur deshalb gewesen, weil jeder der Redner sein Arbeitsgebiet durch und durch be­herrschte und nicht gezwungen war, einer Opposition in Der Partei Konzessionen zu machen oder auf eine Abstimmung Rücksicht zu nehmen.

Denn Der Zweck dieser Delegierten-Kongresse war nicht etwa Der, Mehrheitsbeschlüsse gegen kon- zentrierte persönliche, geistige Arbeit zuwege zu bringen, sonbern Der Zweck war im Gegenteil der, Der Mehrheit Kenntnis zu geben von der konzen­trierten geistigen Arbeit Einzelner. Es sollte eine Darlegung gegeben werden dessen, was geleistet worden war, aber auch dessen, was wir an Er­kenntnis gewonnen hatten, und es sollten weiter Die Richtlinien ausgegeben werden für den Kampf in der Zukunft, für das kommende Jahr. Daß wir diese Bilanz der geistigen Arbeit Der Bewegung und unsere Richtlinien sreimachten von jeder zer­fressenden Diskussion, daß wir sie insbesondere be­freiten von jeder Abstimmung, Das führte zu einer unerhörten Stärkung Derer, Die an diesen Kund­gebungen teilnahmen.

Alle jene Parteigenossen, die einmal im Jahr aus ihren kleinen Orten zu einem Reichspartei­tag zogen, wurden nicht erfüllt mit Zweifeln, mit Unklarheit, die sich aus Einwendungen der Opposition, aus Diskussionen usw. hätten er­geben können, sondern sie kehrten zurück, er­füllt mit einem neuen blinden Vertrauen und neuer, unerhörter Zuversicht. (Tosender Beifall Der Parteigenossen braust Durch Das National­theater.)

Wenn der kleine Mann, der aus seinem Kreise, aus seinem Dorf, aus seinem kleinen Marktflecken einmal in diese geistige Zentrale der Bewegung kommt, Dann will er dort nicht das Gezänk zwischen einzelnen Führern hören, die sich nicht verstehen können oder wollen, sondern er will in diesen Tagen für seinen schweren Kampf draußen eine neue Stär­kung erhalten. (Brausender Beifall.) Er will die Ueberzeugung mit hinwegnehmen:Meine Führung weiß, was sie will! Denn wenn s i e nicht weiß, was sie will, wie soll i ch es dann wissen, wie sollte i ch dann darüber entscheiden?" (Stürmische Zustim­mung.)

Änschlieißend erläuterte der Führer die Bedeu­tung der Sondertagungen, die dem Kongreß angegliedert sind und ihn ergänzen:Zweck dieser Sondertagungen ist es, bestimmte Probleme rein sachlicher Art zu behandeln, wobei auch hier der Grundsatz herrscht: Niemals wird durch Mehrheitsbestimmungen ein Beschluß gefaßt! Niemals! Der Leiter Der Sonder- tagung hört sich verschiedene Meinungen an und trifft bann seinerseits eine Entscheidung. Er erklärt: Ich schließe jetzt die Aussprache, ich habe ein Bild gewonnen, und ich werde nun dem Führer Vor­schlägen, dies oder jenes zu tun. Eine Abstimmung kann Darüber nicht erfolgen. Denn wenn sich über irgendein Problem Die Fachleute nicht einig zu werDen vermögen und Dann die Mehrheit allein entscheidend sein soll, entsteht Die Frage: Wer trägt Die Verantwortung Dafür, wenn Der beschlossene Schritt sich hernach doch als falsch erweisen sollte und die andere Richtung Recht be­halten hat?

Diese Verantwortung kann immer nur ein Dann übernehmen. Ls gibt keinen Entschluß, für den nicht einer die Verantwortung zu tragen hat. Das ist das oberste Prinzip unserer Bewegung. (Stürmische Zustimmungskundge­bung.) Ls ist das Prinzip einer allgermanischen Demokratie, die nicht Verantwortung nach un­ten und Autorität nach oben kennt, sondern das nur kennt Autorität nach unten und Verantwortung nach oben! (Stürmischer Beifall.) Die höchste Stelle ihrer­seits erkennt dann als ihre oberste Instanz wieder an das gesamte deutsche Volk, dem zu dienen wir uns alle verpflichtet und auch ver­antwortlich fühlen."

Die Rede des Führers steigerte sich hier zu einer eindrucksvollen geistigen Abrechnung nationalsozia­listischer Dolksführung mit dem Mehrheitsprinzip

der parlamentarischen Demokratie:

Heber Dinge, Die klar sinD, braucht man nich! abzustimmen. Man braucht also nur abzu stimmen über Dinge, die unklar sind. Welche Dinge sind unklar, und für wen sind sie unklar? Es gibt Dinge, die auch der geistigen Führung einer Be­wegung oft in ihrer Erkenntnis und Lösung Schwie­rigkeiten bereiten, die also auch den bedeutendsten Köpfen einer Bewegung daß an Der Spitze einer Bewegung nicht Die Dümmsten stehen, Darf ja wohl vorausgesetzt werden nicht klar sind, und über­dies Dann Zweifel ober verschobene Meinungen bestehen. Das sind also bie Fragen, über die ab- aestimmt werden soll. Wer sollte nun Darüber ab stimmen? Die Masse Der Parteigenossen? Aufgaben oder Fragen, über die sich bie besten Köpfe Der Partei vielleicht nicht ganz klar sind, sollten also nun von diesen Köpfen selbst einem mit diesen Fra­gen überhaupt nicht befaßten weitesten Kreise zur Abstimmung unterbreitet werden? Damit würde der Politiker auf die geistige Führung überhaupt ver­zichten; Denn dann müßte logisch auch Die Masse führen. Wer trägt aber Dann bie wahre Verant­wortung? Halten Sie es für möglich, daß eine wirk­liche Persönlichkeit eine Verantwortung übernehmen wird. Die ihr von irgenDeiner Majorität aufoktroyiert rvird? Man wird sagen, daß bie bürgerliche Welt unb bet Marxismus bas Doch so gemacht haben. Gewiß, aber wir haben auch Den Ausgang dieser Experimente erlebt. Sie haben ausgeführt, was ihnen Die Masse befahl, aber sie habe« nie den Mut zur Uebernahme Der Verantwortung gehabt. Die Folgen Dieses falschen Prinzips liegen auf der Hand, es war überhaupt niemand Da, Der nun bereit war, eine Verantwortung zu übernehmen. Und Das ist verständlich: eine anonyme Mehrheit, bie Die Charakterlosigkeit unserer Vergangenheit sogar offen zur sogenannten geheimen Mehrheit machte, kann man nicht verantwortlich machen. Wie sollen

gangenheit unD Der architektonischen Schönheit des Platzes und der Bauwerke eine Geschlossenheit Der Stimmung, auf Deren empfängnisbereitem BoDen ein wahrhaftes Erlebnis erwachsen kann.

Der in sich völlig abgeschlossene Platz, von dem mächtigen Bau des Römers und dem anschließenden Häuserring, wie Den ragenden Türmen Des Doms unD Der Nikolaikirche begrenzt, öffnet sich nur durch schmale Ausgänge nach Den Seitengassen hin. Die amphitheatralische Geschlossenheit ist überhöht von Der Unendlichkeit des Himmelsgewölbes. Aus dem besonderen Zusammenklang von Weite und Gebun­denheit wachsen einzigartige Wirkungen.

Der Römerberg, Der zu den schönsten alten Markt­plätzen Deutschlands gehört, war schon im Mittel- alter Brennpunkt des künsllerischen und politischen Lebens. Hier wurden Mitte Des 14. Jahrhunderts unter ungeheurem Andrang des Volkes Mysterien­spiele auf geführt; die berühmteDirigierrolle" das Reaiebuch einer Passionsaufführung eines der ältesten unb wertvollsten Zeugnisse der Theater­geschichte (in der Stadtdibliothek) erzählt von diesen Aufführungen, die oft zwei bis drei Tage bauerten, und bei denen Geistliche und Bürger mit- wirkten. Im Ablauf Der Jahrhunderte zogen am Römerberg die Kaiserwahlen, die Krönungen, die Messen, die Jahrmärkte und mit ihnen zur Freude Der schaulustigen Menge Fechter- unb Gauklerspiele, Zunfttänze und Aufführungen weltlicher und geist­licher Bühnenwerke vorüber. Auf diesem Platz spiel­ten sich alle bedeutenden Ereignisse Der Stadtgeschichte ab. Hier wurden die feierlichen Proklamationen der Kaiser verlesen, hier wurden festliche Truppenschauen abgenommen, hier leistete Rat unb Bürgerschaft dem

Kräfte bes Volkes sichtbar unb lebenbig beschworen würben.

In neuerer Zeit würbe der Römerberg die Stätte Der großen politischen Kundgebungen und Auf­märsche, er ist heute auch der Schauplatz der Feier­lichkeiten, Die im Rahmen Des Handwerkertages tattfinDen, Der Volksfeste unb Stabtbeleuchtungen, die an alte geschichtliche (Erinnerungen anknüpfen und altes Volkstum wieder erneuern.

Der Charakter eines solchen architekonischen Platzes gestattet allerdings die Aufführung nur wesensgleicher dramatischer Werke. Vor dem maje- tätischen Hintergrund eines gotischen Domes, vor der Steinarchitektur des Römers können nur die wenigen Dichtungen bestehen, Die Der Geschichte und der Bedeutung dieser erhabenen Bauwerke eben­bürtig sind. Das Bauwerk schafft Den Maßstab, besten Gesetze nicht verletzt werden Dürfen. So kann niemals vor Der architektonischen Bühne ein natur- Haftes Werk gegeben werden. Nur Dramen großen Stils, Die Die gleiche Größe Der Empfindungswelt unb Haltung zeigen, die den Baumeister beseelte, als er bie gewaltigen Quader dieser in die Unend­lichkeit des Himmels ragenden Giebel, Türme unb Fassaden schuf, können neben Diesen steinernen Ge­dichten des Mittelalters bestehen. Drama und Bau­werk müssen einander entsprechen. Gleichzeitig wird hier zu einem Stil gefunden, der sich aus Dem Naturtheater entwickelte.

Das Naturtheater, das nicht nur rein zu­fällig in unserem Jahrhundert eine neue Blüte er­lebt, in einer Zeit, Die ein neues Natur- unb Kör­pergefühl entdeckt (Jugendbewegung, Wiedergeburt des Sports, Gymnastik, rhythmischer Tanz, Frei- luftmalerei), gebietet dem unaufhaltsamen Vor­marsch der Technik, Der beinahe zu einer seelischen Verarmung des geistigen und künstlerischen Lebens zu führen drohte, Einhalt. Die Dichtung wird wieder in ihr Recht eingesetzt. An Stelle Des Maschinen-

Führung treten. Denn das Volk Ist In seinem Kern urgesund. Schlechte Systeme ober schlechte Führungen waren selbst In Jahrtau­senden nicht in der Lage, diesen gefunden

Kern abzutüten.

Aber man könnte nun sagen: Irgendwie ist Das doch eine Regierung ohne Volk. Nein! Das wurde Dann der Fall fein, wenn ein einzelner Mann sich anmaßen wollte, an die Spitze Der Nation zu treten unb zu erklären: Ich regiere. Da könnte man mit Recht fragen:Warum regle rft du? Wieso regierst du? und weshalb regierst d u ? Jeder könnte ja nun hintreten und das Gleiche verkünden. Nein, die Partei steht als lebendiger Volks» Organismus hinter dieser Führung! Sie 'st das Volk! Sie ist Die Organisation der politischen Fuh- rung Des Volkes unb s i e ist dabei, genau wie alles im Leben, bas (Ergebnis eines bestimmten Auslese­prozesses. Hier ist alles bas aus dem Volk heraus» gelesen unb zusammengefaßt, was überhaupt in lolitischer Richtung veranlagt ist, was irgenbroie Die Empfindung im Innern trägt, sich politisch be­tätigen zu müssen.

Die Partei ist in ihrem Ausbau eine Auslese der politischen Elemente unseres Volkes. Sie ist damit die Führung und tatsächlich die Gesetz­gebung. Der Staat ist die Verwaltung und ihm obliegt die Exekutive. Die Partei als Auslese- organisation erfüllt damit alle Voraussetzungen für eine wirklich volksverbundene Regierung, denn der ganze Apparat, der an der Spitze des Staates und Reiches steht, läuft von unten bis nach oben durch diese Bewegung.

Er baut sich auf aus einem Prozeß fortgesetzter Auslese. Diese Auslese beginnt im kleinsten, in der Zelle, in der Ortsgruppe. Er geht weiter über Die Kreise und über Die Gaue und er endet endlich nt Der Reichsleitung. Und diese Organisation, die un- abhängig ist von Mehrheitsbeschlüssen, sie hat nur ein Interesse und kann nur eines besitzen, stets die besten Köpfe von unten heraus zu suchen, sie fort» zuführen und sie allmählich nach vorwärts und nach oben zu bringen. Denn Der Ortsgruppenleiter, Der einen fähigen Kopf entdeckt, weiß, baß er nicht zu befürchten braucht, Daß Dieser fähige Kopf etwa eine Opposition gegen ihn organisiert, um ihn bet Der nächsten sogenannten Generalmitgliederversamm­lung zu beseitigen; denn dieser Kopf ist ja sein Untergebener, sein Weg geht ja nur unter der Vor­aussetzung geleisteter Arbeit nach oben. Es ist kein Zufall, daß dieses Prinzip mir einen Stab von Mitarbeitern geschenkt hat, wie ihn keine Partei