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Montag, b.Zuli 1956

Nr. 155 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Giehener Anzeiger

Rudolf Heß spricht

Gefahr des Bolschewismus in Deutschland er­kannt hatten, auf uns fahen, so schauen heute nach 10 Jahren alle diejenigen in der gan- zen Welt auf uns. die die Gefahr des Bol­schewismus für Europa und für die ganze Welt erkannt haben. Und wir glauben, mit Stolz sagen zu können, daß genau so wie Adolf Eit­ler und sein Nationalsozialismus für den Vol- stlMvismus in Deutschland verhaßt waren, Adolf Hitler und das nationalsozialistische Deutschland heute der bestgehaßte Wann und das bestgehaßte Land für die Komintern sind. Das Böse ist stets des Guten Feind. Im ent­scheidenden Gegensatz zum Bolschewismus, der durch Krieg und Vernichtung auf die Nationen und Völker Wirkung zu erzielen sucht mit dem Ziele der Weltrevolution, wünschen wir eine Wirkung der elementaren Kraft des National­

bei ihm die Reichs- und Gauleiter; dahinter stehen die höchsten und ältesten Ehrenzeichen der Bewe­gung

Dann nimmt der Führer das Wort zu einer großen Rede über das Wesen der Parteitage und die Grundsätze nationalsozialistischer Führung. Aus­gehend von einem Vergleich der nationalsozialisti­schen Parteitage und denen der vergangenen Par­teien, die er ebenso sarkastisch wie treffend als De­monstrationen der eigenen Unfähigkeit und ab­schreckende Schaustellungen kleinlichen Partelgezanks kennzeichnete, gab der Führer zunächst eine histo­rische Darstellung des Ursprungs und der Entwicklung der Parteitage der NSDAP. Der äußere Anlaß für die NSDAP., Parteitage abzuhalten, lag in dem Zwang des Ver­einsgesetzes begründet; die gesetzlichen Vorschriften

Der Führer über die Grundsätze liaiwnatsozialiMcher Führung

fozialismus eine belebende und beglückende Wirkung wie sie erreicht werden kann durch gegenseitiges Verständnis, Aufbau, Arbeit und Fleiß in einem wahrhaften Frieden.

Der Nationalsozialismus hat denen in der Welt, die sehen wollen, gezeigt, daß er einem großen Volk mit reicher Geschichte den bestmöglichen Zu­stand seines Gemeinschaftslebens zu geben ver­mochte. Er hat gezeigt, daß Deutschland seine ge- schichtbildende Kraft aus dem Ideengut schöpft, daß der Führer schuf und wir mit ihm weitertragen. Wir Deutsche mühen uns nicht, andere Völker in ihrer inneren Konstruktion zu beeinflussen, ja wir mühen uns vielmehr, die nationalsozialistische Idee auf Deutschland und die deutschen Menschen in der Welt zu begrenzen.

Wir hoffen aber dabei, daß das Verständnis für die innere Einrichtung unseres Hauses draußen immer größer werden möget wir wissen, daß ein Verstehen unserer Auffassungen vorn Leben bei den anderen Nationen dem Frieden der Völker so dienen wird, wie wir durch diese Auffassungen dem Frieden innerhalb unserer Nation gedient haben.

Wir haben dem Frieden unserer Nation gedient als eine kämpfende Bewegung. Wir kämpften in Opferbereitschaft, Kameradschaft, in Treue zur Idee, in Treue zum Führer, in Treue zu Deutsch­land. ,

Unter den gleichen Idealen marschierten wir auch an dem Julitag vor 10 Jahren.

Unter den gleichen Idealen traten wir an zum Sturm und zum Sieg.

Unter diesen Idealen riefen mir unserDeutsch­land erwache!" hinaus.

Und diese Ideale werden auch m Zukunft Deutschlands Ideale sein. Denn nur unter diesen Idealen kann Deutschland auf die Dauer leben. Und Deutschland soll leben Deutschland w.rd leben! Es wird leben, weil das Schicksal ihm Adolf Hitler gab. (Begeisterte Heil-Rufe.)

Ehrung Dietrich Eckarts.

Während die Weimarsche Staatskapelle das alte, von Dietrich Eckart gedichtete Kampflied der NSDAP.:Sturm, Sturm, Sturm" spielt, erheben sich die Versammelten und ehren so den gestorbenen dichterischen Vorkämpfer.

Gauleiter Sauckel

eröffnet den historischen Kongreß zur Erinnerung des Reichsparteitages 1926.Mein Führer! Nach einem unerbittlich harten, arbeitsvollen, aber auch .fast unvorstellbar erfolgreichen Kampfjahrzehnt sind in diesem Haus und in dieser Stadt, wie vor genau zehn Jahren, fast alle Ihre ältesten Mitarbeiter und Ihre alte sturm- und kampferprobte Gefolgschaft zusammengekommen, um Ihnen angesichts der hei­ligen Blutfahne und der ehrwürdigen Standarten für all das unendlich Große, was Sie uns, Ihren Mitkämpfern, gegeben, und für all das Gewaltige, was Sie für Deutschland getan haben, zu danken. Die Teilnehmer und alten Kämpfer des Partei­tages von 1926 grüßen ihren obersten Führer, den Kanzler des Deutschen Reiches Adolf Hitler Sieg-Heil!"

An dieser Stelle haben Sie, mein Führer , so fuhr Gauleiter Sauckel fort,vor zehn Jahren nach der 'Neugründung der Partei die ersten acht Standarten außerhalb "des Traditionsgaues Bayern verliehen. Zum ersten Male begannen die stolzen Standartenadler ihren Siegesflug über ganz Deutschland. Nun find es viele Hunderte geworden.

Die ganze Nation, das ungeteilte ewige Deutschland bekennt sich zu Ihnen wie zur Volk und Reich erlösenden und befreienden nationalsozialistischen Idee und Weltanschauung.

Aus dem Lächeln wurden Wutausbrüche und Be­schimpfungen! Ein bedeutendes Organ in Deutsch­land, das damals der internationalen Freimaurerei diente, hielt es für nötig, einen Warnruf in die Welt zu schicken, der blitzartig die neue Lage, wie sie sich unseren Gegnern zeigte, erhellte:Es kann und darf aus bestimmten Gründen nicht verschwie­gen werden, daß 90 v. h. der Teilnehmer an dieser Heerschau Proletarier, Arbeiter, Angestellte und Erwerbslose gewesen sind."

Unsere Gegner wußten, daß höchste Gefahr im Verzug ist, wenn eine neue Bewegung es verstand, die breiten Massen des Volkes, die bisher ihr will­fähriges Element waren, zu sich herüberzuziehen und damit Wurzeln zu schlagen im Volke. Und wir waren uns der Bedeutung dieser Tatsache ebenso bewußt. Es war kein Zufall, daß bei diesem ersten Aufmarsch der neuerstandenen Opposition zum erstenmal ein weithin sichtbares äußeres Zeichen einer neuen Gemeinschaft in die Erscheinung trat: der zum deutschen Gruß erhobene Arm.

Der Welt wurde in diesen Julitagen 1926 gezeigt: die Zersplitterung der völkischen Bewegung ist be­endet. Einheitlicher und entschlossener denn je unter der alleinigen Führung eines Mannes an der Spitze hat das völkische Deutschland seine

Geheiligt durch das Blut der Gefallenen stehen die Standarten des Reiches vor Ihnen, mein Führer. Kein einziger Gegner konnte ihnen Schande oder Schimpf antun. Sie sind mit Ehre und grenzenloser Treue diese zehn Jahre lang getragen worden. Und so wird es in alle Zukunft und in alle Ewiakeit geschehen: denn die Treue, sie ist das Fundament unsere'' Bewegung,, sie ist das ureigenste -^cfen I unserer nationalsozialistischen Gemeinschaft, sie ist I hi» fFhro hpc; Nationalsozialisten."

23 6s war die erste Heerschau nach dem Zusammen­bruch der Bewegung 1923, eine Heerschau durch die wir feststellten, daß nicht nur die formelle Neu- aründunq der Partei durch den Führer erfolgt an­dern darüber hinaus eine neue Bewegung entttan- den war, in der sich zusammenfanden die Kampfe- rt'$er Beschl"des'°Fllhrers, nach Weimar zu mar­schieren, war im Grunde ein gewagtes Experiment, dessen Erfolg freilich ebenso überwältigend war, m$ie5 n eTe®1 NS^DAP. trug ihre Safrun aus QQm Deutschland indasher z D e u t s ch l a n d s. Und sie holte sich aus des Führers Hand neue Standarten für den Kampf. Sie zeigte der Welt" fiier sind wir wieder, hier st e y e n wir in teuer. Und wir werden IN Deutschland stehen aufrecht und entschlossener denn je.

Und die Welt verstand uns. Wenn man uns bis dahin seit der Neugründung der Partei belächelt hatte und nun noch einmal lächeln verbuchte Und glaubte, die Neugrundung als von vornherein hoffnungsloses Unterfangen eines Wahnsinnigen abtun zu können, so wandelte sich nun das Bild.

Darauf nimmt der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, das Wort, um der Bedeutung des ersten Reichsparteitages nach der Neugründung der NSDAP, zu gedenken. Er sag

U Zehn Jahre sind in einer rückschauenden Geschichts­bettachtung eine kurze Spanne Zeit. Zehn Jahre aber sind für die Lebenden, und besondere; für kämpferisch lebende Männer, für leidenschaftlich neuen Vorstellungen hingegebene Manner eine Zeit reichsten Erlebens und vielleicht entscheidenden Ein-

bildende Faktoren für das Deutle Reich, sur das deutsche Volk und die deutsche Nation sind. Gwu- bige der Idee vom neuen Werden des deutschen Volkes durch den Nationalsozialismus. Uns sind die vergangenen Jahre nicht nur Jahre eines hmgeben- den Kampfes und eines Weges, nicht nur Jahre des Ackerns, der Saat und des Beginnes der Ernte, uns sind diese Jahre wohl durchweg jene Lebens­spanne, in der unsere Lebenslinie eisern geschmiedet und unverrückbar durch die Erlebnisse geformt wurde.

Am Anfang dieser geschichtlichen Lebenslinie stehl der Führer, an ihrem Ende Deutsch­land Ihre Richtung hat der Führer bestimmt. Dem Leben Inhalt gegeben hat die Arbeit in

Dienste und am Werke des Führers.

Der Weimarer Tag 1926 war für uns eine De­monstration des Wortes, des Aufbegehrens em Taa an dem wir den damals Herrschenden, unseren Unterdrückern nach dem 9. November 1923, unser Nu n erst recht!" entgegenschmetterten, dieses Nun erst recht!", das auf unseren Abzeichen der

sprechen ist.

Dieser Bedeutung entspricht die Gestaltung der Er i nnerungs feier, die wie jener erste Reichsparteitag 1926 mit einer Tagung im Deutschen Nationaltheater begann. Wie damals saßen an zwei Tischen auf der Bühne die nächsten Mitarbeiter Adolf Hitlers, wie damals stehen auch heute dahinter eine Anzahl Feldzeichen der Bewegung. Draußen aber, auf dem Theater­platz, sind sämtliche nach Weimar gebrachten Feld­zeichen, über 500 an der Zahl, in Reih und Glied aufgestellt. Ehrenstürme der SA. und des NSKK. aus verschiedenen Gauen sind angetreten; in den auf den Platz einmündenden Straßen staut sich eine erwartungsvolle Menge, die in begeisterte Heil!- Rufe ausbricht, als der Führer um 9.30 Uhr auf dem Platz eintrifft. Unter den Klänaen des Pra- sentiermarsches schreitet der Führer die Front ab und begibt sich darauf in das Theater.

Als der Führer, begleitet von seinem Stellvertre­ter, Reichsminister Rudolf Heß, und Gauleiter Sauckel, den Theaterraum betritt, begrüßen ihn die mehr als taufend Männer, die hier versammelt sind, mit erhobener Rechten. Der Führer nimmt. .- rf. .

bann in der ersten Reihe auf der Bühne Platz, die Ehre des Nationaljozialisten.

Berufung zur Führung Deutschlands vor der Ge­schichte neu angemeldet.

Der Weimarer Tag war die erste sichtbare Etappe auf dem Wege, den der Führer den Seinen in der Festung prophetisch vorausgesagt hatte. In der Festung Landsberg sprach er Ende 1924 das Wort, bafc 7 bis 8 Jahre vergehen müssen, bis er mit seiner Bewegung so weit sei, um die Macht in Deutschland zu übernehmen. Als 8 Jahre um waren, war das Jahr 1932 vorüber. Mit der Machtüber­nahme im Jahre 1933 wurde die Vorhersage Wirk­lichkeit! Daß der Tag mit geradezu mathematischer Sicherheit früher oder später kommen mußte, t)at der Führer stets betont: Denn eine Sache, die nach großen, allgemein gültigen, in sich richtigen Grund­sätzen verfochten wird, und die durchgefochten wird ohne Rücksicht auf Fehlschläge mit größter Zähig­keit und Beharrlichkeit, mußte siegen. Aber der Sieg ist ein Sieg auf die Dauer, weil der Kampf des Nationalsozialismus geht um die Durchsetzung des Prinzips des Guten im Leben eines Volkes.

Und deshalb trug der Nationalsozialismus einen so überwältigenden Sieg davon über das Prinzip des Bösen, schlechthin über den Bolschewismus.

Wir können an diesem Tage der Rückschau auf ein Jahrzehnt voller Befriedigung sagen: 1926 kristallisierte sich um Adolf Hitler jene Be­wegung von männern, die im Bolschewismus in all feinen Erscheinungsformen in Deutsch­land ihren wahren großen Gegner sah. Und wie damals viele innerhalb des Volkes, die die

erforderten alljährlich eine sogenannteGeneral- Mitgliederversammlung". Es ergab sich dabei, daß der gesetzlich oorgeschriebene Vorgang,die Neuwahl des Vorstandes" bei der NSDAP., deren Führung bekanntlich niemals ein Problem gewesen ist, sich in höchstens zehn Minuten abzuspielen pflegte. Der Gedanke, diesen formalen Anlaß der Zusammen­kunft von Delegierten aus dem ganzen Reich gleich- zeitig zu einer Kundgebung im Dienste der Stär­kung der Bewegung werden zu lassen, war der Beginn des Parteitagsgedankens der NSDAP., der diesen Tagen einen besonderen Charakter verlieh und ihnen die große politische Linie gab.

Der Führer wies darauf hin, daß bereits in den Jahren 1920, 1921 und 1922 bei diesen Kundgebun­gen die großen Aufgaben der Partei erörtert und erläutert wurden, nicht in einer zerfressenden und verflachenden Diskussion, sondern durch Darlegun­gen derer, die berufen waren, dank des Vertrauens der Parteigenossen die Bewegung zu führen und diese Führung auch zu verantworten. Im Jahre 1923 wurde dabei zum ersten Male die Trennung zwischen Mitgliederversammlung und Sondertagun- gen durchgeführt. Als 1925 die Partei neugegründet war, schien ss nicht zweckmäßig, den Beginn der Arbeit mit einer Tagung einzuleiten. Der Führer war damals der Auffassung, daß der Beginn der Wiedererrichtung der Partei nur der Wiederbe­ginn der Arbeit im deutschen Volk sein könne, und daß der nächste Parteitag erst ein Jahr spater, 1926, abgehalten werden sollte, wenn die Resultate die­ser Arbeit den Parteigenossen vor Augen geführt werden könnten. Denn die Parteitage der national- sozialistischen Bewegung sollten ja nicht der end- losen Diskussion bestimmter Probleme dienen, son­dern erstens Rechenschaft ablegen über das, was geleistet wurde, und zweitens Aufgaben stellen für Sie Zukunft.

Der Führer kennzeichnete dann die inneren Gründe der organisatorischen Aufteilung der Parkst tage in Öen Delegiertenkongreß und die Sondertagungen. In dem Kongreß wurden vor ausgewählten Parteigenossen und Gästen die Resultate der nationalsozialistischen Forschungsarbeit auf allen Lebensgebieten dargestellt.

65 ist fo erklärte der Führer unter stürmi­schem Beifall auf diesen Parteitagen glaube ich mehr an Weisheit produziert worden als auf sämtlichen bürgerlichen und marxistischen Kundgebungen der Vergangenheit zusammen.

__ »«Limnhtt hon Führer in Weimar. Der Führerauf dem Wege vom Hotel zum Der Jubel der Menge umbrandet

Die historische Tagung der Partei in Weimar

Oer Führer spricht zu seinen alten Mitkämpfern und zum ganzen deutschen Volke.

Weimar, 4. Juli. (DNB.) Strahlender Son­nenschein liegt über Weimar, der im Festschmuck prangenden Gauhauptstadt Thüringens. Ein für die Geschichte des Nationalsozialismus und der Bewe­gung entscheidungsreicher und bedeutungsvoller Tag ist angebrochen. Am 4. Juli vor zehn Jahren fan­den sich etwa 8000 der treuesten Anhänger Adolf Hitlers aus allen Teilen des Reiches hier ein, um dem Ruf ihres Führers folgend der Welt zu zeigen, daß die Bewegung trotz Bedrückung, Ver­bot und Schikanen aller Art sich mächtiger als vorher erhoben hatte und nicht gewillt war, von ihren Idealen und Grundsätzen auch nur um Haaresbreite abzuweichen. Der Führer hat damals in seherischer Voraussicht die Bedeutung des Tages erkannt und hat später selbst wiederholt betont, daß der 4. Juli 1926 als der Tag des Durchbruches der Bewegung, als em Schicksalstag für die deutsche Zukunft anzu-

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