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An alle Beinebsführer!

Aufruf des Gauobmannes der DAF. Willi Becker.

916®. Ich bitte die Betriebsführer, dafür Sorge zu tragen, daß den Arbeitern, die im Stundenver- yältnis stehen, Gelegenheit gegeben ist, die durch die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage ausfallende Ar­beitszeit in vollem Umfange nachzuarbeiten.

Es muß unter allen Umständen zu ver­meiden sein, daß durch den Ausfall der Ar­beitszeit an den Feiertagen den schaffenden Men­schen ein finanzieller Schaden entsteht. Ich bitte die Betriebsführer, diesen Aufruf zu befolgen.

Heil Hitler!

Willi Becker, GauobLnann der Deutschen Arbeitsfront.

sichrer; Schütz, SS.-Obersturmführer; Schlüter, NSKK.-Truppführer; Wittich, Hauptstellenleiter.

40. Licher Straße Stadt L i ch : Krausch, Leiter der Goetheschule; Trieb, Dr. Staats­anwalt; Naumann, Kameradschaftsführer der TN.; Schuchmann, Kameradschaftsführer der TN.

41. Walltor st raß e Marburger Straße: Folgende Mitglieder des Stadtheaters: Geiger, Waiter, Mayr, Frohherz, Schneider-Oest, Brandts, Duill, Krause; Vetzberger, Amtsgerichtsrat.

42. Marburger Straße Wiesecker Weg: von Donob, NSKK.-Sturmführer; Krüger, NSKK.-Obertruppführer; Kockerbeck, NSKK.-Trupp­führer; Koch, NSKK.-Truppführer; Müller, NSKK.- Truppführer.

43. Krofdorfer Straße Rodheimer Straße: Rothamel, Stadtrechner; Löffler, Re­gierungsbaumeister; Müller, Amtmann; Schüller- mann, Amtmann.

44. Bahnhof st raße Löwengasse: Bötz, HJ.-Gefolgschaftsführer; Denninghof, Dipl.- Jng.; Klahr, Regierungsrat; Wecker, Regierungsrat.

45. Frankfurter Straße Alicen- straße: Leithäuser, Sturmführer; Martin, Sturm­führer; Pfeffer, Sturmführer; Mettenheimer, Trupp­führer.

Sondersammlung von 16-19.30 Uhr:

Arnold, Bankdirektor; Gros, Amtsgerichtsrat; Schmidt, Oberregierungsrat; Eisenhardt, Regie­rungsbaurat; Wagner, Baurat.

Kreisamtsleiter: Schmelz, Klöß, Dopheide, Georg Heß, Frank; Ortsgruppenleiter: Thomas, Horst, Holländer, Kreuder; Ortsgruppenamtsleiter: inner­halb ihrer Ortsgruppe. SA.-Führer: Bender, Hum­mel, Pauly, Krämer, Schömbs; SS-Standarten­führer Müller; NSKK.: Staffelführer Nagel, Ober­sturmführer Schäfer.

20-24 U6r:

Sammlung in Lokalen und Gaststätten.

Es sammeln: Blumschein, Schriftleiter des Gie­ßener Anzeiger; Brill, Landgerichtsdirektor; Grieß­bauer, Bankdirektor (Sonderauftrags; Geyer, Lei­ter der Gießener Lichtspieltheater; Kalbfleisch, Dr., Amtsgerichtsrat; Lampert, Amtsgerichtsrat; Locher, Amtsgericytsrat; Nicolaus, Oberforstmeister; von Gall, Forstassessor; Thüre, Landgerichtspräsident; Trümpert, Lan-dgerichtsrat; Pfähler, Rektor der Universität.

Politische Leiter: Hildebrandt, Kreisleiter; Kranz, Gauamtsleiter; Die Alte Garde; sämtliche Kreis­amtsleiter, Hauptstellenleiter, Ortsgruppenleiter.

SA.-Führer bis zum Sturmführer einschließlich. Obertruppführer: Leipold, Richter. Truppführer: Krämer, Hamm, Mettenheimer, Schömbs, Fischer.

SS.-Führer: Standartenführer Müller. Ober­sturmführer: Nakat, Schaarschmidt, Schütz; Schar­führer: Brüning, Dietz, Balser.

HJ.-Führer: Heim, Käppele, Völzing, Taesler.

Reichsarbeitsdienst: Feldmeister Weigel; Ober­truppführer: Kaiser, Jatho.

NSKK.-Führer: Nagel, Schäfer, Schilling, Krü­ger, Schlüter, Happel, Schmoll, Siersleben.

Folgende Mitglieder des Stadttheaters: Inten­dant Schulze-Griesheim, von Gschmeidler, Kühne, Bräuer, Neuhaus, Volk, Wrede.

Sondersammlung am Abend.

An den Ausgängen des Gloria-Palastes nach Schluß der Vorstellung: SA.-Obertruppführer: Wießner, Burk, Momson, Schulte, Herbert, Wich- hoff, Belina, Euler, Pabst, Büttner, Heyder, Ge­bauer, Fischer, Elfenstahl, Diehl.

An den Ausgängen des Lichtspielhauses, Bahn­hofstraße, nach Schluß der Vorstellung: SA.-Trupp- führer: Schütz, Schneider, Hofmann, Sauer, Wal­ter, Wagner, Goeres, Heil, Greilich.

Die Ortsgruppenamtsleiter im Bereich ihrer Ortsgruppe.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Wenn der Nikolaus kommt.

Es gab wohl Zeiten, in denen von ernsthaften Erziehern gefordert wurde, die Kinder möglichst frühe aus dem Märchenglauben herauszuführen und in die wirkliche Welt zu stellen. Das heutige Zeitalter der Technik erfordere das. Wir könnten keine Träumer brauchen. Wir müßten dafür sorgen, daß der Osterhase, das Christkindchen und andere Fantasiegestalten den Kindern recht bald auf na­türliche Weiseerklärt" würden.

Aber es fehlte auch nicht an Widerspruch. Viele Eltern waren mit solchen Forderungen gar nicht einverstanden. Sie, die selbst eine sonnige und glück­liche Jugendzeit erlebt hatten, in der eben der Osterhase und der Nikolaus eine wichtige Rolle spielten, nahmen Partei für ihre Lieblinge und verlangten, daß die Kinder recht lange in der Märchenwelt leben sollten. Und mir will scheinen, daß heute fast alle Eltern dieser Ansicht sind.

Wir lassen deshalb wieder den Nikolaus kommen. Hat der Adventskranz die beginnende Weihnachts­stimmung hervorgezaubert, so wird sie vom Niko­laus noch gesteigert.

Von drauß vom Walde komm' ich her, ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!

So spricht er, und wie fernes Weihnachtsgeläute klingt dieser Spruch. Bald wird der Tannenbaum erscheinen, die Lichter werden brennen, und dar­unter werden die Geschenke liegen. Das schönste Fest des Jahres kommt für uns und unsere Kinder. Die Tage werden schon gezählt, die Wunschzettel liegen bereit, alles ist in Spannung.

Morgen kommt der Nikolaus und lüftet ein wenig den Vorhang, der über dem großen Zauberreich liegt. Wir können hineinschauen in die Märchen­welt. Kleine Mädchen haben wohl Angst, denn die Buben haben schon vonihrem" Nikolaus erzählt, der mit der Rute käme und was sie ihm all sagen wollten!

Der lldikolaus mit dem langen Barte und der tiefen Stimme ist ja auch so eine rechte Gestalt für die Buben. Schon das Poltern auf der Treppe gefällt ihnen. Wenn auch das kleine Herz klopft und die Geschwister sich ängstlich hinter der Mutter verbergen, zeigen sie sich doch äußerlich sehr mutig und treten dem Ankömmling kühn entgegen. Frei­lich bricht auch ihr Mut oft genug zusammen. Mit Tränen in den Augen sagen sie ihr Sprüchlein und dann doch sehr froh, wenn der Nikolaus seinen Sack ausleert und ohne die Rute zu gebrauchen wieder von dannen wandert.

Nüsse und Aepfel sind bei unfern Kindern immer begehrt, und gerade sie bringt der Nikolaus, manch­mal auch noch ein kleines Geschenk. Die Kleinen wissen aber, daß das alles nur ein Anfang ist, daß das Schönere noch kommen wird. Ihr Glauben und ihre Zuversicht sind unbesiegbar.

Wir müssen uns darüber freuen, daß dieser Glaube in allen Kinderherzen nicht totzukriegen ist. Wenn wir in ihre gläubigen Augen schauen, wenn wir beim Eintritt des Nikolaus ihre erwartungs­vollen Mienen sehen, dann schlägt auch unser Herz schneller, und wir denken unwillkürlich an die Zu­kunft und wünschen unfern Kleinen, daß sie der­einst glücklich und zufrieden im Leben stehen sollen, daß ihnen nicht Kriegs- und Jnflationsjahre das Leben verbittern und ihren Glauben zermürben.

Wir leben ja in einer verheißungsvollen Zeit, denn nun sehen doch alle, daß es auch für unser Vaterland und für uns wieder einen Aufstieg gibt, daß wir nicht wie in früheren Jahren .müde And traurig in die Zukunft zu schauen brauchen.

Und wenn uns der sieghafte Glaube unserer Kin­der schon in den letzten Jahren gestärkt und ge­tröstet hat, so muß er uns in diesen Tagen erst recht ftoh machen. Der Nikolaus ist ein Lebens- bejaher, einer, der wohl böse Streiche austeilen kann, dafür aber auch die schönsten Gaben stiftet. Darum soll er uns willkommen sein. 0. Z.

Tag der nationalen Solidarität für das Winterhilfswerk.

Alle Helsen!

Der Tag ber nationalen Solidarität des Vor­jahres ist sicherlich noch in aller Erinnerung! Ueber- all in den Straßen begegnete man den Sammlern, gerne wurde von allen Volksgenossen gegeben, und nur wenige dürften es gewesen sein, die nur ein - mal gaben. Immer und immer wieder, unermüd­lich hielten die Sammler den Volksgenossen die Büchsen entgegen, deren manche bald ein erheb­liches Gewicht bekam. Welches Gedränge herrschte damals im Seltersweg, und wie oft mag wohl an jenem Tag in dieser Straße der Geldbeutel ge­zückt worden sein? Am Abend erschienen die Samm­ler mit ihren Büchsen in den Gaststätten, um noch einmal ihre Bitte für das Winterhilfswerk zu er­heben. Und dann war es doch so, daß man an jenem Tage kaum einem mißmutigen Geber be­gegnete. Vielmehr wuchs aus der Gebefreudigkeit manches humorvolle Wort hervor.

Der heutige Nachmittag und der heutige Abend werden nicht anders verlaufen. Wieder werdSn die führenden Persönlichkeiten der Partei, der Be­hörden, der Universität, des Stadttheaters, der Wirtschaft usw. unterwegs sein, und wohl kaum ein Volksgenosse, der es kann, wird sich den Bitten verschließen, die auch heute wieder erhoben werden. Das Ergebnis der Sammlung wird allen Samm­lern und Gebern Ausdruck des Dankes sein für die Opferbereitschaft im Dienste der Dolksgemein- schäft!

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag.

Platzkonzert der Kapelle des Jnfanterie-Regi- ments 116 von 17 bis 18 Uhr am Selterstor; Kon­zert des Musikzuges der SA.-Standarte 116 von 18 bis 19 Uhr am Kreuzplatz. Gloria-Palast, Seltersweg:Schatten der Vergangenheit." Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Stadt Anatol", 22.45 UhrBengali" (Nachtvorstellung). Weih­nachtsausstellung der oberhessischen Künstler ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. Freie Ver­einigung ehemaliger Angehöriger des Res.-Jnf.- Regts. 222: 20 Uhr Erinnerungsfeier imAndres" an die Schlacht bei Lodz. Artillerieverein: 20.30 Uhr Kameradschaftsabend imHessischen Hof". Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen: Nikolauskränzchen im Cafe Leib.

Tageskalender für Sonntag.

Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr, Musik um Weihnachten (6. Moraenveranstaltung); 15 bis 17.15 Uhr,Prinzessin Allerliebst oder Der wunder­same Regenschirm" (Märchenspiel); 19 bis 21.45 Uhr, Ein idealer Gatte". Gloria-Palast, Seltersweg: Schatten der Vergangenheit". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Stadt Anatol". Hitler-Jugend,

Bann 116: 10.45 Uhr, Filmmorgenfeier (Bengali-) im Lichtspielhaus. Weihnachts-Ausstellung der oberhessischen Künstler, 11 bis 13 Uhr und 17 bis 18.30 Uhr, im Turmhaus am Brand. Goethe- Bund und Kaufm. Verein: Gastspiel des Ivo Pu- Honnys Marionetten-Theaters in der Universitäts- Aula, 16.15 UhrDer gestiefelte Kater" (Jugend- Vorstellung); 20.15 UhrKönig Violon und Prin­zessin Clarinette". Obst- und Gartenbauverein Gießen: 15.30 Uhr Lichtbildervortrag von Diplom- landwirt Fürst überDie Bedeutung des Humus für Boden und Pflanze, Mittel und Wege für die Humusversorgung" im Gasthaus Faulstich, Bahn­hofstraße 59. Turnverein 1846: von 16 Uhr ab Familienausflug und Nikolausfeier (Schützenhaus).

Das Gießener Sladttheater am morgigen Sonntag.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns aefchrieben: Die 6. Morgenveranftaltung des Stadttheaterss am morgigen Sonntag siehtMusik um Weihnachten" vor. Die Vortragsfolge bringt zunächst einige der selten gehörten geistlichen Lieder Hugo Wolfs. Die Lieder sind gleichermaßen durch Text und Melodie bedeutsam und geben eine moderne Deutung des Weihnachtserlebmsses. Die Hirtenmusiken Gregor Josef Werners (1695 bis 1766) vermitteln mit dem Klangkörper des späteren klassischen Streichquartetts, zu dem hier noch ein Continuo-Jnstrument tritt, ein Stück volkstümlicher Kunst seiner alpenländischen Heimat. Jauchzer und Jodler sind eingefangen und bäuerlich derbe Tanzrhythmen. Das Weihnachts­konzert von Ph. Fr. Böddecker für Sopran und Con­tinua ist eine der ersten Solokantaten. Die kunstvolle KantateSinget dem Herrn" des berühmten Lü­becker Organisten Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707) für Sopran, Solo-Violine und Continuo gibt den festlichen Ausklang. Die musikalische Leitung hat Ka­pellmeister Ernst Bräuer. Mitwirkende: Damen: Ilse Laskus (Sopran), Thea Lotze-Middendorf a. G. (Sopran); Herren: Karl Jost (2. Violine), Franz Kerzisnik (1. Violine), Georg Scheuermann (Viola), Ernst Schneider (Violoncello). Die Feier wird um­rahmt Durch Rezitationen Gert Geigers. Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. Für Platzmieter ist der Eintritt frei.

Am Nachmittag findet die erste Wiederholung des WeihnachtsmärchensPrinzessin Allerliebst oder Der wundersame Regenschirm" von Friedrich For­ster statt. Die Spielleitung führt Karl V o l ck. Musi­kalische Leitung: Ernst Bräuer. Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr und endet 17.15 Uhr. Außer Miete.

Arn Abend geht der große ErfolgEin idealer Gatte", Schauspiel von Oskar Wilde in Szene. Die Spielleitung führt Wolfgang Kühne. Anfang 19 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Außer Miete.

Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.

Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde vep- anstaltet am Donnerstag, 10. Dezember, wieder einen Vortragsabend. Prof. Dr. Troll-Berlin spricht an Hand von Lichtbildern überEuropäische Kolonisationsmethoden in Ostafrika". Auf die heu­tige Anzeige sei besonders hingewiesen.

Die Winterarbeit der Hitlerjugend.

Tagung der Führer des Bannes 146.

Natürliche Dinge sind es, welche die Hillerjugend zwingen, ihren Dienstbetrieb im Winter ganz an­dersaufzuziehen", als im Sommer. Fahrten und Sport, Lager und sonstiger Dienst machen in der Hauptsache den Dienst des Sommers aus. Ganz verschieden davon ist die Wintetarbeit. Das Feld unserer Tätigkeit wird in einen Raum hineinge- bannt, daraus hat sich dann der Heimabend, der Sportabend in der Turnhalle und neuerdings der Dienstabend entwickelt. Es sei hier das Wesentliche über diese drei Dinge mitgeteilt.

Der Heimabend soll weltanschauliche Dinge den Jungen vermitteln. So steht der Abend mei­stens unter einem bestimmten Thema, es wird von einem Führer vorgebracht und dient in der Haupt­sache der nationalsozialistischen Erziehung.

Der Sportabend soll der körperlichen Er­tüchtigung gewidmet sein. Soweit Turnhallen vor­handen sind, werden sie im Einvernehmen mit dem RfL. von der HI. benutzt. Gehalten wird er vom Sportwart der Gefolgschaft, oder einem sonstigen geeigneten Mann.

Der D i e n st a b e n d ist im Gebiet Hessen- Nassau ein völlig neuer Begriff. Im Gegensatz zu den Sportabenden wird er in Abwechselung mit den Heimabenden 14tägig abgehalten. Er dient in

der Hauptsache der vorbereitenden Sommerarbeit. Alles das, was seither nicht oder selten an die Reihe kam, soll in ihm geübt und durchgesprochen werden. So wird der Dienstabend mit der zehn minutigen Formalausbildung (Ordnungsübungen) beginnen, Sandkastenbauen, Kartenlesen, Gelände­kunde, Marschkompaß und Planzeiger, Gewehr­griffe, also alles das, was im Sommer unbedingt klappen" muß, wird den Inhalt dieses Abends ausmachen.

Nun ist es allerdings Tatsache, daß alle diese Sachen dem HJ.-Führer nicht angeboren sind, son­dern daß er sie sich erst vorher aneignen und wohl auch lernen muß. Lernen aber muß man auf Schulen, und deshalb besucht auch der Hitlerjugend­führer eine solche, entweder eine Schule, oder aber mehrere Schulungen. Ergänzt werden diese eben durch regelmäßige Führerbesprechungen, sowie die von der Reichsjügendführung und dem Gebiet her-

Fewa

Wege im Nebel.

Vornan von Käthe Mehner.

(Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.)

25 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Doch nur einen Augenblick dauerte sein Zögern. Nein was er tun wollte, war feige! Was auch ge­schehen war, es war seine Pflicht, Hilfe herbeizu­holen!. Vielleicht war doch noch Rettung möglich! Nicht weit von hier befand sich ja die Sanitäts­wache, die Walter auf dem Hinweg bemerkt hatte. In einer Viertelstunde war sie zu erreichen.

Da lief Walter Brand, lief, rannte wie gehetzt! Lief durch das endlose Dunkel, stolperte, glitt aus und lief weiter, immer weiter, den Lichtern nach, die von fern trübe durch den Nebel schienen. Ob er öie Wache fand, er wußte es nicht. Aber irgendwb mußten doch Leute wohnen, die helfen konnten...

Da endlich,--ein helleres Licht! Der Weg

wurde breiter, wandte sich nach links, der Stadt zu. Häuser wurden sichtbar. Ein rotes Licht! Es war die Sanitätswache!

Mit keuchendem Atem stand Walter Brand end­lich im Innern des mit dem Kennzeichen des Roten Kreuzes versehenen Hauses.

Um Gottes willen, kommen Sie schnell!" stam­melte er auf die erstaunte Frage des Sanitäters. Sie müssen sofort kommen. Bringen Sie eine Bahre mit! Am Hafen ist jemand verunglückt!"

XIV.

In Dr. Ralf Rammelts Arbeitszimmer schlug es zehn Uhr.

Unwillkürlich hatte Pauline jeden Schlag mit- gezählt.Zehn Uhr! Und immer noch ist er nicht da!" murmelte sie jetzt, während sie die Treppen zum Schlafzimmer ihres Herrn emporstieg, um es mit dem Wecken noch ein drittes Mal zu versuchen.

Freilich war es schon einige Male, wenn auch selten, vorgekommen, daß Rammelt später aufge­standen war, anstatt wie gewöhnlich um 7.30 Uhl aber dann hatte er doch immer Bescheid hinter­

lassen, es Pauline gesagt oder aufgeschrieben, wenn er geweckt sein und das Frühstück haben wollte!

Pauline war vor Rammelts Schlafzimmer an­gekommen. Jetzt klopfte sie, erst vorsichtig, bann immer lauter und kräftiger, rief dann:Herr Dok­tor! Es ist zehn Uhr!"

Aber wieder blieb alles still. Nichts regte sich.

Noch einen Augenblick zögerte Pauline, dann faßte sie Mut und drückte langsam und vorsichttg die Klinke herunter.

Wider Willen erschrak sie. Die Tür war in der Tat nicht verschlossen! Dr. Rammelts Schlafzim­mer unverschlossen! Das war noch niemals der Fall gewesen, solange sie sich hier im Hause befand!

Weit stieß sie nun die Tür auf.

Und da--es war hell im Zimmer, die Ja­

lousien waren nicht zugezogen! Und Rammelts Bett--leer, unbenutzt!

Ein eiskalter Schauer lief Pauline über den Rücken, als sie sich im Zimmer umsah. Dort die Schranktür weit offen! Ein Mantel hing halb heraus, schleifte über dem Boden. Und noch mehr auch die Schubladen der Kommode waren aufgerissen, der Inhalt durcheinanderge­wühlt!

Da hielt es Pauline nicht länger. Ohne noch einen Blick rückwärts zu wenden, rannte sie aus dem Zimmer, stürzte Die Treppe hinunter, stand dann atemlos in der Garage vor dem Chauffeur, der sie erstaunt ansah:

Aber was ist denn, Pauline? Warum bist du denn so aufgeregt?"

3n der Wohnung waren Einbrecher! Und--

der Doktor ist auch verschwunden ...", keuchte das Mädchen.

Ach, den haben die Einbrecher wohl gleich mit­genommen?" lachte Dönitz, der Paulines Aenast- lichkeit kannte.

Doch als Pauline dann erzählte--nicht nur,

daß das Zimmer leer sei, der Herr weg und die Schränke offen--wo er doch sonst von so pein­licher Ordnung war--sondern auch, daß Ram­

melt schon seit Tagen ein so seltsames Benehmen habe, so ganz anders als gewöhnlich--wurde

auch Dönitz ernst. Das letzte war ja auch ihm aufgefallen! Vielleicht hatte Pauline darin recht, irgend etwas stimmte da nicht! Und doch, all das

konnte vielleicht noch eine natürliche Aufklärung finden! Vielleicht hatte er die Nacht bei Bekannten verbracht, hatte vergessen, Bescheid zu geben--

so etwas kam doch vor!

Wir wollen doch erst einmal abwarten, Pau­line! sagte er aus seinen Gedanken heraus.Erst einmal abwarten, ob nicht noch Nachricht kommt! Es ist ja noch früh am Tag!"

Aber nur bis zum Mittag hielt Pauline das Warten aus. Dann stieg sie die Treppen zum Ne­benhause herauf und läutete dort.

Minna öffnete ihr.

Sofort polterte Pauline mit ihrer Frage nach Rammelts Aufenthalt heraus.

Aber Minna schüttelte den Kopf:Dr. Ram­melt? Nein, der ist nicht bei uns! Ist schon die ganzen Tage nicht mehr hier gewesen "

Und Fräulein Janna? Vielleicht weiß die, wo ihr Verlobter ist?" fragte Pauline erregt weiter.

Nein, Fräulein Janna ist auch nicht da! Sie ist noch einmal für ein paar Tage verreist!"

Aber ihre Adresse! Können Sie mir die nicht wenigstens geben? Fräulein Janna muß doch schließlich wissen, wo Herr Doktor ist!"

Aber Minna verneinte auch jetzt. Sie war kein Mädchen, das viele Worte verlor, am wenigsten über Janna Heller, an der sie mit rührender An­hänglichkeit hing.

Die Adresse von Fräulein Janna weiß ich nicht!" erwiderte sie kurz.

Pauline merkte jetzt auch, daß sie hier nichts er­fahren konnte. Sie war schon im Begriff gewesen, Minna den geheimnisvollen Anlaß ihres Fragens, das unerklärliche Verschwinden Rammelts, anzu- vertrauen. Aber das kurzangebundene Wesen Min­nas nahm ihr die Lust dazu. Ohne eine weitere Er­klärung cibzugeben, lief sie die Treppen wieder hinab und begab sich zu Dönitz.

Was meinst du, Pauline, wenn wir mal im Institut bei Herrn Doktor anrufen würden?" sagte der Chauffeur plötzlich, nachdem er Paulines Be­richt angeyört hatte.

Eifrig stimmte Pauline zu.

Daß wir daran noch nicht gedacht haben!" meinte sie.Dann wollen wir aber mal gleich un­ser Glück damit versuchen!"

Gemeinsam gingen sie nach oben, betraten das Arbeitszimmer Rammelts, in dem das Telephon angebracht war.

Der Chauffeur wählte die Nummer, wartete auf die Meldung des Fernamts. Aufgeregt stand Pau­line neben dem Apparat.

Da plötzlich bückte sie sich, schrie auf:

Hier, hier, Dönitz, sieh doch die Schnur!"

Erschrocken legte der Chauffeur den Hörer zurück, sah die Schnur an, die Pauline im entgegenhielt. Tief unten am Boden, so daß es für den ersten Blick unbemerkt bleiben mußte, war die Schnur durchgeschnitten worden. Jemand hatte ein Inter­esse daran gehabt, daß der Eigentümer des Tele­phons sich nicht mit der Außenwelt in Verbindung setzen konnte!

Jetzt glaube ich bald selber, daß du recht hast, Pauline!" sagte Dönitz ernst.Vielleicht ist es doch das beste, wenn wir die Sache auf der Polizei melden. Wer weiß, nachher ist es sonst noch zu fpät!"_ fügte er halblaut hinzu, so daß es Pauline kalt über den Rücken lief. Immer klarer wurde es ihr, daß hier etwas Furchtbares geschehen sein mußte. Vielleicht hatte man Dr. Rammelt sogar er­mordet fyatte ihn erst beraubt und dann ermor­det! Ihre Phantasie spiegelte ihr bereits die schreck­lichsten Bilder vor, aus denen erst die ruhige Stimme des Chauffeurs sie herausriß.

Vielleicht wäre es dann das befte, wenn ich selber gleich mal in die Stadt aufs Polizeipräsidium fahren würde, da das Telephon ja nicht in Ordnung ist!" schlug er vor.

Doch fast hysterisch vor Angst wehrte Pauline den Gedanken ab.

Nur nicht mich hier allein lassen!" rief sie. Alles will ich tun, auch auf das schreckliche Poli­zeipräsidium fahren, bloß nicht hier allein bleiben!"

Na ja, dann fährst du eben!" beruhigte Dönitz das Mädchen.Ader beeile dich, damit du den Autobus noch bekommst! Und bring' auch gleich ein paar Beamte mit! Ganz allein können wir die Nacht doch nicht hierbleiben!"

Eilig lief das Mädchen hinauf, um fick Hut und Mantel zu holey. Dann machte sie sich auf den Weg.---

(Fortsetzung folgt!)