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rer Dr. Wagner den Kranz des Stellvertreters des Führers, der Deutschen Aerzteschaft und der alten Oberland-Kameraden nieder.
Reichsorgamsationsleiter Dr. Ley nahm Abschied von dem Freund, der bis in die letzten Stunden hinein für sein Volk gearbeitet habe. Im Namen des Stabschefs Lutze legte Gruppenführer Herzig einen Kranz nieder und im Namen der fränkischen TA.-Gruppenführer von Obernitz. Unter den feierlichen Klängen des Horst-Weffel-Liedes und dem Donner eines Ehrensaluts wurde dann die sterbliche Hülle Dr. Strecks dem Feuer übergeben. Gauleiter Streicher schloß die Trauerfeier mit einem Sieg- Heil auf Führer und Volk.
Kleine politische Nachrichten.
Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, empfing der Führer und Reichskanzler auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden Seine Eminenz den Kardinal Faulhaber zu einem Besuch.
Der Chef der deutschen Ordnungspolizei General D a l u e g e ehrte unter lebhafter Anteilnahme der Warschauer Bevölkerung die Gefallenen des
polnischen Heeres durch Kranzniederlegung am polnischen Ehrenmal. Zu Ehren oer deutschen Polizeiabordnung, die als erste deutsche Abordnung in Polen in Uniform erschien, war eine Ehrenkompanie der polnischen Polizeistoßtrupps am Poniatowsti-Denkmal angetreten.
Eine tschechische Wirtschaftsabordnung unter der Leitung des Direktors für Handelsabkommen ist in Paris eingetroffen, um Kontingentsoerhandlungen aufzunehmen. Die Tschechoslowakei wünscht eine Erweiterung ihres französischen Absatzmarktes, da der Warenaustausch mit Frankreich sich stets zuungunsten der Tschechoslowakei ausgewirkt hat. *
In Brzezany in Ostgalizen wurde ein Prozeß gegen 22 Ukrainer durchgeführt, die der geheimen ukrainischen Terrororganisation Dun angehörten. Sie waren beschuldigt, bandenmäßig Terrorakte ausgeführt zu haben. Die beiden Hauptangeklagten wurden zum Tode verurteilt, die Strafe wurde jedoch in lebenslängliches Gefängnis umgewandelt. Acht Angeklagte wurden freigesprochen.
Das neue deutsche Strafrecht.
Oer Entwurf des neuen deutschen Strafgesehbuches derOeffentlichkeit übergeben
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Ugung über den eigenen Körper, während der an
i ere Teil die Auffassung vertrete, daß die Abtrei- k-ung ein schweres Verbrechen gegen das Leben
tes Volkes darstelle. Die zweite Erkenntnis sei die
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'icder S# T taats Haus halt gerichteten Finanzpolitik Litt
Die Kabinettsumbildung in Wien.
Bundeskanzler Schuschnigg über die Aufgaben der neuen Regierung.
nicht um Haaresbreite abweichen werde. Die Ausführungen des christlich-sozialen Blattes schließen mit der Feststellung: „Eine Kabinettsumbildung ohne Krise, ohne Lärm und ohne politische Sensationen. Möge dieser Anfang ein gutes Vorzeichen für die weitere Entwickelung bedeuten."
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gewesen, daß es, wie von den Fundamenten bis zum fertigen Bau eines Hauses, auch von den Grundsätzen bis zur Formung des Gesetzes ein weiter und nicht müheloser Weg sei. Er und alle seine Mitarbeiter, insbesondere der Stellvertreter des Führers mit seinem Amt, hätten sich nicht gescheut, jede Mühe aufzuwenden, um das Werk erfolgreich zu gestalten. Der Reichsjustizminister sprach zum Schluß vor der Oeffentlichkeit allen seinen Mitarbeitern, insbesondere Staatssekretär Dr. F r e i ß l e r und allen denen, die dazu beigetragen hätten, daß nach kurzer Zeit dieser neue Strafrechtsentwurf habe fertiggestellt werden können, seinen besonderen Dank aus.
*
In einer etwa 200 Seiten umfassenden Broschüre „Das neue Strafrecht, Grundsätzliche Gedanken zum Geleit" führen Reichsjustizminister Dr. G ü rtne r, Staatssekretär Dr. F r e i ß- ler, Graf von der Goltz und der Min-isterial- direktor im Reichsjustizministerium Dr. Wilhelm E r o h n e in dem Entwurf zum neuen deutschen Strafgesetzbuch ein. Der Entwurf beginnt mit folgendem V o r s pru ch :
„Ueberzeugt, daß das deutsche Strafrecht von nat ionalsoziali st ischer Grundanschauung durchdrungen sein muß, hat die Reichsregierung dieses Gesetz beschlossen und übergibt es dem deutschen Volte. Das gesunde Empfinden des Volkes für Recht und Unrecht bestimmt ebenfalls die Anwendung des Strafrechts. Sühne für Unrecht, Schutz des Volkes, F e st i - gung des Willens zur Gemeinschaft sind Sinn und Zweck des Strafrechts. Ehre und Treue, Rasse und Erbgut, Wehrhaftigkeit und Arbeitskraft, Zucht und Ordnung zu wahren ist seine Aufgabe. Das Bekenntnis „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" gibt ihm die Prägung. In diesem Geist soll Recht gesprochen werden, von berufenen Richtern, die als Wahrer der Gerechtigkeit dem deutschen Volke dienen."
?reign Offa en Nichtei» Mer Seit, 3 fünf Stuin auerAnt, düngen übet Nerunaen 9t habe. Bob en „Erklärim und einzelne» it entgegen^ ter Grands üht. Zu eint! ng sei es ge> reter bestritte, sowjetrust dem Geich esen seien. Ä datz es Goch be. Fürst M vidett, daß bi- lugzeugft r sowjetruW es gebe km italienische B« ngegrissen, das le GeograM ind eines eng- ranbi gelungen, 'nfein die- -schuß beschi'4 Grkläruii- Punkte sei der ft, daß ..nicht nd" (?!) non nxt lzem 'Dor« ftnntzsaus« zcheilen zu ent> hauptausschMs ihrer Dtoiw ne der ftriita
Berlin, 5.Nov. (DNB. Funkspruch.) Die amtliche Strafrechtskommission, die sich mit der Neugestaltung des deutschen Strafrechtes ju beschäftigen hatte, hat Ende vergangener Woche ihre Arbeit abgeschlossen, und sich damit des Auftrages entledigt, den sie im Frühjahr 1933 vorn Führer empfangen hat. Reichsminister der Justiz Dr. Gürtner und Staatssekretär Dr. F r e i ß l e r gaben der Presse einen Ueberblick Iber das kommende deutsche Sttafrecht.
Reichsjustizminister Dr. Gürtner
erklärte u. a., die amtliche Strafrechtskommission labe sich nun ihres vom Führer erhaltenen Auftrages, das deutsche Strafrecht neu aufzubauen, in llebereinstimmung und in Einklang mit den neu gewonnenen Grundauffassungen der Zeit, entledigt. Die Arbeit der Kommission habe etwas mehr als drei Jahre gedauert, sehr kurz für die einen, die tine längere Arbeitszeit erwarteten, sehr lang für die stürmischen, die die Vorstellung hatten, nach : iner Umwälzung könnte man in wenigen Augenblicken die Gesetze fertig auf den Tisch legen.
Die Arbeit der Strafrechtskommission habe für lUe Beteiligten zwei große tiefe Erlebnisse gebracht: inmal die klare Erkenntnis, daß sich ein Volk ein Strafrecht, das lebenswahr und lebenswichtig fei, Aur dann geben könne, wenn über d i e Grund- 'ragen des Strafrechts, d. h. über die sittliche Bewertung des Tun und Lassens der Volksgenossen im Volk Einheit bestehe. Der Minister gebrauchte |hur Erläuterung hier das Beispiel, daß es nicht I möglich sei, ein Strafrecht zu schaffen, wenn etwa -in Teil des Volkes der Meinung fei, daß die Ab- ireibung nichts anderes fei, als eine freie Ver-
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Wien, 4. Nov. (DNB.) Arn Mittwochabend ioanb der erfte TO i n i ft errat der neuen [Regierung statt. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg erklärte, die Aufgaben der neuen Regierung lätten durch die Kabinettsumbildung keinerlei Aen- llerungen erfahren. Die außenpolitische Richtung sei iurch die römischen Protokolle und das Abkommen vom 11. Juli gegeben. In der Innenpolitik lägen die vordringlichsten Aufgaben ter Bundesregierung auf wirtschaftlichem Gebiet. Die Oeffentlichkeit erwarte von der Regie- umg in erster Linie die Erzielung weiterer wirtschaftlicher Fortschritte und die Fortsetzung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
Der neue Kurs in Oesterreich zeigt sich deutlich in der zweiten Kabinettsumbildung Schuschniggs, die ebenso wie die erste vom 14. Mai als eine nächtliche Ueberraschung zustandegekommen ist. Der Bundeskanzler hat sich nunmehr ganz klar von dem Kreis um Starhemberg di st anziert, nachdem dieser selbst bereits im Mai in nachdrücklichster Form ausgebootet worden war, aber den Innenminister Baar Bahrenfels und den Finanzminister Draxler als seine Verbindungsleute ausdrücklich im Kabinett gelassen hatte. Die Vorstufe der jetzigen Kabinettsumbildung war dann der Ministerrat vom 10. Oktober, in dem die Auflösung der Wehrverbände und die Ausgestaltung der uniformierten und militärisch organisierten F r o n t m i l i z innerhalb der Vaterländischen Front als Auffangsorganisation beschlossen wurde. Dieser Ministerrat vom 10. Oktober war insofern von größter Bedeutung für den jetzigen Schritt Schuschniggs, als er damals zwar selbst die Beibehaltung der beiden Heimwehroertreter nach ihrem formellen Rücktritt veranlaßte, gleichzeitig aber mit aller Deutlichkeit erklärte, daß keinerlei a n - d e re Bindung m e h r für die Mitglieder der Negierung maßgebend sein dürfe. Wenn der Bundeskanzler jetzt eine so plötzliche und so weitgehende Umgestaltung seines Kabinetts vorgenommen hat, so läßt das gewisse Rückschlüsse auf die Haltung der Heimwehrvertreter seit dem 10. Oktober zu.
Von größter Bedeutung ist natürlich die Tatsache, daß nunmehr zwei nationale Vertreter in der Regierung sind, wovon der eine, Glaise - Horst e n a u , das wichtige Innenministerium übernimmt. Auch der neue Handelsminister, Univer- sitätsprofessor Dr. Taucher aus Graz, ist von den Nationalen freudig begrüßt worden; er wird eine wichtige Rolle in den kommenden Wirtschaftsoerhandlungen mit Deutschland zu spielen haben. Nicht weniger bedeutsam ist die Ernennung des Generalkommandanten der Miliz, Feldmarschall-Leutnants H u l g e r t h , zum Vizekanzler; es ist der „Kärntener Freiheitsgeneral", der 1919 an der Spitze des Selbstbestimmungsrechts-Kampfes stand. Im Zusammenhang mit dem deutsch-österreichischen Abkommen vom 11. Juli, an welchem Datum der Staatssekretär für Aeußeres Guido Schmidt sein Amt antrat, dürfte die Regierungsumbildung in Wien von vorteilhaftem Einfluß auf das Verhältnis der beiden Länder fein. Dr. Schmidt selbst wird bereits in der zweiten Novemberhälfte nach Berlin kommen.
Eines der Hauptmerkmale des neuen Kabinetts ift die Uebernahme des Innenministeriums durch ten bisherigen Minister ohne Geschäftsbereich Glaise-Horstenau. Auf diesem Posten wird hm ein Verwaltungsapparat zur Verfügung stehen, ter die Durchführung seiner aus dem Abkommen rom 11. Juli gestellten Aufgaben wesentlich erleich- l?rn dürfte. Wie dies bei früheren Regierungen schon vielfach der Fall war, wurde für das Sicherheitswesen wieder ein eigener Mini- frer bestellt. Der damit betraute bisherige österreichische Gesandte in Budapest, Neustädter- Stürmer, gehörte früher dem Heimatschutz an mb war als Sozialminister früher bereits Mitglied ter Regierung, die er nach einem Konflikt mit Starhemberg jedoch vor Jahresfrist verließ. Der Ttue Vizekanzler Feldmarschalleutnant Hülgerth öirb sich nur dem Aufbau der Frontmiliz »ibmen.Ueber bie weitere Verwenbung der a u s - ceschiedenen Kabinetts-Mitglieder tert man, daß der ehemalige Vizekanzler Baar- 3 a r e n f e I s zum Gesandten in Budapest inb ber frühere Handelsminister Stockinger ium Präsidenten d e r Bundesbahnen caisersehen sind. Der ehemalige Finanzmimster Dr. Kraxler, der übrigens eine der größten Rechts- cnwaltskcmzlrien Wiens besitzt, wird möglicherweise ;M,.— Präsident der Oesterreichischen Kre-
, AffLll» iitanftalt werden.
!,ll Die „Reichspost" schreibt u. a., der Kanzler habe sch für die Neubildung des Kabinetts einen Zeit- funft gewählt, der nicht im Zeichen außergewohn- lcher politischer Vorgänge stehe und keinen Anlaß flje Vornahme einer Richtungsänderung auf irgenb» enem Gebiet ber Politik ober der staatlichen Verwaltung biete. Er habe damit von vornherein die ! ombinationen, die sich an jede Regierungsumbil- ;?n9 knüpfen, ausgeschaltet. Das gelte besonders ter die Finanzpolitik. Die Ernennung des bewährten Flnanzreferenten der Stadt Wien zum r inanzminister biete besser als jede Erklärung voll- bmmene Gewähr, daß man von den Grundsätzen gesunden, auf die Beständigkeit der Währung und des Gleichgewichtes im
Das Buch vom deutschen Volkstum.
Eine Buchbesprechung.
— Paul Gauß: Das Buch vorn deutschen Volkstum. Wesen — Lebensraum — Schicksal mit 136 bunten Karten, 1065 Abbildungen und 17 Übersichten. Preis in Ganzleinen 20 Mark. Verlag F. A. Brockhaus in Leipzig. — (343) — Das Buch bricht mit der ebenso falschen wie für unser vo litt sch es Denken verhängnisvoll gewordenen Gleichsetzung von Volk und Reich. Es will einen Ueberblick geben über Lebensraum und Geschichte des Gesamtvolks der Deutschen, der großen deutschen Bluts-, Sprach- und Kulturaemeinschaft, zu der die Bewohner des geschlossenen deutschen Sprachgebiets in Mitteleuropa nicht minder gehören wie das Grenz- und Auslandsdeutschtum. Das Buch ist, soweit wir wissen, der erste, alle Lebensbezirke umfassende Versuch einer gesamtdeutschen Volkstumskunde und Volksraumkunde. In mustergültiger Ausstattung und sorgfältiger Auswahl enthält es ein Bild- und Kartenmaterial, das in feiner Vielseitigkeit und handlichen Anordnung im Anschluß an die zugehörigen Aufsätze ohne Beispiel ist. Gerade diese nirgends durchbrochene Einheit von Text, Bild und Karte macht das stattliche Buch nicht nur zu einer Fundgrube volksdeutschem Wissens für die Fachwelt, sondern vor allem auch zu einem wahren Lese- und Hausbuch der deutschen Familie. Besonders auch unserer Jugend und unseren Brüdern im Ausland wird es ein Quell freudigen Stolzes auf die Gesamtleistung deutschen Volkstums und ein Erzieher zu volksdeutschem Denken werden.
Das Buch gibt in feinem ersten Teil einen Ueberblick über das deutsche Volk als Ganzes und die fein Leben formenden Kräfte. Hier wie für die weiteren Abschnitte des Buches sind bekannte Fachleute für die Behandlung der einzelnen Teilgebiete gewonnen worden. Don der Verbreitung des deutschen Volkes über die Erde mit einer Übersicht über die Auswanderungsbewegung und den Stand des Deutschtums in den einzelnen Ländern wird der Leser über eine geographische Betrachtung der Oberflächengestaltung in Mitteleuropa zu der sehr wichtigen Frage des Verhältnisses von Sprachen-, Volks- und Staatengrenze geführt, die eine instruktive Karte erläutert. Die ersten schönen Bildtafeln ergänzen dann den folgenden Aufsatz über die deutschen Stämme, der auch auf ber ihm bei- gegebenen Karte wie auch die späteren zum geschichtlichen Teil gehörigen die außerordentliche Verflechtung der Hauptstämme zeigt. Von besonders gegenwärtiger Bedeutung ist der Aufsatz Burgdörfer s über Wachstum und Lebensbilanz unseres Volkes. Das hier sehr eindrucksvoll in Karten und Diagrammen ausgebreitete Material zeigt deutlich die Gefahren unseres Bevölkerungsaufbaus. Die von Reche (Leipzig) bearbeitete Rasfen-Karte zeigt die große Schwierigkeit, die in den Mischgebieten, dem weitaus größten Teil des deutschen Volksbodens, enthaltenen einzelnen rassischen Bestandteile richtig zu bewerten. Interessant ist auch eine von Reche zusammengestellte Uebersicht der Hauptmerkmale der in unserem Volk vertretenen Rassen, wobei die Rubriken „Seelische Haltung" und „Kulturschöpferische Leistungsfähigkeit", die durch das Fluktuieren der Grundrassen hervorgerufene Pro- blematik einer gültigen Beurteilung deutlich macht. Mundarten, Dorf- und Hausformen, Städtebau werden in charakteristischen Bildern und zum Teil neuartig angelegten Karten in ihrer Bedeutung für die Erkenntnis der deutschen Siedlungsgeschichte verständlich gemacht. Aufsätze über die Bedeutung der Konfessionen gerade für das deutsche Volkstum jen- sents der Reichsgrenzen leiten über zu dem von Richard Benz betreuten Abriß einer geschichtlichen Entwicklung deutscher Kunst und Kultur. Neu erscheinen uns auch die Versuche, die Verbreitung deutscher Bildungsstätten und der wichtigsten deutschen Stadtrechte in Mitteleuropa kartographisch festzuhalten. Auch Wirtschaft und Verkehr finden Beachtung. Von politischem Interesse ist dann die an Hand guter Einzelkarten folgende Darlegung der Nationalitätenfrage überhaupt wie der kulturellen-
und sprachlichen Rechtslage der deutschen Minderheiten.
Der umfangreiche, ebenfalls mit Bildern und Karten reich ausgestattete zweite Teil bringt eine großartige Schau der deutschen Landschaf- t e n im Einzelnen. Das Hessenland , worunter im wesentlichen das alte Kurhessen und unser Oberhessen verstanden wird, hat der Würzburger Privatdozent Adolf Welte mit großem Verständnis für das Herauswachsen von Volkstum, Siedelung und politischem Schicksal aus den Eigentümlichkeiten der Landschaft bearbeitet. Im Bilderteil wird unsere engere Heimat durch den Alsfelder Marktplatz würdig vertreten. Starkenburg und Rheinhessen sind ebenso wie Frankfurt im Zusammenhang mit Südwestdeutschland voy Professor Metz (Erlangen) behandelt worden. Hier sehen wir schöne Bilder von Oppenheim, Mainz, Frankfurt und Michelstadt. Dabei sei bemerkt, daß es hier weniger auf das einzelne Bild als solches ankommt, sondern auf das Nebeneinander, das erst die überaus instruktive Zusammenschau ausmacht, die ja der Sinn des ganzen Buches ist. Deshalb ist das an sich kleine Format der Bilder hier durchaus zweckentsprechend. Besonders berücksichtigt sind in diesem Teil auch die volksdeutschen Gebiete außerhalb der Reichsgrenzen, wie die deutsche Schweiz, Oesterreich, Südtirol, Liechtenstein, Luxemburg, das Deutschtum in den Niederlanden und Belgien, aber auch die deutschen Volkstumsinseln, die sich in fremdes Volkstum eingesprengt finden, von den fast vier Millionen Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei, über die großen deutschen Minderheiten in Ungarn, Südslawien, Rumänien und Polen, in ben baltischen Staaten und in der Sowjetunion bis 3u den deutschen Siedelungen in Ueberfee und dem starken deutschen Volkstumseinschlag in den Vereinigten Staaten. Ueberaü geben sorgfältig durchgearbeitete Karten einen ausgezeichneten Ueberblick über die Lage der deutschen Siedelung. Das beigefügte Bildmaterial ist hier besonders reich und anschaulich. Von der furchtbaren Not des Wolgadeutschtums und der deutschen Volksgenossen im übrigen Sowjetrußland sprechen die Bilder eine beredte Sprache. Wie stechen sie ab von dem behäbigen Wohlstand deutscher Siedelungen in den Vereinigten Staaten und Kanada, den bescheidenen, aber von Dorwärtskommen zeugenden Siedelungen rußlanddeutscher Mennoniten in Argentinien und Paraguay, oder den großen deutschen Kolonien in Chile und Brasilien. Der Teil schließt mit einem Ueberblick des Gouverneurs Dr. Schnee über das ehemalige deutsche Kolonialreich, in dem bas Deutschtum, das ja noch heute dort in starken Siedelungen vertreten ist, unvergängliche Pionierarbeit geleistet hat.
Der dritte Teil betrachtet die Entwicklung des deutschen Volkstums aus der geschichtlichen Schau. Besonders interessant sind hier die ersten Karten zur Vorgeschichte, die die einzelnen Kulturen deutlich machen. Auch die Entstehung des Deutschen Reichs aus dem deutschen Raum, die Professor K e y s e r (Danzig) behandelt, gewinnt in den beigegebenen Karten außerordentlich an Klarheit. Für die Geschichte des volksdeutschen Gedankens besonders wichtig ist die Karte über die Ausbreitung der Hanse und die Züge des deutschen Volkstums gen Osten. Weitere Karten erläutern die Entwicklung der kirchlichen Verhältnisse vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Mitteleuropa, wie es bas Versailler Diktat geschaffen hat, zeigt bie letzte Karte, umrahmt von ben Siegen beutschen Volkstums in ben Abstimmungen. Das Buch schließt mit einem Ausblick von Hans Steinacher, bem Bundesleiter des VDA., über die Aufgaben deutscher Kulturpolitik als Funktion ber Gemeinschaft beutschen Volkstums. Wir hoffen, in unserer Besprechung einen Einblick gegeben zu haben in ben Reichtum an Wissen, Gedanken und Anregungen, ben dieses Buch in seiner großartigen Schau aller Erscheinungsformen und Lebensäußerungen des deutschen Volkes allen denen vermitteln kann, die es mit offenen Augen in die Hand nehmen. —e.
Aus aller Welt.
Jüdischer Betrüger und Volksschädling entlarvt.
Dem Steuerfahndungsdienst des Landesfinanzamtes Hamburg ist es gelungen, ben Juben Max Carl Nathan in Hamburg als Betrüger und Schädling schlimmster Sorte zu entlarven und festzunehmen. — Nathan hat sich in zahlreichen Fällen auf unglaubliche Weise des Deoisenbetruges, der Steuerhinterziehung, der schweren Urkundenfälschung und anderer Delikte ähnlicher Art schuldig gemacht und auch das Ansehen Deutschlands im Auslande schwer geschädigt. Die Geschäfte, die Nathan in Hamburg tätigte, waren echt jüdischer Art. Er gab zahlreichen Pfandleihern Kredite zu Wucherzinsen und kaufte ihnen, wenn sie bie Zinsen nicht zahlen ober bie Leihkapitalien nicht zurückgeben konnten, verfallene Pfandwerte, und zwar ausschließlich Gold- und Schmucksachen, zu lächerlich geringen Preisen ab. Auf diese anrüchige Weise schacherte er sich ein großes Vermögen zusammen, versteuerte aber nur einen verhältnismäßig geringen Betrag. Beim Zugriff des Steuerfahndungsdienstes wurden in der Villa des Juden an der Alster große Mengen von Vruchgold, Juwelen, Brillanten und Schmuckgegen- stände aller Art, ferner große Summen in ausländischen Banknoten und Papier- und Golddevisen im Gesamtbeträge von rund 700 000 Mark gefunden. Nathan war auch im Auslande umhergereist und hatte sich auf Grund gefälschter Ausweispapiere als „Beauftragter für die Pflege ber guten Beziehungen mit Deutschland" ober als „deutscher Vertreter zur Pflege des Reiseverkehrs nach Deutschland" ausgegeben. Er hatte sich dabei bie oerschiebensten Namen Angelegt und sich überall ber schweren Urkundenfälschung und anderer Betrügereien schuldig' gemacht. Nathan hat sich der Zuchthausstrafe, die er allein schon wegen Verbrechens gegen das Volksverratsgesetz zu erwarten hatte, durch Selb st mord entzogen. Sein Sohn Wilhelm Nathan sieht der Bestrafung wegen Verbrechens gegen das Volksverratsgesetz, wegen Steuerhinterziehung und ähnlicher Delikte entgegen. Jüdische Pahfalscherzenlrale in Danzig ausgehoben.
Die Danziger Kriminalpolizei hat in den letzten Tagen neun Juden aus Polen festgenommen, die in Danzig eine Paßfälscherzentrale ringe- richtet hatten und mit gefälschten Pässen polnische Deserteure und Verbrecher ausrüsteten. Das Haupt der Bande, der 28 Jahre alte Jude Neuchim Link, der sich in Danzig ohne festen Wohnsitz herumtrieb, nahm selbst die Fälschung vor. während die übrigen ad)t Juden den Vertrieb bewert- stelligten. In bem Koffer von Link wurden ver
schiedene zum Teil gefälschte schwedische, norwegische, dänische, tschechoslowakische und polnische Pässe gefunden. Auf die Paßfälscherbande wurde man aufmerksam, nachdem man in Deutschland, Frankreich, Belgien und Holland viele Juden mit gefälschten Ausweispapieren festgenommen hatte. Auch in Warschau konnte bereits eine Paßfälscherzentrale ausgehoben werden.
Aufklärung eines Kapitalverbrechens.
Mit ber Verhandlung vor bem Schwurgericht Zweibrücken gegen bie 1906 geborene Anna Biß- b o r t, geb. Veith, unb ben 1890 geborenen Christian Riechmann aus Contwig wird ein Kapitalverbrechen feine Aburteilung und das rätselhafte Verschwinden des 1902 in Windsberg geborenen Metzgers Adam Bißbort, des Ehemannes der Angeklagten Bißbort, feine Aufklärung finden. Die Untersuchung hat einwandfrei ergeben, daß bie beiden Angeklagten den Ehemann Bißbort am Abend des 17. Oktober 1935 im Bett ermordet und die Leiche im Backofen verbrannt haben. Die treibende Kraft bei diesem scheußlichen Verbrechen, war die Ehefrau Bißbort, die mit ihrem Schwager^ Riechmann seit Jahren ein ehebrecherisches Verhältnis unterhielt.
Verhängnisvolles Solbatenfpiel.
In Nierstein huldigte eine Anzahl Buben bem Solbatenfpiel, nachdem sie eine Höhle zum Unterschlupf gegraben hatten. Zwei Jungens, ber sechsjährige Sohn des Winzers Franz S ch n e i b e r und der 13jährige Sohn des Eisenbahners Ludwig Naab, begaben sich in die Höhle, als plötzlich die lehmigen Massen einstürzten und bie beiden Knaben begruben. Auf die Hilferufe der Spielkameraden eilten in der Nähe weilende Personen herbei und machten sich sofort an das Rettungswerk. Leider konnte der sechsjährige Junge nur noch als Leiche hervorgeholt werden, während der ältere Junge noch Lebenszeichen von sich gab. Sofort an« gestellte Wiederbelebungsversuche hatten bei ihm Erfolg.
Kraftwagen fährt in eine Marschkolonne.
Als die Werkschar der Gueldener Motorenwerke dieser Tage in Richtung Aschaffenburg marschierte, fuhr an der Mainbrücke ein in gleicher Richtung fahrender Aschaffenburger Personenkraftwagen mit großer Geschwindigkeit in die Marschkolonne hinein. Der 17jährige Edwin Rosenheimer wurde auf ber Stelle getötet. Sech» weitere Scharangehörige wurden teils schwer, teils leichter verletzt. Die Schulbfrage ist noch nicht geklärt. Der Führer wurde in Haft genommen,


