m. 285 Drittes Blatt
Samstag, 5. Dezember 1936
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Tag der nationalen Solidarität in Gießen
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Hitlerjugend Bann 116.
Anordnung des Bannführers.
1. Die Hitlerjugend sammelt am Sonntag, 6. Dezember, im ganzen Deutschen Reich auf Befehl des Beauftragten des Vierjahresplanes, Pg. Göring, und des Jugendführers des Deutschen Reiches Val- durch von Schirach, Bucheckern und Eicheln. Dieser Befehl gilt gleichzeitig für alle Linheitsführer des Bannes 116.
2. Die Film-Morgenfeier, die am Sonntagmorgen staltfindet, wird nicht, wie angegeben, im Gloria-Palast abgehatten, sondern im Lichtspielhaus zu Gießen, Bahnhofstraße. Die Einheiten, die hierzu teilnehmen, haben nachmittags Bucheckern und Eicheln zu sammeln.
dachte/ daß unterdessen die Männer längst durch das Tor und in der Stadt am Morden wären. Und während die unten mit ihrem Balken die Füße schon zum Anlauf fest in den Boden stellten, und gar nichts anderes in der Nähe zum werfen war, griff feder einen Bienenkorb. Die warfen sie den vordersten Männern so heftig an die Köpfe, daß sie rückstürzend auch die anderen verwirrten und der Balken seine Spitze statt in das Tor dumpf in die Erde bohrte. Worauf die Bäckerjungen Mut bekamen, rasch und gewandt die ganzen Bienenkörbe nacheinander hinunter feuerten und die Linzer durch diese Wurfgeschosse — die ihnen im Halbdunkel wie schwere Steine vorkommen mochten — so verwirrten, daß auch die hintersten den Balken fallen ließen und alles weit aus dem Bereich dem Turmes
genutzt worden ist. Was liegt daher näher, als die deutsche Jugend auch in diesem Abschnitt des Vierjahresplanes einzusetzen, haben am letzten Samstag die Pimpfe in allen Haushaltungen metallische Altstoffe gesammelt und so unserer Schrotteinfuhr eine erhebliche Hilfe geleistet, haben ebenfalls vor wenigen Wochen die Jungmädel Papier und sonstige Altmaterialien gesammelt, so ergeht, mitten in den Vorbereitungen der HI. zum Generaleinsatz für das diesjährige WHW-, der Ruf des Reichsministers Göring, des Beauftragten für den Vierjahresplan, an die HI., Bucheckern und Eicheln zu sammeln.
Am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag werden sämtliche Einheiten der Hitlerjugend, des Jungvolks, des BDM. und der Jungmädel zu dieser Sammlung eingesetzt. Die Pimpfe und Jungmädel werden am Staatsjugendtag herangezogen, während am Sonntag auch die übrigen Einheiten sammeln. Der Zeitpunkt der Sammlung ist noch
NSG. Die Verbreitung unserer Nahrungsgrundlage ist eine der Hauptaufgaben, die uns aus dem neuen Vierjahresplan erwachsen. Wenn es der deutschen Landwirtschaft in der Erzeugungsschlacht auch bereits gelungen ist, die Ernährung aus dem eigenen Boden in vielen Dingen lOOprozentig sicherzustellen, so haben sich doch bei der Fett- und Fleischversorgung manche Mängel und Saisonspitzen ergeben, die'nicht ohne weiteres ausgeglichen werden können.
Der deutsche Boden — und in diesem Falle der deutsche Wald — hat aber noch eine gewaltige Kraftreserve, die zum großen Teil noch nicht aus-
günstig, da die Eicheln und Bucheckern noch nicht unter den Witterungseinflüssen des eintretenden Winters gelitten haben. Die Eicheln werden für die Schweinemast verwendet werden, während dis Bucheckern in den Oelmühlen zu einem der feinsten Oele, das wir überhaupt kennen, verarbeitet werden. Auch der Oelkuchen stellt ein beliebtes Futtermittel dar. Deutschland kann es sich nicht leisten, einen derartig wichtigen Rohstoff der Fäulnis und dem Verderb zu überlassen. Aus diesem Grunde hat der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Göring, im Einvernehmen mit dem Reichsjugendführer angeordnet, daß die Hitlerjugend und der Bund deutscher Mädel heute und morgen eingesetzt werden. Ein weiterer Sammeltag ist in der folgenden Woche zu erwarten.
Freudig erfüllt die HI. den neuen Auftrag, der an sie ergangen ist. Drei Tage nach der höchsten Anerkennung durch den Führer erhält sie den Befehl, den sie freudig erfüllt, wie sie jeden Befehl zu erfüllen gewohnt ist, um so mehr, als es hier eigentlich nur eines Anstoßes bedurfte, um sie begeistert am Aufbau für die Sicherheit und Unabhängigkeit des deutschen Volkes mitarbeiten zu lassen.
Sie stand nicht nur früher mitten in der rauhen Wirklichkeit des politischen Lebens und Kampfes — ganz im Gegensatz zu denen, die selbstsüchtig und feig die Straßen mieden — sie hat auch heute noch die gleichen Tugenden. Ueberall, wo Not am Mann ist, ist sie zur Stelle, um nicht nur vom Aufbau zu reden, sondern sich tatkräftig und rastlos dafür ein» zufetzen.
es draußen winterlich kalt und feucht durch den Abend rieselt.
hoch und schlank steht er neben dem Sofa, ein Junge unserer Tage, eine Locke fällt ihm in die Helle, unbeschwerte Stirn, und in seinem Lied und in seinen grauen, klaren Augen ist der Marschschritt der Jugend.
Sein Vater ist keine romantische Natur, gewiß nicht, und er nickt seinem Jungen erst lachend zu. Dann tritt eine andere Welt in seinen abwesenden Blick, eine Wolke von Verlorenheit ist um ihn, und in seinem gebückten Haupt mag mächtig die Vergangenheit über die Gegenwart geflutet fein: als sein Junge da noch Wunsch und Gedanke war, und das warme Blut aus feiner eifrig schnitzenden Hand das Buchsbaumholz Südfrankreichs tränkte.
Der große, graue Mann schweigt und lauscht in sich hinein und zurück. Seine Seele ist wie in einen Mantel gehüllt. Es ist die kostbare und seltene Ruhe, die von allem erfüllt ist, von der Gleich- zeittgkeit früheren und augenblicklichen Geschehens, ohne Wunsch, friedevoll, so einfach und innerlich wie der warme Ton der Schalmei.
neke, Reichsarbeitsdienst-Truppführer; Pfannkuche, Reichsarbeitsdienst-Truppführer; Wirbelauer, Reichsarbeitsdienst-Truppführer; Süß, SS.-Scharführer.
30. A m Marktplatz: Ritter, Oberbürgermeister; Schmidt, Brigadeführer; Ewald, Kreisamtsleiter; Bräuer, Schauspieler; von Gschmeidler, Schauspieler; heim, Bannführer; Hamann, Dr., Betriebsführer des Gießener Anzeiger; Schmidt, Amtsgerichtsrat; Schudt, Amtsgerichtsrat.
31. Turnhalle am Oswaldsgarten: Bolz, SS.-Scharführer; Keller, Dr., Schlachchof- direktor; Stroh, Rektor.
32. Wernerwall-Asterweg: Grünewald, Oberbaurat; Seiner, Baurat; Magnus, SA.-Trupp- führer.
33. Schiller st raße-Wernerwall: Kait- zer, Derwaltungsamtmann; Stein, HJ.-Scharführer; Zück, HJ.-Scharführer.
34. Walltor st raße-A st erweg: Fischer, SA.-Truppführer; Leipold, Obertruppführer; Leu- bauer, Reichsbankdirektor; Schulte, Dr., Reichsbankrat; Soldan, Alte Garde; Stühler, Kreishandwerksmeister.
35. Kirchenplatz - Lindenplatz: Finke, Dr., Staatsanwalt; hanß, Arbeitsdankwalter; Keil, Regierungsbaumeister; Knöll, Regierungsbaumeister; Lung, SS.-Scharführer.
36. Neuen Väue-Sonnenstraße: Cron- jäger, Kreisamtsleiter; Delp, Kreisamtsleiter; Graeve, Jungbann-Adjutant; Klein, Vertriebsleiter der Ober- hessischen Tageszeitung; Koch, Geschäftsführer der Oberhessischen Tageszeitung; Reitz, Hauptstellenleiter; Waag, Hauptstellenleiter; Völzing, Bann-Adjutant; hofmeyer, Amtsgerichtsrat; Junker, Schriftleiter bei der Oberhessischen Tageszeitung.
37. A n der SS. - Standarte: Folgende Mitglieder des Stadttheaters: Rosenthal, Schorn, Seitz, Winkel, Kohlermann, Schuster, Prinz, Stirl; Frank, Studentenschaftsführer; Müller, stellvertre- tender Studentenschaftsführer.
38. Hitlerwall-Moltkestraße: Grünewald, Oberbaurat; Goubeaud, SS.-Scharführer; Hofmann, Dr., Staatsanwalt; Jöckel, Amtsgerichtsrat.
39. Kaiserallee — Moltkestraße: Freund, NSKK.-Obertruppführer; Hampel, Schauspieler; Nakat, SS.-Obersturmführer^ Pfaff, Regierungsbaurat; Schaarschmidt, SS.-Obersturm-
Eilbefehl
des BOM.-llntergaues 116 Gießen.
„Laut Reichsbefehl sammeln am Sonntag, dem 6. Dezember alle Mädel und Jungmädel Bucheckern und Eicheln. Die angesetzten Wochenendschulungen fallen außer Gießen aus. Die Mädel- und Jungmädelgruppen 5/116 bis 19/116 melden bis zum Montagmorgen das Sammelergebnis direkt an uns. Für den Standort Gießen fällt die Sammlung aus."
Die Führerin des Untergaues 116, Gießen: Käthe Pfeffer, Mädelgruppenführerin.
Die Schalmei.
Von Werner Schumann.
Nicht einen funkelnden Dolch holt er aus dem Dunkel seines gardinenoerhängten „Allerheiligsten", keinen Granatsplitter, wie man es bei einem ehemaligen Kriegsgefangenen vermuten könnte — da steht er, der große, schon ergraute Mann, und hält eine Schalmei in der starken, verarbeiteten Hand, hält sie prüfend ans Licht und sagt gedankenvoll: „Dies war der Krieg".
Dies war der Krieg, und zwar feine bitterste und entsagungsvollste Zeit, als sie in Südfrankreich Steine karrten und die Lagerwochen und -monate sich in ihre schmalen Gesichter zeichneten.
Aber gegen jeden Schmerz gibt es ein bekanntes ober geheimes Mittel. Und so ist er hingegangen und hat mit seinen groben, sonst keineswegs geschickten Händen aus Buchsbaum eine Schalmei geschnitzt, auf daß sie ein Balsam werde für die Wunden des Krieges und das Joch der Gefangenschaft. Dabei hat er an einen Jungen gedacht, der vielleicht einmal darauf spielen würde, und von seinen verletzten Fingern tropfte manchmal das Blut aufs Holz, wie in jenem chinesischen Liede, du die Liebende, über eine Stickerei gebeugt, sich mit zitternder Hand verletzt, wenn sie an den fernen Geliebten denkt.
Auf der Schalmei, der man die mühselige Handarbeit nimmermehr ansieht, hat er bann Zwiesprache gehalten mit bem Herzen ber Heimat, hat er bi* verschlossensten Kameraben b-schworen unb mit bem warmen, zärtlichen Klang die Kleinmütigen wieder aufgerichtet. Man denke: eine geheime Schamade gegen des Weltkriegs schmetternde Fanfare! Zephir gegen den großen Donnerer! Ein hauch gegen das Brüllen der Schlachten!
Ein Vogellaut, ein einziger, noch grüner Baum auf dem bleigrauen Friedhof der Zerstörung — so etwas mag bem schwer tragenden Unteroffizier da- mals bas kleine Wunberinstrument aus seiner eigenen Hand gewesen sein.
Und er hat's retten, Heimbringen unb verwahren können, verwahren in jenem schmalen Eichenschrank, aus bem es nun manchmal wirklich sein Junge holt, um barauf ein kleines Lied zu blasen. So kommt er auch heute zu uns herein in die warme, matt erleuchtete Stube, angefüllt mit den graublauen Schwaden unseres Zigarrendampfes, und setzt die Schalmei an den Knabenmund, während
Opernaufführung im Fernseher.
In London wurde ein sehr bemerkenswerter Versuch gemacht, eine Opernaufführung im Fernseher zu übertragen. Es handelte sich dabei sogar um eine Art Uraufführung, um die Darstellung von Teilen aus einer neuen Oper „Mr. Pickwick" von Albert Coats. Die Szenen wurden im Alexandra-Palast dargestellt und durch Fernseher und durch F-in- sprecher gleichzeitig übertragen. Es zeigte sich zweifellos, daß der technische Fortschritt unaufhaltsam ist und daß man in Zukunft noch vieles davon erwarten kann, aber heute hat eine solche Ueber- tragung erst den Wert eines Versuches. Man bekam zwar einen ungefähren Eindruck von ber Szene, aber die Verzerrung ber Werte gegencinanber ist doch noch zu groß. Man sieht puppenartige Marionetten, die ihre Rolle mit ungeheuren Stimmen fingen, währenb bas Orchester verhältnismäßig zu» rücfgebrängt ist. Wegen bes kleinen Gesichtsfeldes, in ber die Aufnahme gemacht würbe, wirkt die Handlung unvermeidlich beengt, unb man kann sich keine Vorstellung hüben, wie bie Szene in dem großen Rahmen bes Covent Garden wirken wirk». Jedenfalls besteht keine Möglichkeit, und es wirb auch nirgenbs in ber Kritik ein Versuch gemacht, hiernach ein Urteil über die Oper selbst abzugeben.
HI -Einsatz im Vierjahresplan
Bucheckern und Eicheln werden gesammelt.
17 bis 18 Uhr: Konzert der Kapelle des J.-R. 116 am Selterstor
18 bis 19 Uhr: Konzert bes Musikzuges der SA - Standarte 116 am Kreuzplatz.
Richtlinien für die Sammler:
1. Es sammen jeder nur da, wo er eingeteilt ist.
2. Es sammeln nur diejenigen, die bei ber Einteilung aufgefuhrt finb.
3. Die Sammelbüchsen werden, soweit kein Son- derauftrag gegeben wurde, um 15.30 Uhr im Cafe Leib abgeholt.
4. Die Sammelbüchsen werden nur auf ber Be- zirkssparkasse zurückgenommen.
,24 wirb bie Sammlung eingestellt.
6. Aerzte, die an Krankenhäusern tätig find, sammeln dort. Sammelbüchsen sind auf der Kreis- amtsleitung ber NSV., Löberstraße 9 holen.
zurücksprang.
Bis bahin waren bie Bäckerjungen still bei ihrer Arbeit gewesen; nun liefen sie zur Stadt hinunter, wo sie'die Sturmglocke derartig zogen, daß die Geweckten bald mit Waffen unb Geschrei aus ihren Häusern sprangen unb nach einer Viertelstunde auf allen Mauertürmen bie Mannschaft stand, wie es durch den Rat seit alter Zeit verordnet war.
Weil aber drei verschlafene Männer nicht einem Stand zu halten vermögen, der sie mit wacher Kraft angreift, so hätte alle Mannschaft den An- dernachern doch nicht mehr geholfen, wenn nicht die Bäckerjungen ein anderes Kriegsvolk auf- qerufen hätten. Denn als bie Linzer nach bem ersten Schrecken sahen, vor welchen Waffen sie geflohen waren, gerieten einige in solche Wut — auch, weil sie von den Bienen schon gestochen waren — daß sie unklüglich mit Stangen unb Schwertern die Körbe in Stücke hieben, worauf bas Bienenvolk m Schwärmen wie ein Rauch vom Boden aufging unb sich zu hunberten an jeben einzelnen ber Manner machte, bie nun schon wieder den Balken aufgehoben hatten, den Stoß ins Stadttor zu tun. Und ob sie dachten, durch ihre Helme geschützt zu sein, so drangen die Bienen durch alle Spalten em und stachen in die Augen daß viele die Waffen von sich warfen und ihre Augen mtt den Händen schützend, vom schwarzen Dunst der Schwarme verfolgt, nach den Booten liefen; unb einige auch ms Wasser stürzten, um nur bie Qualen los zu sein
So brauchten die Andernacher ihr Tor nicht aufzumachen unb hatten doch den Linzern einen Ausfall angetan, daß sie seitdem nicht wieberkamen.
beim Reichsarbeitsdienst; Jatho, Obertruppführer beim Reichsarbeitsdienst; Knaus, Oberstaatsanwalt; Schmidt, Obersturmführer; Weigel, Feldmeister.
10. A m Cafe A m e n b : Schuppe, Obersturmführer; Walter, Obersturmführer.
11. Selterstor unb Cafe Hettler: Fol- genbe Mitglieder bes Stabttheaters: Frickhoeffer, Forstner, Geisler, Lind, Nieren, Uhl,. Birkmann, Balke; Dr. Kranz, Gauamtsleiter; Poppe, LS- Hauptführer.
12. Liebigstraße-Ludwigstraße: Hofmann, Truppführer; Sauer, Truppführer; Schnei- ber, Truppführer; Schütz, Truppführer.
13. Bleichstraße - L u d w i g st r a ß e: Karl, SS.-Scharführer; Lehmann, Univ.-Prof.; Lorenz, Regierungsbaurat; Mangold, Regierungsbaurat.
14. Goethe st raße - Stephan st raße: Brill, Landgerichtsbirektor; Heib, Lanbgerichtsrat; Kalbfleisch, Lanbgerichtsrat; Seih, Lanbgerichtsrat; Naumann, SS.-Scharführer.
15. Bismarck st raße - Stephan st raße: Haas, Univ.-Prof.; Schneider, Landgerichtsrat; Dr. Speckhardt, Landgerichtsbirektor; Leitner, SA.- Obertruppführer; Röder, SA. - Obertruppführer; Schäfer, SA.-Obertruppführer.
16. Schiffenberger Weg - Bahnübergang: Hartwiger, SS.-Oberscharführer; Nagel, SS. - Oberscharführer; Ruhl, SS. - Oberscharführer , Schölch, SS.-Oberscharführer.
17. Goethe st raße - Lu d w i g st r a ß e: Reinwein, Univ.-Prof.; Schultze, Univ.-Prof.; Grebe, Truppführer; Walter, Truppführer.
18. Bismarck st raße - Ludwig st raße: Ernst, Truppführer; Hahn, Truppführer; Bechtel, BDM.-Gruppenführerin; Klewitz, BDM.-Gruppen- führerin.
19. Ludwigsplatz: Beate, Polizeioberinspektor; Behaghel, Universitätsprofessor; Kläß, SS.- Scharführer; Keller, Polizeihauptmann; Lenz, Sturmführer; Leun, Lanbgerichtsrat; Schilling, NSKK.-Truppführer; Schmoll, NSKK.-Truppfüh- rer; Thüre, Landgerichtspräsibent.
20. Hinbenburgwall-Bismarckstraße: Lahr, Kreishauptstellenleiter; Müller, Kreishauptstellenleiter; Schlimbach, SS.-Scharführer; Schmidt, SS.-Scharführer; Wolkewitz, Kreishauptstellenleiter, Oberstudiendirektor.
21. Hinbenburgwall - Goethe st raße: Burk, Obertruppführer; Happel, NSKK.-Sturmfüh- rer; Schliemann, Dr., Kreisamtsleiter; Wießner, Obertruppführer.
22. Seltersweg-Goethe ft raße: Horn, Heinz, Alte Garbe; Heß, Karlernft, Kreisamtsleiter; Kurz, Kreisamtsleiter; Volk, Schauspieler.
23. Kreuzplatz: Hildebrandt, Dr., Kreisleiter; Goethe, Polizeihauptmann; Käppele, Kreisadjutant; Lotz, Dr., Provinzialbirektor; Pfähler, Rektor ber Universität; Taesler, Jungbannführer; Vogt, Prv- vinzialrat, Kreisgerichtsvorsitzender; Challier, Kaufmann; Wendnagel, Oskar, Sturmbannführer.
24. Johannes ft raße-Plvck st raße: Ger- nanbt, Obersturmführer; Köhler, Theodor, Kaufmann; Kreger, Dr., Leiter des Reisebüros; Richter, Sturmführer; Temesvary, Universitäts-Musikdirektor.
25. Schul st raße-Johanne sstraße-Neuen Weg: Henmonn, Kreishauptstellenleiter; Leonhardt, Oberstudiendirektor; Mickel, Amtsgerichtsdirektor; Neuhaus, Schauspieler; Schultze-Griesheim, Intendant; Schimmel, Kreisamtsleiter.
26. Am Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Hartmann, Bankdirektor; Heberiin, BDM - Gruppenführerin; Simon, BDM.-Gruppenführerin; Spang, SS.-Scharführer.
27. Am G l o r i a - P a l a st: Geyer, Leiter ber Gießener Lichtspieltheater; Göbel, Jungmäbel-Unter- gauführerin; Pstffer, BDM.-Untergauführerin; Wrede, Oberspielleiter.
28. Bahnhof st raße - Neustabt: Eifert, Alte Garbe; Horn, August, Alte Garde; Gravert, Stadtbaurat; Hamm, Bürgermeister; Kühne, Schauspieler; Walter, Paul, Stadttheater.
29. N e u st a d t - W e r n e r w a 11: Dietrich, Kreishauptstellenleiter; Hassemer, Kreishauptstellenleiter; Hainbach, Willi, Kreishauptstellenleiter; Hubenthal, Reichsarbeitsdienst-Truppführer: Mei-
Straßensammlung von 16-19.30 Uhr. Einteilung der Sammler.
1. Bahnhofsdienst:
12 bis 16 Uhr: Ortsgruppe Gießen-Süd.
15 bis 19 Uhr: Holzapfel, Reichsbahnamtmann; Niederstraßer, Reichsbahnrat; Warlich, Reichsbahnrat. Die Sammelbüchsen erhalten diese Sammler bei der Ortsgruppe Gießen-Süd am Bahnhof.
16 bis 19.30 Uhr: Angelberger, Oberstubiendirek- tor; Antz, Reichsbahnbirektor; Berghöser, HJ.-Ge- folgschaftsführer; Dr. List, Oberregierungsrat; Mün- ker, Obersturmbannführer; Friebrich, HJ.-Gefolg- schaftsfüher; Pfaff, Amtmann; Sälzer, Regierungs- rat; Wagner, Kreisobmann ber DAF.
19.30 bis 22 Uhr: Braubach, LS.-Oberführer; Dörr, HJ.-Gefolgschaftsführer; von Foullon, SA.- Truppführer; Hammel, Reichsbahnamtmann; Klotz, LS.-Ortsgruppenführer; Rühl, HJ.-Gefolgschaftsführer; Plitt, SA.-Sturmführer;^Schulz, SA.-Sturm- führer; Schuchharbt, LS.-Oberführer; Wahl, Reichs- bahnamtmann; Werth, HJ.-Gefolgschaftsführer.
Straßenkreuzungen:
2. Frankfurter Straße-Klinikstraße: Deichert, NSKK.-Truppführer; Duken, Univ.-Prof.; Hillebrandt, Univ.-Prof.; Klages, SS.-Scharführer; Pink, NSKK.-Truppführer;' Schwalm, NSKK.- Truppführer.
3. Frankfurter Straße - Friebrich- straßs unb Wilhelm st raße: Dr. Krüger, Regierungsrat; Krieger, Truppführer; Kuhlmann, Regierungsbaurat; Rossenbeck, NSKK.-Standarten- arzt; Weber, Regierungsrat; Zeltmann, Bankbirektor.
4. Friedrich st raße - Wetzlarer Weg: Finkel, NSKK.-Obertruppführer; Grein, Regierungsrat; Jensen, Oberzollrat.
5. Leihgesterner Weg - Ludwig st raße: Blodt, SA.-Truppführer; Bechtold, Gerichtsassessor; H nkel, Gerichtsassessor; Lynker, SA.-Truppführer.
6. Hammstraße - Gabelsberger st r. ° H o r st - W e s s e l - W a l l : Braun, SA.-Sturm- fül'rer; Herbert. SA.-Obertruppführer; Schulte, SA. - Obertruppführer; Schwender, SA. - Sturmführer.
7. Bahnhofstraße - L i e b i g st r a ß e: Brüggemann, Univ.-Prof.; Fischer, Univ.-Prof.; Meckel, SS.-Scharführer; Niermann, Reichsbahnoberrat; Siersleben, NSKK.-Obertruppführer; Wilke, Reichsbahnoberrat.
8. Frankfurter Straße - Liebig st r.: Bullmann, Gauredner der NSDAP.; von Jaschke, Univ.-Prof.; Dr. Kopp, Kreisamtsleiter; Mosbach, Obersturmführer; Nebeling, Kreisamtsleiter; Pfeil, SS.-Scharführer; Schönhals, Oberregierungsrat; Vogt, Obersturmführer.
8. Am P o st a m t: Lotz, Referent ber Alten Garbe; Graefe, Postrat: Kümmel, SS.-Scharführer.
9 AmHotelSchütz: Kaiser, Obertruppfuhrer
Von Wilhelm Sckäfer.
Zu Andernach am Rhein sieht man seit alter Zett am Rheintor zwei Bäckerjungen ausgemeißelt: als Dankeszeichen, weil sie durch raschen Mut bie Stadt vor einem Ueberfall bewahrten. Seitdem der Erzbischof von Köln den Andernacher Zoll an Linz gegeben hatte, war zwischen beiden Städten eine böse Femsä'^st, bis sich das Linzer Kriegsvolk eines Nachts aurmadjte, die hinderliche Stadt mit Schwert und Feuer zu vernichten. Sie kamen noch im Dunkeln mit vielen Schiffen an und wollten mit dem frühesten Morgenlicht die Stadt berennen, zumal am Rhein die Rede ging, daß sich die Andernacher nicht gern vom ersten Sonnenstrahl aufwecken ließen. .
Nun waren an dem Morgen zwei Backerjungen - weil die meisten Mägde noch schliefen, so daß sie die warmen Brötchen auf die Fensterbretter legen konnten — frühzeitig leer mit ihren Korben. So famcn sie, wie oft schon, auf den Uebermut, sich m dem Wehrgang auf ber Stabtmauer ^ vergnügen. Da hatte der Wächter am Rheintor den schonen Platz benutzt und eine Batterie von Bienenkorben ausgestellt; sie gingen leise hm und flehten alle Fluglöcher zu mit Lehm, daß er sich wundern sollte, warum bie Bienen gar nicht flogen.
Als sie mit solchem Schabernack zu Ende waren auch noch dem Wächter einen Strick vor seine Tur gebunden hatten und neuer Streiche lüstern mde Nebel sahen, der auf dem Rh°m geballte Wolken trieb, war es dem einen, als horte e oom Baffer her einen Klang, wie wenn Metall aus Stem ge stoßen wurde. Und weil der andere meinte^ daß auch noch Menschenstimmen im ^-rausch der Wellen wären, so streckten sie die Kops- °°unddauerten was wohl geschehen könnte. Es dauerte auch n>ch lange, so kamen von den erflmertern
H-lmk°und°Wasfen d-L"blinkten^ ^lagerten eme ^Dc^pelrethe'Evon^Männern^ m^ einem schweren Balken kam und einer starken Eisenspche daran, Das Stabttor einzustoßen
Wie bas bie Bäckerjungen sKn, wollte ei r mit Geschrei hinunter laufen, bie Burger ausz
— , v wecken; ber anbere aber hielt ihn fest, weil er be-
D?e Andernacher Bückeriungen. ™


